[0001] Die Erfindung betrifft ein Steuerverfahren zum schnellen Umsteuern oder Abbremsen
einer Drehung in eine erste Drehrichtung einer Kurbelwelle einer Hubkolbenbrennkraftmaschine,
insbesondere langsam laufender längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotor gemäss dem
Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1.
[0002] Grossdieselmotoren werden häufig als Antriebsaggregate für Schiffe oder auch im stationären
Betrieb, z.B. zum Antrieb grosser Generatoren zur Erzeugung elektrischer Energie eingesetzt.
Dabei laufen die Motoren in der Regel über beträchtliche Zeiträume im Dauerbetrieb,
was hohe Anforderungen an die Betriebssicherheit und die Verfügbarkeit stellt. Daher
sind für den Betreiber insbesondere lange Wartungsintervalle, geringer Verschleiss
und ein wirtschaftlicher Umgang mit Brenn- und Betriebsstoffen zentrale Kriterien
für den Betrieb der Maschinen. Unter anderem ist das Kolbenlaufverhalten solcher grossbohrigen
langsam laufenden Dieselmotoren ein bestimmender Faktor für die Länge der Wartungsintervalle,
die Verfügbarkeit und über den Schmiermittelverbrauch auch unmittelbar für die Betriebskosten
und damit für die Wirtschaftlichkeit. Ein Beispiel für ein Antriebsaggregat dieser
Art wird im Stand der Technik
GB 722 568 bereitgestellt.
[0003] In der Hochseeschifffahrt besteht seit jeher der Wunsch und die Notwendigkeit, Schiffe
in möglichst kurzer Zeit und damit auf möglichst kurze Distanz in einer Notsituation
aus voller Fahrt abzubremsen bzw. den Motor möglichst schnell umzusteuern, so dass
die Schiffsschraube möglichst schnell in die entgegengesetzte Richtung dreht, so dass
das Schiff möglichst umgehend in die entgegengesetzte Richtung weiterfahren kann.
Während dazu für relativ kleine Motorschiffe oder Motorboote seit langem verschiedene
erprobte Verfahren zur Verfügung stehen und häufig einfach über Getriebe das Umsteuern
bewerkstelligt werden kann, ist die "Notbremsung", d.h. das schnelle Abbremsen aus
voller Fahrt bei grossen Schiffen, die mit grossen Hubkolbenbrennkraftmaschinen, wie
z.B. mit langsam laufenden längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotoren ausgestattet
sind ein bisher weitestgehend ungelöstes Problem. Das betrifft neben dem Abbremsen
der Schiffe das damit eng verknüpfte Problem des schnellen Umsteuern der Maschine
von einer Drehrichtung in die entgegengesetzte Drehrichtung.
[0004] Das ist insbesondere bei den langsam laufenden längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotoren
ein nicht zu unterschätzendes Problem, da bei diesen Motoren aufgrund ihrer enormen
Grösse und Leistung die sinnvolle Verwendung eines Getriebes und / oder einer Kupplung
zwischen Motor und Schiffsschraube praktisch ausgeschlossen ist, weshalb bei Schiffen
mit solchen Motoren die Schiffschraube über ein Welle drehfest mit der Kurbelwelle
des Grossdieselmotors verbunden ist.
[0005] Damit ist zwar die Konstruktion des Antriebs wesentlich einfacher im Vergleich zu
einem Antrieb bei welchem zwischen Schiffsschraube und Motor noch ein Getriebe vorgesehen
ist. Der Nachteil einer solchen Konstruktion ohne Getriebe und ohne Kupplung ist jedoch,
dass die Schiffschraube immer, das heisst in jedem Betriebszustand drehfest mit dem
Motor verbunden ist und zumindest im Betriebszustand des Motors, das heisst solange
dieser nicht völlig zum Stillstand gekommen ist, von diesem nicht getrennt werden
kann. Das heisst, in einem Betriebszustand, in dem der Motor zum Abbremsen des Schiffs
abgestellt wird, was in der Praxis im Wesentlichen bedeutet, dass die Treibstoffzufuhr
zum Motor unterbrochen wird, hält das Schiff nicht sofort einfach an Ort und Stelle
an, sondern wird aufgrund seiner enormen Massenträgheit zunächst weiterfahren und
nur allmählich nach und nach an Geschwindigkeit verlieren.
[0006] Die Schiffsschraube wird dabei nun zwar nicht mehr durch den Motor angetrieben; wird
jetzt aber, durch die fortdauernde Relativgeschwindigkeit zwischen Schiffschraube
und Wasser durch die Fahrt durch das Wasser angetrieben. Da die Schiffsschraube aber
drehfest mit dem Motor verbunden ist und diese vom Motor auch nicht getrennt werden
kann, wird in einem solchen Betriebszustand jetzt auch der Motor von der Schiffsschraube
angetrieben. Das heisst, in einem beträchtlichen Zeitraum nach dem Abstellen der Treibstoffzufuhr
zum Motor wird dieser trotzdem weiter in der ursprünglichen Richtung drehen, weil
er jetzt von der Schiffsschraube angetrieben wird.
[0007] Eine Beschleunigung des Abbremsens des Schiffes bzw. eine Umkehrung der Fahrtrichtung
des Schiffes kann nur dadurch erreicht werden, dass der Motor in umgekehrter Drehrichtung
neu gestartet wird. Das kann bei den meisten bekannten Schiffsmotoren und insbesondere
bei den riesigen längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotoren nur dadurch erreicht werden,
dass zu einem geeigneten Zeitpunkt, d.h. bei einem geeigneten Kurbelwinkel Pressluft,
in der Fachsprache auch Startluft genannt, unter einem genügend hohen Druck in den
Zylinderliner gepresst wird, so dass der Motor durch die auf die Kolben wirkende Startluft
in die gewünschte umgekehrte Drehrichtung neu gestartet wird.
[0008] Aufgrund der enormen Kräfte, die wie oben erläutert die Schiffsschraube über die
Kurbelwelle auf die Kolben in den Zylinderlinern des Motors derart ausübt, dass der
Motor trotz unterbundener Treibstoffzufuhr weiter in der ursprüngliche Richtung dreht,
kann der Motor frühestens dann in die entgegengesetzte Richtung neu gestartet werden,
wenn der maximal zur Verfügung stehende Druck der Startluft ausreicht um die von der
Schiffsschraube auf die Kolben wirkenden Kräfte soweit zu kompensieren, dass der Motor
durch die Startluft in eine ausreichend schnelle Drehung in die entgegengesetzte Richtung
versetzt werden kann, so dass bei Reaktivierung der Treibstoffzufuhr der Motor schliesslich
selbstständig in die umgekehrte Richtung neu starten kann. Wenn der Motor in die entgegengesetzte
Richtung Drehrichtung neu gestartet ist, wird selbstverständlich die drehfest mit
dem Motor verbundene Schiffschraube vom Motor ebenfalls in die entgegengesetzte Richtung
angetrieben, wodurch dann das Abbremsen des Schiffes zunehmend beschleunigt werden
kann, bis die Fahrt des Schiffes schliesslich zum Stillstand klommt oder, falls gewünscht,
das Schiff Fahrt in die entgegengesetzte Richtung aufnehmen kann.
[0009] Die Nachteile des oben geschilderten und bisher üblichen Verfahrens zum Abbremsen
bzw. Umsteuern eines Schiffes liegen auf der Hand. Einerseits benötigt das Abbremsen
eines Schiffes, insbesondere eine Schiffes mit einem langsam laufenden längsgespülten
Zweitakt-Grossdieselmotor sehr viel Zeit, weil, bevor der Motor in die entgegengesetzte
Richtung neu gestartet werden kann, zunächst solange zugewartet werden muss, bis das
Schiff ausreichend an Fahrt verloren hat und genügend langsam geworden ist, so dass
der Antrieb des Motors über die Schiffschraube durch die Startluft kompensiert werden
kann. Das nimmt bis heute beträchtlich viel Zeit in Anspruch, was insbesondere dann
von grossem Nachteil ist, wenn das Schiff sehr schnell abgebremst werden muss, z.B.
um in einer Notsituation eine Kollision mit einem anderen Schiff, mit einem Eisberg
oder mit einem anderen Hindernis zuverlässig und rechtzeitig zu verhindern. Die Katastrophe
mit der berühmten Titanic, bei welcher es unter anderem nicht mehr gelungen ist das
Schiff rechtzeitig abzubremsen, ist bis heute im öffentlichen Bewusstsein präsent.
Auch wenn die Titanic nicht von einem langsam laufenden längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotor
angetrieben wurde, ist die Problematik im Grundsatz dieselbe.
[0010] Damit die vom Schiff zurückgelegte Strecke beim Abbremsen bzw. beim Umsteuern in
die entgegengesetzte Fahrtrichtung minimiert wird, wird häufig versucht den Motor
zum frühest möglichen Zeitpunkt durch Zuführung der Startluft in die Zylinderliner
umzusteuern. Je schneller der Motor, angetrieben durch die Schiffsschraube, jedoch
noch in die alte Richtung läuft, umso mehr Startluft bzw. Startluftenergie wird benötigt
um das Umsteuern in die entgegengesetzte Richtung einleiten zu können. Das ist nicht
nur teuer und energieintensiv, weil die Startluft zunächst mit entsprechenden Kompressoren
erzeugt und in Druckspeichern gespeichert werden muss. Sondern das Verfahren birgt
auch das Risiko, dass mehr oder weniger der gesamte Vorrat an Startluft verbraucht
wird und es trotzdem nicht gelingt, dass der Motor in die entgegengesetzte Richtung
startet. Das verzögert das Abbremsen nicht nur noch weiter, sondern kann sogar zum
Sicherheitsrisiko werden, weil in einer solchen Situation neue Startluft zunächst
wieder bereitgestellt werden muss und in der Zwischenzeit der Motor somit überhaupt
nicht mehr gestartet werden kann, was unter Umständen fatale Konsequenzen haben kann,
da das Schiff in einer solchen Situation antriebslos ist.
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es daher ein Verfahren bereitzustellen, mit welchem ein
Motor, insbesondere ein langsam laufender längsgespülter Zweitakt-Grossdieselmotor
effizienter und schneller in eine entgegengesetzte Drehrichtung umgesteuert werden
kann, wobei die aus dem Stand der Technik beschriebenen Probleme weitestgehend vermieden
werden, insbesondere die aus dem Stand der Technik bekannten fatalen Sicherheitsprobleme
umgangen werden können und das Umsteuern des Motors zusätzlich ökonomischer und energiesparender
vorgenommen werden kann.
[0012] Die diese Aufgaben lösenden Gegenstände der Erfindung sind durch die Merkmale des
unabhängigen Anspruchs 1 gekennzeichnet.
[0013] Die abhängigen Ansprüche beziehen sich auf besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0014] Die Erfindung betrifft somit ein Steuerverfahren zum schnellen Umsteuern oder Abbremsen
einer Drehung in eine erste Drehrichtung einer Kurbelwelle einer Hubkolbenbrennkraftmaschine,
insbesondere langsam laufender längsgespülter Zweitakt-Grossdieselmotor, umfassend
einen Zylinder, in welchem ein Kolben zwischen einem oberen Totpunkt entsprechend
einem Kurbelwinkel von 180° und einem unteren Totpunkt entsprechend einem Kurbelwinkel
von 0° bzw. 360° hin- und herbewegbar angeordnet ist, sowie mit einem Ausslassventil,
das hydraulisch mittels eines unter einem vorgegebenen Öffnungsdruck stehenden Hydraulikmediums,
bevorzugt Hydrauliköl über eine Ventilhydraulik betätigbar ist. Erfindungsgemäss wird
in einer Abbremsphase eine Treibstoffzufuhr zur Hubkolbenbrennkraftmaschine unterbrochen
und das Hydraulikmedium unter einem vorgegebenen maximalen Öffnungsdruck einer Ventilhydraulik
eines ersten Auslassventils eines ersten Zylinders bei einem ersten Kurbelwinkel im
Bereich der oberen Totpunktposition des dem ersten Zylinder zugeordneten ersten Kolbens
bereitgestellt, so dass das erste Auslassventil, frühestens beim Durchlaufen des ersten
Kolbens durch seine obere Totpunktpunktposition, bei einem zweiten Kurbelwinkel durch
die Ventilhydraulik automatisch geöffnet wird.
[0015] Durch die vorliegende Erfindung wird erstmals ein Verfahren bereitgestellt, mit welchem
ein Motor, insbesondere ein langsam laufender längsgespülter Zweitakt-Grossdieselmotor
effizienter und schneller in eine entgegengesetzte Drehrichtung umgesteuert werden
kann, wobei gleichzeitig zusätzlich wertvolle Startluft eingespart werden kann. In
einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Verfahrens
kann ein Neustart in die entgegengesetzte Drehrichtung sogar ganz ohne Startluft,
bei einem Schiff beispielsweise unter Ausnützung der durch die Schiffsschraube dem
Motor vermittelte Bremsenergie initiiert werden, was nicht nur unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten selbstverständlich einen nicht zu unterschätzende Verbesserung darstellt,
sondern insbesondere auch dann, wenn das erfindungsgemässe Verfahren zum Umsteuern
oder Abbremsen eines Motors eines Schiffes eingesetzt wird, auch unter sicherheitstechnischen
Gesichtspunkten einen enormen Fortschritt darstellt.
[0016] Bei einem für die Praxis besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Hubkolbenbrennkraftmaschine
ein langsam laufender längsgespülter Zweitakt-Grossdieselmotor eines Schiffes, beispielsweise
eines Containerschiffs mit einem enorm grossen Motor, der beispielweise bis zu zwölf
Zylinder oder mehr hat und eine Leistung von bis zu 10.000KW pro Zylinder, oder sogar
noch grössere Leistungen haben kann.
[0017] Wie dem Fachmann an sich bekannt ist, bewegt sich in einem normalen Betriebszustand
der Hubkolbenbrennkraftmaschine ein Kolben zwischen einem oberen Totpunkt und einem
unteren Totpunkt in einem Zylinderliner hin und her und treibt über eine Kurbelwelle,
die wirkfest mit dem Kolben und einer Schiffsschraube verbunden ist, die Schiffsschraube
an. Ein Ausslassventil an einem Zylinderdeckel des Zylinderliners wird mittels einer
programmierbaren Kontrolleinrichtung, die in der Praxis eine hydraulische Einrichtung
und eine elektronische Einrichtung umfassen kann, über eine Ventilhydraulik hydraulisch
betätigt. Dabei kann ein Kurbelwinkel, bei welchem das Auslassventil betätigt wird,
durch die programmierbare Kontrolleinrichtung prinzipiell beliebig vorgegeben werden.
Durch Betätigung eines Startluftventils kann der Motor entweder aus dem Stillstand
gestartet werden oder, bei genügend kleiner Drehzahl, kann die Drehrichtung des Motors
geändert werden.
[0018] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird im Folgenden schematisch die an sich
bekannte allgemeine Funktionsweise einer längsgespülten Hubkolbenbrennkraftmaschine
im normalen Betriebszustand nochmals kurz in Erinnerung gerufen. Im Rahmen dieser
Anmeldung wird ein Kurbelwinkel von 0° bzw. 360° mit dem unteren Totpunkt UT und ein
Kurbelwinkel von 180° mit dem oberen Totpunkt OT identifiziert.
[0019] Ausgehend vom unteren Totpunkt, entsprechend einem Kurbelwinkel von 0° bewegt sich
der Kolben im Betriebszustand zunächst in Richtung OT, entsprechend einem Kurbelwinkel
von 180°. Wenn sich der Kolben in einer Stellung nahe dem unteren Totpunkt befindet
sind im normalen Betriebszustand die Spülschlitze im unteren Bereich des Zylinderliners
freigegeben sowie das Ausslassventil 5 geöffnet. Solange die Spülschlitze vom Kolben
freigegeben sind wird dem Brennraum des Zylinderliners durch die Spülschlitze Frischluft
zugeführt und gleichzeitig werden Verbrennungsrückstände durch die Bewegung des Kolbens
in Richtung zum oberen Totpunkt durch das Auslassventil aus dem Brennraum ausgespült.
Wenn der Kolben die Spülschlitze vollständig passiert hat, so dass keine Verbindung
mehr zwischen Brennraum und Spülschlitzen besteht, wird bei zunehmendem Kurbelwinkel
auch das Auslassventil bei einem vorgegebenen Kurbelwinkel mittels der Kontrolleinrichtung
geschlossen. Im weiteren Verlauf wird durch ein Einspritzventil dem Brennraum des
Motors, welcher sich aus dem oberen Zylinderbereich, dem darüber befindlichen Zylinderdeckel
und dem Kolbenboden bildet, Kraftstoff zugeführt, welcher sich in der durch die Kompression
erhitzten Luft im Bereich des oberen Totpunktes entzündet, nachfolgend verbrennt und
durch diese Energiefreisetzung zur Drucksteigerung im Brennraum des Motors führt.
[0020] Nach Durchlaufen des oberen Totpunkts bewegt sich der Kolben bewegt sich wieder in
Richtung zum unteren Totpunkt entsprechend einem Kurbelwinkel von 360°. Im normalen
Betriebs-und Fahrzustand des Schiffes wird dann bei einem Kurbelwinkel, der deutlich
grösser als 180° ist, das Ausslassventil wieder geöffnet und ein neuer Arbeitstakt
des Zylinders eingeleitet.
[0021] Für den Fall, dass das Schiff abgebremst werden soll, insbesondere, wenn es in einem
Notfall innerhalb einer möglichst kurzen Distanz abgebremst werden soll, wurde die
Hubkolben-Brennkraftmaschine auch bei den bereits bekannten Verfahren aus dem normalen
Betriebszustand wie folgt zum Bremsen oder Umsteuern in einen anderen Betriebszustand
versetzt. In einem ersten Schritt ist es bekannt die Treibstoffzufuhr in die Zylinderliner
der Hubkolbenbrennkraftmaschine zu unterbrechen. Durch die Unterbrechung der Treibstoffzufuhr
wird erreicht, dass die Drehzahl des Motors zunächst abfällt, was zu einer ersten
moderaten Verlangsamung des Schiffes führt. Werden keine weiteren Massnahmen ergriffen,
verringert sich die Geschwindigkeit des Schiffes im Wesentlichen aufgrund der Reibung
des Schiffes im Wasser. Diese Reibung ist im allgemeinen vergleichsweise gering, sodass
sich die Geschwindigkeit des Schiffes nur sehr langsam verringert. Die Schiffsschraube,
die nach unterbrochener Treibstoffzufuhr von der Hubkolbenbrennmaschine nicht mehr
angetrieben wird, arbeitet jetzt, angetrieben durch die noch vorhandene Bewegungsenergie
des Schiffes als Turbine und treibt jetzt den Motor an, mit dem sie über die Kurbelwelle
drehfest verbunden ist.
[0022] Wird die Steuerung des Auslassventils wie im normalen Betrieb und im Stand der Technik
bisher praktiziert unverändert beibehalten, wird zwar zunächst ein Teil der Bewegungsenergie
des Schiffes im Zylinder im Kurbelwinkelbereich zwischen 0° und 180° in Kompressionsenergie
umgewandelt; allerdings wird diese Kompressionsenergie bei der anschliessenden Expansion
der im Zylinderliner eingeschlossenen Spülluft während der Bewegung des Kolbens vom
oberen Totpunkt zum unteren Totpunkt dem Schiff fast vollständig in Form von Bewegungsenergie
über die Schiffsschraube wieder zurückgeführt.
[0023] Hier setzt nun die Erfindung an, der die Erkenntnis zugrunde liegt, dass im Wesentlichen
allein durch eine geeignete Steuerung des Auslassventils eine schnelle Umsteuerung
bzw. Abbremsung des Motors möglich ist und dieser im Speziellen sogar ohne Startluft,
zumindest mit weniger Startluft als bisher im Stand der Technik notwendig in die entgegensetzte
Drehrichtung neu gestartet werden kann, sofern die über die Schiffschraube dem Motor
vermittelte Bremsenergie gemäss der Erfindung geschickt genutzt wird.
[0024] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Steuerverfahrens
wird der zweite Kurbelwinkel in einem Bereich zwischen dem oberen Totpunkt und dem
unteren Totpunkt des ersten Kolbens bei einem Wert zwischen 180° und 360°, bevorzugt
bei einem Wert zwischen 180° und 225°, oder zwischen 180° und 200° gewählt, besonders
bevorzugt bei einem zweiten Kurbelwinkel, der zwischen 180° und 190° nach dem oberen
Totpunkt des ersten Kolbens liegt.
[0025] Um eine weitere Verbesserung der Bremswirkung beim Umsteuern zu erzielen wird zur
Erzeugung eines vorgegebenen Unterdrucks im ersten Zylinder das erste Auslassventil
bei einem dritten Kurbelwinkel im Bereich zwischen dem zweiten Kurbelwinkel und dem
unteren Totpunkt des ersten Kolbens wieder geschlossen wird.
[0026] Je nachdem in welcher Phase der Umsteuerung des Motors diese Massnahme ergriffen
wird können im Wesentlichen zwei positive Effekte bewirkt werden.
[0027] Wird die Erzeugung des Unterdrucks im ersten Zylinder in der Abbremsphase der Drehung
der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die erste Drehrichtung vorgenommen und der dritte
Kurbelwinkel entsprechend gewählt, kann durch das Schliessen des Auslassventils bei
geeigneter Wahl des dritten Kurbelwinkels derart ein Unterdruck im ersten Zylinder
aufgebaut werden, dass das Abbremsen der Drehung der Hubkolbenbrennkraftmaschine in
die erste Drehrichtung durch den Aufbau des Unterdrucks unterstützt wird. Es entsteht
dadurch also eine zumindest leichte Sogwirkung auf den Kolben, so dass eine entsprechende
Bremsung der Kolbenbewegung bewirkt wird, die dem Motor zusätzlich Bewegungsenergie
entzieht und so das Abbremsen beschleunigt.
[0028] Andererseits ist es auch möglich, dass in einer der Abbremsphase folgenden Umsteuerphase
der Hubkolbenbrennkraftmaschine der dritte Kurbelwinkel so gewählt wird, dass durch
das Schliessen des ersten Auslassventils beim dritten Kurbelwinkel ein Unterdruck
im ersten Zylinder derart aufgebaut wird, dass ein in einem zweiten Zylinder durch
eine Treibstoffzufuhr initiierter Neustart der Hubkolbenbrennkraftmaschine in eine
zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung, durch den Aufbau des
Unterdrucks im ersten Zylinder unterstützt wird. Das heisst, dadurch dass im ersten
Zylinder eine bremsende Sogwirkung in Bezug auf die erste Drehrichtung des Motors
erzeugt wird, wird ein Neustart des Motors, also eine Umsteuerung des Motors in die
neue der ersten Drehrichtung entgegengesetzte zweite Drehrichtung des Motors erleichtert
bzw. unterstützt, so dass ein früheres Umsteuern möglich wird, bzw. eventuell noch
notwendige Startluft minimiert oder sogar ganz eingespart werden kann.
[0029] Eine weitere zusätzliche oder alternative Massnahme eines erfindungsgemässen Verfahrens
besteht darin, dass das erste Auslassventil bei einem vierten Kurbelwinkel zwischen
dem unteren Totpunkt und dem oberen Totpunkt, bevorzugt bei einem vierten Kurbelwinkel
geschlossen wird, der nach einem Beenden der Zufuhr von Spülluft in den Zylinder erreicht
wird.
[0030] Auch bei der zuletzt genannten Massnahme ist es so, dass je nachdem in welcher Phase
der Umsteuerung des Motors das Schliessen des Auslassventils beim vierten Kurbelwinkel
vorgenommen wird, im Wesentlichen zwei zusätzliche positive Effekte bewirkt werden
können.
[0031] Einerseits kann dann, wenn in der Abbremsphase der Drehung der Hubkolbenbrennkraftmaschine
der vierte Kurbelwinkel so gewählt wird, dass durch das Schliessen des ersten Auslassventils
beim vierten Kurbelwinkel ein Überdruck im ersten Zylinder aufgebaut wird, das Abbremsen
der Drehung der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die erste Drehrichtung durch den Aufbau
des Überdrucks unterstützt werden. Und zwar, weil durch den sich im Zylinder aufbauenden
Druck dem Motor Bewegungsenergie entzogen wird, indem die Bewegungsenergie in Druckenergie
umgewandelt wird, wodurch das Abbremsen der Drehbewegung des Motors in die erste Drehrichtung
sehr wirksam unterstützt wird.
[0032] Anderseits, wenn in der der Abbremsphase folgenden Umsteuerphase der Hubkolbenbrennkraftmaschine
der vierte Kurbelwinkel so gewählt wird, dass durch das Schliessen des ersten Auslassventils
beim vierten Kurbelwinkel ein Überdruck im ersten Zylinder derart aufgebaut wird,
dass der sich im ersten Zylinder aufbauende Überdruck mit einem in einem zweiten Zylinder
durch eine Treibstoffzufuhr initiierten Neustart der Hubkolbenbrennkraftmaschine in
eine zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung geeignet koordiniert
wird, kann durch den Aufbau des Überdrucks im ersten Zylinder der Neustart in die
entgegengesetzte Drehrichtung wirksam unterstützt werden.
[0033] Das heisst, dadurch dass im ersten Zylinder eine bremsende Druckwirkung in Bezug
auf die erste Drehrichtung des Motors erzeugt wird, wird ein Neustart des Motors,
also eine Umsteuerung des Motors in die neue der ersten Drehrichtung entgegengesetzte
zweite Drehrichtung des Motors erleichtert bzw. unterstützt, so dass ein früheres
Umsteuern möglich wird, bzw. eventuell noch notwendige Startluft minimiert oder sogar
ganz eingespart werden kann.
[0034] Insbesondere dann, wenn die Umsteuerung besonders schnell vonstatten gehen soll bzw.
dann, wenn z.B. eine Notwendig zur Notbremsung des Schiffes besteht, oder eine andere
Notwendigkeit zur sehr schnellen Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geboten
ist, kann selbstverständlich der während der Umsteuerphase initiierte Neustart der
Hubkolbenbrennkraftmaschine in die zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten
Drehrichtung durch Einbringen einer vorgegebenen minimalen Menge an Startluft in mindestens
einen Zylinder der Hubkolbenbrennkraftmaschine zusätzlich unterstützt werden, wodurch
das Umsteuern in die zweite Drehrichtung bzw. das Abbremsen aus der ersten Drehrichtung
zusätzlich beschleunigt werden kann.
[0035] Insbesondere dann, aber nicht nur, wenn keine Notwendigkeit für ein notfallmässiges
sehr schnelles Vorgehen geboten ist, kann zur Unterstützung des Neustarts in die zweite
Drehrichtung während der Umsteuerphase die Startluft sequentiell auch nur in einen
Teil der Zylinder der Hubkolbenbrennkraftmaschine eingebracht wird, bevorzugt sogar
nur in einen einzigen ausgewählten Zylinder und in keinen anderen Zylinder eingebracht
wird.
[0036] Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt es wie oben bereits erwähnt sogar, dass der
während der Umsteuerphase initiierte Neustart der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die
zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung ganz ohne Verwendung
von Startluft erfolgen kann, indem das Auslassventil so geschickt gesteuert wird,
dass die Bewegungsenergie, die durch die Schiffsschraube in den Motor zurückgespeist
wird, optimal ausgenutzt wird.
[0037] In der Praxis hat die Hubkolbenbrennkraftmaschine eine Mehrzahl von Zylindern, die
sich in an sich bekannter Weise zum gleichen Zeitpunkt zumindest teilweise jeweils
bei verschiedenen Kurbelwinkeln befinden, so dass die hier genannten Massnahmen zur
Beschleunigung des Abbremsen bzw. Umsteuerns des Motors gleichzeitig ergriffen werden
können, so dass sich ein kumulativer Effekt der verschiedenen Massnahmen ergibt.
[0038] Es versteht sich, dass die in dieser Anmeldung beschriebenen Ausführungsbeispiele
der Erfindung je nach Anwendung auch in jeder geeigneten Weise kombinierbar sind und
die beschriebenen speziellen Ausführungsbeispiele lediglich exemplarisch zu verstehen
sind. Der Fachmann erkennt sofort einfache vorteilhafte Weiterbildungen der beschriebenen
Ausführungsbeispiele der Erfindung und versteht, dass auch solche einfachen Weiterbildungen
selbstverständlich von der Erfindung erfasst sind.
1. Steuerverfahren zum schnellen Umsteuern oder Abbremsen einer Drehung in eine erste
Drehrichtung einer Kurbelwelle einer Hubkolbenbrennkraftmaschine, insbesondere langsam
laufender längsgespülter Zweitakt-Grossdieselmotor, umfassend einen Zylinder, in welchem
ein Kolben zwischen einem oberen Totpunkt entsprechend einem Kurbelwinkel von 180°
und einem unteren Totpunkt entsprechend einem Kurbelwinkel von 0° bzw. 360° hin- und
herbewegbar angeordnet ist, sowie mit einem Ausslassventil, das hydraulisch mittels
eines unter einem vorgegebenen Öffnungsdruck stehenden Hydraulikmediums, bevorzugt
Hydrauliköl über eine Ventilhydraulik betätigbar ist, wobei in einer Abbremsphase
eine Treibstoffzufuhr zur Hubkolbenbrennkraftmaschine unterbrochen wird und das Hydraulikmedium
unter einem vorgegebenen maximalen Öffnungsdruck einer Ventilhydraulik eines ersten
Auslassventils eines ersten Zylinders bei einem ersten Kurbelwinkel im Bereich der
oberen Totpunktposition des dem ersten Zylinder zugeordneten ersten Kolbens bereitgestellt
wird, so dass das erste Auslassventil, frühestens beim Durchlaufen des ersten Kolbens
durch seine obere Totpunktpunktposition, bei einem zweiten Kurbelwinkel durch die
Ventilhydraulik automatisch geöffnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung eines vorgegebenen Unterdrucks im ersten Zylinder das erste Auslassventil
bei einem dritten Kurbelwinkel im Bereich zwischen dem zweiten Kurbelwinkel und dem
unteren Totpunkt des ersten Kolbens wieder geschlossen wird, wobei in der Abbremsphase
der Drehung der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die erste Drehrichtung der dritte Kurbelwinkel
so gewählt wird, dass durch das Schliessen des ersten Auslassventils beim dritten
Kurbelwinkel derart ein Unterdruck im ersten Zylinder aufgebaut wird, dass das Abbremsen
der Drehung der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die erste Drehrichtung durch den Aufbau
des Unterdrucks unterstützt wird..
2. Steuerverfahren nach Anspruch 1, wobei der zweite Kurbelwinkel in einem Bereich zwischen
dem oberen Totpunkt und dem unteren Totpunkt des ersten Kolbens bei einem Wert zwischen
180° und 360°, bevorzugt bei einem Wert zwischen 180° und 225°, oder zwischen 180°
und 200°, besonders bevorzugt bei einem zweiten Kurbelwinkel zwischen 180° und 190°
nach dem oberen Totpunkt des ersten Kolbens liegt.
3. Steuerverfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei in einer der Abbremsphase folgenden
Umsteuerphase der Hubkolbenbrennkraftmaschine der dritte Kurbelwinkel so gewählt wird,
dass durch das Schliessen des ersten Auslassventils beim dritten Kurbelwinkel ein
Unterdruck im ersten Zylinder derart aufgebaut wird, dass ein in einem zweiten Zylinder
durch eine Treibstoffzufuhr initiierter Neustart der Hubkolbenbrennkraftmaschine in
eine zur ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung, durch den Aufbau
des Unterdrucks im ersten Zylinder unterstützt wird.
4. Steuerverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das erste Auslassventil
bei einem vierten Kurbelwinkel zwischen dem unteren Totpunkt und dem oberen Totpunkt,
bevorzugt bei einem vierten Kurbelwinkel geschlossen wird, der nach einem Beenden
der Zufuhr von Spülluft in den Zylinder erreicht wird.
5. Steuerverfahren nach Anspruch 4, wobei in der Abbremsphase der Drehung der Hubkolbenbrennkraftmaschine
der vierte Kurbelwinkel so gewählt wird, dass durch das Schliessen des ersten Auslassventils
beim vierten Kurbelwinkel derart ein Überdruck im ersten Zylinder aufgebaut wird,
dass das Abbremsen der Drehung der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die erste Drehrichtung
durch den Aufbau des Überdrucks unterstützt wird.
6. Steuerverfahren nach Anspruch 4, wobei in der der Abbremsphase folgenden Umsteuerphase
der Hubkolbenbrennkraftmaschine der vierte Kurbelwinkel so gewählt wird, dass durch
das Schliessen des ersten Auslassventils beim vierten Kurbelwinkel ein Überdruck im
ersten Zylinder derart aufgebaut wird, dass ein in einem zweiten Zylinder durch eine
Treibstoffzufuhr initiierter Neustart der Hubkolbenbrennkraftmaschine in eine zur
ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung, durch den Aufbau des Überdrucks
im ersten Zylinder unterstützt wird.
7. Steuerverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der während der Umsteuerphase
initiierte Neustart der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die zur ersten Drehrichtung
entgegengesetzten zweiten Drehrichtung durch Einbringen einer vorgegebenen minimalen
Menge an Startluft in mindestens einen Zylinder der Hubkolbenbrennkraftmaschine unterstützt
wird.
8. Steuerverfahren nach Anspruch 7, wobei zur Unterstützung des Neustarts in die zweite
Drehrichtung während der Umsteuerphase die Startluft sequentiell nur in einen Teil
der Zylinder der Hubkolbenbrennkraftmaschine eingebracht wird, bevorzugt nur in einen
einzigen ausgewählten Zylinder und in keinen anderen Zylinder eingebracht wird.
9. Steuerverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der während der Umsteuerphase
initiierte Neustart der Hubkolbenbrennkraftmaschine in die zur ersten Drehrichtung
entgegengesetzten zweiten Drehrichtung ohne Verwendung von Startluft erfolgt.
10. Steuerverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Hubkolbenbrennkraftmaschine
das Antriebsaggregat eines Schiffes ist.
1. A control method for a fast reversal or braking of a rotation in a first direction
of rotation of a crankshaft of a reciprocating piston internal combustion engine,
in particular a slow-running uniflow-scavenged large two-stroke diesel engine, comprising
a cylinder in which a piston is arranged movable to and fro between a top dead center
corresponding to a crank angle of 180° and a bottom dead center corresponding to a
crank angle of 0° or 360°, respectively, and having an outlet valve which is hydraulically
actuable via a valve hydraulics by means of a hydraulic medium, preferably hydraulic
oil, at a predefined opening pressure, wherein a fuel supply to the reciprocating
piston internal combustion engine is interrupted in a braking phase and the hydraulic
medium is provided at a predefined maximum opening pressure of a valve hydraulics
of a first outlet valve of a first cylinder at a first crank angle in the region of
the top dead center position of the first piston associated with the first cylinder
such that the first outlet valve is automatically opened by the valve hydraulics at
a second crank angle at the earliest, when the first piston passes through its top
dead center position, characterized in that the first outlet valve is closed again at a third crank angle in the region between
the second crank angle and the bottom dead center of the first piston to generate
a predefined vacuum in the first cylinder, wherein the third crank angle is selected
in the braking phase of the rotation of the reciprocating piston internal combustion
engine in the first direction of rotation such that a vacuum is built up in the first
cylinder by the closing of the first outlet valve at the third crank angle such that
the braking of the rotation of the reciprocating piston internal combustion engine
in the first direction of rotation is assisted by the build-up of the vacuum.
2. A control method in accordance with claim 1, wherein the second crank angle lies in
a range between the top dead center and the bottom dead center of the first piston
at a value between 180° and 360°, preferably at a value between 180° and 225°, or
between 180° and 200°, particularly preferably at a second crank angle between 180°
and 190° after the top dead center of the first piston.
3. A control method in accordance with claim 1 or 2, wherein the third crank angle is
selected in a reversal phase of the reciprocating piston internal combustion engine
following the braking phase such that a vacuum is built up in the first cylinder by
the closing of the first outlet valve at the third crank angle such that a restart
of the reciprocating piston internal combustion engine in a second direction of rotation
opposite to the first direction of rotation initiated in a second cylinder by a fuel
supply is assisted by the build-up of the vacuum in the first cylinder.
4. A control method in accordance with any one of the preceding claims, wherein the first
outlet valve is closed at a fourth crank angle between the bottom dead center and
the top dead center, preferably at a fourth crank angle, which is reached after a
termination of the supply of scavenging air into the cylinder.
5. A control method in accordance with claim 4, wherein the fourth crank angle is selected
in the braking phase of the rotation of the reciprocating piston internal combustion
engine such that an excess pressure is built up in the first cylinder by the closing
of the first outlet valve at the fourth crank angle such that the braking of the rotation
of the reciprocating piston internal combustion engine in the first direction of rotation
is assisted by the build-up of the excess pressure.
6. A control method in accordance with claim 4, wherein the fourth crank angle is selected
in the reversal phase of the reciprocating piston internal combustion engine following
the braking phase such that an excess pressure is built up in the first cylinder by
the closing of the first outlet valve at the fourth crank angle such that a restart
of the reciprocating piston internal combustion engine in a second direction of rotation
opposite to the first direction of rotation initiated in a second cylinder by a fuel
supply is assisted by the build-up of the excess pressure in the first cylinder.
7. A control method in accordance with any one of the preceding claims, wherein the restart
of the reciprocating piston internal combustion engine in the second direction of
rotation opposite to the first direction of rotation initiated during the reversal
phase is assisted by introducing a predefined minimal amount of starting air into
at least one cylinder of the reciprocating piston internal combustion engine.
8. A control method in accordance with claim 7, wherein the starting air is introduced
sequentially only into some of the cylinders of the reciprocating piston internal
combustion engine, preferably only into one single selected cylinder and not into
any other cylinder, to assist the restart in the second direction of rotation during
the reversal phase.
9. A control method in accordance with any one of the claims 1 to 6, wherein the restart
of the reciprocating piston internal combustion engine in the second direction of
rotation opposite to the first direction of rotation initiated during the reversal
phase takes place without the use of starting air.
10. A control method in accordance with any one of the preceding claims, wherein the reciprocating
piston internal combustion engine is the drive unit of a ship.
1. Une méthode de commande pour inverser ou décélérer rapidement une rotation dans un
premier sens de rotation d'un vilebrequin d'un moteur à combustion interne alternatif,
en particulier un grand moteur diesel à deux temps purgé longitudinalement et à faible
vitesse, comprenant un cylindre dans lequel un piston est disposé en va-et-vient entre
un point mort supérieur correspondant à un angle de vilebrequin de 180° et un point
mort inférieur correspondant à un angle de vilebrequin de 0° ou 360°, et avec une
soupape de sortie qui peut être actionnée hydrauliquement au moyen d'un médium hydraulique
sous une pression d'ouverture prédéterminée, de préférence de l'huile hydraulique
par l'intermédiaire d'un système hydraulique de soupape, dans laquelle une alimentation
en carburant du moteur à combustion interne alternatif est interrompue lors d'une
phase de décélération, et le médium hydraulique est fourni sous une pression d'ouverture
maximale prédéterminée d'un système hydraulique de soupape d'une première soupape
de sortie d'un premier cylindre à un premier angle de vilebrequin dans la région de
la position de point mort supérieur du premier piston associé au premier cylindre,
de sorte que la première soupape de sortie, au plus tôt lorsque le premier piston
passe par sa position de point mort supérieur, est automatiquement ouverte par le
système hydraulique de soupape à un deuxième angle de vilebrequin, caractérisé en ce que, pour générer une dépression prédéterminée dans le premier cylindre, la première
soupape de sortie est refermée à un troisième angle de vilebrequin dans la région
comprise entre le deuxième angle de vilebrequin et le point mort inférieur du premier
piston, dans laquelle, dans la phase de décélération de la rotation du moteur à combustion
interne alternatif dans le premier sens de rotation, le troisième angle de vilebrequin
est choisi de telle sorte qu'en fermant la première soupape de sortie au troisième
angle de vilebrequin, une dépression s'accumule dans le premier cylindre de telle
sorte que la décélération de la rotation du moteur à combustion interne alternatif
dans le premier sens de rotation est supporté par l'accumulation de dépression.
2. Une méthode de commande selon la revendication 1, dans laquelle le deuxième angle
de vilebrequin se situe dans une région entre le point mort supérieur et le point
mort inférieur du premier piston à une valeur comprise entre 180° et 360°, de préférence
à une valeur comprise entre 180° et 225°, ou entre 180° et 200°, de préférence à un
deuxième angle de vilebrequin de 180° et 190° après le point mort supérieur du premier
piston.
3. Une méthode de commande selon la revendication 1 ou 2, dans laquelle, dans une phase
d'inversion du moteur à combustion interne alternatif après la phase de décélération,
le troisième angle de vilebrequin est choisi de telle sorte qu'en fermant la première
soupape de sortie au troisième angle de vilebrequin, une dépression s'accumule dans
le premier cylindre de telle sorte qu'un redémarrage du moteur à combustion interne
alternatif, initié dans un deuxième cylindre par une alimentation en carburant est
supporté dans un second sens de rotation opposé au premier sens de rotation par l'accumulation
de dépression dans le premier cylindre.
4. Une méthode de commande selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
la première soupape de sortie est fermée à un quatrième angle de vilebrequin entre
le point mort inférieur et le point mort supérieur, de préférence à un quatrième angle
de vilebrequin, qui est obtenu après l'arrêt de l'alimentation en air de purge dans
le cylindre.
5. Une méthode de commande selon la revendication 4, dans laquelle, dans la phase de
décélération de la rotation du moteur à combustion interne alternatif, le quatrième
angle de vilebrequin est choisi de telle sorte qu'en fermant la première soupape de
sortie au quatrième angle de vilebrequin, une surpression s'accumule dans le premier
cylindre de telle sorte que la décélération de la rotation du moteur à combustion
interne alternatif dans le premier sens de rotation est supporté par l'accumulation
de surpression.
6. Une méthode de commande selon la revendication 4, dans laquelle, dans la phase d'inversion
du moteur à combustion interne alternatif après la phase de décélération, le quatrième
angle de vilebrequin est choisi de telle sorte qu'en fermant la première soupape de
sortie au quatrième angle de vilebrequin, une surpression s'accumule dans le premier
cylindre de telle sorte qu'un redémarrage du moteur à combustion interne alternatif
dans un second sens de rotation opposé au premier sens de rotation, initié dans un
deuxième cylindre par une alimentation en carburant, est supporté par l'accumulation
de surpression dans le premier cylindre.
7. Une méthode de commande selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
le redémarrage du moteur à combustion interne alternatif dans le second sens de rotation
opposé au premier sens de rotation, initié pendant la phase d'inversion, est supporté
par l'introduction d'une quantité minimale prédéterminée d'air de démarrage dans au
moins un cylindre du moteur à combustion interne alternatif.
8. Une méthode de commande selon la revendication 7, dans laquelle, pour soutenir le
redémarrage dans le second sens de rotation pendant la phase d'inversion, l'air de
démarrage n'est introduit séquentiellement que dans une partie des cylindres du moteur
à combustion interne alternatif, de préférence dans un seul cylindre sélectionné et
n'est pas introduit dans un autre cylindre.
9. Une méthode de commande selon l'une des revendications 1 à 6, dans laquelle le redémarrage
du moteur à combustion interne alternatif dans le second sens de rotation opposé au
premier sens de rotation, initié pendant la phase d'inversion, a lieu sans l'utilisation
d'air de démarrage.
10. Une méthode de commande selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
le moteur à combustion interne alternatif est l'unité de propulsion d'un navire.