[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Ursache einer Fehlzündung
am Brenner eines Heizkessels gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein Verfahren der eingangs genannten Art ist allgemein bekannt, so dass es diesbezüglich
keines besonderen druckschriftlichen Nachweises bedarf. Bei einem solchen Verfahren
dient der Brenner zur Verbrennung eines Gemisches aus einem gasförmigen oder flüssigen
Brennstoff und Luft. Außerdem dient eine Zündelektrode zur Entzündung des Gemisches
während einer Zündphase. Schließlich dient eine Ionisationselektrode zur Überwachung
der Verbrennung des Gemischs. Dabei wird mindestens während der Zündphase außerdem
eine Temperatur des Heizkessels, ein zum Brenner strömender Luft-Massenstrom, eine
Spannungsversorgung der Zündelektrode und ein Ionisationssignal der Ionisationselektrode
überwacht. Sollte aufgrund eines Fehlstarts des Heizkessels eine Flammenbildung am
Brenner ausgeblieben sein, so wird an der Regelung eine Fehlermeldung ausgegeben,
nämlich der bei der Anmelderin sogenannte "Fehler EE", der dafür steht, dass keine
Flamme detektiert werden konnte.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Verfahren der eingangs genannten Art
zu verbessern. Insbesondere soll ein Verfahren geschaffen werden, bei dem nicht nur
die Fehlermeldung als solche, sondern darüber hinaus auch noch die technische Ursache
für den Fehler angezeigt wird.
[0004] Diese Aufgabe ist mit einem Verfahren der eingangs genannten Art durch die im Kennzeichen
des Patentanspruchs 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
[0005] Nach der Erfindung ist also vorgesehen, dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals
und einer fehlenden Spannungsänderung zwischen der Zündelektrode und dem Brenner während
der Zündphase ein Signal mit der Information erzeugt wird, dass kein Zündfunke erzeugt
wurde, und/oder dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals während der
Zündphase und eines Temperaturanstiegs des Heizkessels nach der Zündphase ein Signal
mit der Information erzeugt wird, dass die Ionisationselektrode defekt ist, und/oder
dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals und eines fehlenden Luft-Massenstromeinbruchs
während der Zündphase ein Signal mit der Information erzeugt wird, dass dem Brenner
kein Brennstoff zugeführt wurde.
[0006] Mit anderen Worten zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren somit dadurch aus,
dass anhand der genannten systeminternen Informationen des Heizkessels geschlussfolgert
wird, was genau die Ursache für die fehlende Flammenbildung ist. Hierdurch kann die
Zeit zur Fehlerdiagnose reduziert und die defekte Komponente gezielt getauscht werden.
[0007] Die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 verwendete Maßgabe "und/oder" bringt dabei
zum Ausdruck, dass die drei genannten Optionen solange durchprobiert werden, bis mindestens
eine Ursache ermittelt ist. Es kann also sein, dass bereits nach der ersten Prüfung,
die Ursache feststeht; genauso gut kann es aber auch sein, dass die Ursache erst nach
der letzten Prüfung gefunden ist. Die Reihenfolge der Prüfung ist dabei erfindungsgemäß
grundsätzlich beliebig, auch wenn es tatsächlich, was weiter unten noch erläutert
wird, eine bevorzugte Reihenfolge gibt.
[0008] Im Ergebnis verkürzt das erfindungsgemäße Verfahren somit erheblich die Fehlersuche,
falls es zu einem Fehlstart des Heizkessels kommen sollte, da direkt angezeigt wird,
ob die Ursache an einem fehlenden Zündfunken, an einer defekten Ionisationselektrode
oder an fehlendem Brennstoff liegt.
[0009] Sollte keiner der drei vorgenannten Fehlerursachen detektierbar sein, wird, wie bisher
auch schon, einfach ein Signal mit der Information erzeugt, dass ein unbekannter Fehler
vorliegt.
[0010] Nochmals mit anderen Worten ausgedrückt, ist somit vorgesehen, dass maximal drei
Tests zur Bestimmung der Ursache der Fehlzündung am Brenner vorgesehen sind, und zwar
wird bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals und einer fehlenden Spannungsänderung
zwischen der Zündelektrode und dem Brenner während der Zündphase ein Signal mit der
Information erzeugt, dass kein Zündfunke erzeugt wurde, und es wird bei Feststellung
eines fehlenden Ionisationssignals während der Zündphase und eines Temperaturanstiegs
des Heizkessels nach der Zündphase ein Signal mit der Information erzeugt, dass die
Ionisationselektrode defekt ist, und es wird bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals
und eines fehlenden Luft-Massenstromeinbruchs während der Zündphase ein Signal mit
der Information erzeugt, dass dem Brenner kein Brennstoff zugeführt wurde, wobei diese
drei Tests in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden und die verbliebenen der
drei Tests nicht mehr durchgeführt werden, sobald einer der Tests die Ursache der
Fehlzündung ermittelt.
[0011] Andere vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich
aus den abhängigen Patentansprüchen.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren einschließlich seiner vorteilhaften Weiterbildungen
gemäß der abhängigen Patentansprüche wird nachfolgend anhand einiger Abbildungen genauer
erläutert.
[0013] Es zeigt
- Figur 1
- schematisch den Brenner eines Heizkessels mit Gemischzufuhr, Zündelektrode und Ionisationselektrode;
- Figur 2
- als Diagramm vier Signalverläufe, wobei bei den ersten dreien aus verschiedenen Gründen
kein Ionisationssignal vorliegt und der vierte Verlauf einen ordnungsgemäßen Brennerstart
darstellt.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend anhand der beiden Figuren näher erläutert:
[0015] Wie bereits erwähnt (siehe hierzu Figur 1), dient bei dem Verfahren zur Bestimmung
der Ursache einer Fehlzündung am Brenner eines Heizkessels in an sich bekannter Weise
der Brenner 1 zur Verbrennung eines Gemisches aus einem gasförmigen oder flüssigen
Brennstoff und Luft, eine Zündelektrode 2 zur Entzündung des Gemisches während einer
Zündphase und eine Ionisationselektrode 3 zur Überwachung der Verbrennung des Gemischs.
Dabei wird mindestens während der Zündphase außerdem eine Temperatur des Heizkessels,
ein zum Brenner 1 strömender Luft-Massenstrom, eine Spannungsversorgung der Zündelektrode
2 und ein Ionisationssignal der Ionisationselektrode 3 überwacht.
[0016] Wie aus Figur 1 ersichtlich, wird weiterhin in an sich bekannter Weise der zum Brenner
1 strömende Luft-Massenstrom mit einem Massenstromsensor 4 gemessen und das Gemisch
aus Brennstoff und Luft mit einem Gebläse 5 zum Brenner 1 gefördert.
[0017] Wesentlich für das erfindungsgemäße Verfahren ist nun, dass bei Feststellung eines
fehlenden Ionisationssignals und einer fehlenden Spannungsänderung zwischen der Zündelektrode
2 und dem Brenner 1 während der Zündphase ein Signal mit der Information erzeugt wird,
dass kein Zündfunke erzeugt wurde, und/oder dass bei Feststellung eines fehlenden
Ionisationssignals während der Zündphase und eines Temperaturanstiegs des Heizkessels
nach der Zündphase ein Signal mit der Information erzeugt wird, dass die Ionisationselektrode
3 defekt ist, und/oder dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals und
eines fehlenden Luft-Massenstromeinbruchs während der Zündphase ein Signal mit der
Information erzeugt wird, dass dem Brenner 1 kein Brennstoff zugeführt wurde.
[0018] In Figur 2 ist diese Verfahrensweise nochmals bildlich dargestellt:
[0019] Wie ersichtlich, ist im Zeitabschnitt A insbesondere keine Spannungsänderung zwischen
der Zündelektrode 2 und dem Brenner 1 feststellbar. Dies deutet darauf hin, dass die
Ursache der Fehlzündung ein fehlender Zündfunke ist.
[0020] Wie ferner ersichtlich, ist im Zeitabschnitt B insbesondere ein Temperaturanstieg
des Heizkessels feststellbar, was bei fehlendem Ionisationssignal darauf hindeutet,
dass die Ursache der - in diesem Fall angeblichen - Fehlzündung eine defekte Ionisationselektrode
3 ist.
[0021] Wie außerdem ersichtlich, ist im Zeitabschnitt C insbesondere kein Luft-Massenstromeinbruch
feststellbar. Dies deutet bei vorhandener Zündspannung darauf hin, dass dem Brenner
1 kein Brennstoff (Öl oder Gas) zugeführt wurde, und zwar deshalb, weil die Zündung
des Gemisches ansonsten gewissermaßen einen Rückschlag in der Zufuhrleitung der Luft
und damit einen kurzen Signaleinbruch am Massenstromsensor 4 verursacht hätte.
[0022] Im Zeitabschnitt D ist schließlich zum Vergleich ein ordnungsgemäßer Brennerstart
dargestellt, bei dem dann auch das Ionisationssignal in typischer Weise ansteigt.
[0023] Um die konkret ermittelten Messwerte gut vergleichen zu können, ist dabei insgesamt
besonders bevorzugt vorgesehen, dass beim Einschalten des Heizkessels Referenzwerte
ermittelt und abgespeichert werden, die dann bei der Bestimmung der Ursache einer
Fehlzündung verwendet werden.
[0024] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass die Feststellung eines Fehlers von einer
Recheneinheit eines Reglers des Heizkessels getroffen wird.
[0025] Darüber hinaus ist bevorzugt vorgesehen, dass das Signal auf einer Anzeige eines
Reglers des Heizkessels angezeigt oder zur weiteren Verwendung per Datenübertragung
an eine andere Recheneinheit weitergegeben wird.
[0026] Schließlich ist besonders bevorzugt vorgesehen, dass bei Feststellung eines fehlenden
Ionisationssignals und bei Abwesenheit der drei anderen vorgenannten Fehler ein Signal
mit der Information erzeugt wird, dass ein unbekannter Fehler vorliegt, sprich, es
wird wieder ein Signal "Fehler EE" erzeugt. Dieses Signal wird aber wesentlich weniger
als beim bekannten Stand der Technik angezeigt werden, da ein Großteil der Fehler
unter die genannten drei fällt, die nunmehr erfindungsgemäß detektierbar sind.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Brenner
- 2
- Zündelektrode
- 3
- Ionisationselektrode
- 4
- Massenstromsensor
- 5
- Gebläse
1. Verfahren zur Bestimmung der Ursache einer Fehlzündung am Brenner eines Heizkessels,
wobei der Brenner (1) zur Verbrennung eines Gemisches aus einem gasförmigen oder flüssigen
Brennstoff und Luft, eine Zündelektrode (2) zur Entzündung des Gemisches während einer
Zündphase und eine Ionisationselektrode (3) zur Überwachung der Verbrennung des Gemischs
dient, wobei mindestens während der Zündphase außerdem eine Temperatur des Heizkessels,
ein zum Brenner (1) strömender Luft-Massenstrom, eine Spannungsversorgung der Zündelektrode
(2) und ein Ionisationssignal der Ionisationselektrode (3) überwacht wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals und einer fehlenden Spannungsänderung
zwischen der Zündelektrode (2) und dem Brenner (1) während der Zündphase ein Signal
mit der Information erzeugt wird, dass kein Zündfunke erzeugt wurde, und/oder
dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals während der Zündphase und eines
Temperaturanstiegs des Heizkessels nach der Zündphase ein Signal mit der Information
erzeugt wird, dass die Ionisationselektrode (3) defekt ist, und/oder
dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals und eines fehlenden Luft-Massenstromeinbruchs
während der Zündphase ein Signal mit der Information erzeugt wird, dass dem Brenner
(1) kein Brennstoff zugeführt wurde.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Einschalten des Heizkessels Referenzwerte ermittelt und abgespeichert werden,
die dann bei der Bestimmung der Ursache einer Fehlzündung verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Feststellung eines Fehlers von einer Recheneinheit eines Reglers des Heizkessels
getroffen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Signal auf einer Anzeige eines Reglers des Heizkessels angezeigt oder per Datenübertragung
an eine andere Recheneinheit weitergegeben wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Feststellung eines fehlenden Ionisationssignals und bei Abwesenheit der drei
anderen vorgenannten Fehler ein Signal mit der Information erzeugt wird, dass ein
unbekannter Fehler vorliegt.