(19)
(11) EP 2 810 288 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.12.2019  Patentblatt  2019/49

(21) Anmeldenummer: 13707373.0

(22) Anmeldetag:  01.03.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01H 3/42(2006.01)
H01H 33/666(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2013/054181
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2013/135505 (19.09.2013 Gazette  2013/38)

(54)

SCHALTGERÄT, INSBESONDERE LASTTRENNSCHALTER

SWITCHING DEVICE, IN PARTICULAR LOAD INTERRUPTER

APPAREIL DE COMMUTATION, EN PARTICULIER SECTIONNEUR À COUPURE EN CHARGE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 15.03.2012 DE 102012204049

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.12.2014  Patentblatt  2014/50

(73) Patentinhaber: Siemens Aktiengesellschaft
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • WOLF, Stefan
    65760 Eschborn (DE)
  • ZLYDNIK, Rene
    04934 Hohenleipisch (DE)
  • ADELMANN, Marco
    63801 Kleinostheim (DE)
  • ERMELER, Kristian
    60388 Frankfurt am Main (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 109 187
WO-A1-01/33593
DE-A1- 2 702 962
DE-B3-102007 038 898
EP-A2- 1 538 650
WO-A1-2010/026048
DE-B3-102005 013 231
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltgerät, insbesondere einen Lasttrennschalter für Mittelspannungs-Schaltanlagen, mit einem Hauptkontaktsystem sowie einem zu dem Hauptkontaktsystem in Reihe geschalteten Löschkontaktsystem, wobei das Hauptkontaktsystem und das Löschkontaktsystem linear hintereinander angeordnet sind.

    [0002] Ein derartiges Schaltgerät in Form eines Lasttrennschalters ist beispielsweise aus der EP 1 538 650 A2 oder aus der EP 1 109 187 A1 bekannt. Der dort offenbarte Lasttrennschalter hat eine lineare Anordnung eines Hauptkontaktsystems zum Ausbilden einer dielektrischen Trennstrecke in einem geöffneten Zustand sowie eines Löschkontaktsystems zum Löschen eines Lichtbogens bei einem Schaltvorgang, und weist dazu jeweils einen separaten Antrieb mit separater Antriebswelle für jedes der beiden Kontaktsysteme auf.

    [0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schaltgerät der eingangs genannten Art auszubilden, welches über einen einfachen und kompakten und damit auch kostengünstigen Aufbau verfügt.

    [0004] Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe bei einem Schaltgerät der eingangs genannten Art dadurch, dass ein einziger Antrieb zum Einleiten einer Antriebsbewegung in eine einzige Antriebswelle des Schaltgeräts vorgesehen ist, wobei eine einzige Kurvenscheibe zum Übertragen der Antriebsbewegung eine Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn zum Betätigen des Hauptkontaktsystem sowie eine Löschkontaktsystem-Kurvenbahn zum Betätigen des Löschkontaktsystems aufweist.

    [0005] Eine derartige Ausbildung des Schaltgerätes mit einem einzigen Antrieb zum Einleiten einer Antriebsbewegung in eine einzige Antriebswelle des Schaltgerätes mit einer einzigen Kurvenscheibe, welche über eine Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn sowie eine Löschkontaktsystem-Kurvenbahn zum Betätigen von Hauptkontaktsystem bzw. Löschkontaktsystem verfügt, weist einen einfachen und kompakten Aufbau auf, weil der Platz für einen zweiten Antrieb und eine zweite Antriebswelle nicht notwendig sind, und auch die Kosten hierfür eingespart werden können, so dass das Schaltgerät auch einen kostengünstigen Aufbau aufweist.

