(19)
(11) EP 3 363 337 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.08.2018  Patentblatt  2018/34

(21) Anmeldenummer: 18152530.4

(22) Anmeldetag:  19.01.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47K 3/00(2006.01)
A47K 3/17(2006.01)
A47K 3/16(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD TN

(30) Priorität: 20.02.2017 DE 102017103416

(71) Anmelder: Franz Kaldewei GmbH & Co. KG
59229 Ahlen (DE)

(72) Erfinder:
  • Die Erfinder haben auf ihr Recht verzichtet, als solche bekannt gemacht zu werden.

(74) Vertreter: Andrejewski - Honke Patent- und Rechtsanwälte GbR 
An der Reichsbank 8
45127 Essen
45127 Essen (DE)

   


(54) SANITÄRWANNENTRÄGERSYSTEM, SANITÄRWANNENANORDNUNG SOWIE VERFAHREN ZUR HANDHABUNG DER SANITÄRWANNENANORDNUNG


(57) Die Erfindung betrifft ein Sanitärwannenträgersystem mit einem ein Tragprofil (2) aufweisenden Trägergestell (1) und mit einer auf einem Aufnahmeschenkel (10) des Tragprofils (2) abdichtend angeordneten Dichtung (9). Erfindungsgemäß weist der Aufnahmeschenkel (10) zumindest eine Profilnut (11) auf, in welcher die Dichtung (9) mit einem Vorsprung (12) in einem lösbaren Formschluss gehalten ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Sanitärwannenträgersystem mit einem ein Tragprofil aufweisenden Trägergestell und mit einer auf einem Aufnahmeschenkel des Tragprofils abdichtend angeordneten Dichtung.

[0002] Gegenstand der Erfindung sind des Weiteren eine Sanitärwannenanordnung mit einem solchen Sanitärwannenträgersystem und einer darauf aufgesetzten Sanitärwanne sowie ein Verfahren zur Handhabung einer solchen Sanitärwannenanordnung.

[0003] Bei Sanitärwannen wie Duschwannen, Badewannen und Waschbecken ist auf eine gute Abdichtung gegenüber der umgebenden Gebäudekonstruktion zu achten. Es muss vermieden werden, dass Spritzwasser oder auch überlaufendes Wasser im Bereich der Sanitärwanne in die Gebäudekonstruktion eindringt und so zu erheblichen Schäden führen kann, welche zum Teil erst mit größeren Verzögerungen festgestellt werden können.

[0004] Ein Sanitärwannenträgersystem mit den eingangs beschriebenen Merkmalen ist aus DE 20 2006 010 243 U1 bekannt. Für die Abdichtung gegenüber einer angrenzenden Wand- oder Bodenfläche ist ein Dichtband vorgesehen, welches bis auf das Tragprofil des Trägergestells geführt ist. Auf dem horizontal ausgerichteten Aufnahmeschenkel des Tragprofils ist ein herkömmlicher nachgiebiger Dichtstreifen aufgesetzt. Der Dichtstreifen kann durch das Gewicht der Duschwanne zwischen einer Unterkantung einer Duschwanne und dem Tragprofil zusammengepresst und somit geklemmt werden. Es kann dann jedoch die Gefahr eines Verrutschens bestehen. Darüber hinaus besteht auch die Gefahr, dass die Duschwanne durch eine ungleichmäßige Gewichtsbelastung oder aufgrund einer Fehlbedienung leicht angehoben wird, so dass dann eine sichere Abdichtung nicht mehr gewährleistet ist. Wenn dagegen der Dichtungsstreifen beidseitig verklebt wird, ist ein Ausbau der Duschwanne äußerst aufwendig.

[0005] Aus DE 10 2013 113 765 A1 ist ein Sanitärwannenträgersystem bekannt, bei dem eine Dichtung in Form einer Dichtleiste von oben auf einen Vorsprung eines Tragprofils aufgesetzt sind. Ein Dichtband bzw. eine vorgeformte Dichtungsfolie ist an den Dichtleisten festgelegt. Bei der Montage werden dann mehrere Stücke der Dichtung mit der daran festgelegten Dichtungsfolie auf das Trägergestell aufgesetzt, wobei jedoch an den Übergängen und insbesondere den Ecken eine abdichtende Verklebung der einzelnen Stücke notwendig wird. Bei einer unsachgemäßen Montage besteht gerade dort eine erhöhte Gefahr einer Leckage. Die auf das Sanitärwannenträgersystem aufgesetzte Duschwanne kann nach oben für eine Demontage, Wartung oder einen Austausch abgenommen werden, wobei durch das einfache Aufliegen von oben auch die Gefahr eines versehentlichen Anhebens bestehen kann.

[0006] Weitere Sanitärwannentragsysteme sind aus DE 16 83 112 A1, EP 2 289 379 A2, EP 0 723 751 B1, GB 2 323 278 A sowie EP 3 045 094 A1 bekannt.

[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sanitärwannenträgersystem anzugeben, welches sich durch gute Gebrauchseigenschaften und eine einfache Handhabung auszeichnet. Des Weiteren soll auch eine Wartung, Demontage sowie ein Austausch der Sanitärwanne möglich sein, wobei die Sanitärwanne aber zuvor sicher gegen ein Verrutschen oder unbeabsichtigtes Anheben geschützt werden soll.

[0008] Schließlich sollen auch eine Sanitärwannenanordnung mit dem Sanitärwannenträgersystem und einer Sanitärwanne sowie ein Verfahren zur Handhabung einer solchen Sanitärwannenanordnung angegeben werden.

[0009] Gegenstand der Erfindung und Lösung der Aufgabe sind ein Sanitärwannenträgersystem gemäß Patentanspruch 1, eine Sanitärwannenanordnung gemäß Patentanspruch 7 sowie ein Verfahren zur Handhabung der Sanitärwannenanordnung gemäß Patentanspruch 11.

[0010] Ausgehend von einem gattungsgemäßen Sanitärwannenträgersystem ist demnach erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Aufnahmeschenkel des Tragprofils zumindest eine Profilnut aufweist, in welcher die Dichtung mit einem Vorsprung in einem lösbaren Formschluss gehalten ist. Insbesondere ist der Vorsprung so geformt, dass er mit der Profilnut als Rastvorsprung formschlüssig verrastet.

[0011] Erfindungsgemäß ist also die Dichtung von dem zugeordneten Tragprofil lösbar, wobei jedoch im Hinblick auf die formschlüssige Rastverbindung entsprechende Haltekräfte zu überwinden sind. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung können somit ein Verrutschen der Dichtung auf dem Tragprofil einerseits sowie ein versehentliches Anheben andererseits sicher verhindert werden.

[0012] Wie nachfolgend weiter erläutert, wird eine Sanitärwanne in geeigneter Weise an der Dichtung befestigt, insbesondere mit der Dichtung verklebt. Für eine Wartung, einen Austausch oder eine Demontage kann dann die gesamte Sanitärwanne mit der daran befestigten Dichtung abgenommen werden.

[0013] Bei einer rechteckigen Grundfläche der Sanitärwanne kann diese beispielsweise an einer Ecke angehoben werden. Dabei führen aber ungleichmäßige Belastungen oder ein Anheben mit geringer Kraft noch nicht zu einer Lösung der formschlüssigen Verbindung zwischen Dichtung und Tragprofil, wodurch gerade die zuvor beschriebene erhöhte Sicherheit erreicht wird.

[0014] Wenn jedoch bewusst Zugkräfte aufgebracht werden, welche die Haltekräfte übersteigen, löst sich dann zunächst an der Ecke die formschlüssige Verbindung zwischen der Dichtung und dem Tragprofil, worauf dann ausgehend von dieser Ecke eine Trennung zwischen der Dichtung und dem Tragprofil nach Art eines Reisverschlusses oder Zipper-Verschlusses erfolgt. Es ist somit eine besonders komfortable und einfache Demontage mit einem genau definierten Kraftaufwand möglich. Insbesondere können die für ein Lösen und Abnehmen notwendigen Kräfte durch die Geometrie der Formschlussverbindung sowie die Elastizität des Vorsprunges der Dichtung genau eingestellt und vorbestimmt werden.

[0015] Insbesondere ist es zweckmäßig, wenn die zumindest eine Profilnut eine Hinterschneidung aufweist, in welche eine seitliche Verdeckung des Vorsprunges eingreift.

[0016] Erfindungsgemäß weist der Aufnahmeschenkel zumindest eine Profilnut auf, in der der Vorsprung mit einem lösbaren Formschluss gehalten ist. Besonders bevorzugt ist jedoch eine Ausgestaltung, bei der der Aufnahmeschenkel zumindest zwei parallel verlaufende Profilnuten aufweist und die Dichtung entsprechend zumindest zwei Rastvorsprünge umfasst. Die Vorsprünge können beispielsweise in entgegengesetzter Richtung zueinander federnd bzw. verformbar gestaltet sein, wodurch auch eine optimale Zentrierung bei einer gleichmäßigen Anlage erfolgt.

[0017] Des Weiteren muss die Dichtung auch gegenüber dem Tragprofil eine wasserdichte Trennung gewährleisten. Auch vor diesem Hintergrund ist die Ausbildung der zumindest einen Profilnut und insbesondere die Ausbildung mehrerer Profilnuten von Vorteil, weil nach Art eines Labyrinthes eine größere Dichtfläche und auch mehrere Dichtkanten oder -linien mit einem erhöhten abdichtenden Anpressdruck bereitgestellt werden können. Obwohl die Dichtung gegenüber dem Tragprofil lösbar bleibt, kann somit eine besonders zuverlässige und gute Abdichtung erzielt werden.

[0018] Der Aufnahmeschenkel ist vorzugsweise horizontal ausgerichtet, wobei dann üblicherweise das Tragprofil zumindest einen in vertikaler Richtung verlaufenden Schenkel aufweist, der an den Aufnahmeschenkel anschließt.

[0019] Um eine Sanitärwanne mit einer Unterkantung aufzunehmen, kann das Tragprofil beispielsweise eine U- oder L-Form aufweisen. Geeignete Tragprofile mit einem U- oder L-förmigen Aufnahmebereich sind beispielsweise aus EP 2 289 379 A2, EP 3 045 094 A1 sowie DE 20 2006 010 243 U1 bekannt, wobei jedoch im Rahmen der Erfindung ausgehend von den bekannten Profilformen der jeweils horizontal verlaufende Aufnahmeschenkel mit zumindest einer Profilnut für die Aufnahme der Dichtung auszuführen ist.

[0020] Um eine Sanitärwanne gegenüber einem angrenzenden Boden- oder Wandabschnitt abzudichten, können bekannte Dichtelemente in Form von Dichtbändern und Dichtecken eingesetzt werden. Derartige Dichtelemente können auch an den Profilstangen fixiert werden, wobei jedoch derartige Dichtelemente unabhängig von und vorzugsweise auch mit einem Abstand zu der Dichtung angeordnet werden, um die beschriebene Lösbarkeit des Formschlusses nicht zu beeinträchtigen und um eine Sanitärwanne entnehmen zu können, ohne dass dadurch auch die zusätzlichen Dichtelemente in irgendeiner Weise beeinträchtigt werden können.

[0021] Die Dichtung ist zweckmäßigerweise aus einem elastischen Kunststoff gebildet. Geeignet sind beispielsweise vulkanisierte Kautschuke oder auch thermoplastische Elastomere (TPE). Geeignet sind beispielsweise thermoplastische Elastomere auf der Basis von Polyolefinen (TPO), thermoplastische Elastomere auf der Basis von Styrol (TPS), thermoplastische Elastomere auf der Basis von Polyurethan (TPU) und thermoplastische Elastomere auf der Basis von vernetztem Kautschuk (TPV). Schließlich kommen auch Mischungen der genannten Polymere in Betracht. Entsprechende Materialien sind beispielsweise in dem "Saechtling Kunststofftaschenbuch", 31. Auflage, 2013 beschrieben.

[0022] Im Rahmen der Erfindung ergibt sich der Vorteil, dass die Dichtung als separates Element bereitgestellt und vor der Montage der Duschwanne an dem Tragprofil des Trägergestells formschlüssig, jedoch lösbar befestigt wird.

[0023] Das Trägergestell des Sanitärwannenträgers wird üblicherweise durch zusammengesetzte Profilstangen des Tragprofils gebildet, welche an den Ecken mit Verbindern oder auf Stoß aneinander angeschlossen sind. Auf Stoß aneinander anschließende Profilstangen des Tragprofils können beispielsweise miteinander verklebt oder verschweißt werden, damit das Tragprofil - gegebenenfalls mit zwischengeschalteten Verbindern - einen in sich geschlossenen Rahmen bildet.

[0024] Entsprechend kann auch die Dichtung optional als bereits vollständig vorkonfigurierter Rahmen in einer angepassten Größe bereitgehalten werden, so dass dann auf einer Baustelle einzelne Dichtungsabschnitte nicht mehr miteinander verklebt werden müssen und somit die Gefahr einer unsachgemäßen Handhabung deutlich reduziert ist. Bei der Vorkonfektionierung einer solchen Dichtung können Stoßstellen einzelner Abschnitte je nach Material insbesondere miteinander verschweißt oder miteinander verklebt werden.

[0025] Grundsätzlich ist im Rahmen der Erfindung jedoch auch ein Verschweißen oder Verkleben einzelner Stücke der Dichtung bei der Montage nicht ausgeschlossen.

[0026] Das Trägergestell ist zweckmäßiger von einer Vielzahl von Füßen abgestützt, wobei geeignete Konstruktionen von Füßen beispielsweise aus EP 2 289 379 A2 sowie EP 3 045 094 A1 bekannt sind. Die Tragprofile können im Rahmen der Erfindung also auch entsprechend eine C-Nut zur Aufnahme der Füße aufweisen. Die C-Nut kann dabei ohne Einschränkung seitlich oder auch wie bei der DE 20 2006 010 243 U1 nach unten hin geöffnet sein.

[0027] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Sanitärwannenanordnung mit dem zuvor beschriebenen Sanitärwannenträgersystem sowie einer aufgesetzten Sanitärwanne. Die Sanitärwanne ist dabei über ein weiteres Verbindungsmaterial abdichtend an der Dichtung befestigt, insbesondere mit der Dichtung verklebt. Insbesondere kann die Sanitärwanne durch eine Wulst aus einem geeigneten Dicht-Montagekleber mit der Dichtung verklebt sein.

[0028] Als Verbindungsmaterial sind beispielsweise Dicht- und Klebstoffe auf der Basis von Butylkautschuk, Polysulfid, Silikon, Polyurethan, MS-Polymer (silanmodifiziertes Polymer) oder Acrylat geeignet. Entsprechende Materialien bewirken aufgrund ihrer adhäsiven Eigenschaften ein Verkleben und stellen somit auch eine Abdichtung sicher.

[0029] Die genannten Materialen können insbesondere als Wulst aufgebracht werden, wobei dann bei dem Aufsetzen der Sanitärwanne durch ein Zusammendrücken der Wulst auch noch ein Höhenausgleich möglich ist, ohne dass dabei die sichere Abdichtung gefährdet ist. Durch ein Zusammendrücken der Wulst sind in einem gewissen Maße auch Dickenänderungen bei dem Auftrag auszugleichen.

[0030] Die genannten Dicht- und Klebestoffe können in einem viskosen Zustand aufgebracht werden, wie es beispielsweise bei Silikon-Dichtstoffen üblich ist. Des Weiteren kommen auch aufschäumende Klebe- und Dichtmittel wie beispielsweise PU-Schäume in Betracht. Darüber hinaus können die Materialien je nach Zusammensetzung auch als vorgefertigte Dichtschnur oder dergleichen aufgebracht werden. Schließlich können auch nachgiebige Materialien eingesetzt werden, welche selbst nicht klebrig, jedoch mit Klebstoff versehen sind. Beispielsweise kann die Sanitärwanne auch über ein doppelseitiges Klebeband, insbesondere ein doppelseitiges Klebeband mit einem aufgeschäumten und nachgiebigen Kern befestigt werden.

[0031] Geeignete Dicht- und Klebstoffe können nach ihrer Applizierung chemisch und/der physikalisch Abbinden oder auch bereits von vorneherein eine viskose, klebrige und dichtende Konsistenz aufweisen.

[0032] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Dichtung als einzige Abdichtung in Richtung einer Wannenunterseite vorgesehen ist. Im Rahmen einer solchen Ausgestaltung muss bei einer Demontage der Sanitärwanne lediglich die entsprechende Abdichtung zwischen der Dichtung einerseits und dem Tragprofil andererseits getrennt werden.

[0033] Die Dichtung kann im Rahmen der Erfindung sowohl in einem Krafthauptschluss als auch in einem Kraftnebenschluss zwischen dem Tragprofil und der Sanitärwanne angeordnet sein, wobei die Anordnung in einem Kraftnebenschluss bevorzugt ist, wobei dann die auf die Dichtung wirkenden Kräfte in einem vordefinierten Maße begrenzt werden können.

[0034] Gegenstand der Erfindung ist schließlich auch ein Verfahren zur Handhabung der zuvor beschriebenen Sanitärwannenanordnung. Demnach ist vorgesehen, dass zur Montage das Sanitärwannenträgersystem mit der an dem Aufnahmeschenkel bereits formschlüssig befestigten Dichtung bereitgestellt wird und nachfolgend die Sanitärwanne mit der Dichtung verklebt wird.

[0035] Entweder ist die Dichtung bereits bei der Lieferung des Sanitärwannenträgersystems an dem Tragprofil des Traggestells formschlüssig befestigt oder die Anordnung der Dichtung auf dem zugeordneten Aufnahmeschenkel erfolgt bei der Montage als erster Arbeitsschritt, bevor dann die vergleichsweise große und schwere Sanitärwanne gehandhabt werden muss.

[0036] Eine vollständige Vormontage bietet sich insbesondere dann an, wenn um den Umfang des Traggestells einzelne Abschnitte des Tragprofils bereits ab Werk zu einem geschlossenen Rahmen verbunden sind und somit ein solcher vorbereiteter Rahmen bei der Montage nur noch positioniert werden muss. Nach der Positionierung des Sanitärwannenträgersystems bei dem Einbau wird in einem abschließenden Schritt die Sanitärwanne aufgesetzt und mit der bereits an dem Aufnahmeschenkel befestigten Dichtung verklebt. Zuvor wird zweckmäßigerweise eine Wulst aus einem Dicht-Montagekleber auf die Dichtung aufgebracht.

[0037] Grundsätzlich ist es auch denkbar, dass ein entsprechender Dicht-Montagekleber bereits auf der Dichtung vorhanden und zunächst von einem Trennpapier oder dergleichen abgedeckt ist.

[0038] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Sanitärwanne nach der Montage für eine Wartung, eine Demontage oder ein Austausch angehoben wird, wobei der Formschluss zwischen der Dichtung und dem Aufnahmeschenkel gelöst wird und wobei die Sanitärwanne dann gemeinsam mit der daran verklebten Dichtung von dem Sanitärwannenträgersystem abgenommen wird. Ohne das Sanitärwannenträgersystem ausbauen zu müssen, kann dann eine andere Sanitärwanne mit den gleichen Abmessungen montiert werden. Zuvor wird jedoch zunächst eine neue Dichtung auf dem Aufnahmeschenkel angeordnet und mit dem Aufnahmeschenkel formschlüssig verrastet. Die weitere Montage erfolgt dann wie zuvor beschrieben. Insbesondere kann die Abdichtung an dem Außenumfang des Sanitärwannenträgersystems unverändert beibehalten werden.

[0039] Grundsätzlich kann auch die abgenommene Sanitärwanne erneut aufgelegt werden, wobei jedoch zuvor die alte Dichtung und gegebenenfalls auch der Dicht- und Montagekleber entfernt und entsorgt werden. Wenn bei der erneuten Montage wieder ein Verkleben mit einer Dichtwulst erfolgt, können in vielen Fällen sogar auf der zunächst abgenommenen Sanitärwanne verbleibende Klebstoffreste hingenommen werden. So kann es beispielsweise ausreichend sein, die alte Dichtung im Bereich einer Wulst aus Dicht- und Montagekleber mit einem Messer abzuschneiden oder auch abzureißen.

[0040] Im Rahmen der beschriebenen Verfahrensführung kann somit auch eine Wartung erfolgen, wobei auch dann eine optimale Abdichtung wie bei einer erstmaligen Montage sichergestellt werden kann.

[0041] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
ein Traggestell eines Sanitärwannenträgersystems,
Fig. 2
einen Ausschnitt eines Sanitärwannenträgersystems,
Fig. 3
der Ausschnitt des Sanitärwannenträgersystems gemäß der Fig. 2 mit einer zusätzlich aufgebrachten Wulst eines Dicht-Montageklebers,
Fig. 4
die Anordnung gemäß der Fig. 3 mit einer auf dem Sanitärwannenträgersystem montierten Sanitärwanne,
Fig. 5
die Anordnung gemäß der Fig. 4 nach einer Demontage der Sanitärwanne,
Fig. 6 und 7
alternative Ausgestaltungen des Sanitärwannenträgersystems in einer Darstellung entsprechend der Fig. 4.


[0042] Die Fig. 1 zeigt ein Trägergestell 1 eines Sanitärwannenträgersystems, welches um den Umfang aus Profilstangen eines Tragprofils 2 gebildet ist. Die Profilstangen sind an den Ecken miteinander verbunden, wozu beispielsweise ein Verkleben oder ein Verschweißen vorgesehen sein kann.

[0043] Das nachfolgend noch weiter beschriebene Tragprofil 2 weist eine nach oben offene U-förmige Rinne 3 auf, in der die Unterkantung einer Sanitärwanne 4, insbesondere einer Duschwanne aufgenommen werden kann. Darüber hinaus sind an dem Traggestell 1 mehrere Füße 5 befestigt, welche jeweils mit einem Kopf 6 in einer C-Nut 7 des Tragprofils 2 gehalten sind.

[0044] Für die Kraftabstützung der Sanitärwanne 4 sind an einer Oberseite des Tragprofils 2 abschnittsweise Stützelemente 8 vorgesehen. Zwischen den Stützelementen 8 verbleiben Freiräume, so dass die Stützelemente 8 nicht zu einer Abdichtung des Bereichs innerhalb des Traggestells 1, also unterhalb der Sanitärwanne 4 beitragen können.

[0045] Die weiteren Details des Sanitärwannenträgersystems sowie die Schritte bei der Montage einer Sanitärwanne 4 ergeben sich aus den Fig. 2 bis 4.

[0046] Demnach weist das in einem Ausschnitt dargestellte Sanitärwannenträgersystem zusätzlich zu dem Tragprofil 2 eine Dichtung 9 auf, welche auf einem Aufnahmeschenkel 10 des Tragprofils 2 angeordnet ist. Erfindungsgemäß weist der Aufnahmeschenkel 10 zwei parallel verlaufende Profilnuten 11 auf, welche jeweils eine Hinterschneidung aufweisen.

[0047] Die Dichtung 9 weist an der Position der Profilnuten 11 jeweils einen Vorsprung 12 auf, wobei jeder Vorsprung 12 in der zugeordneten Profilnut 11 mit einem lösbaren Formschluss gehalten ist. Die Vorsprünge 12 sind derart an die jeweils zugeordnete Profilnut 11 angepasst, dass eine seitliche Verdickung 13 der Vorsprünge 12 die zugeordnete Hinterschneidung der Profilnut 11 hintergreift. Gegenüberliegend der Verdickung 13 ist seitlich zu dem Vorsprung 12 innerhalb der Profilnut 11 ein Freiraum gebildet, so dass die Dichtung 9 zwar in einem Formschluss gehalten ist, jedoch auch bei einem Überwinden der Haltekräfte von dem Aufnahmeschenkel 10 getrennt werden kann.

[0048] Die konkret dargestellte Ausgestaltung der Vorsprünge 12 sowie der Profilnuten 11 ist rein exemplarisch. Alternativ zu dem im Ausführungsbeispiel vorgesehenen Freiraum kann ein Lösen des Formschlusses beispielsweise auch rein durch eine elastische Verformung möglich sein.

[0049] Zwischen der Dichtung 9 und dem Aufnahmeschenkel 10, insbesondere den Profilnuten 11 des Aufnahmeschenkels 10 wird auch eine wasserdichte Trennung gewährleistet.

[0050] Bei der Montage der Sanitärwanne 4 wird gemäß der Fig. 3 zunächst eine Wulst 14 eines Dicht-Montageklebers auf die Oberseite der Dichtung 9 aufgebracht. Die Dichtung 9 kann dazu - wie im Ausführungsbeispiel dargestellt - Sicken aufweisen, welche die Positionierung der Wulst 14 erleichtern und die Wulst 14 auch in ihrer Ausdehnung begrenzen.

[0051] Der Dicht-Montagekleber verfügt zweckmäßigerweise sowohl über adhäsive als auch elastische Eigenschaften.

[0052] Gemäß der Fig. 4 wird nachfolgend die Sanitärwanne mit einer Unterkantung auf die Wulst 14 aufgelegt, wodurch sich die Wulst 14 verformt und auch ein Höhenausgleich zwischen der Sanitärwanne 4 und der Dichtung 9 sichergestellt werden kann. Mit der Wulst 14 wird die Sanitärwanne 4 mit der Dichtung 9 verklebt, wobei damit auch eine wasserdichte Abdichtung zwischen der Sanitärwanne 4 und der Dichtung 9 sichergestellt ist.

[0053] Gemäß der beschriebenen Variante des Sanitärwannenträgersystems ist die Dichtung 9 bezüglich der Abstützung der Sanitärwanne 4 in einem Kraftnebenschluss angeordnet. Das Gewicht der Sanitärwanne 4 wird zu einem großen Teil über die Stützelemente 8 aufgenommen, welche gemäß der Fig. 1 nur über einen Teil des Umfanges des Traggestells 1 vorgesehen sind.

[0054] Wenn die Sanitärwanne 4 für eine Wartung, eine Demontage oder einen Austausch abgenommen werden soll, so kann diese gegenüber dem Traggestell 1 angehoben werden. Dabei müssen jedoch die Haltekräfte der Rastverbindung zwischen den Vorsprüngen 12 und den Profilnuten 11 überwunden werden, so dass bei dem üblichen Gebrauch der Sanitärwanne 4 ein versehentliches Anheben oder Verrutschen der Dichtung 9 sicher verhindert wird.

[0055] Wenn jedoch die Sanitärwanne 4 abgehoben werden soll, so kann diese zunächst an einer Ecke nach oben gezogen werden, so dass sich dann zunächst lokal in dem entsprechenden Bereich die formschlüssige Verbindung zwischen der Dichtung 9 und dem Aufnahmeschenkel 10 mit einer definierten und genau vorbestimmbaren Kraft löst. Sodann kann ausgehend von der entsprechenden Ecke die formschlüssige Verbindung nach Art eines Reißverschlusses oder Zipper-Verschlusses sukzessive aufgezogen werden, bis die Sanitärwanne 4 schließlich vollständig von dem Traggestell 1 getrennt ist. Es ergibt sich damit eine besonders komfortable und sichere Handhabung.

[0056] Wenn die gleiche Sanitärwanne 4 erneute montiert werden soll, wird die alte Dichtung 9 zunächst vor der Unterkantung der Sanitärwanne 4 abgeschnitten oder abgerissen. Des Weiteren wird eine neue Dichtung 9 auf den Aufnahmeschenkel 10 aufgelegt und formschlüssig verrastet, so dass sich dann eine Anordnung gemäß der Fig. 2 ergibt. Die weitere Montage entspricht dann wieder den Fig. 3 und 4. Auf gleiche Weise kann auch eine andere Sanitärwanne 4 mit entsprechenden Abmessungen montiert werden.

[0057] Die Fig. 6 und 7 zeigen eine alternative Ausgestaltung einer Sanitärwannenanordnung, wobei eine Sanitärwanne 4 ohne Unterkantung bereitgestellt ist.

[0058] Die Ausgestaltungen der Fig. 6 und 7 unterscheiden sich lediglich dadurch, dass gemäß der Fig. 6 die Dichtung 9 in einem Krafthauptschluss und gemäß der Fig. 7 in einem Kraftnebenschluss angeordnet ist, wobei gemäß der Fig. 7 zumindest ein Teil der Kräfte über ein Stützelement 8 abgeleitet wird.


Ansprüche

1. Sanitärwannenträgersystem mit einem ein Tragprofil (2) aufweisenden Trägergestell (1) und mit einer auf einem Aufnahmeschenkel (10) des Tragprofils (2) abdichtend angeordneten Dichtung (9), dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeschenkel (10) zumindest eine Profilnut (11) aufweist, in welcher die Dichtung (9) mit einem Vorsprung (12) in einem lösbaren Formschluss gehalten ist.
 
2. Sanitärwannenträgersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Profilnut (11) eine Hinterschneidung aufweist, in welcher eine seitliche Verdickung (13) des Vorsprungs (12) eingreift.
 
3. Sanitärwannenträgersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeschenkel (10) zumindest zwei parallel verlaufende Profilnuten (11) aufweist und die Dichtung (9) entsprechend zumindest zwei Vorsprünge (12) umfasst.
 
4. Sanitärwannenträgersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeschenkel (10) horizontal ausgerichtet ist und dass das Tragprofil (2) zumindest einen in vertikaler Richtung verlaufenden Schenkel aufweist, welcher an den Aufnahmeschenkel (10) anschließt.
 
5. Sanitärwannenträgersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (9) aus einem elastischen Kunststoff gebildet ist.
 
6. Sanitärwannenträgersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägergestell (1) von einer Vielzahl von Füßen (5) abgestützt ist.
 
7. Sanitärwannenanordnung mit einem Sanitärwannenträgersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6 und mit einer auf den Sanitärwannenträger aufgesetzten Sanitärwanne (4), wobei die Sanitärwanne (4) mit der Dichtung (9) verklebt ist.
 
8. Sanitärwannenanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Sanitärwanne (4) durch eine Wulst (14) aus einem Dicht-Montagekleber mit der Dichtung (9) verklebt ist.
 
9. Sanitärwannenanordnung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (9) als einzige Abdichtung in Richtung einer Wannenunterseite vorgesehen ist.
 
10. Sanitärwannenanordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (9) in einem Kraftnebenschluss zwischen dem Tragprofil (2) und der Sanitärwanne (4) angeordnet ist.
 
11. Verfahren zur Handhabung einer Sanitärwannenanordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei zur Montage

- das Sanitärwannenträgersystem mit der an dem Aufnahmeschenkel (10) bereits formschlüssig befestigten Dichtung (9) bereitgestellt wird und

- nachfolgend die Sanitärwanne (4) mit der Dichtung (9) verklebt wird.


 
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Sanitärwanne (4) nach der Montage für eine Wartung, eine Demontage oder einen Austausch angehoben wird, wodurch der Formschluss zwischen der Dichtung (9) und dem Aufnahmeschenkel (10) gelöst wird und wobei die Sanitärwanne (4) gemeinsam mit der daran verklebten Dichtung (9) von dem Sanitärwannenträgersystem abgenommen wird.
 
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei nach der Abnahme der Sanitärwanne (4) eine neue Dichtung (9) auf dem Aufnahmeschenkel (10) angeordnet und mit dem Aufnahmeschenkel (10) formschlüssig verrastet wird.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente




In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur