[0001] Die Erfindung betrifft ein Gerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein Gerät der eingangs genannten Art ist dem Fachmann bekannt und wird in der
US 5 412 732 A offenbart, wobei sich in diesem Gerät ein Verfahren zur Audiowiedergabe in einem
Mehrkanaltonsystem manifestiert. Weiter ist aus der
WO 2011/119401 A2 ein Video Display, insbesondere ein Fernsehgerät, mit einer Anordnung von Lautsprechern
in einer unteren und oberen Hörebene, bekannt.
[0002] Bei der dreidimensionalen Audiowiedergabe in einem Mehrkanaltonsystem wird der unteren
Hörebene noch eine höhere Hörebene hinzugefügt. Hierin liegt auch der maßgebliche
Vorteil der Verfahren zur Audiowiedergabe in einem Mehrkanaltonsystem , da das menschliche
Ohr nach oben gestaffelte Klänge deutlich wahrnehmen und differenzieren kann, so dass
der Hörer durch dreidimensionale Lautsprecheranordnungen in den Genuss eines erweiterten
Klangerlebnisses kommt. Diese Verfahren sind übrigens hauptsächlich für Tonsignale
in großen Räumen, wie beispielsweise in Kinosälen, entwickelt worden.
Im Stand der Technik werden unterschiedliche Auffassungen vertreten, welche Lautsprecherkonfigurationen
oder Art der Erzeugung des dreidimensionalen Klangs, ob kanal- oder objektbasiert,
zu einem optimalen Klangerlebnis führen, wobei entweder die mehrkanalige Aufnahme
und Reproduktion eines dreidimensionalen Klangraumes, wie in der
WO 01/47319 A2 beschrieben, oder der von verschiedenen Anbietern angebotene Upmix von variablen
Eingangskanälen zu einem dreidimensionalen Klangraum im Vordergrund der Betrachtungen
stehen. Die dreidimensionalen Audiosysteme von Dolby Laboratories beispielsweise weisen
bis zu 64 Lautsprecher (z.B. Dolby Atmos) auf, was wiederum eine entsprechende Anzahl
von Ausgangsignalen erfordert.
[0003] Diesen Verfahren ist es gemeinsam, dass eine komplexe Lautsprecherkonfiguration und
somit eine entsprechende erhöhte Anzahl von Ausgangssignalen erforderlich ist, um
den gewünschten dreidimensionalen Klangraum zu generieren.
[0004] Selbst eine Lautsprecherkonfiguration in einem 9.1 dreidimensionalen Soundsystem,
das sich beispielsweise für ein Heimkino eignet, besteht aus zehn Lautsprechern, was
wiederum eine entsprechende Anzahl von Ausgangsignalen für die untere und obere Hörebene
erfordert.
[0005] Nach heutigem Stand der Technik ist es den an AV-Geräten (Audiovideo-Geräten) gewöhnten
Konsumenten jedoch nur schwer möglich, in den Genuss der Vorteile dieser dreidimensionalen
Audiowiedergabe zu kommen, da es nur Wenigen vorbehalten bleibt, die kostspieligen
Anlagen mit einer dreidimensionalen Audiowiedergabe zu erwerben und nur eine begrenzte
Anzahl von Konsumenten die geeigneten Räumlichkeiten besitzen, in denen es möglich
ist, eine erhöhte Anzahl von Lautsprechern samt Verkabelung zu realisieren. Die Realität
ist daher, dass zwar Kinos, Musikstudios oder auch ausgesuchte Konzertsäle über die
Technik der dreidimensionalen Audiowiedergabe verfügen, sie aber nicht Einzug in den
Alltag derer hält, die einfach und unkompliziert z.B. am Arbeitsplatz oder im Wohnzimmer
oder auf Reisen mit wenig Handgriffen und vergleichsweise geringem Etat in den Vorteil
der dreidimensionalen Audiowiedergabe kommen möchten.
[0006] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Gerät der eingangs genannten Art derart
weiterzuentwickeln, dass diese Nachteile beseitigt werden.
[0007] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Die Erfindung sieht vor, dass aus den für die Eingangskanäle R und L vorgesehenen
Eingangskanälen Kanäle decodiert werden, die zu Ausgangssignalen der höheren, d.h.
der oberen Hörebene weiterverarbeitet werden. Kernidee der Erfindung ist es, ein Gerät
zur Verfügung zu stellen, welches unter Generierung einer kleinstmöglichen Anzahl
von Ausgangssignalen eine dreidimensionale Audiowiedergabe widerspiegeln kann und
gleichzeitig sowohl den Mono- als auch den Stereobereich abdeckt.
Hierdurch entsteht eine kleinste Einheit, die vorzugsweise modulartig erweitert werden
kann, indem die Ausgangsignale als weitere Eingangssignale dienen, um weiter untere
und obere Hörebenen und somit eine noch komplexere Lautsprecherkonfiguration zu erzeugen.
Durch das erfindungsgemäße Gerät und die hierzu korrespondierende Software ist es
möglich, beispielsweise in heimischen Fernsehern oder Laptops durch Hinzufügen von
zwei kleinen Lautsprechern die erhöhte Klangebene zu realisieren.
Bei den decodierten Kanälen handelt es sich vorzugsweise um einen linken Raumkanal
R
L=L-R, einen rechten Raumkanal R
R=R-L sowie einen Centerkanal C=L+R. Zweckmäßigerweise werden zu diesen decodierten
Kanälen aus den Eingangskanälen linear und parallel geführte Kanäle R und L generiert,
die vorzugsweise als Ausgangskanäle für die untere Hörebene dienen. Praktikable Varianten
der Erfindung sehen vor, dass für die Signale in der unteren und oberen Hörebene Stereosignale
bzw. Monosignale erzeugt werden.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt in
schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Lautsprecheranordnung eines 3D-Sound-Formats mit unterschiedlichen Hörebenen
gemäß dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- ein Verfahren gemäß der Erfindung,
- Fig. 3 bis 8
- verschiedene Ausführungsformen von erfindungsgemäßen Audio-Video-Geräten, in die ein
Verfahren aus Fig. 2 integriert ist,
- Fig. 9 bis 11
- weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Fig.12
- ein erfindungsgemäßes Gerät, in das ein erfindungsgemäßes Verfahren gemäß der Ausführungsform
in Figur 11 integriert ist.
Fig. 1 zeigt eine herkömmliche dreidimensionale Audiowiedergabe in einem mit einem
Hörer 3 besetzten größeren Raum 2 im Rahmen eines 9.1 Surround-Sound-Formats. In dem
Raum 2 sind mehrere Lautsprecher einer Lautsprecheranordnung 5 verteilt, den untere
sowie höhere, d.h. obere Hörebenen 4a, 4b, 5a, 5b zugeordnet sind.
Im vorderen Bereich des Raums 2 befinden sich die obere Hörebene 4a mit zwei Lautsprechern
mit dem linken höheren Signal L
Hi und dem rechten höheren Signal R
Hi als Ausgangssignale. Weiterhin befindet sich in dem vorderen Bereich des Raums 2
die untere Hörebene 5a mit vier Lautsprechern mit dem linken Signal L, dem Kanal C
(Center/Mitte), dem rechten Kanal R und dem Kanal LFE (Low Frequency Effect) als Ausgangssignale.
Im hinteren Bereich des Raums 2 befinden sich die obere Hörebene 4b mit zwei Lautsprechern
mit dem linken höheren Surroundsignal S
L,hi und dem rechten höheren Surroundsignal S
R,hi als Ausgangssignale. Weiterhin befindet sich in dem vorderen Bereich des Raums 2
die untere Hörebene 5b mit zwei Lautsprechern mit den beiden Surroundsignalen S
L, S
R als Ausgangssignale.
[0009] Bevor die Signale in den unteren und oberen Hörebenen 4a, 4b, 5a, 5b auf die Lautsprecher
verteilt werden, sind sie im Rahmen eines Mehrkanaltonsystems und ausgehend von den
Eingangssignalen R und L von einem hierfür vorgesehenen Audioprozessor bearbeitet
worden.
[0010] Fig. 2 zeigt das erfindungsgemäße Verfahren, das ausgehend von den beiden Eingangskanälen
R und L über linear und parallel geführte Kanäle 8,9 die Ausgangssignale R und L in
der unteren Hörebene 7 und in der oberen Hörebene 6 das linke Ausgangssignal L
Hi und das rechte Ausgangsignal R
Hi generiert, sodass vier Ausgangssignale, zwei für die obere und zwei für die untere
Hörebene, erzeugt werden. Für die Durchführung des Verfahrens dient ein Signalprozessor
in Form eines Audioprozessors, auf dem sich eine Software befindet. Die Software enthält
dabei einen Algorithmus, der von dem Signalprozessor abgearbeitet wird, wobei der
Algorithmus das Verfahren erfasst.
[0011] In der oberen Hörebene 6 werden, wie Fig. 2 weiter zeigt, ausgehend von den beiden
Eingangssignale L und R weitere Verfahrensschritte durchlaufen.
[0012] Im Einzelnen handelt es sich bei den Verfahrensabschnitten um
- eine Decodierung ,
- eine Signalsteuerung,
- eine Phasenkorrektur,
- eine Frequenzjustierung,
- eine Encodierung,
- eine Master-Sektion.
[0013] Aus den beiden Eingangssignalen L und R werden zunächst drei Kanäle decodiert und
parallel neben den linear zum Ausgang geführten Kanälen 8,9 gebildet. Hierdurch entsteht
die obere Hörebene 6, während die linear zum Ausgang geführten Kanäle 8,9 die untere
Hörebene 7 bilden.
[0014] Bei den decodierten Kanälen handelt es sich um den linken Raumkanal R
L = L-R, den rechten Raumkanal R
R =R-L sowie den Centerkanal L+R
[0015] Die Kanäle R
L und R
R bilden die Räumlichkeiten und Reflektionen innerhalb der Eingangssignale L, R ab,
wohingegen der Kanal C (Centerkanal) die Addition beider Eingangskanäle L, R abbildet.
Hierdurch ist es möglich, die Eingangssignale L, R weiter zu bearbeiten, wenn es sich
um ein Monosignal handelt. Liegt am Eingang ein Monosignal an, bleiben die Kanäle
R
L und R
R stumm und der Kanal C führt die Signalinformation weiter und macht so die weitere
Signalverarbeitung möglich.
[0016] Nach diesem Schritt der Encodierung wird der Kanal R
R in den Signaldetektor 10 geführt. Dieser gibt das Steuersignal "1" heraus, wenn die
Signalstärke von R
R unter den gewählten Threshold (Schwellwert)-Pegel sinkt und das Steuersignal "0",
wenn der Pegel des Kanals R
R über den gewählten Threshold-Pegel steigt. Der Threshold (Schwellwert)-Pegel beträgt
-20dB und die Reaktionszeit (Trigger) null Sekunden.
[0017] Die Steuersignale des Signaldetektors 10 werden durch den Signalmultiplizierer 11
mit dem Signal des Centerkanals multipliziert. Liegt kein erkanntes Signal im Kanal
R
R an, so dass kein Stereosignal in den Kanälen R
L und R
R über oder gleich der durch den Threshold-Pegel festgelegten Signalstärke vorliegt
und der Signaldetektor 10 das Steuersignal "1" generiert, wird der Kanal C mit "1"
multipliziert und einer weiteren Bearbeitung zugeführt. Liegt ein erkanntes Signal
im Kanal R
R an, so dass ein Stereosignal in den Kanälen R
L und R
R über oder gleich der durch den Threshold-Pegel festgelegten Signalstärke vorliegt
und der Signaldetektor 10 das Steuersignal "0" generiert, wird der Kanal C mit "0"
multipliziert und zur weiteren Bearbeitung nicht freigegeben, da das Signal gleich
null ist, so dass zweifelsfrei erkannt wird, ob ein Stereosignal vorhanden ist.
[0018] Um eine Phasendrehung der Kanäle R
L, R
R zu vermeiden, wird, wie Figur 2 weiter verdeutlicht, in einem nächsten Verfahrensschritt
eine Phasenkorrektur vorgenommen, um das Signal aus den Kanälen R
L und R
R in ein phasenreines Stereosignal zu überführen. Dies wird durch den Einsatz eines
Delays 12 in den Kanal R
R erreicht. Der Kanal R
R wird so zum Kanal R
L verzögert, dass sich die Phasen beider Kanäle in ein nicht phasengedrehtes Audiosignal
in Stereo zueinander stellen. Die Delay-Zeit beträgt 140 Samples bei einer Taktung
von 48khz und 16bit.
