[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithografische
Druckplattenträger aus einer Aluminiumlegierung, wobei die Aluminiumlegierung des
Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger folgende Legierungsbestandteile
in Gew.-% aufweist:
0,05 % ≤ Si ≤ 0,25 %,
0,2 % ≤ Fe ≤ 1%,
Cu max. 400 ppm,
Mn ≤ 0,30 %,
0,10 % ≤ Mg ≤ 0,50 %,
Cr ≤ 100 ppm,
Zn ≤ 500 ppm,
Ti < 0,030 %,
[0002] Rest Al und unvermeidbare Verunreinigungen einzeln maximal 0,03 %, in Summe maximal
0,15 %, mit zumindest den folgenden Schritten:
- Gießen eines Walzbarrens aus einer Aluminiumlegierung,
- Homogenisierung des Walzbarrens,
- Warmwalzen des Walzbarrens auf eine Warmbandenddicke und
- Kaltwalzen des Warmbandes an Enddicke, wobei die Enddicke nach dem Kaltwalzen zwischen
0,1 mm und 0,5 mm beträgt.
[0003] Aluminiumbänder müssen gleichzeitig eine Mehrzahl an Anforderungen erfüllen, um eine
ausreichenden Qualität für lithografische Druckplattenträger bereitzustellen. Eine
der wichtigsten Eigenschaften des Aluminiumbandes, welche erfüllt werden muss, ist
ein homogenes Verhalten in einer elektrochemischen Aufrauhung. Eine flächendeckende
Aufrauhung des Aluminiumbandes muss ein strukturloses Aussehen des Aluminiumbandes
ohne Streifigkeitseffekte zur Folge haben. Auf die aufgeraute Struktur wird eine fotosensitive
Schicht aufgebracht, welche je nach Anwendungstyp nach dem Aufbringen bei einer Temperatur
von 220 °C bis 300 °C für 3-10 Minuten eingebrannt wird. Typische Kombinationen von
Einbrennzeiten sind beispielsweise 240 °C für 10 Minuten, 260 °C für 6 Minuten, 270
°C für 7 Minuten und 280 °C für 4 Minuten. Der Druckplattenträger darf nach dem Einbrennen
möglichst wenig an Festigkeit verlieren, sodass dieser noch gut handhabbar ist und
leicht in eine Druckvorrichtung eingespannt werden kann. Bei großformatigen Druckplattenträgern
ist insbesondere die Handhabbarkeit nach dem Einbrennen der fotosensitiven Schicht
problematisch. Schließlich soll die Druckplatte später beim Einsatz möglichst viele
Druckzyklen überstehen, sodass das Aluminiumband eine möglichst hohe Biegewechselfestigkeit
besitzen soll. Neben diesen allgemeinen Voraussetzungen für den Einsatz eines Druckplattenträger
wurde beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung
EP 2 192 202 A1 untersucht, wie ein Aluminiumlegierungsband auf eine gewünschte Endfestigkeit eingestellt
werden kann, sodass beispielsweise ein im Aluminiumband vorhandener Coil-Set wieder
beseitigt werden kann und gleichzeitig hohe Biegewechselzyklen sowie gute Aufraueigenschaften
bereitgestellt werden können. Durch die Wahl der Zwischenglühdicke in Abhängigkeit
mit der Aluminiumlegierungszusammensetzung konnte hier das Ziel erreicht werden.
[0004] Aus der
DE 699 20 831 T2 ist ein Verfahren zur Herstellung von Bändern für lithografische Druckplattenträger
bekannt, bei welchen eine magnesiumfreie Aluminiumlegierung durch Anwendung von Kaltwalzstichen
mit Stichabnahmen oberhalb von 50 % verarbeitet wird. Magnesiumgehalte oberhalb von
0,02 Gew.-% werden als problematisch in Bezug auf die Erholung des kaltgewalzten Bandes
und das Auftreten exzessiv hoher Festigkeiten nach dem Kaltwalzen angesehen.
[0005] Die
JP H11229101 offenbart ebenfalls die Verarbeitung von magnesiumfreien Aluminiumlegierungen, die
Magnesium lediglich als Verunreinigung mit Gehalten von maximal 0,05 Gew.-% aufweisen.
Magnesiumgehalte darüber hinaus werden als problematisch angesehen.
[0006] Bei der Herstellung von Aluminiumbändern für lithografische Druckplattenträger stehen
heute im Wesentlichen Aluminiumlegierungen im Fokus, welche magnesiumhaltig sind.
Es wurde festgestellt, dass Magnesium insbesondere Vorteile bei der Dauerfestigkeit
beim Einsatz der Druckplattenträger und der Aufrauung der Druckplatten bietet. Deshalb
wird Magnesium bis zu einem genau vorgegebenen Gehalt der Aluminiumlegierung hinzu
legiert.
[0007] Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung sind die Herstellungskosten der Druckplattenträger.
Mit einer Minimierung der Schichtdicke der fotosensitiven Schicht und der Dicken der
Trägermaterialien für die Druckplatten, also der Dicke des Aluminiumbandes für lithografische
Druckplattenträger auf unter 0,3 mm, haben bereits Optimierungen im Hinblick auf die
Herstellungskosten in der Fertigung Einzug gehalten. Bei der Herstellung der Lithobänder
ist das Kaltwalzen als abschließender, die Oberflächentopografie des Lithobandes bestimmender
Prozess als kritisch einzustufen. Zum Kaltwalzen werden sogenannte "Mill-Finish" Oberflächen
erzeugende Arbeitswalzen, also geschliffene Arbeitswalzen verwendet. Das Kaltwalzen
erfolgt aufgrund der enormen Anforderungen an die spätere Oberflächenqualität häufig
auf Walzgerüsten mit einem einzigen Kaltwalzstich unter Verwendung der folgenden Schritte:
- Abwickeln des Aluminiumbandes von einem Coil mit einem Abwickelhaspel,
- Walzen des Aluminiumbandes unter Verwendung eines Walzgerüstes mit einem einzigen
Kaltwalzstich und
- Aufwickeln des kaltgewalzten Aluminiumbandes.
[0008] Aufgrund der Temperaturentwicklung beim Kaltwalzen durch die aufgewendete Umformungsenergie
werden die Bänder für lithografische Druckplattenträger in der Regel nicht in Walzgerüsten
mit Mehrfachstichen gewalzt. Eine maximale Kontrolle der einzelnen Kaltwalzstiche
ist gewünscht. Bei einem einfachen Kaltwalzstich ist es teilweise aber notwendig,
die Bänder nach jedem Kaltwalzstich im Coil abzukühlen, bis diese wieder für einen
nächsten Kaltwalzstich einsetzbar sind. Werden zu große Stichabnahmen in einem Kaltwalzstich
vorgenommen, kann aus dem Aluminiumband bereichsweise Material der Oberfläche ausgebrochen
werden, was zu Oberflächenfehlern bzw. einem streifigen Aussehen der Oberfläche führt.
Aufgrund der Gefahr von Oberflächenfehlern hat die Fachwelt bei magnesiumhaltigen
Aluminiumlegierungen bisher von der Verwendung großer Stichabnahmen oberhalb etwa
50% Stichabnahme je Kaltwalzstich beim Kaltwalzen abgesehen. Hieraus resultiert, dass
bei einer typischen Fertigung von lithografischen Druckplattenträgern mit Enddicken
im Bereich 0,2 mm bis 0,4 mm bisher mindestens vier Kaltwalzstiche benötigt wurden.
[0009] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren
zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger aufweisend
magnesiumhaltige Aluminiumlegierungen zur Verfügung zu stellen, mit welchem Aluminiumbänder
für lithografische Druckplattenträger mit hoher Qualität hergestellt und gleichzeitig
die Kosten gesenkt werden können.
[0010] Gemäß einer ersten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben aufgezeigte Aufgabe
für ein Verfahren zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger
dadurch gelöst, dass beim Kaltwalzen des Warmbandes das Produkt der relativen Enddicken
des Aluminiumbandes nach dem ersten und nach dem zweiten Kaltwalzstich des Aluminiumbandes
17 % bis 22 % beträgt.
[0011] Unter der relativen Enddicke (b) nach einem Kaltwalzstich wird vorliegend die Dicke
des Aluminiumbandes nach einem Kaltwalzstich im Verhältnis zur Ausgangsdicke vor dem
Kaltwalzstich in Prozent verstanden, also der Quotient aus resultierender Dicke und
Anfangsdicke. Die relative Enddicke ergibt sich aus der Stichabnahme a des jeweiligen
Kaltwalzstiches, welche ebenfalls in Prozent angegeben wird, wie folgt:

Das Produkt P der relativen Enddicken b
1 und b
2 des ersten und zweiten Kaltwalzstiches ergibt dann die relative Enddicke im Verhältnis
zur Ausgangsdicke vor beiden Kaltwalzstichen und damit ein Maß für die Dickenabnahme
des Aluminiumbandes innerhalb der ersten beiden Kaltwalzstiche im Verhältnis zur Ausgangsdicke
des Aluminiumbandes vor dem Kaltwalzen gemäß:

wobei a
1 und a
2 jeweils der Stichabnahme des ersten bzw. zweiten Kaltwalzstiches in Prozent sind.
[0012] Die Optimierung der ersten beiden Kaltwalzstiche, so dass das Produkt P der relativen
Enddicken nach dem ersten und nach dem zweiten Kaltwalzstich zwischen 17 % und 22
% beträgt, hat gezeigt, dass durch die gezielte Auswahl höherer Stichabnahmen im ersten
und/oder zweiten Kaltwalzstich die Dickenabnahme des Aluminiumbandes in den beiden
ersten Kaltwalzstichen die Möglichkeit eröffnet, einen kompletten Kaltwalzstich im
Fertigungsprozess einzusparen. Überraschenderweise wurde dabei festgestellt, dass
die Oberflächenqualität trotz der höheren Stichabnahmen in Bezug auf die Streifigkeit
noch annehmbare Ergebnisse liefert und damit prozesssicher ein Kaltwalzstich eingespart
werden kann. Dieses Ergebnis betrifft die Fertigung von Lithobändern, welche aufgrund
der Warmbandenddicke und der Enddicke nach dem Kaltwalzen bisher drei, vier oder fünf
Kaltwalzstiche benötigten. Mithin kann ein Verfahren zur Herstellung eines Aluminiumbandes
für lithografische Druckplattenträger zur Verfügung gestellt werden, welches eine
Reduktion der Herstellkosten ermöglicht. Die Reduktion der Herstellkosten tritt zwar
auch bei einem Walzgerüst mit Mehrfachstichabnahmen aufgrund einer reduzierten Anzahl
an zu verwendenden Kaltwalzen im Gerüst auf. Der wirtschaftliche Effekt ist jedoch
größer, wenn ein Walzgerüst mit genau einem Kaltwalzstich verwendet wird. Diese Walzgerüste
werden, wie bereits ausgeführt, in der Regel beim Kaltwalzen von Aluminiumbändern
zur Erzielung sehr hoher Oberflächenqualitäten verwendet. In diesem Fall durchläuft
das warmgewalzte Aluminiumband unter Einhaltung der Vorgabe für das Produkt der ersten
beiden Kaltwalzstiche vorzugsweise die folgenden Arbeitsschritte:
- Abwickeln des Aluminiumbandes von einem Coil mit einem Abwickelhaspel,
- Walzen des Aluminiumbandes unter Verwendung eines Walzgerüstes mit einem einzigen
Kaltwalzstich und
- Aufwickeln des kaltgewalzten Aluminiumbandes.
[0013] Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dadurch bereitgestellt,
dass beim Kaltwalzen des Warmbandes das Produkt der relativen Enddicken des Aluminiumbandes
nach dem ersten und nach dem zweiten Kaltwalzstich bevorzugt 17 % bis 20 % beträgt.
Hierdurch wird ein guter Kompromiss in Bezug auf die Prozesssicherheit zur Bereitstellung
hoher Oberflächenqualitäten und der Möglichkeit, einen Kaltwalzstich einzusparen,
erreicht.
[0014] Die Herstellung eines Aluminiumbandes mit einer Enddicke von 0,1 mm bis 0,5 mm nach
dem Kaltwalzen kann gemäß einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens in zwei oder
drei Kaltwalzstichen erreicht werden, wenn die Warmbandenddicke 2,3 mm bis 3,7 mm,
vorzugsweise 2,5 mm bis 3,0 mm, beträgt. Unterhalb von 2,3 mm besteht das Risiko,
dass bei der Warmbandherstellung das Warmband beim Aufwickeln kollabieren kann. Oberhalb
von 3,7 mm Warmbandenddicke müssen zu hohe Stichabnahmen für den ersten bzw. zweiten
Kaltwalzstich gewählt werden, um die Anzahl der Kaltwalzstiche zu reduzieren. Bei
einer zu hohen Wahl der Kaltwalzstichabnahme besteht nicht nur die Gefahr von Oberflächenfehlern
auf dem Aluminiumband, sondern auch die Gefahr einer Beschädigung der Kaltwalze selbst.
Eine Warmbandenddicke von 2,5 mm bis 3,0 mm verhindert sowohl das Kollabieren des
Warmbandes als auch die Verwendung zu hoher Stichabnahmen beim Kaltwalzen.
[0015] Um die relativen Enddicken des Aluminiumbandes von 17 % bis 22 % innerhalb der ersten
beiden Kaltwalzstiche unter Vermeidung von Oberflächenfehlern und Gefahren für die
Kaltwalze prozesssicher zu erreichen, wird gemäß einer weiteren Ausgestaltung des
Verfahrens beim Kaltwalzen vorzugsweise der erste Kaltwalzstich mit einer Stichabnahme
von maximal 65 %, bevorzugt mit maximal 60 % durchgeführt. Es hat sich herausgestellt,
dass oberhalb einer Stichabnahme von 65 % im ersten Kaltwalzstich nach dem Warmwalzen
die Gefahr von Oberflächenfehlern deutlich ansteigt. Bevorzugt werden bei maximal
60 % Stichabnahme im ersten Kaltwalzstich noch homogenere Oberflächen im Aluminiumband
erzielt.
[0016] In Bezug auf den zweiten Kaltwalzstich wurde festgestellt, dass dieser vorzugsweise
eine Stichabnahme von maximal 60 % aufweist, um entsprechende Fehler am Endproduktprozess
sicher zu vermeiden. Der zweite Kaltwalzstich ist demnach kritischer in Bezug auf
die Oberflächenqualität zu bewerten.
[0017] Sowohl der erste als auch der zweite Kaltwalzstich weisen bevorzugt Stichabnahmen
von mehr als 50 % auf, da hierdurch die Stichabnahmen zum Erreichen der angestrebten
relativen Enddicken auf beide Kaltwalzstiche besser verteilt werden können. Insgesamt
werden dann bei beiden Kaltwalzstichen keine maximalen Stichabnahmen notwendig.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden drei Kaltwalzstiche
an Enddicke durchgeführt, wobei die Enddicke des Aluminiumbandes nach dem Kaltwalzen
0,2 mm bis 0,4 mm beträgt. Für diese Enddicken wurden bisher in der Regel mindestens
vier Kaltwalzstiche benötigt. Insbesondere für Enddicken von 0,2 mm bis 0,4 mm kann
so ein Verfahren zur Verfügung gestellt werden, welches neben einer adäquaten Oberflächenqualität
verringerte Kosten aufweist.
[0019] Vorzugsweise werden gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
vier Kaltwalzstiche an Enddicke durchgeführt, wobei die Enddicke des Aluminiumbandes
nach dem Kaltwalzen weniger als 0,2 mm beträgt. Bei Bändern für lithografische Drucklattenträger
mit Enddicken von 0,1 mm bis weniger als 0,2 mm wurden bisher fünf Kaltwalzstiche
benötigt. Auch hier kann das erfindungsgemäße Verfahren zur Kostensenkung beitragen.
[0020] Ein weiteres Potenzial in Bezug auf das Einsparen von Herstellkosten kann dadurch
erreicht werden, dass während des Kaltwalzens keine Zwischenglühung durchgeführt wird.
Es hat sich herausgestellt, dass trotz der Einsparung eines Kaltwalzstichs Aluminiumbänder
im Zustand H19 bereitgestellt werden können, deren Oberflächenqualität und auch die
weiteren mechanischen Eigenschaften für die Herstellung von lithografische Druckplattenträger
ausreichen. Alternativ zur Herstellung von Aluminiumbändern im Zustand H19 können
auch Aluminiumbänder mit Zwischenglühung im Zustand H18 erfindungsgemäß hergestellt
werden.
[0021] Der dritte oder vierte Kaltwalzstich, bevorzugt der letzte Kaltwalzstich des Kaltwalzens
weist vorzugsweise eine maximale Stichabnahme von 52 % auf, sodass der dritte oder
vierte bzw. letzte, die Oberfläche stärker beeinflussende Kaltwalzstich einen möglichst
geringen Einfluss auf die Oberflächenqualität des Aluminiumbandes besitzt.
[0022] Das kosteneffiziente Herstellungsverfahren wird erfindungsgemäß mit einem Aluminiumband
bestehend aus einer Aluminiumlegierung mit folgenden Legierungsbestandteilen in Gew.-%
durchgeführt:
0,05 % ≤ Si ≤ 0,25 %,
0,2 % ≤ Fe ≤ 1 %, bevorzugt 0,3 % ≤ Fe ≤ 1 %, besonders bevorzugt 0,3 % ≤ Fe ≤ 0,6
% oder 0,4 % ≤ Fe ≤ 0,6 %,
Cu maximal 400 ppm, bevorzugt maximal 100 ppm,
Mn ≤ 0,30 %, optional 30 ppm bis 800 ppm,
0,10 % ≤ Mg ≤ 0,50 %, 0,15 % ≤ Mg ≤ 0,45 %, bevorzugt 0,24 % ≤ Mg ≤ 0,45 %,
Cr maximal 100 ppm, bevorzugt maximal 50 ppm
Zn ≤0,05 %, bevorzugt 50 ppm bis 250 ppm
Ti < 0,030 %,
Rest Al und unvermeidbare Verunreinigungen einzeln maximal 0,03 %, in Summe maximal
0,15 %.
[0023] Es hat sich herausgestellt, dass Aluminiumbänder mit der angegebenen Aluminiumlegierungszusammensetzung
besonders gut für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet sind. Versuche innerhalb
der Legierungsspezifikation haben gezeigt, dass bei Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens eine ausreichend gute Oberfläche bereitgestellt werden kann, die nicht
zur Streifigkeit neigt und dennoch ein Kaltwalzstich eingespart werden kann. Es wird
davon ausgegangen, dass dieses Ergebnis unter anderem auf die Gesamtkombination der
Legierungszusammensetzung zurückzuführen ist. Der ausgewählte Bereich des Legierungsbestandteils
Silizium von 0,05 Gew.-% bis 0,25 Gew.-% gewährleistet beim elektrochemischen Aufrauen,
dass eine hohe Anzahl an ausreichend tiefen Vertiefungen in das Aluminiumband eingebracht
werden können, welche eine optimale Aufnahme der fotosensitiven Schicht gewährleisten.
Der Eisengehalt von 0,2 % ≤ Fe ≤ 1 %, bevorzugt 0,3 % ≤ Fe ≤ 1 %, besonders bevorzugt
0,3 % ≤ Fe ≤ 0,6 % oder 0,4 % ≤ Fe ≤ 0,6 %, sorgt in Kombination insbesondere mit
dem Mangananteil bis maximal 0,30 Gew.-% für eine möglichst warmfeste Aluminiumlegierung,
welche nach dem Einbrennen der fotosensitiven Schicht nur einen geringen Festigkeitsabfall
bezüglich Streckgrenze und Zugfestigkeit aufweist. Der Kupfergehalt von maximal 400
ppm, bevorzugt maximal 100 ppm, besonders bevorzugt maximal 50 ppm ist besonders gering,
da sich Kupfer auf das Aufrauverhalten des Aluminiumbandes negativ auswirkt. Der bevorzugte
Mangangehalt von bis 0,30 Gew.-%, vorzugsweise 30 ppm bis 800 ppm, gewährleistet,
wie bereits ausgeführt, in Kombination mit dem Eisengehalt eine verbesserte Warmfestigkeit
des Aluminiumbandes nach einem Einbrennvorgang und beeinflusst die Biegewechselbeständigkeit
des Aluminiumbandes positiv. Magnesiumgehalte von 0,10 Gew.-% bis 0,5 Gew.-%, bevorzugt
0,15 Gew.-% bis 0,45 Gew.-%, besonders bevorzugt von 0,24 Gew.-% bis 0,45 Gew.-% führen
zu einer Festigkeitssteigerung beim Kaltwalzen aufgrund von Kaltverfestigung und bieten
zudem den Vorteil einer guten Biegewechselbeständigkeit auch im walzharten Zustand.
Die Aluminiumlegierung weist darüber hinaus vorzugsweise nahezu kein Chrom auf. Der
Chrom-Gehalt ist auf maximal 100 ppm, bevorzugt maximal 50 ppm beschränkt. Höhere
Chromgehalte haben sich als negativ für die Aufraueigenschaften des Aluminiumbandes
während des elektrochemischen Aufrauens herausgestellt. Zink senkt das elektrochemische
Potential der Aluminiumlegierungen des Aluminiumbandes ab, so dass die elektrochemische
Aufrauung beschleunigt wird. Zink ist daher mit einem Gehalt von bis maximal 500 ppm
in der Aluminiumlegierung vorhanden. Höhere Zinkgehalte beeinflussen die Aufraueigenschaften
des Aluminiumbandes wiederum negativ. Das Vorhandensein von Zink mit einem Gehalt
von 50 ppm bis 250 ppm führt prozesssicher zu einer beschleunigten Aufrauung des Aluminiumbandes
ohne negative Auswirkungen auf die Oberfläche. Das erfindungsgemäße Aluminiumband
ist darüber hinaus nahezu frei von Titan. Es enthält weniger als 0,030 Gew.-% Titan,
welches oberhalb des angegebenen Grenzwertes die Eigenschaften der Aluminiumlegierungen
beim elektrochemischen Aufrauen negativ beeinflusst. Darüber hinaus können in der
Aluminiumlegierung zusätzlich unvermeidbare Verunreinigungen bis maximal 0,03 Gew.-%
und in Summe maximal 0,15 Gew.-% vorhanden sein, ohne die Eigenschaften des Aluminiumlegierungsbandes
im vorgegebenen Herstellprozess negativ zu beeinflussen.
[0024] Weist die Aluminiumlegierung gemäß einer nächsten Ausführungsform einen Magnesiumgehalt
von 0,26 % bis 0,35 Gew.-% auf, so kann ein sehr guter Kompromiss aus verbesserten
Dauerfestigkeitseigenschaften der Druckplattenträger, gutem Aufrauverhalten und verringerten
Herstellkosten erzielt werden.
[0025] Die Erfindung soll nun anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung
näher erläutert werden. Die Zeichnung zeigt in
- Fig. 1
- in einer schematischen Ansicht die grundsätzlichen Verfahrensschritte zur Herstellung
eines Aluminiumband es für lithografische Druckplattenträger,
- Fig. 2
- in einer schematischen Schnittansicht die Durchführung eines Kaltwalzstiches mit einem
oder mehreren Kaltwalzstichen und
- Fig. 3a)-3c)
- ein Vergleich von REM-Aufnahmen von als gut bewerteten und schlecht bewerteten Oberflächenbereichen
eines Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger.
[0026] Zunächst zeigt Fig. 1 schematisch die verschiedenen Verfahrensschritte bei der Herstellung
eines Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger. Zunächst wird gemäß Schritt
1 die Aluminiumlegierung zu einem Walzbarrens gegossen. Der Walzbarren wird in Schritt
2 einer Homogenisierung unterzogen, wobei der Walzbarren auf Temperaturen von 450
°C bis 600 °C bei einer Verweildauer von mindestens 1 Stunde erhitzt wird. Der homogenisierte
Walzbarren wird für das Warmwalzen vorbereitet und anschließend bei Temperaturen von
mehr als 280 °C warmgewalzt. Zu Beginn des Warmwalzens beträgt die Temperatur des
Barrens etwa 450 °C bis 550 °C. Die Warmwalzenendtemperatur beträgt üblicherweise
280 °C bis 350 °C. Die Warmbandenddicken können zwischen 2 mm und 9 mm liegen, bevorzugt
werden allerdings Warmbandenddicken von 2,3 mm bis 3,7 mm. Das Warmband wird in Schritt
4 dem Kaltwalzen zugeführt. Beim Kaltwalzen wird das Warmband auf Enddicke kaltgewalzt.
Das Kaltwalzen und insbesondere der letzte Kaltwalzstich bestimmen die Oberflächeneigenschaften
des kaltgewalzten Aluminiumbandes, da die Oberflächentopographie der Kaltwalze unmittelbar
auf das kaltgewalzte Aluminiumband übertragen wird. Während des Walzstichs können
beim Kaltwalzen Fehler auftreten, die dann auf die Oberfläche übertragen werden bzw.
auf der Oberfläche unmittelbar sichtbar bleiben. Aufgrund dieser Tatsache wurden bisher
nur moderate Stichabnahmen von maximal 50 % für die einzelnen Kaltwalzschritte vorgesehen,
da bekannt ist, dass bei zu hoher Stichabnahme entweder die Gefahr der Beschädigung
der Kaltwalzen besteht oder Bereiche aus der Oberfläche des Aluminiumbandes herausgebrochen
werden, so dass Oberflächenfehler entstehen. In Bezug auf die hohen Anforderungen
an die Homogenität der Oberfläche lithografischer Druckplattenträger können inhomogen
aussehende, beispielsweise streifige Oberflächen nicht akzeptiert werden.
[0027] Das Kaltwalzen gemäß Schritt 4 kann sowohl mit als auch ohne Zwischenglühung stattfinden.
Die Zwischenglühung wird bei Temperaturen von 230 °C bis 490 °C für mindestens 1 h
im Kammerofen oder kontinuierlich im Banddurchlaufofen für mindestens 10 s in der
Regel vor dem letzten Kaltwalzstich durchgeführt. Durch die Zwischenglühung kann die
Endfestigkeit des Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger in gewissen
Bereichen vor dem letzten Kaltwalzstich eingestellt werden. Allerdings verursacht
die Zwischenglühung auch Kosten, so dass eine besonders kosteneffiziente Fertigung
vorzugsweise ohne Zwischenglühung durchgeführt wird.
[0028] Üblicherweise werden beim Kaltwalzen Walzgerüste verwendet, welche einen einzigen
Kaltwalzstich vornehmen und das Aluminiumband unmittelbar nach dem Kaltwalzstich erneut
aufgewickelt wird. Fig. 2 zeigt ein entsprechendes Walzgerüst 5, welches ein Abwickelhaspel
6, ein Aufwickelhaspel 7 sowie eine Walzenanordnung 11 mit zwei Arbeitswalzen 9 und
10 umfasst. Fig. 2 zeigt beispielhaft ein Quarto-Walzgerüst. Die Walzenanordnungen
können aber sowohl als Duo-, Quarto- oder Sexto-Walzgerüst ausgebildet sein. Angedeutet
ist auch eine zusätzliche Walzenanordnung 11', sodass das Band 8 nach dem Durchlauf
durch die Walzenanordnung 11 auch in der Walzenanordnung 11' einem weiteren Walzstich,
insgesamt also einem Mehrfachstich unterzogen wird. Üblicherweise werden aber, wie
bereits ausgeführt, einzelne Kaltwalzstiche durchgeführt und das Aluminiumband 8 anschließend
auf dem Aufwickelhaspel 7 zu einem Coil aufgewickelt. Gegebenenfalls nach dem Abkühlen
des Aluminiumbandes 8 im Coil nach dem Kaltwalzstich kann das Aluminiumband erneut
einem Kaltwalzstich zugeführt werden.
[0029] In den Figuren 3a) bis 3c) sind Rasterelektronenmikroskopaufnahmen von kaltgewalzten
Aluminiumbändern für lithografische Druckplattenträger dargestellt. Fig. 3a) zeigt
bei identischer Vergrößerung zu Fig. 3b) ein von der Oberfläche als unauffällig angesehenes
Band. Deutlich sind die Walzstege von den geschliffenen Walzen zu erkennen, die sich
im Aluminiumband abgedrückt haben. Senkrecht zur Walzrichtung sind jedoch kaum Strukturen
vorhanden, so dass der Gesamteindruck der Oberfläche als nicht streifig eingestuft
wird.
[0030] Die Figuren 3b) und 3c) zeigen dagegen einen als nicht homogen eingestuften Oberflächenbereich
eines Aluminiumbandes, welcher ein streifiges Aussehen des Aluminiumbandes zur Folge
hat. Ein entsprechendes Band würde den Oberflächenanforderungen an lithografische
Druckplattenträger nicht genügen. Figuren 3b) und 3c) zeigen Oberflächenfehler, insbesondere
vergrößert in Figur 3c), welcher sich quer zur Walzrichtung erstreckende Bereiche
aufweist, in denen Material von der Oberfläche des Bandes abgehoben wurde. Es wird
davon ausgegangen, dass diese Fehler auf das Kaltwalzen zurückzuführen ist. Die Breite
des problematischen Bereichs beträgt etwa 20 µm senkrecht zur Walzrichtung und ist
bei visueller Prüfung sichtbar.
[0031] Es wurden nun Aluminiumbänder aus sechs verschiedenen Aluminiumlegierungen A bis
H unter Anwendung der oben erläuterten und in Fig. 1 dargestellten Verfahrensschritte
1 bis 3 hergestellt. Die Aluminiumbänder wurden ohne Zwischenglühung beim Kaltwalzen
hergestellt, wobei die Warmbandenddicke und die Stichabnahmen beim Kaltwalzen variiert
wurden. Die Aluminiumlegierungen unterscheiden sich insbesondere in unterschiedlichen
Gehalten im Bereich Silizium, Eisen, Mangan und Magnesium. Die verschiedenen Legierungszusammensetzungen
zeigt Tabelle 1 mit ihren Legierungsbestandteilen in Gewichtsprozent. Zusätzlich enthielten
alle Legierungen Chrom mit weniger als 50 ppm sowie unvermeidbare Verunreinigungen
einzeln maximal 0,03 Gew.-% und in Summe maximal 0,15 Gew.-%.
Tabelle 1
| Legierung |
Si |
Fe |
Cu |
Mn |
Mg |
Zn |
Ti |
| in Gew.-% |
|
|
|
|
|
|
|
| A |
0,092 |
0,438 |
0,0019 |
0,039 |
0,262 |
0,0114 |
0,0051 |
| B |
0,084 |
0,420 |
0,0019 |
0,255 |
0,244 |
0,0124 |
0,0051 |
| C |
0,077 |
0,435 |
0,0018 |
0,040 |
0,264 |
0,0093 |
0,0072 |
| D |
0,128 |
0,429 |
0,0016 |
0,040 |
0,285 |
0,0087 |
0,0068 |
| E |
0,085 |
0,374 |
0,0016 |
0,003 |
0,196 |
0,0090 |
0,0050 |
| F |
0,116 |
0,438 |
0,0015 |
0,040 |
0,324 |
0,0136 |
0,0075 |
| G |
0,119 |
0,436 |
0,0010 |
0,040 |
0,323 |
0,0137 |
0,0058 |
| H |
0,085 |
0,374 |
0,0016 |
0,003 |
0,196 |
0,0090 |
0,0050 |
[0032] Die Warmbandenddicke der hergestellten Aluminiumbänder wurde von 2,3 mm bis 3,0 mm
variiert und aus den unterschiedlich dicken Warmbändern Aluminiumbänder für lithografische
Druckplattenträger durch Kaltwalzen ohne Zwischenglühung mit einer Enddicke von 0,274
mm bis 0,285 mm hergestellt. Die Stichabnahmen des ersten und zweiten Kaltwalzstiches
wurden so gewählt, dass ausgehend von der Warmbandenddicke maximal drei Kaltwalzstiche
an Enddicke benötigt wurden, wobei der letzte Kaltwalzstich eine maximale Stichabnahme
von 51 % aufweist. Wie Tabelle 2 zeigt, liegt das Produkt P der relativen Enddicken
nach dem ersten und nach dem zweiten Kaltwalzstich aufgrund der Stichabnahmen in den
beiden ersten Kaltwalzstichen bei 18,57 % bis 21,74 %. D.h., dass durch die ersten
beiden Kaltwalzstiche das Band auf eine Zwischendicke von 18,57 % bis 21,74 % der
Warmbandenddicke gewalzt wurde.
[0033] Die Tabelle 2 zeigt die erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiele und die zugehörigen
Stichabnahmen und die Werte für das Produkt der relativen Enddicken nach dem ersten
und zweiten Kaltwalzstich.
Tabelle 2
| Nr |
Leg. |
Warmband-enddick [mm] |
1. KW Stich (a1) [%] |
2. KW Stich (a2) [%] |
Produckt P [%] |
3. KW Stich [%] |
Enddicke [mm] |
| 1 |
A |
2,3 |
57 |
50 |
21,74 |
45 |
0,275 |
| 2 |
B |
2,3 |
57 |
50 |
21,74 |
45 |
0,275 |
| 3 |
C |
2,8 |
57 |
53 |
20,00 |
51 |
0,274 |
| 4 |
C |
2,8 |
57 |
53 |
20,00 |
51 |
0,274 |
| 5 |
C |
2,8 |
57 |
53 |
20,00 |
51 |
0,274 |
| 6 |
D |
2,8 |
57 |
53 |
20,00 |
51 |
0,274 |
| 7 |
D |
2,8 |
57 |
53 |
20,00 |
51 |
0,274 |
| 8 |
D |
2,8 |
57 |
53 |
20,00 |
51 |
0,274 |
| 9 |
D |
2,8 |
57 |
53 |
20,00 |
51 |
0,274 |
| 10 |
E |
2,8 |
50 |
60 |
20,00 |
51 |
0,275 |
| 11 |
F |
2,8 |
64 |
48 |
18,57 |
45 |
0,285 |
| 12 |
F |
2,8 |
64 |
48 |
18,57 |
45 |
0,285 |
| 13 |
G |
2,8 |
64 |
48 |
18,57 |
45 |
0,285 |
| 14 |
G |
2,8 |
64 |
48 |
18,57 |
45 |
0,285 |
| 15 |
H |
3,0 |
60 |
53 |
18,67 |
51 |
0,275 |
[0034] Um die Oberflächen in Bezug auf ihre Eignung für lithografische Druckplattenträger
zu untersuchen, wurden zwei Tests entwickelt, mit welchen die Streifigkeit der Oberflächen
der kaltgewalzten Aluminiumbänder bewertet werden sollen. Die Testverfahren dienen
dazu, durch eine Oberflächenpreparierung mögliche Streifigkeitsfehler hervorzuheben
und diese visuell besser erkennen zu können.
[0035] Bei dem sogenannten "K-Test" wird die Kornstreifigkeit der Aluminiumlegierungsbänder
untersucht. Hierzu müssen die Oberflächen spezifisch präpariert werden, um die Kornstruktur
freizulegen. Zunächst werden in Walzrichtung 250 mm lange und 45 mm breite, rechteckige
Proben aus den Bändern herausgeschnitten. Die Proben werden bezogen auf die Walzrichtung
sowohl am Rand als auch in der Mitte der Bänder entnommen. Der K-Test soll aufdecken,
ob aufgrund der Kornverteilung, ein Steifigkeitseffekt in der Oberfläche zu erkennen
ist.
[0036] Die so herausgeschnittenen Proben werden zunächst für 60 Sekunden mit einem Schwingschleifer
geschliffen, wobei der Schwingschleifer mit einem feuchten Tuch umwickelt ist und
Scheuermilch zum Polieren der Proben verwendet wird. Als Scheuermilch kann hier eine
einfache Haushaltscheuermilch verwendet werden. Nach einer Spülung der Oberfläche
mit Wasser werden die Proben in 30-% Natronlauge bei einer Temperatur von 60 °C für
15 Sekunden getaucht und anschließend mit Wasser gespült. Dann erfolgt eine Makroätzung
in einer Makroätzlösung. Diese besteht aus
400 ml Wasser,
300 ml HCl mit einer Konzentration von 37 %,
133,6 ml HNO3 mit 65-% Konzentration sowie
43,34 ml 40-% Flusssäure.
[0037] Die Makroätzung findet bei etwa 25-30 °C für 30 Sekunden statt. Anschließend wird
wieder mit Wasser gespült und die Probe für 15 Sekunden erneut in 30-% Natronlauge
bei einer Temperatur von 60 °C getaucht. Eine abschließende Neutralisierung erfolgt
mit einer Lösung aus 40,5 ml 85-prozentiger Phosphorsäure und 900 ml Wasser bei Raumtemperatur
für ca. 60 Sekunden. Anschließend wird die Probe mit Wasser gespült und bei Raumtemperatur
getrocknet. Nach dem Trocknen werden die Proben visuell in Bezug auf die Streifigkeit
bewertet. Referenzproben mit Wertzahlen von 1 bis 10 werden zur Bestimmung der Streifigkeit
im K-Test verwendet. Es findet ein Vergleich zwischen Referenzmuster und Probe mit
dem menschlichen Auge statt. Anschließend werden den Proben die Wertzahlen der ähnlichsten
Referenzmuster zugeordnet. Die Wertzahl 10 steht hier für nicht streifig. Die Wertzahl
1 entspricht einem streifigen Aussehen. Diese Streifigkeit wird, wie bereits ausgeführt,
durch die Kornverteilung der Aluminiumbänder verursacht und kann mit diesem Test gut
bewertet werden.
[0038] Wie anhand der Tabelle 3 zu erkennen ist, zeigen die Ausführungsbeispiele mit hohen
Stichabnahmen von 64 % im ersten Kaltwalzstich zwar gute Werte bezüglich der Wertzahlen
des K-Tests. Ihre Oberfläche ist aber insgesamt etwas schlechter als die der Ausführungsbeispiele
mit niedrigeren Stichabnahmen im ersten Kaltwalzstich.
[0039] Es wurde festgestellt, dass neben dem etablierten K-Test ein weiterer Test herangezogen
werden muss, da insbesondere die Oberflächenfehler durch Kaltwalzen, dargestellt in
den Figuren 3b) und 3c) vom bisherigen K-Test offensichtlich nicht erfasst werden.
Dies zeigen die Ergebnisse des neu entwickelten Tests.
[0040] Es wurde ein zusätzlicher Beiztest entwickelt. Als Probe wird ein rechteckiger Zuschnitt
mit 250 mm Kantenlänge in Walzrichtung und 80 mm Kantenlänge senkrecht zur Walzrichtung
verwendet, welcher zunächst einer Entfettung in wässriger Lösung mit einem Entfettungsmedium,
hier mit dem Markennamen Nabuclean 60S bei 60 °C für 10 Sekunden unterzogen wird.
Die Konzentration des Entfettungsmediums beträgt 15 g/l. Nach einem Spülen mit Wasser
wird die Probe in eine Natronlaugenlösung eingetaucht und bei 50 °C für etwa 10 Sekunden
lang geätzt. Die Natronlaugenkonzentration beträgt dabei 50 g/l. Anschließend werden
eine Spülung mit Wasser und eine Trocknung im Trockenschrank bei ca. 70 °C durchgeführt.
Nach dem Trocknen werden die Proben bewertet, wobei ebenfalls Referenzproben verwendet
wurden, welchen jeweils Werte von 0 bis 5 zugeordnet sind, wobei der Wert 0 einer
als nicht streifig bewerteten und der Wert 5 für eine als streifig bewertete Oberfläche
zugeordnet wird. Beim Beiztest wurden die Proben vor und nach dem Beizen mit Referenzproben
verglichen und bewertet.
[0041] Oberflächen mit der Wertzahl 5 im Beiztest wurden nicht gefunden. In den Versuchen
11bis 14 wurde eine Kaltwalzstichabnahme von 64 % im ersten Kaltwalzstich verwendet,
welche sich bei der Bewertung der Proben im Beiztest sowohl vor der Durchführung des
Beiztests als auch nach dem Beizen signifikant auf die Oberflächenqualität auswirkt.
Im Vergleich zu den mit niedrigeren Stichabnahmen hergestellten Versuchen Nummer 1
bis Nummer 10 zeigen die Versuche 11-14 im Beiztest Ergebnisse mit den Wertzahlen
3-4 und 3. Diese deuten auf eine schlechtere Oberflächenqualität bei diesem Test hin.
Stichabnahmen von 65 % im ersten Kaltwalzstich sind daher als maximal anzusehen. Eine
Erhöhung darüber hinaus führt nach dem jetzigen Kenntnisstand zu deutlichen Nachteilen
bezüglich der Oberflächenqualität.
[0042] Alle anderen Proben zeigten nach dem Beiztest Werte von 2-3 oder 3 und damit ausreichend
gute Oberflächenqualitäten. Das bedeutet, dass zu niedrigeren Stichabnahmen im ersten
Kaltwalzstich hin die Oberflächenqualität im Beiztest steigt. Allgemein zeigte sich,
dass Stichabnahmen von maximal 60 % im ersten und im zweiten Kaltwalzstich trotz Einsparung
eines Kaltwalzstiches gute Oberflächen im Beiztest erzielt wurden.
[0043] Damit konnte für verschiedene magnesiumhaltige Aluminiumlegierungen bei unterschiedlichen
Warmbandenddicken gezeigt werden, dass ein Kaltwalzstich bei der Herstellung von kaltgewalzten
Aluminiumbändern für lithografische Druckplattenträger eingespart werden kann, ohne
die Oberflächenqualität zu stark zu beeinflussen. Im Ergebnis kann damit ein Fertigungsweg
zur Verfügung gestellt werden, welcher unter Einsparung eines Kaltwalzstichs kostengünstigere
Aluminiumbänder für lithografische Druckplattenträger zur Verfügung stellen kann.
Tabelle 3
| Nr |
Legierung |
K Test |
Beiztest |
| |
|
Rand |
Mitte |
vor |
nach |
| 1 |
A |
5 |
3 - 4 |
1 |
2 - 3 |
| 2 |
B |
4 - 5 |
4 |
1 |
3 |
| 3 |
C |
2 - 3 |
2 |
1 |
2 - 3 |
| 4 |
C |
2 - 3 |
2 - 3 |
2 |
2 - 3 |
| 5 |
C |
3 |
3 |
0 |
3 |
| 6 |
D |
3 - 4 |
3 |
2 |
2-3 |
| 7 |
D |
2 - 3 |
3 |
2 |
2 - 3 |
| 8 |
D |
3 |
3 - 4 |
0 |
3 |
| 9 |
D |
4 |
3 - 4 |
0 |
2 - 3 |
| 10 |
E |
5 |
1 - 2 |
1 - 2 |
2 - 3 |
| 11 |
F |
7 |
3 - 4 |
3 |
3 |
| 12 |
F |
6 - 7 |
4 |
3 |
3 |
| 13 |
G |
7 |
4 - 5 |
2 |
3 - 4 |
| 14 |
G |
7 |
4 - 5 |
3 |
2 - 3 |
| 15 |
H |
5 - 6 |
2 |
1 - 2 |
2 - 3 |
1. Verfahren zur Herstellung eines Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger
aus einer Aluminiumlegierung, wobei die Aluminiumlegierung des Aluminiumbandes für
lithografische Druckplattenträger folgende Legierungsbestandteile in Gew.-% aufweist:
0,05 % ≤ Si ≤ 0,25 %,
0,2 % ≤ Fe ≤ 1 %,
Cu max. 400 ppm,
Mn ≤ 0,30 %,
0,10 % ≤ Mg ≤ 0,50 %,
Cr ≤ 100 ppm,
Zn ≤ 500 ppm,
Ti < 0,030 %,
Rest Al und unvermeidbare Verunreinigungen einzeln maximal 0,03 %, in Summe maximal
0,15 %, mit zumindest den folgenden Schritten:
- Gießen eines Walzbarrens aus einer Aluminiumlegierung,
- Homogenisieren des Walzbarrens,
- Warmwalzen des Walzbarrens auf eine Warmbanddicke und
- Kaltwalzen des Warmbandes an Enddicke,
wobei die Enddicke des Aluminiumbandes nach dem Kaltwalzen zwischen 0,1 mm und 0,5
mm beträgt,
dadurch gekennzeichnet, dass
beim Kaltwalzen das Produkt (P) der relativen Enddicken (b1,b2) des Aluminiumbandes des ersten und zweiten Kaltwalzstiches 17 % bis 22 % beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Warmbandenddicke 2,3 mm bis 3,7 mm, vorzugsweise 2,5 mm bis 3,0 mm beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
beim Kaltwalzen der erste Kaltwalzstich mit einer Stichabnahme von maximal 65 % durchgeführt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zweite Kaltwalzstich eine Stichabnahme von maximal 60 % aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
drei Kaltwalzstiche an Enddicke durchgeführt werden und die Enddicke des Aluminiumbandes
nach dem Kaltwalzen 0,2 mm bis 0,4 mm beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
vier Kaltwalzstiche an Enddicke durchgeführt werden und die Enddicke des Aluminiumbandes
nach dem Kaltwalzen weniger als 0,2 mm beträgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
während des Kaltwalzens keine Zwischenglühung durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der dritte oder vierte Kaltwalzstich eine maximale Stichabnahme von 52 % aufweist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aluminiumlegierung des Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger einen
Magnesiumgehalt von 0,15 % ≤ Mg ≤ 0,45 % aufweist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aluminiumlegierung des Aluminiumbandes für lithografische Druckplattenträger einen
Magnesiumgehalt von 0,24 % bis 0,45 Gew.-%, bevorzugt von 0,26 % bis 0,35 Gew.-% aufweist.
1. Method for production of an aluminium strip for lithographic printing plate supports
from an aluminium alloy, wherein the aluminium alloy of the aluminium strip for lithographic
printing plate supports comprises the following alloy constituents in % by weight:
0.05% ≤ Si ≤ 0.25%,
0.2% ≤ Fe ≤ 1%,
Cu max. 400 ppm,
Mn ≤ 0.30%,
0.10% ≤ Mg ≤ 0.50%,
Cr ≤ 100 ppm,
Zn ≤ 500 ppm,
Ti < 0.030%,
the remainder aluminium and unavoidable impurities individually at most 0.03%, in
total at most 0.15%, with at least the following steps:
- casting of a rolling ingot from an aluminium alloy,
- homogenising of the rolling ingot,
- hot rolling of the rolling ingot to a hot strip thickness, and
- cold rolling of the hot strip to final thickness,
wherein the final thickness of the aluminium strip after cold rolling is between 0.1
mm and 0.5 mm,
characterised in that
on cold rolling, the product (P) of the relative final thicknesses (b1, b2) of the aluminium strip from the first and second cold rolling pass is 17% to 22%.
2. Method according to claim 1,
characterised in that
the hot strip final thickness is 2.3 mm to 3.7 mm, preferably 2.5 mm to 3.0 mm.
3. Method according to claim 1 or 2,
characterised in that
on cold rolling, the first cold rolling pass is carried out with a pass reduction
of maximum 65%.
4. Method according to any of claims 1 to 3,
characterised in that
the second cold rolling pass has a pass reduction of maximum 60%.
5. Method according to any of claims 1 to 4,
characterised in that
three cold rolling passes to final thickness are performed, and the final thickness
of the aluminium strip after cold rolling is 0.2 mm to 0.4 mm.
6. Method according to any of claims 1 to 5,
characterised in that
four cold rolling passes to final thickness are performed, and the final thickness
of the aluminium strip after cold rolling is less than 0.2 mm.
7. Method according to any of claims 1 to 6,
characterised in that
during cold rolling, no intermediate annealing is performed.
8. Method according to any of claims 1 to 7,
characterised in that
the third or fourth cold rolling pass has a maximum pass reduction of 52%.
9. Method according to any of claims 1 to 8,
characterised in that
the aluminium alloy of the aluminium strip for lithographic printing plate supports
has a magnesium content of 0.15% ≤ Mg ≤ 0.45%.
10. Method according to any of claims 1 to 9,
characterised in that
the aluminium alloy of the aluminium strip for lithographic printing plate supports
has a magnesium content of 0.24% to 0.45% by weight, preferably 0.26% to 0.35% by
weight.
1. Procédé de fabrication d'une bande d'aluminium pour supports de plaques d'impression
lithographiques à partir d'un alliage d'aluminium,
caractérisé en ce que l'alliage d'aluminium de la bande d'aluminium pour supports de plaques d'impression
lithographiques présente les constituants suivants en % en poids :
0,05 % ≤ Si ≤ 0,25 %,
0,2 % ≤ Fe ≤ 1 %,
Cu max. 400 ppm,
Mn ≤ 0,30 %,
0,10 % ≤ Mg ≤ 0,50 %,
Cr ≤ 100 ppm,
Zn ≤ 500 ppm,
Ti < 0,030 %,
le reste étant constitué d'Al et d'impuretés inévitables, au maximum 0,03 % individuellement,
au maximum 0,15 % au total, comprenant au moins les étapes suivantes :
- Coulée d'un lingot de laminage en alliage d'aluminium,
- Homogénéisation du lingot de laminage,
- Laminage à chaud du lingot de laminage jusqu'à une épaisseur de bande à chaud de
- Laminage à froid de la bande à chaud jusqu'à l'épaisseur finale,
dans laquelle l'épaisseur finale de la bande d'aluminium après laminage à froid est
comprise entre 0,1 mm et 0,5 mm,
caractérisé en ce que
en laminage à froid, le produit (P) des épaisseurs finales relatives (b1,b2) de la
bande d'aluminium des première et deuxième passes de laminage à froid est de 17 à
22 %.
2. Procédure selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'épaisseur de la bande à chaud est de 2,3 mm à 3,7 mm, de préférence de 2,5 mm à
3,0 mm.
3. Procédure selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le premier passage de laminage à froid avec une réduction maximale de 65 % est effectué
pendant le laminage à froid.
4. Procédure selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le deuxième passage de laminage à froid a une réduction maximale de 60%.
5. Procédure selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
trois passes de laminage à froid sont effectuées jusqu'à l'épaisseur finale et l'épaisseur
finale de la bande d'aluminium après laminage à froid est de 0,2 mm à 0,4 mm.
6. Procédure selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
quatre passes de laminage à froid sont effectuées jusqu'à l'épaisseur finale et l'épaisseur
finale de la bande d'aluminium après laminage à froid est inférieure à 0,2 mm.
7. Procédure selon l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
aucun recuit intermédiaire n'est effectué pendant le laminage à froid.
8. Procédure selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que
la troisième ou quatrième passe de laminage à froid a une réduction maximale de 52%.
9. Procédure selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que
l'alliage d'aluminium de la bande d'aluminium pour supports de plaques d'impression
lithographiques a une teneur en magnésium de 0,15 % ≤ Mg ≤ 0,45 %.
10. Les procédures au titre de l'une quelconque des revendications 1 à 9,
caractérisé en ce que
l'alliage d'aluminium de la bande d'aluminium pour supports de plaques d'impression
lithographiques a une teneur en magnésium de 0,24 % à 0,45 % en poids, de préférence
de 0,26 % à 0,35 % en poids.