[0001] Die Erfindung betrifft ein Kransystem zum Aufbau in einer Produktions- oder Montagehalle
mit zwei im oberen Hallenbereich angeordneten, zueinander parallelen Fahrbahnen, an
denen die Kranbrücke läuft.
[0002] Zum Bewegen schwerer Teile in Produktions- oder Montagehallen sind Brückenkräne bekannt,
die sich von Portalkränen dadurch unterscheiden, dass die Laufbahnen, auf denen sich
die Kranbrücke mit ihrer Laufkatze bewegt, nicht auf dem Hallenboden, sondern nahe
der Hallendecke angeordnet sind. Ein solcher Brückenkran ist beispielsweise aus der
DE 1 055 205 bekannt. Der Brückenkran ist entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Halle
konstruiert und bemessen, wobei nach dem einmaligen aufwändigen Aufbau eine Demontage
und Verwendung in einer anderen Halle kaum möglich ist, da dies zu einem hohen Arbeits-
und Kostenaufwand führen würde.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kransystem der eingangs genannten Art zu schaffen,
das bei geringem Eigengewicht leicht und schnell montierbar und demontierbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die zwei Fahrbahnen von seitlichen,
senkrechten Stützen getragen werden, die in ihrer Höhe verstellbar sind.
[0005] Durch die höhenverstellbaren senkrechten Stützen, die die Fahrbahnen tragen, ist
die Krankonstruktion individuell in der Höhe verstellbar, so dass eine genaue Anpassung
an die Höhenverhältnisse der jeweiligen Halle bei geringem Aufwand möglich ist.
[0006] Konstruktion und Handhabung sind besonders einfach, wenn die senkrechten Stützen
teleskopförmig aufgebaut sind. Hierbei können die senkrechten Stützen jeweils ein
unteres Stützenhohlprofil aufweisen, in dem ein oberes Stützprofil höhenverstellbar
einliegt.
[0007] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass am oberen Ende der senkrechten Stütze ein waagerechter
Kragarm befestigt ist, der zum Halleninneren hin vorsteht und an dem die Fahrbahn
befestigt ist. Hierbei ist es konstruktiv von Vorteil, wenn die Fahrbahn an der Unterseite
des Kragarms über einen verschiebbaren Aufhängepunkt befestigt ist.
[0008] Eine besonders günstige Konstruktion des gesamten Kransystems ist dann gegeben, wenn
die senkrechten Stützen miteinander über waagerechte, in ihrer Länge veränderbare
insbesondere verstellbare Streben aus Metallprofilen verbunden sind.
[0009] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass die Kranbrücke aus einem profilförmigen Aluminiumprofil
besteht, welches ein Stahl-Verstärkungsprofil eingeschoben hat. Hierbei wird vorgeschlagen,
dass das Verstärkungsprofil aus einem Untergurt besteht, an dem ein bogenförmiger
Obergurt befestigt ist. Auch ist von Vorteil, wenn der Obergurt mit dem Untergurt
über eine senkrechte Stegplatte verbunden ist. Durch den bogenförmigen Obergurt und
eine zwischen Obergurt und Untergurt angeordnete Stegplatte weist die Kranbrücke bei
geringem Gewicht eine besonders hohe Stabilität auf. Hierbei ist von Vorteil, wenn
der Obergurt zur Mitte hin sich verbreitert.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung des Kransystems,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung einer senkrechten Teleskopstütze,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung des Verstärkungsprofils.
[0011] Das Kransystem weist zwei zueinander parallele Fahrbahnen 5 auf, die im oberen Hallenbereich
angeordnet sind und deshalb durch senkrechte Stützen 1 in der oberen Lage gehalten
werden. An diesen zwei Fahrbahnen läuft eine Kranbrücke 6, auf der eine Laufkatze
20 sich bewegt.
