(19)
(11) EP 3 363 762 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.08.2018  Patentblatt  2018/34

(21) Anmeldenummer: 18000045.7

(22) Anmeldetag:  22.01.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B66C 7/00(2006.01)
B66C 19/02(2006.01)
B66C 17/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD TN

(30) Priorität: 15.02.2017 DE 102017001456

(71) Anmelder: Vetter Krantechnik GmbH
57080 Siegen (DE)

(72) Erfinder:
  • Viebahn, Torsten
    57555 Mudersbach (DE)
  • Rieser, Marc
    44797 Bochum (DE)

(74) Vertreter: Cohausz Hannig Borkowski Wißgott 
Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Schumannstrasse 97-99
40237 Düsseldorf
40237 Düsseldorf (DE)

   


(54) KRANSYSTEM


(57) Die Erfindung betrifft ein Kransystem zum Aufbau in einer Produktions- oder Montagehalle mit zwei im oberen Hallenbereich angeordneten, zueinander parallelen Fahrbahnen (5), an denen eine Kranbrücke (6) läuft, wobei die zwei Fahrbahnen (5) von seitlichen, senkrechten Stützen (1) getragen werden, welche Stützen (1) in ihrer Höhe verstellbar sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Kransystem zum Aufbau in einer Produktions- oder Montagehalle mit zwei im oberen Hallenbereich angeordneten, zueinander parallelen Fahrbahnen, an denen die Kranbrücke läuft.

[0002] Zum Bewegen schwerer Teile in Produktions- oder Montagehallen sind Brückenkräne bekannt, die sich von Portalkränen dadurch unterscheiden, dass die Laufbahnen, auf denen sich die Kranbrücke mit ihrer Laufkatze bewegt, nicht auf dem Hallenboden, sondern nahe der Hallendecke angeordnet sind. Ein solcher Brückenkran ist beispielsweise aus der DE 1 055 205 bekannt. Der Brückenkran ist entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Halle konstruiert und bemessen, wobei nach dem einmaligen aufwändigen Aufbau eine Demontage und Verwendung in einer anderen Halle kaum möglich ist, da dies zu einem hohen Arbeits- und Kostenaufwand führen würde.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kransystem der eingangs genannten Art zu schaffen, das bei geringem Eigengewicht leicht und schnell montierbar und demontierbar ist.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die zwei Fahrbahnen von seitlichen, senkrechten Stützen getragen werden, die in ihrer Höhe verstellbar sind.

[0005] Durch die höhenverstellbaren senkrechten Stützen, die die Fahrbahnen tragen, ist die Krankonstruktion individuell in der Höhe verstellbar, so dass eine genaue Anpassung an die Höhenverhältnisse der jeweiligen Halle bei geringem Aufwand möglich ist.

[0006] Konstruktion und Handhabung sind besonders einfach, wenn die senkrechten Stützen teleskopförmig aufgebaut sind. Hierbei können die senkrechten Stützen jeweils ein unteres Stützenhohlprofil aufweisen, in dem ein oberes Stützprofil höhenverstellbar einliegt.

[0007] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass am oberen Ende der senkrechten Stütze ein waagerechter Kragarm befestigt ist, der zum Halleninneren hin vorsteht und an dem die Fahrbahn befestigt ist. Hierbei ist es konstruktiv von Vorteil, wenn die Fahrbahn an der Unterseite des Kragarms über einen verschiebbaren Aufhängepunkt befestigt ist.

[0008] Eine besonders günstige Konstruktion des gesamten Kransystems ist dann gegeben, wenn die senkrechten Stützen miteinander über waagerechte, in ihrer Länge veränderbare insbesondere verstellbare Streben aus Metallprofilen verbunden sind.

[0009] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass die Kranbrücke aus einem profilförmigen Aluminiumprofil besteht, welches ein Stahl-Verstärkungsprofil eingeschoben hat. Hierbei wird vorgeschlagen, dass das Verstärkungsprofil aus einem Untergurt besteht, an dem ein bogenförmiger Obergurt befestigt ist. Auch ist von Vorteil, wenn der Obergurt mit dem Untergurt über eine senkrechte Stegplatte verbunden ist. Durch den bogenförmigen Obergurt und eine zwischen Obergurt und Untergurt angeordnete Stegplatte weist die Kranbrücke bei geringem Gewicht eine besonders hohe Stabilität auf. Hierbei ist von Vorteil, wenn der Obergurt zur Mitte hin sich verbreitert.

[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1
eine perspektivische Darstellung des Kransystems,
Fig. 2
eine perspektivische Darstellung einer senkrechten Teleskopstütze,
Fig. 3
eine perspektivische Darstellung des Verstärkungsprofils.


[0011] Das Kransystem weist zwei zueinander parallele Fahrbahnen 5 auf, die im oberen Hallenbereich angeordnet sind und deshalb durch senkrechte Stützen 1 in der oberen Lage gehalten werden. An diesen zwei Fahrbahnen läuft eine Kranbrücke 6, auf der eine Laufkatze 20 sich bewegt.

[0012] Die seitlichen senkrechten Stützen 1 sind in ihrer Höhe verstellbar. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die senkrechten Stützen teleskopförmig aufgebaut sind, wobei ein unteres senkrechtes Stützenhohlprofil 8 auf einer unteren Fußplatte 9 steht. In dem Stützenhohlprofil 8 liegt ein senkrechtes oberes Stützenprofil 7 verschieblich ein, wobei das Stützenprofil 7 in der Höhe festlegbar ist insbesondere durch eine lösbare formschlüssige Verbindung 12.

[0013] Am oberen Ende der senkrechten Stütze 1 ist ein waagerechter Kragarm 11 über eine Kopfplatte 10 befestigt insbesondere angeschraubt oder angeschweißt, wobei die Fahrbahnen 5 an der Unterseite des Kragarms über einen verschiebbaren Aufhängepunkt befestigt ist.

[0014] Die senkrechten Teleskopstützen 1 sind miteinander durch waagerechte Streben 2, 3 verbunden, die in ihrer Länge veränderbar sind und aus Metallprofilen bestehen. Ferner sind an den Stützen 1 Schrägstützen 4 befestigt, um Horizontalkräfte aufzunehmen.

[0015] Die Kranbrücke besteht aus einem Aluminium-Tragprofil, in welchem die Katze 20 läuft und einem bogenförmigen Stahl-Verstärkungsprofil. Das Verstärkungsprofil 6 weist eine metallene Stegplatte 15 auf, an deren waagerechter Unterseite ein Untergurt 17 befestigt insbesondere angeschweißt oder angeschraubt ist. Auf der gebogenen Oberseite der Stegplatte 15 ist ein bogenförmiger Obergurt 16 befestigt insbesondere angeschweißt oder angeschraubt.

[0016] Die Stegplatte 15 ist zur Gewichtsreduzierung mit Aussparungen versehen. Um Belastungen in Querrichtung besser aufzunehmen, vergrößert sich die Breite des Obergurtes 16 zur Mitte hin und findet an jedem Ende die schmalste Ausprägung. Der Untergurt 17 ist in seiner Breite konstant. Die Stegplatte 15 formt den Bogen des Obergurtes 16 und kann ggf. auch durch ihre Form den Überhöhungsbogen des Untergurtes formen. Durch die vordefinierte Überhöhung wird das Tragprofil entgegen der späteren Durchbiegung vorgespannt, was zu höheren maximalen Durchbiegungswerten führt, bei gleichbleibender Nutzungseigenschaft.

[0017] Die Befestigung am Tragprofil kann durch das Einschieben des Untergurtes in die Form des Tragprofils erfolgen. An jedem Ende des Verstärkungsprofils ist eine Klemm-Schaubverbindung 19 angebracht, die die Lage zum Tragprofil sichert und die Zugkräfte ins Tragprofil einleitet.

[0018] Zur einfacheren Montage der Bauteile sind die Bleche mit Taschen und Finnen 18 ausgeführt, welche ineinandergesteckt werden können. Dies ermöglicht eine gute Lagesicherung beim Verschweißen der Teile.


Ansprüche

1. Kransystem zum Aufbau in einer Produktions- oder Montagehalle mit zwei im oberen Hallenbereich angeordneten, zueinander parallelen Fahrbahnen (5), an denen die Kranbrücke (6) läuft, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Fahrbahnen (5) von seitlichen, senkrechten Stützen (1) getragen werden, die in ihrer Höhe verstellbar sind.
 
2. Kransystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrechten Stützen (1) teleskopförmig aufgebaut sind.
 
3. Kransystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrechten Stützen (1) jeweils ein unteres Stützenhohlprofil (8) aufweisen, in dem ein oberes Stützprofil (7) höhenverstellbar einliegt.
 
4. Kransystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kranbrücke (6) aus einem profilförmigen Aluminiumprofil besteht, welches ein Stahl-Verstärkungsprofil eingeschoben hat.
 
5. Kransystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsprofil aus einem Untergurt (17) besteht, an dem ein bogenförmiger Obergurt (16) befestigt ist.
 
6. Kransystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Obergurt (16) mit dem Untergurt (17) über eine senkrechte Stegplatte (15) verbunden ist.
 
7. Kransystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Obergurt (16) zur Mitte hin sich verbreitert.
 




Zeichnung










Recherchenbericht















Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente