[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage und ein Verfahren zum Herstellen von Asphalt.
Für die Herstellung von Asphalt werden Trockentrommeln für die Erwärmung von Altasphaltgranulat
verwendet, die im Gleichstrom betrieben werden. Eine derartige Trockentrommel ist
bekannt aus
DE 36 24 735 A1. Weitere Anlagen zur Asphaltherstellung sind bekannt aus
US 5,174,650,
US 5,538,340 und
DE 41 40 964 A1. Gleichstrom bedeutet, dass das zu erwärmende Material und die Wärme in gleicher
Richtung längs der Drehachse der Trockentrommel zugeführt werden. Beim Austritt aus
der Trockentrommel weist das Altasphaltmaterial eine Temperatur von etwa 130°C auf.
Abgas, das von einem Brenner als Wärmequelle erzeugt und der Trockentrommel zugeführt
worden ist, weist eine Temperatur von etwa 150°C auf. Typischerweise wird eine Zieltemperatur
des Altasphaltmaterials von etwa 160°C angestrebt. Eine Erhöhung des Temperaturniveaus
verschlechtert die Wirtschaftlichkeit der Durchführung des Erwärmens des Altasphaltgranulats.
Mit steigender Temperatur erhöhen sich Wärmeverluste in Folge der Abstrahlung in der
vierten Potenz der Temperatur. Der Wirkungsgrad des Verfahrens bei erhöhter Temperatur
ist signifikant reduziert. Eine Erhöhung der Temperaturen führt auch zur zusätzlichen
Erhöhung der Schadstoffanteile im Abgas, insbesondere der Anteil unverbrannter Kohlenwasserstoffe
(C
ges), insbesondere Kohlenstoffmonoxid (CO) und Kohlenstoffdioxid (CO
2). Zudem könnten erhöhte Abgastemperaturen eine Selbstentzündung der Feinpartikel
in einer Entstaubungseinheit bewirken. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die
Herstellung von Asphalt zu verbessern, so dass insbesondere Schadstoffanteile im Abgas
reduziert und die Herstellung unkompliziert möglich ist.
[0002] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 12 gelöst. Der Kern der Erfindung
besteht darin, dass Abgas einer Weißmineral-Trockentrommel zum Erwärmen von Weißmineral
zugeführt und dort verbrannt wird. Mittels einer Strömungsleiteinheit wird das Abgas
in der Weißmineral-Trockentrommel geführt eingeleitet. Die Verbrennung von Schadstoffen
im Abgas in der Weißmineral-Trockentrommel ist effektiv. Die Schadstoffanteile im
Abgas sind reduziert. Insbesondere der Anteil von Kohlenwasserstoffen C
ges ist reduziert, da diese in der Weißmineral-Trockentrommel verbrannt werden.
Die Anlage weist eine Strömungsleiteinheit mit einem Lamellenrekuperator auf und verbessert
das gezielte Verbrennen der Schadstoffanteile im Abgas und/oder Nebenabgas. Der Lamellenrekuperator
weist lamellenartige Leitbleche auf, die eine äußere Hülle für die helixförmige Strömungsbewegung
der Abgase und/oder der Nebenabgase bilden. Der Lamellenrekuperator verhindert, dass
Schadstoffanteile im Abgas und/oder im Nebenabgas in Folge der Fliehkraft der drallförmigen
Strömung unkontrolliert ausgeschleudert werden.
Eine Anlage gemäß Anspruch 2 ermöglicht, dass Altasphaltmaterial in einer Gleichstrom-Trockentrommel
erwärmt wird, wobei Abgas aus der Gleichstrom-Trockentrommel mittels einer Absaugvorrichtung
abgesaugt, der Weißmineral-Trockentrommel zum Erwärmen des Weißminerals zugeführt
und dort verbrannt wird. Die Verbrennung von Schadstoffen im Abgas aus der Gleichstrom-Trockentrommel
in der Weißmineral-Trockentrommel ist effektiv. Überraschenderweise wurde gefunden,
dass eine aus dem Stand der Technik bekannte Anlage zum Herstellen von Asphalt mit
einer Gleichstrom-Trockentrommel unkompliziert nachgerüstet werden kann, indem die
Absaugvorrichtung zum Absaugen des Abgases aus der Gleichstrom-Trockentrommel mit
der Weißmineral-Trockentrommel verbunden wird. Es ist möglich, Anlagen mit hohem Schadstoffausstoß
durch eine Umrüstung in eine erfindungsgemäße Anlage zu überführen, die einen verminderten
Schadstoffausstoß aufweist.
[0003] Eine Abgashaube gemäß Anspruch 3 ermöglicht eine verbesserte Absaugung der Abgase
aus der Gleichstrom-Trockentrommel. Ein Absaugventilator der Absaugvorrichtung verbessert
die Absaugung der Abgase aus der Gleichstrom-Trockentrommel und insbesondere aus der
Abgashaube in die Weißmineral-Trockentrommel. Der Absaugventilator ist insbesondere
entlang einer Abgasleitung, insbesondere zwischen der Abgashaube und der Weißmineral-Trockentrommel
angeordnet.
[0004] Eine Nebenabgas-Leitung gemäß Anspruch 4 ermöglicht die Zuführung von Nebenabgasen,
die in der Anlage anfallen können beispielsweise von einer Absaugung eines Mischers
oder aus einem Verladesilo, insbesondere einem Mischgutverladesilo. Die Gesamtmenge
der Schadstoffe im Abgas ist zusätzlich reduziert.
[0005] Ein Brenner gemäß Anspruch 5 ermöglicht eine unkomplizierte und unmittelbare Erwärmung
des Weißminerals. Die Verbrennung der Abgase in der Weißmineral-Trockentrommel ist
verbessert.
[0006] Eine Drallkammer gemäß Anspruch 6 ermöglicht ein drallförmiges Zuführen der Abgase
und/oder der Nebenabgase in die Weißmineral-Trockentrommel. Drallförmiges Zuführen
bedeutet, dass die Abgase und/oder Nebenabgase exzentrisch zur Längsachse der Weißmineral-Trockentrommel
zugeführt werden. Die Abgase und/oder Nebenabgase werden insbesondere nicht unmittelbar
der Brennerflamme zugeführt. Durch das drallförmige Zuführen werden die Abgase und/oder
die Nebenabgase im Wesentlichen entlang einer schraubenförmigen Linie um die Längsachse
der Weißmineral-Trockentrommel eingeleitet. Die Abgase und/oder die Nebenabgase strömen
entlang einer helixförmigen Strömung um die Brennerflamme herum.
[0007] Die Ausführung des Lamellenrekuperators gemäß Anspruch 7 gewährleistet, dass die
Schadstoffanteile im Abgas und/oder im Nebenabgas kontrolliert verbrannt werden. Insbesondere
entlang eines Aufweit-Abschnitts kann sich die helixförmige Strömung des Abgases und
des Nebenabgases um die Brennerflamme herum aufweiten. Ein unmittelbares Verbrennen
der Schadstoffanteile nach dem Zuführen in die Weißmineral-Trockentrommel ist verhindert.
Dadurch ist ein Auskühlen des Flammenkerns verhindert. Dadurch ist eine unvollständige
Verbrennung der Schadstoffanteile verhindert. Die Schadstoffanteile im Abgas und/oder
im Nebenabgas werden innerhalb des Aufweit-Abschnitts, insbesondere in Folge der Strahlungswärme
des Lamellenrekuperators erhitzt und insbesondere zündfähig. In einem insbesondere
dem Aufweit-Abschnitt nachfolgenden Verjüngungs-Abschnitt werden die zündfähigen Schadstoffe
der Brennerflammenspitze zugeführt und dort verbrannt. Ein entlang einer Längsachse
der Weißmineral-Trockentrommel zwischen dem Aufweit-Abschnitt und dem Verjüngungs-Abschnitt
angeordneter Zylinder-Abschnitt ermöglicht eine gezielte Erwärmung der Schadstoffanteile
im Abgas und/oder im Nebenabgas. Insbesondere können die Schadstoffanteile in die
Dampfform überführt werden, wodurch deren Verbrennung verbessert ist.
[0008] Eine Ausführung des Lamellenrekuperators gemäß Anspruch 8 gewährleistet eine zuverlässige
Abführung von Gesteinsmaterial, insbesondere von Altasphaltgranulat aus dem Brennerraum
heraus. Insbesondere sind mehrere Verjüngungs-Abschnitte vorgesehen, die insbesondere
entlang der Längsachse konzentrisch zueinander und hintereinander angeordnet sind.
Der Lamellen-Rekuperator ist insbesondere trichterförmig ausgeführt. Insbesondere
sind die hintereinander angeordneten Verjüngungs-Abschnitte entlang der Längsachse
derart beabstandet angeordnet, dass sich ein im Wesentlichen ringförmiger Stirnflächenspalt
ausbildet, der der Brennerflamme zugewandt ist. Durch diesen ringförmigen Stirnflächenspalt
kann das Gesteinsmaterial aus der Brennkammer austreten.
[0009] Ein Flammrohr gemäß Anspruch 9 ist insbesondere in dem vorderen Bereich der Brennerflamme
angeordnet und schützt die Flamme vor einer unerwünschten Auskühlung. Der Brennprozess
ist dadurch abgesichert. Ein weiterer positiver Effekt ergibt sich dadurch, dass das
Flammrohr durch die Strahlungswärme der Brennerflamme erhitzt wird und eine sehr hohe
Oberflächentemperatur aufweist. Diese Wärme kann an die Rekuperatorluft abgegeben
werden. Dadurch wird die Rekuperatorluft derart erhitzt, dass darin enthaltene Schadstoffanteile
verdampfen und/oder zündfähig werden.
[0010] Ein Wärme-/Schutz-Element gemäß Anspruch 10 schützt die in der Weißmineral-Trockentrommel
entlang der Längsachse hinter der Strömungsleiteinheit angeordnete Wurfblechzone vor
einem Flammendurchschlag. Das Wärme-/Schutz-Element ist insbesondere als zylindrische
Platte, insbesondere in Form einer Prallwand, ausgeführt. Die Prallwand ist insbesondere
senkrecht zur Längsachse orientiert. Über die Prallwand kann die Wärme gleichmäßig
und insbesondere großflächig in die Weißmineral-Trockentrommel übertragen werden.
Entlang der Längsachse entsteht im Bereich der Oberfläche des Wärme-/Schutz-Elements,
die der Strömungsleiteinheit zugewandt ist, ein Staudruck, die zumindest bereichsweise
zu einer Zwangsströmung der Rekuperatorluft durch die Brennerflamme führt. Dadurch
werden Schadstoffe in der Rekuperatorluft zu einem größeren Anteil mit verbrannt.
Dadurch werden die Schadstoffemissionen verringert und der Wärmeertrag erhöht.
[0011] Eine Entstaubung gemäß Anspruch 11 ermöglicht die Reduzierung der Restanteile von
Schadstoffen im Abgas.
[0012] Das Verfahren gemäß den Ansprüchen 12 und 13 weist im Wesentlichen die Vorteile der
Anlage auf, die vorstehend bereits erläutert wurden und auf die hiermit verwiesen
wird.
[0013] Sowohl die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale als auch die in den nachfolgenden
Ausführungsbeispielen der erfindungsgemäßen Anlage angegebenen Merkmale sind jeweils
für sich allein oder in Kombination miteinander geeignet, den erfindungsgemäßen Gegenstand
weiterzubilden. Die jeweiligen Merkmalskombinationen stellen hinsichtlich der Weiterbildungen
des Erfindungsgegenstands keine Einschränkung dar, sondern weisen im Wesentlichen
lediglich beispielhaften Charakter auf.
[0014] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen, zusätzliche Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Anlage gemäß der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie II-II in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Fig. 1 entsprechende schematische Darstellung einer Weißmineral-Trockentrommel
gemäß einer weiteren Ausführungsform.
[0015] Eine in Fig. 1 und Fig. 2 schematisch gezeigte Anlage 1 dient zum Herstellen von
Asphalt unter Beimischung von Altasphaltmaterial, das als Recyclingmaterial bezeichnet
wird.
[0016] Die Anlage 1 umfasst eine Gleichstrom-Trockentrommel 2 zum Erwärmen des Altasphaltmaterials.
Die Gleichstrom-Trockentrommel 2 ist um eine erste Drehachse 3 drehbar. An einer in
Fig. 1 rechts dargestellten Stirnseite 4 der Gleichstrom-Trockentrommel 2 ist ein
Materialzulauf 5 für die Zuführung von Altasphaltmaterial vorgesehen. Das Altasphaltmaterial
durchläuft die Gleichstrom-Trockentrommel 2 entlang einer Materialförderrichtung 6,
die von der Stirnseite 4 in das Innere der Gleichstrom-Trockentrommel 2 gerichtet
ist und insbesondere parallel zur ersten Drehachse 3 orientiert ist.
[0017] An der Stirnseite 4 ist eine erste Wärmequelle in Form eines Brenners 7 angeordnet.
Mittels des Brenners 7 wird Wärme unmittelbar der Gleichstrom-Trockentrommel 2 zugeführt.
Die Wärme wird entlang einer Wärme-Förderrichtung 8 durch die Gleichstrom-Trockentrommel
2 hindurch geführt. Die Wärme-Förderrichtung 8 ist parallel und gleichsinnig zur Materialförderrichtung
6 orientiert. Die Gleichstrom-Trockentrommel 2 wird im Gleichstromverfahren betrieben.
[0018] An einer der Stirnseite 4 gegenüberliegenden Stirnseite ist an die Gleichstrom-Trockentrommel
2 eine Absaughaube 9 angeschlossen. Eine derartige Absaughaube 9, deren Details und
Betriebsweise sind aus der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2015 217 845.5 bekannt, worauf hiermit verwiesen wird.
[0019] Wesentlich ist, dass die Absaughaube 9 eine integrierte Partikelabscheideeinheit
aufweist, um Staubpartikel, die eine Partikelgröße von höchsten 100 µm, insbesondere
von höchstens 63 µm und insbesondere von höchsten 20 µm aufweisen, abgeschieden werden
können. Dazu ist insbesondere unterhalb der Absaughaube 9 ein Sammelbehälter 10 zum
Sammeln von Feinpartikeln angeordnet.
[0020] Die Absaughaube 9 weist ein im Wesentlichen zylindrisches Gehäuse 29 auf, wobei eine
Gehäuselängsachse 30 im Wesentlichen senkrecht zu der Drehachse 3 der Gleichstrom-Trockentrommel
2 orientiert ist. Die Gehäuselängsachse 30 ist im Wesentlichen vertikal orientiert.
In einem unteren Bereich der Absaughaube 9 ist ein Sammelbehälter 10 für Feinpartikel
angeordnet. In einem dem Gehäuse 29 abgewandten unteren Bereich ist der Sammelbehälter
10 konisch ausgeführt, um eine Sammelwirkung und insbesondere eine Abgabe der Feinpartikel
aus dem Sammelbehälter 10 zu verbessern.
[0021] An einer dem Gehäuse 29 abgewandten Unterseite des Sammelbehälters 10 kann eine Fördervorrichtung
mit einer Förderschnecke angeordnet sein. Die Fördervorrichtung dient zum Abfördern
von in dem Sammelbehälter 18 gesammelten Material. Die Fördervorrichtung kann ferner
ein Förderband aufweisen, das mit dem Material aus dem Sammelbehälter 10 über die
Förderschnecke beaufschlagt wird. Die Fördervorrichtung kann alternativ oder zusätzlich
zu dem Förderband eine Trogschnecke aufweisen.
[0022] Das Gehäuse 29 der Absaughaube 9 weist eine Zuströmöffnung auf. Über die Zuströmöffnung
kann partikelhaltiges Gas aus der Gleichstrom-Trockentrommel 2 in das Gehäuse 29 strömen.
Die Zuströmöffnung ist in der äußeren Zylindermantelwand des Gehäuses 29 angeordnet.
Die Zuströmöffnung ist im Wesentlichen senkrecht zur Drehachse 3 orientiert. Die Zuströmöffnung
ist im Wesentlichen vertikal orientiert.
[0023] Das Gehäuse 29 weist eine Abströmöffnung auf, an die eine Absaugleitung 11 angeschlossen
ist.
[0024] Entlang der Gehäuselängsachse 30 ist die Abströmöffnung oberhalb der Zuströmöffnung
angeordnet. Die Zuströmöffnung verbindet die Abströmöffnung über einen Strömungskanal,
der durch das Gehäuse 29 der Absaughaube 9 gebildet ist. Das Gehäuse 29 weist einen
Innendurchmesser D
A auf, der eine Strömungsquerschnittsfläche des Strömungskanals definiert.
[0025] Der Strömungskanal ist Teil einer Strömungsbeeinflussungseinheit, die passiv ausgeführt
ist. Die Strömungsbeeinflussungseinheit ist eine Partikelabscheideeinheit. Die Strömungsbeeinflussungseinheit
umfasst ein Strömungsleitelement, das nicht näher dargestellt ist. Das Strömungsleitelement
ist insbesondere im Bereich der Zuströmöffnung angeordnet und als um eine Schwenkachse
30 schwenkbare Klappe ausgeführt. Die Strömungsbeeinflussungseinheit kann ein Anschlagelement
aufweisen, an dem das Strömungsleitelement anliegen kann, wenn kein oder ein zu geringer
Abgasstrom aus der Gleichstrom-Trockentrommel 2 in die Absaughaube 9 vorliegt. Das
Anschlagelement ist insbesondere vertikal unterhalb der Drehachse angeordnet, so dass
das Strömungsleitelement in einem nicht betätigten Zustand vertikal nach unten hängend
ausgerichtet ist. Die Klappe ist derart angeordnet, dass eine Projektion der Klappe
senkrecht zur Zuströmöffnung innerhalb der Zuströmöffnung angeordnet ist. Anschaulich
ragt die Klappe in den von der Zuströmöffnung gebildeten Zuströmquerschnitt hinein.
[0026] An die Absaughaube 9 ist eine Absaugleitung 11 angeschlossen, die die Absaughaube
9 mit einer Weißmineral-Trockentrommel 12 verbindet. Entlang der Absaugleitung 11
ist ein Absaugventilator 13 angeordnet, um Abgas aus der Absaughaube 9 abzusaugen.
In die Absaugleitung 11 mündet eine Nebenabgasleitung 14, über die ein Nebenabgaserzeuger
15, insbesondere in Mischgutverladesilo und/oder ein Mischer an die Absaugleitung
11 angeschlossen sind.
[0027] Die Absaughaube 9, die Absaugleitung 11 und der Absaugventilator 13 bilden eine Absaugvorrichtung,
die optional auch die Nebenabgasleitung 14 umfassen kann.
[0028] Die Weißmineral-Trockentrommel 12 ist um eine zweite Drehachse 16 drehbar. Konzentrisch
zu der zweiten Drehachse 16 ist eine zweite Wärmequelle in Form eines zweiten Brenners
17 an der Stirnseite 18 der Weißmineral-Trockentrommel 12 angeordnet. An einer der
Stirnseiten 18 gegenüberliegenden Stirnseite ist ein Weißmineral-Zulauf 19 für die
Zuführung von Weißmineral in die Weißmineral-Trockentrommel 12 vorgesehen. Die Weißmineral-Trockentrommel
12 wird im Gegenstromverfahren betrieben, wobei eine Weißmineralförderrichtung parallel
aber entgegengesetzt zur Wärmeförderrichtung entlang der zweiten Drehachse 16 gerichtet
ist. An der Stirnseite 18 ist ein Materialauslauf 31 für das erwärmte Weißmineral
vorgesehen.
[0029] Im Bereich des zweiten Brenners 17 ist an der Weißmineral-Trockentrommel 12 eine
Strömungsleiteinheit 20 angeordnet, die eine Drallkammer 21 und einen Lamellenrekuperator
22 umfasst.
[0030] Mittels der Drallkammer 21 kann die Strömung der Abgase aus der Absaughaube 9 und
der Nebenabgase aus den Nebenabgaserzeugern 15 exzentrisch bezüglich der zweiten Drehachse
16 der Weißmineral-Trockentrommel 12 zugeführt und in die Weißmineral-Trockentrommel
12 eingeleitet werden. Die Abgase und Nebenabgase folgen einer helixförmigen Strömung
um die zweite Drehachse 16 und damit um die Flamme des zweiten Brenners 17. Für die
Führung der Abgasströmung innerhalb der Weißmineral-Trockentrommel 12 dient der Lamellenrekuperator
22.
[0031] Der Lamellenrekuperator 22 weist entlang der zweiten Drehachse 16 eine Länge auf,
die im Wesentlichen einer Länge der Brennerflamme 26 des zweiten Brenners 17 entspricht.
[0032] Der Lamellenrekuperator 22 weist entlang der zweiten Drehachse 16 einen Aufweit-Abschnitt
23, einen Zylinder-Abschnitt 24 und einen Verjüngungs-Abschnitt 25 auf. Der Aufweit-Abschnitt
23 ist unmittelbar an die Drallkammer 21 angeschlossen. Der Verjüngungs-Abschnitt
25 ist der Drallkammer 21 abgewendet angeordnet. Der Zylinder-Abschnitt 24 ist der
Drehachse 16 zwischen dem Aufweit-Abschnitt 23 und dem Verjüngungs-Abschnitt 25 angeordnet.
Der Aufweit-Abschnitt 23, der Zylinder-Abschnitt 24 und der Verjüngungs-Abschnitt
25 sind konzentrisch bezüglich der zweiten Drehachse 16 angeordnet.
[0033] Der Aufweit-Abschnitt 23, der Zylinder-Abschnitt 24 und der Verjüngungs-Abschnitt
25 weisen jeweils mehrere, insbesondere acht, einzelne Lamellen 32 auf, die in Umfangsrichtung
der zweiten Drehachse 16 zumindest bereichsweise überlappend angeordnet sind. Es resultiert
jeweils ein radialer Überlappungsbereich 33 zwischen zwei benachbarten Lamellen 32.
Jeder Überlappungsbereich 33 umfasst eine Überlappungsöffnung 34, die eine Flächennormale
aufweist, die tangential zu einer Kreislinie um die Drehachse 3 orientiert ist. Entlang
der zweiten Drehachse 16 erstreckt sich der jeweilige Überlappungsbereich 33 entlang
der jeweiligen Länge des Aufweit-Abschnitts 23, des Zylinder-Abschnitts 24 bzw. des
Verjüngungs-Abschnitts 25. In Umfangsrichtung 35 um die zweite Drehachse 16 erstreckt
sich der Überlappungsbereich 33 über etwa 5 % bis 10 % einer Umfangslänge 33 einer
einzelnen Lamelle.
[0034] Die Überlappungsöffnung 34 ist derart orientiert, dass während des Betriebs der Weißmineral-Trockentrommel
12 Material, das unbeabsichtigt in das Innere des Lamellenrekuperators 22 gelangt
ist, selbsttätig, insbesondere in Folge der Schwerkraft, aus dem Lamellenrekuperator
22 durch die Überlappungsöffnung 34 wieder ausgetragen wird.
[0035] Jede Lamelle 32 ist über zwei Halterungen 36 mit dem Drehrohrofen 2 fest verbunden.
Die Halterungen 36 sind im Wesentlichen identisch ausgeführt. Die Halterungen 36 sind
entlang der zweiten Drehachse 16 beabstandet zueinander angeordnet. Die Halterungen
36 sorgen dafür, dass jede einzelne Lamelle 32 drehfest bezüglich der zweiten Drehachse
16 mit der Weißmineral-Trockentrommel 12 verbunden ist. Insbesondere sind die Lamellen
32 nicht direkt miteinander verbunden. Die Befestigung der Lamellen 32 erfolgt ausschließlich
über die Halterungen 36 an der Weißmineral-Trockentrommel 12. Die Halterungen 36 sind
derart ausgeführt, dass eine Anordnung der Lamellen 32 gegenüber der Weißmineral-Trockentrommel
12 veränderlich möglich ist. Insbesondere dienen die Halterungen 36 zur Veränderung
des Öffnungswinkels des Trichters. Die Halterungen 36 sind höhenverstellbar.
[0036] Die einzelnen Lamellen 32 können eine Krümmung aufweisen, die aus den Darstellungen
Fig. 1 und 2 nicht hervorgeht. Entlang einer äußeren Mantellinie des Lamellenrekuperators
22 verläuft die Lamelle 32 linear, sodass der Trichter des Lamellenrekuperators 22
einen kegelförmigen, insbesondere einen kegelstumpfförmigen Verlauf hat.
[0037] In dem Aufweit-Abschnitt 23 sind die Lamellen bezüglich der Drehachse 16 konisch
aufweitend, also in Form eines Kegelstumpf-Abschnitts, angeordnet. Entlang der Drehachse
16 ist die Querschnittsfläche im Aufweit-Abschnitt 23 konisch aufweitend ausgeführt.
[0038] Ein Aufweit-Winkel, mit dem die Lamellen innerhalb des Aufweit-Abschnitts 23 gegenüber
der zweiten Drehachse 16 konisch aufweitend angeordnet sind, beträgt gemäß dem gezeigten
Ausführungsbeispiel etwa 15°. Der Aufweit-Winkel kann insbesondere zwischen 5° und
45° betragen.
[0039] Innerhalb des Zylinder-Abschnitts 24 sind die Lamellen im Wesentlichen parallel zur
zweiten Drehachse 16 angeordnet. Die Querschnittsfläche des Lamellenrekuperators 22
ist entlang des Zylinder-Abschnitts 24 im Wesentlichen konstant.
[0040] Entlang des Verjüngungs-Abschnitts 25 sind die Lamellen des Lamellenrekuperators
22 konisch verjüngend angeordnet. Entlang der zweiten Drehachse 16 verjüngt sich die
Querschnittsfläche des Lamellenrekuperators 22. Ein Verjüngungs-Winkel, mit dem die
Lamellen gegenüber der zweiten Drehachse geneigt angeordnet sind, beträgt gemäß dem
gezeigten Ausführungsbeispiel etwa -15°. Der Verjüngungs-Winkel kann beispielsweise
zwischen -5° und -45° betragen. Insbesondere sind der Aufweit-Winkel und der Verjüngungs-Winkel
betragsmäßig im Wesentlichen identisch.
[0041] Die Ausführung, insbesondere die Dimensionierung des Aufweit-Abschnitts 23, des Zylinder-Abschnitts
24 und des Verjüngungs-Abschnitts 25 hängen im Wesentlichen von der Geometrie der
offenen Brennerflamme 26 des zweiten Brenners 17 ab. Wesentlich ist, dass die über
die Drallkammer 21 zugeführten Abgase sich bei ihrer helixförmigen Strömung um die
Brennerflamme 26 herum bewegen können, so dass die Abgase beim Verlassen des Lamellenrekuperators
22 der Brennerflamme 26, insbesondere der Brennerflammenspitze, zugeführt werden.
[0042] Der Weißmineral-Trockentrommel 12 ist eine Entstaubungs-Einheit 27 mit Kamin 28 nachgeordnet.
Über den Kamin 28 werden gereinigte Abgase an die Umgebung abgegeben.
[0043] Nachfolgend wird die Funktion der Anlage 1 erläutert. In der Gleichstrom-Trockentrommel
2 wird über den Materialzulauf 5 zugeführtes Altasphaltmaterial erwärmt und getrocknet.
In der Absaughaube 9 werden Partikel, insbesondere Staub, abgeschieden und im Sammelbehälter
10 gesammelt.
[0044] Partikelhaltiges Gas aus der Gleichstrom-Trockentrommel 2 gelangt über die Zuströmöffnung
in die Absaughaube 9. Die Strömungsquerschnittfläche der Absaughaube 9 ist derart
groß gewählt, dass sich eine Strömungsgeschwindigkeit des zuströmenden Gases ergibt,
die gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel kleiner ist als 2 m/s. Aufgrund der reduzierten
Strömungsgeschwindigkeit und insbesondere der Tatsache, dass das aufströmende Gas
von der Zuströmöffnung zu mindestens der Abströmöffnung strömt, werden Partikel in
dem Gas selbsttätig infolge der Schwerkraft aus dem Gasstrom abgeschieden und im Sammelbehälter
10 gesammelt. Die aus der Absaughaube 9 abgegebene Luft ist vorgereinigt.
[0045] Das Strömungsleitelement bewirkt eine zusätzlich verbesserte Partikelabscheidung.
Ein Abgasstrom aus der Gleichstrom-Trockentrommel 2 kann aufgrund des Strömungsleitelements
nicht ungehindert durch die Zuströmöffnung in die Absaughaube 9 strömen. Das im Wesentlichen
horizontal einströmende Abgas muss das Strömungsleitelement umströmen und wird dadurch
zumindest bereichsweise nach unten, zu dem Sammelbehälter 10 hin beschleunigt. Durch
die Beschleunigung nach unten kann die Abgasströmung in diesem Bereich etwa bis zu
6 m/s betragen. Anschließend ändert die Abgasströmung ihre Richtung hin zu der Abströmöffnung.
Durch die vergleichsweise starke Beschleunigung im Bereich des Strömungsleitelements
und die Umlenkung der Strömung werden insbesondere schwere Partikel aus dem Materialstrom
abgeschieden. Anschließend steigt der Abgasstrom mit der reduzierten Strömungsgeschwindigkeit
von etwa 2 m/s zu der Abströmöffnung.
[0046] Abgas aus der Absaughaube 9 wird über die Absaugleitung 11 zusammen mit Nebenabgas
aus einem Nebenabgaserzeuger 15 mittels des Absaugventilators 13 gesaugt und der Drallkammer
21 der Strömungsleiteinheit 20 zugeführt. Mittels der Drallkammer 21 werden die Abgase
und Nebenabgase in eine helixförmige Strömung um die Brennerflamme 26 herum versetzt.
Durch die Fliehkraft der drallförmigen Strömung der Abgase werden Schadstoffanteile
von der Drehachse 16 und der Brennerflamme 26 radial nach außen geschleudert. Es ist
verhindert, dass die Abgase und insbesondere die darin enthaltenen Schadstoffanteile
unmittelbar der Brennerflamme 26 zugeführt werden, was eine Auskühlung des Flammkerns
und eine unvollständige Verbrennung bewirken würde. Die Lamellen des Lamellenrekuperators
22 verhindern, dass die Abgase und insbesondere die darin enthaltenen Schadstoffanteile
unbeabsichtigt weit nach außen, also radial bezogen auf die zweite Drehachse 16, weggeschleudert
werden. Die Lamellen des Lamellenrekuperators 22 verhindern insbesondere, dass die
zu erhitzenden Abgase mit den Schadstoffanteilen mit dem Weißmineral, das in der Weißmineral-Trockentrommel
12 erwärmt wird, in Berührung kommen.
[0047] Nach einer Aufweitung der drallförmigen Strömung der Abgase und Nebenabgase im Aufweit-Abschnitt
23 werden Abgase und Nebenabgase im Zylinder-Abschnitt 24 um die Brennerflamme 26
herum geleitet. Innerhalb des Zylinder-Abschnitts 24 werden die Abgase und insbesondere
die darin enthaltenen Schadstoffanteile, insbesondere Kohlenwasserstoffe C
ges durch die Strahlungswärme des Lamellenrekuperators erhitzt. Im anschließenden Verjüngungs-Abschnitt
25 werden die Abgase und Nebenabgase konisch verjüngend der zweiten Drehachse 16 und
der Brennerflamme 26 näher zugeführt. Die Abgase und Schadstoffanteile werden zusätzlich
erhitzt. Die Schadstoffanteile im Abgas werden dadurch insbesondere dampfförmig und
zündfähig. Die Schadstoffe können der Brennerflammenspitze zugeführt und dort im Wesentlichen
schadstofffrei verbrannt werden. Die gereinigten Abgase aus der Weißmineral-Trockentrommel
12 werden der Entstaubungseinheit 27 zugeführt, gefiltert und über den Kamin 28 an
die Umgebung abgegeben.
[0048] Mit der erfindungsgemäßen Anlage 1 ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass sämtliche
Schadstoffanteile im Abgas verbrannt werden können. Die Schadstoffemissionen sind
reduziert. Ein besonderer Vorteil der Anlage 1 besteht zudem darin, dass ein Heißgaserzeuger
unmittelbar vor die Weißmineral-Trockentrommel 12 angeordnet werden kann.
[0049] Überraschend ist die Erkenntnis, dass eine bestehende Anlage zum Herstellen von Asphalt
in unkomplizierter Weise zu einer erfindungsgemäßen Anlage umgerüstet werden kann.
Dazu ist es im Wesentlichen erforderlich, bestehende Gleichstrom-Trockentrommeln mittels
der Abgasleitung 11 und dem Absaugventilator 13 an die Drallkammer 21 mit Lamellenrekuperator
22 an der Weißmineral-Trockentrommel 12 anzuschließen.
[0050] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel der
Erfindung beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen
wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel, auf dessen Beschreibung hiermit verweisen
wird. Konstruktiv unterschiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten
dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten a.
[0051] Ein wesentlicher Unterschied gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel besteht darin,
dass bei der Weißmineral-Trockentrommel 12a der Lamellenrekuperator 22a mehrere entlang
der zweiten Drehachse 16 hintereinander angeordnete Verjüngungs-Abschnitte 25 aufweist.
Die Verjüngungs-Abschnitte 25 sind im Wesentlichen identisch ausgeführt, wobei die
kleinere Ausgangsöffnung des in Fig. 3 links dargestellten Verjüngungs-Abschnitts
25 entlang der zweiten Drehachse 16 in die größere Aufnahmeöffnung des in Fig. 3 rechts
dargestellten hinteren Verjüngungs-Abschnitts 25 mündet, insbesondere darin hineinragt.
Es ergibt sich ein in axialer Richtung der zweiten Drehachse 16 gerichteter Axial-Überlappungsbereich
40, der eine ringförmige Stirnfläche aufweist, über die Material aus dem Lamellenrekuperator
22a in eine Richtung, im Wesentlichen parallel zur zweiten Drehachse 16, austreten
kann. Dadurch ist gewährleistet, dass Gesteinsmaterial, insbesondere Altasphaltmaterial,
in ausreichender Menge aus dem Lamellenrekuperator 22a abgeführt werden kann.
[0052] Es ist auch denkbar, nur einen Verjüngungs-Abschnitt 25 oder mehr als zwei Verjüngungs-Abschnitte
25 entlang der zweiten Drehachse 16 anzuordnen.
[0053] Im Bereich der Brennerflamme 26 ist ein Flammrohr 41 angeordnet. Das Flammrohr 41
ist als Zylinderrohr ausgeführt und ist in einem vorderen Flammbereich des zweiten
Brenners 17 angeordnet. Das Flammrohr 41 ist aus einem hochwarmfesten Material hergestellt,
insbesondere aus einem hitzebeständigen Metallwerkstoff, insbesondere aus einer hitzebeständigen
Edelstahllegierung, die beispielsweise unter der Handelsbezeichnung Sicromal verfügbar
ist. Es handelt sich dabei um hochlegierte Chromstähle, beispielsweise mit den Werkstoffnummern
1.4713, 1.4724, 1.4742, 1.4749, 1.4762, 1.4878, 1.4828, 1.4821, 1.4841 oder 1.4864.
[0054] Das Flammrohr 41 schützt die Brennerflamme 26 vor unerwünschter Auskühlung. Die Oberfläche
des Flammrohrs 41 wird durch die Brennerflamme 26 derart erhitzt, dass Rekuperationsluft,
die über die Drallkammer 21 stirnseitig der Weißmineral-Trockentrommel 12a zugeführt
wird, erhitzt wird. Schadstoffanteile der Rekuperationsluft verdampfen und werden
zündfähig. Das Flammrohr 41 ist über eine Haltevorrichtung mit mehreren Halteelementen
42 an einem Halterohr 43 befestigt. Das Halterohr 43 und das Flammrohr 41 sind insbesondere
konzentrisch zur Drehachse 16 angeordnet. Das Halterohr 43 weist einen größeren Durchmesser
auf als das Flammrohr 41. Die Halteelemente 42 sind insbesondere entlang der Drehachse
16 beabstandet zueinander angeordnet. Die Halteelemente 42 sind insbesondere parallel
zueinander angeordnet. Die Halteelemente 42 sind beispielsweise als Ringscheiben ausgeführt.
Die Halteelemente 42 können beispielsweise auch als Radialstege und/oder Kreissegmentscheiben
ausgeführt sein, die entlang der Umfangsrichtung um die Drehachse 16 beabstandet zueinander,
aber in einer Ebene senkrecht zu einer Drehachse 16 angeordnet sind.
[0055] Die Rekuperationsluft strömt über die Drallkammer 21 in einen ringförmigen Kanal
44, der in radialer Richtung bezüglich der Drehachse 16 an einer Innenseite durch
die Außenfläche des Flammrohrs 41 und an einer Außenseite durch die Innenfläche des
Halterohrs 43 begrenzt ist.
[0056] Entlang der zweiten Drehachse 16 ist an einem dem zweiten Brenner 17 gegenüberliegenden
Ende des Lamellenrekuperators 22a ein Wärme-/Schutz-Element 45 in Form einer Prallwand
angeordnet. Die Prallwand ist mittels nicht dargestellter Befestigungselemente an
einer Innenseite der Weißmineral-Trockentrommel 12a befestigt. Die Prallwand 45 ist
als Scheibenelement oder Plattenelement ausgeführt und senkrecht zur zweiten Drehachse
16 innerhalb der Weißmineral-Trockentrommel 12a angeordnet. Rekuperationsluft, die
den Lamellenrekuperator 22a an der Abgabeöffnung 46 verlässt, strömt gegen die Prallwand
45. Dadurch wird verhindert, dass Flammen der Brennerflamme 26 in die hinter der Prallwand
45 angeordnete Wurfblechzone 47 durchschlagen. Im Bereich der Abgabeöffnung 46 wird
die Strömungsrichtung der Rekuperationsluft umgelenkt und/oder abgebremst. Insbesondere
wird die ursprüngliche Strömungsrichtung, die im Wesentlichen parallel zur zweiten
Drehachse 16 orientiert ist, um bis zu 90° in eine Richtung senkrecht zur zweiten
Drehachse 16 umgelenkt. Dadurch ergibt sich ein Staudruck auf die Rekuperationsluft,
sodass die in der Rekuperationsluft noch enthaltenen Schadstoffe besser mit verbrannt
werden können.
[0057] Die Prallwand 45 bewirkt zudem eine verbesserte Wärmeverteilung in der Weißmineral-Trockentrommel
12a. Insbesondere wird die Wärme der Brennerflamme 26 auf die Rekuperationsluft homogener
und großflächiger verteilt. Die Erwärmung der Weißmineral-Trockentrommel 12a ist effizienter
und gleichmäßiger. Die Materialerwärmung ist dadurch verbessert.
1. Anlage zum Herstellen von Asphalt umfassend
a. eine Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a) zum Erwärmen von Weißmineral,
b. eine Strömungsleiteinheit (20) der Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a) zum geführten
Einleiten von Abgas in die Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a),
dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleiteinheit (20) einen Lamellenrekuperator (22; 22a) mit lamellenartigen
Leitblechen aufweist, die eine äußere Hülle für die helixförmige Strömungsbewegung
der Abgase und/oder Nebengase bilden, zum gezielten Verbrennen von Schadstoffanteilen
im Abgas und/oder im Nebenabgas.
2. Anlage gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Gleichstrom-Trockentrommel (2) zum Erwärmen von Altasphaltmaterial und eine
an die Gleichstrom-Trockentrommel (2) angeschlossene Absaugvorrichtung zum Absaugen
von Abgas, wobei die Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a) an die Absaugvorrichtung
angeschlossen ist.
3. Anlage gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugvorrichtung eine an die Gleichstrom-Trockentrommel (2) unmittelbar angeschlossene
Abgashaube (9) umfasst und/oder die Absaugvorrichtung einen Absaugventilator (13)
umfasst.
4. Anlage gemäß einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugvorrichtung eine Nebenabgasleitung (14) aufweist, die mit der Weißmineral-Trockentrommel
(12; 12a) zum Zuführen von Nebenabgasen verbunden ist.
5. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a) einen Brenner (17) aufweist.
6. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleiteinheit (20) eine Drallkammer (21) zum drallförmigen Zuführen der
Abgase und/oder der Nebenabgase in die Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a) aufweist.
7. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lamellenrekuperator (22; 22a) einen Verjüngungs-Abschnitt (25) aufweist, wobei
insbesondere entlang einer Längsachse (17) der Weißmineral-Trockentrommel (12) zwischen
einem Aufweit-Abschnitt (23) und dem Verjüngungs-Abschnitt (25) ein Zylinder-Abschnitt
(24) angeordnet ist.
8. Anlage gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Lamellenrekuperator (22a) mehrere Verjüngungs-Abschnitte (25) entlang der Längsachse
(17) hintereinander angeordnet aufweist.
9. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleiteinheit (20) ein Flammrohr zum Einhüllen der Brennerflamme (26)
aufweist.
10. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Wärme/Schutz-Element, das entlang der Längsachse (17) der Weißmineral-Trockentrommel
(12; 12a) hinter der Strömungsleiteinheit (20) angeordnet ist.
11. Anlage gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Entstaubung (27), die insbesondere der Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a)
nachgeordnet ist.
12. Verfahren zum Herstellen von Asphalt umfassend die Verfahrensschritte
- Erwärmen von Altasphaltmaterial im Gleichstromverfahren mittels einer Gleichstrom-Trockentrommel
(2),
- Absaugen von Abgas aus der Gleichstrom-Trockentrommel (2) mittels einer Absaugvorrichtung,
- Erwärmen von Weißmineral mittels einer Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a),
- geführtes Einleiten des Abgases in die Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a) mittels
einer Strömungsleiteinheit (20),
- Verbrennen von Schadstoffanteilen im Abgas und/oder im Nebenabgas mittels eines
Lamellenrekuperators (22; 22a) mit lamellenartigen Leitblechen, die eine äußere Hülle
für die helixförmige Strömungsbewegung der Abgase und/oder Nebengase bilden, in der
Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a).
13. Verfahren gemäß Anspruch 12, gekennzeichnet durch ein Zuführen von Nebenabgasen in die Weißmineral-Trockentrommel (12; 12a) mittels
einer eine Nebenabgasleitung (14).
1. Installation for the manufacture of asphalt, the installation comprising
a. a white mineral drying drum (12; 12a) for heating white mineral,
b. a flow guide unit (20) of the white mineral drying drum (12; 12a) for the guided
introduction of exhaust gas into the white mineral drying drum (12; 12a),
characterized in that the flow guide unit (20) has a plate-fin recuperator (22; 22a) with fin-like guide
plates, which form an outer casing for the helical flow movement of the exhaust gases
and/or by-product gases for the targeted burning of pollutants in the exhaust gas
and/or by-product gas.
2. Installation according to claim 1, characterized by a co-current drying drum (2) for heating old asphalt material and an exhaust device
connected to the co-current drying drum (2) for removing exhaust gas, the white material
drying drum (12; 12a) being connected to the exhaust device.
3. Installation according to claim 2, characterized in that the exhaust device comprises an exhaust gas hood (9) connected directly to the co-current
drying drum (2) and/or the exhaust device comprises an exhaust fan (13).
4. Installation according to any one of claims 2 or 3, characterized in that the exhaust device has a by-product exhaust gas line (14) connected to the white mineral drying drum (12; 12a) in order to supply by-product
exhaust gases.
5. Installation according to any one of the preceding claims, characterized in that the white mineral drying drum (12; 12a) includes a burner (17).
6. Installation according to any one of the preceding claims, characterized in that the flow guide unit (20) includes a swirl chamber (21) for supplying the exhaust
gases and/or the by-product exhaust gases to the white mineral drying drum (12; 12a)
in a swirling manner.
7. Installation according to any one of the preceding claims, characterized in that the plate-fin recuperator (22; 22a) includes a tapering portion (25), with a cylinder
portion (24) being arranged in particular along a longitudinal axis (17) of the white
mineral drying drum (12) between a widening portion (23) and the tapering portion
(25).
8. Installation according to claim 7, characterized in that the plate-fin recuperator (22a) includes a plurality of tapering portions (25) arranged
behind one another along the longitudinal axis (17).
9. Installation according to any one of the preceding claims, characterized in that the flow guide unit (20) includes a fire tube provided to surround the burner flame
(26).
10. Installation according to any one of the preceding claims, characterized by a heat/protection element arranged along the longitudinal axis (17) of the white
mineral drying drum (12; 12a) behind the flow guide unit (20).
11. Installation according to any one of the preceding claims, characterized by a dedusting device (27) arranged in particular downstream of the white mineral drying
drum (12; 12a).
12. Method of producing asphalt, the method comprising the method steps of
- heating old asphalt material in a co-current exchange mechanism by means of a co-current
drying drum (2),
- removing exhaust gas from the co-current drying drum (2) by means of an exhaust
device,
- heating white mineral in a white mineral drying drum (12; 12a),
- introducing the exhaust gas into the white mineral drying drum (12; 12a) in a guided
manner using a flow guide unit (20),
- burning pollutants in the exhaust gas and/or in the by-product exhaust gas in the
white mineral drying drum (12; 12a) using a plate-fin recuperator (22; 22a) comprising
fin-like guide plates, which form an outer casing for the helical flow movement of
the exhaust gases and/or by-product gases.
13. Method according to claim 12, characterized by a supply of by-product exhaust gases into the white mineral drying drum (12; 12a)
via a by-product exhaust gas line (14).
1. Installation de fabrication d'asphalte comprenant :
a. un tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a) destiné à chauffer les minéraux
blancs ;
b. une unité de conduite d'écoulement (20) du tambour séchoir pour minéraux blancs
(12 ; 12a) destinée à l'introduction guidée des gaz d'échappement dans le tambour
séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a),
caractérisée en ce que l'unité de conduite d'écoulement (20) comporte un récupérateur de paillettes (22
; 22a), pourvu de déflecteurs lamellaires, lequel forme une enveloppe extérieure pour
le mouvement d'écoulement hélicoïdal des gaz d'échappement et/ou des gaz d'échappement
secondaires, pour la combustion ciblée de la fraction des polluants contenus dans
les gaz d'échappement et/ou dans les gaz d'échappement secondaires.
2. Installation selon la revendication 1, caractérisée par un tambour séchoir à écoulement parallèle (2), destiné à chauffer la matière d'asphalte
et par un dispositif d'aspiration raccordé au tambour séchoir à écoulement parallèle
(2), destiné à l'aspiration des gaz d'échappement, le tambour séchoir pour minéraux
blancs (12 ; 12a) étant raccordé audit dispositif d'aspiration.
3. Installation selon la revendication 2, caractérisée en ce que le dispositif d'aspiration comporte une hotte d'échappement (9), raccordée directement
au tambour séchoir à écoulement parallèle (2) et/ou en ce que le dispositif d'aspiration comporte un ventilateur d'échappement (13).
4. Installation selon l'une quelconque des revendications 2 ou 3, caractérisée en ce que le dispositif d'aspiration comporte une conduite d'échappement secondaire (14), laquelle
est raccordée au tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a), destinée à l'amenée
de gaz d'échappement secondaires.
5. Installation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a) comporte un brûleur (17).
6. Installation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'unité de conduite d'écoulement (20) comporte une chambre tourbillonnaire (21),
destinée à l'amenée de gaz d'échappement et/ou de gaz d'échappement secondaires au
tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a).
7. Installation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le récupérateur de paillettes (22 ; 22a) comporte une section amincie (25), une section
de cylindre (24) étant agencée, en particulier le long d'un axe longitudinal (17)
du tambour séchoir pour minéraux blancs (12), entre une section élargie (23) et la
section amincie (25).
8. Installation selon la revendication 7, caractérisée en ce que le récupérateur de paillettes (22a) comporte une pluralité de sections amincie (25),
disposées les unes derrière les autres le long de l'axe longitudinal (17).
9. Installation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'unité de conduite d'écoulement (20) comporte un tube à flammes destiné à envelopper
la flamme du brûleur (26).
10. Installation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée par un élément de réchauffement/ de protection, lequel est disposé le long de l'axe longitudinal
(17) du tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a), derrière l'unité de conduite
d'écoulement (20).
11. Installation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée par un dispositif de dépoussiérage (27), lequel est disposé, en particulier en aval du
tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a).
12. Procédé de fabrication d'asphalte comprenant les étapes consistant :
à chauffer la matière d'asphalte dans le procédé d'écoulement parallèle au moyen d'un
tambour séchoir à écoulement parallèle (2) ;
à aspirer les gaz d'échappement du tambour séchoir à écoulement parallèle (2) au moyen
d'un dispositif d'aspiration ;
à chauffer les minéraux blancs au moyen d'un tambour séchoir pour minéraux blancs
(12 ; 12a) ;
à introduire de manière guidée des gaz d'échappement au tambour séchoir pour minéraux
blancs (12 ; 12a) au moyen d'une unité de conduite d'écoulement (20) ;
à brûler la fraction des polluants contenus dans les gaz d'échappement et/ou dans
les gaz d'échappement secondaires au moyen d'un récupérateur de paillettes (22 ; 22a)
pourvu de déflecteurs lamellaires, lequel forme une enveloppe extérieure pour le mouvement
d'écoulement hélicoïdal des gaz d'échappement et/ou des gaz d'échappement secondaires,
dans le tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a).
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisée par une amenée de gaz d'échappement au tambour séchoir pour minéraux blancs (12 ; 12a)
au moyen d'une conduite d'échappement secondaire (14).