TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schusswaffen-Zielvorrichtung. Sie betrifft
weiterhin eine Schusswaffe mit einem ein Geschoss führenden Lauf und einer derartigen
Zielvorrichtung. Schließlich betrifft die Patentanmeldung auch ein Verfahren zum Ausrichten
einer mit der Schusswaffen-Zielvorrichtung ausgestatteten Schusswaffe.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Herkömmliche Schusswaffen erfordern, dass der Schütze die Schusswaffe entweder über
Kimme und Korn oder mittels einer optischen Visiereinrichtung, wie einem Zielfernrohr,
auf das Ziel ausrichtet. Insbesondere bei Geschossen mit großer Masse und verhältnismäßig
niedriger Geschossgeschwindigkeit, wie dies beispielsweise bei Gewehrgranaten oder
bei Panzerfäusten der Fall ist, muss beim Anvisieren die Krümmung der ballistischen
Geschossflugbahn berücksichtigt werden. Dazu werden im Stand der Technik mechanische
Leitvisiere zur Überhöhungseinstellung in Verbindung mit Visierrechnern eingesetzt.
Diese Mittel sind jedoch im Allgemeinen schwer und sperrig, so dass sie von einem
mobilen Schützen nur unter unnötig hoher Marschbelastung mitgeführt werden können.
[0003] Die
US 6,499,382 B1 offenbart ein Zielsystem für eine schwere Waffe, die auf einem Stativ oder einer
anderen Sockeleinrichtung schwenkbar und neigbar befestigt ist. Das Zielsystem ist
mit der Waffe derart verbunden, dass sich das Zielsystem mit der Waffe in Azimutrichtung
drehen und in Elevationsrichtung schwenken kann. Die Verbindung zwischen Waffe und
Zielsystem ist mit einer Kupplung versehen, so dass das Zielsystem gegenüber der Waffe
in Elevationsrichtung relativ geneigt werden kann. Die Messung des Elevationswinkels
der Zielvorrichtung erfolgt mittels eines ersten Winkelmessers und die Messung des
Azimutwinkels erfolgt mittels eines zweiten Winkelmessers. Des Weiteren kann die Visiereinrichtung
der Zielvorrichtung mit Neigungsmessern versehen sein, die die Neigung und die Elevation
einer Anzeigeeinheit der Visiereinrichtung relativ zum Erdboden bestimmen können.
Auch kann ein Schwerkraftsensor vorgesehen sein, der die Elevation relativ zum Erdboden
misst.
[0004] Die
US 2005/0268521 A1 zeigt ein elektronisches Visier für eine Feuerwaffe, das mit einem Neigungssensor,
einem Beschleunigungsmesser und einem Wendekreisel ausgestattet ist. Eine vollwertige
Inertialmesseinrichtung zur Navigation ist hier nicht vorgesehen.
[0005] Die
US 6,873,406 B1 zeigt einen neigungskompensierten Laser-Entfernungsmesser, der mit einem vertikalen
Neigungssensor versehen ist.
[0006] Auch die
US 2007/0137088 A1 betrifft die Entfernungsmessung für ballistische Geschossflugbahnen, wobei der Neigungswinkel
der Sichtlinie zum Ziel gemessen wird.
[0007] Die
EP 0 785 406 A2 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Feuerleitung einer Waffe mit einer
Hochapogäumflugbahn. Bei dieser Vorrichtung wird die Neigung der Waffe mit einem Neigungssensor
und die Orientierung der Waffe mit einem Kompass bestimmt.
[0008] Die
US 5,456,157 A beschreibt ein Waffenunterstützungssystem für eine laffetierte Maschinenkanone. Die
Neigung der Maschinenkanone wird dabei über einen Winkelaufnehmer bestimmt. Die in
dieser bekannten Vorrichtung vorgesehene Bildverarbeitung dient der virtuellen Munitionsspurerzeugung.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Schusswaffen-Zielvorrichtung
sowie eine diese Zielvorrichtung aufweisende Schusswaffe anzugeben, durch die für
den Schützen eines ballistischen Geschosses der Zielvorgang erleichtert und beschleunigt
wird.
[0010] Der die Zielvorrichtung betreffende Teil der Aufgabe wird gelöst durch eine Schusswaffen-Zielvorrichtung
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Diese erfindungsgemäße Schusswaffen-Zielvorrichtung
ist versehen mit einer Bilderfassungseinrichtung, einer Entfernungsmesseinrichtung,
einer Inertialmesseinheit, einem Steuerungscomputer und einer Bildwiedergabeeinrichtung.
VORTEILE
[0011] Eine derart ausgebildete erfindungsgemäße Schusswaffen-Zielvorrichtung ermöglicht
es, den Schützen in Form eines Zielassistenten beim zuverlässigen Anvisieren eines
Zielobjekts zu unterstützen, um für eine vorgegebene Munition, also für ein vorgegebenes
Geschoss, und für eine ermittelte Entfernung den optimalen Abschusswinkel zu finden.
Durch das Vorsehen einer beispielsweise als hochauflösende digitale Kamera ausgebildeten
Bilderfassungseinrichtung und einer mit dieser verbundenen Bildwiedergabeeinrichtung
kann der Schütze das Ziel vom Beginn des Zielvorgangs bis zum Abschuss im Sichtfeld
behalten. Ist die Kamera mit einer Zoom-Vorrichtung versehen, so kann der Schütze
das Zielobjekt sogar präzise anvisieren und dabei den Auftreffpunkt des Geschosses
exakt festlegen.
[0012] Vorteilhaft ist bei dieser Schusswaffen-Zielvorrichtung auch, dass sie keine mechanisch
beweglichen Elemente aufweist und somit nahezu verzögerungsfrei auf Bewegungen des
Schützen reagiert. Durch Verwendung elektronischer Baugruppen kann die Schusswaffen-Zielvorrichtung
klein und leicht ausgebildet werden. Sie eignet sich daher besonders für den mobilen
Einsatz bei Bodentruppen.
[0013] Der auf die Schusswaffe gerichtete Teil der Aufgabe wird gelöst durch die im Patentanspruch
2 angegebene Schusswaffe.
