[0001] Die vorliegende Patentanmeldung nimmt die Priorität der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2014 214 473.6 in Anspruch. Die Erfindung betrifft eine Verstärkungsanordnung für ein Bauwerk sowie
ein Verfahren zum Verstärken eines Bauwerks mit einer derartigen Verstärkungsanordnung.
[0002] Aus dem Stand der Technik, insbesondere "Hilti HIT-HY200 with HIT-Z",
JP 2009-249 982 A und
JP 2005-200 827 A, ist bekannt, für ein Bestandsbauwerk dessen Biegetragfähigkeit dadurch zu steigern,
dass Verstärkungslamellen auf die Oberfläche des Bauwerks aufgeklebt werden. Die Klebeverbindung
ist nicht oder nur mit sehr aufwändigen Mitteln wieder lösbar. Die Klebeverbindung
wird vorwiegend im Außenbereich eingesetzt, wobei Umgebungseinflüsse wie Temperatur,
Feuchte, Staub und Vibrationsbelastungen des Bauwerks zu einer Alterung und vorzeitigen
Schädigung der Klebeverbindung führen können. Das Dokument
KR 20030066205 offenbart alle technischen Merkmale des Oberbegriffs des Anspruchs 1, sowie die Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 11. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
beständige, zuverlässige und unaufwändige Verstärkung für ein Bauwerk bereitzustellen.
[0003] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Der Kern der Erfindung
besteht darin, dass ein Verstärkungselement mit einem Bauwerk mit mindestens einem
Verbindungselement befestigbar ist. Das Verbindungselement ist insbesondere eine Befestigungsschraube.
Ein Verbindungselement im Sinne der Erfindung kann auch ein Dübel mit korrespondierender
Schraube oder ein Befestigungsanker sein. Insbesondere sind mindestens zwei Verbindungselemente
vorgesehen, um eine Zugspannung oder Druckspannung in das Verstärkungselement einzubringen.
Um zu gewährleisten, dass in das Bauwerk eingeprägte Lasten von der Befestigungsschraube
in das Verstärkungselement kontrolliert abgetragen werden, weist die Befestigungsschraube
einen Lastabtragsabschnitt auf. Die Befestigungsschraube ist mit dem Lastabtragsabschnitt
in einer Durchgangsöffnung des Verstärkungselements kraftschlüssig mit diesem verbunden.
Somit ist ein dauerhaftes und zuverlässiges Abtragen einer Belastung von dem Bauwerk
über die Befestigungsschraube in das Verstärkungselement möglich. Eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen der Befestigungsschraube und dem Verstärkungselement ist dadurch
gewährleistet, dass eine unmittelbare Kraftübertragung von der Befestigungsschraube
auf das Verstärkungselement erfolgt. Die Befestigungsschraube ist mit dem Lastabtragsabschnitt
in der Durchgangsöffnung des Verstärkungselements spielfrei angeordnet. Ein derartiges
Bauwerk ist beispielsweise ein auf mehreren Auflagern angeordnetes Brückenelement,
das in Folge von Eigengewicht und/oder äußeren Lasten auf Biegung beansprucht wird.
Im mechanischen Sinn handelt es sich um einen Biegebalken. Die mindestens eine Befestigungsschraube
weist zudem einen Verankerungsabschnitt auf, mit dem sie im Bauwerk verankert werden
kann. Der Verankerungsabschnitt kann ein Außenschneidgewinde aufweisen. Mit dem Außenschneidgewinde
kann die Befestigungsschraube unmittelbar in eine dafür vorgesehene Bohrung in dem
Bauwerk eingeschraubt werden. Das Verbindungselement ist insbesondere lösbar an dem
Bauwerk befestigt. Es ist möglich, das Verstärkungselement von dem Bauwerk zu lösen.
Zusätzlich kann eine aushärtende, insbesondere klebende, Masse in die Bohrung des
Bauwerks zugegeben werden, um die Verbindung zwischen Befestigungsschraube und Bauwerk,
also die Verankerung, zu verbessern. Die Befestigungsschraube weist einen Halteabschnitt
auf, um das Verstärkungselement zu halten. Dazu ist eine Haltevorrichtung vorgesehen.
Die erfindungsgemäße Verstärkungsanordnung ermöglicht das Befestigen des Verstärkungselements
ohne eine Klebeverbindung, insbesondere ohne eine vollflächige Klebeverbindung. Der
Einsatz der mindestens einen Befestigungsschraube ist unkompliziert. Die Verstärkungsanordnung
kann an einem Bestandsbauwerk nachträglich angebracht werden. Gegenüber aus dem Stand
der Technik bekannten Schraubverbindungen ermöglicht die erfindungsgemäße Verstärkungsanordnung
eine zuverlässige und dauerhafte Verbindung wegen der kraftschlüssigen Anordnung der
Befestigungsschraube an dem Verstärkungselement.
[0004] Bei der Verstärkungsanordnung ist das Verstärkungselement zweiteilig ausgeführt,
wobei ein erstes und ein zweites Verstärkungsteil mittels eines Spannelements spannbar
miteinander verbindbar sind. Die Verstärkungsanordnung ermöglicht ein Anbringen des
Verstärkungselements an dem Bauwerk mit einer Vorspannung. Die Vorspannung wirkt insbesondere
einer existierenden und/oder zukünftigen Spannungsbelastung, insbesondere einer Zugspannung
oder Druckspannung, entgegen. Die Vorspannung ist insbesondere eine Druckspannung
oder eine Zugspannung. Dadurch ist es möglich, bereits existierenden und/oder möglicherweise
auftretenden Spannungsrissen entgegenzuwirken. Eine derartige Verstärkungsanordnung
wirkt unmittelbar. Insbesondere ist eine Verformung des Bauwerks in Folge eines Spannungsrisses
nicht erforderlich, bis das Verstärkungselement aktiviert wird und eine Zugspannungsbelastung
abbaut. Die Verstärkungsanordnung mit einem mehrteiligen Verstärkungselement ermöglicht
ein frühzeitigeres Eingreifen.
[0005] Eine Verstärkungsanordnung, bei der in dem Spalt eine ermüdungsfeste Masse vorgesehen
ist, ermöglicht einen verbesserten Lastabtrag von der Befestigungsschraube über die
ermüdungsfeste Masse auf das Verstärkungselement. Insbesondere füllt die ermüdungsfeste
Masse den Spalt vollständig aus. Insbesondere ist durch die ermüdungsfeste Masse in
dem Spalt eine bezogen auf die Schraubenlängsachse vollumfängliche Verbindung der
Befestigungsschraube mit dem Verstärkungselement gewährleistet. Die Befestigungsschraube
ist in dem Verstärkungselement spaltfrei angeordnet. Dadurch ist gewährleistet, dass,
insbesondere für den Fall, dass mehrere Befestigungsschrauben bei der Verstärkungsanordnung
verwendet werden, für jede einzelne Schraube der Lastabtrag im Wesentlichen identisch
und insbesondere identisch ist. Es ist insbesondere ausgeschlossen, dass Fertigungs-
und/oder Montageungenauigkeiten dazu führen, dass eine erste Befestigungsschraube
einen größeren Betrag eines Lastabtrags leistet als eine zweite Befestigungsschraube.