[0019] Um den späteren Eindruck einer Reflektion für die obere Hörebene 6 zu verstärken,
wird auch der C-Kanal in seiner Phase nachjustiert und zwar durch ein Delay 13, welches
auf den Kanal C
R angewendet wird, nachdem der Kanal C (L+R) nach dem Signalmultiplizierer 11 in die
Kanäle C
L und C
R aufgespalten und so in Dual-Mono-Kanälen weitergeführt worden ist. Der Kanal C ein
reiner Monokanal und kann durch die Aufspaltung in die beiden Duo-Mono-Kanäle C
L und C
R und die Verzögerung des Kanals C
R zu C
L durch ein Delay in ein Stereosignal überführt werden und zwar mit einer Phasenkorrelation
über 0. Hierdurch entsteht der Höreindruck einer erhöhten Diffusität des ursprünglichen
Signals, welches zum Eindruck der Klangweite des erhöhten Hörens beiträgt, da sich
ein Monosignal, welches mit erhöht installierten Mikrophonen aufgenommen wurde, abhängig
von der Beschaffenheit des Aufnahmeraumes und der Höhe der angebrachten Mikrophone,
ebenfalls nicht linear, sondern diffus und mit Reflektionen behaftet, abbildet.
[0020] Im Rahmen eines weiteren Verfahrensschrittes erfolgt die Frequenzjustierung des Center-Kanals
C mittels des Equalizers 14. Die Frequenzjustierung des Kanals C justiert dessen Frequenz
abhängige Abbildung in den späteren Ausgangssignalen L
Hi, R
Hi der oberen Hörebene 6 und zwar unabhängig von der späteren Frequenzjustierung des
Ausgangssignals. Hierdurch kann der Klangcharakter der Ausgangssignale L
Hi, R
Hi optimal auf die in den Fig. 3 bis 8 gezeigten AV-Gerät eingestellt werden, über die
diese beiden Kanäle abgestrahlt werden können
[0021] Die Encodierung als weiterer Verfahrensschritt summiert das Stereosignal der Kanäle
R
L, R
R mit dem Stereosignal der Kanäle C
L, C
R zu den Kanälen L
t, R
t in der Weise, dass die Kanäle R
L und C
L den Kanal L
t und die Kanäle C
R und R
R den Kanal R
t bilden. Mit der Summierung geht eine Pegeljustierung an den Pegelstellern 15, 16,
17, 18 einher, da sich die Pegel der neu entstandenen Kanäle L
t, R
t durch die beschriebene Summierung der Kanäle R
L, RR mit C
L, CR erhöhen. Die Pegeljustierung senkt die Pegel R
L, R
R, C
L, C
R dementsprechend ab, so dass es durch deren Summierung nicht zu Übersteuerungen kommen
kann. Durch die Encodierung liegt nun ein Stereosignal vor, welches durch die nachfolgende
Master Sektion veredelt und auch durch handelsübliche Audioabspielkomponenten abgespielt
werden kann. Alternativ ist es auch möglich, zwei unabhängige Stereosignale zu generieren,
indem die Kanäle R
L, R
R und C
L, C
R nicht encodiert werden, sodass sich in der oberen Hörebene 6 vier Ausgangssignale
ergeben.
[0022] Um den Höreindruck einer "Klangreflektion nach oben" zu verstärken, werden die Signale
L
t, R
t wie aus Fig. 2 weiter hervorgeht, im Rahmen der Master-Sektion individuell auf ihren
späteren Einsatz in seinen Frequenzgängen über die Equalizer 19, 20 justiert. Je nach
der gewünschten Abstrahlcharakteristik erscheinen die Signale L
t, R
t von der ursprünglichen Klangquelle weiter entfernt. Auch kann hier die Wirkung der
Schallemission durch einen Frequenzgang imitiert werden. Je weiter entfernt sie von
der ursprünglichen Klangquelle nach oben hin scheinen soll, desto mehr können z.B.
die oberen Frequenzen durch einen Low-Pass Filter abgesenkt werden. Auch ist es durch
die Frequenzjustierung möglich, das Klangergebnis optimal auf die oder den Lautsprecher
abzustimmen, der die Ausgangssignale L
Hi, R
Hi später abstrahlt.
[0023] Durch den Einsatz eines Halls oder/und eines Stereo-Delays 21, die dem Signal L
t, R
t beigemischt werden und zwar in einem Verhältnis, welches individuell und nach Einsatzart
des Verfahrens justiert wird, wird eine Räumlichkeit, sowie eine Schallverzögerung
dargestellt. Hierdurch wird gewährleistet, dass die Ausgangssignale L
Hi, R
Hi der oberen Hörebene 6 auch verschiedene Räumlichkeiten und Schallverzögerungen durch
den Einsatz von verschiedenen, abspeicherbaren Voreinstellungen (Presets) darstellen
können, um das Klangergebnis noch näher an eine echte "Schallreflektion nach oben"
anpassen zu können, so wie den individuellen Klangvorstellungen des Herstellers und/oder
der Nutzer.
