[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überlastschutz einer akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine.
Die Erfindung betrifft auch eine akkubetriebene Elektrowerkzeugmaschine mit einer
Überlastschutzvorrichtung sowie ein Computerprogramm mit Programmcodemitteln zur Durchführung
eines Verfahrens zum Überlastschutz einer Elektrowerkzeugmaschine.
[0002] Als Elektrowerkzeugmaschinen werden nachfolgend sowohl handgeführte Elektrowerkzeugmaschinen,
wie Bohrmaschinen, Winkelschleifer und dergleichen, als auch im Betrieb feststehende
Maschinen, das heißt stationäre oder halbstationäre Geräte, wie beispielsweise Tischkreissägen
oder dergleichen, verstanden.
[0003] Verfahren zur Detektion einer Überlastsituation bei einer Elektrowerkzeugmaschine
sind aus dem Stand der Technik bereits bekannt. Dabei gilt es zu vermeiden, dass es
aufgrund eines zu hohen Stromflusses zum Versagen von einer oder mehreren Komponenten
der Elektrowerkzeugmaschine kommt, beispielsweise von Verbindungsleitungen, dem Elektromotor,
Lötverbindungen, einem Akkupack oder gesteuerten Schaltern. Überlastsituationen können
beispielsweise dann auftreten, wenn der Elektromotor der Elektrowerkzeugmaschine blockiert.
In diesem Zustand können sehr hohe Ströme durch die Wicklungen des Elektromotors fließen;
aus Sicht eines Akkupacks verhält sich ein solcher stillstehender Motor also ähnlich
wie ein Kurzschluss. Die thermische Belastung für die Komponenten der Elektrowerkzeugmaschine
kann dadurch schnell auf eine kritische Höhe ansteigen.
[0004] In der Praxis ist es üblich, zur Vermeidung einer Überlast den Versorgungsstrom der
Elektrowerkzeugmaschine regelmäßig zu messen bzw. über einen gewissen Zeitraum zu
mitteln, um die Überlastung durch einen zu hohen Strombedarf zu erfassen.
[0005] Beispielsweise betrifft die
DE 10 2005 038 225 A1 ein Verfahren zur Detektion einer Überlastsituation einer Elektrowerkzeugmaschine
mit einem Elektromotor, wobei ein Betriebsstrom des Elektromotors ermittelt wird,
wobei eine Differenz zwischen dem Wert des Betriebsstroms und mindestens einem gespeicherten
Stromwert bestimmt wird und aus der Differenz auf eine thermische Überlastung der
Elektrowerkzeugmaschine geschlossen wird.
[0006] Allen derartigen Lösungen ist gemein, dass entweder die Nachteile einer unmittelbaren
Reaktion des Überlastschutzes, zum Beispiel ein Ausschalten der Maschine bereits bei
unschädlichen Stromspitzen, oder die Nachteile einer zu langsamen Reaktion des Überlastschutzes
bei einer zu langen Mittelung des gemessenen Stroms in Kauf genommen werden müssen.
Je nach Anwendungssituation oder Fehlerfall kann es demnach vorkommen, dass ein derartiger
Überlastschutz entweder eine sehr hohe "Fehlalarmquote" aufweist oder durch zu späte
Reaktion die Lebensdauer der Elektrowerkzeugmaschine bzw. deren Komponenten, insbesondere
durch wiederholte thermische Überlastung, reduziert.
[0007] Als Verbesserung bekannter Verfahren wird in der
WO 2012/079936 A2 vorgeschlagen, dass ein thermisches Modell berücksichtigt wird, wobei im Betrieb
der Elektrowerkzeugmaschine aus einem aktuellen Energiezufluss und einem aktuellen
Energieabfluss ein aktueller thermischer Energieinhalt des Bauteils bestimmt wird,
und die Elektrowerkzeugmaschine wenigstens in einem Betriebsbereich abhängig vom thermischen
Energieinhalt betrieben wird. Dies führt schließlich dazu, dass eine verhältnismäßig
kurze Stromspitze nicht automatisch zum Abschalten der Elektrowerkzeugmaschine führen
kann.
[0008] Obwohl die Einbeziehung eines solchen thermischen Modells die Genauigkeit eines Überlastschutzes
erhöhen kann, können auch hierdurch nicht für alle Betriebs- oder Fehlersituationen
und für alle kritischen Bauteile geeignete thermische Modelle erstellt werden. Außerdem
ist der Rechenaufwand zur Realisierung des Verfahrens verhältnismäßig hoch.
[0009] Ein weiteres Problem besteht darin, dass die derzeit bekannten Verfahren zum Überlastschutz
nicht berücksichtigen können, ob die Elektrowerkzeugmaschine mit einem fehlerhaften
Akkupack oder einem Akkupack mit veralteter Technik, beispielsweise mit einem hohen
Innenwiderstand, betrieben wird. Dadurch, dass meist verschiedene Typen von Akkupacks
auf dem Markt vorhanden sind, die vorzugsweise auch mit neueren Elektrowerkzeugmaschinen
kompatibel bleiben sollen, um die Benutzerfreundlichkeit und die Kundenbindung zu
erhöhen, können also bereits geschädigte oder alte Akkupacks ggf. Schaden nehmen,
bevor der Überlastschutz der Elektrowerkzeugmaschine eingreifen kann, da die Überlastschutzvorrichtung
von einem fehlerfreien (modernen) Akkupack ausgeht.
[0010] Das Problem bei der Verwendung von Akkupacks mit unterschiedlichen Innenwiderständen
potenziert sich noch, da durch hohe Innenwiderstände bei einem hohen Strombedarf der
Elektrowerkzeugmaschine die Versorgungsspannung des Akkupacks derart einbrechen kann,
dass elektrische Bauteile, insbesondere die Leistungsregelung des Elektromotors, nicht
mehr ausreichend versorgt werden können, wodurch die Elektronik einen undefinierten
Zustand annimmt. Aufgrund der nachfolgend unbestimmten Situation kann gegebenenfalls
eine Beschädigung der Elektrowerkzeugmaschine noch früher eintreten und/oder die Überlastschutzvorrichtung
durch deren Unterversorgung ausfallen.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der
Technik verbessertes Verfahren zum Überlastschutz einer akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine
bereitzustellen, bei dem die bekannt gewordenen Nachteile zumindest verringert werden
können. Der vorliegenden Erfindung liegt auch die Aufgabe zugrunde, eine gegenüber
dem Stand der Technik verbesserte Elektrowerkzeugmaschine mit einer Überlastschutzvorrichtung
bereitzustellen.
[0012] Als Lösung wird ein Verfahren zum Überlastschutz einer akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine
mit den in Anspruch 1 aufgeführten Merkmalen, eine akkubetriebene Elektrowerkzeugmaschine
mit einer Überlastschutzvorrichtung mit den in Anspruch 8 aufgeführten Merkmalen sowie
ein Computerprogramm mit Programmcodemitteln gemäß den in Anspruch 14 aufgeführten
Merkmalen vorgeschlagen.
[0013] Die abhängigen Ansprüche und die nachfolgend beschriebenen Merkmale betreffen vorteilhafte
Ausführungsformen und Varianten der Erfindung.
[0014] Das Verfahren zum Überlastschutz einer akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine umfasst
gemäß einem gegenüber Anspruch 1 breiteren Aspekt die folgenden Schritte:
- a) Erfassen einer Versorgungsspannung einer Akkuzellenanordnung, die zur Energieversorgung
der Elektrowerkzeugmaschine mit der Elektrowerkzeugmaschine verbunden ist;
- b) Vergleichen der erfassten Versorgungsspannung mit einem Referenzwert, um einen
belastungsinduzierten Spannungseinbruch zu erkennen;
- c) Begrenzen der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine, wenn die erfasste
Versorgungsspannung kleiner ist als der Referenzwert.
[0015] Dadurch, dass der Überlastschutz erfindungsgemäß auf dem Erfassen eines Spannungseinbruchs
und nicht auf einer Strommessung basiert, ergeben sich einige Vorteile.
[0016] Bei einer zu hohen Belastung der Akkuzellenanordnung, d. h. bei einem zu hohen Strombedarf
der Elektrowerkzeugmaschine, wird unweigerlich ein Spannungseinbruch der Versorgungsspannung
der Elektrowerkzeugmaschine auftreten. Ein solcher Spannungseinbruch tritt unabhängig
von dem verwendeten Typ der Akkuzellenanordnung immer genau dann ein, wenn die Elektrowerkzeugmaschine
mehr Leistung bzw. Strom von der Akkuzellenanordnung fordert, als diese innerhalb
ihrer Spezifikationen liefern kann bzw. liefern sollte. Der erfindungsgemäße Überlastschutz
ist somit kompatibel mit einer beliebigen Akkuzellenanordnung bzw. unabhängig von
einer eingesetzten Akkuzellenanordnung, und selbst bei einer beschädigten Akkuzellenanordnung,
uneingeschränkt einsetzbar.
[0017] Ferner kann der erfindungsgemäße Überlastschutz schneller reagieren als die bekannten
Überlastschutzverfahren des Stands der Technik. Dies liegt darin begründet, dass nunmehr
keine lang dauernde Strommessung mehr stattfinden muss. Ein hoher Strombedarf kann
unmittelbar über den Zusammenhang mit der Versorgungsspannung einer Akkuzellenanordnung,
der sich aus dem Innenwiderstand der Akkuzellenanordnung ergibt, erfasst werden.
[0018] Controller bzw. Steuergeräte innerhalb der Elektrowerkzeugmaschine sowie Treiber
des Elektromotors können zu jeder Zeit mit ausreichend Spannung versorgt werden oder
die Spannungsversorgung wird vollständig (kontrolliert) zu deren Schutz abgeschaltet.
[0019] Mit dem Erfassen einer Versorgungsspannung ist somit gemeint, dass eine aktuell zur
Versorgung der Elektrowerkzeugmaschine oder deren Komponenten (Leistungselektronik,
Elektromotor, usw.) anliegende Spannung erfasst wird. Die Spannungsmessung kann dabei
an der Akkuzellenanordnung bzw. den Versorgungsklemmen der Elektrowerkzeugmaschine
direkt erfolgen und/oder an einer beliebigen Stelle innerhalb der Elektrowerkzeugmaschine
vorgesehen sein.
[0020] Mit der Versorgungsspannung ist insbesondere der Zahlenwert der Versorgungsspannung
oder ein sonstiger Wert gemeint, der mit der Versorgungsspannung mathematisch korreliert.
[0021] Bei dem Referenzwert kann es sich um eine Referenzspannung handeln oder um einen
Zahlenwert, der analog zu einem Zahlenwert berechnet wird, der die Versorgungsspannung
abbildet bzw. mit der Versorgungsspannung mathematisch korreliert.
[0022] Kann aufgrund technischer Gegebenheiten beispielsweise nur die halbe Versorgungsspannung
(oder ein sonstiger Bruchteil) messtechnisch ermittelt werden, so kann die tatsächliche
Versorgungsspannung anschließend entweder hieraus mathematisch berechnet werden oder
der Referenzwert entsprechend gewählt bzw. skaliert sein, unter Berücksichtigung,
dass nur die halbe Versorgungsspannung gemessen wurde.
[0023] In einer Weiterbildung der Erfindung kann die Akkuzellenanordnung als Akkupack ausgebildet
sein, in dem mehrere Akkuzellen seriell und/oder parallel miteinander verschaltet
sind. Auch eine Gruppenschaltung von Akkuzellen ist möglich.
[0024] Mit einem Akkupack ist sowohl ein Akkumulator mit einer einzelnen Akkuzelle (auch
Sekundärzelle genannt) als auch ein zusammengeschaltetes Paket mit mehreren Akkuzellen
gemeint. Mit einem Akkupack kann auch ein Speicher für elektrische Energie gemeint
sein, der nicht oder nicht ausschließlich elektrochemisch aufgebaut ist, also zum
Beispiel ein Kondensator.
[0025] Im Sinne der Erfindung werden auch Batterien bzw. Batteriepacks, das heißt nicht
wieder aufladbare Speicher für elektrische Energie, zu dem Begriff "Akkupack" bzw.
"Akkuzelle" gezählt.
[0026] Die Akkuzellenanordnung kann als einzelnes Akkupack oder als mehrere Akkupacks, beispielsweise
zwei Akkupack, drei Akkupacks, vier Akkupacks oder mehr Akkupacks, ausgebildet sein,
wobei die mehreren Akkupacks in einer Serienschaltung, Parallelschaltung oder Gruppenschaltung
beliebig elektrisch verbunden sein können.
[0027] Die Akkuzellenanordnung bzw. die Akkupacks müssen nicht direkt an der Elektrowerkzeugmaschine
angeordnet sein, sondern können auch über eine Adapteranordnung und/oder über eine
Kabelverbindung mit der Elektrowerkzeugmaschine verbunden sein.
[0028] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Energieversorgung
der Elektrowerkzeugmaschine unmittelbar begrenzt wird, sobald die erfasste Versorgungsspannung
kleiner ist als der Referenzwert.
[0029] Die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine kann somit, innerhalb der technischen
Möglichkeiten, schnellst möglichst begrenzt werden, sobald die erfasste Versorgungsspannung
kleiner ist als der Referenzwert. Beispielsweise sind keine gewollt eingebrachten
Verzögerungen vorgesehen.
[0030] Die Elektrowerkzeugmaschine kann somit besonders schnell vor einer Überlastsituation
geschützt werden.
[0031] Es kann vorgesehen sein, dass die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine begrenzt
wird, wenn die erfasste Versorgungsspannung kleiner ist als der Referenzwert, wobei
eine Verzögerung zwischen dem Begrenzen der Energieversorgung und dem Unterschreiten
des Referenzwerts durch die Versorgungsspannung insbesondere kleiner sein kann als
eine Auslöseverzögerung eines Tiefentladeschutzes.
[0032] Es kann also vorgesehen sein, dass das erfindungsgemäße Verfahren zum Überlastschutz
schneller reagiert als ein vorhandener Tiefentladeschutz, wodurch eine Fehlauslösung
eines Tiefentladeschutzes der Akkuzellenanordnung aufgrund des Spannungseinbruchs
zusätzlich vermieden werden kann.
[0033] Gemäß Anspruch 1 ist zudem vorgesehen, dass der Referenzwert auf Basis einer Mindestspannung
bestimmt wird, die zum fehlerfreien Betrieb elektrischer Bauteile bzw. elektrischer
Bauelemente der Elektrowerkzeugmaschine, insbesondere sicherheitskritischer Bauteile,
erforderlich ist.
[0034] Der Referenzwert kann in einem flüchtigen oder nicht flüchtigen Datenspeicher einer
elektrischen Schaltung der Elektrowerkzeugmaschine abgelegt sein. Alternativ oder
zusätzlich kann der Referenzwert bei Bedarf (neu) berechnet werden, insbesondere unter
Berücksichtigung aktueller Umstände, beispielsweise einer verwendeten Akkuzellenanordnung
bzw. deren Innenwiderstand oder einer Betriebstemperatur von Komponenten der Elektrowerkzeugmaschine
oder vorhergehenden Überlastungen der Elektrowerkzeugmaschine.
[0035] Mit einem sicherheitskritischen Bauteil ist insbesondere ein Bauteil mit einem großen
Einfluss auf den Leistungsbedarf der Elektrowerkzeugmaschine gemeint. Dabei kann es
sich beispielsweise um Teile der Leistungselektronik zur Regelung des Elektromotors
handeln, die bei den durch Unterversorgung auftretenden undefinierten Zuständen einen
Fehlerfall auslösen und/oder verstärken können.
[0036] Bei den sicherheitskritischen Bauteilen kann es sich unter Anderem um Halbleiterbauelemente,
beispielsweise Transistoren, insbesondere (Leistungs-) MOSFETs, handeln.
[0037] Werden beispielsweise MOSFETs innerhalb der Elektronik der Elektrowerkzeugmaschine
als analoge Bauteile, insbesondere als gesteuerte Widerstände, verwendet, kann eine
zu niedrige Bezugsspannung zu einem nicht spezifizierten bzw. einem unerwünschten
Ausgangswiderstand des Transistors führen, wodurch sich der MOSFET bei einem hohen
ausgangsseitigen Stromfluss unverhältnismäßig erhitzen kann oder einen derartigen
Stromfluss durch den zu niedrigen Ausgangswiderstand überhaupt erst verursachen kann.
[0038] Werden die MOSFETs als gesteuerte Schalter innerhalb einer digitalen Schaltung der
Elektrowerkzeugmaschine verwendet, so müssen zum Unterscheiden der definierten digitalen
Signalpegel "low" (logisch '0') und "high" (logisch '1') definierte Spannungspegel
eingehalten werden, damit keine undefinierten Signale innerhalb der digitalen Schaltung
auftreten, die sich durch das gesamte Schaltnetz verbreiten können. Insbesondere niedrige
Eingangsspannungen im Bereich der sogenannten Schwellenspannung ("Threshold Voltage")
sollten vermieden werden, da dies die Spannung ist, ab der der MOSFET ausgangsseitig
umschaltet. Bei einer zu niedrigen Versorgungsspannung können außerdem die Schaltzeiten
bzw. Signalflanken ungünstig verzögert sein. In Folge können Teile der digitalen Signalverarbeitung
und/oder Regelung, beispielsweise eine Zustandsmaschine (endlicher Automat, "Finite
State Machine", FSM), ungewollte Zustände und/oder von vornherein ausgeschlossene
Zustände annehmen.
[0039] Dadurch, dass der Referenzwert unter Berücksichtigung der sicherheitskritischen Bauteile
gewählt wird, kann das Problem einer unterversorgten (Leistungs-) Elektronik der Elektrowerkzeugmaschine
vermieden werden. Dies ist insbesondere darin begründet, dass der Spannungseinbruch,
der zu der Unterversorgung und somit zu dem undefinierten Zustand der Elektronik und
gegebenenfalls einer Kettenreaktion, die zur (thermischen) Zerstörung der Elektrowerkzeugmaschine
oder deren Komponenten führt, nicht mehr auftreten kann. Der Spannungseinbruch wird
erfasst und dem Problem der zu hohen Stromentnahme durch ein Begrenzen der Energieversorgung
der Elektrowerkzeugmaschine bereits vor Erreichen einer kritischen Versorgungsspannung
(z. B. dem Referenzwert) umgehend entgegengewirkt.
[0040] In einer Weiterbildung der Erfindung kann auch vorgesehen sein, dass der Referenzwert
auf Basis des physikalischen Zusammenhangs zwischen der Versorgungsspannung, einem
Innenwiderstand (bzw. einer Impedanz) der Akkuzellenanordnung und einem Versorgungsstrom
bestimmt wird, um den maximal zulässigen Versorgungsstrom vorzugeben, bis zu dem die
Elektrowerkzeugmaschine nicht überlastet wird.
[0041] Aufgrund des Zusammenhangs

mit
U = Versorgungsspannung der Akkuzellenanordnung;
Ri = Innenwiderstand der Akkuzellenanordnung; und
Imax = maximal zulässiger Versorgungsstrom
lässt sich auf technisch einfachem Weg der Spannungseinbruch bzw. der Schwellenwert
/ Referenzwert bestimmen, ab dessen Unterschreitung durch die Versorgungsspannung
im Verlauf des erfindungsgemäßen Verfahrens die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
begrenzt wird. Der Innenwiderstand der Akkuzellenanordnung kann durch Messung bestimmt
werden, auf Basis von Datensignalen der Akkuzellenanordnung bestimmt oder berechnet
werden oder unter Kenntnis der verwendeten Akkuzellenanordnung aus einem Speicher,
beispielsweise einer "Lookup-Tabelle" ausgelesen werden. Im einfachsten Fall kann
auch ein durchschnittlicher Innenwiderstand einer Akkuzellenanordnung vorausgesetzt
werden.
[0042] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Referenzwert
kleiner ist als eine Entladeschlussspannung der Akkuzellenanordnung.
[0043] Mit der Entladeschlussspannung ist der Grenzwert der Spannung der Akkuzellenanordnung
zur Tiefentladung gemeint. Eine Tiefentladung der Akkuzellenanordnung sollte bekanntermaßen
vermieden werden, da andernfalls die Akkuzellenanordnung zerstört werden oder an Lebensdauer
verlieren kann. Die Bereitstellung eines Tiefentladeschutzes liegt nicht im Bereich
der Aufgabe dieser Erfindung. Bei einem belastungsinduzierten Spannungseinbruch bzw.
einer Überlastung der Elektrowerkzeugmaschine sinkt die Versorgungsspannung der Akkuzellenanordnung
allerdings typischerweise deutlich unter die Entladeschlussspannung ab. Dabei handelt
es sich allerdings nur um einen kurzfristigen Einbruch, der nicht mit einer Tiefentladung
der Akkuzellenanordnung in Zusammenhang steht, sondern eben mit einer zu hohen Stromentnahme
aufgrund von Überlast. Nach Begrenzen der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
wird sich unmittelbar wieder eine Versorgungsspannung einstellen, die über der Entladeschlussspannung
der Akkuzellenanordnung liegt (außer die Akkuzellenanordnung ist tatsächlich tiefentladen).
Ein Tiefentladeschutz muss somit zum Vermeiden von Fehlerkennungen die Versorgungsspannung
der Akkuzellenanordnung über eine relativ lange Zeit beobachten (beispielsweise über
mehrere Sekunden). Ein Tiefentladeschutz ist somit ungeeignet zur Erkennung einer
Überlastung der Elektrowerkzeugmaschine - und umgekehrt.
[0044] Vorzugsweise kann die Elektrowerkzeugmaschine durch ein erfindungsgemäßes Verfahren
zum Überlastschutz und gleichzeitig mit einem Tiefentladungsschutz ausgestattet sein.
Dadurch, dass das Verfahren zum Überlastschutz einen überlastinduzierten Spannungseinbruch
rasch beseitigen kann, kann zudem der Tiefentladeschutz technisch einfach implementiert
werden, da eine Fehlerkennung aufgrund des überlastinduzierten Spannungseinbruchs
quasi ausgeschlossen werden kann.
[0045] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Referenzwert
kleiner ist als 75 % einer Nennspannung der Akkuzellenanordnung, vorzugsweise kleiner
ist als 65 % der Nennspannung, besonders bevorzugt kleiner ist als 55 % der Nennspannung,
beispielsweise kleiner ist als 45 % der Nennspannung.
[0046] Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Akkuzellenanordnung Lithium-Ionen-Akkuzellen
umfasst, die eine Nennspannung von ca. 3,6 Volt aufweisen. Häufig werden zum Betrieb
von Elektrowerkzeugmaschinen Akkupacks verwendet, die aus einer Reihenschaltung von
fünf Lithium-Ionen-Akkuzellen zusammengesetzt sind, wodurch sich eine Nennspannung
des Akkupacks von ca. 18 Volt ergibt - oder 36 Volt bei z. B. zehn in einer Reihenschaltung
verbundenen Lithium-Ionen-Akkuzellen. Es kann dann vorgesehen sein, dass der Referenzwert
ca. 10 Volt (oder ca. 20 Volt bei den zehn Lithium-Ionen-Akkuzellen) beträgt, während
die Entladeschlussspannung des Akkupacks ca. 12,5 Volt (oder 25 Volt bei zehn Lithium-Ionen-Akkuzellen)
beträgt.
[0047] Ein Fachmann vermag das zuvor genannte Beispiel ohne Weiteres auf andere Akkuzellenanordnungen
zu übertragen. Insbesondere kann es sich bei den Akkuzellen auch um Nickel-Metall-Hybridakkuzellen,
Nickel-Kadmium-Akkuzellen oder Bleiakkuzellen handeln. Grundsätzlich ist die Erfindung
nicht auf die Verwendung mit einem bestimmten Typ Akkupack/Akkuzellen bzw. einem bestimmten
Typ Akkuzellenanordnung begrenzt. Bei den zuvor genannten unterschiedlichen Akkuzellentypen
sind insbesondere die Nennspannungen und Entladeschlussspannungen unterschiedlich.
[0048] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Versorgungsspannung
im Betrieb der Elektrowerkzeugmaschine kontinuierlich erfasst und mit dem Referenzwert
verglichen wird, vorzugsweise durch Verwenden asynchroner Schaltungstechnik und/oder
durch Verwenden synchroner Schaltungstechnik mit einer Taktfrequenz größer als 1 Hz,
vorzugsweise größer als 1 kHz, besonders bevorzugt größer als 1 MHz, beispielsweise
größer als 10 MHz.
[0049] Insbesondere die Verwendung von asynchroner Schaltungstechnik kann zu einer besonders
einfachen Implementierung führen. Beispielsweise kann ein gesteuerter Schalter vorgesehen
sein, der sich automatisch öffnet, wenn die erfasste Versorgungsspannung kleiner ist
als der Referenzwert. Beispielsweise kann ein MOSFET vorgesehen sein, dessen Schwellenspannung
entsprechend gewählt oder eingestellt ist. Sobald sich die Versorgungsspannung der
Akkuzellenanordnung dann wieder regeneriert (weil der gesteuerte Schalter durch Unterversorgung
abgeschaltet hat), wird der Schalter automatisch wieder geschlossen und die Elektrowerkzeugmaschine
weiterversorgt. Hierdurch kann mit einfachsten Mitteln ein sich selbst regulierendes
System bereitgestellt werden.
[0050] Es kann aber auch vorgesehen sein, das Verfahren zum Überlastschutz in einer synchronen
Schaltung, beispielsweise einer Zustandsmaschine oder einem sonstigen synchronen Schaltwerk,
zu implementieren. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Versorgungsspannung der Akkuzellenanordnung
in regelmäßigen Zeitabständen erfasst und mit dem Referenzwert verglichen wird. Vorzugsweise
werden kurze Zeitintervalle gewählt. Beispielsweise kann die Versorgungsspannung der
Akkuzellenanordnung in Intervallen geringer als 1 s, <100 ms, <10 ms, <1 ms, <100
µs, <10 µs, <1 µs oder in noch kürzeren Zeitintervallen erfolgen.
[0051] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Energieversorgung
der Elektrowerkzeugmaschine begrenzt wird, indem die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
unterbrochen wird, vorzugsweise für ein definiertes Zeitintervall.
[0052] Bereits eine kurze Unterbrechung der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
kann dazu führen, dass sich die Akkuzellenanordnung regeneriert und der Spannungseinbruch
zunächst beseitigt wird.
[0053] Es kann auch vorgesehen sein, dass die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
durch ein Verfahren zur Leistungsbegrenzung oder Strombegrenzung begrenzt wird, vorzugsweise
durch ein Pulsmodulationsverfahren.
[0054] Die Erfindung betrifft auch eine akkubetriebene Elektrowerkzeugmaschine mit einer
Überlastschutzvorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens zum Überlastschutz gemäß
der vorstehenden Ausführungen, wobei die Überlastschutzvorrichtung zumindest die folgende
Komponenten umfasst:
- eine Einrichtung zum Erfassen einer Versorgungsspannung einer mit der Elektrowerkzeugmaschine
zur Energieversorgung verbundenen Akkuzellenanordnung;
- eine Komparatorschaltung zum Vergleichen der erfassten Versorgungsspannung mit wenigstens
einem Referenzwert; und
- eine Schalteinrichtung zum Begrenzen der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine.
[0055] Merkmale und Vorteile, die bereits im Zusammenhang mit dem Verfahren zum Überlastschutz
vorstehend beschrieben wurden, können von einem Fachmann ohne Weiteres auf die akkubetriebene
Elektrowerkzeugmaschine übertragen werden - und umgekehrt.
[0056] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Einrichtung zum
Erfassen der Versorgungsspannung als Spannungsmessgerät ausgebildet ist und/oder dazu
ausgebildet ist, einen Zahlenwert der Versorgungsspannung der Akkuzellenanordnung
von einer Datenschnittstelle der Akkuzellenanordnung (analog und/oder digital) auszulesen.
[0057] Die Erfassung der Versorgungsspannung über ein Spannungsmessgerät kann an einer beliebigen
Stelle innerhalb der Elektrowerkzeugmaschine und/oder innerhalb der Akkuzellenanordnung
vorgesehen sein. Dabei kann auch vorgesehen sein, dass ein von der Versorgungsspannung
abhängiger Spannungswert, beispielsweise eine Spannung an einem Knoten innerhalb eines
Spannungsteilers etc. gemessen wird und anschließend auf den tatsächlichen Zahlenwert
der Versorgungsspannung umgerechnet wird.
[0058] Zumeist umfasst ein zeitgemäßes Akkupack ein integriertes Batterie-Management-System
(BMS) sowie eine Datenschnittstelle. Das BMS dient der Überwachung und/oder Regelung
des Akkupacks, wird teilweise auch als "Power-Management-System" (PMS) bezeichnet,
und überträgt meist in analoger und/oder digitaler Weise Daten über den Zustand (beispielsweise
Ladezustand bzw. Versorgungsspannung und/oder Temperaturstatus) und/oder die Bauart
bzw. charakteristische Parameter (zum Beispiel Nennspannung, Ladeschlussspannung und/oder
Identifikationsdaten) des jeweiligen Akkupacks. Somit kann die Einrichtung zum Erfassen
der Versorgungsspannung derartige Datensignale zum Erfassen der Versorgungsspannung
auswerten bzw. heranziehen.
[0059] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Schalteinrichtung
als gesteuerter Schalter ausgebildet ist und/oder eine steuerbare Strombegrenzung
umfasst. Es kann auch mehr als ein gesteuerter Schalter vorgesehen sein, beispielsweise
können zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht oder mehr gesteuerte Schalter vorgesehen
sein, die z. B. zu einer Schaltbrücke zusammengeschaltet sind.
[0060] Wie betreffend das Verfahren zum Überlastschutz bereits ausgeführt, kann die Schalteinrichtung
die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine für ein definiertes Zeitintervall
unterbrechen, beispielsweise durch Öffnen eines gesteuerten Schalters, oder anderweitig
begrenzen, beispielsweise durch ein Pulsmodulationsverfahren, insbesondere ein Pulsweitenmodulationsverfahren.
[0061] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Überlastschutzvorrichtung
und/oder wenigstens eine Komponente der Überlastschutzvorrichtung als digitale Schaltung
ausgebildet ist oder sind, beispielsweise als Mikroprozessor, als anwendungsspezifische
integrierte Schaltung (ASIC), als programmierbare digitale Schaltung, beispielsweise
als "Field Programmable Gate Array" (FPGA) oder programmierbare logische Anordnung
(PLA) und/oder in der Art von auf einer Leiterplatte angeordneten und miteinander
verbundenen elektrischen Bauteilen, insbesondere diskreten elektrischen Bauelementen.
[0062] Mit diskreten elektrischen Bauelementen sind beispielsweise Widerstände, Kapazitäten
bzw. Kondensatoren, Induktivitäten bzw. Spulen und/oder Dioden, sowie aktive Bauelemente,
wie Transistoren, bis hin zu integrierten Schaltungen, gemeint.
[0063] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Überlastschutz kann vollständig digital ausgeführt
werden, wobei vorhandene Einrichtungen zur Überwachung der Versorgungsspannung und
vorhandene Schalteinrichtungen, beispielsweise Schutzschalter, verwendet werden. Das
erfindungsgemäße Verfahren kann beispielsweise in einem vorhandenen Mikroprozessor
implementiert werden und beispielsweise als Softwareupdate nachträglich in eine vorhandene
Elektrowerkzeugmaschine integriert werden.
