[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Induktionsbiegeumformen eines druckfesten
Rohrs mit großer Wandstärke und großem Durchmesser, insbesondere an einem Kraftwerks-
und Pipelinerohr, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Zur Durchleitung von flüssigen und gasförmigen Medien unter Druck werden Rohre aus
Stahl benötigt, die eine große Wandstärke besitzen, um den Beanspruchungen Stand zu
halten. Solche Anforderungen gelten beispielsweise für den Transport von Heißdampf
in Kraftwerken, wo Rohrbiegungen erforderlich sind, um die Rohrleitungen an die baulichen
Gegebenheiten anzupassen, oder für den Transport von Rohöl in Pipelines über weite
Strecken, wo in regelmäßigen Abständen Kompensatoren, sogenannte Lyrabögen, eingesetzt
sind, um thermisch bedingte Längenänderungen zu kompensieren. Um einen großen Durchsatz
zu ermöglichen, ist ein großer Öffnungsquerschnitt und dementsprechend ein großer
Rohraußendurchmesser erforderlich. Rohre, auf die sich das vorliegende Verfahren bezieht,
besitzen üblicherweise Nenndurchmesser größer 300 mm und ein Verhältnis von Durchmesser
zu Wandstärke von 10:1 bis 100:1, typischerweise von 20:1 bis 70:1.
[0003] Ein solches Verfahren zum Induktionsbiegeumformen ist seit langem bekannt, beispielsweise
aus der
DE 2513561 A1 und ist fortlaufend verbessert worden, um trotz der enormen Abmaße sehr maßhaltige
Rohrbiegungen herstellen zu können. Die Umformung derartig massiver Rohre gelingt
nur durch eine induktive Erwärmung einer schmalen Ringzone bis auf eine Umformtemperatur
oberhalb von 850°C . In der Wärmeeinflusszone kommt es dabei zu Gefügeänderungen im
Werkstoff, bei dem es sich meist um einen Feinkornstahl handelt. Um das Gefüge nach
der Warmumformung zu homogenisieren und damit die mechanischen Eigenschaften des Stahls
zu verbessern, wird der Rohrbogen oftmals nachträglich bei einer Temperatur von etwa
600°C wärmebehandelt. Die geraden Rohrstücke, die sich vor und nach dem Rohrbogen
anschließen und auch als Tangenten bezeichnet werden, werden durch die nachträgliche
Wärmebehandlung ebenfalls beeinflusst. Da sie aber zuvor nicht im Laufe des Umformprozesses
auf hohe Temperatur erwärmt wurden und ihr Gefüge daher unverändert geblieben ist,
wirkt sich die nachträgliche Wärmebehandlung auf diese Teilstücke negativ aus; sie
verspröden. Diese Teilstücke müssen daher abgetrennt werden und der durch Induktionsbiegeumformen
hergestellte Rohrbogen muss an neue Tangenten angeschweißt werden.
[0004] Nachteilig ist dies wegen des hohen Arbeitsaufwandes insbesondere dann, wenn mehrere
Rohrbiegungen, auch in unterschiedlichen Richtungen, nacheinander an demselben Rohrstück
vorgenommen werden, wie dies durch die in der
DE 10 2010 020 360 A1 beschriebene Vorrichtung ermöglicht wird. Die damit erreichte Vereinfachung und Beschleunigung
des Leitungsbaus durch Herstellung eines dreidimensionalen Rohrgebildes in nur einem
Arbeitsgang wird zunichte gemacht, wenn die geraden Tangentenstücke ersetzt werden
müssen, weil zur Erreichung bestimmter Festigkeitswerte eine Wärmenachbehandlung des
Rohrgebildes erforderlich ist. Um dies zu vermeiden, ist nur der Einsatz von Rohren
aus höher festen Stählen und/oder mit größerer Wanddicke möglich, um nach der Wärmenachbehandlung
an den Tangenten die mechanisch erforderlichen Mindest-Festigkeitswerte für das Gesamtgebilde
zu behalten. Dieser Ausweg ist aber aufgrund der erheblich höheren Werkstoffpreise
ebenfalls nachteilig.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, das Verfahren der eingangs
genannten Art so zu verbessern, dass negative Einflüsse des Umformprozesses auf die
Festigkeitswerte des Werkstoffs in den sich an den Rohrbogen anschließenden Tangenten
vermieden werden.
[0006] Zur Lösung sieht die Erfindung das Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vor.
[0007] Der erfindungsgemäße Lösungsansatz beruht darauf, die Tangenten vor und hinter der
Biegung einer exakt gleichen Wärmebehandlung zu unterziehen, wie sie der Abschnitt
des Rohres in der Biegung während der Umformung erfahren muss, also die Tangenten
mit der gleichen Durchlaufgeschwindigkeit durch die Induktionsvorrichtung zu führen
wie bei dem zu biegenden Rohrabschnitt, und dabei außerdem die gleiche Temperatur
in der Induktionsvorrichtung wie auch die gleichen Kühlparameter im Anschluss daran
anzuwenden. Der Unterschied beim Durchlauf der Tangenten besteht also lediglich darin,
dass das Rohr während der Behandlung der Tangente nicht im Biegeschloss eingespannt
ist und daher beim Vorschub keinerlei Gegenkräfte wirken.
[0008] Die alleinige Klemmung am hinteren Ende des Rohrs ohne eine weitere Abstützung ermöglicht
es, unabhängig von der Einspannung des vorderen Endes in dem Biegeschloss zu operieren,
und ermöglicht weiterhin, den Induktor ungehindert von Abstützeinrichtungen entlang
der Rohrwand in Richtung des hinteren Endes zu verfahren.
[0009] Die erfindungsgemäße Lösung sieht eine exakte Abstimmung der Bewegungen der Vorschubeinheit
und des Induktors vor, die durch eine Steuerungseinheit ausgeführt und überwacht werden.
Diese Schritte werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Die Figuren
zeigen im Einzelnen:
- Fig. 1
- eine Induktions-Rohrbiegevorrichtung in schematischer Ansicht;
- Fig. 2a - 2d
- jeweils die Induktions-Rohrbiegevorrichtung in verschiedenen Stellungen während der
Durchführung des Verfahrens; und
- Fig. 3, 4
- je ein Ablaufdiagramm, in welchem Bewegungsgeschwindigkeiten über dem Weg aufgetragen
sind.
[0010] Figur 1 zeigt eine Induktions-Rohrbiegevorrichtung 100, die ein ortsfestes Maschinenbett
10 umfasst, auf dem eine Haltevorrichtung 11 für ein Rohr 1 angeordnet ist. Die Haltevorrichtung
11 greift das Rohr 1 an dessen hinterem Ende und spannt es fest ein. Außerdem ist
die Haltevorrichtung 11 in Richtung einer Rohrmittelachse 2, welche zugleich die Vorschubrichtung
angibt, gegenüber dem Maschinenbett 10 verschiebbar. Der Vorschub erfolgt über eine
Hydraulikeinheit 12.
[0011] Eine Induktionseinrichtung umfasst einen ringförmigen Induktor 20, der mit seinem
Zentrum im Bereich der Rohrmittelachse 2 positioniert ist. Erfindungsgemäß ist eine
lineare Verstelleinrichtung 21 vorgesehen, um den Induktor 20 relativ zum Maschinenbett
10 verfahren zu können.
[0012] Ein Biegearm 30 ist schwenkbar an einer vertikalen Biegeachse 32 gelagert, wobei
der Abstand der Biegeachse 32 senkrecht zur Rohrmittelachse 2 eingestellt werden kann,
um den gewünschten Biegeradius vorzugeben. Auf dem Biegearm 30 ist ein Biegeschloss
31 angeordnet, mit dem das Rohr 1 gegriffen und geklemmt werden kann.
[0013] Relativ nahe zum Induktor 20 und der Wärmeinflusszone ist eine Kühlvorrichtung 40
angeordnet, mit der z. B. mit Wasser eine Abkühlung der Oberflächentemperatur bewirkt
wird, sobald der entsprechende Längenabschnitt aus der Umformzone herausgetreten ist.
[0014] Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Sensoren zur Aufnahme von Weg
und Geschwindigkeit des Rohrs 1 sowie des Induktorrings 20 vorgesehen sowie Steuerungsmodule
in einer Steuereinheit, mit denen die Wege und Geschwindigkeit sowie die Zu- und Abschaltung
der Induktoreinheit in die erfindungsgemäß vorgesehenen Zusammenhänge gebracht werden.
[0015] In den Figuren 2a bis 2d sind verschiedene Stadien während der Durchführung des Verfahrens
dargestellt. Figur 3 zeigt die zu den Darstellungen in den Figuren 2a bis 2d zugehörigen
Zeitpunkte bzw. Phasen t1 bis t6 in einem Diagramm, in welchem der obere Graph die
Geschwindigkeit der Vorschubeinrichtung bzw. den Längsvorschub v
R des Rohrs 1 über dem Weg angibt und der untere Graph die Verfahrgeschwindigkeit vI
des Induktors über dem Weg. Positive Geschwindigkeitswerte entsprechen einer Bewegung
in Vorschubrichtung; negative Werte kennzeichnen eine gegenläufige Bewegung.
[0016] Zu dem in Fig. 2a dargestellten Startzeitpunkt ist das vordere Rohrende in den Induktorring
20 geschoben, welcher sich auf seiner axialen Ausgangsposition befindet. Im Unterschied
zum Induktionsbiegeumformen nach dem Stand der Technik ist das vordere Rohrende, das
auch später am umgeformten Rohrbogen die vordere Tangente 3 bildet, noch nicht im
Biegeschloss 31 fixiert.
[0017] Die Induktionseinrichtung 20 und die Kühleinrichtung werden eingeschaltet und der
axiale Vorschub des Rohres 1 erfolgt in einer ersten Phase (siehe Fig. 3) mit einer
konstanten Rohrvorschubgeschwindigkeit v
R. Diese beträgt typischerweise 3 mm - 200 mm pro Minute. Hierdurch wird die Tangente
3 am Rohr 1 genauso wärmebehandelt wie bei der anschließenden Umformung, ohne dass
jedoch tatsächlich eine Umformung erfolgt. Diese Phase ist in dem Zeit-Geschwindigkeits-Diagramm
in Figur 3 als t1 bezeichnet. Wie daraus ebenfalls erkennbar, liegt keine Verfahrgeschwindigkeit
vI des Induktors 20 vor; dieser steht also stationär.
[0018] Um nun mit dem Biegeprozess zu beginnen, muss das Biegeschloss 31 auf dem Biegearm
30 das Rohr 1 greifen und klemmen, so dass die Kräfte eingeleitet werden können, die
zur Biegung führen. Allerdings benötigt das Zufahren des Biegeschlosses 31 und das
Aufbringen der Klemmkräfte eine gewisse Zeitspanne. Während des Zufahrens muss aber
eine Relativbewegung zwischen Biegeschloss 31 und Rohr 1 vermieden werden. Der Biegearm
30 mit seinem Biegeschloss 31 kann aber andererseits auch nicht parallel zum Vorschub
des Rohres 1 bewegt werden, weil der konstruktive Aufwand für eine solche Längsverschiebung
der Lagerung des Biegearms 30 viel zu hoch wäre und weil sich dann außerdem der Abstand
des Biegeschlosses 31 von der Erwärmungszone am Induktorring 20 verändern würde.
[0019] Daher ist nach der Erfindung in einer kurzen Phase t2 (vgl. Fig. 3) vorgesehen, die
Relativbewegung zwischen Rohr 1 und Biegeschloss 31 dadurch aufzuheben, dass der Rohrvorschub
gestoppt wird, also die Rohrvorschubgeschwindigkeit v
R = 0 ist, und zugleich den Vorschub des Rohres 1 relativ zum Induktor 20 dadurch beizubehalten,
dass dieser mit einer Verfahrgeschwindigkeit v
I entgegengesetzt zur Vorschubrichtung und mit dem gleichen Betrag der Geschwindigkeit
v
R wie der Rohrvorschub bewegt wird. Soweit ein allmähliches, lineares Abbremsen des
mechanischen Rohrvorschubs notwendig ist, beginnt zugleich bereits die rückläufige
Bewegung des Induktors 20, so dass die Relativgeschwindigkeit immer konstant ist,
was in gleich bleibenden Abständen der beiden Graphen für v
R und v
I in Figur 3 erkennbar ist.
[0020] Mit dem Stillstand des Rohres 1 kann das Biegeschloss 31 zugefahren werden, wie Figur
2b zeigt. Währenddessen führt der Induktor 20 seine gegenläufige Bewegung mit konstanter
Verfahrgeschwindigkeit vI fort. Sobald das Biegeschloss 31 das Rohr 1 geklemmt hat,
wird die Induktorgeschwindigkeit v
I in der Phase t3 auf Null zurückgeführt und zugleich die Rohrvorschubgeschwindigkeit
v
R des Rohrs 1 linear erhöht. Die Geschwindigkeitsdifferenz Δv = v
R - v
I ist immer gleich, so dass die Durchlaufgeschwindigkeit jedes differentiellen Längenabschnitts
am Rohr 1 durch den Induktor 20 gleich ist und somit stets derselbe Energieeintrag
von dem Induktor in den Rohrmantel erfolgt. Der Induktor 20 bewegt sich während der
Phase t3 zurück in seine Ausgangsposition, die der Arbeitsposition für den Biegevorgang
entspricht.
[0021] Soll nun ein Rohrbogen hergestellt werden, kann die Anfangsstelle der Biegung, die
am Ende der Phase t3 vorliegt, beliebig auf der Längsachse 2 des Rohres 1 liegen.
Hingegen müssen die vorstehend beschriebenen Vorgänge bei t1, t2 und t3 mit einem
genau berechneten Vorlauf begonnen werden, damit eine bestimmte axiale Rohrposition
für den Beginn der Biegung erreicht wird, wenn die Biegung begonnen wird.
[0022] Während der Phase t4 erfolgt das an sich bekannte Induktionsbiegeumformen zur Herstellung
eines Rohrbogens 4 mit konstanter Rohrvorschubgeschwindigkeit V
R und stationärem Induktor 20, wie in Figur 2c dargestellt.
[0023] Um nach der Fertigstellung des Rohrbogens 4 auch eine hintere Tangente 5 am Rohr
1 der gleichen Wärmebehandlung zu unterziehen wie die übrigen Längenabschnitte am
Rohr 1, erfolgen die Bewegungen von Rohr 1 und Induktor 20 entgegen gesetzt zu dem
oben beschriebenen Startvorgang.
[0024] Kurz vor Erreichen der vorgesehenen Bogenlänge wird in Phase t5 der Rohrvorschub
mit der Geschwindigkeit v
R allmählich abgebremst und zugleich startet die gegenläufige Bewegung des Induktors
20, und zwar mit einer solchen Verfahrgeschwindigkeit v
I, dass die Relativbewegung zwischen Rohr 1 und Induktor 20 konstant bleibt. Dadurch
bleibt auch die Verweilzeit jedes Längenabschnitts des Rohrs 1 in der wandernden Wärmeeinflusszone
konstant. Bei Stillstand des Rohres 1 kann das Biegeschloss 31 geöffnet werden. Damit
ist das Rohr 1 nun völlig ungehindert durch den Biegearm 30.
[0025] Um nur eine kurze endseitige Tangente 5 am Rohr 1 zu behandeln, kann der Induktor
20 einfach in Phase t6 mit konstanter Verfahrgeschwindigkeit v
I bis in seine dem Maschinenbett 10 zugewandte Endposition verfahren werden, siehe
Figur 2d. Dort wird dann der Induktor 20 gestoppt und die Induktionseinrichtung abgestellt.
Das nicht wärmebehandelte Reststück am Rohr 1 wird gekennzeichnet und direkt abgetrennt,
spätestens aber nach der Wärmebehandlung des so hergestellten Rohrbogens 3 mit seinen
endseitigen Tangentenabschnitten 3, 4.
[0026] Um eine längere Tangente 5 zu erhalten, insbesondere eine Tangente 5, an die sich
unmittelbar eine weitere Rohrbiegung anschließt, kann das Verfahren fortgesetzt werden,
wie aus dem weiteren Ablaufdiagramm nach Figur 4 ersichtlich. Dazu wird in der Phase
t7, in gleicher Weise wie in Phase t3, der Längsvorschub des Rohres 1 allmählich aufgenommen
werden und der Induktor 20 in seine Ausgangsposition zurückgeführt. Nun kann in Phase
t8 bei konstanter Rohrvorschubgeschwindigkeit v
R die Wärmebehandlung der Tangente 5 solange fortgesetzt werden, wie es erforderlich
ist, um eine ausreichend lange, wärmebehandelte Tangente 5 zu erhalten. Das Biegeschloss
31 ist in dieser Phase unbeteiligt. Die Phase t8 entspricht somit der Phase t1.
1. Verfahren zum Induktionsbiegeumformen eines druckfesten Rohrs (1) mit großer Wandstärke
und großem Durchmesser, insbesondere an einem Kraftwerks- und Pipelinerohr,
mit wenigstens folgenden Schritten
- Lagerung des unbearbeiteten Rohrs (1) auf einem Maschinenbett (10)
- Vorschub des Rohres (1) durch einen ringförmigen Induktor (20) einer elektrischen
Induktionseinheit mit einer Rohrvorschubgeschwindgkeit vR;
- Klemmung des vorderen Rohrabschnitts (3) in einem Biegeschloss (31), das auf einem
Biegearm (30) gelagert ist, der um eine seitlich des Rohrs (1) angeordnete vertikale
Drehachse (32) schwenkbar ist.
- Strombeaufschlagung der Induktionseinrichtung zur Erwärmung eines innerhalb des
Induktors (20) liegenden Rohrabschnitts;
- Auslenken des Biegearms (30) durch Längsvorschub des Rohrs (1) bis zum Fertigstellen
eines Rohrbogens (4);
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Rohr (1) mit seinem hinteren Ende in einer Haltvorrichtung (11) eingespannt wird,
die in Richtung einer Rohrlängsachse (2) verschiebbar gelagert ist
- dass in einer Anfangsphase t1 eine Anfangstangente (3) des Rohres (1) wärmebehandelt wird,
indem die Anfangstangente (3) ohne Eingriff des Biegeschlosses (31) durch den Induktor
(20) geschoben wird;
- dass am Ende der Anfangstangente (3) zu einem Zeitpunkt t2 der Rohrvorschub gestoppt wird
und der Induktor (20) entgegen der Vorschubrichtung entlang des Rohres (1) bewegt
wird, während das Biegeschloss (31) an dem Rohr (1) geschlossen wird;
- dass zum Einleiten der Biegung des Rohres (1) in einer Phase t3 eine Verfahrgeschwindigkeit
vI des Induktors (20) bis auf null reduziert wird und dieser in seine Biegeposition
bewegt wird und dass zugleich der Vorschub des Rohres (1) anläuft bis zum Erreichen
einer Prozess-Rohrvorschubgeschwindigkeit vR;
- dass in einer Phase t4 mit konstanter Rohrvorschubgeschwindigkeit vR des Rohres (1) ein Rohrbogen (4) hergestellt wird,
- dass in einer Phase t5 die Rohrvorschubgeschwindigkeit vR reduziert wird und der Induktor (20) entgegen der Vorschubrichtung beschleunigt wird,
wobei das Biegeschloss (31) geöffnet wird;
- dass in einer Phase t6 eine Endtangente (5) durch weiteren Vorschub des Induktors in Gegenrichtung
erwärmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Induktor (20) in eine Anfangsposition bewegt wird, die in Vorschubrichtung gesehen
vor einer Biegeposition liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Induktor (20) vor Beginn der Phase t1 von einer in Vorschubrichtung gesehen rückwärtigen
Position in seine Ausgangsposition verfahren wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Induktor (20) während der Phase t1 von einer in Vorschubrichtung gesehen rückwärtigen
Position in seine Ausgangsposition verfahren wird, wobei die Rohrorschubgeschwindigkeit
vR um die Verfahrgeschwindigkeit vI des Induktors (20) erhöht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Relativgeschwindigkeit als Differenz zwischen der Rohrvorschubgeschwindigkeit
vR und der Verfahrgeschwindigkeit vI des Induktors (20) in den Phasen t1 bis t6 konstant ist.
1. Method for induction bend forming a pressure-tight pipe (1) having a large wall thickness
and a large diameter, in particular on a power-station and pipeline pipe;
said method comprising at least the following steps:
- mounting the unprocessed pipe (1) on a machine bed (10);
- advancing the pipe (1) through an annular inductor (20) of an electrical induction
unit at a pipe advancement speed vR;
- clamping the front pipe portion (3) in a bending lock (31), which is mounted on
a bending arm (30), which is pivotable about a vertical rotation axis (32) that is
disposed laterally of the pipe (1);
- energizing the induction unit with a current, in order for a pipe portion that lies
within the inductor (20) to be heated;
- deflecting the bending arm (30) by longitudinally advancing the pipe (1) up to the
completion of a pipe elbow (4);
characterized in that
- the pipe (1) by way of the rear end thereof is chucked in a holding device (11)
which is mounted so as to be displaceable in the direction of a pipe longitudinal
axis (2);
- an initial tangent (3) of the pipe (1) in an initial phase t1 is heat treated in that the initial tangent (3) is pushed through the inductor (20) without engagement of
the bending lock (31);
- the pipe advancement is stopped at a point in time t2 at the end of the initial
tangent (3), and the inductor (20) is moved along the pipe (1) counter to the advancement
direction, while the bending lock (31) on the pipe (1) is closed;
- in order for bending of the pipe (1) to be initiated, the displacement speed a vI of the inductor (20) in a phase t3 is reduced to zero, and the latter is moved into
the bending position thereof, and that the advancement of the pipe (1) is simultaneously
started until a process pipe advancement speed vR is attained;
- a pipe elbow (4) is produced at a constant pipe advancement speed vR of the pipe (1) in a phase t4;
- the pipe advancement speed vR is reduced in a phase t5, and the inductor (20) is accelerated counter to the advancement
direction, wherein the bending lock (31) is opened;
- an end tangent (5) is heated in a phase t6 by further advancing the inductor in
the opposite direction.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the inductor (20) is moved into a starting position which when viewed in the advancement
direction lies ahead of a bending position.
3. Method according to Claim 2, characterized in that the inductor (20) prior to the start of phase t1 is displaced from a position which
when viewed in the advancement direction is a rearward position to the initial position
of said inductor (20).
4. Method according to Claim 2, characterized in that the inductor (20) during phase t1 is displaced from a position which when viewed
in the advancement direction is a rearward position to the initial position of said
inductor (20), wherein the pipe advancement speed vR is increased by the displacement speed vI of the inductor (20).
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the relative speed as the differential between the pipe advancement speed vR and the displacement speed vI of the inductor (20) is constant in phases t1 to t6.
1. Procédé de cintrage par induction d'un tube résistant à la pression (1), de grande
épaisseur de paroi et de gros diamètre, en particulier sur un tube de centrale et
de pipeline,
comprenant au moins les étapes suivantes :
- support sur palier du tube (1) non usiné sur un lit de machine (10),
- avance du tube (1) à travers un inducteur de forme annulaire (20) d'une unité d'induction
électrique avec une vitesse d'avance de tube vR ;
- serrage de la portion de tube avant (3) dans un verrou de cintrage (31) qui est
supporté sur un bras de cintrage (30) qui peut pivoter autour d'un axe de rotation
vertical (32) disposé latéralement par rapport au tube (1),
- application de courant au dispositif d'induction pour chauffer une portion de tube
située à l'intérieur de l'inducteur (20),
- déviation du bras de cintrage (30) par avance longitudinale du tube (1) jusqu'à
la finition d'un arc de tube (4) ;
caractérisé
- en ce que le tube (1) est serré avec son extrémité arrière dans un dispositif de retenue (11)
qui est supporté de manière déplaçable dans la direction d'un axe longitudinal du
tube (2),
- en ce que dans une phase initiale t1, une tangente initiale (3) du tube (1) est soumise à un
traitement thermique en déplaçant la tangente initiale (3) à travers l'inducteur (20)
sans intervention du verrou de cintrage (31) ;
- en ce qu'à la fin de la tangente initiale (3), à un instant t2, l'avance du tube est arrêtée
et l'inducteur (20) est déplacé à l'encontre de la direction d'avance le long du tube
(1), tandis que le verrou de cintrage (31) est refermé sur le tube (1) ;
- en ce que pour lancer le cintrage du tube (1), dans une phase t3, une vitesse de déplacement
vI de l'inducteur (20) est réduite à 0 et celui-ci est déplacé dans sa position de cintrage
et en ce qu'en même temps, l'avance du tube (1) continue jusqu'à l'obtention d'une
vitesse d'avance de tube de processus vR ;
- en ce que dans une phase t4 à vitesse d'avance de tube constante VR du tube (1), un arc de tube (4) est fabriqué,
- en ce que dans une phase t5, la vitesse d'avance de tube vR est réduite et l'inducteur (20) est accéléré à l'encontre de la direction d'avance,
le verrou de cintrage (31) étant ouvert,
- en ce que dans une phase t6, une tangente finale (5) est chauffée par avance supplémentaire
de l'inducteur dans la direction contraire.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'inducteur (20) est déplacé dans une position initiale qui est située, vu dans la
direction d'avance, avant une position de cintrage.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'inducteur (20), avant le début de la phase t1, est déplacé d'une position vers
l'arrière, vu dans la direction d'avance, dans sa position initiale.
4. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'inducteur (20), pendant la phase t1, est déplacé d'une position vers l'arrière,
vu dans une direction d'avance, dans sa position initiale, la vitesse d'avance de
tube VR étant augmentée à la vitesse de déplacement vI de l'inducteur (20).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la vitesse relative en tant que différence entre la vitesse d'avance de tube vR et la vitesse de déplacement VI de l'inducteur (20) est constante dans les phases t1 à t6.