[0024] Um das Hörgefühl noch weiter zu verstärken, dass die Ausgangssignale L
Hi, R
Hi Klang wiedergeben, der "von unten hochschallt", wird, wie Fig. 2 zeigt, eine Kompressionsstufe
in die Master-Sektion eingesetzt. Die Justierung des Kompressors 22 oder eines Begrenzers
gewährleistet, dass das Signal derart geglättet wird, dass die Schallspitzen abgefangen
und die leiseren Anteile des Audiosignals L
t,Hi, R
t,Hi angehoben werden können. Dies verstärkt den Höreindruck des diffusen und entfernten
Klangs, da Schallspitzen vorzugsweise in der Nähe einer Klangquelle auftreten und
abnehmen, je weiter das aufnehmende Mikrophon von dort nach oben hin weg bewegt wird.
Zudem ist es durch die Kompression möglich, dass Verhältnis der Dynamik zu den Kanälen
L, R in der unteren Hörebene 7 zu justieren.
[0025] Ein weiterer Verfahrensschritt sieht die Pegeljustierung der Kanäle L
t,Hi, R
t,Hi an den Pegelstellern 23, 24 vor, indem der Ausgangspegel im Verhältnis zu Kanälen
der unteren Hörebene 7 justiert wird, so dass der Eindruck des erhöhten Hörens perfekt
auf die jeweilige Hörsituation abgestimmt werden kann. Alternativ ist es auch möglich,
das Audiosignal L
t,Hi, R
t,Hi den Kanälen L, R wieder hinzuzumischen, um einen erhöhten Klangeindruck auch in Lautsprechersystemen
mit nur zwei Lautsprechern oder sogar nur einem darstellen zu können.
[0026] Für die einzelnen Verfahrensschritte kommen folgende Parameter in Betracht:
[0027] Die Figuren 3 bis 8 zeigen Audio-Video-Geräte (AV-Geräte), in die das erfindungsgemäße
Verfahren integriert ist. Hierzu weisen die AV-Geräte jeweils einen in den Figuren
3 bis 8 nicht gezeigten Signalprozessor auf, auf dem sich eine Software befindet.
Die Software enthält dabei einen Algorithmus, der von dem Signalprozessor in Form
eines Audioprozessors abgearbeitet wird, wobei der Algorithmus das erfindungsgemäße
Verfahren erfasst. Den in den Fig. 3 bis 7 gezeigten AV-Geräten ist es gemeinsam,
das sie neben Toneingangs- und Tonausgangskanälen auch Bildeingangs- und Bildausgangskanäle
aufweisen.
[0028] AV-Geräte, wie ein Fernsehgerät (TV) und ein in den Fig. 3a, 3b gezeigter Flatscreen
28 verfügen nicht, wie bisher, nur über einen oder zwei Lautsprecher zum Ausstrahlen
von Mono- oder Stereoklang, sondern über drei Lautsprecher 26, 27 für den Monoklang
(Fig. 3b) bzw. vier Lautsprecher 26, 27 für den Stereoklang (Fig. 3a), da die obere
Hörebene hinzugekommen ist. Die obere Hörebene wird aus der unteren Hörebene gewissermaßen
extrahiert und zwar durch die in Fig. 2 beschriebene Encodierung, was in den Fig.
3 bis 8 durch die gestrichelten Pfeile angedeutet ist. Die Lautsprecher 26, 27 werden
gemäß individueller Geräteanforderungen in herkömmlicher Weise verbaut und so angebracht,
dass sie ein in sich abgestimmtes Hörfeld ermöglichen. Auch ist es z.B. möglich, die
Lautsprecher der oberen Hörebene nach oben abstrahlen zu lassen, um das Hörfeld nach
oben noch diffuser werden zu lassen.
[0029] Weitere Anwendungsbeispiele stellen ein mobiler PC 25 (Fig. 4a, 4b), ein Tablet PC
29 (Fig. 5a, 5b) sowie ein Smartphone 31 (Fig. 7a, 7b) und zwar sowohl in Vertikalnutzung
als auch Horizontalnutzung sowie ein Radio 32 (Fig. 8a, 8b) dar.
[0030] Auch eine Soundbar 33 wird nicht, wie aus Fig. 6a, 6b hervorgeht, nur zur Wiedergabe
des Gesamtklanges eines AV-Gerätes, wie zum Beispiel eines Fernsehers eingesetzt,
sondern gemäß der Erfindung auch für das Abstrahlen der extrahierten oberen Hörebene.
Hieraus ergeben sich neue Lautsprecherkonstellationen innerhalb dieser Gerätetypen,
da z. B. auch eine Soundbar mit erfindungsgemäßen Einzelausgängen für die obere Hörebene,
die ansonsten bei Betrieb einer Soundbar nicht mehr aktiv geschalteten Lautsprecher
des TV-Gerätes mit den neuen Signalen der oberen Hörebene versorgen und so das TV-Gerät
wirtschaftlicher betreiben kann. Da im Rahmen der Erfindung auch ein Stereosignal
generiert wird, kann es in den AV-Geräten wiederum mit Matrix-Surround-Decodern kombiniert
werden, um auch den Klang der oberen Hörebene einem Surround-Decoding zu unterziehen.
Damit ist es möglich, eine gesamte obere Hörebene nach vorne und hinten zu extrahieren.
[0031] Die vorliegende Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf die vorstehend
angegebenen Ausführungsbeispiele. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar,
welche von der dargestellten Lösung auch bei anders gearteten Ausführungen Gebrauch
machen. Beispielsweise können die Kanäle 8, 9 in der unteren Hörebene 7 ebenfalls
weiter bearbeitet werden.
[0032] Das erfindungsgemäße Prinzip der modulartig erweiterbaren kleinsten Einheit einer
Signalerzeugung, die zu komplexen Lautsprecherkonfigurationen führt, veranschaulicht
auch Figur 9.
[0033] Ausgehend von den beiden Eingangskanälen R und L werden mittels eines Algorithmus
in dem Signalprozessor 34 die Ausgangssignale R und L in der unteren Hörebene 7 und
in der oberen Hörebene 6 das linke Ausgangssignal L
Hi und das rechte Ausgangsignal R
Hi generiert, sodass zunächst vier Ausgangssignale, zwei für die obere Hörebene 6 und
zwei für die untere Hörebene 7,erzeugt werden.
[0034] In der oberen Hörebene 6 werden dann, wie aus Figur 9 weiter hervorgeht, das linke
Ausgangssignal L
Hi und das rechte Ausgangsignal R
Hi zu einem Monosignal L
Hi + R
Hi addiert und einem ersten Lautsprecher 35 zugeführt.
[0035] Die Ausgangssignale R und L in der unteren Hörebene 7 werden als Kanäle L
1 und R
1 direkt zu den Lautsprechern 36, 37 der Soundbar 40 geführt. Gleichzeitig dienen die
Ausgangssignale R und L als Eingangssignale R und L, um erneut im Rahmen des erfindungsgemäßen
Verfahrens eine untere Hörebene 7 und eine oberer Hörebene 6 zu generieren, was wiederum
mittels des Algorithmus in dem Signalprozessors 34 erfolgt, auf dem sich die Software
befindet. Die Software enthält dabei einen Algorithmus, der von dem Signalprozessor
abgearbeitet wird.
Hierbei werden, ausgehend von der Aufspaltung der Eingangssignale R und L, die Ausgangssignale
R und L in der unteren Hörebene 7 und in der oberen Hörebene 6 das linke Ausgangssignal
L
Hi und das rechte Ausgangsignal R
Hi generiert, sodass erneut vier Ausgangssignale, zwei für die obere Hörebene, 6 d.h.
L
Hi und R
Hi, und zwei für die untere Hörebene 7, d.h. L und R, erzeugt werden. Danach werden
die Signale L
Hi und R
Hi den Signalen R und L in der unteren Hörebene 7 beigemischt, d.h. L
Hi wird mit dem Signal L und R
Hi mit dem Signal R addiert. Die addierten bzw. gemischten Signale werden hierdurch
in der unteren Hörebene zwei weiteren Lautsprechern 38, 39 der Soundbar 40 zugeführt.
Die Soundbar 40 besitzt somit insgesamt fünf Ausgangskanäle, nämlich vier Ausgangssignale
R, L, L
Hi + L, R
Hi +R in der unteren Hörebene 7 und ein Ausgangssignal L
Hi + R
Hi in der oberen Hörebene 6, wobei alle Ausgangskanäle auch durch Pegelregler, Equalizer,
Kompressor etc. weiterverarbeitet werden können.
[0036] Die in Figur 9 gezeigte Variante einer modulartig erweiterbaren kleinsten Einheit
kann in einer Soundbar, wie Figur 10 veranschaulicht, noch um eine Bassbox (Subwoofer)
41 ergänzt werden. Hierzu werden, wie Figur 10 verdeutlicht, die Ausgangssignale R
und L in der unteren Hörebene in der Signalabfolge vor ihrer erneuten Aufspaltung
addiert durch einen Lowpass Filter 42 geschickt und gleichzeitig als R und L - Signale
in dem Signalprozessor 34 verarbeitet.
[0037] Eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Prinzips der modulartig erweiterbaren
kleinsten Einheit einer Signalerzeugung, die zu komplexen Lautsprecherkonfigurationen
führt, veranschaulicht auch Figur 11.
[0038] Fig. 11 zeigt das erfindungsgemäße Verfahren, das die beiden Eingangskanälen R
t1 und L
t1, die aus den Summationen R + C und L + C (C=Centerkanal ) entstehen, die Ausgangssignale
R
1Hi und L
1Hi in der oberen Hörebene 7 und in der unteren Hörebene 6 das linke Ausgangssignal L
1 und das rechte Ausgangsignal R
1 generiert, sodass vier Ausgangssignale, zwei für die obere und zwei für die untere
Hörebene, erzeugt werden. Für die Erzeugung dient auch hier der Signalprozessor 34
und zwar in Form eines Audioprozessors, auf dem sich eine Software befindet, die den
Algorithmus enthält.
[0039] Die in Figur 11 gezeigte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens unterscheidet
sich von der in Figur 10 beschriebenen dadurch, dass die generierten Ausgangssignale
R
1Hi, L
1Hi, L
1 und R
1 nicht erneut als Eingangssignale dienen, sondern in dem Prozessor 34 parallel zwei
weitere Eingangssignale S
R und S
L in Gestalt von Surroundsignalen zu Ausgangssignalen verarbeitet werden, die durch
eine parallele Bearbeitung in die Ausgangsignale R
2Hi, L
2Hi, L
2 und R
2 in der oberen und unteren Hörebene decodiert werden. Die zwei Ausgangssignale L
1, L
2 sowie die beiden Ausgangssignale R
1, R
2 werden an die Lautsprecher der unteren Hörebene 6 geschickt, wohingegen die Ausgangssignale
L
1Hi, R
1Hi, L
2Hi und R
2Hi der oberen Hörebene 7, wie Figur 11 weiter verdeutlicht, zu Signalen R
tHi, L
tHi der oberen Hörebene 7 summiert werden, die Lautsprechern der oberen Hörebene 7 zugeführt
werden.
[0040] Der weitere Kanal LFE wird direkt zu einem eigenen Ausgang geführt und dort als Ausgangskanal
LFE einem weiteren Lautsprecher zugeführt, wobei dieser Ausgangskanal, wie auch alle
anderen Ausgangskanäle, auch durch Pegelregler, Equalizer, Kompressor etc. weiterverarbeitet
werden kann. Die Lautsprecherkonfiguration eines Audiogeräts, das zu der in Figur
11 beschriebenen Ausführungsform korrespondiert, veranschaulicht Figur 12.
[0041] Beiden in den Figuren 10 und 11 gezeigten Ausführungsformen ist es gemeinsam, dass
das das erfindungsgemäße Verfahren wiederholt in dem Signalprozessor 34 abgearbeitet
wird.
Bezugszeichenliste:
[0042]
- 2
- Raum
- 3
- Hörer
- 5
- Lautsprecheranordnung
- 4a,4b,6
- obere Hörebene
- 5a,5b,7
- untere Hörebene
- 8,9
- Kanäle
- 10
- Signaldetektor
- 11
- Signalmultiplizierer
- 12,13,21
- Delay
- 14,19,20
- Equalizer
- 15,16
- Pegelsteller
- 17,18
- Pegelsteller
- 22
- Kompressor
- 23,24
- Pegelsteller
- 25
- PC
- 26,27
- Lautsprecher
- 28
- Flatscreen
- 29
- PC
- 31
- Smartphone
- 32
- Radio
- 33
- Soundbar
- 34
- Signalprozessor
- 35,36,37
- Lautsprecher
- 38,39
- Lautsprecher
- 40
- Soundbar
- 41
- Bassbox
- 42
- Lowpass Filter
1. Gerät mit Toneingangs- und Tonausgangskanälen sowie einem Prozessor, wobei dem Gerät
Lautsprecher (26, 27, 33) zugeordnet sind, und sich auf dem Prozessor eine Software
befindet, die einen Algorithmus enthält, der von dem Prozessor abgearbeitet wird,
wobei der Algorithmus ein Verfahren zur Audiowiedergabe in einem Mehrkanaltonsystem
mit zwei Eingangssignalen L und R, bei dem Ausgangssignale für verschiedene Hörebenen
erzeugt werden, umfasst, wobei nur eine untere Hörebene (7) und nur eine obere Hörebene
(6) erzeugt werden und maximal sechs Ausgangssignale mit maximal zwei Ausgangssignalen
für die untere Hörebene (7) und maximal vier Ausgangssignalen für die obere Hörebene
(6) generiert werden, wobei für die Signale in der unteren Hörebene (7) und oberen
Hörebene (6) Stereosignale und/oder Monosignale erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Lautsprecher (26, 27, 28) in das Gerät integriert sind und/oder unmittelbar an
dem Gerät angeordnet sind, und wobei aus den für die Eingangskanäle R und L vorgesehenen
Eingangskanälen Kanäle decodiert werden, die zu Ausgangssignalen der oberen Hörebene
(6) weiterverarbeitet werden.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die Signale in der unteren Hörebene (7) Monosignale erzeugt werden.
3. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die Signale in der oberen Hörebene (7) Monosignale erzeugt werden.
4. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsignale als weitere Eingangssignale dienen.
5. Gerät nach Anspruch nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die decodierten Kanäle in Gestalt eines linken Raumkanals RL=L-R, eines rechten Raumkanals RR=R-L sowie eines Center-Kanals C=L+R generiert werden.
6. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zu den decodierten Kanälen aus den Eingangskanälen linear und parallel geführte Kanäle
(8, 9) generiert werden.
7. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Eingangskanäle und/oder der Ausgangskanäle miteinander addiert
werden.
8. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass maximal zwei Ausgangssignale für die untere Hörebene (7) und maximal zwei Ausgangssignale
für die obere Hörebene (6) generiert werde
9. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es Bildeingangs- und Bildausgangskanäle aufweist.
1. Device having sound input channels and sound output channels and also a processor,
wherein loudspeakers (26, 27, 33) are assigned to the device, and software is located
on the processor, which software contains an algorithm which is executed by the processor,
wherein the algorithm comprises a method for audio reproduction in a multi-channel
sound system having two input signals L and R, wherein output signals are generated
for different listening levels, wherein only one lower listening level (7) and only
one upper listening level (6) are generated and a maximum of six output signals, with
a maximum of two output signals for the lower listening level (7) and a maximum of
four output signals for the upper listening level (6), are generated, wherein stereo
signals and/or mono signals are generated for the signals in the lower listening level
(7) and upper listening level (6), characterized in that the loudspeakers (26, 27, 28) are integrated into the device and/or are arranged
directly on the device, and wherein channels are decoded from the input channels intended
for the input channels R and L, which channels are processed further to output signals
of the upper listening level (6).
2. Device according to claim 1, characterized in that mono signals are generated for the signals in the lower listening level (7).
3. Device according to claim 1, characterized in that mono signals are generated for the signals in the upper listening level (7).
4. Device according to one of the claims 1 to 3, characterized in that the output signals serve as further input signals.
5. Device according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the decoded channels are generated in the form of a left spatial channel RL = L-R, a right spatial channel RR = R-L as well as a center channel C = L+R.
6. Device according to one of the preceding claims, characterized in that channels (8, 9), guided linear and parallel to the decoded channels, are generated
from the input channels.
7. Device according to one of the preceding claims, characterized in that at least a portion of the input channels and/or the output channels are added to
one another.
8. Device according to one of the preceding claims, characterized in that, at most, two output signals for the lower listening level (7) and, at most, two
output signals for the upper listening level (6) are generated.
9. Device according to one of the preceding claims, characterized in that it has image input channels and image output channels.