(19)
(11) EP 3 364 133 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.08.2018  Patentblatt  2018/34

(21) Anmeldenummer: 17156940.3

(22) Anmeldetag:  20.02.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F25D 3/06(2006.01)
F25D 11/00(2006.01)
F25D 29/00(2006.01)
F25D 3/08(2006.01)
F25D 11/04(2006.01)
F25D 3/14(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: DeltiLog GmbH
30559 Hannover (DE)

(72) Erfinder:
  • STUNTEBECK, Judith
    30167 Hannover (DE)
  • STUNTEBECK, Tobias
    30167 Hannover (DE)

(74) Vertreter: Glawe, Delfs, Moll 
Partnerschaft mbB von Patent- und Rechtsanwälten Postfach 13 03 91
20103 Hamburg
20103 Hamburg (DE)

   


(54) BEHÄLTER


(57) Der erfindungsgemäße Behälter (1) umfasst wenigstens zwei voneinander getrennten Kühlkammern (3.1, 3.2) zur Aufnahme von gekühlten oder tiefgekühlten Produkten, wobei die Zugriffsöffnungen (4.1, 4.2) der einzelnen Kühlkammern (3.1, 3.2) in einer gemeinsamen Ebene angeordnet und durch einen gemeinsamen Deckel (10) wahlweise verschließbar sind. Der Deckel (10) weist wenigstens eine Kühlmittelkammer (11.1, 11.2) zur Aufnahme von Kühlmittel und ausgehend von jeder der wenigstens einen Kühlmittelkammer (11.1, 11.2) jeweils wenigstens eine Fluidleitung (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2) zu der beim Verschließen den Kühlkammern (3.1, 3.2) zugewandten Seite des Deckels (10) auf. Dabei ist der Deckel (10) zum Verschließen in wenigstens zwei verschiedenen Positionen auf dem Behälter (1) anordenbar, wobei die in der ersten Position in einer ersten einzelnen Kühlkammer (3.1, 3.2) endenden Fluidleitungen (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2) in der zweiten Position nicht sämtlich in der ersten oder einer zweiten einzelnen Kühlkammer (3.1, 3.2) enden.
Bei der erfindungsgemäßen Verwendung des Behälters (1) ist der Deckel (10) in der zweiten Position angeordnet.




Beschreibung


[0001] Aus der EP 2 988 080 A1 ist ein Behälter zum Transport von gekühlten und/oder tiefgekühlten Produkten mit zwei voneinander getrennten Kühlkammern zur Aufnahme von gekühlten oder tiefgekühlten Produkten bekannt, wobei die Kühlkammern von einem gemeinsamen Deckel verschlossen werden können. In dem Deckel sind zwei Kühlmittelkammern zur Aufnahme von Trockeneis angeordnet, die über Fluidleitungen zum einen miteinander, zum andere jeweils mit einer Kühlkammer verbunden sind. Durch geeignete Befüllung oder Nicht-Befüllung der Kühlmittelkammern mit Trockeneis und/oder dem wahlweise Verschließen einzelner Fluidleitungen ist es möglich, über einen längeren Zeitraum unterschiedliche Kühltemperaturen in den beiden Kühlkammern zu erreichen. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn gleichzeitig gekühlte und tiefgekühlte Produkte in den Behälter aufgenommen werden sollen.

[0002] Wenn in dem Behälter bzw. den beiden Kühlkammern eine einheitliche Temperatur gewünscht ist - insbesondere wenn ausschließlich gekühlte Produkte, nicht jedoch tiefgekühlte Produkte aufgenommen werden sollen - schlägt das Dokument EP 2 988 080 A1 vor, die Trennwand zwischen den beiden Kühlkammern herauszunehmen, sodass eine einzelne durchgehende Kühlkammer mit einer einheitlichen Temperatur gebildet wird.

[0003] Auch wenn eine Ausgestaltung des Behälters mit herausnehmbarer Trennwand in vielen Fällen unproblematisch ist, kann eine herausnehmbare Trennwand in besonderen Einsatzszenarien nachteilig sein. Wird der Behälter bspw. durch einen ersten Verwender ausschließlich mit zu kühlenden Produkten befüllt, weshalb der erste Verwender die Trennwand herausnimmt, und anschließend an einen zweiten Verwender übersandt, kann dieser den Behälter nicht ohne Weiteres - insbesondere ohne dass ihm der erste Verwender die zuvor herausgenommene Trennwand zukommen lässt oder der zweite Verwender eine geeignete Trennwand vorliegen hat - für eine gleichzeitige Verwendung für gekühlte und tiefgekühlte Produkte verwenden.

[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Behälter zu schaffen, bei dem die Nachteile aus dem Stand der Technik nicht mehr oder nur noch im verminderten Maße auftreten.

[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Behälter gemäß dem Hauptanspruch sowie eine Verwendung des Behälters gemäß dem nebengeordneten Anspruch 10. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

[0006] Demnach betrifft die Erfindung einen Behälter zum Transport von gekühlten und/oder tiefgekühlten Produkten mit wenigstens zwei voneinander getrennten Kühlkammern zur Aufnahme von gekühlten oder tiefgekühlten Produkten, wobei die Zugriffsöffnungen der einzelnen Kühlkammern in einer gemeinsamen Ebene angeordnet und durch einen gemeinsamen Deckel wahlweise verschließbar sind, wobei der Deckel wenigstens eine Kühlmittelkammer zur Aufnahme von Kühlmittel und ausgehend von jeder der wenigstens einen Kühlmittelkammer jeweils wenigstens eine Fluidleitung zu der beim Verschließen den Kühlkammern zugewandten Seite des Deckels aufweist, und der Deckel zum Verschließen in wenigstens zwei verschiedenen Positionen auf dem Behälter anordenbar ist, wobei die in der ersten Position in einer ersten einzelnen Kühlkammer endenden Fluidleitungen in der zweiten Position nicht sämtlich in der ersten oder einer zweiten einzelnen Kühlkammer enden.

[0007] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Verwendung des erfindungsgemäßen Behälters, bei welcher der Deckel in der zweiten Position auf dem Behälter angeordnet ist.

[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Behälter lässt sich also die Zuordnung der Fluidleitungen zwischen der wenigstens einen Kühlmittelkammer und den wenigstens zwei Kühlkammern durch wahlweises Anordnen des Deckels auf dem Behälter in einer der wenigstens zwei unterschiedlichen Positionen verändern. Dabei ist wesentlich, dass nicht sämtliche Fluidleitungen, die in der ersten Position alle in einer bestimmten einzelnen Kühlkammer enden, in der zweiten Position wieder alle in einer (der gleichen oder einer anderen) bestimmten einzelnen Kühlkammer enden. Bei einem Behälter mit zwei Kühlkammern können so bspw. nicht sämtliche in der ersten Position in der ersten Kammer endenden Fluidleitungen in der zweiten Position sämtlich in der ersten oder der zweiten Kammer enden; vielmehr soll ein Teil der genannten Fluidleitungen in der ersten, ein anderer Teil in der zweiten Kammer enden. Dabei ist unerheblich, ob die betroffenen Fluidleitungen von einer einzigen oder mehrerer unterschiedlicher Kühlmittelkammern ausgehen.

[0009] Indem sich erfindungsgemäß die Zuordnung der Fluidleitungen zu den einzelnen Kühlkammern beim Verschließen des Behälters mit dem Deckel durch die Wahl der Position, mit der der Deckel auf dem Behälter angeordnet wird, verändern lässt, wird eine gegenüber dem Stand der Technik erweiterte Flexibilität hinsichtlich der Temperatur in den einzelnen Kühlkammern und insbesondere der Temperaturdifferenz zwischen den einzelnen Kühlkammern erreicht. Bei geeigneter Anordnung der Fluidleitungen können bspw. alle von einer Kühlmittelkammer ausgehenden Fluidleitungen in der ersten Position des Deckels in einer einzelnen ersten Kühlkammer enden, während die Fluidleitungen in einer zweiten Position jeweils zur Hälfte in der ersten Kühlkammer und einer zweiten Kühlkammer enden. In der ersten Position ist es dann bspw. möglich, in der ersten Kühlkammer durch in der Kühlmittelkammer enthaltenes Kühlmittel eine zum Tiefkühlen ausreichend geringe Temperatur (bspw. von -24°C bis - 20°C) zu erreichen (die zweite Kühlkammer kann bei Bedarf in diesem Fall über eine evtl. vorhandene zweite Kühlmittelkammer gekühlt werden), während in der zweiten Position über das in der Kühlmittelkammer enthaltene Kühlmittel beide Kühlkammern auf eine zum Kühlen ausreichende Temperatur (bspw. 5°C bis 7°C) abgekühlt werden können (eine evtl. vorhandene zweite Kühlmittelkammer kann dabei kühlmittelfrei bleiben). Im letzten Fall ist die aufgrund der hälftigen Aufteilung der Fluidleitungen davon auszugehen, dass sich in beiden Kühlkammern dieselbe Temperatur einstellt. Eine herausnehmbare Trennwand, wie sie im Stand der Technik vorgesehen ist, ist dafür nicht erforderlich. Vielmehr ist bevorzugt, wenn die Konfiguration der Kühlkammern unveränderlich ist, also insbesondere keine wahlweise herausnehmbaren Konfigurationselemente, wie bspw. Trennwände, vorgesehen sind.

[0010] Es ist bevorzugt, wenn ausgehend von wenigstens einer Kühlmittelkammer wenigstens zwei Fluidleitungen vorgesehen sind und sämtliche von der wenigstens einen Kühlmittelkammer ausgehenden Fluidleitungen in der ersten Position des Deckels beim Verschließen in derselben Kühlmittelkammer enden und in der zweiten Position des Deckels beim Verschließen die von einer Kühlmittelkammer ausgehenden Fluidleitungen), vorzugsweise jeweils zu gleichen Teilen, in wenigstens zwei unterschiedlichen Kühlkammern enden. Wie bereits dargelegt, ist es weiter bevorzugt, wenn die Anzahl der in der zweiten Position in den unterschiedlichen Kühlkammern endenden Fluidleitungen jeweils gleich ist.

[0011] Zwei der wenigstens zwei Positionen des Deckels sind vorzugsweise um einen Winkel kleiner 180° winkelverschiedene Positionen. Der Winkel wird dabei um eine Achse senkrecht zur gemeinsamen Ebene der Zugriffsöffnungen gebildet. Weiter vorzugsweise ist der Winkel zwischen den beiden Positionen dabei ein ganzzahliges Vielfaches eines ganzzahligen Teils von 180° (i × 180°/j mit

). Weiter vorzugsweise beträgt der Winkel zwischen den beiden Positionen 90°.

[0012] Die Außenkontur des Deckels ist vorzugsweise um wenigstens eine Ebene senkrecht zur gemeinsamen Ebene der Zugriffsöffnungen flächensymmetrisch. Durch eine entsprechende Symmetrie - die sich auf den Deckel im auf dem Behälter angeordneten Zustand bezieht - kann einfach sichergestellt werden, dass der Deckel in zumindest zwei winkelverschiedenen Positionen auf dem Behälter befestigbar ist. Die Winkellage der Symmetrieebene verändert sich zwischen den beiden Positionen dabei entsprechend dem Winkel zwischen den winkelverschiedenen Positionen. Der innere Aufbau des Deckels - insbesondere die Ausgestaltung der Kühlmittelkammern und der Fluidleitungen - ist um die Symmetrieebene für die Außenkontur hingegen im Regelfall nicht symmetrisch.

[0013] Es ist besonders bevorzugt, wenn der Deckel die Form eines regelmäßigen Vielecks, vorzugsweise eines Quadrats, oder eines Kreises aufweist. Eine entsprechende Form erfüllt die zuvor beschrieben Anforderungen an die Flächensymmetrie und ist in der Herstellung einfach.

[0014] Es ist bevorzugt, wenn der Deckel zwei oder mehr Kühlmittelkammern, vorzugsweise eine Anzahl an Kühlmittelkammern entsprechend der Anzahl der Kühlkammern, aufweist, wobei vorzugsweise wenigstens unmittelbar benachbarte Kühlmittelkammern miteinander fluidverbunden sind. Indem eine der Anzahl der Kühlkammern entsprechende Anzahl an Kühlmittelkammern vorgesehen ist, ist es möglich, dass zumindest einer Position des Deckels jeder Kühlkammer eine Kühlmittelkammer derart unmittelbar zugeordnet ist, dass alle von einer Kühlmittelkammer ausgehenden Fluidleitungen jeweils in einer bestimmten Kühlkammer enden. Durch individuelle Befüllung der Kühlmittelkammern mit Kühlmittel lässt sich die Temperatur in der jeweils zugehörigen Kühlkammer individuell einstellen. Sollen in einer ersten Kühlkammer tiefgefrorene Produkte, in einer zweiten Kühlkammer lediglich gekühlte Produkte aufgenommen werden, kann auch die der zweiten Kühlkammer zugeordnete Kühlmittelkammer kühlmittelfrei bleiben. Die zweite Kühlkammer wird dann aufgrund der Fluidverbindung zwischen den Kühlmittelkammern über das Kühlmittel in der, der ersten Kühlkammer zugeordneten Kühlkammer indirekt "mitgekühlt".

[0015] Es ist bevorzugt, wenn Mittel zum wahlweisen Verschließen wenigstens einer der Fluidleitungen und/oder einer der Fluidverbindungen zwischen zwei Kühlmittelkammern vorgesehen sind. Insbesondere wenn mehr als eine Fluidleitung zwischen einer Kühlmittelkammer und einer Kühlkammer bzw. mehr als eine Fluidverbindung zwischen zwei Kühlmittelkammern vorgesehen sind, kann durch das wahlweise Verschließen wenigstens eines Teils der Fluidleitungen bzw. Fluidverbindungen der Wärmeaustausch zwischen den einzelnen Kammern beeinflusst werden. Die Mittel zum wahlweisen Verschließen können als Stopfen ausgebildet sein. Es ist aber auch möglich, dass als Mittel zum wahlweisen Verschließen der Fluidleitungen oder Fluidverbindungen auch Absperrschieber in wenigstens einem Teil der Fluidleitungen oder Fluidverbindungen vorgesehen sind.

[0016] Der Behälter und/oder der Deckel sind vorzugsweise aus thermisch isolierendem Material, vorzugsweise aus Schaumpolystyrol. Dadurch kann der Wärmeaustausch mit der Umgebung des Behälters sowie dessen Kammern untereinander - ausgenommen der ausdrücklich gewollte Wärmeaustausch über die Fluidleitungen und Fluidverbindungen - reduziert werden.

[0017] Es ist bevorzugt, wenn die Kühlmittelkammern zur Aufnahme von festem und sublimierbarem Kühlmittel, insbesondere Trockeneis, ausgebildet sind. Trockeneis sublimiert bei -78,48°C. Es bietet daher ausreichende Kühleigenschaften und hinterlässt kein flüssiges Schmelzprodukt, welches aufgefangen oder von den zu kühlenden oder tiefzukühlenden Produkten getrennt gehalten werden müsste.

[0018] Zur Erläuterung der erfindungsgemäßen Verwendung des erfindungsgemäßen Behälters wird auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen.

[0019] Die Erfindung wird nun anhand einer vorteilhaften Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
Figur 1a,b:
schematische Darstellungen eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Behälters mit zwei unterschiedlichen Positionen des Deckels.


[0020] In Figur 1 ist schematisch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Behälters 1 zum Transport von gekühlten und/oder tiefgekühlten Produkten dargestellt.

[0021] Der Behälter 1 umfasst zwei voneinander durch eine feste und insbesondere nicht herausnehmbare Trennwand 2 getrennte Kühlkammern 3.1, 3.2 zur Aufnahme von gekühlten und/oder tiefgekühlten Produkten. Die Produkte können dabei über Zugriffsöffnungen 4.1, 4.2 in die Kühlkammern 3.1, 3.2 eingebracht oder aus diesen entnommen werden. Die Zugriffsöffnungen 4.1, 4.2 sind dabei in einer gemeinsamen Ebene an der Oberseite des Behälters 1 angeordnet.

[0022] Der Behälter 1 bzw. die beiden Kühlkammern 3.1, 3.2 lassen sich durch den gemeinsamen Deckel 10 wahlweise verschließen. Dazu wird der Deckel 10 in einer geeigneten Position auf dem Behälter 1 angeordnet. Die Außenkontur des Deckels 10 entspricht dabei einem Quadrat. Sowohl Deckel 10 als auch Behälter 1 sind aus Schaumpolystyrol.