Dies könnte zu einem vorzeitigen Versagen der ersten Befestigungsschraube, einem anschließenden
Versagen der dann überlasteten zweiten Befestigungsschraube und somit zu dem Versagen
der Verstärkungsanordnung insgesamt führen. Die Verstärkungsanordnung ermöglicht eine
verbesserte Biegetragfähigkeit des Bauwerks. Die ermüdungsfeste Masse kann beim Einfüllen
flüssig oder zähflüssig sein und anschließend aushärten. Die ermüdungsfeste Masse
kann ein Epoxydharz sein. Die ermüdungsfeste Masse kann auch eine Kunststoffmatrix
aufweisen, die mit Verstärkungspartikeln, insbesondere aus Metall, insbesondere Metallspäne,
angereichert ist. Insbesondere ist die ermüdungsfeste Masse inkompressibel, insbesondere
nach dem Aushärten. Als ermüdungsfeste Masse kann auch eine zementgebundene Masse,
insbesondere Verpressmörtel, dienen. Eine Verstärkungsanordnung, bei der ein Innendurchmesser
der Durchgangsöffnung größer ist als ein Außendurchmesser des Lastabtragsabschnitts
ermöglicht eine unaufwändige und unkomplizierte Anbringung des Verstärkungselements
an dem Bauwerk. Die Befestigungsschraube kann durch die Durchgangsöffnung durchgesteckt
werden. Insbesondere ist der Innendurchmesser der Durchgangsöffnung größer als ein
Außendurchmesser des Außenschneidgewindes. Die Befestigungsschraube ist beabstandet
und insbesondere definiert beabstandet von dem Verstärkungselement angeordnet. Insbesondere
ist dadurch ausgeschlossen, dass entlang eines äußeren Umfangs, insbesondere im Bereich
des Lastabtragsabschnitts, die Befestigungsschraube bereichsweise an einer Innenwand
der Durchgangsöffnung anliegt und bereichsweise kein Kontakt zwischen dem Verstärkungselement
und der Befestigungsschraube vorliegt. Insbesondere beträgt der Innendurchmesser der
Durchgangsöffnung mindestens 102% des Außendurchmessers des Lastabtragsabschnitts,
insbesondere mindestens 105%, insbesondere mindestens 108%, insbesondere mindestens
110% und insbesondere mindestens 115%. Aufgrund dieses Durchmesserverhältnisses ist
zwischen der Befestigungsschraube und dem Verstärkungselement ein Spalt vorgesehen.
Der Spalt ist insbesondere im Bereich des Lastabtragsabschnitts und der Durchgangsöffnung
angeordnet. Der Spalt ist insbesondere zumindest abschnittsweise ringförmig ausgeführt.
Der Spalt kann entlang einer Schraubenlängsachse einen veränderlichen Durchmesser
aufweisen und insbesondere abschnittsweise konisch ausgeführt sein. Es ist auch denkbar,
dass die Befestigungsschraube mit einem äußeren Umfang bereichsweise unmittelbar an
der Seitenwand der Durchgangsöffnung anliegt. In jedem Fall ist die Befestigungsschraube
zumindest bereichsweise entlang einer Umfangsrichtung um eine Schraubenlängsachse
beabstandet von der Durchgangsöffnung angeordnet.
[0006] Die Verstärkungsanordnung ermöglicht die Verwendung des Verstärkungselements als
Zugelement oder als Druckelement. Bei der Verwendung als Zugelement ist das Verstärkungselement
an einer auf Zugbeanspruchung belasteten Oberfläche des Bestandsbauwerks angebracht.
Bei einem auf Lagern angeordneten Einfeld-Brückenträger ist dies typischerweise die
Unterseite der Brücke bzw. des Brückenträgers. Ein Einfeld-Brückenträger ist ein einteiligen
Brückenträger, der auf Stützen, also auf Lagern, angeordnet ist. Die Lager sind insbesondere
in einem jeweiligen Endbereich des Einfeld-Brückenträgers angeordnet. Ein Mehrfeld-Brückenträger
umfasst mehrere Einfeld-Brückenträger, die benachbart nebeneinander angeordnet sind.
Insbesondere können benachbarte Felder des Mehrfeld-Brückenträgers auf einer gemeinsamen
Stütze angeordnet sein, sodass eine Stütze zwei Endabschnitte benachbarter Felder
stützt. Ein Feldelement entspricht einem Einfeld-Brückenträger. Bei einem Mehrfeld-Brückenträger
tritt Zugbeanspruchung innerhalb eines Feldes, also zwischen zwei Stützen, an der
Unterseite des jeweiligen Feldelements auf. Im Bereich der Lager, insbesondere der
Stützen, ist mit einer Zugbeanspruchung an der Oberseite des jeweiligen Feldelementes
zu rechnen. Die Verstärkungsanordnung ermöglicht aber auch die Anordnung des Verstärkungselements
auf einer Oberseite als Druckelement dort, wo Druckbelastungen auftreten. Das Verstärkungselement
ist flexibel einsetzbar.
[0007] Eine Verstärkungsanordnung, bei der das Verstärkungselement lamellenförmig mit einer
Länge, einer Breite und einer Dicke ausgeführt ist, kann vorteilhaft am Bauwerk angeordnet
werden. Insbesondere ist das Verstärkungselement leichtbauend ausgeführt. Das lamellenförmig
ausgeführte Verstärkungselement kann zielgerichtet an einem Ort hoher Belastung an
dem Bauwerk angebracht sein. Insbesondere ist die Länge des Verstärkungselements deutlich
größer als dessen Breite und Dicke. Insbesondere ist die Breite größer als die Dicke
des Verstärkungselements. Insbesondere ist die Länge mindestens fünfmal so groß wie
die Breite, insbesondere mindestens zehnmal so groß, insbesondere mindestens zwanzigmal
so groß, insbesondere mindestens fünfzigmal so groß, insbesondere mindestens hundertmal
so groß und insbesondere höchstens eintausendmal so groß wie die Breite. Die Breite
des Verstärkungselements beträgt typischerweise etwa das Zweifache bis Zwanzigfache
und insbesondere das Dreifache bis Zehnfache der Dicke des Verstärkungselements.
[0008] Eine Verstärkungsanordnung, bei der das Verstärkungselement aus Metall oder aus Kohlefaser
hergestellt ist, ermöglicht einen effizienten, zuverlässigen und stabilen Lastabtrag.
Insbesondere ist das Verstärkungselement aus Stahl und insbesondere aus Baustahl hergestellt.
Diese Materialien sind kostengünstig verfügbar. Kohlefaser ermöglicht eine hohe Stabilität
bei gleichzeitig geringem Gewicht. Kohlefaser ist insbesondere für die Aufnahme von
Zugbeanspruchungen gut geeignet.
[0009] Eine Verstärkungsanordnung, bei der die Haltevorrichtung als Senkkopf ausgeführt
ist, ermöglicht ein unmittelbares Halten des Verstärkungselements mittels der Befestigungsschraube.
Der Senkkopf der Befestigungsschraube ist in einer dafür vorgesehenen Senkkopfbohrung
des Verstärkungselements angeordnet. Der Senkkopf ist insbesondere vollständig innerhalb
des Verstärkungselements angeordnet. Insbesondere schließt eine Stirnseite der Senkkopfschraube
bündig mit einer dem Bauwerk abgewandten Oberfläche des Verstärkungselements.
[0010] In einer alternativen Ausführungsform kann die Haltevorrichtung auch als Haltegewinde,
insbesondere als metrisches Gewinde, auf das eine Haltemutter aufschraubbar ist, ausgeführt
sein. Vorteilhaft bei dieser Ausführung ist, dass die Befestigungsschraube zunächst
unabhängig von dem Verstärkungselement in dem Bauwerk verankert werden kann. Auf einen
an dem Bauwerk vorstehenden Abschnitt der Befestigungsschraube kann die Verstärkungsanordnung
aufgesetzt und anschließend mittels der Haltemutter angeschraubt werden.
[0011] Eine Verstärkungsanordnung mit mehreren Befestigungsschrauben ermöglicht einen verbesserten
Lastabtrag von dem Bauwerk auf das Verstärkungselement. Aufgrund der kraftschlüssigen
Verbindung zwischen der Befestigungsschraube und dem Verstärkungselement ist jede
Befestigungsschraube an dem Lastabtrag beteiligt. Insbesondere ist jede Befestigungsschraube
gleichmäßig an dem Lastabtrag beteiligt. Die Verstärkungsanordnung umfasst mindestens
zwei Befestigungsschrauben, insbesondere mindestens fünf Befestigungsschraube, insbesondere
mindestens zehn Befestigungsschrauben, insbesondere mindestens fünfzig Befestigungsschrauben
und insbesondere höchstens eintausend Befestigungsschrauben. Entlang der Länge des
Verstärkungselements können die Befestigungsschrauben einreihig hintereinander angeordnet
sein. In Abhängigkeit der Breite des Verstärkungselements und/oder des Durchmessers
der Befestigungsschrauben ist es auch möglich, entlang der Länge des Verstärkungselements
die Befestigungsschrauben mehrreihig, insbesondere zweireihig, insbesondere dreireihig
und insbesondere vierreihig anzubringen. Es ist auch denkbar, entlang der Länge des
Verstärkungselements die Befestigungsschrauben versetzt anzubringen.
[0012] Eine Verstärkungsanordnung, bei der die Befestigungsschrauben belastungsgerecht an
dem Bauwerk anordenbar sind, ermöglicht eine zielgerichtete Verstärkung des Bauwerks.
Insbesondere ist es möglich, eine veränderliche Befestigungsschraubendichte an dem
Bauwerk und/oder dem Verstärkungselement zu schaffen. Als Befestigungsschrauben-Dichte
wird die Anzahl der Befestigungsschrauben je Flächeneinheit verstanden. Die Befestigungsschrauben-Dichte
ist also umso größer, je größer die Anzahl der Befestigungsschrauben je Flächeneinheit
ist. Eine vergleichsweise große Verbindungselement-Dichte, also Befestigungsschrauben-Dichte,
ist insbesondere in Bereichen des Bauwerks erforderlich, in welchen eine hohe Belastung
erwartet wird oder auftritt. Bereiche hoher Belastung des Bauwerks können beispielsweise
experimentell durch Ermittlung einer Schwingungsbelastung oder einer Kraftmessung
ermittelt werden. Bereiche hoher Belastung können auch empirisch, beispielsweise aufgrund
von standardisierten Lasttabellen ermittelt werden. Die Belastung des Bauwerks kann
auch berechnet werden, beispielsweise mittels Finite-Elemente-Berechnungsverfahren.
[0013] Eine Verstärkungsanordnung, bei der die Befestigungsschraube einen Werkzeugabschnitt
zum Ansetzen eines Werkzeugs für eine Drehmomentübertragung aufweist, ermöglicht eine
unkomplizierte Anbringung der Befestigungsschraube. Das Verankern der Befestigungsschraube
an dem Bauwerk ist vereinfacht. Insbesondere ist der Werkzeugabschnitt als eine bezogen
auf eine Schraubenlängsachse unrunde Querschnittsform ausgeführt. Die unrunde Querschnittsform
ist insbesondere im Inneren, also als innere Kontur, an dem Werkzeugabschnitt ausgeführt.
Insbesondere ist der Werkzeugabschnitt als Innenschlitz, als Innenkreuz, als Innensechskant,
als Innenmehrrund und insbesondere als Innensechsrund ausgeführt.
[0014] Der Erfindung liegt die weitere Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Verstärken eines
Bauwerks zu vereinfachen.
[0015] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 11 gelöst. Der Kern der Erfindung
besteht darin, eine erfindungsgemäße Verstärkungsanordnung an einem bereitgestellten
Bauwerk anzubringen, wobei das bereitgestellte Bauwerk, insbesondere durch Vorschädigungen
und/oder Alterungen und/oder eingeprägte Lasten verstärkungsbedürftig ist. Zunächst
wird mindestens eine Bohrung in das Bauwerk eingebracht. Das Verstärkungselement wird
an dem Bauwerk angeordnet und mittels der mindestens einen Befestigungsschraube an
dem Bauwerk befestigt. Die Befestigungsschraube wird an dem Bauwerk verankert. Durch
die Ausgestaltung der Befestigungsschraube ist die Reihenfolge von Befestigen des
Verstärkungselements und Verankern der Befestigungsschraube an dem Bauwerk festgelegt.
Abschließend erfolgt ein kraftschlüssiges Verbinden der Befestigungsschraube an dem
Lastabtragsabschnitt in der Durchgangsöffnung des Verstärkungselements. Ein wesentlicher
Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass an einem bereits existierenden Bauwerk,
also an einem Bestandsbauwerk, die Verstärkungsanordnung unkompliziert und insbesondere
nachträglich unaufwändig anbringbar ist. Es ist möglich, ein Bauwerk nachträglich
zu verstärken. Das Verstärken des Bauwerks ist unaufwändig und unmittelbar anwendbar.
Die weiteren Vorteile des Verfahrens entsprechen im Wesentlichen den Vorteilen der
erfindungsgemäßen Verstärkungsanordnung, worauf hiermit verwiesen wird. Bei dem Verfahren
ist das Verstärkungselement zweiteilig ausgeführt ist. Das Verfahren ermöglicht eine
vorgespannte Anbringung desselben an dem Bauwerk. Dazu ist ein erstes Verstärkungselementteil
und ein zweites Verstärkungselementteil vorgesehen, die unabhängig voneinander mit
dem Bauwerk verbunden werden. Die mit dem Bauwerk verbundenen Verstärkungselementteile
werden mittels eines Spannelements vorgespannt und in der vorgespannten Anordnung
wird das mehrteilige Verstärkungselement an dem Bauteil befestigt.
[0016] Ein Verfahren, bei dem ein Einfüllen einer ermüdungsfesten Masse in einen zwischen
der Befestigungsschraube und dem Verstärkungselement angeordneten Spalt erfolgt, ermöglicht
eine unkomplizierte Realisierung der kraftschlüssigen Verbindung zwischen Befestigungsschraube
und Verstärkungselement. Es ist möglich, dass die ermüdungsfeste Masse für das Einfüllen
flüssig ist und insbesondere eines Viskosität von höchstens 100 mPa · s, insbesondere
von höchstens 500 mPa · s, insbesondere von höchstens 1000 mPa · s, insbesondere von
höchstens 10000 mPa · s aufweist. Je höher die Viskosität, also je größer die Zähigkeit
der ermüdungsfesten Masse, desto geringer ist das Risiko, dass die ermüdungsfeste
Masse aus dem Spalt in Folge der Schwerkraft nach unten heraus tropft.
[0017] Die ermüdungsfeste Masse kann in die Durchgangsöffnung eingefüllt werden bevor oder
nachdem die Befestigungsschraube durch die Durchgangsöffnung durchgeführt wird. Bei
einem vorherigen Befüllen ist gewährleistet, dass der verbleibende Spalt zuverlässig
mit der ermüdungsfesten Masse ausgefüllt ist. Nicht erforderliches Volumen der ermüdungsfesten
Masse wird beim Einsetzen der Befestigungsschraube aus dem Spalt heraus verdrängt.
Es ist auch möglich, zunächst die Befestigungsschraube durch die Durchgangsöffnung
durchzuführen und anschließend die ermüdungsfeste Masse in den verbleibenden Spalt
einzufüllen. Dieses Vorgehen ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die ermüdungsfeste
Masse eine geringe Viskosität aufweist, die insbesondere höchstens 500 mPa · s und
insbesondere höchstens 100 mPa · s beträgt. Es ist ausgeschlossen, dass die ermüdungsfeste
Masse in die Bohrung des Bauwerks gelangen kann. Die Verankerung der Befestigungsschraube
in dem Bauwerk ist durch die ermüdungsfeste Masse nicht beeinträchtigt. Der Einsatz
der ermüdungsfesten Masse kann wohldosiert erfolgen. Der Verbrauch der ermüdungsfesten
Masse ist reduziert.
[0018] Bei einem Verfahren, bei dem mehrere Befestigungsschrauben an dem Bauwerk angeordnet
werden, kann insbesondere die Befestigungsschraubendichte gezielt beeinflusst werden.
[0019] Bei einem Verfahren, bei dem die Befestigung des Verstärkungselements ein Anbringen
einer Haltemutter an einem Haltegewinde umfasst, ist das nachträgliche Anbringen der
Verstärkungsanordnung an einem Bestandsbauwerk unkompliziert möglich.
[0020] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen, zusätzliche Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand
der Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein Bauwerk mit einer Verstärkungsanordnung gemäß einem nicht-erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- einen Querschnitt gemäß der Schnittlinie II-II in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Detailansicht gemäß Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Fig. 3 entsprechende Darstellung einer Verstärkungsanordnung gemäß einem nicht-erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiel und
- Fig. 5
- eine Fig. 1 entsprechende Darstellung der erfindungsgemäßen Verstärkungsanordnung
[0021] Fig. 1 zeigt ein Bauwerk 1 in Form eines Betonelements für eine Brücke. Das Bauwerk
1 kann neu errichtet sein. Es kann sich auch um ein Bestandsbauwerk handeln. Das Bauwerk
1 ist allein aus darstellerischen Gründen in Fig. 1 als Rechteckbalkenelement dargestellt.
Das Bauwerk 1 kann auch eine andere, insbesondere von einer Regel-Geometrie abweichende
Geometrie aufweisen. Das Bauwerk 1 ist auf mehreren, insbesondere mindestens zwei,
Auflagern 2 angeordnet. In Folge äußerer Lasten F, die als Punkt-, Linien- und/oder
Flächenlasten an dem Bauwerk 1 angreifen können und insbesondere in vertikaler Richtung
3 wirken, ist das Bauwerk 1 auf Biegung beansprucht. Als Last F gilt auch das Eigengewicht
des Bauwerks 1. Die vertikale Gesamt-Belastung, die von den Lasten F verursacht wird,
wird von den Auflagern 2 aufgenommen. Eine Durchbiegung des Bauwerks 1 bewirkt eine
Zugbeanspruchung an einer den Auflagern 2 zugewandten Unterseite 4, insbesondere in
Folge der Dehnung. An einer der Unterseite 4 gegenüberliegenden Oberseite 5 des Bauwerks
1 tritt entsprechend eine Druckbeanspruchung auf.
[0022] An der Unterseite 4 ist eine Verstärkungsanordnung 6 vorgesehen. Die Verstärkungsanordnung
6 umfasst ein Verstärkungselement 7 sowie mehrere Verbindungselemente in Form von
Befestigungsschrauben 8, mittels der das Verstärkungselement 7 an dem Bauwerk 1 befestigt
ist. Das an der Unterseite 4 angebrachte Verstärkungselement 7 dient also zur Aufnahme
von Zugbeanspruchungen. Das Verstärkungselement 7 ist ein Zugelement.
[0023] Rein schematisch ist in Fig. 1 an der Oberseite 5 ein weiteres Verstärkungselement
9 dargestellt, das als Druckelement ausgeführt ist. Die Verstärkungselemente 7, 9
sind im Wesentlichen identisch ausgeführt und unterscheiden sich lediglich durch den
Ort ihrer Anordnung an dem Bauwerk 1. Die Verstärkungselemente 7, 9 sind einteilig
ausgeführt.
[0024] Das Verstärkungselement 9 weist gegenüber dem Verstärkungselement 7 eine reduzierte
Länge L auf. Die Länge L ist deutlich größer als eine sich senkrecht zur Zeichenebene
der Fig. 1 erstreckende Breite B. Die Breite B ist größer als die Dicke D des Verstärkungselements
7.
[0025] Das Verstärkungselement 7 ist als Metall-Lamelle ausgeführt. Die Lamelle kann auch
aus Kohlefaser, also Carbon, ausgeführt sein. Kohlefaser eignet sich besonders, um
Zugbeanspruchungen aufzunehmen. Das Verstärkungselement 7 weist mehrere Durchgangsöffnungen
10 auf. Durch die Durchgangsöffnung 10 ist die Befestigungsschraube 8 geführt. Die
Durchgangsöffnung 10 weist einen Innendurchmesser d
i auf.
[0026] Die Befestigungsschrauben 8 sind an dem Bauwerk 1, insbesondere entlang der Länge
L des Verstärkungselements 7, ungleichmäßig verteilt angeordnet. Insbesondere in den
den Auflagern 2 benachbarten Bereichen an der Unterseite 4 sind vergleichsweise mehr
Befestigungsschrauben 8 angeordnet als beispielsweise in einem zwischen den Auflagern
2 mittleren Bereich. Das bedeutet, dass in den den Auflagern 2 zugewandten Bereichen
an der Unterseite 4 des Bauwerks 1 eine höhere Befestigungsschrauben-Dichte vorliegt.
In diesen Bereichen kann ein höherer Lastabtrag von dem Bauwerk 1 über die Befestigungsschrauben
8 in das Verstärkungselement 7 erfolgen. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel wird
in einem korrespondierenden Bereich an der Oberseite 5 des Bauwerks 1 jeweils eine
Linienlast eingebracht, die zu einer erhöhten Beanspruchung führt, so dass die genannten
Bereiche erhöhter Befestigungsschrauben-Dichte an der Unterseite 4 erforderlich sind.
Eine erhöhte Befestigungsschrauben-Dichte kann auch aufgrund anderer Lastzustände
erforderlich sein.
[0027] Die Befestigungsschraube 8 ist gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel als Betonschraube
ausgeführt. Die Befestigungsschraube 8 weist eine Schraubenlängsachse 11 auf. Entlang
der Schraubenlängsachse 11 ist an einem vorderen Ende der Befestigungsschraube 8 ein
Verankerungsabschnitt 12 vorgesehen. Der Verankerungsabschnitt 12 weist eine Länge
Lv auf. Der Verankerungsabschnitt 12 weist ein Außenschneidgewinde 13 auf, mit dem
die Befestigungsschraube 8 unmittelbar in ein Bohrloch des Bauwerks 1 eingedreht ist.
Dazu schneidet das selbstschneidende Außenschneidgewinde 13 die erforderlichen Gewindegänge
in das das Bohrloch umgebende Material. An einem vorderen Ende 14 der Befestigungsschraube
8 kann ein gewindefreier Abschnitt vorgesehen sein. Das vordere Ende 14 kann mit einer
Einführfase ausgeführt sein. Die entlang der Schraubenlängsachse 11 orientierte Länge
Lv des Verankerungsabschnitts 12 beträgt zwischen 30% und 50% der Gesamtlänge L
ges der Befestigungsschraube 8. Zwischen dem Lastabtragsabschnitt 20 und dem Verankerungsabschnitt
12 kann entlang der Schraubenlängsachse 11 ein weiterer Zwischenabschnitt 24 angeordnet
sein. Der Zwischenabschnitt 24 kann gewindelos ausgeführt sein. Es ist auch denkbar,
dass der Schaft 21 im Zwischenabschnitt 24 identisch zu dem Schaft 21 im Lastabtragsabschnitt
20 ausgeführt ist. In diesem Fall wird zwischen dem Zwischenabschnitt 24 und dem Lastabtragsabschnitt
20 nicht unterschieden. An einem hinteren, äußeren Ende 15 der Befestigungsschraube
8 ist ein Halteabschnitt 16 vorgesehen. Der Halteabschnitt 16 dient zum Halten des
Verstärkungselements 7 an dem Bauwerk 1. Der Halteabschnitt 16 umfasst eine Haltevorrichtung,
die gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ein Haltegewinde 17 und eine darauf aufschraubbare
Haltemutter 18 umfasst. Das Haltegewinde 17 ist als metrisches Außengewinde ausgeführt.
Die Haltemutter 18 ist eine zu dem Haltegewinde 17 korrespondierende Außen-Sechskant-Mutter.
Eine Scheibe 19 dient zur Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen der Haltemutter
18 und dem Verstärkungselement 7. Der Halteabschnitt 16 weist eine Länge L
H auf, die zwischen 20% und 50% der Gesamtlänge L
ges der Befestigungsschraube 8 beträgt. An dem hinteren Ende 15 und insbesondere innerhalb
des Halteabschnitts 16 ist an der Befestigungsschraube 8 ein Werkzeugabschnitt vorgesehen.
Der Werkzeugabschnitt ermöglicht ein Ansetzen eines Werkzeugs für eine Drehmomentübertragung.
Der Werkzeugabschnitt ermöglicht also das Eindrehen der Befestigungsschraube 8 mittels
eines Werkzeugs in ein Bohrloch in dem Bauwerk 1. Der Werkzeugabschnitt ist gemäß
dem gezeigten Ausführungsbeispiel als nicht dargestellter Innensechskant ausgeführt.
[0028] Ausgehend von dem hinteren Ende 15 schließt sich dem Halteabschnitt 16 ein Lastabtragsabschnitt
20 an. Die Länge L
A des Lastabtragsabschnitts 20 ist im Wesentlichen durch die Dicke D des Verstärkungselements
7 vorgegeben. Innerhalb des Lastabtragsabschnitts 20 ist die Befestigungsschraube,
also der Schaft 21 der Befestigungsschraube 8, gewindefrei ausgeführt. Die Befestigungsschraube
8, insbesondere der Schaft 21, weist einen Außendurchmesser d
a auf. Insbesondere im Bereich des Lastabtragsabschnitts 20 ist der Außendurchmesser
d
a kleiner als der Innendurchmesser d
i der Durchgangsöffnung 10 des Verstärkungselements 7.
[0029] Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Befestigungsschraube 8 konzentrisch
in der Durchgangsöffnung 10 angeordnet. Dadurch, dass der Außendurchmesser d
a des Schafts 21 kleiner ist als der Innendurchmesser d
i der Durchgangsöffnung 10 resultiert zwischen der Befestigungsschraube 8 und dem Verstärkungselement
7 ein ringförmiger Spalt 22. In dem Spalt 22 ist eine ermüdungsfeste Masse, also eine
inkompressible Masse 23 angeordnet, die eine kraftschlüssige Verbindung der Befestigungsschraube
8 mit dem Verstärkungselement 7 ermöglicht.
[0030] Es ist auch möglich, dass die Befestigungsschraube 8 exzentrisch in der Durchgangsöffnung
10 angeordnet ist. Eine exzentrische Anordnung kann beispielsweise daraus resultieren,
dass Lochrandabstände der Durchgangsöffnungen 10 in dem Verstärkungselement 7 abweichend
von den Abständen der Schraubenlängsachsen 11 benachbarter Befestigungsschrauben 8
toleriert. Eine derartige Abweichung resultiert insbesondere aus dem Setzvorgang,
also dem Einsetzen der Befestigungsschraube 8 in das dafür vorgesehene Bohrloch des
Bauwerks 1. Die exzentrische Anordnung der Befestigungsschraube 8 in der Durchgangsöffnung
10 ist für die Funktion der Verstärkungsanordnung 6 unproblematisch. Wesentlich ist,
dass der Spalt 22 vollumfänglich, insbesondere entlang eines Umfangswinkels um die
Schraubenlängsachse 11 von mindestens 270°, insbesondere von mindestens 300°, insbesondere
von mindestens 330° und insbesondere von mindestens 345° gegeben ist.
[0031] Nachfolgend wird ein Verfahren zum Verstärken des Bauwerks 1 mit der Verstärkungsanordnung
6 näher erläutert. Zunächst werden in das Bauwerk 1 Bohrungen für die Befestigungsschrauben
8 vorgesehen. Für jede Befestigungsschraube 8 wird eine Bohrung vorgesehen. Die Anordnung
der Bohrungen an dem Bauwerk 1, also die daraus resultierende Befestigungsschrauben-Dichte
an der Unterseite 4 oder der Oberseite 5, erfolgt auf Basis einer ermittelten, gemessenen
und/oder prognostizierten Belastung des Bauwerks 1. Anschließend wird die Befestigungsschraube
8 mit einem Werkzeug in die Bohrung des Bauwerks 1 eingedreht. Dabei schneidet das
selbstschneidende Außenschneidgewinde 13 ein erforderliches Verankerungsgewinde in
die Bohrlochwand. Die Befestigungsschraube 8 wird soweit in das Bohrloch eingeschraubt,
dass ein Überstandsabschnitt der Befestigungsschraube an der Unterseite 4 des Bauwerks
1 übersteht. Der Überstandsabschnitt entspricht im Wesentlichen dem Halteabschnitt
16 zusammen mit dem Lastabtragsabschnitt 20.
[0032] Auf die jeweiligen Überstandsabschnitte der Befestigungsschrauben 8 wird das Verstärkungselement
7 von unten auf das Bauwerk 1 aufgesetzt. Dabei sind zuvor die Durchgangsöffnungen
10 an dem Verstärkungselement 7, beispielsweise durch Bohren, vorzusehen. Es ist vorteilhaft,
die Durchgangsöffnungen 10 nur dort vorzusehen, wo eine Verbindung mit einer Befestigungsschraube
8 erfolgen soll. Dadurch werden unerwünschte Schwächungen des Verstärkungselements
7 vermieden. Anschließend wird in den Spalt 22 zwischen Befestigungsschraube 8 und
Verstärkungselement 7 die inkompressible Masse 23 eingefüllt. Anschließend wird die
Scheibe 19 aufgesetzt und die Haltemutter 18 auf das Haltegewinde 17 aufgeschraubt.
In diesem Zustand ist das Verstärkungselement 7 an dem Bauwerk 1 mittels der Befestigungsschraube
8 gehalten. Nach einem möglicherweise notwendigen Aushärtevorgang ist die Befestigungsschraube
8 im Bereich des Lastabtragsabschnitts 20 kraftschlüssig mit der Befestigungsschraube
8 verbunden. Insbesondere ist der Spalt 22 vollständig mit der inkompressiblen Masse
23 ausgefüllt. Die Verbindung zwischen Befestigungsschraube 8 und Verstärkungselement
7 ist spielfrei.
[0033] Alternativ ist es auch möglich, zunächst das Verstärkungselement 7 mit in die Durchgangsöffnung
10 eingefüllter Masse 23 an dem Bauwerk 1 anzubringen. Die Befestigungsschrauben 8
werden dann durch die mit der noch nicht ausgehärteten Masse 23 gefüllten Durchgangsöffnungen
10 hindurch in die Bohrung des Bauwerks 1 geführt und dort mittels des Außenschneidgewindes
eingedreht.
[0034] Alternativ ist es auch möglich, zunächst die Befestigungsschrauben 8 in den Bohrungen
des Bauwerks 1 zu verankern und anschließend das Verstärkungselement 7 mit mit Masse
gefüllter Durchgangsöffnung auf die Befestigungsschraube 8 aufzusetzen. Ein Einfüllen
der Masse in den Spalt ist dann nicht erforderlich.
[0035] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 4 ein nicht-erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel
beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie beim
ersten Ausführungsbeispiel, auf dessen Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv
unterschiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen
mit einem nachgestellten a.
[0036] Wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel ist das Verstärkungselement 7a als Zugelement
ausgeführt. Der wesentliche Unterschied besteht in der Ausführung der Befestigungsschraube
8a, die gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel als Senkkopfschraube ausgeführt ist.
Bei der Befestigungsschraube 8a ist die Haltevorrichtung durch den Senkkopf 25 gebildet.
Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Senkkopf 25 kegelstumpfförmig ausgeführt.
Ausgehend von einer senkrecht zur Schraubenlängsachse 11 orientierten Stirnfläche
26 eine konisch zum Bauwerk 1 hin verjüngende Kegelfläche 27 ist, die in den zylindrischen
Schaft 21 übergeht. Der Senkkopf 25 bildet entlang der Schraubenlängsachse 11 einen
Hinterschnitt. Durch den Hinterschnitt ist ein unbeabsichtigtes Lösen des Verstärkungselements
7a von dem Bauwerk 1 ausgeschlossen. Insbesondere ist ein maximaler Außendurchmesser
der Befestigungsschraube 8a größer als ein minimaler Innendurchmesser der Durchgangsbohrung
10a. Unabhängig von der in die Durchgangsbohrung 10a eingefüllten Menge der inkompressiblen
Masse 23 ist eine zuverlässige Befestigung des Verstärkungselements 7a ermöglicht.
Der Senkkopf 25 bildet einen radial vorstehenden Kragen der Befestigungsschraube 8a.
Der Kragen kann auch dadurch ausgeführt sein, dass die Fläche 27 nicht geneigt und
insbesondere parallel zur Stirnfläche 26 orientiert ist. In diesem Fall weist die
Schraube einen versenkbaren Schraubenkopf auf, der eine parallel zur Schraubenlängsachse
11 orientierte Schraubenkopfdicke aufweist, die in einer Richtung radial zur Schraubenlängsachse
11 konstant ist.
[0037] Die Durchgangsöffnung 10a weist einen abschnittsweise kegelstumpfförmigen Bereich
auf. Die Durchgangsbohrung ist geometrisch ähnlich zu der Senkkopfschraube 8a ausgeführt,
so dass der Spalt 22a zwischen Befestigungsschraube 8a und Verstärkungselement 7a
im Wesentlichen entlang der Schraubenlängsachse 11 eine konstante Dicke aufweist.
[0038] Da die Befestigungsschraube 8a mit dem Senkkopf 25 in dem Verstärkungselement 7a
versenkt angeordnet ist, ist die Länge L
H des Halteabschnitts 16a und die Länge L
A des Lastabtragsabschnitts 20a reduziert. Die Summe der Längen L
A und L
H entspricht der Dicke D des Verstärkungselements 7a. Die Länge L
H beträgt etwa 10% der Gesamtlänge L
ges der Befestigungsschraube 8a. Die Länge L
A des Lastabtragsabschnitts 20a beträgt etwa 10% der Gesamtlänge L
ges der Befestigungsschraube 8a.
[0039] Der Spalt 22a ist mit der inkompressiblen Masse 23 verfüllt.
[0040] Nachfolgend wird ein Verfahren zur Anbringung der Verstärkungsanordnung 6a an dem
Bauwerk 1 näher erläutert. In das Bauwerk 1 werden Bohrungen für die Befestigungsschrauben
8a gebohrt. Anschließend wird das Verstärkungselement 7a an der Unterseite 4 des Bauwerks
1 angeordnet. In die Durchgangsöffnungen 10a wird jeweils ein Volumen der inkompressiblen
Masse 23 gefüllt. Das eingefüllte Volumen entspricht im Wesentlichen dem später verbleibenden
Volumen des Spalts 22a bei eingesetzter Befestigungsschraube 8a. Anschließend wird
die Befestigungsschraube 8a durch die mit Masse 23 gefüllte Durchgangsöffnung 10a
hindurch in die Bohrung des Bauwerks 1 eingeführt und mit dem Außenschneidgewinde
13 in das Bauwerk 1 eingeschraubt. Aufgrund der Verdrängung füllt die Masse 23 den
resultierenden Spalt 22a zwischen Befestigungsschraube 8a und Verstärkungselement
7a vollständig aus. Es ist grundsätzlich auch denkbar, das Verstärkungselement 7a
an dem Bauwerk 1 anzuordnen, ohne dass die Masse 23 in den Durchgangsöffnungen 10a
vorgesehen ist. Es kann dann die Befestigungsschraube 8a eingedreht werden. In den
resultierenden Spalt kann die Masse eingefüllt werden.
[0041] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 5 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
beschrieben. Konstruktiv identische Teile halten die selben Bezugszeichen wie bei
den beiden ersten Ausführungsbeispielen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen
wird. Konstruktiv unterschiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten
die selben Bezugszeichen mit einem nachgestellten b.
[0042] Der wesentliche Unterschied gegenüber den vorstehenden Ausführungsbeispielen besteht
darin, dass das erfindungsgemäße Verstärkungselement 7b zweiteilig ausgeführt ist
mit einem ersten Verstärkungsteil 28 und einem zweiten Verstärkungsteil 29. Das erste
Verstärkungselementteil 28 und das zweite Verstärkungselementteil 29 weisen eine Lamelle
analog dem ersten Ausführungsbeispiel auf. Von der jeweiligen Lamelle erstreckt sich,
insbesondere senkrecht zur Unterseite 4 des Bauwerks 1 an dem ersten Verstärkungselementteil
28 ein erster Anbindungsabschnitt 31 und an dem zweiten Verstärkungselementteil 29
ein zweiter Anbindungsabschnitt 32. An dem ersten Anbindungsabschnitt 31 ist ein erster
Spannungsabschnitt 33 und an dem zweiten Anbindungsabschnitt 32 ist ein zweiter Spannungsabschnitt
34 angeordnet.
[0043] In der an dem Bauwerk 1 montierten Anordnung des Verstärkungselements 7b sind der
erste Spannungsabschnitt 33 und der zweite Spannungsabschnitt 34 als flächenhafte
Abschnitte parallel zueinander orientiert. Der erste Spannungsabschnitt 33 und der
zweite Spannungsabschnitt 34 weisen jeweils eine Durchgangsöffnung auf, die insbesondere
konzentrisch zueinander angeordnet sind. Durch die fluchtend angeordneten Durchgangsöffnungen
der Spannungsabschnitte 33, 34 ist das Spannungselement 30 in Form einer metrischen
Schraube durchgesteckt und mittels einer Befestigungsmutter 35 entlang einer Vorspann-Wirklinie
vorgespannt. Die Befestigungsmutter 35 ist mittels einer Konter-Mutter 36 gesichert.
Die Vorspann-Wirklinie ist parallel zu den Lamellen der Verstärkungselementteile 28,
29 orientiert. Die Vorspann-Wirklinie ist insbesondere senkrecht zu den Schraubenlängsachsen
11 orientiert. Die Vorspann-Wirklinie entspricht der Längsrichtung des Verstärkungselements
7b. Die Vorspann-Wirklinie entspricht der jeweiligen Längsrichtung des ersten Verstärkungselementteils
28 und des zweiten Verstärkungselementteils 29. Die Vorspannung soll möglichen Rissen
entgegenwirken, die entlang einer potentiellen Risslinie 37 oder parallel dazu auftreten
können. Die Risslinie 37 ist etwa unter einem 45°-Winkel zur Unterseite 4 des Bauwerks
1 orientiert. Die Spannungsabschnitte 33, 34 sind jeweils in einem Endbereich des
ersten Verstärkungselementteils 28 und des zweiten Verstärkungselementteils 29 angeordnet.
Der erste Spannungsabschnitt 33 und der zweite Spannungsabschnitt 34 sind benachbart
zueinander angeordnet.
[0044] Nachfolgend wird ein Verfahren zur Anbringung der Verstärkungsanordnung 6b an dem
Bauwerk 1 näher erläutert. In das Bauwerk 1 werden Bohrungen für die Befestigungsschrauben
8 gebohrt.
[0045] Das erste Verstärkungselementteil 28 und das zweite Verstärkungselementteil 29 werden
jeweils separat voneinander an dem Bauwerk 1 befestigt, indem jeweils zunächst genau
eine Befestigungsschraube 8 zum Befestigen des jeweiligen Verstärkungselementteils
28 und 29 dient. Insbesondere wird das erste Verstärkungselementteil 28 mit der in
Fig. 5 ganz links dargestellten Befestigungsschraube 8 und das zweite Verstärkungselementteil
29 mit der in Fig. 5 ganz rechts dargestellten Befestigungsschraube 8 an dem Bauwerk
1 befestigt. Wesentlich ist, dass ein Abstand von der jeweiligen Befestigungsschraube
8 zu dem jeweiligen Spannungsabschnitt 33 bzw. 34 möglichst groß ist. Die mittels
jeweils einer Befestigungsschraube 8 an dem Bauwerk 1 befestigten Verstärkungselementteile
28, 29 werden mittels des Spannelements 30 miteinander verbunden und anschließend
entlang der Vorspann-Wirkrichtung vorgespannt. In dieser vorgespannten Anordnung können
die weiteren Befestigungselemente 8 angebracht werden. Beispielsweise werden dazu
die erforderlichen Bohrungen in das Bauwerk 1 durch die Durchgangsöffnungen in dem
Verstärkungselement 7b an der Unterseite 4 des Bauwerks 1 eingebracht. Anschließend
werden die Befestigungsschrauben 8 in die Bohrlöcher eingeschraubt und der Ringspalt
zwischen Befestigungsschraube und Durchgangsöffnung mit der inkompressiblen Masse
23 verfüllt.
1. Verstärkungsanordnung für ein Bauwerk (1), umfassend
a. ein an dem Bauwerk (1) anordenbares Verstärkungselement (7b) und
b. mindestens ein Verbindungselement (8; 8a) zum Verbinden des Verstärkungselements
(7b) mit dem Bauwerk (1), wobei das Verbindungselement (8; 8a) aufweist
i. einen Verankerungsabschnitt (12) zum Verankern des Verbindungselements (8; 8a)
im Bauwerk (1),
ii. einen eine Haltevorrichtung (17, 18; 25) aufweisenden Halteabschnitt (16; 16a)
zum Halten des Verstärkungselements (7b) und
iii. einen zwischen dem Verankerungsabschnitt (12) und dem Halteabschnitt (16; 16a)
angeordneten Lastabtragsabschnitt (20; 20a) zum Abtragen von Lasten von dem Verbindungselement
(8; 8a) in das Verstärkungselement (7b),
wobei das Verbindungselement (8; 8a) mit dem Lastabtragsabschnitt (20; 20a) in einer
Durchgangsöffnung (10; 10a) kraftschlüssig mit dem Verstärkungselement (7b) verbunden
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (7b) zweiteilig ausgeführt ist, wobei ein erstes Verstärkungselementteil
(28) und ein zweites Verstärkungselementteil (29) unabhängig voneinander mit dem Bauwerk
(1) verbindbar sind und das erste Verstärkungselementteil (28) und das zweite Verstärkungselementteil
(29) mittels eines Spannelements (30) spannbar miteinander verbindbar sind für ein
Anbringen des Verstärkungselements (7b) an dem Bauwerk (1) mit einer Vorspannung.
2. Verstärkungsanordnung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einem zwischen dem Verbindungselement (8; 8a) und dem Verstärkungselement (7b)
angeordneten Spalt (22; 22a) eine ermüdungsfeste Masse (23) vorgesehen ist, wobei
insbesondere ein Innendurchmesser (di) der Durchgangsöffnung (10; 10a) größer ist als ein Außendurchmesser (da) des Lastabtragsabschnitts (20; 20a), wobei insbesondere gilt: di ≥ 1,02 · da, insbesondere di ≥ 1,05 · da, insbesondere di ≥ 1,08 · da, insbesondere di ≥ 1,10 · da und insbesondere di ≥ 1,15 · da.
3. Verstärkungsanordnung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (7b) ein Zugelement oder ein Druckelement ist.
4. Verstärkungsanordnung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (7b) lamellenförmig mit einer Länge (L), einer Breite (B)
und einer Dicke (D) ausgeführt ist, wobei insbesondere gilt: L >> B > D.
5. Verstärkungsanordnung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (7b) aus Metall, insbesondere aus Stahl, insbesondere aus
Baustahl, oder aus Kohlefaser hergestellt ist.
6. Verstärkungsanordnung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung als Senkkopf (25) ausgeführt.
7. Verstärkungsanordnung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung als Haltegewinde (17) mit Haltemutter (18) ausgeführt ist.
8. Verstärkungsanordnung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mehrere Befestigungsschrauben (8; 8a).
9. Verstärkungsanordnung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungselemente (8; 8a) belastungsgerecht an dem Bauwerk (1) anordenbar sind,
wobei insbesondere eine Verbindungselement-Dichte umso größer ist, desto höher die
Belastung ist.
10. Verstärkungsanordnung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (8; 8a) einen Werkzeugabschnitt zum Ansetzen eines Werkzeugs
für eine Drehmomentübertragung aufweist, wobei der Werkzeugabschnitt insbesondere
eine bezogen auf eine Schraubenlängsachse unrunde, insbesondere innere, Querschnittsform
aufweist und insbesondere als Innenschlitz, Innenkreuz, Innensechskant, Innenmehrrund
und insbesondere Innensechsrund, ausgeführt ist.
11. Verfahren zum Verstärken eines Bauwerks (1) mit einer Verstärkungsanordnung (6; 6a)
gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, umfassend die Verfahrensschritte
- Bereitstellen eines Bauwerks (1),
- Einbringen mindestens einer Bohrung in das Bauwerk (1),
- Anordnen des Verstärkungselements (7b) an dem Bauwerk (1),
- Anbringen des Verstärkungselements (7b) an dem Bauwerk (1) mittels des mindestens
einen Verbindungselements (8; 8a),
- kraftschlüssiges Verbinden des Verbindungselements (8; 8a) mit dem Lastabtragsabschnitt
(20; 20a) in der Durchgangsöffnung (10; 10a) des Verstärkungselements (7b),
dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (7b) zweiteilig ausgeführt ist, wobei ein erstes Verstärkungselementteil
(28) mit dem Bauteil (1) verbunden und ein zweites Verstärkungselementteil (29) unabhängig
davon mit dem Bauteil (1) verbunden werden, wobei das erste Verstärkungselementteil
(28) mit dem zweiten Verstärkungselementteil (29) mittels eines Spannelements (30)
einer Vorspannung beaufschlagt werden, und wobei das Verstärkungselement (7b) in der
vorgespannten Anordnung an dem Bauwerk (1) befestigt wird.
12. Verfahren gemäß Anspruch 11, gekennzeichnet durch Einfüllen einer ermüdungsfesten Masse (23) in einen zwischen dem Verbindungselement
(8; 8a) und dem Verstärkungselement (7b) angeordneten Spalt (22; 22a), der insbesondere
zumindest abschnittsweise ringförmig ausgeführt ist.
13. Verfahren gemäß Anspruch 11 oder 12, gekennzeichnet durch Anordnen mehrerer Verbindungselemente (8; 8a) an dem Bauwerk (1), wobei insbesondere
eine Verbindungselement-Dichte umso größer ist, desto höher die Belastung ist.
1. Reinforcement assembly for a structure (1), comprising
a. a reinforcing element (7b) arrangeable on the structure (1), and
b. at least one connecting element (8; 8a) to connect the reinforcing element (7b)
with the structure (1), the connecting element (8, 8a) comprising
i. an anchoring portion (12) to anchor the connecting element (8, 8a) in the structure
(1),
ii. a retaining portion (16; 16a) to hold the reinforcing element (7b), the retaining
portion (16; 16a) comprising a retaining device (17, 18; 25), and
iii. a load transfer portion (20; 20a) arranged between the anchoring portion (12)
and the retaining portion (16; 16a) for transferring loads from the connecting element
(8; 8a) into the reinforcing element (7b),
wherein the connecting element (8; 8a) comprising the load transfer portion (20; 20a)
is non-positively connected with the reinforcing element (7b) in a through hole (10;
10a),
characterized in that the reinforcing element (7b) is designed in two parts, wherein a first reinforcing
element part (28) and a second reinforcing element part (29) are connectable to the
structure (1) independently of one another, and the first reinforcing element part
(28) and the second reinforcing element part (29) are connectable to one another in
a stressed manner by means of a clamping element (30), thus allowing the reinforcing
element (7b) to be attached to the structure (1) in a prestressed condition.
2. Reinforcing assembly according to claim 1, characterized in that a fatigue-resistant material (23) is provided in a gap (22; 22a) arranged between
the connecting element (8; 8a) and the reinforcing element (7b), wherein in particular
an inner diameter (di) of the through hole (10; 10a) is greater than an outer diameter (da) of the load transfer portion (20; 20a), wherein in particular di ≥ 1,02 · da, in particular di ≥ 1,05 · da, in particular di ≥ 1,08 · da, in particular di ≥ 1,10 · da, and in particular di ≥ 1,15 · da.
3. Reinforcing assembly according to any one of the preceding claims, characterized in that the reinforcing element (7b) is a tension element or a compression element.
4. Reinforcing assembly according to any one of the preceding claims, characterized in that the reinforcing element (7b) is configured in the shape of lamellas with a length
(L), a width (B) and a thickness (D), with in particular L >> B > D.
5. Reinforcing assembly according to any one of the preceding claims, characterized in that the reinforcing element (7b) is made of metal, in particular steel, in particular
structural steel, or of carbon fiber.
6. Reinforcing assembly according to any one of the preceding claims, characterized in that the retaining device is configured as a countersunk head (25).
7. Reinforcing assembly according to any one of claims 1 to 5, characterized in that the retaining device is configured as a retaining thread (17) with a retaining nut
(18).
8. Reinforcing assembly according to any one of the preceding claims, characterized by a plurality of fastening screws (8; 8a).
9. Reinforcing assembly according to claim 8, characterized in that the connecting elements (8; 8a) are arrangeable on the structure in such a way as
to suit a particular load, wherein the higher the load, the greater in particular
a connecting element density.
10. Reinforcing assembly according to any one of the preceding claims, characterized in that the connecting element (8; 8a) has a tool portion to position a tool for a torque
transmission, the tool portion having in particular a non-round, in particular inner,
cross-sectional shape relative to a screw longitudinal axis and being configured in
particular as a slotted socket, cross socket, hexagon socket, polylobular socket,
and in particular as a hexalobular socket.
11. Method of reinforcing a structure (1) with a reinforcement assembly (6; 6a) according
to any one of the preceding claims, the method comprising the method steps of
- providing a structure (1),
- forming at least one drill hole in the structure (1),
- arranging the reinforcing element (7b) on the structure (1),
- attaching the reinforcing element (7b) on the structure (1) by means of the at least
one connecting element (8; 8a),
- connecting the connecting element (8; 8a) with the load transfer portion in a non-positive
manner in the through hole (10; 10a) of the reinforcing element (7b),
characterized in that the reinforcing element (7b) is designed in two parts, wherein a first reinforcing
element part (28) is connected with the structure (1) and a second reinforcing element
(29) may be connected with the structure (1) independently thereof, wherein the first
reinforcing element part (28) with the second reinforcing element part (29) are prestressed
by means of a clamping element (30), and wherein the reinforcing element (7b) is secured
to the structure (1) in the prestressed arrangement.
12. Method according to claim 11, characterized by a filling of a fatigue-resistant material (23) into a gap (22; 22a) arranged between
the connecting element (8; 8a) and the reinforcing element (7b), the gap being configured
in an annular shape in particular at least partly.
13. Method according to claim 11 or 12, characterized by arranging a plurality of connecting elements (8; 8a) on the structure (1), wherein
the higher the load, the greater in particular a connecting element density.
1. Système de renfort pour un ouvrage (1), comprenant
a. un élément de renfort (7b) pouvant être agencé sur l'ouvrage (1) et
b. au moins un élément de liaison (8 ; 8a) destiné à relier l'élément de renfort (7b)
à l'ouvrage (1), dans lequel l'élément de liaison (8 ; 8a) comprend
i. une section d'ancrage (12) destinée à ancrer l'élément de liaison (8 ; 8a) dans
l'ouvrage (1),
ii. une section de retenue (16 ; 16a) comprenant un dispositif de retenue (17, 18
; 25) et destinée à retenir l'élément de renfort (7b) et
iii. une section de transfert de charge (20 ; 20a) agencée entre la section d'ancrage
(12) et la section de retenue (16 ; 16a) et destinée à transférer les charges de l'élément
de liaison (8 ; 8a) dans l'élément de renfort (7b),
dans lequel l'élément de liaison (8 ; 8a) est relié à force à l'élément de renfort
(7b) avec la section de transfert de charge (20 ; 20a) dans une ouverture de passage
(10 ; 10a),
caractérisé en ce que l'élément de renfort (7b) est réalisé en deux parties, dans lequel un premier élément
de renfort (28) et un deuxième élément de renfort (29) peuvent être reliés à l'ouvrage
(1) indépendamment l'un de l'autre et le premier élément de renfort (28) et le deuxième
élément de renfort (29) peuvent être reliés l'un à l'autre avec possibilité de serrage
au moyen d'un élément de serrage (30) pour un agencement de l'élément de renfort (7b)
sur l'ouvrage (1) avec une précontrainte.
2. Système de renfort selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une masse (23) résistante à la fatigue est prévue dans une fente (22 ; 22a) ménagée
entre l'élément de liaison (8 ; 8a) et l'élément de renfort (7b), dans lequel un diamètre
intérieur (di) de l'ouverture de passage (10 ; 10a) est en particulier supérieur à un diamètre
extérieur (da) de la section de transfert de charge (20 ; 20a), dans lequel di ≥ 1,02 · da, en particulier di ≥ 1,05 · da, en particulier di ≥ 1,08 · da, en particulier di ≥ 1,10 · da et en particulier di ≥ 1,15 · da s'applique en particulier.
3. Système de renfort selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de renfort (7b) est un élément de traction ou un élément de pression.
4. Système de renfort selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de renfort (7b) est réalisé en forme de lamelle présentant une longueur
(L), une largeur (B) et une épaisseur (D), dans lequel L >> B > D s'applique en particulier.
5. Système de renfort selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de renfort (7b) est fabriqué à partir de métal, en particulier à partir
d'acier, en particulier à partir d'acier de construction, ou à partir de fibres de
carbone.
6. Système de renfort selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de retenue est réalisé sous la forme d'une tête fraisée (25).
7. Système de renfort selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le dispositif de retenue est réalisé sous la forme d'un filet de retenue (17) pourvu
d'un écrou de retenue (18).
8. Système de renfort selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par plusieurs vis de fixation (8 ; 8a).
9. Système de renfort selon la revendication 8, caractérisé en ce que les éléments de liaison (8 ; 8a) peuvent être agencés sur l'ouvrage (1) en fonction
de la charge prévue, dans lequel une densité des éléments de liaison est d'autant
plus élevée que la charge est élevée.
10. Système de renfort selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de liaison (8 ; 8a) comprend une section d'outil pour la mise en place
d'un outil pour un transfert de couple, dans lequel la section d'outil présente en
particulier une forme de section transversale non ronde par rapport à un axe longitudinal
de vis, en particulier intérieure, et est réalisée en particulier sous la forme d'une
fente intérieure, d'une croix intérieure, d'une empreinte à six pans creux, d'une
empreintes à multiples lobes internes et en particulier d'une empreinte à six lobes
internes.
11. Procédé de renforcement d'un ouvrage (1) au moyen d'un système de renfort (6 ; 6a)
selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant les étapes
- de fourniture d'un ouvrage (1),
- d'introduction d'au moins un trou dans l'ouvrage (1),
- d'agencement de l'élément de renfort (7b) sur l'ouvrage (1),
- de montage de l'élément de renfort (7b) sur l'ouvrage (1) au moyen dudit au moins
un élément de liaison (8 ; 8a),
- de liaison à force de l'élément de liaison (8 ; 8a) à la section de transfert de
charge (20 ; 20a) dans l'ouverture de passage (10 ; 10a) de l'élément de renfort (7b),
caractérisé en ce que l'élément de renfort (7b) est réalisé en deux parties, dans lequel une première partie
d'élément de renfort (28) est reliée à l'ouvrage (1) et une deuxième partie d'élément
de renfort (29) est reliée à l'ouvrage (1) indépendamment de ladite première partie,
dans lequel la première partie d'élément de renfort (28) et la deuxième partie d'élément
de renfort (29) sont soumises à une précontrainte au moyen d'un élément de serrage
(30), et dans lequel l'élément de renfort (7b) est fixé à l'ouvrage (1) dans le système
précontraint.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé par le versement d'une masse (23) résistante à la fatigue dans une fente (22 ; 22a) ménagée
entre l'élément de liaison (8 ; 8a) et l'élément de renfort (7b), laquelle est en
particulier au moins en partie annulaire.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, caractérisé par l'agencement de plusieurs éléments de liaison (8 ; 8a) sur l'ouvrage (1), dans lequel
une densité de l'élément de liaison est en particulier d'autant plus élevée que la
charge est élevée.