(19)
(11) EP 3 218 146 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
07.11.2018  Patentblatt  2018/45

(21) Anmeldenummer: 15759453.2

(22) Anmeldetag:  04.09.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B24B 49/00(2012.01)
B24B 3/36(2006.01)
B26D 7/12(2006.01)
B24B 3/46(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2015/070240
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2016/074816 (19.05.2016 Gazette  2016/20)

(54)

VERFAHREN ZUM SCHLEIFEN EINES MESSERS

METHOD FOR SHARPENING A KNIFE

PROCÉDÉ D'AIGUISAGE D'UNE LAME


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 11.11.2014 DE 102014222953

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
20.09.2017  Patentblatt  2017/38

(73) Patentinhaber: GEA Food Solutions Germany GmbH
35216 Biedenkopf-Wallau (DE)

(72) Erfinder:
  • KELLER, Markus
    A-6600 Pflach (AT)

(74) Vertreter: Kutzenberger Wolff & Partner 
Theodor-Heuss-Ring 23
50668 Köln
50668 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 2 796 251
DE-A1-102012 005 566
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schleifen eines Messers einer Aufschneidevorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie z.B. aus der EP 2 796 251 A2 bekannt.

    [0002] Derartige Verfahren sind aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannt, haben jedoch den Nachteil, dass die Messer oftmals falsch geschliffen werden.

    [0003] Es war deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, das die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist.

    [0004] Gelöst wird die Aufgabe mit einem Verfahren zum Schleifen eines Messers einer Aufschneidevorrichtung wie im Anspruch 1 definiert.

    [0005] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, wie beispielsweise Wurst, Schinken und/oder Käse, unter Verwendung einer Aufschneidevorrichtung. Derartige Aufschneidevorrichtungen werden von dem Fachmann auch als "Slicer" oder "Hochleistungsslicer" bezeichnet. Diese Aufschneidevorrichtungen weisen ein sich bewegendes, insbesondere drehendes Messer auf, das von dem vorderen Ende eines Lebensmittelproduktes Lebensmittelscheiben abschneidet. Dabei wirkt das Messer in der Regel mit einer Schneidkante zusammen, die beispielsweise am vorderen Ende einer Produktauflage vorgesehen ist und die gemeinsam mit dem Messer die Schneidebene definiert, in der Lebensmittelscheiben von dem Lebensmittelprodukt abgetrennt werden. Zwischen dem Messer und der Schneidleiste befindet sich ein Schneidspalt, der so klein wie möglich sein sollte, um ein "Abhacken" von Teilen des Lebensmittelproduktes zu verhindern. Der Schneidspalt muss aber so groß sein, dass das Messer die Schneidkante möglichst nicht berührt. Beim Aufschneiden wird das Lebensmittelprodukt kontinuierlich oder intermittierend in Richtung des Schneidmessers transportiert. Die abgeschnittenen Lebensmittelscheiben fallen beispielsweise auf einen Ablagetisch, auf dem sie zu Portionen zusammengefasst werden. Sobald eine Portion fertiggestellt ist, wird sie aus dem Abwurfbereich des Messers entfernt und der Aufschnitt einer neuen Portion kann beginnen. Für den Abtransport können sogenannte Leerschnitte nötig sein, bei denen sich das Messer bewegt, insbesondere dreht, ohne dass Lebensmittelscheiben von dem Lebensmittelprodukt abgetrennt werden. Vorzugsweise ist die Aufschneidevorrichtung mehrspurig vorgesehen, d. h. dass mehrere Lebensmittelprodukte von einem Messer, insbesondere zumindest teilweise gleichzeitig oder zumindest teilweise sequentiell, aufgeschnitten werden. Dafür weist die Vorrichtung für jedes Lebensmittelprodukt eine eigene Spur auf, entlang derer es in Richtung des Messers transportiert wird.

    [0006] Bei jedem Schnitt, den das Messer vollführt, vermindert sich die Schärfe der Schneidkante des Messers. Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass Messerabnutzungsdaten erfasst und vorzugsweise gespeichert werden und dass diese Daten an eine Schleifvorrichtung übergeben werden, die diese Daten beim Schleifen berücksichtigt. Das Messer wird folglich nicht gemäß einem Standardprogramm geschliffen, sondern entsprechend der individuellen Abnutzung. Dadurch kann die Standzeit des Messers erheblich verlängert werden.

    [0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Messerabnutzungsdaten Informationen über das aufgeschnittene Lebensmittelprodukt und/oder die Anzahl der abgeschnittenen Scheiben. Diese bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung berücksichtigt, dass ein Messer abhängig von dem Lebensmittelprodukt unterschiedlich belastet wird. Beispielsweise wird ein Messer beim Aufschneiden eines vergleichsweise harten Produkts, wie Salami, stärker belastet, d.h. stärker abgestumpft, als beim Aufschneiden eines vergleichsweise weichen Produkts, wie Sülze. Beim Aufschneiden von mehreren Lebensmittelprodukten gleichzeitig wird die Schneidkante des Messers über eine größere Länge der Schneide beansprucht als beispielsweise beim Aufschneiden eines einzigen Produkts. Auch diese Informationen können beim Schleifen wichtig sein, dahingehend, dass nur ein Teilbereich oder die gesamte Länge des Messers, insbesondere der Schneidkante geschliffen werden muss.

    [0008] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die Messerabnutzungsdaten Informationen über die Temperatur des Lebensmittelprodukts und/oder den Hersteller des Lebensmittelprodukts und/oder Daten über die äußere Kontur und/oder innere Struktur des Lebensmittelprodukts auf. Temperaturdaten können beispielsweise dahingehend wichtig sein, ob ein Produkt hart oder weich ist. Beispielsweise belastet ein gefrorenes Produkt ein Messer wesentlich mehr als ein Produkt, das oberhalb seines Gefrierpunkts aufgeschnitten wird. Informationen über den Hersteller können beispielsweise Informationen über die mechanischen Eigenschaften eines Produkts liefern, weil beispielsweise die mechanischen Eigenschaften desgleichen Produktes von unterschiedlichen Herstellern unterschiedlich ausfallen können.

    [0009] Die Daten über die äußere Kontur und/oder die innere Struktur können auch für die Abnutzung eines Schneidmessers entscheidend sein. Die Größe der äußeren Kontur entscheidet letztendlich über die Länge des Abschnitts des Messers, der in das Produkt eintaucht. Die innere Struktur ist gleichfalls entscheidend für die Abnutzung des Messers. Beispielsweise beansprucht ein faseriges Muskelmaterial das Schneidmesser mehr als Fettgewebe. Auch ein ggf. in dem Lebensmittelprodukt vorhandener Fremdkörper, wie beispielsweise ein Knochenstück, kann das Messer erheblich belasten und dadurch stumpf machen. Die äußere Kontur und/oder die innere Struktur können durch dem Fachmann bekannte Detektionsverfahren ermittelt werden. Beispielsweise können die Kontur und die Struktur durch ein Durchstrahlverfahren, beispielsweise mittels Röntgen-Strahlen, ermittelt werden.

    [0010] Vorzugsweise werden die Messerabnutzungsdaten auf einem Datenspeicher, der sich an oder in dem Messer befindet, abgespeichert und von einer Schleifvorrichtung werden diese Daten dann wieder aus dem Speicher ausgelesen und das Schleifprogramm entsprechend der Abnutzung ausgeführt.

    [0011] Dafür weisen die Aufschneide- und/oder die Schleifvorrichtung vorzugsweise einen Computer mit einem Computerprogramm auf, das die übermittelten Messerabnutzungsdaten analysiert und das Schleifprogramm individuell an diese Messerabnutzungsdaten anpasst.

    [0012] Individuell angepasst im Sinne der Erfindung bedeutet, dass zumindest ein Schleifprogramm aus einer Mehrzahl von Schleifprogrammen ausgewählt wird. Vorzugsweise wird jedoch ein einzigartiges Schleifprogramm für einen bestimmten Abnutzungszustand errechnet oder ausgewählt.

    [0013] Ein individuell konfiguriertes Schleifprogramm kann beispielsweise festlegen, welcher Abschnitt der Messerschneide mit welcher Intensität, d. h. insbesondere Kraft, Dauer, Fläche des Messers, die bearbeitet wird und/oder Schleifwinkel, geschliffen wird.

    [0014] Es ist aber auch möglich, dass die Abnutzungsdaten mittels eines Datentransfers, der über eine Standleitung und/oder drahtlos erfolgen kann, von der Aufschneidevorrichtung an die Schleifvorrichtung übertragen werden. Für diese bevorzugte Ausführungsform weist jedes Messer vorzugsweise Identifikationsdaten auf, die das Messer eindeutig identifizieren. Diese Identifikationsdaten werden vorzugsweise sowohl von der Aufschneidevorrichtung als auch von der Schleifvorrichtung erfasst. Die Aufschneidevorrichtung übermittelt dann die Abnutzungsdaten gemeinsam mit der Identifikation und sobald die Schleifvorrichtung die entsprechende Identifikation auf dem Messer erkannt hat, werden die dem Messer zugeordneten Abnutzungsdaten herangezogen, um ein Schleifprogramm zu konfigurieren oder auszuwählen.

    [0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden zu mindestens einem, vorzugsweise jedem, Messer Daten über die Schleif- und/oder Benutzungshistorie gespeichert. Die Speicherung kann auf dem Datenspeicher erfolgen, der vorzugsweise in oder an dem Messer vorgesehen ist. Die Datenspeicherung kann aber auch in einem Computer erfolgen, aus dem sie dann wieder abgerufen werden kann. Die Schleif- und/oder Benutzungshistorie kann auch zur Konfigurierung des Schleifprogramms herangezogen werden. Beispielsweise kann es möglich sein, dass nach einer bestimmten Zahl an Schleifvorgängen und/oder anhand einer bestimmten Zahl von Benutzungszyklen ein sogenannter Grundschliff nötig ist, bei dem die Schärfe des Messers und/oder der Winkel der Schneide grundlegend neu geschliffen werden muss. Anhand der Schleif- und/oder Benutzungshistorie kann aber auch festgelegt werden, wann ein Messer ersetzt werden muss. Dieser Ersatzvorgang kann dann rechtzeitig genug eingeleitet werden, so dass keine Produktionsausfälle entstehen.

    [0016] Wie bereits oben erwähnt, weist das Messer vorzugsweise eine Kennung auf, mittels derer es eindeutig identifizierbar ist. Diese Kennung kann in dem Datenspeicher hinterlegt sein, sie kann aber auch als maschinen- und/oder menschenlesbarer Code auf dem Messer selbst hinterlegt sein. Sobald das Messer an der Aufschneide- oder Schleifvorrichtung angeordnet wird, wird diese Kennung, vorzugsweise von der entsprechenden Vorrichtung, ausgelesen oder diese von dem Betreiber der Vorrichtung mitgeteilt. Vorzugsweise werden die Daten, die sich auf dem Speicher befinden, verbunden mit der Kennung ausgelesen oder verbunden mit der Kennung abgespeichert.

    [0017] Vorzugsweise weist die Kennung Daten über das Material des Messers und/oder der Schneidkante auf. Des Weiteren können die Daten Informationen über das Herstelldatum des Messers aufweisen. Diese Informationen können auch bei der Konfigurierung des Schleifprogramms herangezogen werden.

    [0018] Vorzugsweise weisen die Abnutzungsdaten Informationen darüber auf, wie oft das Schneidmesser Kontakt mit der Schneidleiste in dem relevanten Abnutzungszeitraum zwischen zwei Schleifvorgängen hatte. Ein derartiger Kontakt kann beispielsweise bei der Einstellung des Schneidspalts entstehen und führt in der Regel dazu, dass die Schneidkante des Messers besonders stark beansprucht wird. Eine derartige Beanspruchung muss bei dem Schleifprogramm berücksichtigt werden.

    [0019] Weiterhin bevorzugt weisen die Abnutzungsdaten Information über die Verwendung von Interleavern auf. Auch das Schneiden von Interleavern beansprucht die Schneidkante des Schneidmessers, insbesondere lokal, sehr stark, so dass diese Stelle ggf. anders bearbeitet werden muss als die restliche Schneidkante.

    [0020] Vorzugsweise weisen die Abnutzungsdaten Informationen über die Position des Messers relativ zu der Auflagefläche des Produktes und/oder relativ zu dem Produkt auf, weil diese Position darüber entscheiden kann, wo und wie die Schneidkante belastet und folglich stumpf wird.

    [0021] Auch die Drehzahl des Messers wird vorzugsweise abgespeichert, weil diese ebenfalls für die mechanische Beanspruchung der Schneidkante des Messers maßgeblich sein kann.

    [0022] Vorzugsweise umfassen die Abnutzungsdaten auch Informationen über die Anzahl der Leerschnitte des Messers, weil diese Leerschnitte zu keiner Belastung der Schneidkante des Schneidmessers führen.

    [0023] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren 1 und 2 erläutert. Diese Erläuterungen sind lediglich beispielhaft und schränken den allgemeinen Erfindungsgedanken nicht ein. Die Erläuterungen gelten für alle Gegenstände der vorliegenden Erfindung gleichermaßen.
    Figur 1
    zeigt eine Aufschneidevorrichtung.
    Figur 2
    zeigt eine Schleifvorrichtung.


    [0024] Figur 1 zeigt eine Aufschneidevorrichtung 5. Die Aufschneidevorrichtung 5 weist ein Messer 11 auf, das ein Lebensmittelprodukt 2 in Lebensmittelscheiben 12 schneidet. Dazu wird jedes Lebensmittelprodukt 2 mit einem Fördermittel 4, hier zwei Förderbändern 4, kontinuierlich oder intermittierend in Richtung der Schneidebene 6 des Messers 11 transportiert. Das untere Förderband 4 ist gleichzeitig eine Produktauflage. Das Schneidmesser 11 ist an einer sich drehenden Messeraufnahme 3 befestigt und wirkt mit einer Schneidkante 19 schneidend zusammen, die beispielsweise am vorderen Ende einer Produktauflage 4 vorgesehen ist und die gemeinsam die Schneidebene 6 definieren. Zwischen dem Messer 11 und der Schneidkante 19 ist ein sogenannter Schneidspalt vorhanden, der möglichst klein sein sollte, jedoch so groß sein muss, dass das Messer die Schneidkante nicht berührt. Dieser Spalt muss regelmäßig eingestellt werden. Dies kann durch eine Bewegung des Messers und/oder der Schneidkante erfolgen. Außerdem muss die Schneidkante parallel zu dem Messer ausgerichtet sein. Nach dem Abschneiden fallen die Lebensmittelscheiben in der Regel auf einen Ablagetisch 1, der mit Transportmitteln versehen ist, auf dem sie zu jeweils einer Portion 14, hier einem Stapel, konfiguriert werden. Die fertiggestellten Portionen 14 werden sodann aus dem Schneidmesserbereich abtransportiert und danach verpackt. Für den Abtransport der Scheiben kann es notwendig sein, dass das Messer 11 Leerschnitte durchführt, bei denen sich das Messer dreht, ohne von dem Lebensmittelprodukt Lebensmittelscheiben abzutrennen. Dies kann dadurch erreicht werden, dass das Messer von dem vorderen Ende des Lebensmittelprodukts wegbewegt und/oder dass das Lebensmittelprodukt von dem Messer zurückgezogen wird. Die Scheibenstärke ergibt sich aus der Vorschubstrecke des Lebensmittelproduktes zwischen zwei Schnitten. Bei konstanter Messerdrehgeschwindigkeit erfolgt die Regelung der Scheibenstärke über die Vorschubgeschwindigkeit des Lebensmittelproduktes. Die Aufschneidevorrichtung kann pro Vorschubtrasse einen Greifer (nicht dargestellt) aufweisen, der das rückwärtige Ende 13 des Lebensmittelproduktes 2 vorbewegt oder während des Aufschneidens ergreift und dieses während des Aufschneidens stabilisiert. Vorzugsweise ist die Aufschneidevorrichtung mehrspurig vorgesehen, d. h. dass mehrere Lebensmittelprodukte 2 von einem Messer, insbesondere zumindest zeitweise gleichzeitig oder zumindest zeitweise sequentiell, aufgeschnitten werden. Dafür weist die Vorrichtung für jedes Lebensmittelprodukt eine eigene Spur 7 auf, entlang derer es in Richtung des Messers 11 transportiert wird. Vorzugsweise weist das Messer einen Datenspeicher 8 auf. Vorzugsweise handelt es dabei um einen RFID. Alternativ oder zusätzlich weist das Messer eine Identifikation auf, die besonders bevorzugt maschinenlesbar ist. Weiterhin bevorzugt weist die Aufschneidevorrichtung eine Lese-/Schreibeinheit 9 auf, die, wie durch den Doppelpfeil 10 dargestellt, zumindest unidirektional, vorzugsweise bidirektional, Daten mit dem Datenspeicher austauschen kann. Insbesondere ist die Lese-/Schreibeinheit 9 jedoch eine Schreibeinheit, die Daten über die Abnutzung des Messers in dem Datenspeicher hinterlegt. Die Lese-/Schreibeinheit 9 kann aber auch eine Datenleitung (nicht dargestellt) aufweisen, die mit einer Schleifvorrichtung 15 (vgl. Fig. 2) verbunden ist, um Daten über die Abnutzung des jeweiligen Messers 11 zu erhalten.

    [0025] Bei dem Aufschneidevorgang, d. h. wenn das Messer auf das Lebensmittelprodukt auftrifft und in dieses eindringt, wird die Schneide des Messers belastet und stumpft mit jedem Schneidvorgang ab. Der Grad der Abstumpfung hängt beispielsweise von der Art des Lebensmittelprodukts, das aufgeschnitten wird, und/oder von dessen Temperatur ab. Außerdem stumpft die Schneidkante des Schneidmessers abhängig von der äußeren Kontur, der inneren Struktur und/oder von der Anzahl der Lebensmittelprodukte, die gleichzeitig aufgeschnitten werden, ab. Insbesondere durch die äußere Kontur bzw. die Anzahl der Lebensmittelprodukte, die gleichzeitig aufgeschnitten werden, wird die Länge, über die die Schneidkante abstumpft, beeinflusst. Lediglich diese Länge muss dann bei einem Schleifvorgang bearbeitet werden, was die Abnutzung des Messers und/oder die Schleifdauer reduziert.

    [0026] Die Daten über die Abnutzung werden beispielsweise in dem Datenspeicher 8, der in oder an dem Messer vorgesehen ist, hinterlegt und von einer Schleifvorrichtung, die in Figur 2 dargestellt ist, ausgelesen. Dafür weist die Schleifvorrichtung eine Lese-/Schreibeinheit 16 auf, die die gespeicherten Daten aus dem Datenspeicher 8 ausliest. Der Fachmann versteht, dass die Daten aber auch mittels eines Datentransfers losgelöst von dem Schneidmesser von der Aufschneidevorrichtung an die Schleifvorrichtung und/oder umgekehrt übertragen werden können. Die ausgelesenen Daten werden von einer Computereinheit analysiert und zu einem vorzugsweise individuellen Schneidprogramm konfiguriert, das der Abnutzung des Messers zwischen zwei Schleifzyklen Rechnung trägt. Dieses Computerprogramm steuert vorzugsweise ein Schleifmittel 18. Vorzugsweise werden die Daten über den jeweiligen Schleifvorgang ebenfalls abgespeichert und können bei der Konfigurierung des nächsten Schleifvorgangs berücksichtigt werden. Des Weiteren können diese Daten dazu dienen, wiederum die Aufschneidevorrichtung, beispielsweise die Position des Messers relativ zu dem aufzuschneidenden Produkt oder der Schneidleiste, einzustellen, um das Schneidmesser bei den folgenden Aufschneidevorgängen in einem anderen Bereich der Schneidkante zu beanspruchen. Die Messerabnutzungsdaten können alternativ oder zusätzlich auch zu diesem Einstellvorgang herangezogen werden. Die Schleifdaten können des Weiteren dazu dienen, den Schleifvorgang zu konfigurieren und/oder festzulegen, wann das Messer ersetzt werden muss.

    Bezugszeichenliste:



    [0027] 
    1
    Ablagetisch
    2
    Lebensmittelprodukt
    3
    Messeraufnahme
    4
    Auflagefläche, Transportmittel einer Spur 7
    5
    Aufschneidevorrichtung
    6
    Schneidebene
    7
    Spur
    8
    Datenspeicher
    9
    Lese-/Schreibeinheit der Aufschneidevorrichtung
    10
    Datenaustausch zwischen Messer und Aufschneidevorrichtung
    11
    Messer, Kreismesser
    12
    Lebensmittelscheiben
    13
    Rückseite des Lebensmittelproduktes
    14
    Portion, Lebensmittelportion
    15
    Schleifvorrichtung
    16
    Lese-/Schreibeinheit der Schleifvorrichtung
    17
    Datenaustausch zwischen Messer und Schleifvorrichtung
    18
    Schleifmittel
    19
    Schneidleiste, Schneidkante



    Ansprüche

    1. Verfahren zum Schleifen eines Messers einer Aufschneidevorrichtung (5), das von einem Lebensmittelprodukt (2) Lebensmittelscheiben (12) abtrennt, wobei das Messer vorzugsweise mit einem Datenspeicher (8) versehen ist und die Aufschneidevorrichtung (5) vorzugsweise eine Lese-/Schreibeinheit aufweist, die Daten des Datenspeichers (8) ausliest und/oder Daten auf dem Datenspeicher abspeichert, wobei während des Aufschneidens Messerabnutzungsdaten erfasst und vorzugsweise gespeichert werden und dass diese Daten an eine Schleifvorrichtung (15) übergeben werden, die abhängig von der erfassten Abnutzung das Messer schleift, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerabnutzung Daten über die Anzahl der parallel aufgeschnittenen Lebensmittelprodukte umfasst.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerabnutzungsdaten Daten über das aufgeschnittene Lebensmittelprodukt und/oder die Anzahl der abgeschnitten Scheiben umfasst.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerabnutzungsdaten Informationen über die Temperatur des Lebensmittelproduktes und/oder den Hersteller des Lebensmittelprodukts und/oder Daten über die äußere Kontur und/oder innere Struktur aufweisen.
     
    4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerabnutzungsdaten auf dem Datenspeicher (8) abgespeichert werden und dass die Schleifvorrichtung die Messerabnutzungsdaten aus dem Datenspeicher (8) ausliest und das Schleifprogramm entsprechend der Abnutzung ausführt.
     
    5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnutzungsdaten mit einem Datentransfer von der Aufschneidevorrichtung an die Schleifvorrichtung übertragen werden.
     
    6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerabnutzungsdaten in dem Datenspeicher (8) abgespeichert werden.
     
    7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zu jedem Messer (11) Daten über die Schleif- und/oder Benutzungshistorie abgespeichert werden.
     
    8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer mit einer Kennung versehen wird, mit der es eindeutig identifizierbar ist.
     
    9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Kennung Daten über den Hersteller, das Material, aus dem das Messer, insbesondere die Schneide, gefertigt ist, und/oder das Herstelldatum aufweist.
     
    10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnutzungsdaten Informationen über den Kontakt des Schneidmessers mit einer Schneidleiste (19) aufweisen.
     
    11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnutzungsdaten Informationen über die Verwendung von Interleavern aufweisen.
     
    12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnutzungsdaten Informationen über die Position des Messers aufweisen.
     
    13. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnutzungsdaten Informationen über die Drehzahl des Messers (11) aufweisen.
     
    14. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass die Abnutzungsdaten Informationen über die Anzahl der Leerschnitte des Messers (11) aufweisen.
     


    Claims

    1. Method for sharpening a blade of a slicing apparatus (5) that cuts off food slices (12) from a food product (2), wherein the blade is preferably provided with a data memory (8) and the slicing apparatus (5) preferably has a read/write unit which reads data from the data memory (8) and/or stores data in the data memory, wherein blade wear and tear data are captured during slicing and are preferably stored, and these data are transferred to a sharpening apparatus (15) which sharpens the blade on the basis of the captured wear and tear, characterized in that the blade wear and tear comprises data relating to the number of food products sliced in a parallel manner.
     
    2. Method according to Claim 1, characterized in that the blade wear and tear data comprise data relating to the food product which has been sliced and/or the number of slices which have been cut off.
     
    3. Method according to Claim 1, characterized in that the blade wear and tear data have information relating to the temperature of the food product and/or the producer of the food product and/or data relating to the outer contour and/or inner structure.
     
    4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the blade wear and tear data are stored in the data memory (8), and in that the sharpening apparatus reads the blade wear and tear data from the data memory (8) and executes the sharpening program according to the wear and tear.
     
    5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the wear and tear data are transmitted with a transfer of data from the slicing apparatus to the sharpening apparatus.
     
    6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the blade wear and tear data are stored in the data memory (8).
     
    7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that data relating to the sharpening and/or usage history are stored for each blade (11).
     
    8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the blade is provided with an identifier with which it can be uniquely identified.
     
    9. Method according to Claim 8, characterized in that with the identifier has data relating to the producer, the material from which the blade, in particular the cutting edge, is manufactured, and/or the production date.
     
    10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the wear and tear data have information relating to the contact between the cutting blade and a cutting bar (19).
     
    11. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the wear and tear data have information relating to the use of interleavers.
     
    12. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the wear and tear data have information relating to the position of the blade.
     
    13. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the wear and tear data have information relating to the speed of the blade (11).
     
    14. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the wear and tear data have information relating to the number of unproductive cuts by the blade (11).
     


    Revendications

    1. Procédé d'affûtage d'une lame d'un dispositif de découpe (5) qui coupe des tranches d'aliment (12) d'un produit alimentaire (2), la lame étant de préférence pourvue d'une mémoire de données (8) et le dispositif de découpe (5) possédant de préférence une unité le lecture/écriture qui lit des données de la mémoire de données (8) et/ou enregistre des données sur la mémoire de données, des données d'usure de la lame étant acquises et de préférence mémorisées pendant la coupe et ces données étant transférées à un dispositif d'affûtage (15) qui affûte la lame en fonction de l'usure détectée, caractérisé en ce que l'usure de la lame comprend des données relatives au nombre de produits alimentaires découpés en parallèle.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les données d'usure de la lame comprennent des données relatives du produit alimentaire découpé et/ou au nombre de tranches découpées.
     
    3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les données d'usure de la lame présentent des informations à propos de la température du produit alimentaire et/ou du fabricant du produit alimentaire et/ou des données relatives au contour extérieur et/ou à la structure interne.
     
    4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure de la lame sont enregistrées sur la mémoire de données (8) et en ce que le dispositif d'affûtage lit les données d'usure de la lame depuis la mémoire de données (8) et exécute le programme d'affûtage en fonction de l'usure.
     
    5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure sont transmises par un transfert de données du dispositif de découpe au dispositif d'affûtage.
     
    6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure de la lame sont enregistrées dans la mémoire de données (8) .
     
    7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des données relatives à l'historique d'affûtage et/ou d'utilisation sont enregistrées pour chaque lame (11).
     
    8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la lame est pourvue d'un identifiant qui permet de l'identifier de manière univoque.
     
    9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'avec l'identificateur présente des données relatives au fabricant, au matériau dans lequel est fabriquée la lame, notamment le tranchant, et/ou à la date de fabrication.
     
    10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure présentent des informations à propos du contact de la lame de coupe avec une contre-lame (19).
     
    11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure présentent des informations à propos de l'utilisation de feuillets intercalaires.
     
    12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure présentent des informations à propos de la position de la lame.
     
    13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure présentent des informations à propos de la vitesse de rotation de la lame (11).
     
    14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données d'usure présentent des informations à propos du nombre de coupes à vide de la lame (11).
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente