[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur "in situ"-Förderung
von Bitumen oder Schwerstöl aus Ölsand-Lagerstätten als Reservoir. Das Reservoir wird
induktiv über wenigstens einen elektrischen stromdurchflossenen Leiter erwärmt, um
eine Verringerung der Viskosität des Bitumens oder Schwerstöls zu erreichen. Über
wenigstens eine perforierte Fluidführung, welche den wenigstens einen Leiter zumindest
abschnittsweise umgibt oder umfasst, wird ein Fluid in das Reservoir über die Perforierung
in der Fluidführung eingeführt.
[0002] Zur Förderung von Kohlenwasserstoffen wie z.B. Schwerölen oder Bitumen aus Lagerstellen
mit Ölsand- oder Ölschiefervorkommen, im Weiteren Reservoir genannt, können Tagebaumethoden
oder "in-situ" Methoden verwendet werden.
CA 2 304 938 A1 offenbart eine in-situ Methode, wobei ein durch ein Reservoir verlaufendes, geschlitztes
Förderrohr induktiv erwärmt wird. Ein Lösemittel wird durch das Förderrohr geleitet,
durch die Hitze verdampft und ins Reservoir zur Mobilisierung von Erdöl injiziert.
[0003] Eine weitere "in-situ" Methode ist das SAGD(Steam Assisted Gravity Drainage)-Verfahren.
Dabei wird über ein Rohr Wasserdampf unter hohem Druck in das Erdreich durch ein innerhalb
des Reservoirs horizontal verlaufendes Rohr eingebracht. Der Wasserdampf erwärmt das
Schweröl oder Bitumen im Reservoir, wobei es fließfähig wird. Das erhitzte, fließfähige
Schwerstöl oder Bitumen sickert über Gravität zu einem zweiten, z.B. etwa 5 m tiefer
angeordneten Rohr, durch welches es abgepumpt bzw. gefördert wird. Alternativ oder
unterstützend kann das Reservoir induktiv erwärmt werden, z.B. durch eine isolierte,
stromdurchflossene Leiterschleife, welche in ihrer Umgebung Ströme im Erdreich des
Reservoirs induziert. Die induzierten Ströme werden vor allem von der Ionenleitfähigkeit
in Flüssigkeiten getragen. Der Betrag der magnetischen Flussdichte um den Leiter der
Leiterschleife nimmt nährungsweise umgekehrt proportional mit dem Abstand zum Leiter
ab. Bei homogener elektrischer Leitfähigkeit des umliegenden Erdreichs führt dies
näherungsweise zu einer Abnahme der Heizleistungsdichte um den Leiter. Die Heizleistungsdichte
um den Leiter ist umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstands vom Leiter. Somit
tritt in unmittelbarer Umgebung zum isolierten Leiter die höchste Heizleistungsdichte
auf. Dies führt zunächst zu einer starken Erwärmung des Erdreichs in unmittelbarer
Umgebung vom Leiter, was durch Wärmeleitung auch zu einer entsprechend hohen Temperatur
T
L des Leiters selbst führt. Dies erfolgt sogar, wenn die ohmschen Verluste im Leiter
selbst sehr klein sind.
[0004] Der Leiter zur induktiven Erwärmung des Reservoirs, welcher auch Induktor genannt
wird und z.B. aus der
DE 102007040605 B3 bekannt ist, besteht aus einer Reihe von Materialien. Insbesondere werden im Leiter
Dielektrika zur kapazitiven Kompensation verwendet, um elektrische Verluste im Leiter
selbst so gering wie möglich zu halten. Zur Isolation des elektrisch leitfähigen Materials,
insbesondere gegenüber dem umliegenden Erdreich, wird Isolationsmaterial verwendet,
welches z.B. aus PFA, PTFE und/oder PEEK besteht oder dieses umfasst bzw. enthält.
Das Dielektrikum und das Isolationsmaterial sind in der Regel bis maximal 150°C thermisch
stabil, auch über längere Zeiten wie Stunden, Tage, Monate und Jahre hinweg.
[0005] Um über längere Zeiträume hinweg zuverlässig Schwerstöl und/oder Bitumen fördern
zu können, mit Unterstützung durch induktive Erwärmung des Reservoirs über wenigstens
eine Leiterschleife mit isoliertem elektrischem Leiter, muss die Temperatur des Leiters
unterhalb einer kritischen Temperatur von z.B. 150°C gehalten werden. Nur so kann
sichergestellt werden, dass die Isolation und das Dielektrikum zeitlich thermisch
stabil sind und der Leiter nicht durch hohe Temperaturen beschädigt wird. Dies ist
gerade in Hinblick auf die hohen elektrischen Spannungen von größer 10 kV und Heizleistungen
im Bereich von MW schwierig.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren anzugeben, bei welchem
die Temperatur eines Leiters zur induktiven Erwärmung des Erdreichs eines Reservoirs
einen kritischen Wert nicht übersteigt.
[0007] Die angegebene Aufgabe wird bezüglich des Verfahrnes zur "in situ"-Förderung von
Bitumen oder Schwerstöl aus Ölsand-Lagerstätten als Reservoir mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur "in situ"-Förderung
von Bitumen oder Schwerstöl aus Ölsand-Lagerstätten als Reservoir gehen aus den zugeordneten
abhängigen Unteransprüchen hervor. Dabei können die Merkmale des Hauptanspruchs mit
Merkmalen der Unteransprüche und Merkmale der Unteransprüche untereinander kombiniert
werden.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zur "in situ"-Förderung von Bitumen oder Schwerstöl
aus Ölsand-Lagerstätten als Reservoir umfasst, dass das Reservoir induktiv über wenigstens
einen elektrischen stromdurchflossenen Leiter zur Verringerung der Viskosität des
Bitumens oder Schwerstöls erwärmt wird, und dass über wenigstens eine perforierte
Fluidführung, welche den wenigstens einen Leiter zumindest abschnittsweise umgibt
oder umfasst, ein Fluid in das Reservoir über die Perforierung in der Fluidführung
eingeführt wird. Das Fluid verringert eine elektrische Leitfähigkeit im Reservoir,
zumindest in der Umgebung der Fluidführung und/oder des Leiters. Mit den Leiter zumindest
abschnittsweise umfassen ist unter anderem zu verstehen, dass der Leiter und die Fluidführung
selbst benachbart angeordnet sind und z.B. umgeben sind von einer gemeinsamen Isolierung
gegenüber dem Erdreich, welche die gleiche und/oder die selbe Perforierung wie die
Fluidführung aufweist oder für Fluide zumindest partiell durchlässig ist.
[0010] Durch Verringerung der elektrischen Leitfähigkeit in der Umgebung der Fluidführung
wird der vom stromdurchflossenen Leiter induzierte Strom in der Umgebung der Fluidführung
bzw. des Leiters reduziert. Dadurch wird die induktiv erzeugte Heizleistung in der
Umgebung des Leiters bzw. der Fluidführung verringert und die Temperatur des Leiters
bzw. der Fluidführung, insbesondere durch Wärmeleitung von induktiv erzeugter Wärme
in der unmittelbaren Umgebung, wird begrenzt.
[0011] Als Fluid kann Wasser mit einer geringen Leitfähigkeit, als die Leitfähigkeit von
im Reservoir befindlichem Wasser, in das Reservoir eingeführt werden. Die Menge des
eingeleiteten Wassers und/oder dessen Leitfähigkeit sollte abhängig von dem Wert bestimmt
werden, auf welchen die Temperatur T
L begrenzt werden soll, und insbesondere abhängig von der verwendeten Stromstärke/Spannung
zur Induktion durch den Leiter.
[0012] Alternativ oder zusätzlich kann als Fluid Gas in das Reservoir eingeführt werden.
Dabei ist Luft als Gas besonders kostengünstig und einfach zu verwenden. Es kann aber
auch als Gas Kohlendioxid und/oder Stickstoff verwendet werden oder das Gas kann Kohlendioxid
und/oder Stickstoff umfassen.
[0013] Als Fluid kann auch eine Lösung aus chemischen Substanzen in das Reservoir eingeführt
werden, dessen chemische Substanzen zu einem schwerlöslichen Salz im Reservoir reagieren
und dadurch zu einer Ausfällung von Ionen im Reservoir führen. Dabei ist es von Vorteil,
wenn eine chemische Analyse vor dem Einführen der Lösung in das Reservoir erfolgt.
Es kann wenigstens ein Fluid, insbesondere Wasser, aus dem Reservoir verwendet werden,
um Ionen in dem aus dem Reservoir entnommenen Fluid zu bestimmen und abhängig von
den bestimmten Ionen die chemischen Substanzen in der Lösung auszuwählen. Auch Konzentrationsbestimmungen
können dazu beitragen die richtige Zusammensetzung der Lösung zu erstellen, mit welcher
die Temperatur der direkten Umgebung des Leiters und damit des Leiters selbst bei
einer bestimmten Bestromung der Leiter auf einen vorgegebenen Wert bzw. unterhalb
eines Grenzwertes gehalten werden kann. Die Konzentration und Art der Ionen in der
Lösung sollte dazu führen, dass mit der Lösung Ionen im Reservoir z.B. in Form eines
schwerlöslichen Salzes ausgefällt werden, und so die Gesamtionenkonzentration der
frei beweglichen, geladenen und somit induktiv über den Stromdurchflossenen Leiter
bewegbaren Ionen auf einen Wert verringert wird, welcher bei vorgegebenem Aufbau und
Bestromung des Leiters zu einer vorgegebenen Temperatur T
L in seiner direkten Umgebung führt. Durch Verringerung der elektrischen Leitfähigkeit
im Reservoir wird die induktive Erwärmung über den stromdurchflossenen Leiter verringert.
[0014] Die Temperatur T in der direkten oder indirekten Umgebung des Leiters und/oder der
Fluidführung kann auf einen maximalen Wert beschränkt werden, insbesondere auf einen
Wert kleiner 150°C. Dabei kann eine zuvor beschriebene Fluideinleitung ins Reservoir
oder eine Kombination der zuvor beschriebenen Arten an Fluideinleitung verwendet werden.
Die Temperatur kann auf einen maximalen Wert beschränkt werden, bei welchem Komponenten
einer Vorrichtung zur "in situ"-Förderung von Bitumen oder Schwerstöl aus Ölsand-Lagerstätten
als Reservoir, insbesondere Isolationsmaterialien des Leiters, Dielektrika zwischen
Leiterkomponenten und/oder Materialien der Fluidführung, temperaturstabil sind. Bei
einer Temperatur von kleiner 150°C sind Materialien wie Dielektrika und Isolierstoffe,
z.B. PFA, PTFE und/oder PEEK in der Regel thermisch stabil und werden nicht mit der
Zeit thermisch beschädigt. Dadurch wird eine Schädigung des Leiters durch hohe Temperaturen
in seiner direkten Umgebung vermieden, indem die Temperaturen unterhalb eines Grenzwertes
gehalten werden.
[0015] Das Fluid kann die elektrische Leitfähigkeit in der Umgebung der Fluidführung insbesondere
im Bereich von 3 m um die Fluidführung herum verringern. Dies kann ausreichend sein,
um über die Umgebung durch Wärmeleitfähigkeit transportierte Wärme zum Leiter hin
so zu verringern bis hin zu verhindern, dass die Temperatur T
L des Leiters einen kritischen Grenzwert bei induktiver Erwärmung der Leiterumgebung
nicht überschreitet.
[0016] Der elektrische Leiter kann von einem Wechselstrom mit einer Stromstärke im Bereich
von mehr als 100 A, insbesondere 270 A, und/oder mit einer Frequenz im Bereich von
10 kHz bis 100 kHz, insbesondere 75 kHz, durchflossen werden, wodurch insbesondere
das Erdreich des Reservoirs in der Umgebung des elektrischen Leiters durch induzierte
Ströme im Erdreich erwärmt wird. Dabei kann eine Heizleistung im Bereich von mehreren
MW erzeugt werden, bei Spannungen über den elektrischen Leiter im Bereich von größer
10 KV. Es sind auch andere Werte möglich, insbesondere abhängig von der Ausführungsform
des Leiters, der Bodenbeschaffenheit, dem zu fördernden Schwerstöl oder Bitumen und
weiteren bei der Ölförderung über induktives Heizen beteiligten Parametern.
[0017] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung mit vorteilhaften Weiterbildungen gemäß
den Merkmalen der abhängigen Ansprüche werden nachfolgend anhand der Figuren näher
erläutert, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.
[0018] Es wird in den Figuren dargestellt:
- Figur 1
- ein Schnitt durch ein Ölsand-Reservoir 100 mit Injektions- 101 und Förderrohr 102,
- Figur 2
- ein perspektivischer Ausschnitt aus einem ÖlsandReservoir 1 mit einer horizontal im
Reservoir verlaufenden elektrischen Leiterschleife 2,
- Figur 3
- ein perforierter, rohrförmiger Leiter 3 mit integrierten Kondensatoren und einer Vorrichtung
zur Elektrolyteinbringung.
[0019] In den Figuren 1 und 2 ist eine als Reservoir bezeichnete Ölsand-Lagerstätte 100
dargestellt, wobei für die weiteren Betrachtungen immer eine quaderförmige Einheit
1 mit der Länge l, der Breite w und der Höhe h herausgegriffen wird. Die Länge l kann
beispielsweise bis zu einigen 500 m, die Breite w 60 bis 100 m und die Höhe h etwa
20 bis 100 m betragen. Zu berücksichtigen ist, dass ausgehend von der Erdoberfläche
E ein "Deckgebirge" der Stärke s bis zu 500 m vorhanden sein kann.
[0020] Bei Realisierung des SAGD-Verfahrens ist gemäß Figur 1 in bekannter Weise in dem
Ölsand-Reservoir 100 der Lagerstätte ein Injektionsrohr 101 für Dampf- oder Wasser/Dampf-Gemisch
und ein Förderrohr 102 für das verflüssigte Bitumen oder Öl vorhanden.
[0021] In Figur 2 ist eine bekannte Anordnung zur induktiven Heizung dargestellt. Diese
kann durch eine lange, d.h. einige 100 m bis 1.5 km, im Boden verlegte Leiterschleife
10 bis 20 gebildet werden, wobei der Hinleiter 10 und Rückleiter 20 nebeneinander,
also in derselben Tiefe, geführt sind und am Ende über ein Element 15 innerhalb oder
teilweise außerhalb des Reservoirs 100 miteinander verbunden sind. Am Anfang werden
die Leiter 10 und 20 vertikal oder in einem flachen Winkel hinunter geführt und von
einem HF-Generator 60, der in einem externen Gehäuse untergebracht sein kann, mit
elektrischer Leistung versorgt. Insbesondere verlaufen die Leiter 10 und 20 in gleicher
Tiefe nebeneinander, ggf. aber auch übereinander.
[0022] Typische Abstände zwischen den Hin- und Rückleitern 10, 20 sind 5 bis 60 m bei einem
Außendurchmesser der Leiter von 10 bis 50 cm.
[0023] Eine elektrische Doppelleitung 10, 20 in Figur 2 mit den vorstehend genannten typischen
Abmessungen weist einen Längsinduktivitätsbelag von 1.0 bis 2.7 µH/m auf. Der Querkapazitätsbelag
liegt bei den genannten Abmessungen bei nur 10 bis 100 pF/m, so dass die kapazitiven
Querströme zunächst vernachlässigt werden können. Dabei sind Welleneffekte zu vermeiden.
Die Wellengeschwindigkeit ist durch den Kapazitäts- und Induktivitätsbelag der Leiteranordnung
gegeben. Die charakteristische Frequenz der Anordnung ist bedingt durch die Schleifenlänge
und die Wellenausbreitungsgeschwindigkeit entlang der Anordnung der Doppelleitung
10, 20. Die Schleifenlänge ist daher so kurz zu wählen, dass sich hier keine störenden
Welleneffekte ergeben.
[0024] Es lässt sich zeigen, dass die simulierte Verlustleistungsdichteverteilung in einer
Ebene senkrecht zu den Leitern - wie sie sich bei gegenphasiger Bestromung des oberen
und unteren Leiters ausbildet - radial abnimmt.
[0025] Für eine induktiv eingebrachte Heizleistung von 1 kW pro Meter Doppelleitung wird
bei 50 kHz eine Stromamplitude von etwa 350 A für niederohmige Reservoirs mit spezifischen
Widerständen von 30 Ω·m und etwa 950 A für hochohmige Reservoirs mit spezifischen
Widerständen von 500 Ω·m benötigt. Die erforderliche Stromamplitude für 1 kW/m fällt
quadratisch mit der Anregungsfrequenz. d.h. bei 100 kHz fallen die Stromamplituden
auf 1/4 der obigen Werte.
[0026] Bei einer mittleren Stromamplitude von 500 A bei 50 kHz und einem typischen Induktivitätsbelag
von 2 µH/m beträgt der induktive Spannungsabfall etwa 300 V/m.
[0027] Um den gesamten induktiven Spannungsabfall über eine Leiterschleife 2 auf Werte kleiner
100 kV in der Summe zu beschränken, und um damit Isolationsprobleme zu vermeiden,
wird die Leitungsinduktivität L abschnittsweise durch diskret oder kontinuierlich
ausgeführte Serienkapazitäten C kompensiert. Eigenart bei einer in die Leitung integrierten
Kompensation ist, dass die Frequenz des HF-Leitungsgenerators auf die Resonanzfrequenz
der Stromschleife abgestimmt werden muss. Dies bedeutet, dass die Doppelleitung 10,
20 für Heizzwecke zweckmäßig, d.h. mit hohen Stromamplituden, nur bei dieser Frequenz
betrieben werden kann.
[0028] Dadurch wird eine Addition der induktiven Spannungen entlang der Leitung verhindert.
Werden beim oben genannten Beispiel - d.h. 500 A, 2 µH/m, 50 kHz und 300 V/m - beispielsweise
alle 10 m je ein Kondensator C
i in Hin- und Rückleiter von 1 µF Kapazität eingebracht, kann der Betrieb dieser Anordnung
bei 50 kHz resonant erfolgen. Damit sind die auftretenden induktiven und entsprechend
kapazitiven Summenspannungen auf 3 kV begrenzt.
[0029] Wird der Abstand zwischen benachbarten Kondensatoren C
i verringert, müssen die Kapazitätswerte umgekehrt proportional zum Abstand steigen
- bei proportional zum Abstand verringerter Anforderung an die Spannungsfestigkeit
der Kondensatoren -, um dieselbe Resonanzfrequenz zu erhalten.
[0030] Eine vorteilhafte, in Fig. 3 dargestellte und aus dem Stand der Technik bekannte
Ausführungsform mit in der Leitung 2 integrierten Kapazitäten sieht vor, dass die
Kapazität von Zylinderkondensatoren C
i zwischen einer rohrförmigen Außenelektrode 32 eines Abschnitts I und einer rohrförmigen
Innenelektrode 34 des Abschnitts II gebildet wird, zwischen denen sich ein Dielektrikum
33 befindet. Ganz entsprechend wird der benachbarte Kondensator zwischen den Abschnitten
II und III gebildet.
[0031] Für das Dielektrikum des Kondensators C sind neben einer hohen Spannungsfestigkeit
weiterhin eine hohe Temperaturbeständigkeit zu fordern, da sich der Leiter im induktiv
geheizten Reservoir 100, das eine Temperatur von z.B. 250°C erreichen kann, befindet
und die resistiven Verluste in den Leitern 10, 20 zu einer weiteren Aufheizung der
Elektroden führen können. Die Anforderungen an das Dielektrikum 33 werden von einer
Vielzahl von Kondensatorkeramiken erfüllt.
[0032] Beispielsweise weisen die Gruppe der Aluminiumsilicate, d.h. Porzellane, Temperaturbeständigkeiten
von mehreren 100°C und elektrische Durchschlagsfestigkeiten von > 20 kV/mm bei Permittivitätszahlen
von 6 auf. Damit können obige Zylinderkondensatoren mit der erforderlichen Kapazität
realisiert werden und eine Baulänge von beispielsweise 1 bis 2 m haben.
[0033] Wenn die Baulänge kürzer ausfallen soll, ist eine Ineinanderschachtelung mehrerer
koaxialer Elektroden vorzusehen. Dies ist der Einfachheit halber in den Fig. nicht
dargestellt. Auch andere übliche Kondensatorbauformen können in die Leitung integriert
werden, solange diese die erforderliche Spannungs- und Temperaturbeständigkeit aufweisen.
[0034] In der Figur 3 ist die gesamte Elektrode bereits von einer Isolation umgeben. Die
Isolierung gegen das umliegende Erdreich ist notwendig, um resistive Ströme durch
das Erdreich zwischen den benachbarten Abschnitten insbesondere im Bereich der Kondensatoren
zu verhindern. Die Isolation verhindert weiterhin den resistiven Stromfluss zwischen
Hin- und Rückleiter. Die Anforderungen bzgl. der Spannungsfestigkeit an die Isolation
sind jedoch gegenüber der unkompensierten Leitung von > 100 kV auf im obigen Beispiel
etwas über 3 kV gesunken und damit durch eine Vielzahl von Isolierstoffen zu erfüllen.
Die Isolation muss wie bereits das Dielektrikum der Kondensatoren höheren Temperaturen
dauerhaft standhalten, womit sich wiederum keramische Isolierstoffe anbieten. Dabei
darf die Isolationsschichtdicke nicht zu gering gewählt werden, da sonst kapazitive
Leckströme ins umliegende Erdreich abfließen könnten. Isolierstoffdicken größer z.
B. 2 mm sind bei obigem Ausführungsbeispiel ausreichend.
[0035] Es können auch mehrere rohförmige Elektroden parallel geschaltet sein. Vorteilhafterweise
kann die Parallelschaltung der Kondensatoren zur Erhöhung der Kapazität oder zur Erhöhung
ihrer Spannungsfestigkeit genutzt werden.
[0036] Bei einer Anordnung gemäß Figur 3 kann nach dem Stand der Technik abschnittsweise
eine Elektrolyteinbringung ins Erdreich zur gezielten Steigerung der Heizwirkung erfolgen.
Dazu weist die Leitung 2 neben der kompensierten Elektrode ein isoliertes Innenrohr
40 mit isolierten Austrittsöffnungen 41, 42 und 43 auf, was im Weiteren auch als perforiert
bezeichnet wird. Dadurch kann beispielsweise Wasser oder eine elektrisch leitfähige
wässrige Salzlösung oder andere Elektrolyte in das Reservoir eingebracht werden, um
die Leitfähigkeit des Reservoirs zu erhöhen.
[0037] Weiterhin kann das eingebrachte Wasser zur Kühlung des Leiters dienen. Werden die
Austrittsöffnungen durch Ventile ersetzt, kann die Leitfähigkeitsänderung zeitlich
und räumlich abschnittsweise gezielt erfolgen.
[0038] Die Erhöhung der Leitfähigkeit dient der Steigerung der induktiven Heizwirkung, ohne
die Stromamplitude in den Leitern erhöhen zu müssen.
[0039] In Fig. 3 erfolgt eine Kompensation der Längsinduktivität mittels vorwiegend konzentrierter
Querkapazitäten. Anstelle mehr oder weniger kurzer Kondensatoren als konzentrierte
Elemente in die Leitung einzubringen, kann auch der Kapazitätsbelag den eine Zweidrahtleitung
wie z. B. eine Koaxialleitung oder Mehrdrahtleitungen ohnehin über ihre gesamt Länge
bereitstellen zur Kompensation der Längsinduktivitäten verwendet werden. Dazu wird
in gleichen Abständen abwechselnd der Innen- und Außenleiter unterbrochen und so der
Stromfluss über die verteilten Querkapazitäten erzwungen. Der Vorteil der verteilten
Kapazitäten liegt in einer verringerten Anforderung an die Durchschlagsfestigkeit
des Dielektrikums.
[0040] Selbstverständlich ist auch eine kompensierte Elektrode mit verteilten Kapazitäten
in Kombination mit einer Vorrichtung zur Elektrolyteinbringung einsetzbar.
[0041] Im Deckgefüge, durch das Hin- und Rückleiter zum Reservoir 100 vertikal geführt sind,
ist eine Heizwirkung unerwünscht: Im vertikalen Bereich der Doppelleiter 10, 20, die
noch nicht im Reservoir 100 liegt, sondern zu diesem hinunterführt, können Hinleiter
10 und Rückleiter 20 in einem kleinen Abstand von beispielsweise 1 bis 3 m platziert
werden, wodurch sich deren Magnetfelder bereits in geringerem Abstand von der Doppelleitung
kompensieren und die induktive Heizwirkung entsprechend verringert wird.
[0042] Als Alternative können Hinleiter 10 und Rückleiter 20 durch eine beide Leiter umschließende
Schirmung aus hochleitfähigem Material umgeben werden, um die induktive Erhitzung
des umliegenden Erdreichs des Deckgefüges zu vermeiden.
[0043] In weiterer Alternative ist eine koaxiale Leiteranordnung in vertikalen Bereich von
Hin- und Rückleiter denkbar, die zu einer vollkommenen Auslöschung der Magnetfelder
im Außenbereich und damit zu keinerlei induktiven Erhitzung des umliegenden Erdreichs
führt. Der dabei erhöhte Querkapazitätsbelag kann für die Ausführung eines Gyrators,
der gemäß dem Stand der Technik eine Spannung eines spannungseinprägenden Stromrichters
in einen Wechselstrom umsetzt, mit zu Hilfe gezogen werden.
[0044] Bei allen drei genannten Methoden ist eine Kompensation des jeweiligen Induktivitätsbelags
der Leiteranordnung einschließlich der evtl. vorhandenen Schirmung notwendig.
[0045] Der Leistungsgenerator 60 in Fig. 2 ist als Hochfrequenzgenerator ausgebildet. Er
kann Leistungen bis zu 2500 kW erzeugen. Typischerweise werden Frequenzen zwischen
5 und 20 kHz verwendet. Es können aber auch höhere Frequenzen verwendet werden. Der
Leistungsgenerator 60 ist dreiphasig aufgebaut und beinhaltet vorteilhafterweise eine
transformatorische Kopplung und Leistungshalbleiter als Bauelemente. Insbesondere
beinhaltet die Schaltung einen spannungseinprägenden Wechselrichter. Eine Stromeinprägung
mit Lastunabhängiger Grundschwingung, die mittels mittels Filterbauelementen einstellbar
ist, ergibt sich bei geeigneter Wahl des Anpassvierpols hinter diesem. Je nach Topologie
des Anpassvierpols ergibt sich eine unterschiedliche Strombelastung des speisenden
Wechselrichters.
[0046] Wie bereits erwähnt, ist bei einem solchen Generator für den bestimmungsgemäßen Gebrauch
ein Betrieb unter Resonanzbedingungen erforderlich, um eine Blindleistungskompensation
zu erreichen. Gegebenenfalls ist die Ansteuerfrequenz im Betrieb geeignet nachzustellen.
[0047] Bei einer Leiterschleife 10, 15, 20 gemäß Figur 2, die einen zweipoligen Induktor
darstellt, kann auch ein einphasiger Generator genutzt werden. Solche Generatoren
mit beispielsweise 440 KW bei 50 KHz sind kommerziell erhältlich.
[0048] Wie zuvor beschrieben und aus dem Stand der Technik bekannt, kann über Einbringung
von Elektrolyt ins Erdreich eine gezielte Steigerung der Heizwirkung erfolgen. Es
kann beispielsweise Wasser oder eine elektrisch leitfähige wässrige Salzlösung oder
andere Elektrolyte in das Reservoir eingebracht werden, um die Leitfähigkeit des Reservoirs
zu erhöhen.
[0049] Problematisch dabei, wie auch ohne Einbringung von Elektrolyt, ist die Erwärmung
des Leiters 3 bzw. der Leiterschleife 10, 20, 15 durch Wärmeleitung vom Erdreich zum
Leiter 3. Wie zuvor erwähnt sind die Materialien wie Isolator und Dielektrikum nur
bis zu bestimmten Temperaturen stabil, abhängig von der Materialwahl. Bei hohen Heizleistungen
kann deshalb alternativ oder zusätzlich (zeitlich folgend), über Einbringung eines
Fluids in das Erdreich erfindungsgemäß die Leitfähigkeit der Umgebung der Leiter 3
gezielt herabgesetzt werden. Als Fluide dienen dabei unter anderem Wasser, und/oder
Gase wie Luft, Stickstoff, Kohlendioxid, und/oder Lösungen aus chemischen Substanzen,
welche im Reservoir zu schwerlöslichen Salzen reagieren und dadurch zu einer Ausfällung
von Ionen im Reservoir führen.
[0050] Dadurch kann bei induktiver Heizung des Erdreichs über den Leiter 3 die Heizleistung
in unmittelbarer Umgebung des Leiters 3 reduziert werden. Durch das Fluid wird die
Leitfähigkeit in der Umgebung, z.B. bis hin zu 3 m um den Leiter 3 herum, herabgesetzt.
Die Abnahme der Leitfähigkeit ist besonders stark in unmittelbarer Umgebung vom Leiter
3, dort wo die meiste Heizleistung durch Induktion auftritt. Die induzierten Ionenströme
im Erdreich um den Leiter 3 herum werden durch das Fluid bzw. die Herabsetzung der
Leitfähigkeit im Erdreich verringert. In weiter entfernten Bereichen des Leiters 3,
wo die Heizleistung durch Induktion geringer ist, erfolgt weniger bis hin zu keiner
Herabsetzung der Leitfähigkeit durch das Fluid. Dieses wird zwar auch in entfernteren
Bereichen des Erdreichs durch z.B. Diffusion eingebracht, jedoch in einem viel geringerem
Ausmaß als in unmittelbarer näher um den Leiter 3 herum. Dadurch wird die geringere
Heizleistung, welche in vom Leiter 3 entfernteren Bereichen des Erdreichs auftritt,
nicht weiter reduziert bzw. nur geringfügig reduziert. In unmittelbarer Umgebung,
mit der Entfernung vom Leiter 3 hin abnehmend, wird die Leitfähigkeit, damit die induzierte
Heizleistung und somit die Erwärmung reduziert. Die geringere Wärmemenge in der Umgebung
des Leiters 3 führt zu einer geringeren Wärmeleitung zum Leiter 3 hin und somit zu
einer geringeren Erwärmung des Leiters 3 selbst. Die Temperatur T
L des Leiters 3 kann so auf einen maximalen Wert beschränkt werden, bei welchem die
einzelnen Materialien des Leiters 3 thermisch nicht geschädigt werden und langzeitstabil
sind.
[0051] Durch das zuvor beschriebene erfindungsgemäße Verfahren wird die Heizleistung in
der Umgebung des elektrischen Leiters 3 vergleichmäßigt. In direkter Umgebung wird
bei hohen induzierten Feldstärken um den Leiter 3 herum durch Verringerung der Leitfähigkeit
die Heizleistung verringert, während weiter entfernt die Leitfähigkeit nicht bzw.
nur geringfügig geändert wird und somit die Heizleistung im Wesentlichen gleich bleibt.
Bei gleicher elektrischer Leistung für die Induktion über den Leiter 3 wird der Leiter
3 weniger stark erwärmt, mit den zuvor beschriebenen Vorteilen. Dadurch kann die Leistung
solange weiter gesteigert werden, solange der kritische Temperaturwert am Leiter 3
nicht erreicht wird, bei welchen Materialien wie z.B. Isolation oder Dielektrikum
beschädigt werden. So wird erreicht, dass entfernt vom Leiter 3 über mehr Induktion
eine bessere Erwärmung des Erdreichs erfolgt und somit eine bessere Verflüssigung
bzw. Fließbarmachung des Schwerstöls oder Bitumen. Über Reduktion der Leitfähigkeit
in der Umgebung des Leiters 3 wird gleichzeitig weniger Erwärmung in der direkten
Umgebung des Leiters 3 erreicht und somit ein geringerer Wärmetransport zum Leiter
3 hin, was eine geringere Erwärmung des Leiters 3 selbst zur Folge hat. Somit kann
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ohne Schädigung des Leiters 3 in einer größeren
Umgebung des Leiters 3 Schwerstöl oder Bitumen verflüssigt werden und eine Fördermenge
erhöht werden.
[0052] Die Erfindung ist nicht auf das zuvor beschriebene Ausführungsbeispiel des Verfahrens
beschränkt. Auch Kombinationen von Verfahren aus dem Stand der Technik mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren sind möglich. So ist z.B. ein zeitlich aufeinander folgendes Einbringen
von Elektrolyt zur Erhöhung der Leitfähigkeit, gefolgt von einer Einbringung von Fluid
zur Verringerung der Leitfähigkeit in der Umgebung des Leiters 3 möglich. Dadurch
kann z.B. eine erste Förderung von Schwerstöl und Bitumen in der direkten Umgebung
des Leiters 3 bei geringerer Induktion und Heizleistung erfolgen. Darauffolgend, nach
Einbringung des Fluids zur Verringerung der Leitfähigkeit, kann bei höherer Leistung
ohne Schädigung der Leitung 3 Schwerstöl oder Bitumen entfernter von der Leitung 3
verflüssigt und somit gefördert werden.
[0053] Auch ein wiederholt, abwechselndes Einbringen von Elektrolyt zur Erhöhung der Leitfähigkeit
und von Fluid zur Verringerung der Leitfähigkeit ist möglich. Dadurch kann zeitweise
eine Abkühlung der Leitung 3 erreicht werden. Auch ein pulsweises, wiederholtes Einbringen
nur von Fluid zur Verringerung der Leitfähigkeit ist möglich.
[0054] Ein Einbringen von Elektrolyt zur Erhöhung der Leitfähigkeit, gefolgt von einer Einbringung
von Fluid zur Verringerung der Leitfähigkeit in der Umgebung des Leiters 3 kann auch
von Vorteil sein, wenn in entfernteren Bereichen vom Leiter 3 eine gute Förderung
von Schwerstöl oder Bitumen erreicht werden soll. So kann der Elektrolyt zur Erhöhung
der Leitfähigkeit in entferntere Bereiche eingebracht werden, z.B. durch hohen Druck
und/oder Diffusion, und in der direkten Umgebung des Leiters 3 kann das darauffolgend
eingebrachte Fluid zur Verringerung der Leitfähigkeit den Elektrolyt zur Erhöhung
der Leitfähigkeit verdrängen. Dadurch wird in entfernteren Bereichen die induzierte
Heizleistung erhöht, während in der direkten Umgebung des Leiters 3 und am Leiter
3 selbst die Erwärmung verringert wird. Dabei kann gerade von Vorteil sein, dass ein
flüssiger Elektrolyt Wärme besser leitet als z.B. ein Gas. So kann entfernt vom Leiter
die geringere Induktion kompensiert werden durch eine bessere Leitfähigkeit und unmittelbar
in der Umgebung des Leiters 3 kann ein Gas zu einem verringertem Wärmetransport zum
Leiter 3 hin führen.
[0055] Die zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren führen selbst oder in Kombination
zu einer verbesserten Schwerstöl- oder Bitumen-Förderung, durch hohe einsetzbare elektrische
Leistung und damit verbundene Induktion bei verringerter Gefahr der thermischen Schädigung
des Leiters 3 bzw. der Materialien seiner Komponenten, wie z.B. Dielektrikum und/oder
Isolation.
1. Verfahren zur "in situ"-Förderung von Bitumen oder Schwerstöl aus Ölsand-Lagerstätten
(100) als Reservoir (1), wobei das Erdreich des Reservoirs (1) induktiv über wenigstens
einen elektrischen stromdurchflossenen Leiter (3) durch in der Umgebung des elektrischen
Leiters (3) im Erdreich induzierte Ströme zur Verringerung der Viskosität des Bitumens
oder Schwerstöls erwärmt wird, und wobei über wenigstens eine perforierte Fluidführung
(30), welche den wenigstens einen Leiter (3) zumindest abschnittsweise umgibt oder
umfasst, ein Fluid (45) in das Reservoir (1) über die Perforierung (41, 42, 43) in
der Fluidführung (30) eingeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Fluid (45) eine elektrische Leitfähigkeit im Reservoir (1) in der Umgebung der
Fluidführung (30) verringert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Fluid (45) Wasser mit einer geringeren Leitfähigkeit, als die Leitfähigkeit von
im Reservoir (1) befindlichem Wasser, in das Reservoir (1) eingeführt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Fluid (45) Gas in das Reservoir (1) eingeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Gas Luft verwendet wird oder das Gas Luft umfasst.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Gas Kohlendioxid und/oder Stickstoff verwendet wird oder das Gas Kohlendioxid
und/oder Stickstoff umfasst.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Fluid (45) eine Lösung aus chemischen Substanzen in das Reservoir (1) eingeführt
wird, dessen chemische Substanzen zu einem schwerlöslichen Salz im Reservoir (1) reagieren
und dadurch zu einer Ausfällung von Ionen im Reservoir (1) führen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine chemische Analyse wenigstens eines Fluids aus dem Reservoir (1) verwendet wird,
um Ionen zu bestimmen und abhängig von den bestimmten Ionen die chemischen Substanzen
in der Lösung (45) ausgewählt werden, um dann mit der Lösung (45) Ionen im Reservoir
(1) auszufällen.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Verringerung der elektrischen Leitfähigkeit im Reservoir (1) die induktive
Erwärmung über den stromdurchflossenen Leiter (3) verringert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur T in der direkten oder indirekten Umgebung des Leiters (3) und/oder
der Fluidführung (30) auf einen maximalen Wert beschränkt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur T auf einen maximalen Wert beschränkt wird, bei welchem Komponenten
einer Vorrichtung zur "in situ"-Förderung von Bitumen oder Schwerstöl aus Ölsand-Lagerstätten
(100) als Reservoir (1) temperaturstabil sind.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Leiter (3) von einem Wechselstrom mit einer Stromstärke im Bereich
von mehr als 100 A und/oder mit einer Frequenz im Bereich von 10 kHz bis 100 kHz durchflossen
wird.
1. Process for the "in situ" extraction of bitumen or ultraheavy oil from oil-sand deposits
(100) as a reservoir (1), wherein the ground of the reservoir (1) is inductively heated
by means of at least one electrical current-passing conductor (3) by currents induced
in the ground in the area surrounding the electrical conductor (3) to reduce the viscosity
of the bitumen or ultraheavy oil, and wherein at least one perforated fluid guide
(30), which surrounds or encloses the at least one conductor (3) at least in certain
portions, is used to introduce a fluid (45) into the reservoir (1) via the perforation
(41, 42, 43) in the fluid guide (30), characterized in that the fluid (45) reduces an electrical conductivity in the reservoir (1) in the area
surrounding the fluid guide (30).
2. Process according to Claim 1, characterized in that water with a lower conductivity than the conductivity of water located in the reservoir
(1) is introduced into the reservoir (1) as the fluid (45).
3. Process according to one of the preceding claims, characterized in that gas is introduced into the reservoir (1) as the fluid (45).
4. Process according to Claim 3, characterized in that air is used as the gas or the gas comprises air.
5. Process according to Claim 3, characterized in that carbon dioxide and/or nitrogen is used as the gas or the gas comprises carbon dioxide
and/or nitrogen.
6. Process according to one of the preceding claims, characterized in that a solution of chemical substances, the chemical substances of which react to form
a scarcely soluble salt in the reservoir (1) and thereby lead to a precipitation of
ions in the reservoir (1), is introduced into the reservoir (1) as the fluid (45).
7. Process according to Claim 6, characterized in that a chemical analysis of at least one fluid from the reservoir (1) is used in order
to determine ions and the chemical substances in the solution (45) are selected on
the basis of the ions determined, in order then, with the solution (45), to precipitate
ions in the reservoir (1).
8. Process according to one of the preceding claims, characterized in that, by reducing the electrical conductivity in the reservoir (1), the inductive heating
by means of the current-passing conductor (3) is reduced.
9. Process according to Claim 8, characterized in that the temperature T in the area directly or indirectly surrounding the conductor (3)
and/or the fluid guide (30) is restricted to a maximum value.
10. Process according to Claim 9, characterized in that the temperature T is restricted to a maximum value at which components of an apparatus
for the "in situ" extraction of bitumen or ultraheavy oil from oil-sand deposits (100)
as a reservoir (1) are thermally stable.
11. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the electrical conductor (3) is passed through by an alternating current with a current
intensity in the range of over 100 A and/or with a frequency in the range from 10
kHz to 100 kHz.
1. Procédé d'extraction "in situ" de bitumes ou d'huile lourde de gisements (100) de
sables bitumineux comme réservoir (1), dans lequel on chauffe le terrain du réservoir
(1) par induction par au moins un conducteur (3) électrique, dans lequel passe du
courant, par des courants induits par le terrain aux alentours du conducteur (3) électrique
pour diminuer la viscosité du bitume ou de l'huile lourde et dans lequel, par au moins
un conduit (30) perforé pour du fluide, qui entoure ou comprend le au moins un conducteur
(3), au moins par tronçon, on introduit, par la perforation (41, 42, 43) du conduit
(30) pour du fluide, un fluide dans le réservoir (1), caractérisé en ce que le fluide (45) diminue une conductivité électrique dans le réservoir (1) aux alentours
du conduit (30) pour du fluide.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'on introduit dans le réservoir (1), comme fluide (45), de l'eau ayant une conductivité
plus petite que la conductivité de l'eau se trouvant dans le réservoir (1).
3. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on introduit dans le réservoir (1) du gaz comme fluide (45).
4. Procédé suivant la revendication 3, caractérisé en ce que l'on utilise, comme gaz, de l'air ou en ce que le gaz contient de l'air.
5. Procédé suivant la revendication 3, caractérisé en ce que l'on utilise, comme gaz, du dioxyde de carbone et/ou de l'azote ou le gaz contient
du dioxyde de carbone et/ou de l'azote.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on introduit dans le réservoir (1), comme fluide (45), une solution de substance
chimique, dont les substances chimiques réagissent en donnant un sel peu soluble dans
le réservoir (1) et provoquent ainsi une précipitation d'ions dans le réservoir (1).
7. Procédé suivant la revendication (6), caractérisé en ce que l'on utilise une analyse chimique d'au moins un fluide sortant du réservoir (1) pour
déterminer des ions et, en fonction des ions déterminés, on choisit les substances
chimiques dans la solution (45) pour précipiter ensuite, par la solution (45), des
ions dans le réservoir (1).
8. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'en diminuant la résistivité électrique dans le réservoir (1), on diminue le chauffage
par induction par l'intermédiaire du conducteur (3) dans lequel passe du courant.
9. Procédé suivant la revendication 8, caractérisé en ce que l'on limite à une valeur maximum la température T aux alentours directs ou indirects
du conducteur (3) et/ou du conduit (30) pour du fluide.
10. Procédé suivant la revendication 9, caractérisé en ce que l'on limite la température T à une valeur maximum à laquelle des éléments d'une installation
d'extraction "in situ" de bitumes ou d'huile lourde de gisements (100) de sables bitumineux,
comme réservoir (1), sont stables en température.
11. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, dans le conducteur (3) électrique, passe un courant alternatif d'une intensité de
l'ordre de plus de 100 A et/ou d'une fréquence de l'ordre de 10 kHz à 100 kHz.