[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anlassen einer Verbrennungskraftmaschine.
[0002] Die
DE 10 2009 033 544 A1 offenbart ein Verfahren zum Anlassen einer Verbrennungskraftmaschine eines Kraftfahrzeugs,
wobei die Verbrennungskraftmaschine ein Antriebsmoment in einer Vorzugsrichtung der
Verbrennungskraftmaschine auf eine Kurbelwelle ausübt. Ein Anlassmotor übt in einem
Anlassvorgang ein Anlassmoment auf die Kurbelwelle aus, um eine Mindestdrehzahl der
Verbrennungskraftmaschine zu erreichen, wobei eine Steuereinheit das Anlassmoment
regelt. Hierbei regelt die Steuereinheit in dem Anlassvorgang das Anlassmoment zeitabhängig
zwischen einem positiven maximalen Anlassmoment und einem negativen minimalen Anlassmoment,
wobei ein positives Anlassmoment in Richtung und ein negatives Anlassmoment entgegen
der Vorzugsrichtung auf die Kurbelwelle wirkt.
[0003] Die Druckschrift offenbart auch eine Triebstrang-Anordnung, bei der der Rotor des
als Elektromaschine ausgebildeten Anlassmotors drehelastisch mit der Kurbelwelle der
Verbrennungskraftmaschine verbunden ist. Eine solche Anordnung bietet eine Reihe von
Vorteilen:
- 1. Das einzige rotierende Element des Anlassmotors, nämlich der Rotor, kann eine Sekundärmasse
eines Zweimassenschwungrades (ZMS) ersetzen. Hierdurch kann sich für das mechanische
Gesamtsystem aus Kurbelwelle und Anlassvorrichtung ein kleineres Trägheitsmoment ergeben,
welches wiederum höhere Drehzahlgradienten bei Drehzahl-Änderungen erlaubt und somit
eine höhere Dynamik im Betrieb des Kraftfahrzeugs ermöglicht.
- 2. Durch geeignete Ansteuerung des Anlassmotors können Dreh-Ungleichförmigkeiten der
Kurbelwelle vollständig oder teilweise kompensiert werden. Die Anordnung erlaubt somit
eine aktive Schwingungstilgung oder -dämpfung.
- 3. Da zur Ansteuerung des Anlassmotors in der Regel ein elektrischer Rotorwinkel erforderlich
ist, kann dieser mit wenig mehr Aufwand in einen mechanischen Rotorwinkel umgerechnet
werden. Ist auch ein Kurbelwellenwinkel bekannt, so kann aus der Differenz zwischen
dem Kurbelwellenwinkel und dem mechanischen Rotorwinkel ein Verdrehwinkel eines elastischen
Kopplungselements, beispielsweise einer Drehfeder, bestimmt werden. In Abhängigkeit
dieses Verdrehwinkels kann ein aktuell übertragenes Drehmoment zwischen Rotor und
Kurbelwelle bestimmt werden. Somit ergibt sich vorteilhaft, dass keine direkte Messung
des Drehmoments erforderlich ist.
- 4. Ist, wie vorhergehend erläutert, der Drehwinkel bekannt, so kann in Abhängigkeit
des Drehwinkels eine verbesserte Lastwechselregelung erfolgen, bei der trotz des sich
elastisch verhaltenen Triebstrangs schnelle und komfortable Laständerungen ausgeregelt
werden können.
- 5. In Abhängigkeit des Drehwinkels kann ebenfalls eine Regelung des Anlassvorgangs
derart erfolgen, dass ein maximaler Betrag des Verdrehwinkels nicht überschritten
wird. Hierdurch kann z.B. eine mechanische Beanspruchung von Endanschlägen verhindert
werden. Als Stellgröße für eine solche Regelung kann beispielsweise das von dem Anlassmotor
erzeugte Anlassmoment, das von der Verbrennungskraftmaschine erzeugte Moment oder,
bei einem Automatikgetriebe, eine Kupplungskapazität als Stellgröße verwendet werden.
- 6. Es fällt bei einer solchen Triebstrang-Anordnung kein Verschleiß von z.B. Riemen
an.
- 7. Weiter werden in einer solchen Anordnung keine Riemen-Verluste erzeugt.
[0004] Nachteilig an einer solchen Anordnung ist dagegen, dass insbesondere zum Kaltstart
der Verbrennungskraftmaschine hohe Drehmomente vom Anlassmotor erzeugt werden müssen,
insbesondere dann, wenn keine Drehmomenten-Übersetzung zwischen der Kurbelwelle und
dem Rotor existiert.
[0005] Wird das in der
DE 10 2009 033 544 A1 offenbarte Verfahren in einer derartigen Triebstrang-Anordnung angewendet, so wird
sich die Kurbelwelle der Verbrennungskraftmaschine schon vor Erreichen eines maximal
zulässigen Verdrehwinkels des drehelastischen Kopplungselements bewegen, d.h. mitschwingen.
Durch das insbesondere bei niedrigen Temperaturen hohe Reibmoment der Kurbelwelle,
einschließlich der mit der Kurbelwelle gekoppelten weiteren Bauelemente, z.B. der
Kolben und der Nockenwelle, wird der Anordnung Energie entzogen, die wünschenswerterweise
zum Anlassen zur Verfügung stehen sollte. Insbesondere kann es zu einem Gleichgewicht
kommen, bei dem die durch das Anlassmoment zugeführte Energie der abgeführten Reibenergie
entspricht. In diesem Fall wäre ein Anlassen der Verbrennungskraftmaschine nicht möglich.
[0006] Die
DE 10 2012 201 102 A1 offenbart ein Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor und einer elektrischen Maschine,
die zum Starten des Verbrennungsmotors kinematisch mit dem Verbrennungsmotor koppelbar
ist und die während des Betriebs des Verbrennungsmotors von dem Verbrennungsmotor
kinematisch entkoppelbar ist. Weiter umfasst das Fahrzeug eine Energierekuperations-
und Speichereinrichtung, wobei die Energierekuperations- und Speichereinrichtung während
des Abschaltens bzw. während des Auslaufens des Verbrennungsmotors kinematisch mit
dem Verbrennungsmotor koppelbar ist und zumindest einen Teil der im Moment des Abschaltens
des Verbrennungsmotors im Verbrennungsmotor gespeicherten kinetischen Energie aufnimmt
und speichert. Die
EP 1 106 823 A1 beschreibt, dass beim Start einer Verbrennungskraftmaschine vor dem Zünden zunächst
der Rotor einer Elektromaschine durch elektrischen Antrieb entgegen der anschließenden
Betriebsdrehrichtung der Verbrennungsmaschine derart angetrieben wird, dass ein, insbesondere
als Torsionsdämpferelement ausgebildetes, elastisches Element bei, insbesondere aufgrund
seiner Ruhereibung, ruhender Kurbelwelle vorgespannt wird, und anschließend die Antriebsdrehrichtung
umgekehrt, die Verbrennungsmaschine gezündet und die Kurbelwelle durch die Elektromaschine
elektrisch angetrieben wird.
[0007] Es stellt sich das technische Problem, ein Verfahren zum Anlassen einer Verbrennungskraftmaschine
zu schaffen, die ein zuverlässiges Anlassen der Verbrennungskraftmaschine ermöglichen,
wobei Anforderungen an eine Höhe eines maximal zu erzeugenden Anlassmoments reduziert
werden können.
[0008] Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch den Gegenstand mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
[0009] Es ist eine Grundidee der Erfindung, eine Kurbelwelle der Verbrennungskraftmaschine
solange an einer Rotation zu hindern, bis ein aus der Kurbelwelle, einem Rotor des
Anlassmotors und einem diese mechanisch verbindenden elastischen Kopplungselement
gebildeter Drehschwinger einen Zustand erreicht, in dem eine in dem Drehschwinger
gespeicherte Energie, die sich aus einer potentiellen Energie des drehelastischen
Kopplungselements und einer kinetischen Energie des Rotors des Anlassmotors zusammensetzt,
ausreicht, um die Verbrennungskraftmaschine anzulassen. Insbesondere reicht die im
Drehschwinger gespeicherte Energie aus, um ein z.B. durch eine Haftreibung der Verbrennungskraftmaschine
erforderliches Losbrechmoment sowie Kompressions- und Gleitreibungsmomente der Verbrennungskraftmaschine
zu überwinden.
[0010] Vorgeschlagen wird ein Verfahren zum Anlassen einer Verbrennungskraftmaschine, wobei
eine Kurbelwelle drehelastisch mit einem Rotor einer Elektromaschine gekoppelt ist,
beispielsweise über ein elastisches Kopplungselement. In einem Anlassvorgang erzeugt
der Anlassmotor ein Anlassmoment, welches über die drehelastische Kopplung auf die
Kurbelwelle übertragen wird. Der Anlassmotor kann hierbei als Elektromaschine ausgebildet
sein.
[0011] Zu einem Startzeitpunkt des Anlassvorgangs wird ein negatives oder positives Anlassmoment
erzeugt. Hierbei bezeichnet ein positives Anlassmoment ein Anlassmoment, welches in
einer Vorzugsdrehrichtung der Kurbelwelle auf die Kurbelwelle wirkt. Entsprechend
bezeichnet ein negatives Anlassmoment ein Drehmoment, welches entgegen der Vorzugsdrehrichtung
auf die Kurbelwelle wirkt. Die Vorzugsdrehrichtung der Kurbelwelle entspricht der
Drehrichtung der Kurbelwelle während eines Betriebes der Verbrennungskraftmaschine.
Somit kann der Anlassvorgang entweder mit einem in Vorzugsdrehrichtung wirkenden Drehmoment
oder einem entgegen der Vorzugsdrehrichtung wirkenden Drehmoment beginnen. Während
des Anlassvorgangs erfolgt mindestens ein Vorzeichenwechsel des Anlassmoments. Zeitlich
nach dem Startzeitpunkt wird also der Anlassmotor derart angesteuert, dass auf ein
zum Startzeitpunkt negatives Anlassmoment folgend ein positives Anlassmoment oder
auf ein zum Startzeitpunkt erzeugtes positives Anlassmoment folgend ein negatives
Anlassmoment erzeugt wird. Vorzugsweise erfolgen mehrere Vorzeichenwechsel des Anlassmoments
während des Anlassvorgangs. Dies kann auch als Modulation des Anlassmoments beschrieben
werden. Die Modulation des Anlassmoments beschreibt somit eine Regelung des Anlassmoments,
wobei das Anlassmoment zwischen einem positiven Anlassmoment und einem negativen Anlassmoment
wechselt. Ein Vorzeichenwechsel des Anlassmoments kann z.B. zeitabhängig, also nach
Ablauf einer vorbestimmten Zeitdauer erfolgen. Vorzugsweise erfolgt ein Vorzeichenwechsel
des Anlassmoments zu einem Zeitpunkt oder kurz nach einem Zeitpunkt, an dem ein Vorzeichenwechsel
der Drehbewegung des Rotors erfolgt.
[0012] Hierbei kann eine Steuereinrichtung vorgesehen sein, die das Anlassmoment gemäß der
vorhergehend beschriebenen Modulation des Anlassmoments regelt. Insbesondere kann
das Anlassmoment zwischen einem positiven maximalen Anlassmoment und einem negativen
minimalen Anlassmoment geregelt werden, wobei ausschließlich das positive maximale
Anlassmoment oder das negative minimale Anlassmoment durch den Anlassmotor erzeugt
wird.
[0013] Entspricht ein Vorzeichen des Anlassmoments immer dem Vorzeichen der Drehbewegung
des Rotors des Anlassmotors, so wird dieser ausschließlich in einem motorischen Betriebsmodus
betrieben.
[0014] Erfindungsgemäß wird vor oder zum Startzeitpunkt eine Rotation der Kurbelwelle mechanisch
blockiert. Die mechanische Blockade kann hierbei beispielsweise durch ein Blockiermittel
durchgeführt werden. Z.B. kann die Rotation der Kurbelwelle mit einer Kurbelwellenbremse,
d.h. durch eine reibschlüssige Verbindung zwischen der Kurbelwelle und dem Blockiermittel,
blockiert werden. Alternativ kann die Rotation der Kurbelwelle durch eine Kurbelwellensperre,
d.h. eine formschlüssige Verbindung zwischen der Kurbelwelle und dem Blockiermittel,
blockiert werden.
[0015] Die Rotation der Kurbelwelle wird wieder freigegeben, wenn oder nachdem eine in einem
Drehschwingsystem gespeicherte Energie eine maximal zulässige Energie oder eine zum
Anlassen der Verbrennungskraftmaschine notwendige Energie erreicht. Somit kann die
Rotation der Kurbelwelle genau an dem Zeitpunkt freigegeben werden, zu dem die im
Drehschwingsystem gespeicherte Energie die maximal zulässige Energie oder die zum
Anlassen der Verbrennungskraftmaschine notwendige Energie erreicht. Alternativ kann
die Rotation der Kurbelwelle zeitlich nach dem Zeitpunkt freigegeben werden, zu dem
die im Drehschwingsystem gespeicherte Energie die maximal zulässige Energie oder die
zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine notwendige Energie erreicht hat. Die zeitliche
Differenz zwischen Erreichen der maximalen oder notwendigen Energie und der Freigabe
kann beispielsweise eine vorbestimmte Zeitdauer sein, z.B. eine Zeitdauer, die zum
Erreichen einer gewünschten Phase der Drehschwingung benötigt wird.
[0016] Bei blockierter Kurbelwelle bilden die drehelastische Kopplung und der Rotor des
Anlassmotors und gegebenenfalls weitere mit dem Rotor mechanisch verbundene Teile
ein Drehschwingsystem oder einen so genannten Drehschwinger. Während des Anlassvorgangs
wird in drehelastischen Kopplung gespeicherte potentielle Energie in kinetische Energie
des Rotors des Anlassmotors umgewandelt und umgekehrt. In jeder Periode zwischen zwei
gleichartigen Vorzeichenwechseln der Rotordrehzahl gibt es somit zwei Zeitpunkte,
zu denen die potentielle Energie maximal und die kinetische Energie Null ist, und
zwei Zeitpunkte, zu denen die potentielle Energie Null und die kinetische Energie
maximal ist. Während des Anlassvorgangs wird bei blockierter Kurbelwelle die im Drehschwingsystem
gespeicherte Energie ansteigen, da die vom Anlassmotor zugeführte Energie größer als
die im Wesentlichen durch Reibung abgeführte Energie ist.
[0017] Die notwendige Energie zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine kann hierbei kleiner
als die maximal zulässige Energie sein. Die maximal zulässige Energie kann z.B. eine
potentielle Energie in einem Zustand betragsmäßig maximaler Verdrehungen sein, wobei
in dem entsprechenden Zustand die drehelastische Kopplung nicht beschädigt wird.
[0018] Vorzugsweise wird die Rotation der Kurbelwelle freigegeben, wenn die potentielle
Energie Null und die kinetische Energie des Drehschwingsystems maximal ist. Zeitlich
kann dies eine Viertelperiode nach einem Durchlaufen eines minimalen Drehwinkels der
Fall sein.
[0019] Z.B. kann die Rotation der Kurbelwelle auch dann freigegeben werden, wenn oder nachdem
eine in der drehelastischen Kopplung des Drehschwingers gespeicherte potentielle Energie
eine maximal zulässige Energie erreicht oder die in der drehelastischen Kopplung des
Drehschwingers gespeicherte potentielle Energie eine zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine
notwendige Energie erreicht. Eine maximal zulässige Energie wird in diesem Fall z.B.
erreicht, wenn ein Verdrehwinkel einen betragsmäßig maximalen Verdrehwinkel erreicht.
Der Verdrehwinkel beschreibt hierbei die Verdrehung des Rotors relativ zur Kurbelwelle.
Eine zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine notwendige Energie kann beispielsweise
erreicht werden, wenn ein vorbestimmter Drehwinkel erreicht wird, der betragsmäßig
kleiner als der betragsmäßig maximal zulässige Drehwinkel ist. Hierdurch kann in vorteilhafter
Weise eine für den Anlassvorgang benötigte Leistung reduziert werden. Insbesondere
ist nämlich bei kalten Verbrennungskraftmaschinen eine höhere Leistung beim Anlassen
notwendig als bei warmen Verbrennungskraftmaschinen.
[0020] Das vorgeschlagene Verfahren beschreibt somit ein An- oder Aufschwingen des aus dem
elastischen Kopplungselement und der Drehmasse des Rotors bestehenden mechanischen
Systems gegenüber einer gebremsten Kurbelwelle. Wird die Kurbelwelle wieder freigegeben,
so kann die in dem aufgeschwungenen System gespeicherte Energie zum Antrieb der Kurbelwelle
genutzt werden.
[0021] Es ist auch möglich, dass ein Vorzeichenwechsel des Anlassmoments zeitlich derart
erfolgt, dass eine Resonanzfrequenz des Drehschwingers angeregt wird. Hierbei kann
der Vorzeichenwechsel z.B. zeitlich entsprechend der Resonanzfrequenz erfolgen.
[0022] Es ist möglich, dass die Blockade der Kurbelwelle bereits bei einem vorhergehenden
Abschalten oder Ausstellen der Verbrennungskraftmaschine, z.B. beim Parken des Fahrzeugs,
erfolgt. Somit können bei einem nachfolgenden Anschalten bzw. bei einem Aktivieren
der Zündung der beschriebene Anlassvorgang unmittelbar beginnen.
[0023] Das vorgeschlagene Verfahren ermöglicht in vorteilhafter Weise, dass als Anlassmotor
eine Elektromaschine mit einem sehr geringen maximal erzeugbaren Anlassmoment verwendet
werden kann, da durch die Verhinderung der Rotation der Kurbelwelle keine Reibungsverluste
der Kurbelwelle beim Anlassen durch den Anlassmotor kompensiert werden müssen.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform wird die Rotation der Kurbelwelle freigegeben,
nachdem während einer Ausübung eines negativen Anlassmoments ein minimal zulässiger
Verdrehwinkel oder ein vorbestimmter Verdrehwinkel erreicht wurde und/oder ein Vorzeichenwechsel
des Anlassmoments erfolgte. Die Modulation des Anlassmoments kann also solange erfolgen,
bis ein minimal zulässiger Verdrehwinkel erreicht, und vorzugsweise nicht überschritten,
wurde und ein Vorzeichenwechsel des negativen Anlassmoments auf ein positives Anlassmoment
erfolgt. In diesem Fall wird die in dem Drehschwinger gespeicherte potentielle Energie
derart auf die Kurbelwelle übertragen, dass eine Rotation der Kurbelwelle in Vorzugsdrehrichtung
erfolgt. Somit kann die Verbrennungskraftmaschine in vorteilhafter Weise in Vorzugsdrehrichtung
angelassen werden.
[0025] Vorzugsweise erfolgt die Freigabe der Rotation der Kurbelwelle, nachdem während einer
Ausübung eines negativen Anlassmoments ein minimal zulässiger Verdrehwinkel oder ein
vorbestimmter minimaler Verdrehwinkel erreicht wurde, ein Vorzeichenwechsel des Anlassmoments
erfolgte und während der nachfolgenden Ausübung eines positiven Anlassmoments ein
Betrag einer Differenz zwischen einem aktuellen Verdrehwinkel und einem Nullwinkel
einen vorbestimmten Schwellwert unterschreitet. Somit erfolgt die Freigabe in der
Nähe des Nulldurchgangs des Verdrehwinkels.
[0026] Weiter vorzugsweise kann nach Freigabe der Rotation der Kurbelwelle ausschließlich
ein positives Anlassmoment durch den Anlassmotor erzeugt und über das elastische Kopplungselement
auf die Kurbelwelle übertragen werden.
[0027] Hierdurch wird in vorteilhafter Weise ein auf die freigegebene Kurbelwelle wirkendes
Drehmoment maximiert, wodurch die vorhergehend erläuterte Haftreibung der Verbrennungskraftmaschine
sowie Kompressions- und Gleitreibungsmomente von Elementen der Verbrennungskraftmaschine
überwunden werden können.
[0028] In einer weiteren Ausführungsform erfolgt nach Freigabe der Rotation der Kurbelwelle
eine Zündung eines Brennstoff-Luft-Gemisches in einem Verbrennungsraum mindestens
eines Zylinders der Verbrennungskraftmaschine. Vorzugsweise erfolgt eine Zündung,
wenn ein Kolben der Verbrennungskraftmaschine während einer Rotation der Kurbelwelle
in Vorzugsdrehrichtung einen oberen Totpunkt in oder nach einem Kompressionstakt erreicht.
[0029] Die Zündung kann hierbei eine Fremdzündung oder Selbstzündung sein. Bei einer Fremdzündung
kann beispielsweise ein Zündzeitpunkt von mindestens einer dem mindestens einen Zylinder
zugeordneten Zündkerze entsprechend eingestellt werden. Bei einer Fremdzündung kann
beispielsweise eine Temperatur und/oder ein Druck im Verbrennungsraum entsprechend
eingestellt werden.
[0030] Durch die Zündung, die insbesondere zum Zeitpunkt des Erreichens des oberen Totpunkts
in oder nach einem Kompressionstakt erfolgt, wird ein weiteres, in Vorzugsdrehrichtung
wirkendes, Moment auf die Kurbelwelle erzeugt, welches den Anlassvorgang unterstützt.
Hierdurch kann ein maximal erzeugbares Drehmoment des Anlassmotors weiter reduziert
werden.
[0031] In einer weiteren Ausführungsform wird vor der Blockade der Rotation der Kurbelwelle
ein Anlassmomentenverlauf des Anlassmoments derart erzeugt, dass eine Rotation der
Kurbelwelle erfolgt. Hierbei ist die Rotation der Kurbelwelle mechanisch freigegeben.
Insbesondere kann ein Anlassmomentenverlauf derart erzeugt werden, dass ein Haftreibungsmoment
der Kurbelwelle sowie von Elementen, z.B. Kolben, der Verbrennungskraftmaschine überwunden
wird und ein Losbrechen der Kurbelwelle erfolgt. Z.B. kann das Anlassmoment in dem
Anlassmomentenverlauf derart erzeugt werden, dass die Kurbelwelle in eine vorbestimmte
Kurbelwellenposition positioniert wird. Die vorbestimmte Position kann beispielsweise
eine Blockierposition sein, wobei die Kurbelwelle ausschließlich in der Blockierposition
mechanisch blockierbar ist. Der Anlassmomentenverlauf kann derart erzeugt werden,
dass er mindestens einen Vorzeichenwechsel aufweist (Modulation des Anlassmoments).
[0032] Alternativ oder kumulativ kann der Anlassmomentenverlauf, z. B. mit mindestens einem
Vorzeichenwechsel des Anlassmoments, derart erfolgen, dass die Kurbelwelle in einer
vorbestimmten Kurbelwellenposition vorpositioniert wird. Hierdurch kann in vorteilhafter
Weise ein Start-Zylinder und/oder ein Volumen des Verbrennungsraumes des Start-Zylinders
vor dem Anlassvorgang eingestellt werden. Ein Start-Zylinder beschreibt hierbei einen
Zylinder der Verbrennungskraftmaschine, der bei einer (freigegebenen) Rotation der
Kurbelwelle in Vorzugsdrehrichtung als erster von mehreren Zylindern seinen oberen
Kompressions-Totpunkt erreicht, wobei der obere Kompressions-Totpunkt den oberen Totpunkt
in oder nach einem Kompressionstakt beschreibt.
[0033] Auch kann der Anlassmomentenverlauf derart erzeugt werden, dass ein vorbestimmter
Kraftstoffdruck aufgebaut wird. Hierzu kann die Kurbelwelle mechanisch unmittelbar
oder mittelbar, z.B. über eine Nockenwelle, eine Pumpe eines Kraftstoffeinspritzsystems
antreiben. Dies ist insbesondere bei so genannten Common-Rail-Otto- oder Common-Rail-Diesel-Motoren
der Fall. Somit kann in vorteilhafter Weise durch eine Rotation der Kurbelwelle vor
Beginn des eigentlichen Anlassvorgangs ein gewünschter Kraftstoffdruck aufgebaut werden,
der für eine nachfolgende Einspritzung und Zündung, insbesondere bei Diesel-Verbrennungskraftmaschinen,
notwendig ist.
[0034] Hierbei wird also noch vor einer mechanischen Blockade der Rotation der Kurbelwelle,
z. B. durch eine Modulation des Anlassmoments eine Drehbewegung der Kurbelwelle erzeugt.
Diese Drehbewegung dient hierbei jedoch nicht zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine,
sondern einem Druckaufbau und/oder einer Vorpositionierung der Kurbelwelle.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Kurbelwelle vor dem Startzeitpunkt
in eine vorbestimmte Blockierposition positioniert. Hierbei kann die Blockierposition
eine Position der Kurbelwelle bezeichnen, in welcher eine Rotation der Kurbelwelle
blockiert werden kann.
[0036] Insbesondere kann die Blockierposition durch eine mechanische Ausbildung des Blockiermittels
vorgegeben sein. Vorzugsweise ist daher das Blockiermittel derart ausgelegt, dass
es in mehr als einer Kurbelwellenposition die Rotation der Kurbelwelle mechanisch
blockieren kann.
[0037] Die Blockierposition kann auch in Abhängigkeit eines gewünschten Start-Zylinders
eingestellt werden. Hierbei kann die Kurbelwelle derart positioniert werden, dass,
ausgehend von der aktuellen Position der Kurbelwelle, ein gewünschter Zylinder während
einer Rotation der Kurbelwelle in Vorzugsdrehrichtung als erster von mehreren Zylindern
den oberen Kompressions-Totpunkt erreicht.
[0038] Auch kann die Blockierposition in Abhängigkeit eines gewünschten Volumens eines Verbrennungsraumes
des (Start-)Zylinders eingestellt werden. So erleichtert z.B. ein kleines Volumen
des (Start-)Zylinders zu Beginn des Anlassvorgangs eine Überwindung des folgenden
oberen Kompressions-Totpunkts, jedoch wird gegebenenfalls eine Zündung des Brennstoff-Luft-Gemisches
erschwert, wodurch ein Arbeitsbeitrag zur Überwindung des zweiten oberen Kompressions-Totpunkts
erschwert wird. Ein großes Volumen des Verbrennungsraumes zu Beginn des Anlassvorgangs
erfordert dagegen eine höhere Energie zur Überwindung des ersten folgenden oberen
Kompressions-Totpunkts, erleichtert jedoch durch den aufgrund der Zündung erfolgenden
höheren Arbeitsbeitrag die erste Verbrennung und somit den weiteren Startvorgang.
[0039] Eine Positionierung der Kurbelwelle in einer vorbestimmten Blockierposition kann
auch bei einem vorhergehenden Abstellen oder Ausschalten der Verbrennungskraftmaschine,
z.B. durch ein geeignetes Abbremsen der Rotation der Kurbelwelle, erfolgen. Hierdurch
kann in vorteilhafter Weise bereits beim Abstellen noch vorhandene Rotationsenergie
der Kurbelwelle genutzt werden, um die gewünschte Blockierposition einzustellen.
[0040] In einer weiteren Ausführungsform wird ein generatorischer Betriebsmodus des Anlassmotors
aktiviert, wenn eine Abbruchbedingung des Anlassvorgangs erfüllt ist, nachdem die
Rotation der Kurbelwelle blockiert wurde. In den generatorischen Betriebsmodus wird
von dem Drehschwinger erzeugte kinetische Energie durch den auch als Generator betreibbaren
Anlassmotor in elektrische Energie umgewandelt. Hierdurch kann in vorteilhafter Weise
dem Drehschwinger Energie entzogen werden.
[0041] Ist eine Abbruchbedingung des Anlassvorgangs erfüllt, so kann die Blockade der Rotation
der Kurbelwelle sofort oder bei Erreichen eines vorbestimmten Gegenmoments gelöst
werden, wobei das Gegenmoment das von der Kurbelwelle auf das elastische Kopplungsmoment
ausgeübte Drehmoment bezeichnet. Hierdurch kann in vorteilhafter Weise eine Amplitude
der Drehschwingung möglichst rasch reduziert werden. Alternativ kann die mechanische
Blockade bei Erreichen eines unteren Schwellwerts eines Kraftstoffdruckes gelöst werden,
wobei der untere Schwellwert einen Kraftstoffdruck definiert, der einen Start der
Verbrennungskraftmaschine nicht mehr sicher ermöglicht. Weiter alternativ kann das
Lösen der Blockade erst zu Beginn eines erneuten Anlassvorgangs, jedoch vor dem vorgeschlagenen
Startzeitpunkt, erfolgen, beispielsweise wenn die Verbrennungskraftmaschine nach einem
vorhergehenden Abstellen der Verbrennungskraftmaschine erneut aktiviert wird.
[0042] Ein generatorischer Betriebsmodus des Anlassmotors kann auch aktiviert werden, wenn
die Bedingung(en) für das Lösen der Blockade der Kurbelwelle erfüllt ist/sind, das
Lösen jedoch aufgrund einer Fehlfunktion nicht erfolgt. Hierdurch kann dem Drehschwinger
aktiv Energie entzogen werden, wodurch eine Betriebssicherheit erhöht wird.
[0043] Eine Abbruchbedingung des Anlassvorgangs kann beispielsweise dann erfüllt sein, falls
ein Defekt des Blockiermittels und/oder dessen Ansteuerung detektiert wird.
[0044] Hierdurch ergibt sich in vorteilhafter Weise, dass eine Betriebssicherheit während
des Anlassvorgangs auch dann gewährleistet ist, wenn bereits Energie im Drehschwinger
gespeichert ist, der Anlassvorgang jedoch abgebrochen werden muss. Diese Energie kann
in vorteilhafter Weise durch eine so genannte Rekuperation wieder in elektrische Energie
gewandelt werden, wodurch z.B. eine Batterie des Fahrzeugs aufgeladen werden kann.
[0045] In einer weiteren Ausführungsform steigt ein Sollmoment des Anlassmotors mit abnehmender
Differenz zwischen einem aktuellen Verdrehwinkel und dem minimal zulässigen oder dem
vorbestimmten negativen Verdrehwinkel kontinuierlich an. Hierbei erfolgt eine vorzeichensensitive
Betrachtung sowohl des Sollmoments als auch der Differenz. Dies kann insbesondere
in einer Halbschwingung von einem positiven Umkehrwinkel zu einem negativen Umkehrwinkel
erfolgen, wobei ein Umkehrwinkel einen Verdrehwinkel bezeichnet, an dem eine Umkehr
der Drehrichtung des Rotors erfolgt. Nähert sich der aktuelle Verdrehwinkel dem minimal
zulässigen Verdrehwinkel an, so nimmt die vorhergehend beschriebene Differenz ab.
Gleichzeitig steigt jedoch das Sollmoment des Anlassmotors. Somit wird die Rotation
des Rotors entgegen der Vorzugsdrehrichtung, welche durch ein negatives Sollmoment
bewirkt wird, mit abnehmender Differenz weniger unterstützt oder, falls das Sollmoment
positiv wird, dieser sogar entgegengesteuert.
[0046] Hierdurch kann in vorteilhafter Weise eine mechanische Beschädigung des elastischen
Kopplungselements vermieden werden, da ein Unterschreiten des minimal zulässigen oder
des vorbestimmten negativen Verdrehwinkels vermieden wird. Alternativ kann das Sollmoment
des Anlassmotors mit abnehmender Differenz zwischen dem aktuellen Verdrehwinkel und
dem minimal zulässigen oder dem vorbestimmten negativen Verdrehwinkel in einem oder
mehreren Schritten schrittweise ansteigen. So ist z.B. vorstellbar, dass bei Unterschreiten
einer vorbestimmten Differenz das Sollmoment sprungartig auf einen Sollwert von Null
gestellt wird und bei Drehrichtungsumkehr des Rotors oder bei Erreichen des minimal
zulässigen bzw. vorbestimmten negativen Verdrehwinkels sprungartig ein positives Sollmoment
eingestellt wird. Weiter alternativ ist vorstellbar, dass bei Unterschreiten einer
vorbestimmten Differenz das Sollmoment sprungartig auf ein positives bzw. negatives
Sollmoment eingestellt wird.
[0047] Alternativ oder kumulativ sinkt das Sollmoment des Anlassmotors mit abnehmender Differenz
zwischen dem maximal zulässigen Verdrehwinkel oder einem vorbestimmten positiven Verdrehwinkel
und einem aktuellen Verdrehwinkel kontinuierlich oder in einem oder mehreren Schritten
schrittweise ab. Dies kann insbesondere in einer Halbschwingung von einem negativen
Umkehrwinkel zu einem positiven Umkehrwinkel erfolgen.
[0048] Der vorbestimmte negative Verdrehwinkel bzw. der vorbestimmte Verdrehwinkel bezeichnen
hierbei Verdrehwinkel, bei deren Erreichen genügend Energie im Drehschwinger gespeichert
ist, um die Verbrennungskraftmaschine anzulassen.
[0049] Hierdurch ergibt sich in vorteilhafter Weise eine erhöhte Betriebssicherheit bei
der Anregung des vorhergehend erläuterten Drehschwingers zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine,
da zulässige Verdrehwinkel nicht unterschritten bzw. überschritten werden.
[0050] In einer weiteren Ausführungsform wird ein Defekt des Drehschwingsystems detektiert,
falls eine Frequenz der Vorzeichenwechsel des Anlassmoments um mehr als ein vorbestimmtes
Maß von einer vorbestimmten Resonanzfrequenz abweicht. Wird das Vorzeichen des Anlassmoments
immer dann gewechselt, wenn auch eine Drehrichtungsumkehr des Rotors des Anlassmotors
erfolgt, so können Zeitpunkte der Vorzeichenwechsel erfasst und hieraus eine Frequenz
der Vorzeichenwechsel bestimmt werden. Weicht diese Frequenz von einer bekannten,
beispielsweise durch Versuche oder Modellierung bestimmten Resonanzfrequenz des Drehschwingsystems
ab, so kann ein Defekt des Drehschwingers detektiert werden.
[0051] Alternativ oder kumulativ kann ein Defekt des Drehschwingsystems detektiert werden,
wenn eine Differenz zwischen Beträgen der während des Anlassvorgangs unmittelbar aufeinanderfolgenden
Umkehrwinkel, beispielsweise der maximalen positiven und maximalen negativen Drehwinkeln,
eine vorbestimmte Differenz überschreitet. Während des Anlassvorgangs kann ein Betrag
des Verdrehwinkels kontinuierlich ansteigen. Dieser Anstieg ist jedoch durch dynamische
Eigenschaften des Drehschwingers in seiner Höhe begrenzt. Überschreitet die Differenz
von Beträgen von aufeinanderfolgenden Umkehrwinkeln ein vorbestimmtes Maß, steigt
oder fällt der während des Anlassvorgangs aktuell erreichte Verdrehwinkel also unverhältnismäßig
an oder ab. Auch in diesem Fall kann ein Defekt des Drehschwingsystems detektiert
werden.
[0052] Alternativ oder kumulativ kann ein Defekt des Drehschwingsystems detektiert werden,
wenn ein zeitlicher Verdrehwinkel-Verlauf von einem erwarteten Verlauf um mehr als
ein vorbestimmtes Maß abweicht. Der erwartete Verlauf bezeichnet hierbei einen zeitlichen
Verlauf des Verdrehwinkels, der sich aufgrund der dynamischen Eigenschaften des Drehschwingers
einstellen wird. Bei einer drehelastischen Kopplung mit linearen Eigenschaften, beispielsweise
einer linearen Drehfeder, kann sich z.B. als erwarteter Verlauf ein sinusförmiger
Verlauf einstellen.
[0053] Alternativ oder kumulativ kann ein Defekt des Drehschwingsystems detektiert werden,
wenn ein Betrags-Verhältnis zwischen während des Anlassvorgangs unmittelbar aufeinanderfolgenden
Umkehrwinkeln einen vorbestimmten Betrag unter- oder überschreitet.
[0054] Weiter alternativ oder kumulativ kann ein Defekt des Drehschwingsystems detektiert
werden, falls ein Verhältnis der vom Anlassmotor erzeugten mechanischen Leistung zum
erreichten Verdrehwinkel ein vorbestimmtes Maß überschreitet. Hierfür kann ein aktueller
Verdrehwinkel sowie die vom Anlassmotor erzeugte mechanische Leistung erfasst oder
bestimmt werden. Die vom Anlassmotor erzeugte mechanische Leistung kann beispielsweise
in Abhängigkeit einer vom Anlassmotor benötigten elektrischen Leistung bestimmt werden.
[0055] Wird ein Defekt des Drehschwingsystems detektiert, so kann eine Abbruchbedingung
des Anlassvorgangs erfüllt sein.
[0056] Hierdurch ergibt sich in vorteilhafter Weise eine Erhöhung der Betriebssicherheit
während eines Anlassvorgangs, da die Funktionsfähigkeit des Drehschwingers überwacht
werden kann.
[0057] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Fig. zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisches Blockschaltbild eines Antriebstranges,
- Fig. 2
- ein schematisches Schaubild eines Blockiermittels in einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 3
- ein schematisches Schaubild eines Blockiermittels in einer zweiten Ausführungsform,
- Fig. 4
- ein schematisches Schaubild eines Blockiermittels in einer dritten Ausführungsform
und
- Fig. 5
- einen schematischen zeitlichen Verlauf eines Anlassmoments, einer Drehzahl einer Verbrennungskraftmaschine,
einer Drehzahl des Anlassmotors und eines Winkels eines drehelastischen Kopplungselements.
[0058] Nachfolgend bezeichnen gleiche Bezugszeichen Elemente mit gleichen oder ähnlichen
technischen Merkmalen.
[0059] In Fig. 1 ist ein schematisches Blockschaltbild einer erfindungsgemäße Vorrichtung
1 zum Anlassen einer Verbrennungskraftmaschine 2 dargestellt. Die Vorrichtung 1 umfasst
neben der Verbrennungskraftmaschine 2 eine Kurbelwelle 3 der Verbrennungskraftmaschine
2, einen Anlassmotor 4 und ein drehelastisches Kopplungselement 5, durch welches die
Kurbelwelle 3 mit einem Rotor 6 des Anlassmotors 4 mechanisch verbunden ist. Das drehelastische
Kopplungselement 5 bildet hierbei die erfindungsgemäße drehelastische Kopplung aus
und kann beispielsweise eine Drehfeder sein. Weiter umfasst die Vorrichtung 1 ein
Blockiermittel 7, durch welches eine Rotation der Kurbelwelle 3 mechanisch blockiert
oder freigegeben werden kann. Weiter dargestellt ist ein Getriebe 8, eine Antriebswelle
9 und ein durch die Antriebswelle 9 antreibbares drehbares Rad 10 eines Kraftfahrzeugs.
[0060] Nicht dargestellt ist eine Steuereinrichtung, welche den Anlassmotor 4 derart steuert,
dass während eines Anlassvorgangs das von dem Anlassmotor 4 erzeugte Anlassmoment
AM (siehe Fig. 5) mindestens einen, vorzugsweise jedoch mehrere, Vorzeichenwechsel
aufweist. Zu einem Startzeitpunkt des Anlassvorgangs oder vor dem Startzeitpunkt kann
das Blockiermittel 7 aktiviert werden, wodurch eine Rotation der Kurbelwelle 3 mechanisch
blockiert wird. Mechanisch blockiert bedeutet hierbei, dass eine Rotation der Kurbelwelle
3 nicht möglich ist. Zu dem Startzeitpunkt wird durch den Anlassmotor 4 z.B. ein negatives
Anlassmoment AM erzeugt. Hierdurch wird der Rotor 6 des Anlassmotors 4 entgegen einer
Vorzugsdrehrichtung, die durch einen Pfeil 11 dargestellt ist, verdreht. Da eine Rotation
der Kurbelwelle 3 blockiert ist, spannt der Rotor 6 das drehelastische Kopplungselement
5. Somit wirkt das Anlassmoment AM entgegen der von dem drehelastischen Kopplungselement
5 erzeugten Rückstellmoment. Dieses steigt mit einem abnehmenden, also vom Betrag
her zunehmenden, Verdrehwinkel W an (siehe Fig. 5). Übersteigt das Rückstellmoment
das von dem Anlassmotor 4 erzeugte Drehmoment vom Betrag her, so erfolgt eine Drehbeschleunigungsumkehr.
Zu diesem Zeitpunkt oder nach diesem Zeitpunkt kann auch eine Drehrichtungsumkehr
erfolgen. Zu dem Zeitpunkt der Drehrichtungsumkehr erfolgt dann ein Vorzeichenwechsel
des Anlassmoments AM, wobei der Anlassmotor 4 von diesem Zeitpunkt an ein positives
Anlassmoment AM erzeugt und dem Rotor 6 in Vorzugsdrehrichtung 11 antreibt. Ein weiterer
Vorzeichenwechsel zu einem negativen Anlassmoment AM erfolgt, wenn eine erneute Drehrichtungsumkehr
des Rotors 6 von einer Drehrichtung in der Vorzugsdrehrichtung in eine Drehrichtung
entgegen der Vorzugsdrehrichtung erfolgt. Somit erfolgt ein Aufschwingen des durch
die blockierte Kurbelwelle 3, das drehelastische Kopplungselement 5 und den Rotor
6 gebildeten Drehschwingers. Während der Anregung wird Energie im Drehschwinger gespeichert,
wobei im Zeitpunkt einer Drehrichtungsumkehr des Rotors 6 die im Drehschwinger gespeicherte
Energie vollständig als potentielle Energie gespeichert ist.
[0061] Wird ein minimal zulässiger Verdrehwinkel W, also ein vom Betrag her maximal zulässiger
Verdrehwinkel W, bei einer Rotation des Rotors 6 entgegen der Vorzugsdrehrichtung
erreicht, so erfolgt, wie vorhergehend beschrieben, ein Vorzeichenwechsel des Anlassmoments
AM. In dem auf diesen Vorzeichenwechsel als zeitlich als nächstes folgenden Nulldurchgang
des Verdrehwinkels W wird das Blockiermittel 7 deaktiviert, sodass die Rotation der
Kurbelwelle 3 freigegeben wird. Somit wird die im Drehschwinger zu diesem Zeitpunkt
als kinetische und potentielle Energie gespeicherte Energie zumindest teilweise eine
Rotation der Kurbelwelle 3 in Vorzugsdrehrichtung 11 bewirken. Dass zu diesem Zeitpunkt
auf die Kurbelwelle 3 übertragene Drehmoment kann in vorteilhafter Weise größer als
ein Losbrechmoment und in der Verbrennungskraftmaschine 2 vorhandene Kompressions-
und Gleitreibungsmomente sein. Somit kann die Kurbelwelle 3 derart angetrieben werden,
dass die Verbrennungskraftmaschine 2 angelassen werden kann.
[0062] Noch vor dem Blockieren der Kurbelwelle 3 kann die freigegebene Kurbelwelle 3 durch
eine Erzeugung eines geeigneten Verlaufs des Anlassmoments AM in einer vorbestimmten
Blockierposition positioniert werden. Hierzu kann beispielsweise eine Modulation des
Anlassmoments AM erfolgen, also ein zeitlicher Verlauf des Anlassmoments AM mit mindestens
einem Vorzeichenwechsel erzeugt werden.
[0063] Das beschriebene Verfahren zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine 2 kann mit
anderen Verfahren zum Anlassen kombiniert werden. So ist es möglich, bei einer betriebswarmen
Verbrennungskraftmaschine ein bekanntes Schleppstart-Verfahren durchzuführen, wobei
der Anlassmotor 4 ohne Aktivierung des Blockiermittels 7 und ohne Vorzeichenwechsel
ein Anlassmoment AM in Vorzugsdrehrichtung 11, also ein positives Anlassmoment AM,
erzeugt und somit die Verbrennungskraftmaschine 2 anlässt.
[0064] Auch kann das vorgeschlagene Verfahren mit einem Verfahren kombiniert werden, in
welchem Energie eines rollenden Fahrzeugs zum Start bzw. zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine
2 genutzt wird, indem eine drehmomentübertragende Verbindung zwischen einem Rad 10
des Fahrzeugs und der Verbrennungskraftmaschine 2 aktiviert wird. Eine Steuereinrichtung
kann beispielsweise in Abhängigkeit von Eingangsgrößen wie einer Temperatur der Verbrennungskraftmaschine
2, einem Zustand des Blockiermittels 7, einer Fahrzeuggeschwindigkeit, einer Pedalstellung
und/oder einer Wählhebelstellung bestimmen, welches Verfahren zum Anlassen durchgeführt
wird. Auch kann die Steuereinrichtung das gewählte Verfahren überwachen und gegebenenfalls
abbrechen und nachfolgend ein davon verschiedenes Verfahren durchführen.
[0065] Auch ist möglich, dass vor dem Blockieren der Kurbelwelle 3 durch das Blockiermittel
7 eine Modulation des von dem Anlassmotor 4 erzeugten Anlassmoments AM derart erfolgt,
dass ein gewünschter Kraftstoffdruck aufgebaut wird.
[0066] Um eine maximal mögliche Energie im Drehschwinger speichern zu können, wird das Anlassmoment
AM derart gesteuert, dass in einer letzten Halbperiode mit einem negativen Anlassmoment
AM gerade ein minimal zulässiger Verdrehwinkel W erreicht wird, aber, um eine Schädigung
des elastischen Kopplungselements 5 zu vermeiden, nicht überschritten wird. Wird der
minimal zulässige Verdrehwinkel W des elastischen Kopplungselements 5 erreicht, erfolgt
ein Vorzeichenwechsel des Anlassmoments AM, welches nunmehr positiv ist. Erfolgt nun
aufgrund einer Fehlfunktion keine Deaktivierung des Blockiermittels 7, bleibt also
die Kurbelwelle 3 gesperrt, so kann das Anlassmoment AM sofort nach Detektion der
Fehlfunktion auf einen Minimalwert verändert werden und ein generatorischer Betriebsmodus
des Anlassmotors 4 aktiviert werden. Somit wird der Anlassmotor 4 bis zum Erreichen
eines maximalen Verdrehwinkels W als Generator betrieben, wodurch dem Drehschwinger
aktiv Energie entzogen wird. In diesem Fall kann beispielsweise eine vorbestimmte
Anzahl weiterer Deaktivierungsversuche des Blockiermittels erfolgen oder es kann der
Startvorgang abgebrochen werden.
[0067] Wird, z.B. im Falle eines Defekts des Drehschwingers, des Anlassmotors 4 oder des
Blockiermittels 7, ein minimal zulässiger oder ein vorbestimmter negativer Verdrehwinkel
W nach einer vorbestimmten Zeitdauer nicht erreicht, so kann eine Abbruchbedingung
des Anlassvorgangs erfüllt sein. Eine Abbruchbedingung kann beispielsweise auch dann
erfüllt sein, wenn ein Betrags-Verhältnis von aufeinanderfolgenden Umkehrwinkeln ein-
oder mehrmals unterhalb eines vorbestimmten Mindestwertes liegt.
[0068] Ist das Blockiermittel 7 derart ausgebildet, dass die Kurbelwelle 3 nur in vorbestimmten
Kurbelwellenpositionen blockiert werden kann, so kann die Zahl von Zylindern beschränkt
sein, die als Start-Zylinder verwendet werden können. Unter einem Start-Zylinder wird
hierbei derjenige Zylinder verstanden, dessen oberer Kompressions-Totpunkt bei einer
Verdrehung der Kurbelwelle 3 in Vorzugsdrehrichtung 11 aus dieser vorbestimmten Kurbelwellenposition
heraus als erstes überwunden wird. Dies kann meist, aber nicht notwendigerweise, der
Zylinder sein, der auch als erster gezündet wird. Bei einem Vier-Takt-Motor mit einer
geraden Anzahl von Zylindern kann die Anzahl von Start-Zylindern Zwei betragen, bei
einem Drei-Zylinder-Motor beträgt die Anzahl meist nur Eins. Ist, z.B. aufgrund einer
Ausführung des Blockiermittels 7, nicht jeder Zylinder als Start-Zylinder nutzbar,
so kann bereits beim Abstellen der Verbrennungskraftmaschine 2 durch eine entsprechende
Kurbelwellen-Lageregelung die Kurbelwelle 3 derart positioniert werden, dass ein gewünschter
Start-Zylinder eingestellt ist.
[0069] Vorteilhafterweise ist das Blockiermittel 7 derart ausgelegt oder ausgebildet, dass
es in mehr als einer Kurbelwellenposition die Rotation der Kurbelwelle 3 blockieren
kann. Z.B. kann das Blockiermittel 7 derart ausgebildet sein, dass es die Kurbelwelle
3 in 36 äquidistanten Kurbelwellenpositionen blockieren kann, also alle 10° Kurbelwellenwinkel.
In diesem Fall kann das Blockiermittel 7 z.B. durch einen an einem nicht dargestellten
Gehäuse der Verbrennungskraftmaschine 2 befestigten radial verschiebbaren Bolzen ausgebildet
sein, der in Bohrungen oder Ausnehmungen eingeführt werden kann, die in die Kurbelwelle
3 eingebracht sind.
[0070] Es ist auch möglich, dass das Blockiermittel 7 nicht direkt eine Rotation der Kurbelwelle
3 blockiert, also direkt mit der Kurbelwelle 3 wechselwirkt, sondern auf eine mit
der Kurbelwelle 3 gekoppelte weitere Welle der Verbrennungskraftmaschine 2, z.B. auf
eine Nockenwelle, wirkt.
[0071] Für einen zuverlässigen Kaltstart von Dieselmotoren wird üblicherweise eine Vorwärmung
von angesaugter Luft und z.B. von Teilen eines Verbrennungsraumes durch entsprechende
Heiz- oder Glühmittel, z.B. Glühkerzen, durchgeführt. Das vorgeschlagene Verfahren
zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine 2 ermöglicht in diesem Fall in vorteilhafter
Weise, dass ein Inhalt eines Verbrennungsraums eines Zylinders im Gegensatz zu konventionellen
Startverfahren vor der ersten Kompression nicht ausgetauscht werden muss. Somit ergibt
sich in vorteilhafter Weise, dass die Heiz- oder Glühmittel über einen längeren Zeitraum
verfügen, über den sie auf den Inhalt des Verbrennungsraumes wirken können. Selbstverständlich
ist vorstellbar, dass eine zylinderabhängige Steuerung der Heiz- oder Glühmittel erfolgt,
sodass z.B. eine Vorwärmung des Start-Zylinders bzw. der in den Verbrennungsraum des
Start-Zylinders eingeführten Luft intensiver erfolgt oder früher beginnt. Bei einem
Motor mit Fremdzündung, z.B. bei einem Otto-Motor, kann eine Zündenergie in einem
Zündvorgang des Start-Zylinders erhöht werden, um eine zuverlässige Zündung zu erreichen.
Weiterhin können im Vergleich zu konventionellen Startverfahren sehr frühe Kraftstoff-Voreinspritzungen
in den Startzylinder erfolgen, da, wie vorhergehend erläutert, der Inhalt des Verbrennungsraumes
während des Anlassvorgangs nicht mehr ausgetauscht wird und somit eine längere Zeit
für eine Verdampfung des Kraftstoffes zur Verfügung steht.
[0072] Das vorgeschlagene Verfahren zum Anlassen der Verbrennungskraftmaschine 2 ermöglicht
in vorteilhafter Weise, dass ein maximal zu erzeugendes Anlassmoment AM des Anlassmotors
4 möglichst gering dimensioniert sein kann. Unter diesen Vorraussetzungen kann es
vorteilhaft sein, dass die Verbrennungskraftmaschine 2 während des Anlassvorgangs
so früh wie möglich einen eigenen Drehmomentenbeitrag leistet, möglichst schon mit
Überwindung des ersten oberen Kompressions-Totpunkts.
[0073] Zur Bestimmung eines Einspritz- oder Zündzeitpunkts ist in der Regel erforderlich,
dass ein Kurbel- bzw. Nockenwellenwinkel bekannt ist. Zur Erfassung eines solchen
Winkels können beispielsweise (Absolut-)Winkelsensoren verwendet werden. Diese können
bei geringer Auflösung durch vorhandene Inkremental-Sensoren verbessert werden. Unter
Beibehaltung üblicher Inkremental-Sensoren an der Kurbelwelle 3 und/oder Nockenwelle
kann eine Anzahl und eine Lage von Signalflanken auf eine frühe Detektion von Einspritzwinkeln
oder Zündwinkeln optimiert werden. Eine derartige Detektion kann auch bei einem entgegen
der Vorzugsdrehrichtung 11 drehenden Anlassmotor 4 erfolgen. Beim Abstellen der Verbrennungskraftmaschine
2 können zu diesem Zeitpunkt vorliegende Informationen, z.B. ein vorliegender Kurbelwellenwinkel,
als Anfangswerte für einen neuen Startvorgang verwendet werden, gegebenenfalls auch
nach einer nicht volatilen Speicherung, wenn die Steuergeräte zwischenzeitlich abgeschaltet
waren. Auch ist möglich, dass lokal in einem Steuergerät vorhandene Informationen
mit über ein Bussystem, z.B. einen CAN-Bus, übertragenen Informationen weiterer Steuergeräte
abgeglichen werden und ausschließlich dann als Anfangswerte verwendet werden, wenn
keine Abweichung vorliegt.
[0074] Wird das Blockiermittel 7 schon beim Abstellen der Verbrennungskraftmaschine 2 betätigt
und bleibt das Blockiermittel 7 bis zum nächsten Starten der Verbrennungskraftmaschine
2 aktiviert, so kann der zum Zeitpunkt der Aktivierung des Blockiermittels 7 eingestellte
Kurbelwellenwinkel beim nächsten Start als Anfangswert verwendet werden.
[0075] Ein Rotorwinkel des Rotors 6 kann, zusammen mit einem bestimmten Kurbelwellenwinkel,
zur Bestimmung des Verdrehwinkels W zwischen der Kurbelwelle 3 und dem Rotor 6 und
somit zur Bestimmung der Verdrehung des elastischen Kopplungselements 5 verwendet
werden. Der Verdrehwinkel W kann hierbei durch vorgegebene und/oder ermittelte Drehmomente
und/oder erfasste Drehbeschleunigungen unter Verwendung von Rechenmodellen plausibilisiert
werden.
[0076] Weiter ist es möglich, dass Mittel zum Ventiltrieb, beispielsweise Nockenwellen-Phasensteller,
eine Zylinderabschaltung zusätzlich oder alternativ zur Einstellung einer vorbestimmten
Kurbelwellenposition bei aktiviertem Blockiermittel 7 derart steuern, dass eine vorbestimmte
Füllung eines Verbrennungsraumes eingestellt wird.
[0077] Weiter kann ein Defekt des Blockiermittels 7 und/oder dessen Ansteuerung detektiert
werden. Hierbei kann z.B. erfasst werden, ob in einem aktivierten Zustand des Blockiermittels
7 Bewegungen der Kurbelwelle 3 erfolgen. Diese Bewegungen können z.B. durch den vorhergehend
erwähnten Kurbelwellen- oder Nockenwellensensor erfasst werden. Hierbei kann eine
unzulässige Bewegung der Kurbelwelle 3 detektiert werden, wenn eine Amplitude der
Bewegung über einen vorbestimmten Wert liegt, wobei der vorbestimmte Wert eine Elastizität
der Kurbelwelle 3 und des Blockiermittels 7 berücksichtigt.
[0078] Alternativ kann das Blockiermittel 7 über eine Einrichtung zur Erfassung eines Einrückweges,
z.B. von Stiften oder eines Rastbalkens 18 (siehe z.B. Fig. 2) verfügen, wobei in
einem eingerückten Zustand die Rotation der Kurbelwelle 3 blockiert ist. Verändert
sich ein Ausgangssignal der Einrichtung zur Erfassung des Einrückweges bei einer Aktivierung
nicht in einer vorbestimmten Weise, so kann ein Defekt detektiert werden.
[0079] Im Fall eines Elektro-Magneten, der als Aktor für das Blockiermittel 7 verwendet
wird, kann ein Stromverlauf in Wicklungen des Elektro-Magneten oder eine Veränderung
einer Induktivität des Elektro-Magneten, z.B. in Abhängigkeit eines Stromgradienten
bei einem gegebenen Spannungssprung, erfasst werden, wobei ein Defekt detektiert wird,
wenn diese Größen von vorbestimmten Größen abweichen.
[0080] Im Fall eines Elektromotors als Aktor für das Blockiermittel 7 kann erfasst werden,
ob eine Drehung des Rotors des Elektromotors einer gewünschten Verdrehung bei Aktivierung
des Blockiermittels 7 entspricht, ob eine Spannung im Elektromotor induziert wird
oder eine Stromaufnahme des Elektromotors von einer vorbestimmten Stromaufnahme abweicht.
Auch kann erfasst werden, ob im Falle eines BLDC-Motors keine Kommutierung erfolgt.
[0081] Auch kann ein Defekt des Blockiermittels 7 erfasst werden, falls nach einer Deaktivierung
des Blockiermittels 7 für einen vorbestimmten Zeitraum keine oder eine nur geringe
Bewegung der Kurbelwelle 3 erfolgt.
[0082] Fig. 2 zeigt ein schematisches Schaubild eines Blockiermittels 7 in einer ersten
Ausführungsform. Das Blockiermittel 7 umfasst ein Zahnrad 12, welches um eine zentrale
Rotationsachse 13 rotierbar gelagert ist. Das Zahnrad 12 kann an der Kurbelwelle 3
(siehe Fig. 1) drehstarr befestigt sein. Hierbei weist das Zahnrad 12 Zähne 14 auf,
die jeweils eine abgerundeten Abschnitt 15 und einen geraden Abschnitt 16 aufweisen.
Hierbei weisen die Zähne 14 in einem Querschnitt mit einer Schnittebene senkrecht
zur zentralen Rotationsachse 13 einen viertelkreisförmigen Querschnitt auf. Die geraden
Abschnitte 16 verlaufen hierbei in radialer Richtung bezogen auf einen Mittelpunkt
17 des Zahnrades 12.
[0083] Weiter umfasst das Blockiermittel 7 einen Rastbalken 18, der drehbar um eine Rotationsachse
19 des Rastbalkens 18 gelagert ist. Der Rastbalken 18 weist an einem zahnradseitigen
Ende eine Rastnase 20 auf, wobei die Rastnase 20 mit den Zähnen 14 wechselwirken kann.
Die abgerundeten Abschnitte 15 der Zähne 14 sind hierbei derart ausgeführt, dass,
wenn sich das Zahnrad 12 entgegen dem Uhrzeigersinn, der bezogen auf die zentrale
Rotationsachse 13 definiert wird, dreht, eine Spitze 21 des Rastzahnes 20 entlang
der abgerundeten Zahnoberfläche der Zähne 14 gleiten kann, ohne mit den Zähnen zu
verrasten. In diesem Fall ist eine Drehbewegung des Zahnrades 12 und somit auch der
Kurbelwelle 3 freigegeben. Die geraden Abschnitte 16 der Zähne 14 sind hierbei derart
ausgeführt, dass, wenn sich das Zahnrad 12 im Uhrzeigersinn dreht, eine von der Rastnase
20 ausgebildete Anschlagfläche 22 an dem geraden Abschnitt 16 anschlägt, wodurch das
Zahnrad 12 mit dem Rastbalken 18 verrastet. In diesem Fall ist eine Drehbewegung des
Zahnrades 12 und somit auch der Kurbelwelle 3 gesperrt.
[0084] Das Blockiermittel 7 umfasst weiter eine erste Feder 23 und eine weitere Feder 24.
Hierbei ist die weitere Feder 24 an einem rastnasenseitigen Abschnitt des Rastbalkens
18 befestigt, wobei die erste Feder bezogen auf die Rotationsachse 19 des Rastbalkens
18 an einem dem rastnasenseitigen Abschnitt gegenüberliegenden Abschnitt des Rastbalkens
18 befestigt ist. Weiter umfasst das Blockiermittel 7 einen Aktor 25, der die weitere
Feder 24 in oder entgegen einer Vertikalrichtung, die durch einen Pfeil 26 dargestellt
ist, bewegen kann. In einer Freigabestellung wird die weitere Feder 24 durch den Aktor
25 in einer in Vertikalrichtung 26 oberen Position positioniert. In dieser Freigabestellung
übt, insbesondere ausschließlich, die erste Feder 23 eine Kraft auf den Rastbalken
18 auf, so dass sich die Rastnase 20 aufgrund der Rotation des Rastbalkens um die
Rotationsachse 19 entgegen der in Fig. 3 dargestellten Vertikalrichtung 26 nach oben
bewegt und somit die Drehbewegung des Zahnrads 12 in beide Drehrichtungen freigibt.
[0085] In einer Blockierstellung wird die weitere Feder 24 durch den Aktor 25 in einer in
Vertikalrichtung 26 unteren Position positioniert. Hierbei übt sowohl die erste Feder
23 als auch die weitere Feder 24 eine Kraft in Vertikalrichtung 26 auf den Rastbalken
18 auf. Da beide Kräfte, in Bezug auf die Rotationsachse 19, auf gegenüberliegende
Abschnitte des Rastbalkens 18 wirken, erfolgt keine Rotation des Rastbalkens 18 und
somit keine Freigabe der Drehbewegung in beide Drehrichtungen. Vielmehr ist in dieser
Blockierstellung die Drehbewegung des Zahnrads 12 im Uhrzeigersinn gesperrt. Entgegen
des Uhrzeigersinns ist die Drehbewegung, wie vorhergehend beschrieben, entgegen der
Federkraft der weiteren Feder 24 möglich.
[0086] Fig. 3 zeigt ein schematisches Schaubild eines Blockiermittels 7 in einer zweiten
Ausführungsform. Das Blockiermittel 7 umfasst ein Zahnrad 12, welches um eine zentrale
Rotationsachse 13 rotierbar gelagert ist. Das Zahnrad 12 kann an der Kurbelwelle 3
(siehe Fig. 1) drehstarr befestigt sein. Hierbei weist das Zahnrad 12 Zähne 14 auf,
wobei die Zähne 14 in einem Querschnitt mit einer Schnittebene senkrecht zur zentralen
Rotationsachse 13 einen trapezförmigen Querschnitt aufweisen.
[0087] Weiter umfasst das Blockiermittel 7 einen Rastbalken 18, der drehbar um eine Rotationsachse
19 des Rastbalkens 18 gelagert ist. Der Rastbalken 18 weist an einem zahnradseitigen
Ende eine Rastnase 20 mit ebenfalls trapezförmigem Querschnitt auf, wobei die Rastnase
20 mit den Zähnen 14 wechselwirken kann. Das Blockiermittel 7 umfasst weiter eine
erste Feder 23 und eine weitere Feder 24. Hierbei ist die weitere Feder 24 an einem
rastnasenseitigen Abschnitt des Rastbalkens 18 befestigt, wobei die erste Feder 23
bezogen auf die Rotationsachse 19 des Rastbalkens 18 an einem dem rastnasenseitigen
Abschnitt gegenüberliegenden Abschnitt des Rastbalkens 18 befestigt ist. Weiter umfasst
das Blockiermittel 7 einen Aktor 25, der die weitere Feder 24 in einer Vertikalrichtung,
die durch einen Pfeil 26 dargestellt ist, bewegen kann. In einer Freigabestellung
wird die weitere Feder 24 durch den Aktor 25 in einer in Vertikalrichtung 26 oberen
Position positioniert. In dieser Freigabestellung übt, insbesondere ausschließlich,
die erste Feder 23 eine Kraft auf den Rastbalken 18 auf, so dass sich die Rastnase
20 aufgrund der Rotation des Rastbalkens 18 um die Rotationsachse 19 entgegen der
in Fig. 3 dargestellten Vertikalrichtung 26 nach oben bewegt und somit die Drehbewegung
des Zahnrads 12 in beide Drehrichtungen freigibt.
[0088] In einer Blockierstellung wird die weitere Feder 24 durch den Aktor 25 in einer in
Vertikalrichtung 26 unteren Position positioniert. In dieser Blockierstellung übt
sowohl die erste Feder 23 als auch die weitere Feder 24 eine Kraft in Vertikalrichtung
auf den Rastbalken 18 auf. Da beide Kräfte auf, in Bezug auf die Rotationsachse 19,
gegenüberliegende Abschnitte des Rastbalkens 18 wirken, erfolgt keine Rotation des
Rastbalkens 18 und somit keine Freigabe beider Drehbewegung. Vielmehr ist in dieser
Blockierstellung die Drehbewegung des Zahnrads 12 in beiden Drehrichtungen gesperrt.
[0089] Fig. 4 zeigt ein schematisches Schaubild eines Blockiermittels 7 in einer dritten
Ausführungsform. Das Blockiermittel 7 umfasst zwei Bremsklötze 27, die auf gegenüberliegenden
Seiten der Kurbelwelle 3 (siehe Fig. 1) angeordnet sind. Weiter umfasst das Blockiermittel
7 einen Aktor 25, der in und entgegen einer Längsrichtung, die durch einen Pfeil 28
symbolisiert ist, verfahren werden kann. Weiter umfasst das Blockiermittel 7 den jeweiligen
Bremsklötzen 27 zugeordnete Hebelarme 29, die jeweils drehbar um Rotationachsen 30
gelagert sind. Hierbei verlaufen die Rotationsachsen 30 senkrecht zur Längsrichtung
28. In Fig. 4 ist dargestellt, dass die Hebelarme 29 zwei Armabschnitte aufweisen.
Ein erster Armabschnitt 31 erstreckt sich hierbei von der Rotationsachse 30 zu dem
entsprechenden Bremsklotz 27. Ein zweiter Armabschnitt 32 erstreckt sich vom Bremsklotz
27 weg und schließt mit dem ersten Armabschnitt einen Winkel α ein. An einem freien
Ende des zweiten Armabschnitts 32 ist der Hebelarm 29 mechanisch mit dem Aktor 25,
z.B. über eine Zugseil, verbunden. Weiter umfasst das Blockiermittel 7 eine Feder
33, die zwischen den Bremsklötzen 27 angeordnet ist. In einer Ausgangsstellung der
Feder 33, in der die Feder nicht vorgespannt ist, sind die Bremsklötze 27 nicht in
mechanischem Kontakt mit der Kurbelwelle 3. Wird nun der Aktor 25 in Längsrichtung
28 verfahren, so werden die Bremsklötze 27 aufgrund der mechanischen Verbindung des
Aktors 25 mit den Hebelarmen 29 und aufgrund der Ausbildung und Lagerung der Hebelarme
29 entgegen der von der Feder 33 erzeugten Federkraft an die Kurbelwelle 3 angedrückt,
wodurch ein mechanischer Kontakt zwischen den Bremsklötzen 27 und der Kurbelwelle
3 hergestellt wird und die Kurbelwelle 3 gebremst wird. In diesem Blockierzustand
ist eine Drehbewegung der Kurbelwelle 3 nicht möglich. Wird der Aktor 25 entgegen
der Längsrichtung 28 verfahren, so werden die Bremsklötze durch die von der Feder
33 erzeugte Federkraft von der Kurbelwelle 3 wegbewegt. Hierdurch wird ein Freigabezustand
erreicht, in dem eine Drehbewegung der Kurbelwelle 3 freigegeben ist.
[0090] Fig. 5 zeigt einen schematischen Verlauf eines Anlassmoments AM durch eine durchgezogenen
Linie, einer Drehzahl DV einer Verbrennungskraftmaschine 2 (siehe Fig. 1) durch eine
Strichlinie, einer Drehzahl DA des Anlassmotors 4 durch eine Strich-Punkt-Linie und
eines Verdrehwinkels W eines drehelastischen Kopplungselements 5 durch eine gepunktete
Linie über einer Zeit t.
[0091] In einer ersten Phase P1 erfolgt eine Modulation des Anlassmoments AM derart, dass
die Kurbelwelle 3 losbricht. Dies erfolgt zum Endzeitpunkt E_P1 der ersten Phase P1.
In einer zweiten Phase P2 erfolgt eine Modulation des Anlassmoments AM derart, dass
die Kurbelwelle 3 in einem vorbestimmten Winkelbereich derart bewegt wird, dass eine
mit der Kurbelwelle 3 gekoppelte Kraftstoffpumpe einen gewünschten Einspritzdruck
aufbauen kann. Ab dem Endzeitpunkt E_P2 der zweiten Phase P2 wird das Anlassmoment
AM derart geregelt, dass die Kurbelwelle 3 in eine Kurbelwellenposition positioniert
wird, in welcher ein Blockade der Kurbelwelle 3 möglich ist. Zu einem Blockierzeitpunkt
B wird die Drehbewegung der Kurbelwelle 3 blockiert. In einer vierten Phase P4 wird
nun Energie im dem vorhergehend erläuterten Drehschwinger akkumuliert, wobei maximale
und minimale Amplituden der Drehzahl DA und des Winkels W ansteigen. Nach einem Endzeitpunkt
E_P4 der vierten Phase P4 erfolgt in einer fünften Phase P5 ein Lösen der Blockade,
wodurch sich zu einem Lösezeitpunkt L die Drehzahl DV der Verbrennungskraftmaschine
2 zeitlich schnell, z.B. sprungartig, erhöht.
[0092] Es kann auch eine Ansteuerung des Blockiermittels 7 zeitlich vor dem Blockierzeitpunkt
3 und/oder vor dem Lösezeitpunkt L erfolgen.
[0093] So können Seitenflächen der Zähne 14 und der Rastnase 20 (siehe Fig. 2 und Fig. 3)
reibschlüssig verbunden sein, wenn auf diese Flächen eine Kraft wirkt, z.B. während
einer Blockade der Kurbelwelle 3. Diese Kraft ist im Wesentlichen von einem Verdrehwinkel
W des elastischen Koppelelements 5 abhängig. Insbesondere kann die von der reibschlüssigen
Verbindung erzeugte Reibkraft eine Freigabe verhindern, beispielsweise wenn die Reibkraft
größer als die von den Federn 23, 24 auf den Rastbalken 18 ausgeübte anhebende Kraft
ist. Die Reibkraft wird jedoch gering sein, wenn das elastische Kopplungselement 5
entspannt ist, also einen betragsmäßig kleinen Verdrehwinkel W aufweist.
[0094] Somit ist das Zeitintervall, in dem das Blockiermittel 7 die Rotation der Kurbelwelle
3 freigegeben sollte, klein. Während der vierten Phase P1 kann eine Periodendauer,
also eine Zeitdauer zwischen zwei aufeinander folgenden gleichartigen Vorzeichenwechseln
der Drehrichtung, beispielsweise ca. 120ms betragen. Somit liegen auch zeitlich aufeinander
folgende Betragsmaxima des Verdrehwinkels W nur etwa 60ms auseinander. Dies führt
dazu, dass eine Zeitintervall zur Freigabe Zeitdauern von 0ms bis zu 20ms umfassen
kann.
[0095] Im Allgemeinen steigt der Kostenaufwand und die Bauraumanforderungen einer Stelleinrichtung,
z.B. des in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellten Aktors 25, des Blockiermittels 7 mit steigender
Maximalleistung, die sich aus dem Produkt aus Kraft und Weg pro Stellzeit bestimmt.
Wird also eine Stellzeit, die in diesem Fall der Zeitdauer der Freigabe der Rotation
entspricht, vergrößert, so können Kosten und Bauraum reduziert werden.
[0096] In einer vorteilhaften Auslegung des Blockiermittels 7 wird also statt einer direkten
mechanischen Kopplung des Aktors 25 mit dem Rastbalken 18 eine mechanische Kopplung
über die weitere Feder 24 realisiert. Diese weitere Feder 24 dient praktisch als Zwischenspeicher
für eine vom Aktor 25 erzeugte Stellenergie.
[0097] Ist der Aktor 25 z.B. als Elektromotor, gegebenenfalls mit einem Getriebe, ausgebildet,
so kann dieser Aktor 25 schon vor dem Lösezeitpunkt L angesteuert werden, wobei spätestens
zum Lösezeitpunkt L eine Bewegung des Rastbalkens 18 erfolgen soll . Diese Ansteuerung
kann bis zum Ende der Bewegung des Rastbalkens 18 oder sogar darüber hinaus aufrecht
erhalten werden.
[0098] Ist die Stelleinrichtung des Blockiermittels 7, also z.B. der Aktor 25, über eine
Feder, beispielsweise die weitere Feder 24, mit einem Freigabeelement, z.B. dem Rastbalken
18, gekoppelt, so kann der Aktor 25 zu einem Ansteuerzeitpunkt, der eine vorbestimmte
Zeitdauer, z.B. 70ms, vor dem gewünschten Lösezeitpunkt L liegt derart angesteuert
werden, dass ein aktorseitiges Ende der weiteren Feder 24 in eine Freigaberichtung,
die in diesem Fall entgegen der Vertikalrichtung 26 orientiert ist, bewegt wird. Ab
diesem Zeitpunkt wird z.B. ein Motor des Aktors 25 beschleunigt. Die sich während
dieser Bewegung in Freigaberichtung aufbauende Federkraft, die das Freigabeelement,
also den Rastbalken 18, ebenfalls in Freigaberichtung beschleunigt, übersteigt hierbei
bis zu einem weiteren Zeitpunkt, der zeitlich nach dem Ansteuerzeitpunkt und vor dem
Lösezeitpunkt L liegt, nicht die vorhergehend erläuterte Reibkraft, die durch die
vom Verdrehwinkel W des elastischen Kopplungselements 5 abhängige reibschlüssige Verbindung
zwischen den Zähnen 14 und dem Rastzahn 20 erzeugt wird. Hierbei wird der Ansteuerzeitpunkt
und die vom Aktor 25 erzeugte Ansteuerkraft derart in Abhängigkeit eines zeitlichen
Verlaufs des Verdrehwinkels W des elastischen Kopplungselements 5 gewählt, dass zum
vorhergehend erläuterten weiteren Zeitpunkt die Federkraft die Reibkraft übersteigt
und somit der Rastbalken 18 in Freigaberichtung beschleunigt und folglich bewegt wird.
In einem solchen Verfahren wird somit der Lösezeitpunkt L quasi automatisch eingestellt.
[0099] Hierbei muss nur der Rastbalken 18 und ein Teil der weiteren Feder 24 beschleunigt
werden, wobei im Falle einer direkten mechanischen Kopplung des Aktors 25 mit dem
Rastbalken 18 auch noch ein gegebenenfalls über ein Getriebe mit der weiteren Feder
24 verbundener Rotor des Aktors 25 zu beschleunigen und somit ein im Vergleich größeres
Trägheitsmoment zu überwinden wäre. Dies würde eine höhere Leistung des Aktors 25
erfordern.
[0100] Bei den in Fig. 3 dargestellten trapezförmigen Querschnitten der Zähne 14 und der
Rastnase 20 nimmt mit zunehmend zurückgelegten Weg des Rastbalkens 18 in Freigaberichtung
der Abstand zwischen einem Zahn 14 und der Rastnase 20 kontinuierlich zu, so dass
nach Beginn der Bewegung des Rastbalkens 18 die Wahrscheinlichkeit eines unerwünschten
erneuten Kontakts der Seitenflächen, die eine reibkraftbasierte Bremsung des Rastbalkens
18 bewirken würde, sinkt. Der Rastbalken 18 wird also ungebremst beschleunigt. Die
Federkraft nimmt hierbei kaum ab, da der Aktor 25 das aktorseitige Ende der weiteren
Feder 24 jetzt entsprechend schneller bewegt.
[0101] Entsprechend kann eine Ansteuerung des Blockiermittels 7 vor dem Blockierzeitpunkt
B erfolgen, wobei die Reibkraft beim Bewegen der Rastnase 20 entgegen der Freigaberichtung,
also in Vertikalrichtung 26, überwunden wird.
[0102] Der zunehmende Verdrehwinkel W des elastische Kopplungselements 5 bewirkt ein zunehmendes
Drehmoment auf die Kurbelwelle 3, die beschleunigt wird. Der Rastbalken 18 ist inzwischen
soweit in Freigaberichtung 18 bewegt, dass kein mechanischer Kontakt zwischen den
Zähnen 14 und der Rastnase 20 mehr auftreten kann.
[0103] Hiernach kann die Ansteuerung des Aktors 25 abgeschaltet werden.
[0104] Vorhergehend wurde das Verfahren einer vorzeitigen Ansteuerung einer Stelleinrichtung
des Blockiermittels 7 für die in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellten Ausführungsformen
erläutert. Selbstverständlich ist das erläuterte Verfahren auch für weitere Ausbildungen
des Blockiermittels 7 ausführbar, insbesondere für Ausführungsformen, bei denen die
Stelleinrichtung des Blockiermittels 7 über ein elastisches Element mit einem Freigabeelement
verbunden ist. In diesem Fall kann zeitlich vor einem Blockierzeitpunkt B und/oder
vor einem gewünschten Löszeitpunkt L die Stelleinrichtung derart angesteuert werden,
dass ein stelleinrichtungsseitige Ende des elastischen Elements entgegen bzw. in eine
Freigaberichtung bewegt wird. Hierbei kann ein Ansteuerzeitpunkt und/oder die von
der Stelleinrichtung erzeugte Kraft derart in Abhängigkeit eines zeitlichen Verlaufs
des Verdrehwinkels W des elastischen Kopplungselements 5 gewählt werden, dass zu einem
weiteren Zeitpunkt die Kraft des elastischen Elements auf das Freigabeelement eine
Reibkraft zwischen dem Freigabeelement und einem kurbelwellenseitigen korrespondierendem
Element des Blockiermittels übersteigt.
Bezugszeichenliste
[0105]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Verbrennungskraftmaschine
- 3
- Kurbelwelle
- 4
- Anlassmotor
- 5
- elastisches Kopplungselement
- 6
- Rotor
- 7
- Blockiermittel
- 8
- Getriebe
- 9
- Antriebswelle
- 10
- Rad
- 11
- Vorzugsdrehrichtung
- 12
- Zahnrad
- 13
- Rotationachse
- 14
- Zahn
- 15
- abgerundeter Abschnitt
- 16
- gerader Abschnitt
- 17
- Mittelpunkt
- 18
- Rastbalken
- 19
- Rotationsachse
- 20
- Rastnase
- 21
- Spitze
- 22
- Anschlagfläche
- 23
- erste Feder
- 24
- weitere Feder
- 25
- Aktor
- 26
- Vertikalrichtung
- 27
- Bremsklötze
- 28
- Längsrichtung
- 29
- Hebelarm
- 30
- Rotationsachse
- 31
- erster Armabschnitt
- 32
- weiterer Armabschnitt
- 33
- Feder
- AM
- Anlassmoment
- DA
- Drehzahl des Anlassmotors
- DV
- Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine
- W
- Verdrehwinkel
- P1
- erste Phase
- P2
- zweite Phase
- P3
- dritte Phase
- P4
- vierte Phase
- P5
- fünfte Phase
- E_P1
- Endzeitpunkt der ersten Phase
- E_P2
- Endzeitpunkt der zweiten Phase
- B
- Blockierzeitpunkt
- E_P4
- Endzeitpunkt der vierten Phase
- L
- Lösezeitpunkt
- t
- Zeit