[0001] Die Erfindung betrifft eine Wickelvorrichtung zum Aufwickeln von strangförmigem Wickelgut
auf eine rotierende Spule.
[0002] Das strangförmige Wickelgut kann beispielsweise ein metallischer oder nichtmetallischer,
beschichteter oder unbeschichteter Draht, ein ein- oder mehradriges Kabel, eine Litze,
eine Faser, beispielsweise eine Natur- oder eine Kunstfaser, insbesondere eine Faser
für besondere technische Anwendungen wie ein Lichtwellenleiter, ein Faden, eine Schnur
oder ein Seil sein.
[0003] Unter einer Spule wird ein vorzugsweise rotationssymmetrischer Körper verstanden,
welcher vorzugsweise einen zylindrischen, konischen oder auch doppelt-konischen Spulenkörper
aufweist. Die Spule kann weiterhin wenigstens einen an einem Ende des Spulenkörpers
angeordneten, vorzugsweise scheibenförmigen Flansch aufweisen, dessen Durchmesser
im Allgemeinen deutlich größer ist als der größte Durchmesser des Spulenkörpers.
[0004] Eine Wickelvorrichtung der betrachteten Art weist weiterhin eine Verlegeeinrichtung
auf, über die das Wickelgut zum Auflaufpunkt auf der Wicklung geführt wird. Unter
dem Auflaufpunkt wird dabei derjenige Punkt verstanden, an dem das Wickelgut während
des Wickelvorgangs auf die Wicklung auf der Spule aufläuft, an dem das Wickelgut also
in seiner Laufrichtung gesehen erstmalig die bereits gebildete Wicklung berührt. Der
Auflaufpunkt verändert somit während des Wickelvorgangs seine Lage relativ zu den
nicht bewegten Teilen der Wickelvorrichtung und zur Umgebung.
[0005] Die Verlegeeinrichtung ist im Wesentlichen in Richtung der Rotationsachse der Spule
verschiebbar.
[0006] Durch eine Rotation der Spule um ihre Rotationsachse und eine gleichzeitige Zuführung
des Wickelgutes über die Verlegeeinrichtung werden auf der Spule einzelne Windungen
des Wickelgutes gebildet. Durch eine zusätzliche Verschiebung der Verlegeeinrichtung
in Richtung der Rotationsachse der Spule kommen die Windungen auf der Spule nebeneinander
zu liegen und bilden somit eine durchgehende Lage von Windungen.
[0007] Es sind verschiedene Arten von Wicklungsgeometrien bekannt, beispielsweise eine schraubenförmige
und eine orthozyklische Wicklung.
[0008] Durch eine geeignete Umschaltung der Verschieberichtung der Verlegeeinrichtung an
einem jeweiligen Endpunkt der Wicklung, beispielsweise - falls vorhanden - ein dem
jeweiligen Flansch der Spule, wird die Bildung einer Lage beendet und die Bildung
einer weiteren Lage auf der zuvor gebildeten Lage begonnen.
[0009] Für die Bildung einer gleichmäßigen, aus einer Vielzahl von Lagen bestehenden Wicklung
mit aneinander anliegenden Windungen muss sichergestellt werden, dass keine "Lücken",
d. h. Spalte, zwischen den Windungen entstehen und dass auch keine Windungen auf die
unmittelbar zuvor gewickelte Windung "hinaufklettert" und diese "überspringt", wodurch
sich ein ungleichmäßiger Durchmesser der Wicklung ergibt. Dies erfordert eine gute
Regelung der Verschiebegeschwindigkeit der Verlegeeinrichtung in Richtung der Rotationsachse
in Abhängigkeit von der Rotationsgeschwindigkeit der Spule und von den Eigenschaften
des Wickelgutes wie dessen Durchmesser, der Oberflächenstruktur und dem Reibungskoeffizienten
von dessen Oberfläche oder dessen Steifigkeit.
[0010] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, die Verschiebung der Verlegeeinrichtung
während des Wickelvorgangs in Abhängigkeit des Auflaufwinkels des Wickelgutes zu regeln.
Der Auflaufwinkel ist dabei der Winkel zwischen einer Senkrechten auf die Rotationsachse
der Spule und der Auflaufachse des Wickelgutes, wobei mit der Auflaufachse die Achse
gemeint ist, entlang derer das Wickelgut auf die Wicklung aufläuft.
[0011] Ist der Auflaufwinkel beispielsweise von der Senkrechten auf die Rotationsachse der
Spule aus gesehen zur Verschieberichtung der Verlegeeinrichtung hin geöffnet, d. h.
in die Richtung, in der die Wicklung auf der Spule gebildet wird, und übersteigt sein
Betrag einen bestimmten Wert, so kann dies bedeuten, dass die Verlegeeinrichtung in
die Verschieberichtung gesehen zu weit hinten steht, woraufhin die Regelung die Verschiebegeschwindigkeit
geringfügig erhöhen würde. Ist der Auflaufwinkel dagegen gegen die Verschieberichtung
geöffnet und übersteigt sein Betrag einen bestimmten Wert, so würde die Regelung die
Verschiebegeschwindigkeit entsprechend geringfügig verringern.
[0012] Die Wickelvorrichtung weist dabei wenigstens einen Sensor zur Bestimmung des Auflaufwinkels
des Wickelgutes auf.
[0013] Eine derartige Regelung der Verschiebung der Verlegeeinrichtung in Abhängigkeit des
Auflaufwinkels wird beispielsweise in der
DE 195 08 051 A1 und in der
DE 38 27 078 A1 verwendet.
[0014] Die
US 3,951,355 offenbart eine Wickelvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0015] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Wickelvorrichtung der
beschriebenen Art zum Aufwickeln von strangförmigem Wickelgut auf eine rotierende
Spule weiter zu verbessern.
[0016] Diese Aufgabe wird durch eine Wickelvorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0017] Bei der erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung beträgt der Abstand zwischen dem Ablaufpunkt
und dem Auflaufpunkt während des Wickelvorgangs zumindest zeitweise höchstens das
Vierfache, vorzugsweise höchstens das Zweifache, weiter vorzugsweise höchstens das
Einfache des Durchmessers des Wickelgutes. Unter dem Ablaufpunkt wird hierbei derjenige
Punkt verstanden, an dem das Wickelgut die Verlegeeinrichtung verlässt, d. h. an dem
das Wickelgut in seiner Laufrichtung gesehen die Verlegeeinrichtung letztmalig berührt.
[0018] Bevorzugt beträgt der Abstand zwischen dem Ablaufpunkt und dem Auflaufpunkt während
des Wickelvorgangs sogar stets höchstens das Vierfache, vorzugsweise höchstens das
Zweifache, weiter vorzugsweise höchstens das Einfache des Durchmessers des Wickelgutes.
[0019] Durch diesen geringen Abstand zwischen Ablauf- und Auflaufpunkt, auf dem das Wickelgut
nicht geführt wird, also "frei" im Raum verläuft, lässt sich eine sichere und exakte
Führung des Wickelgutes und somit eine gute Bewicklung der Spule erreichen, bei der
die einzelnen Windungen aneinander anliegen. Insbesondere wird ein "Überspringen"
einzelner Windungen vermieden und das Wickelgut geschont, indem beispielsweise Druckstellen
und Beschädigungen vermieden werden, wodurch sich eine Qualitätssteigerung der Bewicklung
der Spule ergibt. Weitere Vorteile sind ein hoher Füllgrad der Spule durch die gleichmäßige
Bewicklung, eine hohe Reproduzierbarkeit der Bewicklung und die Möglichkeit eines
automatischen Betriebs ohne Eingreifen eines Bedieners.
[0020] Die Verlegeeinrichtung weist eine Verlegelanze auf, entlang derer das Wickelgut zum
Auflaufpunkt auf der Wicklung geführt wird. Die Verlegelanze ist vorzugsweise langgestreckt,
weiter vorzugsweise stabförmig, und erstreckt sich vorzugsweise in ihrer Längsrichtung
stets zumindest annähernd entlang der Auflaufachse. Die Verlegelanze kann jedoch auch
eine andere Form haben, beispielsweise scheibenförmig sein.
[0021] Die Verlegelanze und die Auflaufachse sind in einer unbelasteten Stellung, in der
beispielsweise das Wickelgut nicht unter mechanischer Spannung steht, vorzugsweise
rechtwinklig zur Rotationsachse der Spule ausgerichtet, d. h. ein in dieser Stellung
gemessener Auflaufwinkel hat den Wert Null.
[0022] Durch die Verlegelanze ist es möglich, das Wickelgut sehr nah an den Auflaufpunkt
auf der Wicklung heranzuführen und damit den erfindungsgemäßen geringen Abstand zu
erreichen.
[0023] Besonders bevorzugt ist die Verlegelanze an der Verlegeeinrichtung derart beweglich
angebracht, dass der Abstand vom Ablaufpunkt zur Rotationsachse der Spule während
des Wickelvorgangs veränderbar ist. Durch eine entsprechende Nachregelung dieses Abstands
kann bei zunehmendem Durchmesser der Wicklung auf der Spule während des Wickelvorgangs
der Abstand zwischen dem Ablaufpunkt und den Auflaufpunkt weitgehend konstant gehalten
werden.
[0024] Die Verlegelanze ist in einer Ebene, welche die Auflaufachse enthält und welche zur
Rotationsachse der Spule parallel ist, in sich beweglich. Eine Bewegung der Verlegelanze
in dieser Ebene kann also eine Veränderung der Auflaufachse und damit des Auflaufwinkels
bewirken.
[0025] Die Beweglichkeit der Verlegelanze in sich wird dadurch erreicht, dass die Verlegelanze
mehrteilig ausgebildet ist, wobei wenigstens zwei ihrer Teile beweglich, durch ein
Gelenk oder Scharnier, miteinander verbunden sind. Dadurch lässt sich erreichen, dass
die Verlegelanze einer Bewegung in sich kein oder nur ein sehr geringes Rückstellmoment
entgegensetzt, so dass die Spannung des Wickelgutes von der Bewegung der Verlegelanze
in sich nicht oder nur kaum beeinflusst wird.
[0026] Bevorzugt ist der wenigstens eine Sensor an der Verlegelanze angebracht. Auf diese
Weise kann auch die Messung des Auflaufwinkels sehr nah am Auflaufpunkt und somit
mit einer hohen Genauigkeit erfolgen. Bei einer mehrteiligen Verlegelanze ist der
wenigstens eine Sensor besonders bevorzugt an oder nahe dem Punkt der Verlegelanze
angebracht, an dem sich die beiden Teile der Verlegelanze gegeneinander bewegen können.
[0027] Besonders bevorzugt ist der wenigstens eine Sensor dazu eingerichtet, die Bewegung
der Verlegelanze in sich zu messen. Wenn sich zumindest ein Teil der Verlegelanze
stets im Wesentlichen entlang der Auflaufachse erstreckt, lässt sich aus der Messung
des Sensors auch der Auflaufwinkel ermitteln. Besonders bevorzugt weist die Verlegelanze
wenigstens eine Umlenkrolle auf, über welche das Wickelgut geführt wird.
[0028] Besonders bevorzugt ist der wenigstens eine Sensor ein optischer oder ein mechanischer
Sensor oder eine Kombination von beidem, beispielsweise ein Lasersensor mit einem
mechanischen Winkelgeber, welcher vorzugsweise ein triangulationsähnliches Verfahren
zur Winkelmessung verwendet.
[0029] In einer weiteren bevorzugten Ausführung der Erfindung weist die Spule wenigstens
einen Flansch auf. Weiterhin ist die Wickelvorrichtung derart ausgelegt, dass der
Abstand vom Ablaufpunkt zur Rotationsachse der Spule während des Wickelvorgangs zumindest
zeitweise geringer als der Durchmesser des Flansches ist. Mit anderen Worten kann
die Verlegeeinrichtung, insbesondere die Verlegelanze, also neben dem Flansch bzw.
zwischen den Flanschen in die Spule "eintauchen". Auf diese Weise lässt sich auch
bei einer Spule mit Flanschen der gewünschte geringe Abstand zwischen dem Ablaufpunkt
und dem Auflaufpunkt erreichen.
[0030] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Wickelverfahren zum Aufwickeln von strangförmigem
Wickelgut auf eine rotierende Spule mittels einer erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung.
[0031] Bei dem erfindungsgemäßen Wickelverfahren beträgt der Abstand zwischen dem Ablaufpunkt
und dem Auflaufpunkt während des Wickelvorgangs zumindest zeitweise höchstens das
Vierfache, vorzugsweise höchstens das Zweifache, weiter vorzugsweise höchstens das
Einfache des Durchmessers des Wickelgutes.
[0032] Das erfindungsgemäße Wickelverfahren kann auch den Schritt der Berechnung der Verlegesteigung
aus dem Durchmesser des Spulenkörpers und dem Produktdurchmesser aufweisen.
[0033] Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden im Zusammenhang
mit den beigefügten, teilweise schematischen Figuren erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Wickelvorrichtung mit einer teilweise
bewickelten Spule;
- Fig. 2:
- eine perspektivische Schrägansicht eines Teiles einer erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung
mit einer leeren Spule;
- Fig. 3:
- die Verlegeeinrichtung der Wickelvorrichtung aus Fig. 2 in einer vergrößerten Detaildarstellung.
[0034] Fig. 1 zeigt schematisch einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung
1 mit einer teilweise gewickelten Spule 2, welche um eine Rotationsachse 3 drehbar
gelagert ist. Die Spule 2 weist einen Spulenkörper 4 auf, an dessen beiden Enden Flansche
5 angebracht sind.
[0035] Zwischen den Flanschen 5 der Spule 2 ist eine Wicklung aus einem Wickelgut mit einem
runden Querschnitt bereits teilweise durch die Wickelvorrichtung 1 gebildet. Das Wickelgut
ist vorzugsweise Draht und hat vorzugsweise einen Durchmesser zwischen 8 und 30 mm.
[0036] Die Wicklung besteht aus mehreren Lagen 7 aus einzelnen Windungen 6, welche im Querschnitt
(in Fig. 1 in idealisierter Form dargestellt) eine hexagonale Anordnung bilden.
[0037] Mit der Windung 8 ist exemplarisch eine "Übersprungswindung" dargestellt, welche
beim Wickeln der äußersten Lage 7 die zuvor gewickelte Windung übersprungen hat und
auf dieser radial weiter außen zu liegen gekommen ist. Nach der Windung 8 sind noch
drei weitere Windungen in korrekter Weise in der zuletzt gewickelten Lage 7 gewickelt
worden. Derartige Übersprungswindungen 8 sind beim Wickeln möglichst zu vermeiden,
da sich die durch sie verursachten Störungen einer gleichmäßigen Bewicklung der Spule
bei den darauf folgenden Lagen noch verstärken, woraus insgesamt eine ungleichmäßige,
schlechte Bewicklung der Spule mit einem entsprechend schlechten Füllgrad der Spule
resultieren kann.
[0038] Die Wickelvorrichtung 1 weist eine Verlegeeinrichtung 9 auf, welche entlang einer
parallel zur Rotationsachse 3 der Spule 2 angeordneten Spindel 11 verschiebbar ist.
Zu diesem Zweck wird die Spindel 11 durch einen Motor 10 in Drehung versetzt, wodurch
ein auf der mit einem Außengewinde versehenen Spindel 11 beweglich gelagerter Verlegeschlitten
12 mit einem entsprechenden Innengewinde (nicht dargestellt) in eine lineare Bewegung
entlang der Spindel 11 versetzt wird.
[0039] Der Verlegeschlitten 12 ist mit einer Verlegelanze 13 verbunden, welche senkrecht
zur Rotationsachse 3 und zur Spindel 11 ausgerichtet ist. Die Verlegelanze 13 besteht
aus einem hinteren Teil 13b, welcher starr mit dem Verlegeschlitten 12 verbunden ist,
und einem vorderen Teil 13a, welcher mit dem hinteren Teil 13b über ein Drehgelenk
14 drehbar verbunden ist, wobei die Drehung in derjenigen Ebene möglich ist, welche
durch die Verlegelanze 13 und die Rotationsachse 3 aufgespannt wird, d. h. in Fig.
1 in der Zeichenebene (angedeutet durch den halbkreisförmigen Doppelpfeil am Gelenk
14).
[0040] Das Wickelgut wird über zwei Umlenkrollen 15 entlang der Verlegelanze 13 der Wicklung
zugeführt (aus Gründen der Übersichtlichkeit ist das Wickelgut selbst in Fig. 1 nicht
dargestellt). Man beachte, dass der Abstand zwischen der äußersten Stelle der linken
Umlenkrolle 15 und der zuletzt gewickelten Windung, d. h. der Abstand zwischen dem
Ablaufpunkt und dem Auflaufpunkt, weniger als den einfachen Durchmesser des Wickelgutes
beträgt. Dieser Abstand kann durch einen (nicht dargestellten) Mechanismus nachgeregelt
werden, beispielsweise indem die Verlegelanze 13 um die Spindel 11 um einen vorgebbaren
Winkel schwenkbar ist.
[0041] Die Verlegelanze 13 taucht somit während des Wickelvorgangs zwischen die beiden Flansche
5 der Spule 2 ein, kann jedoch zu Beginn des Wickelvorgangs auch in den Bereich zwischen
den Flanschen 5 hineingeschwenkt bzw. am Ende des Wickelvorgangs wieder aus diesem
herausgeschwenkt werden. Somit ist ein Spulenwechsel problemlos möglich, ohne dass
die Spule 2 mit der Verlegelanze 13 kollidieren kann.
[0042] Über einen Sensor (nicht dargestellt), der am Gelenk 14 an der Verlegelanze 13 angebracht
ist, kann der Winkel zwischen dem vorderen Teil 13a und dem hinteren Teil 13b der
Verlegelanze 13 gemessen werden. Da der hintere Teil 13b stets senkrecht zur Rotationsachse
3 steht und der vordere Teil 13a in Richtung der Auflaufachse des Wickelgutes verläuft,
entspricht dieser Winkel dem Auflaufwinkel des Wickelgutes.
[0043] Durch eine entsprechende Regelung der Verlegegeschwindigkeit, d. h. der Verschiebegeschwindigkeit
des Verlegeschlittens 12 entlang der Spindel 11, welche sich aus der Rotationsgeschwindigkeit
der Spindel 11 ergibt, in Abhängigkeit von dem gemessenen Auflaufwinkel kann die Verlegung
so gesteuert werden, dass die Windungen aneinander anliegen, ohne dass Lücken entstehen
oder dass Windungen im obigen Sinne übersprungen werden.
[0044] Die gewünschte Liniengeschwindigkeit, d. h. die Vorschubgeschwindigkeit des Wickelgutes,
und die sich daraus zu einem bestimmten Zeitpunkt ergebende Verlegegeschwindigkeit
werden der Regelung vorzugsweise als Sollwert zur Verfügung gestellt.
[0045] Die Regelung der Verlegegeschwindigkeit geschieht vorzugsweise in Echtzeit, d. h.
die Sensordaten werden so schnell verarbeitet, dass die Verlegegeschwindigkeit durch
den Regelungsvorgang nicht beeinträchtigt wird.
[0046] Das Regelungsverfahren ist hierbei derart ausgelegt, dass nicht versucht wird, das
Wickelgut in exakte Bahnen zu lenken. Stattdessen wird nur die Verlegeeinrichtung
9 anhand des gemessenen Auflaufwinkels so nachgeführt, dass die Verlegelanze 13 stets
an einer möglichst guten Position für die Bewicklung steht. Dabei wird nur das Wickeln
der momentan gewickelten Windung, nicht jedoch von bereits vorher gewickelten Windungen
oder Lagen nachgeregelt.
[0047] Die Bildung der ersten, d. h. innersten Lage auf einer unbewickelten Spule kann ohne
Einsatz der Regelung, nur durch eine gesteuerte Verschiebung der Verlegeeinrichtung
9, erfolgen.
[0048] Weiterhin können durch einen oder mehrere geeignete, vorzugsweise optische Sensoren
(nicht dargestellt) die Flansche 5 der Spule 2 erkannt werden, so dass die Verlegerichtung,
d. h. die Verschieberichtung der Verlegeeinrichtung 9 entlang der Rotationsachse 3,
beim Erreichen eines Flansches 5 automatisch umgekehrt wird, um die nächste Lage in
umgekehrter Richtung zu bilden. Diese Richtungsumkehrung kann jedoch auch an fest
vorgegebenen Umschaltpunkten, welche den Positionen der Flansche 5 auf dem Verfahrweg
der Verlegeeinrichtung 9 entsprechen, erfolgen.
[0049] Die Sensordaten können digital oder analog erfasst werden. Weiterhin können in der
Wickelvorrichtung 1 offene Schnittstellen zu externen Steuerungen vorgesehen sein,
um die Wickelvorrichtung 1 flexibler und modularer zu gestalten.
[0050] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Schrägansicht eines Teiles der in Fig. 1 nur schematisch
dargestellten, erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung 1 mit einer leeren Spule. Fig.
3 zeigt eine vergrößerte Detaildarstellung der Verlegeeinrichtung 9 aus Fig. 2. Die
Bezugszeichen entsprechen dabei denjenigen aus Fig. 1.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 1
- Wickelvorrichtung
- 2
- Spule
- 3
- Rotationsachse
- 4
- Spulenkörper
- 5
- Flansch
- 6
- Windung
- 7
- Lage
- 8
- Übersprungswindung
- 9
- Verlegeeinrichtung
- 10
- Motor
- 11
- Spindel
- 12
- Verlegeschlitten
- 13
- Verlegelanze
- 13a
- vorderer Teil der Verlegelanze
- 13b
- hinterer Teil der Verlegelanze
- 14
- Gelenk
- 15
- Umlenkrolle
1. Wickelvorrichtung (1) zum Aufwickeln von strangförmigem Wickelgut auf eine rotierende
Spule (2),
aufweisend eine Verlegeeinrichtung (9), über die das Wickelgut zu dem Auflaufpunkt,
an dem das Wickelgut auf die Wicklung auf der Spule (2) aufläuft, geführt wird, und
welche im Wesentlichen in Richtung der Rotationsachse (3) der Spule (2) verschiebbar
ist,
weiter aufweisend wenigstens einen Sensor zur Bestimmung des Auflaufwinkels des Wickelgutes
zwischen einer Senkrechten auf die Rotationsachse (3) der Spule (2) und der Auflaufachse,
entlang derer das Wickelgut auf die Wicklung auf der Spule (2) aufläuft,
wobei die Wickelvorrichtung (1) derart ausgelegt ist, dass die Verschiebung der Verlegeeinrichtung
(9) während des Wickelvorgangs in Abhängigkeit des über den wenigstens einen Sensor
bestimmten Auflaufwinkels geregelt wird,
wobei der Abstand zwischen dem Ablaufpunkt, an dem das Wickelgut die Verlegeeinrichtung
(9) verlässt, und dem Auflaufpunkt während des Wickelvorgangs zumindest zeitweise
höchstens das Vierfache, vorzugsweise höchstens das Zweifache, weiter vorzugsweise
höchstens das Einfache des Durchmessers des Wickelgutes beträgt,
wobei die Verlegeeinrichtung (9) eine Verlegelanze (13) aufweist, entlang derer das
Wickelgut zum Auflaufpunkt auf die Wicklung auf der Spule (2) geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlegelanze (13) in einer Ebene, welche die Auflaufachse enthält und welche
zur Rotationsachse (3) der Spule (2) parallel ist, in sich beweglich ist, und dass
die Verlegelanze (13) mehrteilig ausgebildet ist, wobei wenigstens zwei ihrer Teile
(13a, 13b) beweglich durch ein Gelenk (14) oder Scharnier derart miteinander verbunden
sind, dass die Auflaufachse und damit der Auflaufwinkel durch eine Bewegung der Verlegelanze
(13) in sich in dieser Ebene verändert werden kann.
2. Wickelvorrichtung (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlegelanze (13) an der Verlegeeinrichtung (9) derart beweglich angebracht ist,
dass der Abstand vom Ablaufpunkt zur Rotationsachse (3) der Spule (2) während des
Wickelvorgangs veränderbar ist.
3. Wickelvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Sensor an der Verlegelanze (13) angebracht ist.
4. Wickelvorrichtung (1) gemäß wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Sensor dazu eingerichtet ist, die Bewegung der Verlegelanze (13)
in sich zu messen.
5. Wickelvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlegelanze (13) wenigstens eine Umlenkrolle (15) aufweist, über welche das
Wickelgut geführt wird.
6. Wickelvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Sensor ein optischer oder ein mechanischer Sensor oder eine Kombination
von beidem ist.
7. Wickelvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spule (2) wenigstens einen Flansch (5) aufweist und dass die Wickelvorrichtung
(1) derart ausgelegt ist, dass der Abstand vom Ablaufpunkt zur Rotationsachse (3)
der Spule (2) während des Wickelvorgangs zumindest zeitweise geringer als der Durchmesser
des Flansches (5) ist.
8. Wickelverfahren zum Aufwickeln von strangförmigem Wickelgut auf eine rotierende Spule
(2) mittels einer Wickelvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Abstand zwischen dem Ablaufpunkt und dem Auflaufpunkt während des Wickelvorgangs
zumindest zeitweise höchstens das Vierfache, vorzugsweise höchstens das Zweifache,
weiter vorzugsweise höchstens das Einfache des Durchmessers des Wickelgutes beträgt,
wobei die Auflaufachse und damit der Auflaufwinkel durch eine Bewegung der Verlegelanze
(13) in sich in der Ebene, welche die Auflaufachse enthält und welche zur Rotationsachse
(3) der Spule (2) parallel ist, verändert werden.
1. A winding device (1) for winding strand-like coilable material onto a rotating spool
(2),
comprising a traversing mechanism (9) by means of which the coilable material is guided
to the run-on point at which the coilable material enters onto the winding on the
spool (2) and which is movable substantially in the direction of the rotational axis
(3) of the spool (2),
further comprising at least one sensor for determining the run-on angle of the coilable
material between a perpendicular on the rotational axis (3) of the spool (2) and the
run-on axis along which the coilable material enters onto the winding on the spool
(2),
wherein the winding device (1) is designed such that the displacement of the traversing
mechanism (9) during the winding process is regulated as a function of the run-on
angle determined by the at least one sensor,
wherein the distance between the run-off point, at which the coilable material leaves
the traversing mechanism (9), and the run-on point during the winding process amounts,
at least intermittently, to no more than quadruple, preferably no more than double,
further preferably is at most equal to the diameter of the coilable material,
wherein the traversing mechanism (9) comprises a traversing lance (13) along which
the coilable material is guided to the run-on point onto the winding on the spool
(2),
characterized in that
the traversing lance (13) is in itself movable in a plane which comprises the run-on
axis and which is parallel to the rotational axis (3) of the spool (2),
and that the traversing lance (13) is of multi-part configuration, wherein at least
two of its parts (13a, 13b) are movably connected together by a joint (14) or a hinge
such that the run-on axis and thus the run-on angle can be changed by the traversing
lance (13) in itself moving in said plane.
2. The winding device (1) according to claim 1, characterized in that the traversing lance (13) is displaceably affixed to the traversing mechanism (9)
such that the distance from the run-off point to the rotational axis (3) of the spool
(2) can be changed during the winding process.
3. The winding device (1) according to any one of the preceding claims, characterized in that the at least one sensor is affixed to the traversing lance (13).
4. The winding device (1) according to at least one of the preceding claims, characterized in that the at least one sensor is configured to measure the movement in itself of the traversing
lance (13).
5. The winding device (1) according to any one of the preceding claims, characterized in that the traversing lance (13) comprises at least one deflection roller (15) over which
the coilable material is guided.
6. The winding device (1) according to any one of the preceding claims, characterized in that the at least one sensor is an optical or mechanical sensor or a combination of the
two.
7. The winding device (1) according to any one of the preceding claims, characterized in that the spool (2) comprises at least one flange (5) and that the winding device (1) is
designed such that the distance from the run-off point to the rotational axis (3)
of the spool (2) during the winding process is, at least intermittently, shorter than
the diameter of the flange (5).
8. A method for winding strand-like coilable material onto a rotating spool (2) by means
of a winding device (1) in accordance with any one of the preceding claims, wherein
the distance between the run-off point and the run-on point during the winding process
amounts, at least intermittently, to no more than quadruple, preferably no more than
double, further preferably is at most equal to the diameter of the coilable material,
wherein the run-on axis and thus the run-on angle is changed by the traversing lance
(13) in itself moving in the plane which comprises the run-on axis and which is parallel
to rotational axis (3) of the spool (2).
1. Dispositif d'enroulement (1) servant à enrouler un article à enrouler en forme de
boyau sur une bobine (2) rotative,
présentant un système de pose (9), par l'intermédiaire duquel l'article à enrouler
est guidé vers le point de renvidage, au niveau duquel l'article à enrouler est renvidé
sur l'enroulement sur la bobine (2), et lequel peut être coulissé sensiblement en
direction de l'axe de rotation (3) de la bobine (2),
présentant par ailleurs au moins un capteur servant à définir l'angle de renvidage
de l'article à enrouler entre une perpendiculaire sur l'axe de rotation (3) de la
bobine (2) et l'axe de renvidage, le long duquel l'article à enrouler est renvidé
sur l'enroulement sur la bobine (2),
dans lequel le dispositif d'enroulement (1) est configuré de telle manière que le
coulissement du système de pose (9) est régulé pendant l'opération d'enroulement en
fonction de l'angle de renvidage défini par l'intermédiaire de l'au moins un capteur,
dans lequel la distance entre le point de sortie, au niveau duquel l'article à enrouler
quitte le système de pose (9), et le point de renvidage est pendant l'opération d'enroulement
au moins par intermittence égale au maximum au quadruple, de préférence au maximum
au double, de manière plus préférée au maximum au simple du diamètre de l'article
à enrouler,
dans lequel le système de pose (9) présente une lance de pose (13), le long de laquelle
l'article à enrouler est guidé vers le point de renvidage sur l'enroulement sur la
bobine (2),
caractérisé en ce que
la lance de pose (13) est mobile en soi dans un plan, lequel contient l'axe de renvidage
et lequel est parallèle par rapport à l'axe de rotation (3) de la bobine (2),
et que
la lance de pose (13) est réalisée en plusieurs parties, dans lequel au moins deux
de ses parties (13a, 13b) sont reliées entre elles de manière mobile par une articulation
(14) ou une charnière de telle manière que l'axe de renvidage et ainsi l'angle de
renvidage peuvent varier du fait d'un déplacement de la lance de pose (13) en soi
dans ledit plan.
2. Dispositif d'enroulement (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la lance de pose (13) est installée au niveau du système de pose (9) de telle manière
mobile que la distance du point de sortie par rapport à l'axe de rotation (3) de la
bobine (2) peut varier pendant l'opération d'enroulement.
3. Dispositif d'enroulement (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'au moins un capteur est installé au niveau de la lance de pose (13).
4. Dispositif d'enroulement (1) selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'au moins un capteur est mis au point pour mesurer en soi le déplacement de la lance
de pose (13).
5. Dispositif d'enroulement (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la lance de pose (13) présente au moins une poulie de renvoi (15), par l'intermédiaire
de laquelle l'article à enrouler est guidé.
6. Dispositif d'enroulement (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'au moins un capteur est un capteur optique ou un capteur mécanique ou une combinaison
des deux.
7. Dispositif d'enroulement (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la bobine (2) présente au moins une bride (5), et que le dispositif d'enroulement
(1) est configuré de telle manière que la distance du point de sortie par rapport
à l'axe de rotation (3) de la bobine (2) est pendant l'opération d'enroulement au
moins par intermittence inférieure au diamètre de la bride (5).
8. Procédé d'enroulement servant à enrouler un article à enrouler en forme de boyau sur
une bobine (2) rotative au moyen d'un dispositif d'enroulement (1) selon l'une quelconque
des revendications précédentes, dans lequel la distance entre le point de sortie et
le point de renvidage est égale pendant l'opération d'enroulement au moins par intermittence
au maximum au quadruple, de préférence au maximum au double, de manière plus préférée
au maximum au simple du diamètre de l'article à enrouler, dans lequel l'axe de renvidage
et ainsi l'angle de renvidage varient du fait d'un déplacement de la lance de pose
(13) en soi dans le plan, lequel contient l'axe de renvidage et lequel est parallèle
par rapport à l'axe de rotation (3) de la bobine (2).