[0001] Die Erfindung betrifft die Herstellung klarer nährstoffreicher stickstoff- und schwefelhaltiger
Flüssigdünger mit einem optimalen Verhältnis von Stickstoff zu Schwefel von 4-5:1
bei einer Rezeptur, gemäß Anspruch 1, die Ätzschäden in Pflanzenbeständen bei der
Ausbringung vermeidet, Korrosionen an Behälterwänden aus Kohlenstoffstahl ausschließt
und als ein Qualitätskriterium unter mitteleuropäischen Klimabedingungen einen Kristallpunkt
von -15 °C oder tiefer gewährleistet. Stickstoff-Schwefel-Flüssigdünger, bestehend
aus Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) oder Harnstofflösung und ausschließlich
Ammoniumthiosulfat (ATS) lassen sich zwar im genannten optimalen N:S-Verhältnis herstellen,
wirken aber wegen des dabei notwendigerweise hohen ATS-Anteils schwach nitrifikationsinhibierend
auf die Ammonium- und Carbamid-N-Komponenten im Dünger. Nach der deutschen Düngemittelverordnung
sind Stickstoffdünger mit einem Anteil von 7,7 % Dicyandiamid und 4,8 % ATS bezogen
auf den Gesamtgehalt an Ammonium-, Carbamid- und Cyanamid- enthaltenem Stickstoff
als N-stabilisierte Düngemittel zugelassen. ATS allein ohne Dicyandiamid wirkt erst
bei wesentlich höheren Gehalten und ist deshalb auch nicht als Nitrifikationsinhibitor
in der deutschen Düngemittelverordnung zugelassen.
Die Bereitstellung N-stabilisierter Flüssigdünger ist nicht in jedem Fall gewünscht.
Es besteht auch verbreitet Nachfrage nach einem Stickstoff-Schwefel-Flüssigdünger
ohne Nitrifikationsinhibitor. Das schließt die Herstellung von N/S-Flüssigdüngern
mit alleiniger Zugabe von ATS als Schwefelquelle aus.
Stickstoff-Schwefel-Flüssigdünger, die neben anderen Nährstoffen Ammoniumnitrat und/oder
Ammoniumsulfat enthalten, wirken stark korrosiv gegenüber Kohlenstoffstahl, beispielsweise
in Rohrleitungen und an Behälterwandungen. Zur Vermeidung von Korrosionsschäden bei
Transport, Lagerung und Ausbringung des Flüssigdüngers müssen daher Korrosionsinhibitoren
zugesetzt werden. Eine Vielzahl unterschiedlich zusammengesetzter chemischer Stoffe
wurde als Korrosionsinhibitoren vorgeschlagen. Waren es anfangs nur bevorzugt anorganische
Salze, die mit dem Wandmaterial unter Ausbildung einer unlöslichen passivierenden
Schutzschicht reagierten, wurden später auch Verbindungen mit Tensideigenschaften
vorgeschlagen. Diese bilden an der Grenzfläche zwischen Flüssigkeit und Wandung eine
passivierende Schutzschicht, die allerdings bei Turbulenzen in der Flüssigkeit, zum
Beispiel bei raschem Durchleiten durch eine Pipeline oder ähnlichen Umschlagsoperationen,
partiell gestört werden kann.
[0002] Beispiele für den Einsatz anorganischer Salze sind in
DD 208143,
US 4556536 und
US 4600558 dargelegt. Das in
DD 208143 für Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung als Stickstoff-Flüssigkeitsdünger vorgeschlagene
Korrosionsschutzmittel, bestehend aus einem Gemisch aus Mono- und Diphosphaten, gibt
in Stickstoff-Schwefel-Flüssigdüngern bestehend aus Ammoniumnitrat, Harnstoff und
Ammoniumsulfat dagegen keinen ausreichenden Schutz. Ähnlich verhalten sich andere
Schutzsysteme auf Grundlage von anorganischen Salzen, wenn Ammoniumsulfat im Flüssigdünger
zugegen ist. Hier bewährten sich dann solche Korrosionsschutzmittel, die als Tenside
eine schützende Grenzfläche zwischen Flüssigkeit und Behälterwandung ausbilden. Dazu
wurden alkylierte Phosphorsäuren oder Phosphonsäure, Alkyl- oder Aralkylcarbonsäuren
sowie auch Alkylsulfonsäuren als Beispiele in einer Vielzahl von Patenten vorgeschlagen.
[0003] Nährstoffreiche Flüssigdüngemittel mit einem hohen Salzgehalt führen unter bestimmten
Bedingungen bei längerer Verweilzeit auf den Blättern eines Pflanzenbestandes zu Ätzschäden
mit Auswirkungen auf die weitere Vegetation und letztlich zu herabgesetzten Ernteerträgen.
[0004] Entscheidend für das Ausmaß der Schäden des Düngers auf den Blättern ist die Kontaktzeit
von Flüssigdünger und Pflanze. Diese wiederum wird stark von der Oberflächenspannung
der Düngerflüssigkeit bestimmt: Eine hohe Oberflächenspannung im Bereich von Wasser
mit ca. 73 mN/m führt zur Ausbildung großer Flüssigkeitstropfen, die rasch von den
Blättern abtropfen und dadurch nur kurzzeitigen Kontakt mit der Pflanze haben. Bei
stark abgesenkter Oberfächenspannung, was bei Zusatz der tensidischen Korrosionsinhibitoren
unvermeidlich ist, verteilen sich die kleinen Tröpfchen auf den Blättern durch Spreitung
und laufen nicht mehr schnell genug ab, sondern können eine größere Fläche des Blattes
über längere Zeit gut benetzen. Die Folge davon sind beobachtete höhere Ätzschäden
durch den Flüssigdünger bei Einsatz von grenzflächenaktiven Korrosionsinhibitoren
oder auch bei Zumischung tensidhaltiger Pflanzenschutzmittel-Formulierungen, wie beispielsweise
Fungiziden, in Flüssigdünger.
[0005] Die Notwendigkeit der Einhaltung eines Kristallpunktes von mindestens -15 °C ergibt
sich bei der Lagerung des Flüssigdüngers über den mitteleuropäischen Winter. Auskristallisierter
Feststoff oder Eisbildung in Behältern oder Leitungen führt zu mannigfachen Erschwernissen.
Aus diesem Grund entspricht beispielsweise eine Rezeptur für einen N/S-Flüssigdünger
aus Harnstoff-Lösung und ausschließlich Ammoniumsulfat als Schwefelquelle unter Zugrundelegung
des physikochemischen Zustandsdiagrammes (The International Fertilizer Society - Proceedings
No 559) nicht den Anforderungen an die Einhaltung des Kristallpunktes, da bei tiefen
Temperaturen und hohen Konzentrationen das Ammoniumsulfat auskristallisiert. Im System
AHL-Ammoniumsulfat-Wasser in einer Zusammensetzung von 18 % N und 6 % S liegt der
Kristallpunkt nach der gleichen Quelle bei ca. -9 °C. Damit wird deutlich, dass unter
Beschränkung auf die Nährstoffkomponenten Harnstoff, Ammoniumnitrat und Ammoniumsulfat
kein N/S-Flüssigdünger mit einem gewünschten Nährstoffverhältnis von 4-5:1 unter Einhaltung
aller Gebrauchswertvorgaben herstellbar ist.
[0006] US4239522 A beschreibt eine UAN Zusammensetzung die Harnstoff, Ammoniumnitrat, Ammoniumsulfat
und Wasser enthält. Die Zusammensetzung enthält kein Ammoniumthiosulfat.
[0007] US3930832 A beschreibt eine UAN Zusammensetzung die 0.1 bis 5 Gew% Thiosulfat in eine Ammoniumnitrat
- Harnstoff Wasser-Lösung enthält.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Rezeptur für einen Flüssigdünger
gemäß Anspruch 1 vorzuschlagen, bei der alle vorgenannten Anforderungen - ein hoher
und im N/S-Verhältnis optimierter Nährstoffgehalt, das Ausbleiben von Ätzschäden an
Pflanzen, der Korrosionsschutz und die Einhaltung der Kristallpunktvorgabe - erfüllt
werden. Ammoniumsulfat als alleinige Schwefelquelle im Flüssigdüngemittel bei Gegenwart
von Ammoniumnitrat erfüllt durch seine begrenzte Löslichkeit nicht die Forderung nach
einem optimalen N/S-Verhältnis. Außerdem erfordert Ammoniumsulfat tensidhaltige Korrosionsschutzzusätze
mit den genannten nachteiligen Wirkungen bei der Ausbringung in Pflanzenbestände.
Ein angestrebtes N/S-Nährstoffverhälnis von 4-5:1 bei einem Gesamtnährstoffgehalt
von 25 - 35 %, z.B. 30 - 35 %, ist nur erreichbar durch den Zusatz einer schwefelreichen
wasserlöslichen Verbindung, wie zum Beispiel Ammoniumthiosulfat, zu einer Ammoniumnitrat-Harnstofflösung
(AHL) als Basis, allerdings unterhalb des Konzentrationsbereiches der Wirkung als
Nitrifikationshemmer.
Aus technologischen und aus Kostengründen wird als Basisdünger eine mit Phosphat-/
Diphosphat-Korrosionsinhibitor versetzte AHL mit 28 - 30 % N-Gehalt eingesetzt, der
gemäß der gewünschten Flüssigdünger-N/S-Endzusammensetzung ca. 70%ige Harnstofflösung
(bei 95 °C) und der entsprechende Anteil an Ammoniumsulfat (möglicherweise aus Ammoniak
und Schwefelsäure in situ erzeugt) und schließlich 60%ige ATS-Lösung zugemischt werden.
Eine Feststoffdosierung der einzelnen Komponenten ist prinzipiell auch möglich, wird
jedoch aus praktischen Gründen nicht favorisiert.
[0009] Überraschenderweise zeigte sich, dass die auf diese Weise hergestellten Rezepturen
unter Zusatz von Ammoniumsulfat und Ammoniumthiosulfat zu Ammoniumnitrat-Harnstoff
ohne die sonst bei Ammoniumsulfat-Gehalten notwendigen tensidischen Korrosionsinhibitoren
auskommen, wie entsprechende Untersuchungen zeigten. Es genügt das mit der AHL eingebrachte
Korrosionsinhibitorgemisch aus Natriumdihydrogenphosphat und Natriumdiphosphat (NH
4H
2PO
4/Na
4P
2O
7) in Kombination mit Ammoniumthiosulfat. Die Inhibitorkonzentration kann beispielsweise
2000 bis 2500 ppm betragen. Etwas 2000 ppm genügen in der Regel. Geeignete Konzentrationen
ermittelt der Fachmann ohne weiteres. Der Korrosionsinhibitor kann in den Flüssigdünger
z.B. zur AHL oder im Verlaufe des weiteren Mischungsprozesses zugemischt werden.
[0010] Damit bleibt auch die Oberflächenspannung des mit dem Ammoniumthiosulfat hergestellten
N/S-Flüssigdüngers in der Größenordnung des Wassers zwischen 60 bis 80 mN/m, was als
wesentliche Voraussetzung für eine gute Pflanzenverträglichkeit erkannt wurde.
[0011] Offenbar zeigt das Ammoniumthiosulfat darüber hinaus eine gewisse Safener-Wirkung
gegen Verätzung und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber Stress-Situationen,
wie sie bei hohen Salzgehalten im Kontakt mit der Blattoberfläche der Pflanzen auftreten.
Die als solche Safener wirksamen Substanzen erhöhen die Salztoleranz der Pflanzen.
[0012] Weiterhin ist der Ammoniumthiosulfat-Anteil ein Schwefel-Depot im S-Nährstoffanteil,
da im Boden die Umwandlung von Thiosulfat zum alleinigen pflanzenverfügbaren Sulfat-Schwefel
einige Zeit benötigt, wie aus Bodenmodelltest-Versuchen bekannt ist.
[0013] Auch die Prüfung des Kristallpunktes im Lagertest ergab, dass die Vorgabe von -15
°C trotz der hohen Nährstoffgehalte eingehalten werden kann. Ammoniumthiosulfat muss
zur Herbeiführung der Safenerwirkung gegenüber Verätzungen durch Flüssigdünger in
einer Konzentration von mindestens 7 Gewichtsprozenten enthalten sein, wenn zugleich
Ammoniumnitrat und vor allem Ammoniumsulfat enthalten sind.
[0014] Die Erfindung wird durch nachstehende Beispiele beschrieben. Die Erfindung ist durch
die Beispielrezepturen nicht eingeschränkt.
Geprüfte Rezepturen der N/S-Flüssigdünger:
[0015] Unter Einsatz der Basis-Rohstoffkomponenten Ammoniumnitrat, Harnstoff, gegebenenfalls
als Lösung (AHL) und Harnstofflösung, Ammoniumthiosulfat bzw. als Lösung und Ammoniumsulfat
wurden Lösungen der Flüssigdünger-Rezepturen N/S 26/5, N/S 25/6 und N/S 25/5 hergestellt
und untersucht.
| Basis Rohstoffe |
Zusammensetzung (%) |
| Ammoniumnitrat |
28 - 30 |
| Harnstoff |
22 - 28 |
| Ammoniumsulfat |
8 - 9 |
| Ammoniumthiosulfat |
7 - 10 |
| Wasser |
ad 100 |
Beispiel 1:
Untersuchung der Korrosion von Flüssigdüngern im Vergleich
[0016] Die Korrosionsprüfung wurde pro Flüssigdünger-Variante als Doppelbestimmung durchgeführt.
Die Prüfkörper werden bei Raumtemperatur über mindestens 28 Tage hängend in der Prüflösung
in völliger Ruhe belassen. Durch Ermittlung der Gewichtsdifferenz zwischen Beginn
und Beendigung kann der Abtrag pro Jahr nach folgender Formel berechnet werden.
A = Abtrag in Millimeter pro Jahr (mm/a)
Ga = Gewicht am Anfang in Gramm (g)
Ge = Gewicht am Ende in Gramm (g)
F = Prüfkörperfläche in Quadratzentimeter (cm2)
ρ = Dichte des Prüfkörpers in Gramm pro Kubikzentimeter (g/cm3)
d = Anzahl der Versuchstage
Geräte und Reagenzien:
[0017]
- Glasflaschen mit gelochtem Schraubdeckel (1000 ml)
- Teflonfaden
- Prüfkörper Kohlenstoffstahl Dichte: 7,5 g/cm3
- Analysenwaage
- Konz. Salzsäure (zur Aktivierung der C-Stahl Prüfkörper)
- Leitungswasser
[0018] In der folgenden Tabelle ist der Abtrag pro Jahr der geprüften Kohlenstoffstahl-Prüfkörper
zusammengefasst.
| N/S-Verhältnis |
AHL mit Phosphatinhibitor 1) |
Inhibitor aus Tensiden 2) |
Abtrag mm/a |
Aussehen Lösung |
Aussehen Prüfkörper |
| 24/3 |
nein |
nein |
0,5154 |
braun/trüb |
rau/stumpf |
| 24/3 |
ja |
nein |
0,1778 |
braun/trüb |
rau/stumpf |
| 25/6 |
ja |
nein |
0,0054 |
klar |
glatt |
| 26/5 |
ja |
nein |
0,0064 |
klar |
glatt |
| 25/5 |
ja |
nein |
0,0070 |
klar |
glatt |
| 11/26 |
nein |
nein |
0,0029 |
klar/brauner Bodensatz |
glatt |
| 25/6 |
nein |
nein |
0,0059 |
klar/brauner Bodensatz |
glatt |
| 26/5 |
nein |
nein |
0,0064 |
klar/brauner Bodensatz |
glatt |
| 25/5 |
nein |
nein |
0,0070 |
klar/brauner Bodesatz |
glatt |
| 1) Konzentration 2000 -2500 ppm; 2) 100 - 200 ppm |
[0019] In der Materialkunde ist als Korrosion ein Materialabtrag > 0,1000 mm/a definiert.
Der Abtrag der erfindungsgemäßen Flüssigdünger-Lösungen ist < 0,0100 mm/a, so dass
von keiner Korrosion ausgegangen werden kann. Die inhibierende Wirkung von Ammoniumthiosulfat
(Probe N/S 11/26) ist bezüglich des Abtrages pro Jahr ausreichend, aber der aufgetretene
Bodensatz ist störend, so dass die Kombination mit dem Phosphatinhibitor zu favorisieren
ist.
Beispiel 2
Prüfung der Pflanzenverträglichkeit an ausgewählten Kulturen im Freiland
[0020] Die pflanzenbauliche Bewertung der Pflanzenverträglichkeit der erfindungsgemäßen
Flüssigdünger mit den N/S-Nährstoffverhältnissen 25/5, 26/5 und 25/6 wurde beispielhaft
mit Lösungen der optimalen Zusammensetzung 25/6 und 31 % Gesamt-Nährstoffgehalt durchgeführt.
[0021] Die Pflanzenverträglichkeit bewertet das Auftreten von Verätzungen in Form von Nekrosen
an Pflanzenteilen, speziell den Blättern, nach 3, 5 und 7 Tagen nach der Applikation
von Düngerlösungen.
[0022] Entsprechend dem bekannten landwirtschaftlichen Prüfsystem werden die zu prüfenden
Kulturen unter Freilandbedingungen in Parzellen herangezogen und bei Erreichen praxisüblicher
Düngungstermine mit entsprechender charakteristischer Pflanzenentwicklung gedüngt
und bewertet. Die Menge an Dünger angegeben als Stickstoff pro Fläche kgN/ha) ist
entsprechend der zu düngenden Pflanzen und Termine unterschiedlich.
[0023] Die Pflanzenverträglichkeit ist in den Kulturen Raps, Winterweizen und Wintergerste
im Vergleich zu AHL 28/0 und einem schwefelhaltigen Flüssigdünger 24/3 mit geringer
Oberflächenspannung aufgrund eines tensidischen Korrosionsinhibitors geprüft worden.
Die Ergebnisse der Pflanzenverträglichkeitsprüfung sind den folgenden Tabellen zu
entnehmen.
[0024] Pflanzenverträglichkeit in Raps
| Düngungstermin |
Menge-N kg/ha |
N/S 28/0 Nekrosen (%) |
N/S 24/3 Nekrosen (%) |
N/S 25/6 Nekrosen (%) |
| 31. März |
100 |
5 |
11 |
6 |
| 06. April |
100 |
6 |
11 |
6 |
| 09. April |
80 |
5 |
8 |
7 |
| 14. April |
80 |
4 |
6 |
5 |
[0025] Pflanzenverträglichkeit in Winterweizen
| Düngungstermin |
Menge-N kg/ha |
N/S 28/0 Nekrosen (%) |
N/S 24/3 Nekrosen (%) |
N/S 25/6 Nekrosen (%) |
| 07. April |
60 |
1 |
3 |
2 |
| 14. April |
60 |
2 |
3 |
3 |
| 24. April |
70 |
9 |
10 |
8 |
| 30. April |
70 |
6 |
7 |
5 |
| 11. Mai |
100 |
4 |
6 |
3 |
| 18. Mai |
100 |
4 |
6 |
4 |
[0026] Pflanzenverträglichkeit in Wintergerste
| Düngungstermin |
Menge-N kg/ha |
N/S 28/0 Nekrosen (%) |
N/S 24/3 Nekrosen (%) |
N/S 25/6 Nekrosen (%) |
| 07. April |
50 |
1 |
3 |
2 |
| 14. April |
50 |
1 |
2 |
2 |
| 17. April |
50 |
2 |
4 |
2 |
| 24. April |
50 |
3 |
5 |
3 |
| 27. April |
80 |
3 |
4 |
3 |
| 30. April |
80 |
2 |
3 |
1 |
Es ist gut zu erkennen, dass der erfindungsgemäße Flüssigdünger N/S 25/6 in seiner
Pflanzenverträglichkeit der AHL 28 entspricht.
Beispiel 3
[0027] Die Düngerlösungen aus den Pflanzenverträglichkeitsuntersuchungen wurden bezüglich
der Oberflächenspannung vermessen. Die ermittelten Werte sind der folgenden Tabelle
zu entnehmen.
| N/S-Verhältnis |
Oberflächenspannung (mN/m) |
| 28/0 |
69 |
| 25/6 |
67 |
| 24/3 |
72 |
| 24/3 (mit tensidischem Inhibitor) |
35 |
[0028] Die halbierte Oberflächenspannung durch die tensidischen Inhibitoren beim Verhältnis
24/3 erklärt die Ätzschäden aus dem Beispiel 2.
Beispiel 4
[0029] In Mitteleuropa ist der Kristallpunkt für einen Flüssigdünger eine entscheidende
charakteristische Eigenschaft, die aus der mengen- und rohstoffseitig gewählten Zusammensetzung
resultiert.
[0030] Zur Bestimmung vom Kristallpunkt werden unterschiedliche Methoden angewandt, die
durchaus nicht immer die richtigen Ergebnisse widerspiegeln. Dies trifft insbesondere
zu, wenn die Lösungen aus mehreren gelösten Komponenten und nicht nur einer gelösten
Substanz bestehen.
[0031] Die hier bestimmten Kristallpunkte sind mit einer internen Methode, die speziell
für die Prüfung im Düngemittelbereich erarbeitet wurde, bestimmt worden.
[0032] In einen Schüttelzylinder (100 ml) mit Schliff und Stopfen werden 70 ml der Probe
gefüllt und in einem Kryostaten gekühlt, beginnend bei 0 °C über -5 °C, -10 °C, -15
°C, -17 °C bis -19 °C. Die Proben wurden bei der entsprechenden Temperatur jeweils
2 h belassen und gegebenenfalls mit einem Glasstab an der Innenwand gerieben.
[0033] In der Tabelle sind die Kristallpunkte der erfindungsgemäßen Flüssigdünger denen
anderer Flüssigdünger gegenübergestellt.
| N/S-Verhältnis |
Rohstoffe |
Kristallpunkt (°C) |
| 28/0 |
Harnstoff; Ammoniumnitrat |
-17 |
| 26/5 |
Harnstoff; Ammoniumnitrat; Ammoniusulfat; Ammoniumthiosulfat |
-15 |
| 25/6 |
Harnstoff; Ammoniumnitrat; Ammoniumsulfat; Ammoniumthiosulfat |
-15 |
| 25/5 |
Harnstoff; Ammoniumnitrat; Ammoniumsulfat; Ammoniumthiosulfat |
-15 |
| 24/3 |
Harnstoff; Ammoniumnitrat; Ammoniumsulfat |
-15 |
| 20/6 |
Harnstoff; Ammoniumsulfat |
-5 |
1. Nährstoffreicher Stickstoff-Schwefel-Flüssigdünger mit einem Gesamtnährstoffgehalt
von über 25% und einem Stickstoff-Schwefel-Verhältnis von 4-5 : 1, enthaltend 28-30%
Ammoniumnitrat, 22-28% Harnstoff, 8-9% Ammoniumsulfat, 7-10% Ammoniumthiosulfat und
mindestens ein Phosphatsalz in einer stahlkorrosionsinhibierenden Konzentration, wobei
das mindestens eine Phosphatsalz in einer Konzentration von 2.000 bis 2500 ppm enthalten
ist.
2. Stickstoff-Schwefel-Flüssigdünger nach Anspruch 1, wobei das mindestens eine Phosphatsalz
ein Gemisch aus Mono- und Diphosphaten ist.
3. Stickstoff-Schwefel-Flüssigdünger nach Anspruch 2, wobei das Gewichtsverhältnis Monophosphat
zu Diphosphat 2 : 1 beträgt.
4. Stickstoff-Schwefel-Flüssigdünger nach einem der vorstehenden Ansprüche, der außerdem
mindestens einen Ureaseinhibitor oder mindestens einen Nitrifikationsinhibitor oder
ein Gemisch aus mindestens einem Urease- und mindestens einem Nitrifikationsinhibitor
in einer urease- bzw. nitrifikationsinhibierenden Konzentration enthält.
1. Nutrient-rich nitrogen-sulfur liquid fertilizer with a total nutrient content of more
than 25% and a nitrogen-sulfur ratio of 4-5 : 1, containing 28-30% ammonium nitrate,
22-28% urea, 8-9% ammonium sulfate, 7-10% ammonium thiosulfate and at least one phosphate
salt in a steel corrosion inhibiting concentration, wherein the at least one phosphate
salt is contained in a concentration of 2,000 to 2,500 ppm.
2. Nitrogen-sulfur liquid fertilizer according to claim 1, wherein the at least one phosphate
salt is a mixture of mono- and diphosphates.
3. Nitrogen-sulfur liquid fertilizer according to claim 2, wherein the weight ratio of
monophosphate to diphosphate is 2 : 1.
4. Nitrogen-sulfur liquid fertilizer according to any one of the preceding claims, which
further comprises at least one urease inhibitor or at least one nitrification inhibitor
or a mixture of at least one urease and at least one nitrification inhibitor in a
urease or nitrification inhibiting concentration.
1. Engrais liquide azote-soufre riche en nutriments ayant une teneur totale en nutriments
supérieure à 25 % et un rapport azote-soufre de 4 à 5:1, contenant 28 à 30 % de nitrate
d'ammonium, 22 à 28 % d'urée, 8 à 9 % de sulfate d'ammonium, 7 à 10 % de thiosulfate
d'ammonium et au moins un sel de phosphate en une concentration inhibant la corrosion
de l'acier, ledit au moins un sel de phosphate étant contenu en une concentration
de 2 000 à 2 500 ppm.
2. Engrais liquide azote-soufre selon la revendication 1, dans lequel ledit au moins
un sel de phosphate est un mélange de mono- et diphosphates.
3. Engrais liquide azote-soufre selon la revendication 2, dans lequel le rapport en poids
entre le monophosphate et le diphosphate est de 2:1.
4. Engrais liquide azote-soufre selon l'une quelconque des revendications précédentes,
qui contient en outre au moins un inhibiteur d'uréase ou au moins un inhibiteur de
nitrification ou un mélange d'au moins un inhibiteur d'uréase et d'au moins un inhibiteur
de nitrification en une concentration inhibant l'uréase ou la nitrification.