[0012] Die seitlichen senkrechten Stützen 1 sind in ihrer Höhe verstellbar. Dies wird dadurch
ermöglicht, dass die senkrechten Stützen teleskopförmig aufgebaut sind, wobei ein
unteres senkrechtes Stützenhohlprofil 8 auf einer unteren Fußplatte 9 steht. In dem
Stützenhohlprofil 8 liegt ein senkrechtes oberes Stützenprofil 7 verschieblich ein,
wobei das Stützenprofil 7 in der Höhe festlegbar ist insbesondere durch eine lösbare
formschlüssige Verbindung 12.
[0013] Am oberen Ende der senkrechten Stütze 1 ist ein waagerechter Kragarm 11 über eine
Kopfplatte 10 befestigt insbesondere angeschraubt oder angeschweißt, wobei die Fahrbahnen
5 an der Unterseite des Kragarms über einen verschiebbaren Aufhängepunkt befestigt
ist.
[0014] Die senkrechten Teleskopstützen 1 sind miteinander durch waagerechte Streben 2, 3
verbunden, die in ihrer Länge veränderbar sind und aus Metallprofilen bestehen. Ferner
sind an den Stützen 1 Schrägstützen 4 befestigt, um Horizontalkräfte aufzunehmen.
[0015] Die Kranbrücke besteht aus einem Aluminium-Tragprofil, in welchem die Katze 20 läuft
und einem bogenförmigen Stahl-Verstärkungsprofil. Das Verstärkungsprofil 6 weist eine
metallene Stegplatte 15 auf, an deren waagerechter Unterseite ein Untergurt 17 befestigt
insbesondere angeschweißt oder angeschraubt ist. Auf der gebogenen Oberseite der Stegplatte
15 ist ein bogenförmiger Obergurt 16 befestigt insbesondere angeschweißt oder angeschraubt.
[0016] Die Stegplatte 15 ist zur Gewichtsreduzierung mit Aussparungen versehen. Um Belastungen
in Querrichtung besser aufzunehmen, vergrößert sich die Breite des Obergurtes 16 zur
Mitte hin und findet an jedem Ende die schmalste Ausprägung. Der Untergurt 17 ist
in seiner Breite konstant. Die Stegplatte 15 formt den Bogen des Obergurtes 16 und
kann ggf. auch durch ihre Form den Überhöhungsbogen des Untergurtes formen. Durch
die vordefinierte Überhöhung wird das Tragprofil entgegen der späteren Durchbiegung
vorgespannt, was zu höheren maximalen Durchbiegungswerten führt, bei gleichbleibender
Nutzungseigenschaft.
[0017] Die Befestigung am Tragprofil kann durch das Einschieben des Untergurtes in die Form
des Tragprofils erfolgen. An jedem Ende des Verstärkungsprofils ist eine Klemm-Schaubverbindung
19 angebracht, die die Lage zum Tragprofil sichert und die Zugkräfte ins Tragprofil
einleitet.
[0018] Zur einfacheren Montage der Bauteile sind die Bleche mit Taschen und Finnen 18 ausgeführt,
welche ineinandergesteckt werden können. Dies ermöglicht eine gute Lagesicherung beim
Verschweißen der Teile.
1. Kransystem zum Aufbau in einer Produktions- oder Montagehalle mit zwei im oberen Hallenbereich
angeordneten, zueinander parallelen Fahrbahnen (5), an denen die Kranbrücke (6) läuft,
dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Fahrbahnen (5) von seitlichen, senkrechten Stützen (1) getragen werden,
die in ihrer Höhe verstellbar sind.
2. Kransystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrechten Stützen (1) teleskopförmig aufgebaut sind.
3. Kransystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrechten Stützen (1) jeweils ein unteres Stützenhohlprofil (8) aufweisen,
in dem ein oberes Stützprofil (7) höhenverstellbar einliegt.
4. Kransystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kranbrücke (6) aus einem profilförmigen Aluminiumprofil besteht, welches ein
Stahl-Verstärkungsprofil eingeschoben hat.
5. Kransystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsprofil aus einem Untergurt (17) besteht, an dem ein bogenförmiger
Obergurt (16) befestigt ist.
6. Kransystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Obergurt (16) mit dem Untergurt (17) über eine senkrechte Stegplatte (15) verbunden
ist.
7. Kransystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Obergurt (16) zur Mitte hin sich verbreitert.