[0023] Der Deckel 10 umfasst zwei Kühlmittelkammern 11.1, 11.2 zur wahlweisen Aufnahme von Trockeneis als Kühlmittel (nicht dargestellt). Die Zugänglichkeit der Kühlmittelkammern 11.1, 11.2 zum Einfüllen des Kühlmittels wird durch die abnehmbare Abdeckung 12 des Deckels 10 sichergestellt.

[0024] Die beiden Kühlmittelkammern 11.1, 11.2 sind durch eine Fluidverbindung 13 untereinander verbunden. Außerdem gehen von jeder Kühlmittelkammer 11.1, 11.2 Fluidleitungen 14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2 aus, die zu der dem Behälter 1 zugewandten Seite des Deckels 10 führen, sodass sie in einer der Kühlkammern 3.1, 3.2 enden, wenn der Deckel 10 auf dem Behälter angeordnet ist. Letzteres wird durch die Strichpunktlinien in Figur 1a, b verdeutlicht.

[0025] Der Deckel 10 lässt sich in zwei um 90° um eine Achse senkrecht zur Ebene der Zugriffsöffnungen 4.1, 4.2 winkelverschiedenen Positionen auf dem Behälter 1 anordnen. Der Winkel zwischen den beiden Positionen beträgt dabei 90°. In Figur 1a ist die erste Position des Deckels 10 dargestellt, in Figur 1b die zweite.

[0026] In der ersten Position enden sämtliche Fluidleitungen 14.1.1, 14.1.2 der einen Kühlmittelkammer 11.1 in der einen Kühlkammer 3.1; sämtliche Fluidleitungen 14.2.1, 14.2.2 der anderen Kühlmittelkammer 11.2 enden in der anderen Kühlkammer 3.1. Bei der ersten Position des Deckels 10 ist es so bspw. möglich, durch Füllen der einen Kühlmittelkammer 11.1 mit Trockeneis eine zum Tiefkühle ausreichend niedrige Temperatur (bspw. von -24°C bis -20°C) in der ersten Kühlkammer 3.1 zu erreichen. Ist die andere Kühlmittelkammer 11.2 ebenfalls mit Trockeneis gefüllt, stellt sich auch in der anderen Kühlkammer 3.2 eine zum Tiefkühlen geeignete Temperatur ein. Bleibt die andere Kühlmittelkammer 11.2 entgegen leer (also kühlmittelfrei), erfolgt die Kühlung der anderen Kühlkammer 3.2 lediglich indirekt über die eine Kühlmittelkammer 11.1 durch die Fluidverbindung 13, die andere Kühlmittelkammer 11.2 und die Fluidleitungen 14.2.1, 14.2.2, sodass sich in der anderen Kühlkammer 3.2 eine zwar zum Kühlen, nicht jedoch zum Tiefkühlen geeignete Temperatur einstellt.

[0027] In der in Figur 1a dargestellten ersten Position des Deckels 10 ist es also möglich, entweder beide Kühlkammer 3.1, 3.2 auf eine zum Tiefkühlen geeignete Temperatur zu kühlen oder eine der beiden Kühlkammern 3.1 auf eine zum Tiefkühlen geeignete Temperatur, die andere Kühlkammer 3.2 jedoch lediglich auf eine zum Kühlen geeignete Temperatur abzukühlen. Ein Abkühlen beider Kühlkammern 3.1, 3.2 auf eine zum Kühlen, jedoch nicht zum Tiefkühlen geeignete Temperatur ist in der ersten Position gemäß Figur 1a - u.a. aufgrund der nicht herausnehmbaren Trennwand 2 - jedenfalls nicht mit vertretbarem Aufwand möglich.

[0028] Allerdings lässt sich Entsprechendes ohne weiteres in der in Figur 1b dargestellten zweiten Position des Deckels 10 erreichen. In dieser, um 90° gegenüber der ersten Position gedrehten zweiten Position des Deckels 10, endet die eine Hälfte der Fluidleitungen 14.1.1 der einen Kühlmittelkammer 11.1 in der einen Kühlkammer 3.1, während die andere Hälfte der Fluidleitungen 14.1.2 derselben Kühlmittelkammer 11.1 in der anderen Kühlkammer 3.2 endet. Analog gilt dies auch für die Fluidleitungen 14.2.1, 14.2.2 der anderen Kühlmittelkammer 11.2. Wird nun lediglich eine der beiden Kühlmittelkammern 11.1, 11.2 mit Trockeneis befüllt, während die andere Kühlmittelkammer 11.2, 11.1 kühlmittelfrei bleibt, werden die beiden Kühlkammern 3.1, 3.2 beide auf eine zum Kühlen von Produkten geeignete Temperatur abgekühlt.


