[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdichten des Filterpressraumes zwischen
zwei Filterpresselementen in der Keilzone von Entwässerungsmaschinen, insbesondere
Doppelbandpressen, bestehend aus zwei umlaufenden Filterpressbändern, mit mindestens
an zwei gegenüberliegenden Seiten des Filterpressraumes zwischen den Filterpressbändern
angeordneten elastischen Dichtleisten, die an einer Stützleiste befestigt sind.
[0002] Solche Abdichtungen dienen bei Doppelsiebbandpressen zur Begrenzung der Faserstoffbahn,
insbesondere Zellstoffbahn und sollen ein seitliches Austreten der Faserstoff-, insbesondere
Zellstoffsuspension im Bereich der Keilzone verhindern. Im Bereich der Keilzone wird
der Druck auf die Suspension kontinuierlich erhöht, so dass eine stabile Abdichtung
erforderlich ist. Derartige Dichtvorrichtungen sind z.B. aus der
DE 34 04 422 A1 bekannt. Die Befestigung ist aber sehr aufwändig und daher bei einem Austausch, der
durch den Verschleiß bedingt von Zeit zu Zeit erfolgen muss, auch sehr zeitintensiv.
Hier wurde versucht durch Bolzen mit einer Bajonettverbindung eine Vereinfachung zu
schaffen, jedoch müssen dann die Klemmleiste und die Stützleiste mittels Schweißung
in der Position gesichert werden. Weitere Dichtvorrichtungen sind u.a. aus der
EP 0 299 765 A2 bekannt. Hier wird ein Kunststoffblock eingesetzt, der sehr genau an die Geometrie
des Keils zwischen den Filterpressbändern (Siebbändern) angepasst sein muss, wobei
schon bei einem geringen Verschleiß Undichtheiten auftreten.
[0003] Ziel der Erfindung ist es daher eine Dichtvorrichtung zu schaffen, die einfach und
schnell zu montieren ist und auch bei Verschleiß eine lange Lebensdauer mit vollständiger
Dichtwirkung hat.
[0004] Die Erfindung ist daher dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtleisten mit der jeweils
zugeordneten Stützleiste durch eine Schwalbenschwanzverbindung miteinander verbunden
sind. Die Montage und Demontage ist dann recht einfach möglich, wobei nur am Einlauf
(dem größten Abstand der beiden Filterpressbänder) eine Schraube zur Sicherung vorgesehen
ist. Die unterschiedliche Längenausdehnung von Dichtleiste und Stützleiste durch die
unterschiedlichen Materialien wird dadurch ermöglicht, dass sich die Dichtleiste in
der Schwalbenschwanzverbindung ungehindert in Richtung auf den Auslauf (engster Abstand
der Filterpressbänder) ausdehnen kann.
[0005] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die
Dichtleiste aus einem Grundkörper und daran anschließenden Dichtlippen besteht und
die Dichtlippen im Bereich des Grundkörpers eine geringere Dicke aufweisen. Dadurch
kann der Keil enger zusammengestellt werden, was zu dünneren und besser ausgepressten
Zellstoffbändern führt.
[0006] Eine günstige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper
eine obere und eine untere Längsnut aufweist. Durch die Verlagerung der Knickstelle
der Dichtlippen in den Bereich innerhalb des Grundkörpers kann die Knickstelle nicht
mehr beschädigt werden. Außerdem kann dadurch der Spalt zwischen den Filterpressbändern
reduziert werden.
[0007] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen beispielhaft beschrieben, wobei
Fig. 1a eine Keilzone einer Doppelbandmaschine
Fig. 1b einen Querschnitt durch die Keilzone nach Fig. 1a entlang der Linie II-II
Fig. 2 eine Dichtvorrichtung nach dem Stand der Technik,
Fig. 3 eine Variante der erfindungsgemäßen Dichtvorrichtung,
Fig. 4 eine andere Variante der erfindungsgemäßen Dichtvorrichtung,
Fig. 5 die Einbausituation der Dichtvorrichtung nach Fig. 4 darstellt.
[0008] Fig. 1 a zeigt eine Keilzone 1 einer Doppelbandmaschine auch Doppelsiebpresse oder
Twin Wire Press genannt. Hier wird eine Faserstoffsuspension, insbesondere Zellstoffsuspension,
im Bereich der Einlaufwalzen 2 zwischen ein Obersieb 3 (oder oberes Filterpressband)
und ein Untersieb 4 (unteres Filterpressband) eingebracht und durch den kontinuierlich
im Keil ansteigenden Druck entwässert. Durch diese Drucksteigerung würde die Suspension
an den Seiten austreten. Daher werden auf beiden Seiten Dichtungsvorrichtungen 5 eingesetzt,
die außerdem die Bahnbreite der Zellstoffbahn begrenzen sollen. Im Querschnitt in
Fig. 1b ist erkennbar, dass die Dichtungsvorrichtung sowohl am Obersieb 3 als auch
am Untersieb 4 anliegt. Die im Bereich 6 vorhandene Zellstoffsuspension, die zu einer
Bahn geformt wird, erhöht hier die Dichtwirkung der an Obersieb 3 und Untersieb 4
anliegenden Dichtleiste 7. Die Dichtvorrichtungen 5 sind quer zur Bahnlaufrichtung
verstellbar, so dass auch unterschiedliche Bahnbreiten eingestellt werden können.
[0009] Fig. 2 zeigt nun eine Dichtvorrichtung 5 nach dem Stand der Technik. Die Dichtleiste
7 aus elastischem Werkstoff (Elastomer) wird durch Schrauben 10 mittels einer Klemmleiste
9 mit einer Stützleiste 8 verbunden. Sowohl die Stützleiste 8, als auch die Klemmleiste
9 sind im Allgemeinen aus rostfreiem Stahl gefertigt. Die Befestigung der Dichtleiste
7 und Klemmleiste 9 an der Stützleiste 8 erfolgt durch eine Anzahl von Schrauben 10
über die gesamte Länge der Dichtvorrichtung 5. Alternativ könne auch eine Anzahl von
Bolzen vorgesehen sein, die als Bajonettverschluss Funktionieren, wobei hier bei der
Montage die Klemmleiste 9 verschoben werden muss. Sie muss dann auch an ihren Enden
an den Stützleiste 8 meist durch Punktschweißung fixiert werden. Die Flügel 7', 7"
der Dichtleiste 7 werden durch die Suspension an das Obersieb 4 und das Untersieb
4 gedrückt und dichten daher gut ab. Das Obersieb 3 wird dabei durch eine meist perforierte
Keilplatte 11 gestützt während das Untersieb durch eine Keilplatte 12 gestützt wird.
Die ausgepresste Flüssigkeit tritt dann durch das Obersieb 3 bzw. Untersieb 4 und
die anliegende Keilplatte 11 bzw. 12, die oft eine Vielzahl von Bohrungen aufweisen.
[0010] Fig. 3 zeigt eine Variante der erfindungsgemäßen Dichtungsvorrichtung 5. Die Befestigung
der Dichtleiste 7 an der Stützleiste 8 erfolgt hier über eine Schwalbenschwanzverbindung
13. Bei Montage wird hier die Dichtleiste 7 auf die Stützleiste 8 aufgeschoben. Die
bisher erforderliche Klemmleiste 9 (Fig. 2) ist nicht mehr erforderlich. Diese Ausführung
ermöglicht eine schnelle und einfache Montage bzw. Demontage der Dichtleiste 7. Die
Dichtleiste 7 muss nur am einlaufseitigen Ende (größter Abstand der Filterpressbänder
3,4 nahe der Umlenkwalzen 2) mit einer Schraube gesichert werden. Diese Position ist
immer leicht erreichbar und es sind daher auch keine weiteren Teile zu demontieren.
Die unterschiedliche Längenausdehnung von Dichtleiste 7, die aus elastischem Kunststoff,
beispielsweise Robadur, besteht und der Stützleiste 8 aus rostfreiem Stahl ist ungehindert
möglich, das sich die Dichtleiste 7 in der Schwalbenschwanzverbindung 13 ungehindert
ausdehnen kann. Die Flügel 7', 7" der Dichtleiste 7 können sehr weit zusammengedrückt
werden, wobei dies aber begrenzt ist, so dass immer ein Spalt zwischen den Filterpressbändern
3, 4 und der Dichtleiste 7 bestehen bleibt.
[0011] Fig. 4 zeigt die Dichtleiste 7 einer weiteren Variante der Erfindung. Die Dichtleiste
7 ist an ihrer einen Seite mit der Schwalbenschwanzverbindung 13 ausgeführt. Auf der
anderen Seite erstrecken sich die Flügel 7', 7". Zwischen dem Dichtleistenkörper 14
und den Flügeln 7', 7" erstrecken sich Nuten 15 über die gesamte Länge der Dichtleiste
7.
[0012] Fig. 5 zeigt dann die Einbauposition der Dichtleiste 7 gemäß Fig. 5. Man erkennt
hier wiederum, dass durch die stabile Schwalbenschwanzverbindung 13 keine Klemmleiste
erforderlich ist. Durch diese Ausgestaltung wird auch ermöglicht, dass Obersieb 3
und Untersieb 4 bis auf die Höhe des Dichtleistenkörpers 14 zusammengeführt und damit
der Spalt reduziert werden können. Dadurch wird die Bahnqualität gesteigert. Auch
ist die Knickstelle der Flügel 7', 7" bei der Anbindung an den Dichtleistenkörper
von den Sieben weg in den Dichtleistenkörper 14 verlegt, so dass diese nicht mehr
beschädigt werden kann.
[0013] Die Anmeldung ist nicht durch die Beispiele beschränkt. So können z.B. die verschiedensten
Materialien für Dichtleiste und Stützleiste verwendet werden.
1. Vorrichtung zum Abdichten des Filterpressraumes zwischen zwei Filterpresselementen
in der Keilzone von Entwässerungsmaschinen, insbesondere Doppelbandpressen, bestehend
aus zwei umlaufenden Filterpressbändern, mit mindestens an zwei gegenüberliegenden
Seiten des Filterpressraumes zwischen den Filterpressbändern angeordneten elastischen
Dichtleisten, die an einer Stützleiste befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtleisten mit der jeweils zugeordneten Stützleiste durch eine Schwalbenschwanzverbindung
miteinander verbunden sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtleiste aus einem Grundkörper und daran anschließenden Dichtlippen besteht
und die Dichtlippen im Bereich des Grundkörpers eine geringere Dicke aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper eine obere und eine untere Längsnut aufweist.