[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Druckgusskolbenkopf für den Leichtmetalldruckguss,
umfassend einen einteiligen Kolbenkopf aus Kupfer oder einer Kupfer-Legierung und
wenigstens einen an diesem angeordneten geschlossenen Verschleißring aus einem härteren
Material als das des Kolbenkopfes, wobei der Verschleißring im Bereich zwischen einer
Stirnfläche und einer Mantelfläche des Kolbenkopfes angeordnet ist und wobei der Kolbenkopf
und der Verschleißring zueinander komplementäre Verbindungseinrichtungen aufweisen.
[0002] Druckgusskolben für den Leichtmetalldruckguss bestehen in der Regel zumindest aus
einem Kolbenkopf und einer angetriebenen Kolbenstange. Diese Bauteile gleiten wandungsgeführt
in einer Füllkammer. Der Druckgusskolben befördert die für einen Schuss in die Füllkammer
eintretende Leichtmetallschmelze über das Anschnittsystem in die Kavität der Druckgussform,
wo das Druckgussteil gegossen wird. Der Druckgusskolbenkopf kommt mit seiner Stirnseite
mit den schmelzflüssigen Metallen beziehungsweise Legierungen in Kontakt. Druckgusskolbenköpfe
aus Kupfer oder einer Kupfer-Legierung weisen eine hohe Wärmeleitfähigkeit auf und
führen die Wärme der an der Kolbenstirnseite anliegenden Schmelze während der Erstarrung
so zügig ab, das die Zykluszeiten des Druckgusses nicht erhöht werden, und so langsam,
dass eine erfolgreiche Nachpressphase möglich ist. Der Wärmehaushalt der Druckgusskolbenköpfe
ist daher von großer Bedeutung für die Druckgussqualität und -wirtschaftlichkeit.
Aus Kupfer oder Kupfer-Legierung bestehende Druckgusskolbenköpfe sind relativ weich
und somit anfällig für einen frühzeitigen Verschleiß. Daher werden sie mit Verschleißschutzringen
aus Stahl, Stellite oder anderen Hartstoffen versehen oder sind komplett aus Stahl
gefertigt. Die Verschleißschutzringe werden nach ihrer Abnutzung gegen neue ausgetauscht.
Aufgrund der mechanischen und thermischen Belastung der Kolbenköpfe und dem Erfordernis
des (Teil-) Austausches, welcher lediglich aufwändig mit Spezialwerkzeugen bewerkstelligt
werden kann, ist die Befestigung der Verschleißschutzringe am Kolbenkopf von besonderer
Bedeutung für die Handhabbarkeit des Druckgusskolbens im betrieblichen Alltag.
[0003] Aus der
EP 1 837 102 A1 der Anmelderin ist ein solcher einteiliger Kolbenkopf bekannt, bei dem mindestens
ein Verschleißschutzring stoffschlüssig mit dem Kolbenkopf verbunden ist. Hierdurch
wird das Eindringen von schmelzflüssigem Metall in den Ringspalt zwischen Verschleißschutzring
und Kolbenkopf verhindert beziehungsweise der Kolbenkopf über die Verschleißschutzringe
in der Füllkammer geführt.
[0004] Aus der
WO 03/074211 A1 ist ein geschlossener Dichtring bekannt, der zwischen einem ersten und einem mit
diesem lösbar verbundenen zweiten Kolbenkopfteil von diesen gehaltert angeordnet ist.
Dieser Dichtring besteht, von der Kolbenstirnseite aus gesehen, aus einem axial hinterem
ersten Kolbenteil und einem axial vorderen zweiten Kolbenteil, wobei ein den ersten
und/oder den zweiten Kolbenteil zumindest teilweise axial überlappender Dichtring
vorgesehen ist. Der erste Kolbenteil ist dabei eine Buchse aus einer wärmeleitfähigen
Kupfer-Legierung, der zweite besteht aus einem Warmarbeitsstahl oder einer Kupfer-Legierung
mit hoher Lebensdauer und der Dichtring ist als nicht geschlitzter oder radial federnd
als geschlitzter Verschleißring aus Stahl oder Kupfer ausgebildet. Erster und zweiter
Kolbenteil sind dabei mittels in Umfangsrichtung verteilter axial angeordneter Schrauben
lösbar miteinander verbunden, der Dichtring ist lösbar aufgeschnappt.
[0005] Aus der
EP 1 483 074 B1 ist ein zur Stirnseite keilförmig verlaufender Verschleißschutzring beschrieben,
der in seinem axial hinteren Bereich eine Nut aufweist, in die ein Steg des mehrteiligen
Kolbenkopfes eingreift, so dass der Verschleißschutzring gehaltert ist. Dieser auch
in der
EP 0 423 413 A2 beschriebene Verschleißschutzring weist einen axial und radial gestuften Schlitz
auf.
[0006] Die
US 4,886,107 A offenbart einen Druckgusskolbenkopf aus Kupfer, der an seinem vorderen Ende einen
abriebfesten Ring aus Stahl in einer Nut aufweist. Dieser gespaltene Stahlring wird
zur Montage aufgespreizt, über die Druckgusskolbenspitze geschoben und anschließend
durch Zusammenlöten seiner Enden in der Position gegen axiales Ausdehnen gesichert.
[0007] Die
DE 203 09 181 U1 schlägt einen Kolbenkopf vor, der, von der Kolbenstirnseite aus gesehen, aus einem
axial hinterem ersten Kolbenteil und einem axial vorderen zweiten Kolbenteil besteht,
wobei ein den ersten und/oder den zweiten Kolbenteil zumindest teilweise axial überlappender
Dichtring vorgesehen ist. Der erste Kolbenteil ist dabei eine Buchse aus wärmeleitfähiger
Kupfer-Legierung, der zweite besteht aus Warmarbeitsstahl oder einer Kupfer-Legierung
und der Dichtring ist als nicht geschlitzter oder radial federnd als geschlitzter
Verschleißring aus Stahl oder Kupfer ausgebildet. Erster und zweiter Kolbenteil sind
dabei mittels in Umfangsrichtung verteilter axial angeordneter Schrauben lösbar miteinander
verbunden, der Dichtring ist lösbar aufgeschnappt. Diese Schrift schlägt für Anwendungen
in der Hochvakuum-Gusstechnik vor, einen zweiten, axial hinteren Dichtring vorzusehen,
der mittels Federn außerhalb der Füllkammer auf ein Übermaß radial auffahrend ausgebildet
ist und der den Druckgusskolben innerhalb des Gusszylinders führt.
[0008] Aus der
WO 96/38246 ist ein einteiliger Kolbenkopf bekannt, auf den ein Verschleißschutzring aufgeschraubt
wird. Der Verschleißschutzring weist dabei in seinem stirnseitigen Bereich einen axialen
Abschnitt mit einer Mehrzahl von axialen Durchgangsschlitzen auf. In diesem vorderen,
der Schmelze zugewandten Bereich weist er ebenfalls eine konisch einwärts verlaufende,
radial innere Oberfläche auf. In diesem Bereich weist der Kolbenkopf eine kugelförmig
einspringende Oberfläche auf, so daß die beiden Oberflächen zwischen sich einen Ringspalt
einschließen, dessen Öffnungsquerschnitt an der unmittelbaren Stirnseite maximal ist
und axial rückwärtig auf null abnimmt. Der Kontaktpunkt der beiden Oberflächen liegt
dabei axial gesehen vor dem Gewindeabschnitt und radial gesehen enger als das Gewinde.
Dieser Ringspalt soll zusammen mit den axialen Schlitzen das Eindringen von Schmelze
und damit das Aufweiten des Verschleißschutzringes sicherstellen, wodurch der Kolbenkopf
gegen die Kammerwand gedichtet werden soll.
[0009] Als nächstkommender Stand der Technik wird seitens der Anmelderin die
EP 0 525 229 A1 erachtet. Dort ist ein Druckgusskolben offenbart, dessen Kolbenkopf einteilig ausgebildet
ist und der ebenfalls einen Dichtring aufweist. Gemäß dieser Schrift ist der Dichtring
über eine Umfangsnut auf einer an dem Kolbenkopf angeordneten Umfangsfeder lösbar
gehaltert. Der Kolbenkopf weist entlang des Umfangs seiner Stirnfläche eine Abschrägung
auf. Die Fügestelle zwischen Kolbenkopf und Dichtring schließt sich daran abstandslos
an. Auf Grund des hohen Druckes während des Pressvorganges dringt die Schmelze bevorzugt
in den Ringspalt zwischen Dichtring und Füllkammerinnenwand, ein sogenannter Durchschuss,
und in die Fügestelle zwischen Kolbenkopf und Dichtring ein, wobei bei der Fügestelle
die Abschrägung des Kolbenkopfes als Leitfläche fungiert, die das schmelzflüssige
Metall oder die Legierung direkt der Fügestelle zuleitet.
[0010] Nachteilig an diesem Stand der Technik ist, dass bei einem Durchschuss des schmelzflüssigen
Metalls oder der Legierung der Kolbenkopf geschädigt wird und der Verschleißring von
dem Kolbenkopf nicht mehr zerstörungsfrei lösbar ist, wodurch eine Wartung des Druckgusskolbenkopfes
erheblich erschwert beziehungsweise unmöglich wird.
[0011] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Druckgusskolbenkopf anzugeben,
der sich durch eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Standzeit und Wartungsfreundlichkeit
auszeichnet und keine besondere Ausführung der Füllkammer benötigt.
[0012] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung einen Druckgusskolbenkopf der eingangs
genannten Art vor, dass der Verschleißring keine axialen oder radialen Schlitze aufweist
und dass der Verschleißring an seiner, der Stirnfläche zugewandten, radial einwärts
gerichteten Kante einen radial einwärts gerichteten Steg aufweist, dass der Verschleißring
einteilig und geschlossen ausgebildet ist und er aus einem Warmarbeitsstahl besteht
und sein Außendurchmesser kleiner ist als der Außendurchmesser des sich axial anschließenden
Kolbenkopfes, so dass er bei Betriebstemperatur einen gleichen Außendurchmesser wie
dieser aufweist. Dieser Steg bildet eine Barriere zum Schutz der in der Fügestelle
zwischen dem Kolbenkopf und dem Verschleißring angeordneten Verbindungseinrichtungen
gegen ein Eindringen des schmelzflüssigen Metalls. Das Metall erstarrt stirnflächennah
und kann somit nicht bis zu den Verbindungseinrichtungen vordringen. Gleichzeitig
verschließt es die Fügestelle. Die Verbindungseinrichtungen bleiben deshalb voll funktionsfähig,
wodurch die Verbindung zwischen dem Kolbenkopf und dem Verschleißring stabil bleibt
und der Druckgusskolbenkopf für eine gegenüber dem Stand der Technik erhöhte Anzahl
von Arbeitszyklen eingesetzt werden kann. Die Einteiligkeit des Verschleißschutzringes
und seine Geschlossenheit bedingen eine besonders lange Standzeit. Der erfindungsgemäße
Verschleißschutzring weißt keine axialen oder radialen Schlitze auf, er ist daher
nicht anfällig für eindringende Schmelze. Dadurch, daß der Außendurchmesser kleiner
ist als der Außendurchmesser des Kolbenkopfes, wird bei Betriebstemperatur ein gleicher
Außendurchmesser für den Verschleißring und den Kolbenkopf erreicht. Es hat sich gezeigt,
daß bei Betriebsbedingungen trotz unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten
von Verschleißringmaterial und Kolbenkopfmaterial eine annähernd gleiche Temperaturverteilung
erreicht wird, so daß der Durchmesser des Verschleißringes kleiner als der des sich
axial anschließenden Kolbenkopfabschnittes sein kann. Hierdurch ist selbst über eine
lange Betriebszeit ein Eindringen von schmelzflüssigem Metall und somit ein Durchschuß
verhindert. Besteht der Verschleißring aus einem Warmarbeitsstahl, zeichnet sich seine
aus Eisen, Kohlenstoff, Silicium, Chrom, Molybdän und Vanadium bestehende Legierung
durch eine, die Härte des Kolbenkopfes deutlich übersteigende Härte aus, die ausreichend
ist, um den Kolbenkopf effektiv vor mechanischen Belastungen zu schützen und eine
wirtschaftlich akzeptable Standzeit des Kolbenkopfes zu ermöglichen. Um bei Betriebstemperatur
gleiche Außendurchmesser für den Verschleißring und den Kolbenkopf zu erzielen, sind
im Wesentlichen zwei Umstände zu berücksichtigen. Der Wärmeausdehnungskoeffizient
der Legierung des Verschleißringes ist geringer als der Wärmeausdehnungskoeffizient
der Legierung des Kolbenkopfes. Allerdings ist die Wärmeleitfähigkeit der Legierung
des Verschleißringes ebenfalls geringer als die Wärmeleitfähigkeit der Legierung des
Kolbenkopfes. Es hat sich gezeigt, daß ein aus Warmarbeitsstahl bestehender Verschleißring
trotz der genannten Unterscheide im Betrieb keine wesentlich höhere Temperatur als
der Kolbenkopf aufweist.
[0013] In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Verbindungseinrichtungen
als eine an dem Kolbenkopf angeordnete Feder und eine an dem Verschleißring angeordnete
Nut ausgebildet sind. Diese rotationssymmetrischen und damit in Konstruktion und Herstellung
leicht umsetzbaren Verbindungsvorrichtungen erlauben eine einfache Handhabung des
Druckgusskolbenkopfes, da dieser aus lediglich zwei einteiligen Bauteilen, nämlich
aus dem Kolbenkopf und dem Verschleißring, aufgebaut ist. Bei einer Montage des Verschleißringes
an dem Kolbenkopf werden beide Bauteile zusammengeschoben, bis die Feder die der Stirnseite
abgewandte Begrenzung der Nut überspringt und in der Nut einrastet. Damit dies möglich
ist, weisen die Feder eine geringe Bauhöhe und die Nut dementsprechend eine geringe
Tiefe auf. In einem montierten Zustand ist die Feder zwischen den beiden Begrenzungen
der Nut, also in der Nut angeordnet.
[0014] Des Weiteren erweist es sich als erfindungsgemäß besonders vorteilhaft, dass die
Feder an ihrer der Stirnseite zugewandten, radial auswärts gerichteten Kante einen
radialen Übergang aufweist und/oder der Verschleißring an seiner der Stirnseite abgewandten,
radial einwärts gerichteten Kante einen radialen Übergang aufweist. Durch diese radialen
Übergänge vereinfacht sich die Montage, da beim Zusammenschieben von Kolbenkopf und
Verschleißring die radialen Übergänge als zwei Gleitflächen aufeinander treffen und
den erforderlichen Kraftaufwand zum Überspringen der Feder erheblich reduzieren. Andererseits
sind die Feder an ihrer der Stirnseite abgewandten, radial auswärts gerichteten Kante
und die Nut nicht abgerundet ausgebildet, so dass ein unbeabsichtigtes Ausrasten des
Verschleißringes wirkungsvoll verhindert wird. In einer alternativen Ausführungsform
sind die radialen Übergänge als Abschrägungen ausgebildet.
[0015] In einer zweiten Ausgestaltung der Erfindung sind die Verbindungseinrichtungen als
zwei miteinander in Eingriff bringbare Gewinde, insbesondere metrische Feingewinde,
ausgebildet. Der Verschleißring ist somit mit dem Kolbenkopf verschraubbar ausgebildet.
[0016] Diese robuste, dauerhafte und einfach handzuhabende Art einer Verbindung ist in vielen
Bereichen der Technik seit langer Zeit bekannt und gilt dort als eine der grundlegenden
Verbindungsarten, stellt jedoch bei der erfindungsgemäßen Verbindung von einem Kolbenkopf
und einem Verschleißring auf dem Gebiet des Druckgusses ein absolutes Novum dar. Durch
den erfindungsgemäßen Steg ist die Verschraubung auch nach vielen Arbeitszyklen des
Druckgusskolbenkopfes noch funktional.
[0017] In einer dritten Ausgestaltung der Erfindung ist mit großem Vorteil vorgesehen, dass
die Verbindungseinrichtungen als eine an dem Kolbenkopf angeordnete Feder und eine
an dem Verschleißring angeordnete Nut und zwei miteinander in Eingriff bringbare Gewinde,
insbesondere metrische Feingewinde, ausgebildet sind. Die Kombination der beiden zuvor
beschriebenen Ausführungsformen vereint die jeweiligen Vorteile. Bei der Montage dienen
die Gewinde als Montagemittel, da während des Verschraubens des Verschleißringes mit
dem Kolbenkopf der hierdurch generierte Vorschub in axialer Richtung die Nut wirkungsvoll
und dosiert über die Feder hinweg schieben. Im montierten Zustand sorgen die Gewinde
und die Nut-Feder-Kombination für eine redundante und dauerhafte Halterung des Verschleißringes
an dem Kolbenkopf. Zusätzlich ist der Verschleißring im montierten Zustand gegen ein
Verdrehen relativ zu dem Kolbenkopf gesichert, da eine Drehbewegung auf Grund der
Gewindesteigung stets eine axiale Bewegung impliziert, diese jedoch durch die eingerastete
Feder verhindert wird.
[0018] Es erweist sich als besonders vorteilhaft, dass der Kolbenkopf aus einer im Wesentlichen
Kupfer, Nickel, Chrom und Silicium aufweisenden Legierung oder aus einer im Wesentlichen
Kupfer, Cobalt, Nickel und Beryllium aufweisenden Legierung besteht. Derartige Legierung
sind hochgradig wärmeleitfähig und lassen sich verschleißfest ausgestalten. Für weitere
Details sei an dieser Stelle auf die Kupfer-Legierungen der Anmelderin verwiesen.
Darüber hinaus sind für den Kolbenkopf weitere Kupfer-Legierungen mit den oben angeführten
Eigenschaften denkbar.
[0019] Mit großem Vorteil ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Verschleißring eine Härte
gemäß der Rockwell-Skala C größer 50 aufweist. Der gegenüber dem auf einer Kupfer-Legierung
basierenden Kolbenkopf deutlich härtere Verschleißring dient dem Schutz des weicheren
Kolbenkopfes vor mechanischem Verschleiß auf Grund eines möglichen Verkantens beim
Vorschieben des Druckgusskolbenkopfes in der Füllkammer und vor thermischer Beschädigung
durch durchschießende Schmelze.
[0020] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die beiden Gewinde im Betriebszustand
stoffschlüssig miteinander verbunden ausgebildet sind. Hierdurch wird mit Vorteil
eine Fixierung der Gewinde erreicht, die sich so selbst unter den rauen Betriebsbedingungen
nicht lösen können.
[0021] Die Erfindung wird in bevorzugten Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beispielhaft beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den Figuren der
Zeichnungen zu entnehmen sind.
[0022] Die Figuren der Zeichnungen zeigen im Einzelnen:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes
entlang seiner Zylinderachse in einer ersten Ausführungsform,
Fig. 2 einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes
entlang seiner Zylinderachse in einer ersten Ausführungsform in einem demontierten
Zustand,
Fig. 3 einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes
entlang seiner Zylinderachse in einer dritten Ausführungsform,
Fig. 4 einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes
entlang seiner Zylinderachse in einer dritten Ausführungsform in einem demontierten
Zustand und
Fig. 5 einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes
entlang seiner Zylinderachse in einer ersten Ausführungsform in einer Detailansicht.
[0023] In
Fig. 1 ist ein schematischer Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes für
den Leichtmetalldruckguss entlang seiner Zylinderachse 11 in einer ersten Ausführungsform
dargestellt. Dieser Druckgusskolbenkopf weist einen einteiligen Kolbenkopf 1 aus einer
Kupfer-Legierung und einen an dem Kolbenkopf angeordneten Verschleißring 2 aus Warmarbeitsstahl
auf. Erfindungsgemäß wäre auch denkbar, dass der Verschleißring aus einer Kupfer-Beryllium-Legierung
besteht. Der Verschleißring 2 ist im Bereich zwischen der Stirnfläche 3 und der Mantelfläche
4 des Kolbenkopfes 1 angeordnet. Als zueinander komplementäre Verbindungseinrichtungen
weisen der Kolbenkopf 1 eine Feder 6 und der Verschleißring 2 eine Nut 7 auf. Die
Feder 6 und/oder die Nut 7 kann entlang ihres Umfanges ein- oder mehrfach unterbrochen
sein. Diese Unterbrechungen gestalten die Feder 6 und/oder die Nut 7 weniger steif,
so dass bei einer Montage des Verschleißringes 2 an dem Kolbenkopf 1 lediglich reduzierte
Kräfte erforderlich sind. Selbstverständlich kann die Nut 7 auch an dem Kolbenkopf
1 und die Feder 6 dementsprechend an dem Verschleißring 2 angeordnet sein. Als erfindungsgemäß
besonders vorteilhaft erweist es sich, dass der Verschleißring 2 an seiner der Stirnfläche
3 zugewandten, radial einwärts gerichteten Kante einen radial einwärts gerichteten
Steg 5 aufweist. Dieser Steg 5 schützt die Verbindungseinrichtungen vor dem Eindringen
von schmelzflüssigem Metall oder einer schmelzflüssigen Legierung. Auf der der Stirnfläche
3 gegenüberliegenden Seite weist der Kolbenkopf 1 eine zylinderförmige Ausnehmung
auf, die in
Fig. 1 nicht dargestellte Befestigungsmittel zum Befestigen des Druckgusskolbenkopfes an
einer Kolbenstange oder an einem Druckgusskolbenkopfträger umfasst.
[0024] Die
Fig. 2 zeigt einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes
entlang seiner Zylinderachse 11 in einer ersten Ausführungsform in einem demontierten
Zustand. Dieser Druckgusskolbenkopf ist identisch zu dem in
Fig. 1 abgebildeten Druckgusskolbenkopf. Wie aus
Fig. 2 sehr anschaulich hervorgeht, besteht der Druckgusskolbenkopf aus lediglich zwei Bauteilen,
nämlich einem einteiligen Kolbenkopf 1 und einem einteiligen Verschleißring 2. Die
Nut 7 weist entlang ihrer Bogenlänge vier, jeweils um 90° versetzt angeordnete Unterbrechungen
auf.
[0025] In
Fig. 3 ist ein schematischer Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes entlang
seiner Zylinderachse 11 in einer dritten Ausführungsform dargestellt. Der prinzipielle
Aufbau des Druckgusskolbenkopfes ist sehr ähnlich zu dem in
Fig. 1 gezeigten Druckgusskolbenkopf. Im Gegensatz zu der zuvor beschriebenen ersten Ausführungsform
mit einer Nut 7-Feder 6-Kombination und einer nicht graphisch dargestellten zweiten
Ausführungsform mit Gewinden 10 als Verbindungseinrichtungen weist die hier illustrierte
dritte Ausführungsform als zwischen dem Kolbenkopf 1 und dem Verschleißring 2 wirkende
Verbindungseinrichtungen eine an dem Kolbenkopf 1 angeordnete Feder 6 und eine an
dem Verschleißring 2 angeordnete Nut 7 und gleichzeitig zwei miteinander in Eingriff
bringbare Gewinde 10 auf. Bevorzugt handelt es sich bei den Gewinden 10 um metrische
Feingewinde mit einer substanziellen Selbsthemmung. Um die Gewinde 10 gegen ein Eindringen
von schmelzflüssigem Metall zu schützen, weist der Verschleißring 2 an seiner der
Stirnfläche 3 zugewandten, radial einwärts gerichteten Kante einen radial einwärts
gerichteten Steg 5 auf. Der Steg 5 verlagert die potenzielle Eintrittsstelle der Schmelze
zwischen dem Kolbenkopf 1 und dem Verschleißring 2 von den empfindlichen Gewinden
10 weg und fungiert somit als schützende Abdeckung für die Gewinde 10 und die Nut
7-Feder 6-Kombination. Bei der Montage dienen die Gewinde 10 mit großem Vorteil als
Montagehilfe. Während des Verschraubens des Verschleißringes 2 mit dem Kolbenkopf
1 bewirkt der hieraus resultierende axiale Hub der Gewinde 10, dass die Nut 7 über
die Feder 6 geschoben wird und die Feder 6 in der Nut 7 einrastet. Nach dem Einrasten
sorgen die Gewinde 10 und die Nut 7-Feder 6-Kombination für eine redundante und dauerhafte
Verbindung zwischen dem Kolbenkopf 1 und dem Verschleißring 2.
[0026] Die
Fig. 4 zeigt einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes
entlang seiner Zylinderachse 11 in einer dritten Ausführungsform in einem demontierten
Zustand. Dieser Druckgusskolbenkopf ist identisch zu dem in
Fig. 3 abgebildeten Druckgusskolbenkopf. Wie
Fig. 4 verdeutlicht, besteht der Druckgusskolbenkopf aus lediglich zwei einteiligen Bauteilen,
nämlich einem Kolbenkopf 1 und einem Verschleißring 2. In dieser Darstellung sind
die Gewindegänge des an dem Verschleißring 2 angeordneten Gewindes 10 besonders gut
zu erkennen. Die Gewinde 10 sind bevorzugt metrische Feingewinde. Allerdings sind
von der vorliegenden Erfindung auch andere Gewindetypen, beispielsweise Trapezgewinde,
umfasst. Zur Endmontage werden die beiden Gewinde im Bereich des von der Kolbenstirnseite
aus gesehenen axial hinterstem Gewindegang mit zwei bis drei axial beabstandeten Tropfen
Klebers versehen, so daß nach Verschrauben eine annähernd durchgehende Kleberschicht
die beiden Gewinde in diesem Bereich stoffschlüssig miteinander verbindet. Als Klebstoff
kommen erfindungsgemäß alle geeigneten Klebstoffe in Betracht, insbesondere silanvernetzte,
2-Komponentenklebstoffe entsprechend hoher Temperaturstabilität, wie sie beim Einsatz
der erfindungsgemäßen Kolben benötigt ist.
[0027] In
Fig. 5 ist ein schematischer Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckgusskolbenkopfes entlang
seiner Zylinderachse 11 in einer ersten Ausführungsform in einer Detailansicht dargestellt.
Diese verdeutlicht insbesondere den an der der Stirnseite 3 zugewandten, radial auswärts
gerichteten Kante der Feder 6 angeordneten radialen Übergang 8 und den an der der
Stirnseite 3 abgewandten, radial einwärts gerichteten Kante des Verschleißringes 2
angeordneten radialen Übergang 9. Bei der Montage des Verschleißringes 2 an dem Kolbenkopf
1 treffen die radialen Übergänge 8 und 9 aufeinander, fungieren als Gleitflächen und
erleichtern somit das Überspringen der Feder 6. Der in
Fig. 5 gezeigte Verschleißring 2 besteht aus einem Warmarbeitsstahl. Um bei Betriebstemperatur
einen zu dem Außendurchmesser des Kolbenkopfes 1 identischen Außendurchmesser anzunehmen
und damit den Mantel 4 optimal gegen durchschießendes schmelzflüssiges Metall zu schützen,
ist der Außerdurchmesser des Verschleißringes 2 bei Raumtemperatur bis zu 0,5 mm kleiner
als der Außendurchmesser des Kolbenkopfes 1.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0028]
- 1
- Kolbenkopf
- 2
- Verschleißring
- 3
- Stirnfläche
- 4
- Mantelfläche
- 5
- Steg
- 6
- Feder
- 7
- Nut
- 8
- Radialer Übergang
- 9
- Radialer Übergang
- 10
- Gewinde
- 11
- Zylinderachse
1. Druckgusskolbenkopf für den Leichtmetalldruckguss, umfassend einen einteiligen Kolbenkopf
(1) aus Kupfer oder einer Kupfer-Legierung und wenigstens einen an diesem angeordneten
Verschleißring (2) aus einem härteren Material als das des Kolbenkopfes (1), wobei
der Verschleißring (2) im Bereich zwischen einer Stirnfläche (3) und einer Mantelfläche
(4) des Kolbenkopfes (1) angeordnet ist und wobei der Kolbenkopf (1) und der Verschleißring
(2) zueinander komplementäre Verbindungseinrichtungen aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschleißring (2) keine axialen oder radialen Schlitze aufweist und dass der
Verschleißring (2) an seiner, der Stirnfläche (3) zugewandten, radial einwärts gerichteten
Kante einen radial einwärts gerichteten Steg (5) aufweist, dass der Verschleißring
(2) einteilig und geschlossen ausgebildet ist und er aus einem Warmarbeitsstahl besteht
und sein-Außendurchmesser kleiner ist als der Außendurchmesser des sich axial anschließenden
Kolbenkopfes (1), so dass er bei Betriebstemperatur einen gleichen Außendurchmesser
wie dieser aufweist.
2. Druckgusskolbenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungseinrichtungen als eine an dem Kolbenkopf (1) angeordnete Feder (6)
und eine an dem Verschleißring (2) angeordnete Nut (7) ausgebildet sind.
3. Druckgusskolbenkopf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (6) an ihrer der Stirnseite (3) zugewandten, radial auswärts gerichteten
Kante einen radialen Übergang (8) aufweist und/oder der Verschleißring (2) an seiner
der Stirnseite (3) abgewandten, radial einwärts gerichteten Kante einen radialen Übergang
(9) aufweist.
4. Druckgusskolbenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungseinrichtungen als zwei miteinander in Eingriff bringbare Gewinde (10),
insbesondere metrische Feingewinde, ausgebildet sind.
5. Druckgusskolbenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungseinrichtungen als eine an dem Kolbenkopf (1) angeordnete Feder (6)
und eine an dem Verschleißring (2) angeordnete Nut (7) und zwei miteinander in Eingriff
bringbare Gewinde (10), insbesondere metrische Feingewinde, ausgebildet sind.
6. Druckgusskolbenkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschleißring (2) eine Härte gemäß der Rockwell-Skala C größer 50 aufweist.
7. Druckgußkolbenkopf nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Gewinde (10) im Betriebszustand stoffschlüssig miteinander verbunden ausgebildet
sind.
1. A die casting injection piston head for the light metal die casting, comprising a
one-piece piston head (1) made of copper or a copper alloy, and at least one wear
ring (2) arranged thereon and made of a harder material than the material of the piston
head (1), wherein the wear ring (2) is arranged in the region between an end face
(3) and a jacket surface (4) of the piston head (1), and wherein the piston head (1)
and the wear ring (2) have connecting devices, which are complementary to one another,
characterized in that the wear ring (2) does not have any axial or radial slits and that the wear ring
(2) has, on its edge, which faces the end face (3) and is directed radially inwards,
a web (5) directed radially inwards, that the wear ring (2) is formed in one piece
and in a closed manner and it consist of a hot-work steel and its outer diameter is
smaller than the outer diameter of the piston head (1), which adjoins axially, so
that, in the case of operating temperature, said wear ring (2) has a same outer diameter
as said piston head (1).
2. The die casting injection piston head according to claim 1, characterized in that the connecting devices are formed as a spring (6), which is arranged on the piston
head (1), and a groove (7), which is arranged on the wear ring (2).
3. The die casting injection piston head according to claim 2, characterized in that the spring (6) has, on its edge, which faces the end face (3) and is directed radially
outwards, a radial transition (8) and/or the wear ring (2) has, on its edge, which
faces away from the end face (3) and is directed radially inwards, a radial transition
(9).
4. The die casting injection piston head according to claim 1, characterized in that the connecting devices are formed as two threads (10), in particular metric fine
threads, which can be engaged with one another.
5. The die casting injection piston head according to claim 1, characterized in that the connecting devices are formed as a spring (6), which is arranged on the piston
head (1), and a groove (7), which is arranged on the wear ring (2), and two threads
(10), in particular metric fine threads, which can be engaged with one another.
6. The die casting injection piston head according to one of the preceding claims, characterized in that the wear ring (2) has a hardness according to the Rockwell C scale of greater than
50.
7. The die casting injection piston head according to one of claims 4 or 5, characterized in that in the operating state, the two threads (10) are formed so as to be integrally connected
to one another.
1. Tête de piston pour moulage sous pression, destinée au moulage sous pression de métaux
légers, comprenant une tête de piston (1) en monobloc, en cuivre ou en un alliage
de cuivre et au moins une bague d'usure (2) en une matière plus dure que la tête de
piston (1), placée sur celle-ci, la bague d'usure (2) étant placée dans la zone entre
une surface frontale (3) et une surface d'enveloppe (4) de la tête de piston (1) et
la tête de piston (1) et la bague d'usure (2) comportant des systèmes d'assemblage
réciproquement complémentaires, caractérisée en ce que la bague d'usure (2) ne comporte pas d'encoches axiales ou radiales et en ce que sur son arête faisant face à la surface frontale (3), orientée vers l'intérieur en
direction radiale, la bague d'usure (2) comporte un listel (5) orienté vers l'intérieur,
en ce que la bague d'usure (2) est conçue en monobloc et sous forme fermée et en ce qu'elle est constituée d'un acier apte à l'usinage à chaud et en ce que son diamètre extérieur est inférieur au diamètre extérieur de la tête de piston (1)
qui se raccorde en direction axiale, de sorte qu'à température de service, elle présente
un même diamètre extérieur que celle-ci.
2. Tête de piston pour moulage sous pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que les systèmes d'assemblage sont conçus sous la forme d'une languette (6) placée sur
la tête de piston (1) et d'une rainure (7) placée sur la bague d'usure (2).
3. Tête de piston pour moulage sous pression selon la revendication 2, caractérisée en ce que sur son arête dirigée vers la face frontale (3), orientée vers l'extérieur en direction
radiale, la languette (6) comporte un passage radial (8) et/ou en ce que sur son arête opposée à la face frontale (3), dirigée vers l'intérieur en direction
radiale, la bague d'usure (2) comporte un passage radial (9).
4. Tête de piston pour moulage sous pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que les systèmes d'assemblage sont conçus sous la forme de deux filetages (10), notamment
des filetages métriques, susceptibles d'être amenés en engagement réciproque.
5. Tête de piston pour moulage sous pression selon la revendication 1, caractérisée en ce que les systèmes d'assemblage sont conçus sous la forme d'une languette (6) placée sur
la tête de piston (1) et d'une rainure (7) placée sur la bague d'usure (2) et de deux
filetages (10), notamment des filetages métriques, susceptibles d'être amenés en engagement
réciproque.
6. Tête de piston pour moulage sous pression selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisée en ce que la bague d'usure (2) fait preuve d'une dureté supérieure à 50 selon l'échelle de
Rockwell C.
7. Tête de piston pour moulage sous pression selon l'une quelconque des revendications
4 ou 5, caractérisée en ce que les deux filetages (10) sont conçus en étant assemblés l'un à l'autre par matière
lorsqu'ils sont en position de service.