[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verringern der Emissionen einer Handfeuerwaffe
bei einer Geschossfangvorrichtung.
[0002] Geschossfangvorrichtungen werden u. a. von der Polizei und dem Militär verwendet,
um beim Laden und Entladen von Schusswaffen als sicherer Kugelfang zu dienen bei einer
unbeabsichtigten Schussabgabe. So sind solche Geschossfangvorrichtungen aus der
DE 198 41 901 B4 und der
US 6 016 735 bekannt.
[0003] Bei einer Schussabgabe in eine Geschossfangvorrichtung entsteht ein erheblicher Mündungsknall
mit bis zu 170 db der signifikant über dem Gehörschadenschwellenwert von ca. 130 db
liegt. Dies kann zu Gehörschäden führen.
[0004] Es ist bekannt, für kleinere Waffen wie Pistolen vor der Geschossfangvorrichtung
eine schallschluckende Kammer anzuordnen mit einem vorderen Lamellenvorhang, durch
den die Waffe in die Kammer geführt wird. Hierbei geschieht das Bedienen der Waffe
außerhalb des Sichtbereichs des Schützen, so dass die Waffe blind bedient werden muss,
was nicht praktikabel ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, bei Verwendung einer Geschossfangvorrichtung eine Vorrichtung
zu schaffen, durch die die Emissionen in Form des Knallgeräusches und der austretenden
Gase wesentlich verringert werden. Hierbei soll die Benutzung einfach und sicher sein.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum Verringern der
von einer Handfeuerwaffe erzeugten Emissionen durch ein einen Außenmantel aufweisendes
Gehäuse mit einem inneren, vom Projektil durchlaufenden Kanal, der von schalldämpfendem
Material umgeben ist und eine vordere Eingangsöffnung aufweist zum Aufsetzen oder
Einsetzen der Waffenmündung,
- wobei das der Waffe abgewandte Ende des Gehäuses einen Verbindungsbereich zum Anschluss
an eine Geschossfangvorrichtung aufweist,
- wobei die Eingangsöffnung einen Aufnahmebereich bildet, an dem der Mündungsbereich
der Waffe form- und/oder kraftschlüssig anschließbar ist,
- wobei der Kanal von einem stützenden, gasdurchlässigen Flächenmaterial ausgekleidet
ist, das an dem schalldämpfenden Material anliegt,
- wobei das stützende Flächenmaterial das schalldämpfende Material zumindest im Bereich
der Eingangsöffnung abdeckt,
- wobei das der Waffe abgewandte Ende einen geschlossenen Boden bildet, der vom Projektil
durchschlagbar ist.
[0007] Durch eine solche Vorrichtung wird eine Geräuschverringerung von 18 bis 42 db erreicht
und zugleich wird der Gasschlag wirkungsvoll abgebremst und abgekühlt, so dass Gas
nicht oder nur minimal vorne austritt. Irreversible Gehörschäden werden sicher verhindert
und ein Gehörschutz muss nicht mehr verwendet werden.
[0008] Zudem ist eine solche Vorrichtung bei allen Arten von Geschossfangvorrichtungen einsetzbar,
unabhängig von Modell oder Kaliber oder Handhabung der Waffe. Auch ist von Bedeutung,
dass durch eine solche Vorrichtung den EU-Richtlinien gefolgt wird, dass Lärm an der
Lärmquelle verringert werden soll.
[0009] Eine besonders einfache Handhabung ist dann gegeben, wenn die Eingangsöffnung von
außen nach innen hin im Durchmesser verringernd insbesondere konisch geformt ist,
so dass die Waffe nur an die erfindungsgemäße Vorrichtung angehalten zu werden braucht.
[0010] Da der Kanal von einem stützenden Flächenmaterial ausgekleidet ist, das an dem schalldämpfenden
Material anliegt, wird wirkungsvoll erreicht, dass durch das Anlegen oder Einstecken
der Waffenmündung das schalldämmende Material nicht beschädigt wird. Hierbei ist das
stützende insbesondere schlauchförmige Flächenmaterial vorzugsweise ein Netz, Geflecht,
Gewebe oder Gewirke.
[0011] Da das stützende Flächenmaterial das schalldämpfende Material zumindest im Bereich
der Eingangsöffnung abdeckt, wird das Material sicher gehalten. Ferner kann das stützende
Flächenmaterial das schalldämpfende Material außenseitig umgeben.
[0012] Eine besonders einfache Konstruktion und Herstellung und eine leichte Handhabung
ist dann gegeben, wenn der Außenmantel zumindest außenseitig zylindrisch ist. Hierbei
kann auch der Verbindungsbereich des Außenmantels zum Anschluss an die Geschossfangvorrichtung
zylindrisch sein für eine zylindrische Aufnahme an der Geschossfangvorrichtung. Dies
führt zu einer besonders einfachen und sicheren Verbindung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit der Geschossfangvorrichtung.
[0013] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass das der Waffe abgewandte hintere Ende einen
Boden bildet, in den der Kanal mündet. Das der Waffe abgewandte Ende bildet einen
geschlossenen Boden, der vom Projektil durchschlagbar ist, so dass das Projektil die
Geschossfangvorrichtung erreicht.
[0014] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass das schalldämpfende Material bandförmig ist
und um den Kanal gewickelt ist. Hierdurch ist die Herstellung des schalldämpfenden
Bereichs besonders einfach und die Montage ist erleichtert.
[0015] Das Anbringen der Waffe an der Vorrichtung wird erleichtert, wenn vor der Eingangsöffnung
ein Führungsteil für den Mündungsbereich der Waffe befestigt ist.
[0016] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass der Kanal eine den Kanalquerschnitt verringernde
Einschnürung aufweist. Hierdurch wird der Gasstrom zusätzlich abgebremst und ferner
kann die Einschnürung dafür sorgen, dass die Waffe nicht zu tief in den Kanal der
erfindungsgemäßen Vorrichtung eingesteckt wird. Vorzugsweise ist hierbei die Einschnürung
im mittleren oder hinteren Bereich des Kanals angeordnet.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung in einem axialen Schnitt
schematisch dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben.
[0018] Die Vorrichtung zum Verringern der von einer Handfeuerwaffe erzeugten Emissionen
wird vor einer in der Zeichnung nicht dargestellten Geschossfangvorrichtung lösbar
montiert und weist ein becherförmiges oder topfförmiges Gehäuse 1 auf mit einem zylindrischen
Außenmantel 2 aus Metall (Blech) oder Kunststoff, der rückseitig durch einen in den
Außenmantel eingepassten Boden 9 geschlossen ist und an seiner Vorderseite geöffnet
ist, um einen Aufnahmebereich 7 für den Mündungsbereich einer Waffe zu bilden. Hierbei
kann der Außenmantel 2 aber auch eine nicht zylindrische Form insbesondere einen eckigen
Querschnitt besitzen. Der vordere Rand des Außenmantels 2 ist vorzugsweise durch einen
ringförmigen bzw. umlaufenden Kantenschutz 10 abgedeckt.
[0019] Im Inneren des Außenmantels 2 liegt ein schalldämpfendes Material 4 ein, das sowohl
schallschluckend als auch schalldämmend wirkt und vorzugsweise aus einem Kunststoffschaum
besteht. Hierbei bildet das schalldämpfende Material 4 einen mittleren Kanal 3, der
koaxial zur Achse des Außenmantels 2 ist. Dieser Kanal 3 kann sehr eng ausgebildet
sein, d. h. einen Durchmesser besitzen, der kleiner ist als der Durchmesser eines
Geschosses, so dass das Geschoss sich durch den Kanal 3 hindurchzwängen muss. Alternativ
kann der Kanal 3 außermittig und/oder schräg innerhalb des Außenmantels 2 angeordnet
sein.
[0020] Das schalldämpfende Material 4 ist besonders einfach herstellbar, wenn es bandförmig
um den Kanal 3 gewickelt wird. Hierdurch lässt sich eine Vorkompression des Kernmateriales
einfach durch die Bandlänge steuern.
[0021] Der Kanal 3 ist von einem stützenden insbesondere perforierten Flächenmaterial 8
ausgekleidet, das am schalldämpfenden Material 4 anliegt, so dass das stützende Flächenmaterial
einen Schlauch innerhalb des Kanals 3 bildet. Vorzugsweise besteht hierbei das Flächenmaterial
aus einem Netz, Geflecht, Gewebe oder Gewirke aus Kunststofffäden oder Kunststoffdrähten.
Das das schalldämpfende Material 4 stützende Flächenmaterial 8 umgibt vorzugsweise
auch die äußere zylindrische Fläche des schalldämpfenden Materials 4 und ferner auch
den vorderen und hinteren Bereich des schalldämpfenden Materials, so dass das schalldämpfende
Material 4 rundum außen als auch innen vom Material 8 umgeben ist.
[0022] An der Vorderseite der Vorrichtung bildet diese einen Aufnahmebereich 7, in dem der
Kanal 3 beginnt mit einer Eingangsöffnung 5. Hierbei bildet das schalldämpfende Material
4 im Aufnahmebereich 7 eine kegelstumpfförmige Fläche und damit eine Trichterform
zur Eingangsöffnung 5 hin, so dass der Mündungsbereich einer Waffe besonders einfach
form- und/oder kraftschlüssig an die Vorrichtung ansetzbar bzw. anschließbar ist.
Ein solch konisch geformter Eingangsbereich bzw. Aufnahmebereich 7 erleichtert die
Handhabung erheblich. Hierbei kann aber auch die Vorrichtung in der Weise verwendet
werden, dass der Mündungsbereich der Waffe in den Kanal 3 mit einem kurzen Stück eingesteckt
wird. Bei Mündungsdurchmessern größer als der maximale Trichterdurchmesser kann die
Mündung plan an den Dämpfungskern in axialer Verlängerung des Kanales 3 bzw. des Trichters
angesetzt werden, in diesem Falle dient der gesamte Trichterbereich bzw. Volumina
als Gas- und Geschossführung.
[0023] Das stützende Flächenmaterial 8 bedeckt auch den konisch geformten Aufnahmebereich
7, so dass das schalldämpfende Material 4 gegen Beschädigungen geschützt ist. Darüber
hinaus kann vor der Eingangsöffnung 5 des Kanals 3 ein nicht dargestelltes Führungsteil
angeordnet sein, um das Einstecken des Mündungsbereichs der Waffe zu erleichtern bzw.
bei nicht koaxialer/rotationssymmetrischer Lage des Kanales 3 und des sich anschließendem
Trichters zur Längsachse des Gehäuses 1 die außermittige Waffenmündungsposition zur
bestimmungsgemäßen Nutzung vorzugeben.
[0024] Der Außenmantel 2 bildet im rückseitigen äußeren Bereich einen Verbindungsbereich
6, mit dem die Vorrichtung in eine zylindrische Öffnung der Geschossfangvorrichtung
eingesetzt werden kann, wobei die Einsatzöffnung der Geschossfangvorrichtung den gleichen
oder kaum größeren Durchmesser aufweist als der Außendurchmesser des Außenmantels
2 im Bereich des Verbindungsbereichs 6. Hierdurch besteht eine formschlüssige lösbare
Verbindung zwischen der erfindungsgemäßen Vorrichtung und der Geschossfangvorrichtung.
In dem Fall, in dem der Außenmantel 2 nicht zylindrisch, sondern im Querschnitt oval
oder eckig ist, weist die Aufnahme der Geschossfangvorrichtung eine entsprechende
Querschnittsform auf.
[0025] In einer nicht dargestellten Ausführung weist der Kanal 3 eine den Kanalquerschnitt
verringernde Einschnürung auf, die sich im mittleren oder hinteren Bereich des Kanals
befindet, um für die Gasströmung einen Widerstand zu bilden und/oder um zu verhindern,
dass die Waffe zu weit in die erfindungsgemäße Vorrichtung eingesteckt wird.
[0026] Das stützende Flächenmaterial 8 kann auch von einem siebförmigen Material gebildet
sein. Ferner kann der Außenmantel 2 Öffnungen besitzen, um das Gas auszulassen. Ferner
kann der Boden 9 von einem Material insbesondere einem Kunststoffmaterial oder Gummi
gebildet sein, das von dem Projektil der Waffe durchdringbar ist, so dass angezeigt
wird, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung zumindest einmal von einem Projektil durchlaufen
wurde. Damit wird durch den Boden angezeigt, ob die Vorrichtung noch unversehrt ist.
[0027] Das schalldämpfende Material ist vorzugsweise ein Kunststoffschaum aus offenzelligem
Polyurethanschaumstoff auf Polyether-Basis mit einen Roh-Raumgewicht (vor Verbau)
nach ISO 845 von ca. 21,5 kg pro Kubikmeter.
[0028] Alternativ sind natürlich auch andere Materialien mit vergleichbaren Absorber- bzw.
Dämpfungseigenschaften verwendbar.
1. Vorrichtung zum Verringern der von einer Handfeuerwaffe erzeugten Emissionen mit einem
einen Außenmantel (2) aufweisenden Gehäuse (1) und mit einem inneren, vom Projektil
durchlaufenden Kanal (3), der von schalldämpfendem Material (4) umgeben ist und eine
vordere Eingangsöffnung (5) aufweist zum Aufsetzen oder Einsetzen der Waffenmündung,
- wobei das der Waffe abgewandte Ende des Gehäuses (1) einen Verbindungsbereich (6)
zum Anschluss an eine Geschossfangvorrichtung aufweist,
- wobei die Eingangsöffnung (5) einen Aufnahmebereich (7) bildet, an dem der Mündungsbereich
der Waffe form- und/oder kraftschlüssig anschließbar ist,
- wobei der Kanal (3) von einem stützenden, gasdurchlässigen insbesondere perforierten
Flächenmaterial (8) ausgekleidet ist, das an dem schalldämpfenden Material (4) anliegt,
- wobei das stützende Flächenmaterial (8) das schalldämpfende Material (4) zumindest
im Bereich der Eingangsöffnung (5) abdeckt, und
- wobei das der Waffe abgewandte Ende einen geschlossenen Boden (9) bildet, der vom
Projektil durchschlagbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingangsöffnung (5) von außen nach innen hin im Durchmesser verringernd insbesondere
konisch geformt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das stützende insbesondere schlauchförmige Flächenmaterial (8) ein Netz, Geflecht,
Gewebe oder Gewirke ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Flächenmaterial schwer entflammbar und selbstlöschend ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das stützende Flächenmaterial (8) das schalldämpfende Material (4) außenseitig umgibt.
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenmantel (2) zumindest außenseitig zylindrisch ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich (6) des Außenmantels (2) zum Anschluss an die Geschossfangvorrichtung
zylindrisch ist für eine zylindrische Aufnahme der Geschossfangvorrichtung.
8. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das der Waffe abgewandte hintere Ende einen Boden (9) bildet, in den der Kanal mündet.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der geschlossene Boden (9) aus Kunststoff oder Gummi besteht.
10. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das schalldämpfende Material (4) bandförmig und um den Kanal (3) gewickelt ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Eingangsöffnung (5) ein Führungsteil für den Mündungsbereich der Waffe befestigt
ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (3) eine den Kanalquerschnitt verringernde Einschnürung aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einschnürung im mittleren oder hinteren Bereich des Kanals (3) angeordnet
ist.