Ansprüche

1. Behälter (1) zum Transport von gekühlten und/oder tiefgekühlten Produkten mit wenigstens zwei voneinander getrennten Kühlkammern (3.1, 3.2) zur Aufnahme von gekühlten oder tiefgekühlten Produkten, wobei die Zugriffsöffnungen (4.1, 4.2) der einzelnen Kühlkammern (3.1, 3.2) in einer gemeinsamen Ebene angeordnet und durch einen gemeinsamen Deckel (10) wahlweise verschließbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Deckel (10) wenigstens eine Kühlmittelkammer (11.1, 11.2) zur Aufnahme von Kühlmittel und ausgehend von jeder der wenigstens einen Kühlmittelkammer (11.1, 11.2) jeweils wenigstens eine Fluidleitung (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2) zu der beim Verschließen den Kühlkammern (3.1, 3.2) zugewandten Seite des Deckels (10) aufweist, und der Deckel (10) zum Verschließen in wenigstens zwei verschiedenen Positionen auf dem Behälter (1) anordenbar ist, wobei die in der ersten Position in einer ersten einzelnen Kühlkammer (3.1, 3.2) endenden Fluidleitungen (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2) in der zweiten Position nicht sämtlich in der ersten oder einer zweiten einzelnen Kühlkammer (3.1, 3.2) enden.
 
2. Behälter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
ausgehend von wenigstens einer Kühlmittelkammer (11.1, 11.2) wenigstens zwei Fluidleitungen (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2) vorgesehen sind und sämtliche von einer Kühlmittelkammer (11.1, 11.2) ausgehenden Fluidleitungen (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2) in der ersten Position des Deckels (10) beim Verschließen in derselben Kühlkammer (3.1, 3.2) enden und in der zweiten Position des Deckels (10) beim Verschließen die von einer Kühlmittelkammer (11.1, 11.2) ausgehenden Fluidleitungen (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2), vorzugsweise jeweils zu gleichen Teilen, in wenigstens zwei unterschiedlichen Kühlkammern (3.1, 3.2) enden.
 
3. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwei der wenigstens zwei Positionen des Deckels (10) um einen Winkel kleiner 180° winkelverschiedene Positionen sind.
 
4. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Außenkontur des Deckels (10) um wenigstens eine Ebene senkrecht zur gemeinsamen Ebene der Zugriffsöffnungen (4.1, 4.2) flächensymmetrisch ist.
 
5. Behälter nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Außenkontur des Deckels (10) die Form eines regelmäßigen Vielecks, vorzugsweise eines Quadrats, oder eines Kreises aufweist.
 
6. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Deckel (10) zwei oder mehr Kühlmittelkammern (11.1, 11.2), vorzugsweise eine Anzahl an Kühlmittelkammern (11.1, 11.2) entsprechend der Anzahl der Kühlkammern (3.1, 3.2), aufweist, wobei vorzugsweise wenigstens unmittelbar benachbarte Kühlmittelkammern (11.1, 11.2) miteinander fluidverbunden (13) sind.
 
7. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Mittel zum wahlweisen Verschließen wenigstens einer der Fluidleitungen (14.1.1, 14.1.2, 14.2.1, 14.2.2) und/oder einer der Fluidverbindungen (13) zwischen zwei Kühlmittelkammern (11.1, 11.2) vorgesehen sind.
 
8. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Behälter (1) und/oder der Deckel (10) aus thermisch isolierendem Material, vorzugsweise aus Schaumpolystyrol, sind.
 
9. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kühlmittelkammern (11.1, 11.2) zur Aufnahme von festem und sublimierbarem Kühlmittel, insbesondere Trockeneis, ausgebildet sind.
 
10. Verwendung eines Behälters nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Deckel (10) in der zweiten Position auf dem Behälter (1) angeordnet ist.
 
11. Verwendung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
lediglich ein Teil der Kühlmittelkammern (11.1, 11.2) mit Kühlmittel befüllt ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente