[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils durch Umformen
einer Platine aus Stahl, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, welches eine
hohe Umformbarkeit kaltverfestigter, mechanisch getrennter Blechkanten ermöglicht.
[0002] Unter Bauteil wird im Folgenden ein aus einer Blechplatine durch Umformen mittels
eines Umformwerkzeuges bei Raumtemperatur hergestelltes Bauteil verstanden. Als Blechwerkstoffe
kommen alle umformbaren Metallwerkstoffe in Betracht, insbesondere jedoch Stahl. Die
Blechplatinen können unbeschichtet oder mit einem metallischen und/oder organischen
Korrosionsschutzüberzug versehen sein.
[0003] Derartige Bauteile werden hauptsächlich im Karosseriebau verwendet, aber auch in
der Hausgeräteindustrie, im Maschinenbau oder Bauwesen bieten sich Einsatzmöglichkeiten.
[0004] Der intensiv umkämpfte Automobilmarkt zwingt die Hersteller, ständig nach Lösungen
zur Senkung ihres Flottenverbrauches unter Beibehaltung eines höchstmöglichen Komforts
und Insassenschutzes zu suchen. Dabei spielt einerseits die Gewichtsersparnis aller
Fahrzeugkomponenten eine entscheidende Rolle andererseits aber auch ein möglichst
günstiges Verhalten der einzelnen Bauteile bei hoher statischer und dynamischer Beanspruchung
im Betrieb wie auch im Crashfall.
[0005] Den notwendigen Werkstoffanforderungen versuchen die Vormateriallieferanten dadurch
Rechnung zu tragen, dass durch die Bereitstellung hoch- und höchstfester Stähle die
Wanddicken reduziert werden können bei gleichzeitig verbessertem Bauteilverhalten
bei der Fertigung und im Betrieb.
[0006] Diese Stähle müssen daher vergleichsweise hohen Anforderungen hinsichtlich Festigkeit,
Dehnfähigkeit, Zähigkeit, Energieaufnahme und Korrosionsbeständigkeit sowie ihrer
Verarbeitbarkeit, beispielsweise bei der Kaltumformung und beim Schweißen, genügen.
[0007] Unter den vorgenannten Aspekten gewinnt die Herstellung von Bauteilen aus höher-
und hochfesten Stählen mit Streckgrenzen oberhalb 600 MPa zunehmend an Bedeutung.
[0008] Zur Herstellung eines Bauteils wird zunächst eine Blechplatine aus Warm- oder Kaltband
bei Raumtemperatur auf Maß geschnitten. Als Schneidverfahren kommen zumeist mechanische
Trennverfahren, wie z.B. das Abscheren oder Stanzen, seltener aber auch thermische
Trennverfahren, wie z.B. das Laserschneiden, zur Anwendung. Thermische Trennverfahren
sind deutlich kostenintensiver im Vergleich zu mechanischen Trennverfahren, so dass
diese nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden.
[0009] Nach dem Zuschneiden wird die zugeschnittene Platine in ein Umformwerkzeug gelegt
und in ein- oder mehrstufigen Umformschritten das fertige Bauteil, wie z.B. ein Fahrwerksträger,
erzeugt.
[0010] Vor der Umformung werden fallweise diverse weitere Fertigungsschritte, wie z.B. Stanz-
und Schneidoperationen an der Platine und während der Umformung kombinierte Bördeloperationen
an gelochten Abschnitten vorgenommen.
[0011] Bei der Umformung werden die Schnittkanten, insbesondere wenn sie auf- bzw. hochgestellt
werden, z.B. bei Kragenoperationen in gelochten Platinen, besonders belastet.
[0012] An den Schnittkanten können diverse Vorschädigungen vorliegen. Zum einen bedingt
durch eine Kaltverfestigung des Werkstoffs, hervorgerufen durch das mechanische Trennen,
das eine totale Umformung bis zur Materialtrennung darstellt. Zum anderen kann eine
Kerbwirkung auftreten, welche durch die Topographie der Schnittfläche entsteht.
[0013] Gerade bei hoch- und höchstfesten Blechwerkstoffen tritt daher bei der anschließenden
Umformung eine erhöhte Risswahrscheinlichkeit in den Randbereichen dieser Schnittkanten
auf.
[0014] Die genannten Vorschädigungen an den Blechkanten können zum vorzeitigen Versagen
bei nachfolgenden Umformoperationen bzw. beim Betrieb der Komponente führen. Die Prüfung
des Umformverhaltens geschnittener Blechkanten im Hinblick auf deren Kantenrissempfindlichkeit
wird mit einem Lochaufweitversuch nach ISO 16630 durchgeführt.
[0015] Beim Lochaufweitversuch wird in das Blech durch Scherschneiden ein kreisrundes Loch
eingebracht, das dann durch einen konischen Stempel aufgeweitet wird. Die Messgröße
ist die auf den Ausgangsdurchmesser bezogene Änderung des Lochdurchmessers, bei der
am Rand des Lochs der erste Riss durch das Blech auftritt.
[0016] Um die vorab beschriebene Kantenrissempfindlichkeit bei der Kaltumformung von schergeschnittenen
oder gestanzten Blechkanten zu minimieren, sind z.B. Ansätze zur Veränderung der Legierungszusammensetzung
und Werkstoffprozessierung (z.B. gezieltes Einstellen von bainitischen Gefügen) oder
der Verfahrenstechnik beim Kaltbeschnitt der Platine (z.B. über Modifikationen von
Schneidspalt, Geschwindigkeit, Mehrfachbeschnitt etc.) bekannt.
[0017] Diese Maßnahmen sind entweder teuer und aufwändig (z.B. mehrstufige Schneidoperationen.
Instandhaltung von 3-D Schnitten etc.), oder sie liefern noch keine optimalen Ergebnisse.
[0018] Desweiteren ist es aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2009 049 155 A1 bekannt, zumindest den Bereich der Schnittkante auf eine definierte Temperatur zu
erwärmen und das Schneiden bei dieser Temperatur durchzuführen, um die Umformbarkeit
der geschnittenen Kanten zu verbessern und so die Kaltverfestigung im Bereich der
Schnittkante zu reduzieren oder zu vermeiden. Nachteilig sind hierbei der zur Erwärmung
des Bleches notwendige hohe technische und wirtschaftliche Aufwand einerseits und
andererseits die für die Zwangskopplung von Erwärmung der Platine und unmittelbar
nachfolgendem Schneiden, die die Produktion unflexibler machen.
[0019] Aus der
DE 10 2011 121 904 A1 ist es zudem bekannt, ein schergeschnittenes Blech kalt umzuformen und vor weiteren
Umformvorgängen die kaltverfestigten Bereiche lokal mittels eines Lasers zu erwärmen
mit dem Ziel einer partiellen Entfestigung. Nachteilig ist hierbei insbesondere die
lokale Entfestigung, die hinsichtlich des eingesetzten oft hoch- und höchstfesten
Materials insbesondere bei Belastungssituationen und unter schwingender Beanspruchung
eine Ungänze darstellt. Darüber hinaus ist unklar, wo genau die Erwärmung stattfinden
und wie die lokale Erwärmung mit Temperatur und Zeitverlauf konkret erfolgen soll.
Desweiteren ist unklar, wie und in welchem Maße durch die partielle Entfestigung das
Umformvermögen des bereits kaltumgeformten Bleches verbessert werden kann.
[0020] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines kaltumgeformten
Bauteils aus einer bei Raumtemperatur schergeschnittenen Blechplatine mit fallweise
diversen weiteren bei Raumtemperatur durchgeführten Fertigungsschritten, wie z.B.
Lochstanz- oder Schneidoperationen anzugeben, welches die vorab beschriebenen Vorschädigungen
der Schnittbereiche in ihrer Auswirkung vermindert bzw. eliminiert und somit die Kantenrissempfindlichkeit
bei der nachfolgenden Kaltumformung der Blechplatine reduziert oder sogar eliminiert.
Das Verfahren soll einfach und kostengünstig realisierbar sein und vergleichbare und/oder
verbesserte Eigenschaften einerseits bei der Herstellung, insbesondere bezüglich der
Umformbarkeit der Schnittkanten und andererseits im Bauteil insbesondere bezüglich
der statischen Festigkeit erreichen.
[0021] Nach der Lehre der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung
eines Bauteils durch Umformen einer Platine aus Stahl bei Raumtemperatur, aufweisend
eine hohe Umformbarkeit und verminderte Rissempfindlichkeit mechanisch an der Platine
geschnittener oder gestanzter Kanten, bei dem die Platine zuvor aus einem Band oder
Blech bei Raumtemperatur zugeschnitten wird, wobei fallweise weitere Fertigungsschritte,
wie z.B. Stanz- oder Schneidoperationen, zur Erzielung von Aussparungen oder Durchbrüchen
am Blech bzw. der Platine bei Raumtemperatur durchgeführt werden und anschließend
die so vorbereitete Platine in einem oder mehreren Schritten zu einem Bauteil bei
Raumtemperatur umgeformt wird, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass unabhängig
von der Umformung zu einem Bauteil zu einem beliebigen Zeitpunkt nach dem Zuschneiden
der Platine und etwaigen weiteren Stanz- oder Schneidoperationen, die durch die Schneid-
oder Stanzoperationen kalt verfestigten Blechkantenbereiche, welche eine anschließende
Kaltumformung bei der Herstellung des Bauteils erfahren, auf eine Temperatur von mindestens
600°C erwärmt werden und die Zeit der Temperaturbeaufschlagung weniger als 10 Sekunden
beträgt.
[0022] Versuche haben gezeigt, dass es zur Verbesserung des Lochaufweitvermögens nicht notwendig
ist, den Schneidprozess selbst bei erhöhter Temperatur der Schnittkantenbereiche durchzuführen,
sondern es ausreichend ist, nur die kaltverfestigten, scherbeeinflussten Schnittkantenbereiche
in einem unerwartet kurzen Zeitintervall im Bereich von weniger als 10 Sekunden, in
der Regel aber zwischen 0,1 und 2,0 Sekunden auf eine Temperatur von mindestens 600°C
aufzuheizen. Erfindungsgemäß kann dies losgelöst vom Schneid- oder Stanzprozess und
den nachfolgenden Fertigungsschritten, zu einem beliebigen Zeitpunkt vor der Umformung
zu einem Bauteil geschehen.
[0023] Die Wärmeeinwirkung erfolgt dabei über die gesamte Blechdicke und in Ebenenrichtung
der Platine in einem Bereich der höchstens der Blechdicke entspricht. Die Dauer der
Wärmeeinwirkung richtet sich dabei nach der Art des Wärmebehandlungsverfahrens.
[0024] Die Erwärmung selbst kann auf beliebige Weise zum Beispiel konduktiv, induktiv über
Strahlungserwärmung oder mittels Laserbearbeitung erfolgen. Hervorragend geeignet
für die Wärmebehandlung ist die konduktive Erwärmung, wie sie zum Beispiel in der
Automobilfertigung vielfach am Beispiel von Punktschweißungen angewendet wird. Vorteilhaft
eignet sich zum Beispiel eine Punktschweißmaschine mit eher kurzen Einwirkzeiten zur
Behandlung von gestanzten Löchern in der Platine, wohingegen bei zu behandelnden längeren
Kantenabschnitten das induktive Verfahren, Strahlungserwärmung oder Laserbearbeitung
mit längeren Einwirkzeiten in Frage kommt.
[0025] Zum Schutz der erwärmten Schnittkantenbereiche vor Oxidation sieht eine vorteilhafte
Weiterbildung der Erfindung vor, diese Bereiche mit Inertgasen, zum Beispiel Argon,
zu spülen. Die Inertgasspülung erfolgt dabei während der Dauer der Wärmebehandlung
kann aber auch, falls es notwendig erscheint, zusätzlich schon kurz vor Beginn und/oder
in einem begrenzten Zeitraum noch nach Durchführung der Wärmebehandlung erfolgen.
[0026] Somit erfolgt die Wärmeeinbringung nur sehr konzentriert in den scherbeeinflussten
Schnittkantenbereichen und ist daher mit einem vergleichsweise geringem Energieaufwand
verbunden, insbesondere hinsichtlich Verfahren, bei denen die gesamte Platine einer
Erwärmung zugeführt wird oder eine um Größenordnungen zeitlich aufwendigere Spannungsarmglühung
Anwendung findet.
[0027] Das Prozessfenster für die zu erreichende Temperatur im Schnittkantenbereich ist
zudem sehr groß und umfasst einen Temperaturbereich von oberhalb 600°C bis hin zur
Solidustemperatur von ca. 1500°C.
[0028] Die Versuche haben außerdem gezeigt, dass allein die Eliminierung der Kaltverfestigung
entscheidend für eine deutliche Verbesserung des Lochaufweitvermögens ist und die
nicht ausheilbaren Ungänzen wie z.B. Poren einer untergeordneten Bedeutung zukommen.
[0029] Dies ist unabhängig davon, ob die Wärmebehandlung unterhalb oder oberhalb der Umwandlungstemperatur
Ac1 stattfindet.
[0030] Wird die Wärmebehandlung oberhalb von Ac1 durchgeführt, kommt es nach Behandlung
im Zuge einer raschen Abkühlung aufgrund des umgebenden kalten Materials bei umwandlungsfähigen
Stählen zu einer Umwandlung in sogenannte metastabile Phasen. Das daraufhin einstellende
Gefüge wird sich vom Ausgangszustand hinsichtlich einer erhöhten Festigkeit unterscheiden.
[0031] Eine Gefügeumwandlung mit einer damit in aller Regel einhergehenden Härte- und Festigkeitssteigerung
hat überraschenderweise keinen negativen Einfluss auf das Lochaufweitvermögen, unabhängig
davon, ob ein im Vergleich zum Ausgangsgefüge härteres und weniger zähes Gefüge eingestellt
wird, so dass auch Behandlungstemperaturen der Schnittkanten bis hin zur Solidusgrenze
möglich sind. Entscheidend bleibt in jedem Falle, dass die durch das Schneiden eingebrachte
Kaltverfestigung weitestgehend eliminiert wird.
[0032] Um die erfindungsgemäßen Ziele zu erreichen, reicht es nach den vorliegenden Untersuchungen
nicht aus, eine Erwärmung unterhalb 600°C für die Dauer einiger Sekunden durchzuführen,
da eine deutliche Reduzierung der durch den mechanischen Trennvorgang eingebrachten
Versetzungen erfolgen muss.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber den bekannten Maßnahmen zur Verminderung
der Kantenrissempfindlichkeit den Vorteil, dass durch die Wärmebehandlung nur der
scherbeeinflussten Kantenbereiche mikrostrukturell verändert und die Festigkeit dabei
in der Regel nicht verringert, sondern erhöht wird. Die Unempfindlichkeit gegenüber
Kantenrissen im Sinne eines größeren Lochaufweitvermögens, kann damit um den Faktor
2 oder sogar mehr als 3 verbessert werden.
[0034] Bei der industriellen Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann aufgrund der
deutlich erhöhten Umformbarkeit der kritischen scherbeeinflussten Blechkantenbereiche
einerseits der Ausschuss an umgeformten Bauteilen gesenkt werden und andererseits
können bislang notwendige Fügeoperationen zum Beispiel durch jetzt durchführbare Kragenoperationen
bei der Ausbildung z.B. von Lagerstellen eingespart werden.
[0035] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt durch das verbesserte Umformvermögen der Schnittkantenbereiche
komplexere Bauteilgeometrien und somit eine größere konstruktive Freiheit bei Verwendung
derselben Werkstoffe. Zudem wird die Dauerfestigkeit des kalt umgeformten Bauteils
erwartungsgemäß aufgrund des sich einstellenden, zwar möglicherweise im Vergleich
zum Ausgangszustand härteren aber homogenen Gefüges nicht verringert, sondern bei
ausgeprägt zweiphasigen Gefügen wie z.B. Dualphasengefügen erhöht.
[0036] Die Wärmebehandlung der kalt umzuformenden Schnittkantenbereiche kann vollständig
zu einem beliebigen Zeitpunkt nach den Schneid- oder Stanzprozessen und vor der Umformung
der Platine oder als Zwischenschritt bei mehrstufigen Umformoperationen der Platine
zu einem Bauteil durchgeführt werden, so dass die Prozessschritte Schneiden bzw. Stanzen
der Platine, Wärmebehandlung der Schnittkanten und Umformung der Platine zu einem
Bauteil voneinander vollständig entkoppelt sind. Somit wird die Fertigung deutlich
flexibler, als es nach dem Stand der Technik bei Integration einer Kantenmodifikation
durch Wärmebehandlung möglich ist.
[0037] Aufgrund der im Vergleich zu bekannten Maßnahmen kurzen Behandlungsdauer, kann das
Verfahren in einer Serienfertigung, die eine Taktung im Bereich von 0,1 bis 10 Sekunden
vorgibt, als Zwischenfertigungsschritt integriert werden. Insbesondere die Fertigung
von Blechkomponenten im Automobilbereich in mehreren aufeinander folgenden Schritten
stellt somit einen prädestinierten Anwendungsbereich dar.
[0038] Die Umformung der so vorbereiteten Platine kann zudem vorteilhaft mit den bereits
in der Produktion vorhandenen Umformwerkzeugen durchgeführt werden, da keine zusätzlichen
Erwärmungseinrichtungen, wie z.B. Öfen, zum Aufheizen der Platine selbst notwendig
sind. Dies ermöglicht eine weiterhin kostengünstige Fertigung und durch die Entkopplung
der Fertigungsschritte eine hohe Flexibilität im Produktionsablauf.
[0039] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann die Erwärmung der Schnittkanten
jedoch abhängig vom vorgesehenen Produktionsablauf, wenn dies vorteilhaft erscheint,
auch unmittelbar nach den mechanischen Schneid- oder Stanzprozessen oder unmittelbar
vor der Umformung zu einem Bauteil, in einem mit dem jeweiligen Fertigungsprozess
kombinierten Arbeitsschritt erfolgen. Zum Beispiel können die Schneid- und Stanzeinrichtungen
mit einer nachgeschalteten Wärmebehandlungsvorrichtung versehen sein oder diese kann
der Umformeinrichtung zum Kaltumformen der Platine direkt vorgeschaltet sein.
[0040] Die Platine selbst kann z.B. flexibel mit unterschiedlichen Dicken gewalzt sein oder
aus Kalt- oder Warmband gleicher oder unterschiedlicher Dicke und/oder Güte gefügt
sein. Die Erfindung ist anwendbar für warm- oder kaltgewalzte Stahlbänder aus weichen
bis hochfesten Stählen, z.B. mit Streckgrenzen von 140 MPa bis 1200 MPa, die mit einer
korrosionshemmenden Schicht als metallischem und/oder organischem Überzug versehen
sein können. Der metallische Überzug kann zum Beispiel aus Zink oder einer Legierung
aus Zink oder aus Magnesium oder aus Aluminium und/oder Silizium bestehen.
[0041] Die Eignung von beschichteten Stahlbändern erklärt sich aus der Möglichkeit, die
Behandlung des Kantenbereichs auf einen Abstand zur Kante zu beschränken der einem
Bruchteil der Blechdicke entspricht, da in diesem Bereich der überwiegende Anteil
der schädlichen Kaltverfestigung beim Scherschneiden vorliegt. So kann bei Blechdicken
von einigen Millimetern Dicke der Bereich bis zu einem Abstand zur Kante von einigen
zehn Mikrometern bereits ausreichend sein, so dass beispielsweise der wirksame Korrosionsschutz
einer metallischen korrosionshemmenden Schicht nicht oder nur unerheblich beeinflusst
wird.
Als höherfeste Stähle kommen alle einphasigen aber auch mehrphasige Stahlsorten zur
Anwendung. Dazu gehören mikrolegierte, höherfeste Stahlsorten genauso wie bainitische
oder martensitische Sorten sowie Dualphasen, Komplexphasen und TRIP Stähle. Anspruch
15 betrifft die Verwendung einer Platine aus Stahl zur Umformung bei Raumtemperatur,
bei welcher vor der Umformung die in Anspruch 1 definierte Lehre angewendet wird.
Weitere bevorzugte Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung der dargestellten Figuren. Es zeigen:
- Figur 1
- schematische Darstellung des Lochaufweiteversuchs nach ISO 16630 an erfindungsgemäß
wärmebehandelten Schnittkanten
- Figur 2
- Versuchsaufbau zur konduktiven Wärmebehandlung scherbeeinflusster Schnittkanten
- Figur 3
- Ergebnisse von Lochaufweitversuchen nach ISO 16630 an unbeschichteten Proben HDT780C
nach konduktiver Wärmebehandlung der scherbeeinflussten Schnittkanten
- Figur 4
- Ergebnisse von Lochaufweitversuchen nach ISO 16630 an schmelztauchverzinkten Proben
HCT780CD und unbeschichteten Proben HDT780C nach Wärmebehandlung der scherbeeinflussten
Schnittkanten mittels Laser
- Figur 5
- Gefüge und Härteverlauf an erfindungsgemäß wärmebehandelten Schnittkanten
[0042] In Figur 1 ist der Lochaufweitversuch nach ISO 16630 schematisch an erfindungsgemäß
wärmebehandelten Schnittkanten dargestellt.
[0043] Erfindungsgemäß findet die Wärmebehandlung nur an den scherbeeinflussten Schnittkanten
als Zwischenschritt nach Zuschneiden der Platine und vor der Umformung kantennaher
Bereiche statt.
[0044] Der Versuchsaufbau zur konduktiven Wärmebehandlung scherbeeinflusster Schnittkanten
ist in Figur 2 dargestellt.
[0045] Als Erwärmungseinrichtung wurde bei Untersuchungen neben einem leistungsstarken Laser
eine handelsübliche Punktschweißmaschine zum Verbindungsschweißen von Stahlblechen
genutzt, wie sie auch bei der Herstellung von Fahrzeugteilen in der Automobilindustrie
eingesetzt wird. Im vorliegenden Fall werden jedoch keine aufeinanderliegenden Bleche
miteinander verschweißt, sondern es wird gemäß Figur 1 ein Blech mit einem darin ausgestanzten
Loch (Schritt 1) im Bereich der scherbeeinflussten Blechkanten wärmebehandelt (Schritt
2). Danach erfolgt im Schritt 3 die eigentliche Lochaufweitung mittels eines Stempels,
die anschließend an der prüften Probe ermittelt wird.
[0046] Wie in der Figur 2 dargestellt, weisen die sich gegenüberliegenden Punktschweißelektroden
einen Durchmesser auf, der größer ist als das gestanzte Loch, damit die scherbeeinflussten
Lochkanten wärmebehandelt werden können. Zudem weisen die Elektroden an den die Lochränder
kontaktierenden Enden eine halbkugelige Form auf, damit das Blech einerseits einfach
zentriert werden, andererseits die Wärme konzentriert nur in den schierbeeinflussten
Bereich eingebracht werden kann.
[0047] Um im Wesentlichen nur die scherbeeinflussten Bereiche mit Strom zu beaufschlagen,
sollte die Form der kontaktierenden Elektrodenspitze der jeweiligen geometrischen
Ausbildung der Kantenbereiche angepasst werden.
[0048] Für die Versuche wurde ein unbeschichteter, höherfester, warmgewalzter bainitischer
Stahl der Güte HDT780C mit einer Mindeststreckgrenze von 680 MPa und einer Mindestzugfestigkeit
von 800 MPa verwendet. Desweiteren wurde ein schmelztauchverzinkter, kaltgewalzter
Komplexphasenstahl mit einer Mindeststreckgrenze von 500 MPa und einer Mindestzugfestigkeit
von 780MPa der Güte HCT780CD eingesetzt.
[0049] Je nach Verfahren ist eine Behandlungsdauer, d.h. die Dauer des Stromflusses im Falle
der induktiven Erwärmung und die Dauer der Leistungsabnahme durch den Laser, oder
die Einwirkungsdauer anderer Wärmequellen in einem Bereich von 20 ms bis höchstens
10 s, in der Regel aber vorteilhaft zwischen 100 ms bis hin zu 2000 ms anzuwenden.
Wesentlich ist auf jeden Fall, dass eine Temperatur von mindestens 600°C an der Stelle
der Wärmebehandlung erreicht wird.
[0050] Die wesentlichen Verfahrensparameter sind neben der Behandlungsdauer, sowie im Falle
der induktiven Erwärmung der Strom, der zwischen 4 und 10 kA variiert wurde. Bei der
Wärmebehandlung mittels Laser, wurde zunächst eine Laserleistung von 5 kW eingestellt,
die auf eine Kreisfläche von etwa 12 mm verteilt wurde, so dass etwa eine Ringform
mit 1 mm Randbreite des geschnittenen Kreislochs der Probe mit dem Durchmesser von
10 mm wärmebehandelt wurde.
[0051] Die Ergebnisse von Lochaufweitversuchen nach ISO 16630 an unbeschichteten Proben
HDT780C nach konduktiver Wärmebehandlung der scherbeeinflussten Schnittkanten sind
der Figur 3 und entsprechende Ergebnisse an schmelztauchverzinkten Proben HCT780CD
und unbeschichteten Proben HDT780C nach Wärmebehandlung der scherbeeinflussten Schnittkanten
mittels Laser sind der Figur 4 zu entnehmen.
[0052] Nach der Wärmebehandlung konnte gemäß der Figuren 3 und 4 eine Erhöhung der Lochaufweitung
gegenüber der unbehandelten Referenzprobe von überwiegend Faktor 2 bis zu Faktor 3
und darüber erreicht werden. Streuungen in den Ergebnissen sind insbesondere auf nicht
optimierte geometrische Verhältnisse und folglich eine ungleichmäßige Wärmebehandlung
durch den Laser zurückzuführen,
[0053] Figur 5 zeigt im oberen Teilbild links, in einer schematischen Darstellung in einer
Aufsicht auf ein in ein Blech gestanztes Loch, welches erfindungsgemäß im Bereich
der Lochkante wärmebehandelt wurde. Die sich einstellenden Gefüge in dem wärmebeeinflussten
Bereich sind schematisch im oberen Teilbild rechts dargestellt.
[0054] Hieraus lässt sich die Wirkung der Wärmebehandlung beispielhaft darstellen und Rückschlüsse
auf die vorgelegenen Temperaturen ableiten. Die dargestellten Ergebnisse beziehen
sich auf eine induktive Behandlung mit 500 ms Behandlungsdauer und einem Strom von
8 kA von einem Stahl HDT780C mit bainitischem Gefüge.
[0055] Im nahen Randbereich von ca. 0,5 mm besteht das Gefüge aus 100% Martensit. Folglich
lag eine Erwärmung oberhalb von Ac3 vor, auf die eine rasche Abkühlung erfolgte. Mit
zunehmendem Abstand zur Kante erhöht sich der Anteil an Bainit bis zu einem Abstand
zur Kante von etwa 2,5 mm, ab dem 100% Bainit vorliegt. Ab einem Kantenabstand von
2,5 mm unterlag das Gefüge keiner Umwandlung mehr, so dass hier Behandlungstemperaturen
unterhalb Ac1 (ca. 700°C) vorlagen.
[0056] Der Härteanstieg (Figur 5, unteres Teilbild) im Nahbereich der Lochkante ist für
mikrolegiertes bainitisches Warmband typisch und resultiert aus dem nachträglichen
Ausscheiden von Nanopartikeln im Temperaturbereich von ca. 500°C - 700°C.
[0057] Insgesamt lassen sich die Vorteile der Erfindung wie folgt zusammenfassen:
- Erzeugung einer sehr gut umformbaren Schnittkante mit reduzierter Kantenrissempfindlichkeit
und hohem Lochaufweitvermögen, was die Herstellung komplexerer Bauteilgeomtrien ermöglicht
und das Risiko von Ausschüssen aufgrund von Kantenrissen bei der Umformung reduziert.
- Erzeugung eines optimierten Produktes unter Leichtbau- und Kostengesichtspunkten durch
Herstellung komplexer Bauteilgeometrien
- Möglichkeit der Integration des Verfahrens in die mehrstufige Fertigung von Pressbauteilen
aufgrund der sehr geringen Dauer der Wärmebehandlung und des sehr weiten Temperaturintervalls
- Anwendbarkeit des Verfahrens auf korrosionsscnutzbeschichtet Bleche wegen der örtlich
und zeitlich sehr begrenzten Erwärmung
- In der Regel keine Erweichung sondern bei umwandlungsfähigen Werkstoffen Verfestigung
der wärmebehandelten Bereiche im Vergleich zum Grundwerkstoff
1. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils durch Umformen einer Platine aus Stahl bei
Raumtemperatur, aufweisend eine hohe Umformbarkeit und verminderte Rissempfindlichkeit
mechanisch an der Platine geschnittener oder gestanzter Kanten, bei dem die Platine
zuvor aus einem Band oder Blech bei Raumtemperatur zugeschnitten wird, wobei fallweise
weitere Fertigungsschritte, wie z.B. Stanz- oder Schneidoperationen zur Erzielung
von Aussparungen oder Durchbrüchen am Blech bzw. der Platine bei Raumtemperatur durchgeführt
werden und anschließend die so vorbereitete Platine in einem oder mehreren Schritten
zu einem Bauteil bei Raumtemperatur umgeformt wird.
dadurch gekennzeichnet,
dass unabhängig von der Umformung zu einem Bauteil zu einem beliebigen Zeitpunkt nach
dem Zuschneiden der Platine und etwaigen weiteren Stanz- oder Schneidoperationen,
die durch die Schneid- oder Stanzoperationen kaltverfestigten Blechkantenbereiche,
welche eine anschließende Kaltumformung bei der Herstellung des Bauteils erfahren,
auf eine Temperatur von mindestens 600°C erwärmt werden und die Zeit der Temperaturbeaufschlagung
höchstens 10 Sekunden beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zeit der Temperaturbeaufschlagung 0,02 bis 10 Sekunden beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass Zeit der Temperaturbeaufschlagung 0,1 bis 2 Sekunden beträgt
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erwärmung der kaltverfestigten Blechkantenbereiche auf eine Temperatur von 600°C
bis Solidustemperatur erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erwärmung der kaltverfestigten Biechkantenbereiche auf eine Temperatur von Ac1
bis Solidustemperatur erfolgt.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erwärmung auf Umformtemperatur induktiv, konduktiv, mittels Strahlungserwärmung
oder mittels Laserstrahlung erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erwärmung mittels einer Widerstandsschweißeinrichtung oder mittels eines Lasers
erfolgt.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Platine in einem oder in mehreren Schritten umgeformt wird.
9. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Blechplatine einen organischen und/oder metallischen Überzug aufweist.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der metallische Überzug Zn und/oder Mg und/oder Al und/oder Si enthält.
11. Verfahren nach mindestens einem der Anspruch 1 bis 10.
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmebehandlung in Ebenenrichtung der Platine, ausgehend von der Blechkante,
in einem Bereich erfolgt, der maximal der Blechdicke entspricht.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bereich um die Stelle der Wärmebehandlung vor Oxidation geschützt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Schutz vor Oxidation, der Bereich um die Stelle der Wärmebehandlung mindestens
während der Wärmeeinwirkung mittels eines Inertgases gespült wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bereich um die Stelle der Wärmebehandlung zusätzlich vor und/oder nach der Wärmeeinwirkung
mittels eines Inertgases gespült wird.
15. Verwendung einer Platine aus Stahl zur Umformung zu einem Bauteil bei Raumtemperatur,
bei der die Platine vor der Umformung aus einem Band oder Blech bei Raumtemperatur
mechanisch zugeschnitten wird und fallweise weitere Stanz- oder Schneidoperationen
zur Erzielung von Aussparungen oder Durchbrüchen bei Raumtemperatur durchgeführt werden,
bei der vor der Umformung zu einem Bauteil an den geschnittenen oder gestanzten Blechkanten,
welche eine Kaltverfestigung erfahren haben, eine Wärmebehandlung von mindestens 600°C
über eine Zeitdauer von 0,02 bis 10 Sekunden oder 0,1 bis 2 Sekunden durchgeführt
wird.
1. A method for producing a component by forming a blank from steel at room temperature,
having a high formability and reduced crack sensitivity of edges which are mechanically
cut or punched on the blank, in which the blank is previously cut to size from a strip
or metal sheet at room temperature, wherein, in some cases, further manufacturing
steps, for example punching or cutting operations, are performed at room temperature
to achieve cutouts or openings in the metal sheet or blank and the blank which is
prepared in this way is then formed into a component at room temperature in one or
more steps,
characterised in that,
independently of the forming into a component, at any time after the cutting to size
of the blank and any further punching or cutting operations, the sheet metal edge
regions, which are strain-hardened by the cutting or punching operations and undergo
a subsequent cold forming during the production of the component, are heated to a
temperature of at least 600°C and the time of the exposure to temperature is a maximum
of 10 seconds.
2. The method according to Claim 1,
characterised in that
the time of the exposure to temperature is 0.02 to 10 seconds.
3. The method according to Claim 2,
characterised in that
the time of the exposure to temperature is 0.1 to 2 seconds.
4. The method according to Claims 1 to 3,
characterised in that the heating of the strain-hardened sheet metal edge regions is carried out to a temperature
of 600°C to solidus temperature.
5. The method according to Claim 4,
characterised in that
the heating of the strain-hardened sheet metal edge regions is carried out to a temperature
of Ac1 to solidus temperature.
6. The method according to Claims 1 to 5,
characterised in that the heating to forming temperature is carried out inductively, conductively, by means
of radiation heating or by means of laser radiation.
7. The method according to Claim 6,
characterised in that
the heating is carried out by means of a resistance welding device or by means of
a laser.
8. The method according to at least one of Claims 1 to 7,
characterised in that the blank is formed in one or more steps.
9. The method according to at least one of Claims 1 to 8,
characterised in that the sheet metal blank has an organic and/or metallic coating.
10. The method according to Claim 9,
characterised in that
the metallic coating contains Zn and/or Mg and/or Al and/or Si.
11. The method according to at least one of Claims 1 to 10,
characterised in that
the heat treatment is carried out in the planar direction of the blank, starting from
the sheet metal edge, in a region which corresponds maximally to the sheet metal thickness.
12. The method according to one of Claims 1 to 11,
characterised in that
the region surrounding the point of the heat treatment is protected against oxidation.
13. The method according to one of Claims 1 to 12,
characterised in that,
to protect against oxidation, the region surrounding the point of the heat treatment
is purged with an inert gas at least during the heat exposure.
14. The method according to Claim 13,
characterised in that
the region surrounding the point of the heat treatment is additionally purged with
an inert gas prior to and/or following the heat exposure.
15. The use of a blank made from steel for forming into a component at room temperature,
in which the blank is mechanically cut to size from a strip or metal sheet at room
temperature prior to the forming procedure and, in some cases, further punching or
cutting operations are performed at room temperature to achieve cutouts or openings,
in which, prior to the forming into a component, a heat treatment of at least 600°C
is performed over a period of 0.02 to 10 seconds or 0.1 to 2 seconds at the cut or
punched sheet metal edges which have undergone strain-hardening.
1. Procédé de fabrication d'un élément structurel par formage d'une plaque en acier à
température ambiante, présentant une formabilité élevée et une sensibilité aux fissures
réduite de bords estampés ou coupés mécaniquement sur la plaque, pour lequel la plaque
est découpée précédemment dans une bande ou tôle à température ambiante, dans lequel
d'autres étapes de fabrication telles que des opération d'estampage ou de coupe sont
réalisées de temps en temps pour l'obtention d'évidements ou interruptions sur la
tôle ou la plaque à température ambiante et la plaque ainsi préparée est ensuite formée
dans une ou plusieurs étapes en un élément structurel à température ambiante,
caractérisé en ce
qu'indépendamment du formage en un élément structurel à un moment quelconque après la
découpe de la plaque et d'éventuelles autres opérations d'estampage ou de coupe, les
zones de bord de tôle écrouies par les opérations de coupe ou d'estampage qui subissent
un formage à froid consécutif lors de la fabrication de l'élément structurel sont
chauffées à une température d'au moins 600 °C et la durée de la mise à température
s'élève au moins à 10 secondes.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que le temps de la mise à température s'élève de 0,02 à 10 secondes.
3. Procédé selon la revendication 2,
caractérisé en ce
que le temps de la mise à température s'élève de 0,1 à 2 secondes.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3,
caractérisé en ce
que le chauffage des zones de bord de tôle écrouies est effectué à une température de
600 °C jusqu'à la température de solidus.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce
que le chauffage des zones de bord de tôle écrouies est effectué à une température de
Ac1 jusqu'à la température de solidus.
6. Procédé selon les revendications 1 à 5,
caractérisé en ce
que le chauffage à une température de formage est effectué par induction, conduction,
au moyen du chauffage par rayonnement ou au moyen du rayonnement laser.
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisé en ce
que le chauffage est effectué au moyen d'un dispositif de soudage par résistance ou au
moyen d'un laser.
8. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce
que la plaque est formée dans une ou plusieurs étapes.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce
que la plaque de tôle présente un revêtement organique et/ou métallique.
10. Procédé selon la revendication 9,
caractérisé en ce
que le revêtement métallique contient du Zn et/ou du Mg et/ou du Al et/ou du Si.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10,
caractérisé en ce
que le traitement thermique est effectué dans le sens du plan de la plaque, à partir
du bord de tôle, dans une zone qui correspond au maximum à l'épaisseur de tôle.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 11,
caractérisé en ce
que la zone est protégée de l'oxydation autour du point du traitement thermique.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12,
caractérisé en ce
que pour la protection de l'oxydation, la zone est rincée au moyen d'un gaz inerte autour
du point du traitement thermique au moins pendant l'action de la chaleur.
14. Procédé selon la revendication 13,
caractérisé en ce
que la zone est rincée au moyen d'un gaz inerte autour du point du traitement thermique
en outre avant et/ou après l'action de la chaleur.
15. Utilisation d'une plaque d'acier pour le formage en un élément structurel à température
ambiante, pour laquelle la plaque est découpée mécaniquement avant le formage dans
une bande ou tôle à température ambiante et d'autres opérations d'estampage ou de
coupe sont réalisées de temps en temps pour l'obtention d'évidements ou interruptions
à température ambiante, pour laquelle avant le formage en un élément structurel sur
les bords de tôle coupés ou estampés qui ont subi un écrouissage, un traitement thermique
d'au moins 600 °C est réalisé pendant une durée de 0,02 à 10 secondes ou 0,1 à 2 secondes.