[0001] Die Erfindung betrifft einen schaltbaren Schalldämpfer für die Abgasströmung eines
Verbrennungsmotors sowie eine Abgasanlage mit einem derartigen schaltbaren Schalldämpfer.
[0002] Der Schalldämpfer in der Abgasanlage eines Verbrennungsmotors dient der Reduzierung
des übermäßigen, von der Umwelt oft als knallartig wahrgenommenen Verbrennungs- und
Ausstoßgeräuschs der Zylinder auf eine angemessene Lautstärke. Diese kann gesetzlich
festgelegt sein. Hierfür sind zum Beispiel für Motorräder Schalldämpfer bekannt, die
meist radial konzentrisch um das Auspuffrohr herum angeordnet sind und somit einen
großen Durchmesser aufweisen. Insbesondere bei unverkleideten Motorrädern verläuft
die Abgasanlage außenliegend für Personen gut sichtbar und beeinflusst somit die Wahrnehmung
des Motorrads. Dabei entsteht das Problem, dass derartige Abgasanlagen mit Schalldämpfern
mit großem Durchmesser von Personen als unästhetisch wahrgenommen werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Schalldämpfer mit möglichst geringen
Abmessungen für einen Verbrennungsmotor anzugeben.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst mit dem im Anspruch 1 angegebenen Schalldämpfer und der in
Anspruch 7 angegebenen Abgasanlage. Vorteilhafte weitere Ausgestaltungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0005] Der gemäß der Erfindung ausgeführte Schalldämpfer für die Abgasströmung eines Verbrennungsmotors
weist auf ein erstes und zweites Rohrstück, welche eine erste und zweite Teilströmung
der Abgasströmung führen, einen Übergangskanal und einem Dämpfungskanal zwischen den
Rohrstücken, eine erste schaltbaren Klappe im ersten Rohrstück zwischen Übergangskanal
und Dämpfungskanal und eine zweite schaltbaren Klappe im zweiten Rohrstück in Richtung
der Abgasströmungen hinter dem Dämpfungskanal, sodass bei einer die Rohrstücke absperrenden
Stellung der Klappen die erste Teilströmung durch den Übergangskanal in das zweite
Rohrstück übergeleitet und beide Teilströmungen durch den Dämpfungskanal in das erste
Rohrstück rückgeführt sind. Der erfindungsgemäße Schalldämpfer ist besonders für ein
Kraftrad mit Verbrennungsmotor geeignet. Bei geöffneter Klappenstellung durchströmen
die Teilströmungen der Abgasströmung die jeweiligen Rohrstücke annähernd ungehindert
und treten somit annähernd ungedämpft aus den Rohrstücken aus. Die Abgasströmung wird
somit annähernd ungedämpft an die Umwelt abgegeben.
[0006] Bei Betriebszuständen des Verbrennungsmotors, in denen eine ungedämpfte Abgabe der
Abgasströmung eine Überschreitung der normierten Schallgrenzwerte zur Folge hätte,
muss die Abgasströmung gedämpft werden. Derartige Betriebszustände sind zum Beispiel
bei einem Motorrad im Stillstand der Betrieb des Verbrennungsmotors mit einer Hälfte
oder drei Vierteln der Nenndrehzahl oder im Fahrbetrieb das Beschleunigen des Motorrads
von einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde aus im zweiten oder dritten
Gang unter Volllast des Verbrennungsmotors.
[0007] Die Dämpfung der Abgasströmung wird durch Schließung der ersten und zweiten Klappe
im ersten und zweiten Rohrstück eingeleitet. Der Querschnitt der Rohrstücke ist durch
die Klappen in geschlossener Schaltstellung annähernd vollständig gesperrt, sodass
eine Durchströmung des Rohrstücks an den Klappen vorbei annähernd nicht erfolgen kann.
[0008] Der Querschnitt des ersten Rohrs ist zwischen Übergangskanal und Dämpfungskanal durch
die erste Klappe gesperrt. Es wird somit die weitere Strömung entlang des ersten Rohrstücks
annähernd unterbunden und der Eintritt der ersten Teilströmung in den Übergangskanal
zum zweiten Rohrstück begünstigt. Es erfolgt somit eine Überleitung der ersten Teilströmung
aus dem ersten Rohrstück in das zweite Rohrstück.
[0009] Der Querschnitt des zweiten Rohrstücks ist in Richtung der Abgasströmung hinter dem
Übergangs- und Dämpfungskanal gesperrt, sodass ein Austritt der ersten und zweiten
Teilströmung aus dem zweiten Rohrstück annähernd nicht erfolgen kann. Es erfolgt somit
eine Stauung der beiden Teilströmungen in zweiten Rohrstück vor der zweiten Klappe.
[0010] Es wird so der Eintritt beider Teilströmungen in den Dämpfungskanal begünstigt. Dieser
verläuft entsprechend dem Übergangskanal zwischen dem ersten und zweiten Rohrstück.
Bei der Durchströmung des Dämpfungskanals erfolgt beispielhaft durch Reflexion oder
Absorption der Schwingungen eine Dämpfung der Abgasströmung. Beide Teilströmungen
treten somit gedämpft aus dem Dämpfungskanal in Strömungsrichtung hinter der ersten
Klappe in das erste Rohrstück aus. Die Abgasströmung ist somit durch den Dämpfungskanal
vom zweiten Rohrstück in das erste Rohrstück rückgeführt und tritt durch das erste
Rohrstück aus dem Schalldämpfer aus.
[0011] Ein gemäß der Erfindung ausgeführter Schalldämpfer ist besonders kompakt ausführbar
und kann somit vorteilhaft platzsparend zwischen zwei ungedämpften Auspuffrohren zum
Beispiel eines Motorrads angeordnet werden. Somit ist ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer
besonders vorteilhaft auch als ein Nachrüstteil für Krafträder verwendbar. Dabei wird
besonders vorteilhaft ein großer Durchmesser bei einem Schalldämpfer vermieden und
insbesondere bei einem Motorrad die ästhetische Wahrnehmung durch eine Person nicht
beeinträchtigt. Weiterhin bietet ein gemäß der Erfindung ausgeführter Schalldämpfer
den Vorteil, dass in nicht dämpfungsbedürftigen Lastzuständen des Verbrennungsmotors
die Klappen geöffnet werden können und dann die Abgasströmung den Schalldämpfer ungedämpft
passiert. Dabei wird die akustische Wahrnehmung des Verbrennungs- und Ausstoßgeräuschs
nicht beeinträchtigt.
[0012] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist der Übergangskanal
als Interferenzrohr ausgeführt. Ein Interferenzrohr ist ein Verbindungskanal zwischen
zwei Rohrstücken einer Abgasanlage, dessen Geometrie auf die Herbeiführung von konstruktiver
Interferenz zwischen den Schwingungen beider Teilströmungen und somit der wechselseitigen
Beeinflussung der Teilströmungen abgestimmt ist. Dabei wird vorteilhaft insbesondere
der Ausstoß des Abgases unterstützt. Die vorteilhafte Ausführung des Übergangskanals
als Interferenzrohr verbessert somit vorteilhaft das Ausströmen der Abgasströmung
aus einem erfindungsgemäßen Schalldämpfer.
[0013] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung weist der Dämpfungskanal
an den Übergängen zu den Rohrstücken jeweils ein Strömungsgitter auf. Bei Durchströmung
des Gitters erfolgt die Unterstützung der Brechung der Schwingung und der Linearisierung
der Abgasströmung und somit vorteilhaft eine Verbesserung der Dämpfungswirkung eines
erfindungsgemäßen Schalldämpfers.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung sind Übergangskanal und
Dämpfungskanal in einem Gehäuse angeordnet. Übergangskanal und Dämpfungskanal bilden
somit eine kompakte Baueinheit, die vorteilhaft auf einfache Weise platzsparend an
die Rohrstücke anlegbar ist. Dabei wird vorteilhaft die Sichtbarkeit des erfindungsgemäßen
Schalldämpfers reduziert und somit insbesondere bei einem Motorrad die ästhetische
Wahrnehmung nicht beeinträchtigt.
[0015] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung verlaufen die Rohrstücke
zueinander beabstandet und das Gehäuse ist im Spalt zwischen den Rohrstücken auf deren
Außenflächen aufgesetzt. Das Gehäuse liegt somit tiefer im Raum zwischen den Rohrstücken.
Dabei wird vorteilhaft die Sichtbarkeit des erfindungsgemäßen Schalldämpfers weiter
reduziert.
[0016] Besonders vorteilhaft können die Rohrstücke einen Durchmesser im Bereich von 50 mm
bis 70 mm aufweisen. Rohrstücke mit einem solchen Querschnitt sind vorteilhaft widerstandsarm
durchströmbar. Weiterhin wird hierdurch die ästhetische Wahrnehmung insbesondere von
Motorrädern nicht beeinträchtigt.
[0017] Eine Abgasanlage mit einem gemäß der Erfindung ausgeführten Schalldämpfer als Endschalldämpfer
weist ebenfalls die beschriebenen Vorteile auf.
[0018] Die Erfindung und weitere vorteilhafte Ausführungen derselben werden anhand der kurz
angeführten Figuren nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt
- Fig. 1
- einen beispielhaften, gemäß der Erfindung ausgeführten Schalldämpfer in einer liegenden
isometrischen Draufsicht,
- Fig. 2
- den Schalldämpfer von Figur 1 mit absperrender Stellung der Klappen in einer seitlichen
Draufsicht,
- Fig. 3
- den Schalldämpfer von Figur 1 mit offener Stellung der Klappen in einer Draufsicht,
- Fig. 4
- den Schalldämpfer von Figur 3 mit offener Klappenstellung in einer frontalen Draufsicht
auf die Ausströmungsseiten der Rohrstücke, und
- Fig. 5
- den Schalldämpfer von Figur 1 mit halboffener bzw. halbabsperrender Klappenstellung
in einer seitlichen Draufsicht.
[0019] Gemäß der Darstellung in Fig. 1 weist der Schalldämpfer S für die Abgasströmung A
eines Verbrennungsmotors, insbesondere bei einem Kraftrad, ein erstes Rohrstück S1
und ein zweites Rohrstück S2 auf. Die Rohrstücke weisen vorteilhaft einen Durchmesser
im Bereich von 50 mm bis 70 mm auf und sind vorteilhaft aus Edelstahl ausgeführt.
Die Rohrstücke sind an deren Stirnenden jeweils offen. So weist das erste Rohrstück
S1 eine erste Einströmungsseite S11 und eine erste Ausströmungsseite S12 und das zweite
Rohrstück S2 eine zweite Einströmungsseite S21 und eine zweite Ausströmungsseite S22
auf.
[0020] Gemäß der Erfindung weist der Schalldämpfer S zwischen den Rohrstücken S1, S2 einen
Übergangskanal D2 und einen Dämpfungskanal D3 auf. Diese sind jeweils über Öffnungen
mit den Rohrstücken S1, S2 verbunden. So ist der Übergangskanal D2 über eine erste
Strömungsöffnung D21 mit dem ersten Rohrstück S1 und über eine zweite Strömungsöffnung
D22 mit dem zweiten Rohrstück S2 verbunden. Der Dämpfungskanal D3 ist über eine dritte
Strömungsöffnung D31 mit dem ersten Rohrstück S1 und über eine vierte Strömungsöffnung
D32 mit dem zweiten Rohrstück S2 verbunden. Der Dämpfungskanal D3 weist vorteilhaft
an den Übergängen zu den Rohrstücken S1, S2 jeweils ein Strömungsgitter auf. In der
vorliegenden vorteilhaften Ausführung sind die erste und zweite Strömungsöffnung D21,
D22 als Durchgangslöcher und die dritte und vierte Strömungsöffnung D31, D32 vorteilhaft
als Strömungsgitter ausgeführt.
[0021] Der Schalldämpfer S weist weiterhin erfindungsgemäß eine erste schaltbare Klappe
K1 und eine zweite schaltbare Klappe K2 eines Klappensystems K auf. Die erste Klappe
K1 ist im ersten Rohrstück S1 zwischen Übergangskanal D2 und Dämpfungskanal D3 und
die zweite Klappe K2 im zweiten Rohrstück S2 in Richtung der Abgasströmungen A1, A2
hinter dem Dämpfungskanal D3 angeordnet. Die erste und zweite Klappe K1, K2 sind jeweils
über einen ersten Klappenantrieb K11 und einen zweiten Klappenantrieb K21 mechanisch
verstellbar. Die Klappenantriebe K11, K21 sind zur Veränderung der Schaltstellung
über eine Klappensteuerung K3 ansteuerbar. Die Klappenantriebe K11, K21 und die Klappensteuerung
K3 sind in der vorliegenden Figur nur symbolhaft als Würfel dargestellt.
[0022] Die Klappen K1, K2 sind in der vorliegenden Figur in der geschlossenen vertikalen
Schaltstellung dargestellt, in der der durchströmbare Querschnitt der Rohrstücke S1,
S2 annähernd vollständig durch die Klappen K1, K2 versperrt ist. Gemäß der Erfindung
werden bei einer die Rohrstücke S1, S2 absperrenden Stellung der Klappen K1, K2 die
erste Teilströmung aus dem ersten Rohrstück S1 durch den Übergangskanal D2 in das
zweite Rohrstück S2 übergeleitet und beide Teilströmungen durch den Dämpfungskanal
D3 aus dem zweiten Rohrstück S2 in das erste Rohrstück S1 rückgeführt. Die Strömungen
durch den Schalldämpfer S werden anhand der folgenden Figuren näher erläutert. Gemäß
der vorteilhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Schalldämpfers S von Fig. 1 sind
Übergangskanal D2 und Dämpfungskanal D3 vorteilhaft in einem Gehäuse D1 angeordnet.
Das Gehäuse D1 weist beispielhaft eine Basisplatte D11, eine Deckplatte D12, eine
erste Stirnplatte D13 und eine zweite Stirnplatte D14 auf. Gemäß der vorteilhaften
Ausführung von Fig. 1 verlaufen die Rohrstücke S1, S2 zueinander beabstandet, sodass
das Gehäuse D1 im Spalt S3 zwischen den Rohrstücken S1, S2 auf deren Außenflächen
S13, S23 flach aufgesetzt werden kann. Das Gehäuse D1 ist somit durch die erste, zweite
Außenfläche S13, S23 des ersten, zweiten Rohrstücks S1, S2, die Basis- und Deckplatte
D11, D12 sowie die erste, zweite Stirnplatte D13, D14 verschlossen. Das Gehäuse D1
ist auf den Außenflächen S13, S23 so angeordnet, dass die erste, zweite, dritte und
vierte Strömungsöffnung D21, D22, D31, D32 in das nach außen abgeschlossene Gehäuse
D1 münden.
[0023] Der Innenraum des Gehäuses D1 ist durch eine Trennwand D15 zweigeteilt, wobei jeweils
die erste und zweite Strömungsöffnung D21, D22 und die dritte und vierte Strömungsöffnung
D31, D32 in einen der Teilräume münden. Der Teilraum zwischen erster und zweiter Strömungsöffnung
D21, D22 ist somit der Übergangskanal D2 und der Teilraum zwischen dritter und vierter
Strömungsöffnung D31, D32 der Dämpfungskanal D3. Der Übergangskanal D2 ist vorteilhaft
als ein Interferenzrohr ausgeführt. Die Geometrie des Übergangskanals D2 ist hierfür
auf die Herbeiführung von konstruktiver Interferenz zwischen den Schwingungen beider
Teilströmungen und somit der wechselseitigen Beeinflussung der Teilströmungen abgestimmt.
Der Dämpfungskanal D3 weist vorteilhaft ein mittiges, quer zur Strömungsrichtung angeordnetes
Dämpfungsblech D33 auf. Die Abgasströmung durch den Dämpfungskanal D3 umströmt das
Dämpfungsblech D33 annähernd U-förmig. Der Dämpfungskanal D3 weist somit einen Einströmungsbereich
D34, einen Umlenkbereich D35 und einen Ausströmungsbereich D36 auf. Die Strömungen
durch den Schalldämpfer S werden anhand der folgenden Figuren näher erläutert.
[0024] Eine erfindungsgemäße Abgasanlage für einen Verbrennungsmotor mit einem Schalldämpfer
S nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Schalldämpfer S als Endschalldämpfer
ausgeführt ist, ist in den Figuren nicht separat dargestellt. Eine derartige Abgasanlage
kann durch einfaches Anflanschen weiterer Rohrstücke, insbesondere eines Krümmers,
an den Schalldämpfer S gebildet werden. Gemäß der Erfindung ist der erfindungsgemäße
Schalldämpfer S als Endschalldämpfer ausgeführt. Dabei sind nur an den Einströmungsseiten
der Rohrstücke des Schalldämpfers weitere Rohrstücke angeflanscht und die Auspuffgase
werden an der Ausströmungsseite des Schalldämpfers an die Umwelt abgegeben.
[0025] In Fig. 2 ist eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Schalldämpfer S dargestellt,
der von einer Abgasströmung A durchströmt ist. Die Klappen K1, K2 befinden sich in
einer abgesperrten Schaltstellung. Gemäß der Erfindung ist die erste Klappe K1 zwischen
Übergangskanal D2 und Dämpfungskanal D3 und die zweite Klappe K2 in Richtung der Abgasströmung
A hinter dem Dämpfungskanal D3 angeordnet. Die Strömungen sind in den Figuren nur
schematisch und idealisiert durch strichlierte Linien dargestellt.
[0026] Die Abgasströmung A weist eine erste Teilströmung A1 und eine zweite Teilströmung
A2 auf. Die erste Teilströmung A1 tritt an der ersten Einströmungsseite S11 in das
erste Rohrstück S1 und die zweite Teilströmung A2 an der zweiten Einströmungsseite
S21 in das zweite Rohrstück S2 ein. Die erste Teilströmung A1 wird vor der ersten
Klappe K1 aufgestaut und durch die erste Strömungsöffnung D21 aus dem ersten Rohrstück
S1 über den Übergangskanal D2 durch die zweite Strömungsöffnung D22 in das zweite
Rohrstück S2 übergeleitet. Es strömt somit in diesem Bereich die gesamte Abgasströmung
A im zweiten Rohrstück S2.
[0027] Die Abgasströmung A wird im zweiten Rohrstück S2 vor der zweiten Klappe K2 aufgestaut,
sodass die Abgasströmung A durch die vierte Strömungsöffnung D32 in den Dämpfungskanal
D3 einströmt. Die vierte Strömungsöffnung D32 ist vorteilhaft als Strömungsgitter
ausgeführt. Die Abgasströmung A strömt im Einströmungsbereich D34 am Dämpfungsblech
D33 entlang und wird im Umlenkbereich D35 um das Dämpfungsblech D33 in den Ausströmungsbereich
D36 umgelenkt. Im Dämpfungskanal D3 erfolgt, unterstützt durch die Durchführung durch
die Strömungsgitter sowie das Umströmen des Dämpfungsblechs D33, eine Dämpfung der
Abgasströmung A. Diese tritt durch die dritte Strömungsöffnung D31, welche ebenfalls
vorteilhaft als Strömungsgitter ausgeführt ist, aus dem Dämpfungskanal D3 in das erste
Rohrstück S1 ein und entweicht durch die erste Ausströmungsseite S12 in die Umwelt.
Es erfolgt kein Austritt der Abgasströmung A durch die zweite Ausströmungsseite S22,
Die Durchleitung der Abgasströmung A durch den Dämpfungskanal D3 und deren Dämpfung
erfolgt somit nur bei abgesperrter Schaltstellung der Klappen K1, K2.
[0028] Ein gemäß der Erfindung ausgeführter Schalldämpfer S ist somit besonders zur Verwendung
bei einem Kraftrad, insbesondere einem Motorrad, geeignet. Dabei kann durch die Steuervorrichtung
K3 über die Klappenantriebe K11, K21 automatisch eine Veränderung der Klappenstellung
in Abhängigkeit der Betriebssituation des Verbrennungsmotors erfolgen. So können die
Klappen K1, K2 beispielsweise im Stillstand bei halber oder drei Vierteln der Nenndrehzahl
des Verbrennungsmotors automatisch geschlossen werden, sodass die Abgasströmung A
in dieser Betriebssituation gedämpft ist. Außerdem können die Klappen K1, K2 beispielsweise
im Fahrbetrieb bei voller Beschleunigung im zweiten oder dritten Gang ab 50 km/h Fahrgeschwindigkeit
automatisch geschlossen werden.
[0029] In Fig. 3 ist der vorteilhafte, gemäß der Erfindung ausgeführte Schalldämpfer S in
einer Draufsicht dargestellt, wobei sich die Klappen K1, K2 in einer offenen, nicht
sperrenden Schaltstellung befinden. Die erste Teilströmung A1 der Abgasströmung A
durchströmt annähernd ungehindert das erste Rohrstück S1 durch die erste Einströmungsseite
S11 an der geöffneten Klappe K1 vorbei durch die erste Ausströmungsseite S12. Die
zweite Teilströmung A2 durchströmt annähernd ungehindert das zweite Rohrstück S2 durch
die zweite Einströmungsseite S21 an der geöffneten zweiten Klappe K2 vorbei durch
die zweite Ausströmungsseite S22. Es erfolgt annähernd keine Einströmung der ersten
bzw. zweiten Teilströmung A1, A2 in die Strömungsöffnungen D21, D22, D31, D32 von
Übergangskanal bzw. Dämpfungskanal D3. Es erfolgt somit keine Dämpfung der Abgasströmung
A.
[0030] In Fig. 4 ist der Schalldämpfer S von Fig. 3 in einer frontalen Seitenansicht auf
die erste bzw. zweite Ausströmungsseite S12, S22 dargestellt. Die erste bzw. zweite
Klappe K1, K2 im ersten bzw. zweiten Rohrstück S1, S2 sind in geöffneter nicht sperrender
Schaltstellung durch die Rohröffnungen an den Ausströmungsseiten sichtbar. Das Gehäuse
D1 ist im Spalt S3 zwischen den Rohrstücken S1, S2 angeordnet. Die Basisplatte D11
des Gehäuses D1 verläuft dabei annähernd im mittleren Bereich der Rohrstücke S1, S2
an der engsten Stelle zwischen diesen. Die Deckplatte D12 ist im äußeren Bereich der
Rohrstücke S1, S2 annähernd tangential zu den Außenflächen S13, S23 angeordnet. Besonders
vorteilhaft ist der Schalldämpfer S in vertikaler Ausrichtung, sodass die Rohrstücke
S1, S2 übereinander angeordnet sind, mit der Deckplatte D11 zum Kraftrad orientiert
an diesem gehalten. Die Basisplatte D11 im Spalt S3 zwischen den Rohrstücken S1, S2
ist somit nach außen orientiert und von Personen wahrnehmbar. Bei dieser besonders
kompakten Ausführung eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers S wird dessen Sichtbarkeit
für Personen reduziert und so die ästhetische Wahrnehmung für eine Person nicht beeinträchtigt.
[0031] In Fig. 5 ist der gemäß der Erfindung ausgeführte Schalldämpfer S dargestellt, wobei
sich die Klappen K1, K2 in einer halboffenen bzw. halbsperrenden Schaltstellung befinden.
Es strömt so jeweils ein Anteil der Teilströmungen durch die Strömungsöffnungen in
Übergangs- bzw. Dämpfungskanal ein und ein Anteil der Teilströmungen an diesen vorbei
entlang der Rohrstücke. Die erste Subströmung A11 der ersten Teilströmung A1 strömt
im ersten Rohrstück S1 an der ersten Strömungsöffnung D21, der ersten Klappe K1 und
der dritten Strömungsöffnung D31 vorbei und tritt durch die erste Ausströmungsseite
S12 ungedämpft aus dem Schalldämpfer aus. Die erste Subströmung A21 der zweiten Teilströmung
A2 strömt im zweiten Rohrstück S2 an der zweiten Strömungsöffnung D22, der vierten
Strömungsöffnung D32 und der zweiten Klappe K2 vorbei und tritt durch die zweite Ausströmungsseite
S22 ungedämpft aus dem Schalldämpfer S aus.
[0032] Die zweite Subströmung A12 der ersten Teilströmung A1 im ersten Rohrstück S1 strömt
vor der ersten Klappe K1 durch die erste Strömungsöffnung D21 in den Übergangskanal
D2 und durch die zweite Strömungsöffnung D22 in das zweite Rohr S2 ein. Die zweite
Subströmung A22 der zweiten Teilströmung A2 strömt durch die zweite Einströmungsseite
S21 in das zweite Rohr S2 ein. Die zweite Subströmung A12 der ersten Teilströmung
A1 und die zweite Subströmung A22 der zweiten Teilströmung A2 strömen durch die vierte
Strömungsöffnung D32 in den Dämpfungskanal D3 ein und treten gedämpft durch die dritte
Strömungsöffnung D31 hinter der ersten Klappe K1 in das erste Rohrstück S1 aus. Die
beiden gedämpften Subströmungen A12, A22 strömen mit der ersten ungedämpften Subströmung
A11 im ersten Rohrstück S1 entlang und treten durch die erste Ausströmungsseite S12
aus dem Schalldämpfer S aus.
[0033] Der dargestellte Schalldämpfer S mit halboffenen bzw. halbsperrenden Schaltstellung
der Klappen K1, K2 ermöglicht eine teilweise Dämpfung der Abgasströmung A. Weitere
Zwischenschaltstellungen der Klappen sind in den Figuren nicht dargestellt.
Bezugszeichenliste
[0034]
- S
- Schalldämpfer für die Abgasströmung eines Verbrennungsmotors
- S1, S2
- Erstes, zweites Rohrstück
- S11, S21
- Erste, zweite Einströmungsseite
- S12, S22
- Erste, zweite Ausströmungsseite
- S13, S23
- Erste, zweite Außenfläche
- S3
- Spalt zwischen erstem, zweitem Rohrstück S1, S2
- K
- Klappensystem
- K1, K2
- Erste, zweite Klappe
- K11, K21
- Erster, zweiter Klappenantrieb
- K3
- Klappensteuerung
- D1
- Gehäuse
- D11
- Basisplatte
- D12
- Deckplatte
- D13, D14
- Erste, zweite Stirnplatte
- D15
- Trennwand
- D2
- Übergangskanal zwischen den Rohrstücken S1, S2
- D21, D22
- erste, zweite Strömungsöffnung
- D3
- Dämpfungskanal
- D31, D32
- dritte, vierte Strömungsöffnung, insbesondere Strömungsgitter
- D33
- Dämpfungsblech
- D34
- Einströmungsbereich
- D35
- Umlenkbereich
- D36
- Ausströmungsbereich
- A
- Abgasströmung
- A1
- erste Teilströmung
- A11, A12
- erste ungedämpfte, gedämpfte Subströmung
- A2
- zweite Teilströmung
- A21, A22
- zweite ungedämpfte, gedämpfte Subströmung
1. Schalldämpfer (S) für die Abgasströmung (A) eines Verbrennungsmotors, mit
- einem ersten und zweiten Rohrstück (S1, S2), welche eine erste und zweite Teilströmung
(A1, A2) der Abgasströmung (A) führen,
- einem Übergangskanal (D2) und einem Dämpfungskanal (D3) zwischen den Rohrstücken
(S1, S2), und
- einer ersten schaltbaren Klappe (K1) im ersten Rohrstück (S1) zwischen Übergangskanal
(D2) und Dämpfungskanal (D3) und einer zweiten schaltbaren Klappe (K2) im zweiten
Rohrstück (S2) in Richtung der Abgasströmungen (A1, A2) hinter dem Dämpfungskanal
(D3), sodass
- bei einer die Rohrstücke (S1, S2) absperrenden Stellung der Klappen (K1, K2) die
erste Teilströmung (A1) durch den Übergangskanal (D2) in das zweite Rohrstück (S2)
übergeleitet und beide Teilströmungen (A1, A2) durch den Dämpfungskanal (D3) in das
erste Rohrstück (S1) rückgeführt sind.
2. Schalldämpfer (S) nach Anspruch 1, wobei
der Übergangskanal (D2) als Interferenzrohr ausgeführt ist.
3. Schalldämpfer (S) nach Anspruch 1 oder 2, wobei
der Dämpfungskanal (D3) an den Übergängen zu den Rohrstücken (S1, S2) jeweils ein
Strömungsgitter aufweist.
4. Schalldämpfer (S) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei
Übergangskanal (D2) und Dämpfungskanal (D3) in einem Gehäuse (D1) angeordnet sind.
5. Schalldämpfer (S) nach Anspruch 4, wobei
- die Rohrstücke (S1, S2) zueinander beabstandet verlaufen, und
- das Gehäuse (D1) im Spalt (S3) zwischen den Rohrstücken (S1, S2) auf deren Außenflächen
(S13, S23) aufgesetzt ist.
6. Schalldämpfer (S) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei
die Rohrstücke (S1, S2) einen Durchmesser im Bereich von 50 mm bis 70 mm aufweisen.
7. Abgasanlage für einen Verbrennungsmotor mit einem Schalldämpfer (S) nach einem der
vorangegangenen Ansprüche, wobei
der Schalldämpfer (S) als Endschalldämpfer ausgeführt ist.