[0064] In einer Weiterbildung der Erfindung kann auch vorgesehen sein, dass die Überlastschutzvorrichtung
ausgebildet ist, um mehrere parallele Verfahren zum Überlastschutz gemäß der vorstehenden
Beschreibung durchzuführen, insbesondere um mehr als eine Versorgungsspannung zu erfassen
und/oder um mehr als einen Referenzwert heranzuziehen.
[0065] Beispielsweise kann die Versorgungsspannung an mehreren Stellen innerhalb der Elektrowerkzeugmaschine
gesondert überwacht werden. Es kann beispielsweise eine Überwachung direkt an der
Akkuzellenanordnung, direkt an dem Elektromotor und/oder an leistungselektrischen
Bauteilen vorgesehen sein.
[0066] Es kann dann ein gemeinsamer Referenzwert vorgesehen sein oder jeweils ein Referenzwert
für jede überwachte Versorgungsspannung, der in Abhängigkeit der jeweiligen Belastbarkeit
der entsprechenden (überwachten) Komponenten bestimmt ist.
[0067] Die Erfindung betrifft auch ein Computerprogramm mit Programmcodemitteln, um ein
Verfahren gemäß der vorstehenden Beschreibung durchzuführen, wenn das Programm auf
einem Mikroprozessor, insbesondere als Teil einer Überlastschutzvorrichtung einer
akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine, ausgeführt wird.
[0068] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Verfahren zum Überlastschutz in einer akkubetriebenen
Elektrowerkzeugmaschine ausgeführt bzw. innerhalb der akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine
implementiert. Alternativ kann aber auch vorgesehen sein, dass das Verfahren zum Überlastschutz
innerhalb der Akkuzellenanordnung ausgeführt wird, und beispielsweise auf dem BMS
eines Akkupacks implementiert ist.
[0069] Schließlich kann auch vorgesehen sein, dass das Verfahren zum Überlastschutz in einem
Adapter implementiert ist, wobei der Adapter eingangsseitig die Akkuzellenanordnung
aufnimmt und ausgangsseitig mit der Elektrowerkzeugmaschine verbunden wird, um die
Elektrowerkzeugmaschine über die Akkuzellenanordnung zu versorgen.
[0070] Es soll an dieser Stelle grundsätzlich betont werden, dass mit Begriffen wie "mit",
"umfassend" oder "aufweisend" etc. nicht ausgeschlossen werden soll, dass auch noch
zusätzliche Schritte oder Merkmale im Sinne der Erfindung vorgesehen sein können.
[0071] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
beschrieben.
[0072] Die Figuren zeigen jeweils bevorzugte Ausführungsbeispiele, in denen einzelne Merkmale
der vorliegenden Erfindung in Kombination miteinander dargestellt sind. Merkmale eines
Ausführungsbeispiels sind auch losgelöst von den anderen Merkmalen des gleichen Ausführungsbeispiels
umsetzbar und können dementsprechend von einem Fachmann ohne Weiteres zu weiteren
sinnvollen Kombinationen und Unterkombinationen mit Merkmalen anderer Ausführungsbeispiele
verbunden werden.
[0073] In den Figuren sind funktionsgleiche Elemente mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0074] Es zeigen schematisch:
- Figur 1
- ein Ablaufdiagramm für das erfindungsgemäße Verfahren;
- Figur 2
- ein Schaltbild einer erfindungsgemäßen Elektrowerkzeugmaschine mit einer Überlastschutzvorrichtung
in einer synchronen Ausführung;
- Figur 3
- ein Schaltbild einer erfindungsgemäßen Elektrowerkzeugmaschine mit einer Überlastschutzvorrichtung
in einer asynchronen Ausführung;
- Figur 4
- ein Schaltbild einer erfindungsgemäßen Elektrowerkzeugmaschine mit einer Überlastschutzvorrichtung
in einer weiteren Ausführung;
- Figur 5a
- ein Beispielszenario eines Spannungs- und eines Stromverlaufs einer überlasteten Elektrowerkzeugmaschine
gemäß dem Stand der Technik; und
- Figur 5b
- ein Beispielszenario eines Spannungs- und Stromverlaufs einer erfindungsgemäßen Elektrowerkzeugmaschine.
[0075] In Figur 1 ist ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt, wie
dieses beispielsweise auf einer Zustandsmaschine (endlicher Automat, "Finite State
Machine"), beispielsweise zur Ausführung auf einem Mikroprozessor 1 oder einer sonstigen
digitalen Schaltung, implementiert werden kann.
[0076] Das Verfahren zum Überlastschutz einer erfindungsgemäßen akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine
2 (vgl. Figuren 2 bis 4) umfasst dabei zumindest die drei Schritte (a), (b) und (c).
Das Verfahren kann auf Basis asynchroner und/oder synchroner Schaltungstechnik realisiert
sein.
[0077] In einem ersten Schritt (a) wird die Versorgungsspannung U einer Akkuzellenanordnung
3 (vgl. Figuren 2 bis 4) erfasst, die zur Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
2 mit der Elektrowerkzeugmaschine 2 verbunden ist.
[0078] In einem zweiten Schritt (b) wird die erfasste Versorgungsspannung U mit einem Referenzwert
U
REF verglichen, um einen belastungsinduzierten Spannungseinbruch ΔU (vgl. Figuren 5a
und 5b) der Versorgungsspannung U zu erkennen. Wenn detektiert wird, dass die Versorgungsspannung
U größer oder gleich dem Referenzwert U
REF ist, kann das Verfahren wieder von vorn beginnen bzw. abermals die Versorgungsspannung
U in Schritt (a) erfasst werden. Das Verfahren kann somit zyklisch durchgeführt werden
bzw. die Versorgungsspannung U kann im Betrieb der Elektrowerkzeugmaschine 2 beispielsweise
kontinuierlich erfasst und anschließend mit dem Referenzwert U
REF verglichen werden.
[0079] Wird im zweiten Schritt (b) hingegen erkannt, dass die Versorgungsspannung U kleiner
ist als der Referenzwert U
REF, wird in einem dritten Schritt (c) die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
2 begrenzt. Bei dem Referenzwert U
REF kann es sich also um einen Schwellenwert bzw. eine Schwellenspannung handeln, die
als Ausführungsbedingung für die Begrenzung der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
2 in Schritt (c) dient. Anschließend kann das Verfahren wieder von vorn - mit Schritt
(a) - beginnen.
[0080] Die Schritte (a) und (b) können auch in einem gemeinsamen Schritt implementiert sein.
Ebenso können die Schritte (b) und (c) oder alle Schritte (a), (b) und (c) in einem
gemeinsamen Schritt implementiert sein.
[0081] Der Referenzwert U
REF kann in einem flüchtigen oder nicht flüchtigen Datenspeicher der Elektrowerkzeugmaschine
2 abgelegt bzw. gespeichert sein und/oder bei Bedarf (neu) berechnet werden.
[0082] Es kann vorgesehen sein, dass der Referenzwert U
REF auf Basis einer Mindestspannung U
MIN bestimmt wird, die zum fehlerfreien Betrieb elektrischer Bauteile der Elektrowerkzeugmaschine
2, insbesondere sicherheitskritischer Bauteile, erforderlich ist. Beispielsweise kann
es sich bei der Mindestspannung U
MIN um die Schwellenspannung von MOSFETs der Leistungselektronik 4 (vgl. Figuren 2 bis
4) der Elektrowerkzeugmaschine 2 handeln.
[0083] Es kann auch vorgesehen sein, dass der Referenzwert U
REF auf Basis des physikalischen Zusammenhangs zwischen der Versorgungsspannung U, einem
Innenwiderstand R
IN der Akkuzellenanordnung 3 und dem maximal zulässigen Versorgungsstrom I
MAX berechnet wird, bis zu dem die Elektrowerkzeugmaschine 2 nicht überlastet ist.
[0084] Beispielsweise kann der Referenzwert U
REF kleiner sein als eine Entladeschlussspannung der Akkuzellenanordnung 3. Die Entladeschlussspannung
kann beispielsweise ca. 70% der Nennspannung betragen (z. B. 12,5 Volt bei einer Nennspannung
von ca. 18 Volt).
[0085] Der Referenzwert U
REF kann kleiner sein als 75 % einer Nennspannung der Akkuzellenanordnung 3, beispielsweise
kleiner als 65 % der Nennspannung, kleiner als 55 % der Nennspannung oder kleiner
als 45 % der Nennspannung.
[0086] Figur 2 zeigt einen Schaltplan in einer ersten Ausführung. Dargestellt sind die Schaltskizze
einer akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine 2 und eine Schaltskizze einer Akkuzellenanordnung
3.
[0087] Die Akkuzellenanordnung 3 ist im Ausführungsbeispiel als einzelnes Akkupack 3.1 ausgebildet,
in dem mehrere Akkuzellen 5 seriell miteinander verschaltet sind. Die Nennspannung
des Akkupacks 3.1 entspricht somit im Wesentlichen der Summe der Nennspannung der
einzelnen Akkuzellen 5. Vorzugsweise werden Lithium-Ionen-Akkuzellen 5 verwendet.
Die Nennspannung des Akkupacks 3.1 beträgt beispielsweise 18 Volt (z. B. bei fünf
Lithium-Ionen-Akkuzellen 5 in Reihenschaltung) oder 36 Volt (z. B. bei zehn Lithium-Ionen-Akkuzellen
5 in Reihenschaltung). Selbstverständlich kann eine beliebige Akkuzellenanordnung
3, beispielsweise auch eine Gruppe bestehend aus mehreren Akkupacks 3.1, vorgesehen
sein.
[0088] Die dargestellte Elektrowerkzeugmaschine 2 umfasst einen Verbraucher M, vorliegend
einen Elektromotor M, der von einer Leistungselektronik 4 betrieben bzw. geregelt
wird. Durch einen Betriebsschalter 6 kann ein Benutzer die Elektrowerkzeugmaschine
2 nach Bedarf in Betrieb nehmen, wodurch der elektrische Stromkreis zwischen dem Akkupack
3.1 und dem Elektromotor M geschlossen werden kann.
[0089] Die Elektrowerkzeugmaschine 2 umfasst ferner eine erfindungsgemäße Überlastschutzvorrichtung
7 zur Durchführung eines Verfahrens zum Überlastschutz.
[0090] Die Überlastschutzvorrichtung 7 weist eine Einrichtung 8 zum Erfassen einer Versorgungsspannung
U des mit der Elektrowerkzeugmaschine 2 zur Energieversorgung verbundenen Akkupacks
3.1 auf. Dabei ist die Einrichtung 8 zum Erfassen der Versorgungsspannung U als Spannungsmessgerät
V ausgebildet und erfasst messtechnisch die Versorgungsspannung U des Akkupacks 3.1
zwischen den Klemmen bzw. Knoten U
DD und GND an einer Akkupackschnittstelle 9 der Elektrowerkzeugmaschine 2.
[0091] Die Überlastschutzvorrichtung 7 weist ferner eine Komparatorschaltung 10 zum Vergleich
der erfassten Versorgungsspannung U mit dem Referenzwert U
REF auf. Die Komparatorschaltung 10 ist im vorliegenden Beispiel in einem Mikroprozessor
1 implementiert. Das Verfahren zum Überlastschutz wird dadurch unter Verwendung synchroner
Schaltungstechnik mit einer definierten Taktfrequenz betrieben. Die Taktfrequenz wird
bestimmt durch das Taktsignal CLK. Die Taktfrequenz kann grundsätzlich beliebig sein,
ist vorzugsweise aber größer als 1 Hz, beispielsweise größer als 1 kHz, größer als
1 MHz oder größer als 10 MHz.
[0092] Die Einrichtung 8 zum Erfassen der Versorgungsspannung U erfasst die Versorgungsspannung
U vorliegend allerdings asynchron. Die erfasste Versorgungsspannung U wird dann gemäß
der Taktung der Komparatorschaltung 10 zu bestimmten Zeiten, beispielsweise jede Millisekunde,
zum Vergleich herangezogen.
[0093] Schließlich weist die Überlastschutzvorrichtung 7 eine Schalteinrichtung 11 zum Begrenzen
der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine 2 auf. Dabei kann es sich um eine
steuerbare Strombegrenzung bzw. Leistungsbegrenzung handeln. Vorzugsweise kann ein
Pulsweitenmodulationsverfahren verwendet werden. Die Schalteinrichtung 11 zum Begrenzen
der Energieversorgung ist dabei im Versorgungspfad des Elektromotors M angeordnet
und vermag im Falle einer Überlastung der Elektrowerkzeugmaschine 2, beispielsweise
wenn der Elektromotor M feststeht, den Stromfluss zu dem Elektromotor M zu begrenzen
oder abzuschalten.
[0094] In Figur 3 ist ein Schaltplan betreffend eine zweite Ausführung der Erfindung dargestellt.
[0095] Merkmale, die bereits im Zusammenhang mit einer vorhergehenden Ausführung bzw. einer
vorhergehenden Figur beschrieben wurden, werden nachfolgend nicht abermals ausführlich
behandelt. Dies gilt auch für nachfolgende Figuren.
[0096] Abermals ist die Akkuzellenanordnung 3 als einzelnes Akkupack 3.1 ausgebildet. In
dieser Ausführung umfasst das Akkupack 3.1 allerdings bereits selbst ein Spannungsmessgerät
V zum Erfassen der Versorgungsspannung U. Üblicherweise ist ein Batterie-Management-System
(BMS) in einem Akkupack 3.1 vorgesehen, um Parameter des Akkupacks 3.1 auszuwerten
und/oder zu regeln. Das BMS kann auch die Spannungsmessung vornehmen. Die innerhalb
des Akkupacks 3.1 messtechnisch erfasste Versorgungsspannung U wird anschließend über
eine Datenschnittstelle 12 des Akkupacks 3.1 an die Elektrowerkzeugmaschine 2 übergeben.
Vorliegend ist die Einrichtung 8 zum Erfassen der Versorgungsspannung U der Überlastschutzvorrichtung
7 somit ausgebildet, um einen Zahlenwert der Versorgungsspannung U des Akkupacks 3.1
von der Datenschnittstelle 12 des Akkupacks 3 auszulesen.
[0097] Die in dem Akkupack 3.1 erfasste Versorgungsspannung U wird im vorliegenden Beispiel
wie vorher zwischen den Knoten U
DD und GND aufgenommen (bzw. an den korrespondierenden Knoten innerhalb des Akkupacks
3.1). Alternativ kann die Versorgungsspannung U aber auch durch Messung an den Klemmen
der Akkuzellen 5 bestimmt werden, z. B. durch Messen aller Einzelspannungen der Akkuzelle
5 und anschließende Summenbildung. Es kann auch vorgesehen sein, dass nur eine Einzelspannung
einer Akkuzelle 5 oder ein Teil der Einzelspannungen bestimmt wird, wonach näherungsweise
die Versorgungsspannung U bestimmt wird.
[0098] Im Gegensatz zur Ausführung der Figur 2 ist die Komparatorschaltung 10 vorliegend
durch asynchrone Schaltungstechnik ausgebildet. Es ist kein Taktsignal CLK vorgesehen.
Sobald die erfasste Versorgungsspannung U den Referenzwert U
REF unterschreitet, wird ein digitales Steuersignal y erzeugt, um die Schalteinrichtung
11 zum Begrenzen der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine 2 zu veranlassen.
[0099] Vorliegend ist die Schalteinrichtung 11 als gesteuerter Schalter 13 ausgebildet und
kann von dem Steuersignal y direkt angesteuert werden. Die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
2 wird vorliegend also begrenzt, indem die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
2 unterbrochen wird - zumindest bis sich die Versorgungsspannung U des Akkupacks 3.1
wieder auf einen Wert regeneriert hat, der über dem Referenzwert U
REF liegt.
[0100] Es kann grundsätzlich auch in dieser Ausführung vorgesehen sein, dass die Energieversorgung
der Elektrowerkzeugmaschine 2 für ein definiertes Zeitintervall unterbrochen wird,
das beispielsweise länger ist als die Zeit, die die Versorgungsspannung U des Akkupacks
3.1 benötigt, um sich wieder zu regenerieren. Hierdurch kann eine unverhältnismäßige
Beanspruchung bzw. können übermäßige Schaltvorgänge der Überlastschutzvorrichtung
7 vermieden werden.
[0101] In Figur 4 ist eine weitere Ausführung der Erfindung als Schaltplan stark schematisch
dargestellt. Es handelt sich grundsätzlich um die einfachste Realisierung des Verfahrens
bzw. der Überlastschutzvorrichtung 7 der Elektrowerkzeugmaschine 2.
[0102] Beispielhaft sind in dieser Ausführung zwei Akkupack 3.1 dargestellt, die in zwei
Akkupackschnittstellen 9 der Elektrowerkzeugmaschine 2 aufgenommen und zu einer Reihenschaltung
verbunden sind. Die für den Betrieb der Elektrowerkzeugmaschine 2 relevante Versorgungsspannung
U liegt demnach wieder zwischen den Knoten bzw. Klemmen U
DD und GND an. Auch eine Parallelschaltung der Akkupacks 3.1 wäre selbstverständlich
möglich.
[0103] Die Akkuzellenanordnung 3 kann, insbesondere bei Verwendung von zwei oder mehr Akkupacks
3.1, auch über eine Adapteranordnung und/oder eine Kabelverbindung mit der Elektrowerkzeugmaschine
2 über eine einzige Akkupackschnittstelle 9 verbunden sein.
[0104] Im Beispiel der Figur 4 sind die Einrichtung 8 zum Erfassen der Versorgungsspannung
U, die Komparatorschaltung 10 zum Vergleichen der erfassten Versorgungsspannung U
mit dem Referenzwert U
REF und die Schalteinrichtung 11 zum Begrenzen der Energieversorgung einteilig bzw. funktional
zusammengefasst ausgebildet. Bei der Überlastschutzvorrichtung 7 in der Ausführung
der Figur 4 kann es sich beispielsweise um ein elektrisches Bauteil handeln, das bei
Unterschreiten einer gewissen (definierten) Eingangsspannung einen Schaltvorgang,
insbesondere einen Ausschaltvorgang, vornimmt. Sobald also dessen Eingangsspannung,
vorliegend also die Versorgungsspannung U, unter einen definierten Schwellenwert (also
z. B. den Referenzwert U
REF) absinkt, wird der Stromkreis unterbrochen; sobald sich die Versorgungsspannung U
ausreichend regeneriert hat, wird die Versorgung - umgehend oder verzögert - wieder
aufgenommen. Dies kann auch in mehreren Stufen, also z. B. unter Verwendung mehrerer
Referenzwerte, oder auch stufenlos bzw. in analoger Weise geschehen.
[0105] Grundsätzlich kann die Überlastschutzvorrichtung 7 und/oder wenigstens eine Komponente
der Überlastschutzvorrichtung 7 als digitale Schaltung ausgebildet sein, beispielsweise
als Mikroprozessor 1, als anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC), als
programmierbare digitale Schaltung und/oder in der Art von auf einer Leiterplatte
angeordneten und miteinander verbundenen elektrischen Bauteilen. Es kann auch eine
gemischt analoge und digitale Schaltung vorgesehen sein.
[0106] Die Versorgungsspannung U kann, wie bereits angedeutet, grundsätzlich an einer beliebigen
Stelle innerhalb der Elektrowerkzeugmaschine 2 oder innerhalb der Akkuzellenanordnung
3 bzw. des wenigstens einen Akkupacks 3.1 erfasst werden. Die Erfassung der Versorgungsspannung
U muss nicht zwangsläufig an den Versorgungsklemmen U
DD, GND der Akkupackschnittstelle 9 der Elektrowerkzeugmaschine 2 vorgesehen sein.
[0107] Es kann auch vorgesehen sein, dass die Überlastschutzvorrichtung 7 ausgebildet ist,
mehrere genannte Verfahren durchzuführen. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass
mehr als eine Versorgungsspannung U erfasst wird und/oder mit mehr als einem Referenzwert
U
REF verglichen wird.
[0108] Um den Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Überlastschutz im Vergleich mit
einem Überlastschutz aus dem Stand der Technik darzustellen, ist in Figur 5a der Verlauf
der Versorgungsspannung U und des Versorgungsstroms I einer Elektrowerkzeugmaschine
2 über die Zeit t mit einem herkömmlichen Überlastschutz dargestellt. Figur 5b zeigt
entsprechende beispielhafte Verläufe, wenn das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt
wird.
[0109] Bis zum Zeitpunkt t
1 befindet sich das System bzw. die Elektrowerkzeugmaschine 2 im Leerlauf bzw. ist
noch abgeschaltet. Es wird kein Versorgungsstrom I von der Elektrowerkzeugmaschine
2 verbraucht - bis auf zu vernachlässigenden Standby-Strom. Die Versorgungsspannung
U befindet sich aufgrund des Leerlaufs über der Nennspannung eines verwendeten Akkupacks
3.1. Vorliegend beläuft sich die Nennspannung beispielhaft auf 18 Volt.
[0110] Zum Zeitpunkt t
1 wird die Elektrowerkzeugmaschine 2 in Betrieb genommen und durchläuft bis zum Zeitpunkt
t
2 einen Anlaufvorgang. Im Anschluss, bis zum Zeitpunkt t
3, wird die Elektrowerkzeugmaschine 2 im Normalbetrieb verwendet bzw. es wird mit der
Elektrowerkzeugmaschine 2 gearbeitet. Der Versorgungsstrom I und die Versorgungsspannung
U haben sich auf einen stabilen Wert eingestellt, der der Komplexität der mit der
Elektrowerkzeugmaschine 2 durchgeführten Arbeiten entspricht.
[0111] Zum Zeitpunkt t
3 tritt nun allerdings eine Situation auf, aufgrund derer die Elektrowerkzeugmaschine
2 einen übermäßigen Bedarf an Versorgungsstrom I zeigt. Dies kann beispielsweise der
Fall sein, wenn ein Werkzeug der Elektrowerkzeugmaschine 2 in einem zu bearbeitenden
Werkstück feststeckt und somit der Elektromotor M stillsteht. Dieses Problem ist z.
B. bei Bohrmaschinen oder Sägen bekannt.
[0112] Betrachtet man nun die Kurven der Figur 5a, so zeigt sich, dass gleichzeitig mit
dem Anstieg des Versorgungsstroms I die Versorgungsspannung U in Abhängigkeit des
Innenwiderstands R
IN des Akkupacks 3.1 stark einbricht. Zum Zeitpunkt t
4 ist die Versorgungsspannung U bereits unter die Ladeschlussspannung (vorliegend beispielsweise
12,5 Volt) und auch unter eine Mindestspannung U
MIN (vorliegend beispielsweise 10 Volt) abgefallen, die für einen fehlerfreien Betrieb
der elektrischen Bauteile der Elektrowerkzeugmaschine 2, insbesondere deren Leistungs-MOSFETs,
gerade noch erforderlich wäre. Der Spannungseinbruch ΔU beträgt über 11 Volt. Die
Versorgungsspannung U ist auf ca. 8 Volt abgefallen, wodurch analoge und/oder digitale
Schaltungen, beispielsweise die Leistungselektronik 4, die den Elektromotor M regelt,
in einen undefinierten Zustand wechselt.
[0113] Die Erfinder haben erkannt, dass die gängigen Verfahren zum Überlastschutz regelmäßig
zu spät reagieren, da diese den Versorgungsstrom I über eine gewisse Zeit beobachten
müssen, um kurzzeitige Stromspitzen (vgl. z. B. Stromspitze 14 der Figur 5b), die
grundsätzlich unschädlich wären, zur Auslösung von Fehlalarmen auszuschließen. Demnach
erfolgt das Abschalten des Elektromotors M bzw. dessen Versorgungsstromkreises erst
relativ spät, nämlich zum Zeitpunkt t
5. Insbesondere da zu dieser Zeit die Versorgungsspannung U bereits derart niedrig
ist, dass die Funktionalität keiner der Schaltungen der Elektrowerkzeugmaschine 2
mehr sicher gewährleistet sein kann, kann dies bereits zu spät sein. Es ist auch möglich,
dass die gängigen Verfahren zum Überlastschutz zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht
mehr funktionstüchtig sind, da auch deren Mindestbetriebsspannung unterschritten wurde.
[0114] Betrachtet man nun die Figur 5b, so wird der Vorteil bei Verwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens deutlich. Dadurch, dass die Versorgungsspannung U und nicht der Versorgungsstrom
I überwacht wird und mit dem Referenzwert U
REF (vorliegend entsprechend der Mindestspannung U
MIN gleich 10 Volt) verglichen wird, wird ein Unterschreiten der Mindestspannung U
MIN rechtzeitig erkannt. Die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine 2 kann beim
Erkennen der Unterschreitung des Referenzwerts U
REF somit umgehend begrenzt werden. Der Spannungseinbruch ΔU beschränkt sich vorliegend
somit auf nur noch ca. 9 Volt. Zu dieser Zeit sind vorzugsweise noch alle elektrischen
Bauteile der Elektrowerkzeugmaschine 2, insbesondere deren sicherheitskritischen Bauteile,
funktionsbereit; undefinierte Zustände in der Signalverarbeitung sind nicht zu erwarten.
[0115] Wie in Figur 5b erkennbar, kann auch bei Verwendung des erfindungsgemäßen Überlastschutzes
noch möglich sein, dass kurze hohe Stromspitzen 14 auftreten. Die Überlastung kann
allerdings viel schneller, d. h. bereits zum Zeitpunkt t
4 und nicht erst zum Zeitpunkt t
5 wie im Beispiel der Figur 5a, unterbunden werden. Grundsätzlich kann eine Stromspitze
14 in der Praxis ohnehin unschädlich sein und toleriert werden. Somit ist keine Beschädigung
der Elektrowerkzeugmaschine 2 bzw. deren Komponenten zu erwarten.
[0116] Selbstverständlich sind die in den Figuren 5a und 5b dargestellten Zusammenhänge
und Zahlenwerte lediglich beispielhaft zu verstehen.
1. Verfahren zum Überlastschutz einer akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine (2), umfassend
die folgenden Schritte:
a) Erfassen einer Versorgungsspannung (U) einer Akkuzellenanordnung (3), die zur Energieversorgung
der Elektrowerkzeugmaschine (2) mit der Elektrowerkzeugmaschine (2) verbunden ist;
b) Vergleichen der erfassten Versorgungsspannung (U) mit einem Referenzwert (UREF), um einen belastungsinduzierten Spannungseinbruch (ΔU) zu erkennen;
c) Begrenzen der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine (2), wenn die erfasste
Versorgungsspannung (U) kleiner ist als der Referenzwert (UREF),
dadurch gekennzeichnet, dass der Referenzwert (U
REF) auf Basis einer Mindestspannung (U
MIN) bestimmt wird, die zum fehlerfreien Betrieb elektrischer Bauteile der Elektrowerkzeugmaschine
(2), insbesondere sicherheitskritischer Bauteile (4), erforderlich ist.
2. Verfahren zum Überlastschutz nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine (2) unmittelbar begrenzt wird, sobald
die erfasste Versorgungsspannung (U) kleiner ist als der Referenzwert (UREF).
3. Verfahren zum Überlastschutz nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Referenzwert (UREF) auf Basis des physikalischen Zusammenhangs zwischen der Versorgungsspannung (U),
einem Innenwiderstand (RIN) der Akkuzellenanordnung (3) und einem Versorgungsstrom (I) bestimmt wird, um den
maximal zulässigen Versorgungsstrom (IMAX) vorzugeben, bis zu dem die Elektrowerkzeugmaschine (2) nicht überlastet wird.
4. Verfahren zum Überlastschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Referenzwert (UREF) kleiner ist als eine Entladeschlussspannung der Akkuzellenanordnung (3).
5. Verfahren zum Überlastschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Referenzwert (UREF) kleiner ist als 75% einer Nennspannung der Akkuzellenanordnung (3), vorzugsweise
kleiner ist als 65% der Nennspannung, besonders bevorzugt kleiner ist als 55% der
Nennspannung, beispielsweise kleiner ist als 45% der Nennspannung.
6. Verfahren zum Überlastschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Versorgungsspannung (U) im Betrieb der Elektrowerkzeugmaschine (2) kontinuierlich
erfasst und mit dem Referenzwert (UREF) verglichen wird, vorzugsweise durch Verwenden asynchroner Schaltungstechnik und/oder
durch Verwenden synchroner Schaltungstechnik mit einer Taktfrequenz größer als 1 Hz,
vorzugsweise größer als 1 kHz, besonders bevorzugt größer als 1 MHz, beispielsweise
größer als 10 MHz.
7. Verfahren zum Überlastschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine (2) begrenzt wird, indem die Energieversorgung
der Elektrowerkzeugmaschine (2) unterbrochen wird, vorzugsweise für ein definiertes
Zeitintervall.
8. Akkubetriebene Elektrowerkzeugmaschine (2) mit einer Überlastschutzvorrichtung (7)
zur Durchführung eines Verfahrens zum Überlastschutz gemäß einem der Ansprüche 1 bis
7, wobei die Überlastschutzvorrichtung (7) zumindest folgende Komponenten umfasst:
- eine Einrichtung (8) zum Erfassen einer Versorgungsspannung (U) einer mit der Elektrowerkzeugmaschine
(2) zur Energieversorgung verbundenen Akkuzellenanordnung (3);
- eine Komparatorschaltung (10) zum Vergleichen der erfassten Versorgungsspannung
(U) mit wenigstens einem Referenzwert (UREF); und
- eine Schalteinrichtung (11) zum Begrenzen der Energieversorgung der Elektrowerkzeugmaschine
(2).
9. Elektrowerkzeugmaschine (2) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Akkuzellenanordnung (3) als Akkupack (3.1) ausgebildet ist, in dem mehrere Akkuzellen
(5) seriell und/oder parallel miteinander verschaltet sind.
10. Elektrowerkzeugmaschine (2) nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einrichtung (8) zum Erfassen der Versorgungsspannung (U) als Spannungsmessgerät
(V) ausgebildet ist und/oder dazu ausgebildet ist, einen Zahlenwert der Versorgungsspannung
(U) der Akkuzellenanordnung (3) von einer Datenschnittstelle (12) der Akkuzellenanordnung
(3) auszulesen.
11. Elektrowerkzeugmaschine (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schalteinrichtung (11) als gesteuerter Schalter (13) ausgebildet ist und/oder
eine steuerbare Strombegrenzung umfasst.
12. Elektrowerkzeugmaschine (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Überlastschutzvorrichtung (7) und/oder wenigstens eine Komponente der Überlastschutzvorrichtung
(7) als digitale Schaltung ausgebildet ist oder sind, beispielsweise als Mikroprozessor
(1), als anwendungsspezifische integrierte Schaltung, als programmierbare digitale
Schaltung und/oder in der Art von auf einer Leiterplatte angeordneten und miteinander
verbundenen elektrischen Bauteilen.
13. Elektrowerkzeugmaschine (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Überlastschutzvorrichtung (7) ausgebildet ist, um mehrere parallele Verfahren
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 durchzuführen, insbesondere um mehr als eine Versorgungsspannung
(U) zu erfassen und/oder um mehr als einen Referenzwert (UREF) heranzuziehen.
14. Computerprogramm mit Programmcodemitteln, um ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 7 durchzuführen, wenn das Programm auf einem Mikroprozessor (1), insbesondere
als Teil einer Überlastschutzvorrichtung (7) einer akkubetriebenen Elektrowerkzeugmaschine
(2) gemäß einem der Ansprüche 8 bis 13, ausgeführt wird.