[0014] Bei dieser Schusswaffe mit einem ein Geschoss führenden Lauf und einer erfindungsgemäßen
Schusswaffen-Zielvorrichtung ist der Steuerungscomputer so ausgebildet, dass er ein
von der Bilderfassungseinrichtung aufgenommenes Bild eines Zielobjekts derart auf
der Bildwiedergabeeinrichtung anzeigt, dass das Bild des Zielobjekts dann mit einer
Visiermarkierung in Überdeckung ist, wenn der Elevations-Winkel der Laufachse dem
Steigungswinkel der in Abhängigkeit von der Richtung zum Zielobjekt und der von der
Entfernungsmesseinrichtung ermitteltenen Entfernung zum Zielobjekt und unter Berücksichtigung
von Waffen- und Geschossparametern vom Steuerungscomputer berechneten Geschossflugbahn
zum Zielobjekt entspricht. Die Geschossflugbahn wird dabei vom Steuerungscomputer
berechnet nachdem mittels der Entfernungsmesseinrichtung die Entfernung zum anvisierten
Zielobjekt ermittelt und die Richtung zum Zielobjekt bestimmt worden ist.
[0015] Diese erfindungsgemäße Schusswaffe, die mit einer erfindungsgemäßen Zielvorrichtung
versehen ist, ermöglicht ein schnelles und präzises Anvisieren eines Zielobjekts und
ein Ausrichten des Laufs der Schusswaffe unter Berücksichtigung der zu erwartenden
ballistischen Bahn des Geschosses. Doch nicht nur diese im Wesentlichen vertikale
Ausrichtung der Schusswaffe, sondern auch ein Verfolgen eines bewegten Zieles in horizontaler
Richtung ist mittels dieser erfindungsgemäßen Schusswaffe schnell und problemlos möglich,
ohne dass dadurch die Zielpräzision abnimmt.
[0016] Vorzugsweise verläuft die optische Achse der Entfernungsmesseinrichtung parallel
zur Laufachse. Dadurch ist es möglich, den Lauf der Schusswaffe bereits bei der Entfernungsmessung
direkt auf das Ziel auszurichten, so dass dann, wenn keine ballistische Korrektur
erforderlich ist, sofort auf das Ziel abgefeuert werden kann.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die optische Achse der Bilderfassungseinrichtung
in Bezug auf die Laufachse nach unten geneigt. Dadurch wird erreicht, dass beim Ausrichten
des Laufs der Schusswaffe nach oben, also dann, wenn das Geschoss auf einer deutlich
gekrümmten ballistischen Flugbahn fliegt, die Bilderfassungseinrichtung, also beispielsweise
die digitale Videokamera, stets auf einen großen Ausschnitt des zwischen dem Schützen
und dem Zielobjekt gelegenen Bodenbereichs gerichtet ist, so dass der Schütze diesen
Bodenbereich auch dann auf der Bildwiedergabeeinrichtung beobachten kann, wenn die
Schusswaffe nach oben geneigt ist.
[0018] Die Erfindung ist weiterhin gerichtet auf ein Verfahren zum Ausrichten einer mit
der erfindungsgemäßen Schusswaffen-Zielvorrichtung ausgestatteten Schusswaffe, wobei
sich das Verfahren durch die folgenden Schritte auszeichnet:
- a) Anzeigen einer Visiermarkierung auf der Bildwiedergabeeinrichtung derart, dass
die Visiermarkierung einen Bereich des von der Bilderfassungseinrichtung erfassten
Bildes markiert, der in linearer Verlängerung der optischen Achse der Entfernungsmesseinrichtung
liegt, so dass die Visierlinie und die optische Achse der Entfernungsmesseinrichtung
parallel verlaufen;
- b) Anvisieren eines Zielobjekts derart, dass sich das auf der Bildwiedergabeeinrichtung
angezeigte Bild des Zielobjekts mit der Visiermarkierung überdeckt;
- c) Ermitteln der Entfernung zum anvisierten Zielobjekt mittels der Entfernungsmesseinrichtung;
- d) Bestimmen des dem Ziel-Höhenwinkel entsprechenden Neigungswinkels der Zielvorrichtung
mittels der Inertialmesseinheit im Augenblick der Entfernungsermittlung nach Schritt
c);
- e) Berechnen des erforderlichen Schusswinkels im Steuerungscomputer auf der Grundlage
der im Schritt c) ermittelten Entfernung und des im Schritt d) ermittelten Ziel-Höhenwinkels
sowie in einer Speichereinrichtung des Steuerungscomputers abgespeicherten Waffen-
und Geschossparametern;
- f) Veränderung der Darstellung auf der Bildwiedergabeeinrichtung derart, dass die
Visiermarkierung verlagert wird und mit einem Bildausschnitt in Überdeckung gerät,
der einem in der ermittelten Entfernung und der Zielrichtung liegenden Punkt der berechneten
Geschossflugbahn entspricht; und
- g) Nachführen der Schusswaffe bis die im Schritt f) verlagert dargestellte Visiermarkierung
in Überdeckung mit dem angezeigten Bild des Zielobjekts gerät.
[0019] Durch dieses erfindungsgemäße Verfahren wird der Schütze durch den Vorgang des Anvisierens
geleitet, wobei der Steuerungscomputer der erfindungsgemäßen Schusswaffen-Zielvorrichtung
mit einem darauf ablaufenden Verfahrensprogramm einen Zielassistenten für den Schützen
bildet. Mittels dieser Verfahrensschritte wird der Schütze intuitiv durch den gesamten
Zielvorgang geführt bis er das Ziel präzise anvisiert hat und die Waffe abfeuern kann.
[0020] Vorzugsweise erfolgt die Verlagerung der Überdeckung der Visiermarkierung mit dem
Bildausschitt im Schritt f) derart, dass der von der Bilderfassungseinrichtung aufgenommene
und auf der Bildwiedergabeeinrichtung wiedergegebene Bildausschnitt verschoben wird.
Nachdem die Entfernung vom Schützen zum Zielobjekt ermittelt worden ist und aus dieser
Entfernung und den Waffen- und Geschossparametern sowie der Richtungslage des Zielobjekts
die ballistische Bahn des Geschosses ermittelt worden ist, wird der Schütze durch
das Verschieben des Bildausschnitts intuitiv dazu angeregt, die Schusswaffe so auszurichten,
beispielsweise nach oben zu neigen, dass das ursprünglich anvisierte Zielobjekt in
der auf der Bildwiedergabeeinrichtung fixiert dargestellten Visiermarkierung bleibt.
[0021] Alternativ oder zusätzlich kann die Verlagerung der Überdeckung der Visiermarkierung
mit dem Bildausschnitt in Schritt f) auch derart erfolgen, dass die auf der Bildwiedergabeeinrichtung
angezeigte Visiermarkierung verschoben wird. Bei dieser Variante wird der Schütze
durch das automatische Verschieben der Visiermarkierung dazu intuitiv angeregt, die
Ausrichtung der Waffe derart zu verändern, dass die Visiermarkierung mit dem auf der
Bildwiedergabeeinrichtung dargestellten Bild des Zielobjekts in Überdeckung bleibt
oder wieder in Überdeckung gerät.
[0022] Möglich ist auch eine Kombination aus der Verlagerung des wiedergegebenen Bildausschnitts
und einer Verlagerung der Visiermarkierung auf der Bildwiedergabeeinrichtung.
[0023] Besonders vorteilhaft ist es, wenn vom Steuerungscomputer in das auf der Bildwiedergabeeinrichtung
angezeigte Bild zumindest ein Richtungssymbol eingeblendet wird, das dem Schützen
anzeigt, in welche Richtung er die Schusswaffe bewegen muss, um das ursprünglich anvisierte
Zielobjekt nach der im Schritt d) erfolgenden Verlagerung wieder mit der Visiermarkierung
in Überdeckung zu bringen. Diese Anzeige eines Richtungssymbols beschleunigt die Reaktion
des Schützen und kann insbesondere dann von Vorteil sein, wenn aufgrund eines sehr
dunklen Bildes oder einer starken Sonneneinstrahlung auf die Bildwiedergabeeinrichtung
die Erkennbarkeit des Zielobjekts auf der Bildwiedergabeeinrichtung erschwert ist.
[0024] Vorteilhaft ist weiterhin, wenn vom Steuerungscomputer in das auf der Bildwiedergabeeinrichtung
angezeigte Bild zumindest ein Symbol eingeblendet wird, welches dem Schützen einen
Hinweis darauf gibt, wie er die Schusswaffe um die Laufachse zu verdrehen hat, damit
die berechnete Geschossflugbahn das anvisierte Zielobjekt trifft. Diese Verdreh-Anzeige
ist dann hilfreich, wenn der Schütze die Schusswaffe nicht präzise in Vertikalrichtung
ausgerichtet hält. Er wird durch diese Verdreh-Anzeige aufgefordert, vor dem Auslösen
der Schusswaffe die optimale vertikale Ausrichtung der Schusswaffe herbeizuführen.
[0025] Schließlich ist es auch vorteilhaft, wenn der Steuerungscomputer in das auf der Bildwiedergabeeinrichtung
angezeigte Bild zumindest ein optisches Signal einblendet und/oder ein akustisches
Signal abgibt, wenn die vom Steuerungscomputer berechnete Geschossflugbahn in das
Zielobjekt trifft. Wird ein derartiges optisches beziehungsweise akustisches Signal
vom Schützen wahrgenommen, so weiß er, dass er in diesem Moment den Auslöser der Schusswaffe
betätigen kann, um das Zielobjekt präzise zu treffen.
[0026] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung mit zusätzlichen Ausgestaltungsdetails
und weiteren Vorteilen sind nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
näher beschrieben und erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0027] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Schusswaffe;
- Fig. 2
- den schematischen Aufbau der erfindungsgemäßen Zielvorrichtung;
- Fig. 3A
- eine erste Positionierung der erfindungsgemäßen Zielvorrichtung zur Entfernungsmessung;
- Fig. 3B
- eine zweite Positionierung der erfindungsgemäßen Zielvorrichtung nach erfolgter Elevationswinkel-Korrektur;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Bildsensors einer Bilderfassungseinrichtung;
- Fig. 5
- eine Darstellung des Visierfensters bei der Positionierung nach Fig. 3A;
- Fig. 6
- eine Darstellung des Visierfensters bei der Positionierung gemäß Fig. 3B; und
- Fig. 7
- ein Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Ausrichten der in Fig. 1
gezeigten Schusswaffe.
DARSTELLUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0028] In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 dargestellt, die
auf dem Lauf 20 einer Schusswaffe 2 angebracht ist. Die Schusswaffe 2 ist im gezeigten
Beispiel von einer Granatpistole gebildet, deren Lauf 20 ein Werferrohr für ein ballistisches
Geschoss, beispielsweise eine Gewehrgranate (nicht gezeigt), bildet. Der Lauf 20 weist
eine Laufachse 22 auf, die nachstehend auch als Werferachse bezeichnet wird.
[0029] Die Bauelemente der Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 sind schematisch in Fig. 2 dargestellt.
Die Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 ist versehen mit einer Bilderfassungseinrichtung
10, die im gezeigten Beispiel als hochauflösende Videokamera dargestellt ist, einer
Entfernungsmesseinrichtung 12, die im gezeigten Beispiel von einem Laser-Entfernungsmesser
gebildet ist, einer Inertialmesseinheit (IMU) 14, einem Steuerungscomputer 16 und
einer Bildwiedergabeeinrichtung 18. Die Bilderfassungseinrichtung 10, die Entfernungsmesseinrichtung
12, die Inertialmesseinheit 14 und die Bildwiedergabeeinrichtung 18 sind über entsprechende
Datenleitungen 11, 13, 15, 17 mit dem Steuerungscomputer 16 zur Datenübertragung verbunden.
Auch der Abzugshebel 24 der Schusswaffe 2 ist über eine Datenleitung 19 mit dem Steuerungscomputer
16 verbunden.
[0030] Die vorstehend aufgeführten Komponenten der Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 sind -
bis auf die Bildwiedergabeeinrichtung 18 - in einem Gehäuse 1' aufgenommen, welches
am Rahmen der Schusswaffe 2 montiert werden kann. Die Ausrichtung der Entfernungsmesseinrichtung
12 ist dabei derart, dass die Achse 12' der Entfernungsmesseinrichtung 12 parallel
zur Laufachse 22 verläuft. Die optische Achse 10' der Bilderfassungseinrichtung 10
ist hingegen so ausgerichtet, dass sie gegenüber der optischen Achse 12' der Entfernungsmesseinrichtung
12 und der Laufachse 22 nach unten geneigt ist, wie in Fig. 1 zu erkennen ist.
[0031] Die Bildwiedergabeeinrichtung 18 kann von einem auf das Gehäuse 1' aufsteckbaren
oder an dem Gehäuse 1' anbringbaren Display, beispielsweise einem transflexiven Display,
gebildet sein, oder die Bildwiedergabeeinrichtung 18 kann ein am Helm des Schützen
angebrachtes Display sein, welches über Kabel oder drahtlos mit der Schusswaffen-Zielvorrichtung
verbunden ist.
[0032] Fig. 3A zeigt eine erste Position der an der Schusswaffe 2 angebrachten Schusswaffen-Zielvorrichtung
1, die hier lediglich durch die als Kamera dargestellte Bilderfassungseinrichtung
10 symbolisiert ist. Die Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 ist mit ihrer Visierlinie
V, die der Achse 12' der Entfernungsmesseinrichtung 12 entspricht, auf ein Zielobjekt
Z gerichtet, das im Beispiel als Fahrzeug dargestellt ist. In Fig. 3A ist auch zu
erkennen, dass die den Bildwinkel α der Bilderfassungseinrichtung 10 halbierende optische
Achse 10' der Bilderfassungseinrichtung 10 gegenüber der Visierlinie 12' nach unten
geneigt ist.
[0033] Im gezeigtem Ausführungsbeispiel ist die Bilderfassungseinrichtung 10 von einer hochauflösenden
Kamera mit zum Beispiel 4000 X 2250 Pixeln (= 9 Megapixel) gebildet. Zur optimalen
Nutzung der Kameraauflösung wird die Bilderfassungseinrichtung 10 oder deren Sensor
leicht nach unten geneigt eingebaut. Besitzt die Kamera zum Beispiel einen Öffnungswinkel
von ± 20°, so wird sie mit einer Neigung von ca. 15° nach unten eingebaut.
[0034] In der Darstellung in Fig. 3A ist ebenfalls ein Visierfenster 3 gezeigt, das in der
Mitte ein Fadenkreuz 30 aufweist. Das Visierfenster 3 weist zudem horizontale Pfeile
32 auf, die in voneinander abgewandte Richtungen zeigen und die einen Indikator für
eine Azimut-Abweichung bilden. Des Weiteren sind im Visierfenster vertikale Pfeile
34 dargestellt, die einen Indikator für eine Elevations-Abweichung bilden.
[0035] Das Visierfenster 3 wird dem Schützen in das von der Bilderfassungseinrichtung 10
aufgenommene und auf der Bildwiedergabeeinrichtung 18 wiedergegebene Bild der Zielobjekts
Z eingeblendet. Das Visierfenster 3 kann dabei einen Teil des auf der Bildwiedergabeeinrichtung
18 dargestellten Bildes umrahmen oder kann dem gesamten Bildschirm der Bildwiedergabeeinrichtung
18 entsprechen.
[0036] In der in Fig. 3A dargestellten Position der Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 ist die
Achse 12' der Entfernungsmesseinrichtung 12 auf das Zielobjekts Z gerichtet, so dass
die Entfernung zwischen der Schusswaffen-Zielvorrichtung 1, also der Position des
Schützen, und dem Zielobjekt Z ermittelt werden kann. Diese Entfernungsermittlung
erfolgt nach leichtem Berühren des Abzugshebels 24 der Schusswaffe 2, der über die
Datenleistung 19 ein Startsignal für die Entfernungsmessung an den Steuerungscomputer
16 sendet.
[0037] Gleichzeitig mit der Entfernungsmessung werden Position und Lage der Schusswaffen-Zielvorrichtung
1 mittels der Inertialmesseinheit 14 ermittelt.
[0038] Der Ablauf des Zielvorgangs wird nachstehend unter Bezugnahme auf das Flussdiagramm
in Fig. 7 beschrieben.
[0039] Wie bereits in Verbindung mit Fig. 3A beschrieben worden ist, wird dem Schützen zunächst
der in Verlängerung der Werferrohrachse liegende Bildausschnitt zusammen mit einem
Fadenkreuz als Visiermarkierung 30 im Visierfenster 3 auf der Bildwiedergabeeinrichtung
18 dargestellt. Durch leichtes Betätigen des Abzughebels (Trigger) 24 wird die Entfernungsmessung
gestartet und die vom Laser-Entfernungsmesser 12 ermittelte Entfernung wird ausgelesen
und in einem Datenspeicher gespeichert. Gleichzeitig wird der von der Inertialmesseinheit
(IMU) 14 ermittelte Lagewinkel der Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 und damit der Schusswaffe
2 ausgelesen und ebenfalls in einem Speicher des Steuerungscomputers 16 abgespeichert.
[0040] Da der Laser-Entfernungsmesser 12 kolinear, also parallel, zur Werferachse 22 montiert
ist, wird mittels der Inertialmesseinheit 14 zugleich auch die Höhe des Ziels Z gegenüber
der Position des Schützen bestimmt.
[0041] Im Steuerungscomputer wird aus der ermittelten Entfernung zum Zielobjekt Z und der
Höhenlage des Ziels Z gegenüber der Position des Schützen, also dem Ziel-Höhenwinkel
und den in einem Speicher des Steuerungscomputers 16 abgespeicherten Waffen- und Geschossparametern
der Schusswinkel, also der Elevationswinkel β berechnet, der erforderlich ist, um
das Geschoss auf seiner ballistischen Bahn in das Ziel Z zu führen. Dieser Schusswinkel
β ist in Fig. 3B als Winkel β zwischen der Horizontalen H und der Werferachse 22 dargestellt.
[0042] Aufgrund dieser Berechnung wird der aus dem Sensor der Bilderfassungseinrichtung
10 ausgelesene Bildausschnitt um eine dem Schusswinkel β entsprechende Anzahl von
Zeilen verschoben, wie in Fig. 3B durch den Pfeil P symbolisch dargestellt ist.
[0043] Bei der eingangs genannten Sensorauflösung entspricht eine Pixelzeile einer Schusswinkeldifferenz
von 0,01°. Der in Fig. 4 als Zeilen- und Spaltengitter dargestellte Ausschnitt, der
beispielsweise 800 X 600 Pixel umfasst, muss bei einem Schusswinkel von β = 20° um
2000 Zeilen verschoben werden (Fig. 5 und 6). In der Darstellung der Fig. 4 bedeutet
dies, dass sich die linke obere Ecke des auszulesenden Sensorsegments von der Zeile
j = 1 auf j = 2001 verschiebt.
[0044] In Fig. 3B ist der ursprüngliche Bildausschnitt mit dem Zielobjekt Z als Visierfenster
3 gestrichelt gezeigt, wie er in der in Fig. 3A dargestellten Positionierung der Schusswaffen-Zielvorrichtung
1 relativ zum Bildwinkel α der Bilderfassungseinrichtung 10 positioniert gewesen ist.
Nach der Verschiebung des Bildausschnitts nimmt dieser Bildausschnitt die Position
3' ein und der Schütze muss die mit der Schusswaffen-Zielvorrichtung 1 versehene Schusswaffe
2 bis in die in Fig. 3B gezeigte Neigungslage bringen, damit das Zielobjekt Z sich
wieder im Fadenkreuz 30 befindet.
[0045] In dem auf der Bildwiedergabeeinrichtung 18 dargestellten Bildausschnitt (Visierfenster
3 beziehungsweise 3') wird dem Schützen zudem über horizontale Pfeilsymbole 32 angezeigt,
in welcher Azimut-Richtung er die Schusswaffe 2 seitlich schwenken muss, um das Fadenkreuz
30 in das in Fig. 3A anvisierte Ziel Z zu bringen. Bewegt sich das Zielobjekt Z, so
kann es der Schütze unter Zuhilfenahme der ihm angezeigten Horizontalpfeile 32 verfolgen
und so das Fadenkreuz auf der ursprünglichen Stelle des Zielobjekts halten.
[0046] Die visuelle Kontrolle und Nachführung des Azimuts (horizontale Nachführung) bietet
zudem den Vorteil, unabhängig von Kreiseldriften oder Magnetfeldstörungen zu sein.
[0047] Über vertikale Pfeilsymbole 34 wird dem Schützen angezeigt, ob er die Schusswaffe
2 steiler oder flacher halten soll. Des Weiteren wird ihm über gebogene oder kreisförmige
Pfeildarstellungen 36 angezeigt, ob er die Rolllage der Schusswaffe 2 ändern muss,
also die Schusswaffe 2 um die Laufachse beziehungsweise Werfachse 22 verdrehen muss.
[0048] Ist der optimale Schusswinkel β erreicht, wird dies dem Schützen durch ein optisches
Signal auf dem Display der Bildwiedergabeeinrichtung 18 und/oder ein akustisches Signal
mitgeteilt. Dieser optimale Schusswinkel ist dann erreicht, wenn sich das eingeblendete
Fadenkreuz wieder an der gleichen Stelle auf dem Zielobjekt Z befindet wie in Fig.
3A.
[0049] Dieser Schusswinkel wird mittels der Inertialmesseinheit IMU 14 genau vermessen und
der Schütze wird bei Erreichen des optimalen Schusswinkels durch eine Anzeige im Display
der Bildwiedergabeeinrichtung 18, zum Beispiel durch ein grün leuchtendes Feld, darüber
informiert, dass der optimale Schusswinkel erreicht worden ist. Der Schütze kann auf
diese Weise stets kontrollieren, ob die auf der Grundlage der Zeilenverschiebung berechnete
Fadenkreuzlage und die von der Inertialmesseinheit IMU 14 berechnete Schusswinkellage
(grüne Leuchte im Display) übereinstimmende Daten liefern, sodass der Schütze ein
redundantes System besitzt, was sicherheitstechnische Vorteile bietet.
[0050] Die Erfindung ist nicht auf das obige Ausführungsbeispiel beschränkt, das lediglich
der allgemeinen Erläuterung des Kerngedankens der Erfindung dient. Im Rahmen des Schutzumfangs
kann die erfindungsgemäße Vorrichtung vielmehr auch andere als die oben beschriebenen
Ausgestaltungsformen annehmen.
[0051] Bezugszeichen in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen dienen lediglich
dem besseren Verständnis der Erfindung und sollen den Schutzumfang nicht einschränken.
Bezugszeichenliste
[0052] Es bezeichnen:
- 1
- Schusswaffen-Zielvorrichtung
- 1'
- Gehäuse
- 2
- Schusswaffe
- 3
- Visierfenster (Bildausschnitt)
- 3'
- Visierfenster (Bildausschnitt)
- 10
- Bilderfassungseinrichtung
- 10'
- optische Achse
- 11
- Datenleitung
- 12
- Entfernungsmesseinrichtung
- 12'
- Achse der Entfernungsmesseinrichtung 12
- 13
- Datenleitung
- 14
- Inertialmesseinheit IMU
- 15
- Datenleitung
- 16
- Steuerungscomputer
- 17
- Datenleitung
- 18
- Bildwiedergabeeinrichtung
- 19
- Datenleitung
- 20
- Lauf
- 22
- Laufachse
- 24
- Abzugshebel
- 30
- Fadenkreuz
- 32
- horizontaler Pfeil
- 34
- vertikaler Pfeil
- 36
- gebogenen Pfeilsymbole
- P
- Verschiebungsrichtung
- V
- Visierlinie
- Z
- Zielobjekt
1. Schusswaffen-Zielvorrichtung mit
- einer Bilderfassungseinrichtung (10), welche dazu eingerichtet ist, ein Bild eines
anvisierten Zielobjekts (Z) zu erfassen,
- einer Entfernungsmesseinrichtung (12), welche dazu eingerichtet ist, eine Entfernung
zum anvisierten Zielobjekt (Z) zu ermitteln,
- einer Inertialmesseinheit (14),
- einer Bildwiedergabeeinrichtung (18) mit einem Display, welche dazu eingerichtet
ist, das Bild des anvisierten Zielobjekts (Z) anzuzeigen, und
- einem Steuerungscomputer (16)
dadurch gekennzeichnet,
dass die Inertialmesseinheit (14) so ausgebildet ist, dass sie zeitgleich mit einer von
der Entfernungsmesseinrichtung (12) durchgeführten Entfernungsmessung zu einem anvisierten
Zielobjekt (Z) eine Position und eine Lage der Schusswaffen-Zielvorrichtung (1) ermittelt,
und ein einem Ziel-Höhenwinkel entsprechender Neigungswinkel der Zielvorrichtung bestimmt
wird und ein Lagewinkel der Schusswaffen-Zielvorrichtung und damit einer Schusswaffe
(2) in einer Speichereinrichtung des Steuerungscomputers (16) abgespeichert wird,
und wobei der Steuerungscomputer so ausgebildet ist, dass er in Abhängigkeit von der
von der Entfernungsmesseinrichtung (12) ermittelten Entfernung zum Zielobjekt (Z)
und vom ermittelten Neigungswinkel und unter Berücksichtigung von in der Speichereinheit
gespeicherten Waffen- und Geschossparametern einer mit der Schusswaffen-Zielvorrichtung
(1) versehenen Schusswaffe eine Geschossflugbahn zum Zielobjekt (Z) und deren Schusswinkel
(β) berechnet.
2. Schusswaffen-Zielvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerungscomputer (16) so ausgebildet ist, dass bei einer Abweichung der Ausrichtung
einer mit der Schusswaffen-Zielvorrichtung versehenen Schusswaffe von der Vertikalrichtung
ein Symbol auf dem Display der Bildwiedergabeeinrichtung (18) eingeblendet wird, das
anzeigt, wie die Schusswaffe um eine Laufachse zu verdrehen ist, damit die berechnete
Geschossflugbahn das anvisierte Zielobjekt trifft.
3. Schusswaffe mit einem ein Geschoss führenden Lauf (20) und einer Zielvorrichtung (1)
nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Steuerungscomputer (16) so ausgebildet ist, dass er ein von der Bilderfassungseinrichtung
(10) aufgenommenes Bild eines Zielobjekts (Z) derart auf der Bildwiedergabeeinrichtung
(18) anzeigt, dass das Bild des Zielobjekts (Z) dann mit einer Visiermarkierung (30)
in Überdeckung ist, wenn der Elevations-Winkel der Laufachse (22) dem Steigungswinkel
der in Abhängigkeit von der Richtung zum Zielobjekt und der von der Entfernungsmesseinrichtung
(12) ermittelten Entfernung zum Zielobjekt (Z) und unter Berücksichtigung von Waffen-
und Geschossparametern vom Steuerungscomputer (16) berechneten Geschossflugbahn zum
Zielobjekt (Z) entspricht.
4. Schusswaffe nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine optische Achse (12') der Entfernungsmesseinrichtung (12) parallel zur Laufachse
(22) verläuft.
5. Schusswaffe nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine optische Achse (10') der Bilderfassungseinrichtung (10) in Bezug auf die Laufachse
(22) nach unten geneigt ist.
6. Verfahren zum Ausrichten einer mit der Schusswaffen-Zielvorrichtung gemäß Anspruch
1 oder 2 ausgestatteten Schusswaffe
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
a) Anzeigen einer Visiermarkierung (30) auf der Bildwiedergabeeinrichtung (18) derart,
dass die Visiermarkierung (30) einen Bereich des von der Bilderfassungseinrichtung
(10) erfassten Bildes markiert, der in linearer Verlängerung einer optischen Achse
(12')
der Entfernungsmesseinrichtung (12) liegt, so dass die Visierlinie (V) und die optische
Achse (12') der Entfernungsmesseinrichtung (12) parallel verlaufen;
b) Anvisieren eines Zielobjekts (Z) derart, dass sich das auf der Bildwiedergabeeinrichtung
angezeigte Bild des Zielobjekts (Z) mit der Visiermarkierung (30) überdeckt;
c) Ermitteln der Entfernung zum anvisierten Zielobjekt (Z) mittels der Entfernungsmesseinrichtung
(12) und Ermitteln von Position und Lage der Schusswaffen-Zielvorrichtung und damit
der Schusswaffe mittels der Inertialmesseinheit (14);
d) Bestimmen des dem Ziel-Höhenwinkel entsprechenden
Neigungswinkels der Zielvorrichtung (1) mittels der
Inertialmesseinheit (14) im Augenblick der Entfernungsermittlung nach Schritt c);
e) Berechnen des erforderlichen Schusswinkels (β) im Steuerungscomputer (16) auf der
Grundlage der im Schritt c) ermittelten Entfernung und des im Schritt d) ermittelten
Ziel-Höhenwinkels sowie in einer Speichereinrichtung des Steuerungscomputers abgespeicherten
Waffen- und Geschossparametern;
f) Veränderung der Darstellung auf der Bildwiedergabeeinrichtung (18) derart, dass
die Visiermarkierung (30) verlagert wird und mit einem Bildausschnitt in Überdeckung
gerät, der einem in der ermittelten Entfernung und der Zielrichtung liegenden Punkt
der berechneten Geschossflugbahn entspricht; und
g) Nachführen der Schusswaffe bis die im Schritt f) verlagert dargestellte Visiermarkierung
(30) in Überdeckung mit dem angezeigten Bild des Zielobjekts (Z) gerät.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verlagerung der Überdeckung der Visiermarkierung (30) mit dem Bildausschnitt
in Schritt f) derart erfolgt, dass der von der Bilderfassungseinrichtung (10) aufgenommene
und auf der Bildwiedergabeeinrichtung (18) wiedergegebene Bildausschnitt verschoben
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verlagerung der Überdeckung der Visiermarkierung (30) mit dem Bildausschnitt
in Schritt f) derart erfolgt, dass die auf der Bildwiedergabeeinrichtung (18) angezeigte
Visiermarkierung (30) verschoben wird.
9. Verfahren nach Anspruch 6, 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass vom Steuerungscomputer (16) in das auf der Bildwiedergabeeinrichtung (18) angezeigte
Bild zumindest ein Richtungssymbol (32, 34) eingeblendet wird, das dem Schützen anzeigt,
in welche Richtung er die Schusswaffe (2) bewegen muss, um das ursprünglich anvisierte
Zielobjekt (Z) nach der im Schritt f) erfolgenden Verlagerung wieder mit der Visiermarkierung
(30) in Überdeckung zu bringen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass vom Steuerungscomputer (16) in das auf der Bildwiedergabeeinrichtung (18) angezeigte
Bild zumindest ein Symbol (36) eingeblendet wird, welches dem Schützen einen Hinweis
darauf gibt, wie er die Schusswaffe (2) um die Laufachse (22) zu verdrehen hat, damit
die berechnete Geschossflugbahn das anvisierte Zielobjekt (Z) trifft.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerungscomputer (16) in das auf der Bildwiedergabeeinrichtung (18) angezeigte
Bild zumindest ein optisches Signal einblendet und/oder ein akustisches Signal abgibt,
wenn die vom Steuerungscomputer (16) berechnete Geschossflugbahn das Zielobjekt (Z)
trifft.
1. Firearm targeting device, comprising
an image capture device (10) set up to capture an image of a targeted target object
(Z),
a remote measurement device (12) set up to determine a distance to the targeted target
object (Z),
an inertial measurement unit (14),
an image reproduction device (18) comprising a display and set up to display the image
of the targeted target object (Z), and
a control computer (16),
characterised
in that the inertial measurement unit (14) is formed in such a way that it determines a position
and attitude of the firearm target device (1), simultaneously with a distance measurement
to a targeted object (Z) which is carried out by the distance measurement device (12),
and an angle of inclination of the target device corresponding to a target elevation
angle is determined, and an attitude angle of the firearm target device and thus of
a firearm (2) is stored in a storage device of the control computer (16), and wherein
the control computer is formed in such a way that it calculates a projectile trajectory
to the target object (Z) and the firing angle (β) thereof, as a function of the distance
to the target object (Z) determined by the distance measurement device (12) and of
the determined angle of inclination and while taking into account weapon and projectile
parameters, stored in the storage unit, of a firearm provided with the firearm targeting
device (1).
2. Firearm targeting device according to claim 1,
characterised
in that the control computer (16) is formed in such a way that, in the event of a deviation
from the vertical direction in the orientation of a firearm provided with the firearm
targeting device, a symbol, which displays how the firearm is to be rotated about
a barrel axis in order for the calculated projectile trajectory to strike the target
object, is overlaid on the display of the image reproduction device (18).
3. Firearm comprising a barrel (20), which guides a projectile, and a targeting device
(1) according to either claim 1 or claim 2,
wherein the control computer (16) is formed in such a way that it displays an image
of the target object (Z), recorded by the image capture device (10), on the image
reproduction device (18) in such a way that the image of the target object (Z) is
aligned with a sighting marking (30) when the elevation angle of the barrel axle (22)
corresponds to the gradient angle of the distance to the target object (Z) determined
as a function of the direction to the target object and the distance determined by
the distance measurement device (12) and the projectile trajectory to the target object
(Z) calculated by the control computer (16) while taking into account weapon and projectile
parameters.
4. Firearm according to claim 3,
characterised
in that an optical axis (12') of the distance measurement device (12) extends parallel to
the barrel axis (22).
5. Firearm according to either claim 3 or claim 4,
characterised
in that an optical axis (10') of the image capture device (10) is inclined downwards with
respect to the barrel axis (22) .
6. Method for orientating a firearm equipped with the firearm targeting device according
to either claim 1 or claim 2,
characterised by the following steps:
a) displaying a sighting mark (30) on the image reproduction device (18) in such a
way that the sighting marking (30) marks a region, of the image captured by the image
capture device (10), which is located in the linear extension of an optical axis (12')
of the distance measurement device (12), in such a way that the sighting line (V)
and the optical axis (12') of the distance measurement device (12) extend parallel;
b) sighting a target object (Z) in such a way that the image of the target object
(Z) displayed on the image reproduction device is aligned with the sighting marking
(30);
c) determining the distance to the targeted target object (Z) by means of the distance
measurement device (12), and determining the position and attitude of the firearm
targeting device and thus of the firearm by means of the inertial measurement unit
(14);
d) determining the angle of inclination of the targeting device (1) corresponding
to the target elevation angle by means of the inertial measurement unit (14) at the
moment of the distance determination according to step c) ;
e) calculating the required firing angle (β) in the control computer (16) on the basis
of the distance determined in step c) and of the target elevation determined in step
d) as well as weapon and projectile parameters stored in a storage device of the control
computer;
f) altering the display on the image reproduction device (18) in such a way that the
sighting marking (30) is shifted and comes into alignment with an image detail corresponding
to a point of the calculated projectile trajectory positioned at the determined distance
and in the target direction; and
g) tracking the firearm until the sighting marking (30), displayed shifted in step
f), comes into alignment with the displayed image of the target object (Z).
7. Method according to claim 6,
characterised
in that the shift in the alignment of the sighting marking (30) with the image detail in
step f) takes place in such a way that the image detail recorded by the image capture
device (10) and reproduced on the image reproduction device (18) is displaced.
8. Method according to either claim 6 or claim 7,
characterised
in that the shift in the alignment of the sighting marking (30) with the image detail in
step f) takes place in such a way that sighting marking (30) displayed on the image
reproduction device (18) is displaced.
9. Method according to claim 6, 7 or 8,
characterised
in that at least one direction symbol (32, 34), which displays to the marksman in which direction
he has to move the firearm (2) so as to bring the originally targeted target object
(Z) into alignment with the sighting marking (30) again after the shift which takes
place in step f), is superposed by the control computer (16) on the image displayed
on the image reproduction device (18).
10. Method according to any of claims 6 to 9,
characterised
in that at least one symbol (36), which gives the marksman an indication as to how he has
to rotate the firearm (2) about the barrel axis (22) in order for the calculated projectile
trajectory to strike the targeted target object (Z), is superposed by the control
computer (16) on the image displayed on the image reproduction device (18).
11. Method according to any of claims 6 to 10,
characterised
in that the control computer (16) superposes at least one optical signal on the image displayed
on the image reproduction device (18) and/or emits an acoustic signal when the projectile
trajectory calculated by the control computer (16) strikes the target object (Z).
1. Dispositif de visée pour armes à feu, comprenant :
- un moyen d'acquisition d'images (10), qui est configuré pour acquérir une image
d'un objet cible (Z) visé,
- un moyen de télémétrie (12), qui est configuré pour déterminer une distance de l'objet
cible (Z) visé,
- une centrale à inertie (14),
- un moyen de reproduction d'images (18) comprenant un écran, qui est configuré pour
afficher l'image de l'objet cible (Z) visé, et
- un ordinateur de commande (16)
caractérisé en ce
que la centrale à inertie (14) est conçue pour déterminer, simultanément à une mesure
de la distance d'un objet cible (Z) visé effectuée par le moyen de télémétrie (12),
une position et une orientation du dispositif de visée pour armes à feu (1), et un
angle d'inclinaison du dispositif de visée correspondant à un angle d'élévation de
cible est déterminé et un angle d'orientation du dispositif de visée pour armes à
feu et par conséquent d'une arme à feu (2) est enregistré dans un moyen de stockage
de l'ordinateur de commande (16), et l'ordinateur de commande étant conçu de telle
sorte qu'il calcule une trajectoire de projectile jusqu'à l'objet cible (Z) ainsi
que son angle de tir (β) en fonction de la distance de l'objet cible (Z) déterminée
par le moyen de télémétrie (12) et de l'angle d'inclinaison déterminé et en tenant
compte de paramètres d'arme et de projectile enregistrés dans l'unité de stockage
d'une arme à feu pourvue du dispositif de visée pour armes à feu (1).
2. Dispositif de visée pour armes à feu selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que l'ordinateur de commande (16) est conçu de telle sorte que, en cas d'écart de l'alignement
d'une arme à feu pourvue du dispositif de visée pour armes à feu par rapport à la
direction verticale, un symbole apparaît sur l'écran du moyen de reproduction d'images
(18), lequel indique que l'arme à feu doit être tournée sur un axe de canon pour que
la trajectoire du projectile calculée atteigne l'objet cible visé.
3. Arme à feu comprenant un canon (20) guidant un projectile et un dispositif de visée
(1) selon la revendication 1 ou 2, l'ordinateur de commande (16) étant conçu de telle
sorte qu'il affiche une image d'un objet cible (Z) enregistrée par le moyen d'acquisition
d'images (10) sur le moyen de reproduction d'images (18) de telle manière que l'image
de l'objet cible (Z) est en superposition avec un marquage de visée (30) quand l'angle
d'élévation de l'axe de canon (22) correspond à l'angle d'inclinaison de la trajectoire
du projectile jusqu'à l'objet cible (Z) calculée par l'ordinateur de commande (16)
en fonction de l'orientation par rapport à l'objet cible et de la distance de l'objet
cible (Z) déterminée par le moyen de télémétrie (12) et en tenant compte de paramètres
d'arme et de projectile.
4. Arme à feu selon la revendication 3,
caractérisée en ce
qu'un axe optique (12') du moyen de télémétrie (12) s'étend parallèlement à l'axe de
canon (22).
5. Arme à feu selon la revendication 3 ou 4,
caractérisée en ce
qu'un axe optique (10') du moyen d'acquisition d'images (10) est incliné vers le bas
par rapport à l'axe de canon (22).
6. Procédé d'alignement d'une arme à feu équipée d'un dispositif de visée pour armes
à feu selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé par les étapes suivantes :
a) l'affichage d'un marquage de visée (30) sur le moyen de reproduction d'images (18)
de telle manière que le marquage de visée (30) marque une zone de l'image acquise
par le moyen d'acquisition d'images (10) qui se trouve dans le prolongement linéaire
d'un axe optique (12') du moyen de télémétrie (12), de telle sorte que la ligne de
mire (V) et l'axe optique (12') du moyen de télémétrie (12) sont parallèles ;
b) la visée d'une cible (Z) de telle manière que l'image de l'objet cible (Z) affichée
sur le moyen de reproduction d'images est superposée avec le marquage de visée (30)
;
c) la détermination de la distance de l'objet cible (Z) visé au moyen du moyen de
télémétrie (12) et la détermination de la position et de l'orientation du dispositif
de visée pour armes à feu et par conséquent de l'arme à feu au moyen de la centrale
à inertie (14) ;
d) la détermination de l'angle d'inclinaison du dispositif de visée (1) correspondant
à l'angle d'élévation de cible au moyen de la centrale à inertie (14) au moment de
la détermination de la distance selon l'étape c) ;
e) le calcul de l'angle de tir (β) requis dans l'ordinateur de commande (16) sur la
base de la distance déterminée dans l'étape c) et de l'angle d'élévation de cible
déterminé dans l'étape d) ainsi que de paramètres d'arme et de projectile enregistrés
dans un moyen de stockage de l'ordinateur de commande ;
f) la modification de la représentation sur le moyen de reproduction d'images (18)
de telle manière que le marquage de visée (30) est décalé et vient se superposer avec
une partie de l'image qui correspond à un point de la trajectoire calculée du projectile
se trouvant à la distance déterminée et dans l'orientation cible ; et
g) le guidage de l'arme à feu jusqu'à ce que le marquage de visée (30) représenté
décalé dans l'étape f) vienne en superposition avec l'image affichée de l'objet cible
(Z) .
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisé en ce
que le décalage de la superposition du marquage de visée (30) avec la partie de l'image
de l'étape f) s'effectue de telle manière que la partie de l'image enregistrée par
le moyen d'acquisition d'images (10) et reproduite sur le moyen de reproduction d'images
(18) est déplacée.
8. Procédé selon la revendication 6 ou 7,
caractérisé en ce
que le décalage de la superposition du marquage de visée (30) avec la partie de l'image
de l'étape f) s'effectue de telle manière que le marquage de visée (30) affiché sur
le moyen de reproduction d'images (18) est déplacé.
9. Procédé selon la revendication 6, 7 ou 8,
caractérisé en ce
que l'ordinateur de commande (16) fait apparaître dans l'image affichée sur le moyen
de reproduction d'images (18) au moins un symbole de direction (32, 34) qui indique
au tireur dans quelle direction il doit déplacer l'arme à feu (2) pour amener de nouveau
l'objet cible (Z) visé à l'origine en superposition avec le marquage de visée (30)
après le décalage effectué dans l'étape f).
10. Procédé selon l'une des revendications 6 à 9,
caractérisé en ce
que l'ordinateur de commande (16) fait apparaître sur l'image affichée sur le moyen de
reproduction d'images (18) au moins un symbole (36) qui donne une indication au tireur
sur comment il doit tourner l'arme à feu (2) sur l'axe de canon (22) pour que la trajectoire
du projectile calculée atteigne l'objet cible (Z) visé.
11. Procédé selon l'une des revendications 6 à 10,
caractérisé en ce
que l'ordinateur de commande (16) fait apparaître sur l'image affichée sur le moyen de
reproduction d'images (18) au moins un signal optique et/ou émet un signal acoustique,
si la trajectoire du projectile calculée par l'ordinateur de commande (16) atteint
l'objet cible (Z).