[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer beschichteten Oberfläche
einer reibungs- und verschleißoptimierten Zylinderlaufbahn und entstand vor dem Hintergrund
der zunehmenden Forderungen nach einer Verringerung der CO
2- Emissionen bei Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen.
[0002] Durch die Verringerung der Reibung des tribologischen Systems "Zylinderbohrung und
Kolbenringe" sinken der Kraftstoffverbrauch und damit auch die Abgasemissionen der
Brennkraftmaschine.
[0003] Um eine verringerte Reibung zu erreichen, wurde zum Beispiel eine Nickel-Siliziumkarbid-Dispersionsschicht
(NiSiC) galvanisch in der Zylinderbohrung abgeschieden. Dieser Komposit-Werkstoff
ist durch seine Härte sehr reibungsarm und verschleißfest. Da der galvanische Prozess
sehr hohe Beschichtungszeiten erfordert, kann dieses Verfahren nur in der Kleinserie
bei Sportwagen- und Rennsportmotoren eingesetzt werden.
[0004] Ebenso werden thermische Beschichtungsverfahren eingesetzt (siehe zum Beispiel die
DE 10 2007 023 297 A1 oder die
US 5,691,004) bei denen der Beschichtungswerkstoff als legierter Draht oder als heterogenes Pulver
geschmolzen wird und einzelne Schmetzpartikel mit hoher Geschwindigkeit auf die Zylinderwandung
geschleudert werden und somit eine thermische Spritzschicht aufbauen. Diese Schichten
sind sehr aufwändig in der Herstellung und verursachen eine hohe thermische Belastung
des Zylinderblocks. Dadurch kann sich der Zylinderblock verziehen, was unerwünscht
ist. Insbesondere bei gewichtsoptimierten und daher dünnwandigen Zylindern tritt dieser
Effekt auf.
[0005] Darüber hinaus haben alle thermischen Verfahren den Nachteil, dass die Weiterbearbeitung
aufgrund der hohen Blocktemperaturen nach dem Beschichten durch Abkühlphasen verzögert
wird und aufgrund der Gefügestruktur und der Härte der aufgebrachten Beschichtung
ein wirtschaftliches Ausspindeln der beschichteten Bohrungen durch subtopographische
Schichtschädigungen und starkem Werkzeugverschleiß nicht möglich ist
[0006] Die
DE 195 06 656 A1 offenbart ein Verfahren zur Keramisierung von Leichtmetalloberflächen unter Nutzung
der Funkenentladung von Elektrolyten, insbesondere zur Erzeugung von Beschichtungen
von Zylinderlaufbahnen von Brennkraftmaschinen, Weiter offenbart
DE 195 06 656 A1, dass die Beschichtung mit einem plasmachemischen Verfahren aufgebracht werden könne.
Dabei wird auf Elektrolytzusammensetzungen der
DD 142 360 Bezug genommen. Weiter geht die
DE 195 06 656 A1 nicht auf die plasmachemische Beschichtung ein, Die in Bezug genommene
DD 142 360 betrifft ein Verfahren zur Erzeugung alpha-Al
2O
3 haltiger Schichten auf Aluminiummetallen und weist insofern lediglich auf eine Plasma-Elektrolytische
Oxidation PEO hin.
[0007] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, ein wirtschaftliches und
für die Großserienfertigung geeignetes Verfahren von Werkstücken aus Aluminium bereitzustellen,
das zu einer verschleißfesten Oberfläche führt; bei gleichzeitig guter Ölhaltefähigkeit.
[0008] Außerdem soll ein guter Wärmeübergang gewährleistet sein.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren umfassend mindestens
zwei Prozeßschritte gemäß Anspruch 1, das im Falle eines Aluminium-Zylinderblocks
zu einer verschleißfesten und reibungsoptimierten Topographie der Zylinderbohrung
führt. Bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den abhängigen
Ansprüchen wiedergegeben.
Ausgangspunkt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist eine relativ grob bearbeitete Zylinderbohrung,
welche als monolithischer Aluminium-Block oder welche als eingesetzte nasse oder trockene
Buchse vorliegt. Die zu bearbeitende Oberfläche besteht in jedem Fall aus einer Aluminiumlegierung,
üblicherweise aus untereutektischem Aluminium.
[0010] Durch den ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens (die Vorbearbeitung) wird
die Oberfläche durch Honen oder Feinbohren in die gewünschte Form gebracht und bis
fast auf das Endmaß bearbeitet. Das (noch) unbehandelte Aluminium lässt sich spanend
sehr gut und wirtschaftlich bearbeiten. Es ist möglich, durch die Vorbearbeitung eine
zylindrische Form herzustellen. Ein hierfür geeignetes Verfahren ist das Feinbohren.
Durch die anschließende erfindungsgemäße Beschichtung wird diese Sollform nur unwesentlich
verändert.
[0011] Da die elektrolytisch aufgebrachte Schicht sehr dünn ist, ist eine Maßkorrektur quasi
nicht möglich. Daher muss mit der Vorbearbeitung schon fast das Endmaß erreicht werden.
[0012] Durch die Vorbearbeitung wird aber nicht nur die gewünschte Sollform hergestellt,
sondern auch die Oberfläche für die nachfolgende Beschichtung vorbereitet.
[0013] Insbesondere haben die im ersten Prozessschritt erreichten Rauigkeiten Einfluss auf
die Endqualität nach dem Beschichten.
[0014] Rauigkeiten, welche im Bereich zwischen 1-4 µm Rz liegen, haben sich als geeignet
erwiesen. Demzufolge wurden beim Honen Diamantkörnungen von 010 bis 046 verwendet.
[0015] Vor dem Herstellen der Beschichtung wird die Oberfläche in der Regel noch entfettet.
[0016] Die nachfolgend durch Elektrolyse, also durch PED aufgebrachte Beschichtung bildet
die vorbearbeitete (Soll-)Form äquidistant ab, so dass die durch den ersten Prozessschritt
geschaffene Form weitestgehend erhalten bleibt.
[0017] In dem zweiten Prozessschritt wird eine verschleißfeste Beschichtung durch Elektrolyse,
also durch PED aufgebracht bzw. erzeugt. Dabei entsteht kein Verzug am Werkstück und
die Sollform der Oberfläche wird nicht verändert.
[0018] Diese Schicht hat eine große Härte und ist daher sehr verschleißfest. Durch die Wahl
der Prozessparameter bei der Elektrolyse kann die Porosität der Schicht gezielt eingestellt
werden. Die Porosität verbessert die Ölhaltefähigkeit, reduziert den Gleitreibungsverschleiß
und unterstützt die hydrodynamische Schmierung,
[0019] Die große Härte reduziert die Gleitreibung im Mischreibungsbereich bei niedrigeren
Motordrehzahlen und erhöht die Lebensdauer.
[0020] Außerdem ist der Wärmeübergang zwischen Beschichtung und dem Substrat aus Aluminium
(Zylinderblock oder -büchse) sehr gut
[0021] Ein erfindungsgemäßes, elektrolytisches Verfahren ist die sogenannte "Plasma Elektrolytic
Deposition", die im wässrigen Elektrolyt durchgeführt wird und sowohl eine Randzonenveränderung
nach innen als auch einen Schichtaufbau nach außen bewirkt.
[0022] Ein weiterer Vorteil der PED besteht darin, dass neben den genannten Schichten aus
Aluminiumoxid auch andere Metalloxid- Schichten erzeugt werden können, so dass erfindungsgemäß
Titanoxid-Schichten (TiO
2) erzeugt werden können. Ein geeignetes Verfahren ist aus der
US 7,576,921,B2 bekannt.
[0023] Für das erfindungsgemäße Verfahren sind solche verschleißfesten Beschichtungen bevorzugt,
die mittels PED aus einen sauren wässrigen Elektrolyten enthaltend wasserlösliche
Verbindungen des Elements Titan, ausgewählt aus Fluorokomplexen, erhältlich sind,
wenn das Werkstück überwiegend als Anode geschaltet wird. Das Werkstück ist dann überwiegend
als Anode geschaltet, wenn es über alle Zeitintervalle, während derer das PED Verfahren
oberhalb der tatsächlichen Zersetzungsspannung des Elektrolyten betrieben wird, eine
überwiegend anodische Ladungsmenge aufgenommen hat. Derartig erzeugte Beschichtungen
bestehen im Wesentlichen aus Oxiden/Hydroxiden des Elements Titans und haben sich
als besonders verschleißfest erwiesen.
[0024] Die auf diese Weise erzeugten Beschichtungen weisen eine veränderte Randzone nach
innen mit einer Invasionstiefe von z. B. 3 µm auf und einen Schichtaufbau nach außen
von z. B. 9 µm, sodass sich in diesem Fall eine Schichtdicke von 12 µm ergibt. Die
typischerweise verwendeten Schichtdicken liegen deutlich unterhalb von 70 µm, ihre
Härte beträgt bis zu 1500 HV. Härte und Topographie der Beschichtung lassen sich über
die elektrischen Prozessparameter der Elektrolyse einstellen.
Der Beschichtungsprozess erfolgt im elektrolytischen Bad. Das Werkstück wird dabei
weitgehend maskiert, so dass nur die zu beschichtende Bohrung in Kontakt zum Elektrolyt
steht und so eine selektive Beschichtung der Bohrung möglich ist
Die Maskierung erfolgt beispielsweise mit Hilfe eines Deckels, der - mit O-Ringen
abgedichtet - die Bohrung zum Kurbelraum hin verschließt.
Die Elektrode ist bevorzugt als Zylinder ausgebildet, der in etwa die Länge der zu
bearbeitenden Zylinderbohrung hat und so bemessen ist, dass zwischen Elektrode und
Zylinderbohrung ein radialer Spalt von etwa 20-30 mm Dicke entsteht. Durch diesen
Spalt strömt der Elektrolyt mit einem Volumenstrom von z.B. 20 L/min bei einer Zylinderbohrung
für einen PKW-Motor, wird an den Deckel umgelenkt und strömt wieder in Richtung der
Dichtfläche für den Zylinderkopf.
Die Elektrode ist kathodisch gepolt, das Werkstück anodisch. Zwischen Elektrode und
Kathode liegt ein gepulster Gleichstrom mit einer Spannung von 400-500 Volt an. Die
Elektrolyse kann auch mit ungepulstem Gleichstrom mit oder ohne überlagertem Wechselstromanteil
erfolgen.
Es haben sich Stromdichten von ca. 10-30 A /dm
2 bewährt. Die Beschichtungszeit beträgt ca. 2-10 min; die Beschichtung kann gleichzeitig
an allen Zylindern eines Blockes mit Hilfe mehrerer Elektroden durchgeführt werden.
Die Schichtstärke, die entstehende Schichtrauheit und die Porengröße sind abhängig
vom der angelegten elektrischen Strom, der Spannung, dem verwendetem Pulsprogramm
sowie von der Beschichtungszeit,
[0025] Die Beschichtung hat in der Regel eine Rauigkeit von 2-3 µm Rz und einem Rpk-Wert
von z. B. 1,0 - 2,0 µm bei einer Porengröße von 2-3 µm.
[0026] Unabhängig von der gesamten Schichtstärke lässt sich allgemein sagen, dass die Tiefe
der Randzonenveränderung in das Material des Werkstücks hinein ca. 1/3 von der nach
außen aufwachsenden Schicht beträgt. Bei einer gesamten Schichtstärke von 20 µm beträgt
die Randzonenveränderung nach innen z. B. ca. 5 µm und ca. 15 µm Schichtaufbau nach
außen in die Bohrung hinein.
[0027] Die angegebene Rauigkeit der Schicht besteht aus einer Welligkeit, welche durch die
Poren und das Gefüge der Schicht bedingt ist. In einem optionalen weiteren Schritt
wird die Beschichtung daher bei Bedarf durch einen Glättvorgang endbearbeitet, um
die Welligkeiten, die beim Beschichten entstanden sind, einzuebnen. Wenn die Welligkeit
gering ist, kann der Glättvorgang entfallen.
[0028] Die Glättbearbeitung kann durch Honen oder Bürsten erfolgen. Um die Welligkeit der
Schicht einzuebnen, kann man mit konventionellen Honwerkzeugen arbeiten. Es empfiehlt
sich jedoch, um den Abtrag zu minimieren und die (Frei-)Form der Oberfläche nur minimal
zu verändern, mit speziellen Glätthhonwerkzeugen zu arbeiten. Deren pendelnd aufgehängten
(Hon-)Leistensegmente sind relativ kurz, bezogen auf die Länge der Zylinderbohrung,
aber länger als die kurzwelligen Anteile des Beschichtungsprofils und erzeugen dadurch
die gewünschte Glättung, ohne die Geometrie der Zylinderbohrung signifikant zu verändern
bei gleichzeitig minimalen Materialabtrag.
[0029] Mit zunehmender Länge der einzelnen Leistensegmente erfolgt eine stärkere Begradigung
der Mantellinie.
[0030] Alternativ ist es auch möglich, mit Honbürsten zu arbeiten, welche sich aufgrund
der Flexibilität ebenfalls der Welligkeit anpassen. Das sind Bürsten, deren einzelne
Borsten zum Beispiel aus Polyamid bestehen, in die abrasive Hartstoffe, wie Siliziumkarbid,
Korund oder Diamantkorn, eingelagert sind.
[0031] Ebenso können so genannte Flex-Hone-Bürsten verwendet werden, welche am Borstenende
zum Beispiel mit keramisch gebundenen schneidstoffhaltigen Knollen ausgerüstet sind.
[0032] Wichtig bei allen Varianten der Glättung ist, dass mit geringstmöglichem Materialabtrag
die Welligkeit der Oberfläche reduziert wird und somit eine Zylinderlaufbahn mit möglichst
hoher Geradheit der Mantellinie erreicht wird. Es wird diametral eine Glätthonzugabe
von weniger als 10 µm abgetragen.
[0033] Beim Glätthonen wird die Porosität der Schicht und mit ihr die Ölhaltefähigkeit weitestgehend
erhalten.
[0034] Insgesamt ist die fertiggehonte geglättete Schichttopographie überlagert von der
Rauigkeit vor dem Beschichten und von den schichtcharakteristischen Poren.
[0035] Das Rauheitsprofil verändert sich dabei, ausgehend von den oben genannten Werten
nach dem Beschichten auf Rz-Werte von 2,0-2,5 µm nach dem Glätten. Ein geeigneter
Rpk-Wert liegt bei 0,13 µm.
[0036] Als Schneidstoffe haben sich metallisch gebundene Diamantkörnungen und keramisch
gebundene Korund- oder SiCKörnungen bewährt.
[0037] Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
in einer fertigungstechnisch gut beherrschbaren Weise eine Schicht herstellen lässt,
die wegen ihrer Porenstruktur und der hohen Werkstoffhärte tribologisch besonders
geeignet ist.
[0038] Die Wärmeabfuhr vom Verbrennungsraum über die Schicht ist besonders effektiv, da
die Schicht quasi-galvanisch aufgetragen wurde und damit eine bestmögliche Substratanbindung
erfolgt.
[0039] Außerdem beeinflusst die erfindungsgemäße Schicht die Geometrie der Zylinderbohrung
nicht oder nur unwesentlich, so dass die Sollform schon vor dem Beschichten fertiggestellt
werden kann. Dabei müssen natürlich der durch die Beschichtung entstehende Auftrag
und der beim optionalen Glätten anfallende Materialabtrag berücksichtigt werden.
[0040] Insgesamt lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren in einer kompakten Fertigungskette
realisieren, welche wirtschaftlich und technologisch hocheffizient ist.
[0041] Es zeigen:
Figur 1 die Bohrungsmantellinie nach der Vorbehandlung durch Feinbohren oder Honen;
Figur 2 die Bohrungsmantellinie mit aufgetragener Schicht,
Figur 2.1 die Welligkeit der Schicht;
Figur 2.2 eine stark vergrößerte Wiedergabe der Oberfläche der Schicht vor dem Glätten;
Figur 3 die Bohrungsmantellinie mit aufgetragener Schicht nach dem Glätten;
Figur 3.1 die Welligkeit der Schicht nach dem Glätten
Figur 3.2 eine stark vergrößerte Wiedergabe der Oberfläche der Schicht nach dem Glätten
und
Figur 4 eine schematische Darstellung eines Honwerkzeugs zum Glätten.
[0042] In Figur 1 ist die Mantellinie 2 einer durch Honen vorbearbeiteten (Zylinder-)Bohrung
dargestellt. In diesem Zustand ist das Substrat für die nachfolgende Beschichtung
aktiviert und hat die gewünschte Sollform.
[0043] In Figur 2 ist die Oberfläche nach der Behandlung durch PED dargestellt. Anhand dieser
Figur wird deutlich, dass eine Dicke der Beschichtung 9 zu etwa einem Drittel (Bezugszeichen
4) eine Veränderung der Randzone des Substrats darstellt und zu etwa zwei Dritteln
(Bezugszeichen 3) einen Schichtaufbau nach außen hin bewirkt.
[0044] Es ist zu beachten, dass das Vorbearbeitungsmaß der Bohrung (siehe die Mantellinie
2) so ausgelegt ist, dass die Mantellinie 5 der Beschichtung 9 im Toleranzband der
fertig bearbeiteten Bohrung liegt.
[0045] In der Figur 2.1 ist die Welligkeit der Mantellinie 5 gemäß Figur 2 dargestellt.
In vielen Anwendungen ist die Welligkeit zu groß, so dass sich ein Glättvorgang zur
Verringerung der Welligkeit anschließen muss.
[0046] In der Figur 2.2. ist eine REM-Aufnahme der Oberfläche nach dem Beschichten dargestellt.
Dabei fallen die Poren 8 der Beschichtung auf.
[0047] Figur 3 zeigt die geglättete Mantellinie 6, welche zum Beispiel durch Honen mit dem
in Figur 4 gezeigten Werkzeug erreicht wurde. Dabei wurde die Mantellinie so geglättet,
dass eine geradlinige Mantellinie 6 unter Beibehaltung der Poren 8 entsteht. Nach
dem Glätten liegt die geglättete Mantellinie 6 auch im Toleranzband der fertig bearbeiteten
Bohrung.
[0048] Die Oberfläche der geglätteten Mantellinie ist auch in Figur 3.1 im Tastschnitt sowie
in der REM-Aufnahme Figur 3.2 dargestellt.
[0049] Figur 4 zeigt das Prinzip des Glätthonens mit einem federnd gelagerten Honstein 7
zu Beginn des Glätthonens. Über die Radialkraft FR erfolgt die radiale Beaufschlagung
der Beschichtung. Durch die Federn hat der Honstein 7 die Möglichkeit, die kurzen
Welligkeiten der Beschichtung zu verringern, ohne die Sollform der Zylinderbohrung
zu verändern. Beim Glätten bleiben die Porenstrukturen weitgehend erhalten.
1. Verfahren zur Herstellung einer verschleißfesten Oberfläche eines Werkstücks (1) aus
Aluminium oder einer Aluminium-Legierung umfassend die Schritte: Vorbearbeiten und
Aktivieren der Oberfläche durch Honen oder Feinbohren und Aufbringen einer verschleißfesten
Beschichtung (9) durch Elektrolyse, indem die verschleißfeste Beschichtung (9) durch
Plasma Electrolytic Deposition (PED) aus einem sauren wässrigen Elektrolyten enthaltend
wasserlösliche Fluorokomplexe des Elements Titan erzeugt wird, wobei das Werkstück
(1) als Anode geschaltet ist und die verschleißfeste Beschichtung (9) eine Titanoxid-Beschichtung
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an das Aufbringen der verschleißfesten Beschichtung (9) die Oberfläche
unter Beibehaltung der Porosität der Beschichtung (9) geglättet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Beschichtung (9) durch Honen, insbesondere Glätthonen, oder Bürsten
geglättet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass beim Glätten weniger als 5 µm, und bezogen auf den Durchmesser einer Zylinderbohrung
(1) weniger als 10 µm, abgetragen werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche zwischen dem Aktivieren und dem Aufbringen der Beschichtung (9) bevorzugt
alkalisch entfettet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Vorbearbeitung eine zylindrische Oberfläche erzeugt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Beschichtung eines Werkstücks (1) aus einer untereutektischen Aluminium-Legierung
eingesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Herstellung der Zylinderbohrung (1) einer Brennkraftmaschine eingesetzt wird.
1. A method for producing a wear-resistant surface of a workpiece (1) that is made of
aluminum or an aluminum alloy, comprising the steps of:
premachining and activating the surface by honing or precision boring and applying
a wear-resistant coating (9) by means of electrolysis by producing the wear-resistant
coating (9) by means of plasma electrolytic deposition (PED) from an acidic aqueous
electrolyte containing watersoluble fluoro complexes of the element titanium, wherein
said workpiece (1) is connected as an anode, and said wear-resistant coating (9) is
a titanium oxide coating.
2. The method according to claim 1, characterized in that after the wear-resistant coating (9) has been applied, the surface is smoothed while
the porosity of the coating (9) is retained.
3. The method according to claim 2, characterized in that the surface of the coating (9) is smoothed by honing, especially smooth-honing, or
brushing.
4. The method according to claim 2 or 3, characterized in that during the smoothing less than 5 µm, and less than 10 µm as based on the diameter
of a cylinder bore (1), is removed.
5. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the surface is degreased, preferably by alkaline degreasing, between the activating
and the applying of said coating (9).
6. The method according to any of the preceding claims, characterized in that a cylindrical surface is produced during the premachining step.
7. The method according to any of the preceding claims, characterized in that it is employed for coating a workpiece (1) made of a hypoeutectic aluminum alloy.
8. The method according to any of the preceding claims, characterized in that it is employed for producing the cylinder bore (1) of an internal combustion engine.
1. Procédé de fabrication d'une surface anti-usure d'une pièce (1) composée d'aluminium
ou d'un alliage d'aluminium, comprenant les étapes suivantes : pré-usinage et activation
de la surface par rodage ou alésage de finition et application d'un revêtement anti-usure
(9) par électrolyse, en ce que le revêtement anti-usure (9) est produit par dépôt
électrolytique assisté par plasma (PED) à partir d'un complexe fluoré de l'élément
titane soluble dans l'eau et contenant des électrolytes aqueux acides, la pièce (1)
étant montée en anode, et le revêtement anti-usure (9) étant un revêtement d'oxyde
de titane.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, après l'application du revêtement anti-usure (9), on lisse la surface en conservant
la porosité du revêtement (9).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la surface du revêtement (9) est lissée par rodage, en particulier par rodage de
précision, ou par brossage.
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que, lors du lissage, on enlève moins de 5 µm et, rapporté au diamètre d'un alésage de
cylindre (1), moins de 10 µm.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface est dégraissée, de préférence par voie alcaline, entre l'activation et
l'application du revêtement (9).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une surface cylindrique est produite lors du pré-usinage.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on l'utilise pour revêtir une pièce (1) composée d'un alliage d'aluminium hypoeutectique.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on l'utilise pour fabriquer un alésage de cylindre (1) d'un moteur à combustion interne.