    [0006] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist das Schaltgerät in einem mit einem Isolationsmedium gefüllten Gehäuse angeordnet, durch welches Gehäuse hindurch sich Anschlüsse zum elektrischen Verbinden mit einer Schaltanlage erstrecken. Eine derartige Anordnung in einem mit einem Isolationsmedium gefüllten Gehäuse führt weiterhin zu einem kompakten Aufbau des Schaltgerätes weil durch Verwendung eines Isolationsmediums, beispielsweise eines Isolationsgases oder einer Isolationsflüssigkeit, die Abmessungen des Schaltgerätes insgesamt reduziert werden können, weil derartige Isolationsgase oder Isolationsflüssigkeiten über verbesserte dielektrische Eigenschaften verfügen. Bei dem im Gehäuse angeordneten Schaltgerät ist durch die Anordnung mit einer einzigen Kurvenscheibe und einer einzigen Antriebswelle auch lediglich eine einzige Durchführung für die Antriebswelle zum Einleiten der Antriebsbewegung in das Gehäuse notwendig, was das Schaltgerät weiterhin kostengünstig macht.

    [0007] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Hauptkontaktsystem durch einen Lineartrennschalter mit einem in einem Gleitkontakt verschiebbaren Bewegkontakt sowie einem als Tulpenkontakt ausgebildeten Festkontakt gebildet, welcher Gleitkontakt mit einem ersten Anschluss des Schaltgerätes verbunden ist.

    [0008] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist der Festkontakt des Hauptkontaktsystems mit einem Bewegkontakt-Anschlussbolzen des Löschkontaktsystems verbunden, und ein Festkontakt des Löschkontaktsystems mit einem zweiten Anschluss des Schaltgerätes verbunden.

    [0009] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Bewegkontakt-Anschlussbolzen des Löschkontaktsystems über eine isolierende Stange mittels eines ersten Führungselementes mit der Löschkontaktsystem-Kurvenbahn und der Bewegkontakt des Hauptkontaktsystems mittels eines zweiten Führungselementes mit der Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn gekoppelt. Bei einer derartigen Anordnung ist ein einfacher und kompakter Aufbau ermöglicht, weil über die Kopplung mittels ersten bzw. zweitem Führungselement unter Zwischenschaltung einer isolierenden Stange zum Bewegkontakt-Anschlussbolzen des Löschkontaktsystems eine Ansteuerung von Bewegkontakt des Hauptkontaktsystems sowie Bewegkontakt-Anschlussbolzen des Löschkontaktsystems über die eine einzige Kurvenscheibe mit ihren Kurvenbahnen ermöglicht ist. Die isolierende Stange zur Kopplung des Bewegkontakt-Anschlussbolzens des Löschkontaktsystems mit der Löschkontaktsystem-Kurvenbahn kann dabei unterschiedlich angeordnet sein, beispielsweise in einem als Hohlkörper ausgebildeten Bewegkontakt des Hauptkontaktsystems, die isolierende Stange kann aber auch gegebenenfalls außerhalb bzw. neben dem Bewegkontakt des Hauptkontaktsystems angeordnet sein und über ein geeignetes Mitnehmerelement den Bewegkontakt-Anschlussbolzen des Löschkontaktsystems zu einem Schaltvorgang bewegen.

    [0010] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn und die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn derart ausgebildet, dass bei einem Ausschaltvorgang des Schaltgerätes nach Öffnen des Löschkontaktsystems und Löschen des Lichtbogens das Hauptkontaktsystem bei geöffnetem Löschkontaktsystem betätigbar ist, und bei einem Einschaltvorgang des Schaltgerätes das Hauptkontaktsystem bei geschlossenem Löschkontaktsystem betätigbar ist. Mit anderen Worten weist die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn für einen Einschaltvorgang und einen Ausschaltvorgang beispielsweise die gleiche Steigung auf, während die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn für einen Einschaltvorgang eine andere Steigung als für einen Ausschaltvorgang aufweist, so dass gewährleistet ist, dass bei einem Ausschaltvorgang des Schaltgerätes zunächst das Löschkontaktsystem geöffnet wird bei geschlossenem Hauptkontaktsystem, und ein bei diesem Schaltvorgang entstehender Lichtbogen im Löschkontaktsystem gelöscht wird und anschließend das Hauptkontaktsystem geöffnet wird zum Ausbilden einer dielektrischen Trennstrecke des Lasttrennschalters, während bei einem Einschaltvorgang die Steigung des Hauptkontaktsystems derart abgewandelt ist, dass zunächst das Löschkontaktsystem geschlossen wird und erst bei geschlossenem Löschkontaktsystem die Steigung der Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn zu einer Bewegung und zum Schließen des Hauptkontaktsystems führt, so dass bei einem Einschaltvorgang ein Einschaltlichtbogen im Hauptkontaktsystem gezündet wird. Dies führt zu einem kostengünstigen Aufbau, weil bei einer derartigen Ausgestaltung der Kurvenbahnen für das Löschkontaktsystem eine so genannte nicht einschaltfeste Vakuumschaltröhre verwendbar ist, weil diese dann bereits geschlossen ist, wenn die Bedingungen für einen Lichtbogen bestehen.

    [0011] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Kurvenscheibe um 360° rotierbar. Mit einer um 360° rotierbaren Kurvenscheibe ist es in einfacher Weise möglich, die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn für einen Einschaltvorgang bzw. einen Ausschaltvorgang unterschiedlich zu gestalten, bzw. mit unterschiedlichen Steigungen zu versehen, um zu gewährleisten, dass bei einem Einschaltvorgang das Hauptkontaktsystem erst bei geschlossenem Löschkontaktsystem betätigbar ist, wo hingegen bei einem Ausschaltvorgang das Hauptkontaktsystem erst bei einem geöffneten Löschkontaktsystem und gelöschtem Lichtbogen betätigbar ist. Weiterhin ist bei einer um 360° rotierbaren Kurvenscheibe der Antrieb kostengünstig, weil eine Antriebsbewegung lediglich in eine Richtung einleitbar ist.

    [0012] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist im Gehäuse ein Erdungsschaltgerät vorgesehen. Ein derartiges Erdungsschaltgerät im gleichen Gehäuse, welches über einen separaten Antrieb verfügt, ermöglicht in vorteilhafter Weise die Erdung verschiedener Schaltanlagenteile einer Mittelspannungsschaltanlage, in welcher das Schaltgerät angeordnet ist, je nach Schaltzustand des Schaltgerätes, beispielsweise bei geöffnetem Hauptkontaktsystem ist eine Erdung des Kabelabganges möglich bzw. bei geschlossenem Hauptkontaktsystem und geschlossenem Löschkontaktsystem ist auch eine Erdung des Sammelschienenbereiches der Schaltanlage möglich.

    [0013] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung und eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beiliegenden Figuren näher erläutert. Es zeigen:
    Figur 1:
    ein Ausführungsbeispiel eines Schaltgerätes in einer ersten Schaltstellung; und
    Figur 2:
    das Ausführungsbeispiel des Schaltgerätes der Figur 1 in einer zweiten Schaltstellung.


    [0014] Figur 1 zeigt ein Schaltgerät 1 in Form eines Lasttrennschalters für Mittelspannungs-Schaltanlagen, welche Mittelspannungs-Schaltanlagen figürlich nicht näher dargestellt sind und die über einen Sammelschienenbereich und einen Kabelabgangsbereich verfügen. Das Schaltgerät 1 weist dazu einen Sammelschienenanschluss 2 sowie einen Kabelabgangsanschluss 3 auf, über welche durch das Schaltgerät 1 ein Strompfad gebildet ist. Ein Hauptkontaktsystem 4 in Form eines Lineartrennschalters ist einem Löschkontaktsystem 5 elektrisch in Reihe geschaltet und linear hinter diesem angeordnet, so dass sich insgesamt eine lineare Anordnung des Schaltgerätes 1 ergibt. Das Hauptkontaktsystem 4 umfasst einen ersten Gleitkontakt 6, welcher über ein Verbindungselement 7 mit dem Kabelabgangsanschluss 3 elektrisch leitend verbunden ist. Ein Bewegkontakt 8 des Hauptkontaktsystems 4 ist zwischen einer Ausschaltstellung, welche mit Bezug auf die Figur 2 später näher erläutert wird und einer in der Figur 1 dargestellten Einschaltstellung im ersten Gleitkontakt 6 verschiebbar angeordnet und bildet mit einem Festkontakt 9, welcher als Tulpenkontakt ausgebildet ist, das Hauptkontaktsystem 4. Das Löschkontaktsystem 5 umfasst einen Bewegkontakt-Anschlussbolzen 10, welcher mit einem Bewegkontakt 11 des Löschkontaktsystems elektrisch leitend verbunden ist und mit dem Festkontakt 9 des Hauptkontaktsystems in elektrisch leitender Verbindung besteht, sowie einen Festkontakt 12, welcher mit dem Sammelschienenanschluss 2 des Schaltgerätes 1 elektrisch leitend verbunden ist. In dem in der Figur 1 dargestellten geschlossenen Zustand von Hauptkontaktsystem 4 und Löschkontaktsystem 5 ist somit ein Strompfad über den Sammelschienenanschluss 2, den Festkontakt 12 und den Bewegkontakt 11 des Löschkontaktsystems 5 sowie den Festkontakt 9 und den Bewegkontakt 8 des Hauptkontaktsystems 4 und das Verbindungselement 7 zum Kabelabgangsanschluss 3 ausgebildet. Eine Kurvenscheibe 14 ist mit einer figürlich nicht dargestellten Antriebswelle und über diese mit einem figürlich ebenfalls nicht dargestellten Antrieb zum Einleiten einer Antriebsbewegung drehfest verbunden und weist eine Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15, eine Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 auf. Die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15 ist über ein erstes Führungselement 17 mit der isolierenden Stange 13 zum Übertragen der Antriebsbewegung auf den Bewegkontakt-Anschlussbolzen 10 gekoppelt, die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 ist über ein zweites Führungselement 18 mit dem Bewegkontakt 8 des Hauptkontaktsystems 4 zum Übertragen der Antriebsbewegung gekoppelt.

    [0015] Das Schaltgerät 1 und der Sammelschienenanschluss 2 sowie der Kabelabgangsanschluss 3 sind dabei in einem Gehäuse 19 angeordnet, welches mit einem Isolationsmedium, beispielsweise einem Isolationsgas oder einer Isolationsflüssigkeit, befüllt sein kann, angeordnet. In dem Gehäuse 19 ist weiterhin ein Erdungsschalter 20 angeordnet, welcher einen Erdungsfestkontakt 21 in Form eines weiteren Tulpenkontaktes aufweist, welcher mit einem außerhalb des Gehäuses befindlichen Erdungskontaktanschluss 22 zum Verbinden mit Erdpotential verbunden ist. Weiterhin umfasst der Erdungsschalter 20 einen Erdungsbewegkontakt 23, welcher sich durch einen zweiten Gleitkontakt 24 verschiebbar hindurch erstreckt und über ein drittes Führungselement 25 mit einer weiteren Kurvenscheibe 26 zum Einleiten einer Antriebsbewegung mittels einer Erdungskontaktsystem-Kurvenbahn 27 gekoppelt ist. Der zweite Gleitkontakt 24 ist über ein weiteres Verbindungselement 28 mit dem Kabelabgangsanschluss 3 leitend verbunden.

    [0016] In der Figur 1 befindet sich der Erdungsschalter 20 in einem geöffneten Zustand, das Hauptkontaktsystem 4 und das Löschkontaktsystem 5 des Schaltgerätes 1 befinden sich in ihrem geschlossenen Zustand. Zum Durchführen eines Ausschaltvorganges wird bei Vorliegen einer entsprechenden Schaltbedingung an einem Steuerungsgerät der Schaltanlage ein Signal an den Antrieb des Schaltgerätes 1 übermittelt, welcher zum Ausführen einer Drehbewegung der Antriebswelle und damit der Kurvenscheibe 14 im Gegenuhrzeigersinn führt. Die Drehbewegung der Kurvenscheibe 14 wird über die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15 bzw. die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 und das erste Führungselement 17 bzw. das zweite Führungselement 18 auf die isolierende Stange 13 bzw. den Bewegkontakt 8 übertragen, wobei die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15 und die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 derart ausgestaltet sind, dass durch ihre Steigungen beim Ausschaltvorgang zunächst die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15 eine Bewegung auf die isolierende Stange 13 überträgt, welche zum Öffnen des Löschkontaktsystems 5 durch Entfernen des Bewegkontaktes 11 vom Festkontakt 12 des Löschkontaktsystems 5 und zum Löschen des Dabei entstehenden Lichtbogens im Löschkontaktsystem 5 führt. Das Löschkontaktsystem 5, welches als Vakuumschaltröhre ausgebildet ist, befindet sich somit in einem geöffneten Zustand und bei gelöschtem Lichtbogen wird durch die Gestaltung der Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 dann eine Bewegung auf den Bewegkontakt 8 des Hauptkontaktsystems 4 übertragen, welcher zum Öffnen des Hauptkontaktsystems 4 unter Entfernen des Bewegkontaktes 8 vom Festkontakt 9 des Hauptkontaktsystems 4 führt, so dass schließlich bei geöffnetem Hauptkontaktsystem 4 die Bedingungen einer dielektrischen Trennstrecke erfüllt sind und der in der Figur 2 dargestellte ausgeschaltete Zustand des Schaltgerätes 1 mit geöffnetem Löschkontaktsystem 5 und geöffnetem Hauptkontaktsystem 4 erreicht ist.

    [0017] Zum Durchführen eines Einschaltvorganges des Schaltgerätes 1 wird durch die Steuerungseinheit wiederum ein Signal an den Antrieb zum Einleiten einer Drehbewegung in die Antriebswelle und die Kurvenscheibe 14 übermittelt, welches zum Drehen der Kurvenscheibe 14 im Uhrzeigersinn führt. Durch die unterschiedliche Ausgestaltung der Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 für den Einschaltvorgang des Hauptkontaktsystems 4 mit einem ersten Abschnitt 29 und einem zweiten Abschnitt 30 zum Übertragen einer Druckbewegung auf das zweite Führungselement 18 ist dabei gewährleistet, dass bei derartiger Gestaltung durch die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15 zunächst das Löschkontaktsystem 4 in seinen geschlossenen Zustand übergeht, bevor eine Bewegung der Kurvenscheibe 14 über den zweiten Abschnitt 30 der Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 auf das zweite Führungselement 18 und damit den Bewegkontakt 8 des Hauptkontaktsystems 4 übertragen wird. Dies hat zur Folge, dass das Löschkontaktsystem 5 sich bereits in einem geschlossenen Zustand befindet, wenn der Bewegkontakt 8 des Hauptkontaktsystems 4 sich dem Festkontakt 9 soweit nähert, dass durch die anliegenden Spannungen ein Lichtbogen gezündet wird. Dadurch ist es möglich, die Vakuumschaltröhre für das Löschkontaktsystem 5 als nicht einschaltfeste Vakuumschaltröhre und damit als kostengünstige Vakuumschaltröhre auszubilden. Im weiteren Verlauf des Einschaltvorganges wird der Bewegkontakt 8 durch die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 nach oben bewegt, bis er schließlich in leitende Verbindung mit dem Festkontakt 9 des Hauptkontaktsystems 4 gelangt, so dass mit dem bereits geschlossenen Löschkontaktsystem 5 wiederum der eingeschaltete Zustand des Schaltgerätes 1, wie in der Figur 1 beschrieben, erreicht ist.

    [0018] Unabhängig vom Zustand des Schaltgerätes 1 bzw. dem Zustand von Hauptkontaktsystem 4 und Löschkontaktsystem 5 ist über die Kurvenscheibe 26 eine Antriebsbewegung in den Bewegkontakt 23 des Erdungsschalters 20 einleitbar zum Ausbilden einer leitenden Verbindung zwischen Erdungsfestkontakt 21 und Bewegkontakt 23, so dass bei geschlossenem Hauptkontaktsystem 4 und geschlossenen Löschkontaktsystem 5 eine Erdung des gesamten Schaltanlagenbereiches ermöglicht ist bzw. bei geöffnetem Hauptkontaktsystem 4 eine Erdung zumindest des Kabelabgangsanschlusses 3 und der damit verbundenen Schaltanlagenteile ermöglicht ist.

    [0019] Im beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die Kurvenscheibe 14 als Kurvenscheibe mit einem eingeschränkten Drehwinkelbereich für eine Hin- und Herbewegung dargestellt. Es ist jedoch auch möglich, die Kurvenscheibe als eine um 360° rotierbare Kurvenscheibe auszubilden, wobei sich die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15 und die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 über den ganzen Winkelbereich von 360° erstrecken. Damit ist einerseits ermöglicht, eine Antriebsbewegung immer in die gleiche Richtung einzuleiten, was die Gestaltung des Antriebs vereinfacht und andererseits ist durch die entsprechende Gestaltung der Steigungen von Löschkontaktsystem-Kurvenbahn 15 und Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn 16 auch bei einer um 360° rotierbaren Kurvenscheibe die Möglichkeit gegeben, die Steigungen derart zueinander zu wählen, dass gewährleistet ist, dass bei einem Einschaltvorgang zunächst das Löschkontaktsystem 5 geschlossen wird und erst dann das Hauptkontaktsystem 4 zu einem Einschaltvorgang veranlasst wird, und andererseits bei einem Ausschaltvorgang zunächst das Löschkontaktsystem 5 zum Löschen des Lichtbogens geöffnet wird und anschließend des Hauptkontaktsystem 4 zum Ausbilden der dielektrischen Trennstrecke geöffnet wird.

    Bezugszeichenliste



    [0020] 
    1
    Schaltgerät
    2
    Sammelschienenanschluss
    3
    Kabelabgangsanschluss
    4
    Hauptkontaktsystem
    5
    Löschkontaktsystem
    6
    erster Gleitkontakt
    7
    Verbindungselement
    8
    Bewegkontakt
    9
    Festkontakt
    10
    Bewegkontakt-Anschlussbolzen
    11
    Bewegkontakt Löschkontaktsystem
    12
    Festkontakt Löschkontaktsystem
    13
    isolierende Stange
    14
    Kurvenscheibe
    15
    Löschkontaktsystem-Kurvenbahn
    16
    Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn
    17
    erstes Führungselement
    18
    zweites Führungselement
    19
    Gehäuse
    20
    Erdungsschalter
    21
    Erdungsschalter Festkontakt
    22
    Erdungskontaktanschluss
    23
    Bewegkontakt Erdungsschalter
    24
    zweiter Gleitkontakt
    25
    drittes Führungselement
    26
    zweite Kurvenscheibe
    27
    Erdungskontaktsystem-Kurvenbahn
    28
    weiteres Verbindungselement
    29
    erster Abschnitt
    30
    zweiter Abschnitt



    Ansprüche

    1. Schaltgerät (1), insbesondere Lasttrennschalter für Mittelspannungs-Schaltanlagen, mit einem Hauptkontaktsystem (4) sowie einem zu dem Hauptkontaktsystem (4) in Reihe geschalteten Löschkontaktsystem (5), wobei das Hauptkontaktsystem (4) und das Löschkontaktsystem (5) linear hintereinander angeordnet sind,
    dadurch gekennzeichnet, dass ein einziger Antrieb zum Einleiten einer Antriebsbewegung in eine einzige Antriebswelle des Schaltgeräts (1) vorgesehen ist, wobei eine einzige Kurvenscheibe (14) zum Übertragen der Antriebsbewegung eine Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn (16) zum Betätigen des Hauptkontaktsystems (4) sowie eine Löschkontaktsystem-Kurvenbahn (15) zum Betätigen des Löschkontaktsystems (5) aufweist.
     
    2. Schaltgerät (1) nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltgerät (1) in einem mit einem Isolationsmedium gefüllten Gehäuse (19) angeordnet ist, durch welches Gehäuse (19) hindurch sich Anschlüsse (2, 3) zum elektrischen Verbinden mit einer Schaltanlage erstrecken.
     
    3. Schaltgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptkontaktsystem (4) durch einen Lineartrennschalter mit einem in einem Gleitkontakt (6) verschiebbaren Bewegkontakt (8) sowie einem als Tulpenkontakt ausgebildeten Festkontakt (9) gebildet ist, welcher Gleitkontakt (6) mit einem ersten Anschluss (3) des Schaltgerätes verbunden ist.
     
    4. Schaltgerät (1) nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet, dass der Festkontakt (9) des Hauptkontaktsystems (4) mit einem Bewegkontakt-Anschlussbolzen (10) des Löschkontaktsystems (5) verbunden ist, und ein Festkontakt (12) des Löschkontaktsystems (5) mit einem zweiten Anschluss (2) des Schaltgerätes (1) verbunden.
     
    5. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegkontakt-Anschlussbolzen (10) des Löschkontaktsystems (5) über eine isolierende Stange (13) mittels eines ersten Führungselementes (17) mit der Löschkontaktsystem-Kurvenbahn (15) und der Bewegkontakt (8) des Hauptkontaktsystems (4) mittels eines zweiten Führungselementes (18) mit der Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn (16) gekoppelt ist.
     
    6. Schaltgerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Löschkontaktsystem-Kurvenbahn (15) und die Hauptkontaktsystem-Kurvenbahn (16) derart ausgebildet sind, dass bei einem Ausschaltvorgang des Schaltgerätes (1) nach Öffnen des Löschkontaktsystems (5) und Löschen des Lichtbogens das Hauptkontaktsystem (4) bei geöffnetem Löschkontaktsystem (5) betätigbar ist, und bei einem Einschaltvorgang des Schaltgerätes (1) das Hauptkontaktsystem (4) bei geschlossenem Löschkontaktsystem (5) betätigbar ist.
     
    7. Schaltgerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvenscheibe (14) um 360° rotierbar ist.
     
    8. Schaltgerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (19) ein Erdungsschaltgerät (20) vorgesehen ist.
     


    Claims

    1. Switching device (1), in particular load interrupter for medium-voltage switchgear assemblies, having a main contact system (4) and a quenching contact system (5) connected in series with the main contact system (4), wherein the main contact system (4) and the quenching contact system (5) are arranged linearly one behind the other,
    characterized in that
    a single drive is provided for introducing a drive movement into a single driveshaft of the switching device (1), wherein a single cam disk (14) for transferring the drive movement has a main contact system curved path (16) for actuating the main contact system (4) and a quenching contact system curved path (15) for actuating the quenching contact system (5).
     
    2. Switching device (1) according to Claim 1,
    characterized in that
    the switching device (1) is arranged in a housing (19) filled with an insulating medium, through which housing (19), connections (2, 3) for electrically connecting to a switchgear assembly extend.
     
    3. Switching device (1) according to Claim 1 or 2,
    characterized in that
    the main contact system (4) is formed by an in-line disconnector having a moving contact (8) which is displaceable in a sliding contact (6) and a fixed contact (9) which is designed as a tulip contact, which sliding contact (6) is connected to a first connection (3) of the switching device.
     
    4. Switching device (1) according to Claim 3,
    characterized in that
    the fixed contact (9) of the main contact system (4) is connected to a moving contact connection pin (10) of the quenching contact system (5), and a fixed contact (12) of the quenching contact system (5) is connected to a second connection (2) of the switching device (1).
     
    5. Switching device (1) according to any of Claims 1 to 4, characterized in that
    the moving contact connection pin (10) of the quenching contact system (5) is coupled via an insulating rod (13) by means of a first guiding element (17) to the quenching contact system curved path (15) and the moving contact (8) of the main contact system (4) is coupled by means of a second guiding element (18) to the main contact system curved path (16).
     
    6. Switching device (1) according to any of the preceding claims,
    characterized in that
    the quenching contact system curved path (15) and the main contact system curved path (16) are designed such that, in the event of a switch-off process of the switching device (1) after the quenching contact system (5) has been opened and the arc has been quenched, the main contact system (4) is actuable when the quenching contact system (5) is open, and, in the event of a switch-on process of the switching device (1), the main contact system (4) is actuable when the quenching contact system (5) is closed.
     
    7. Switching device (1) according to any of the preceding claims,
    characterized in that
    the cam disk (14) is rotatable through 360°.
     
    8. Switching device (1) according to any of the preceding claims,
    characterized in that
    a grounding switching device (20) is provided in the housing (19) .
     


    Revendications

    1. Appareil (1) de coupure, notamment sectionneur à coupure en charge pour des installations de distribution de moyenne tension, comprenant un système (4) de contact principal, ainsi qu'un système (5) de contact d'extinction monté en série avec le système (4) de contact principal, le système (4) de contact principal et le système (5) de contact d'extinction étant disposés l'un derrière l'autre linéairement,
    caractérisé en ce qu'
    il est prévu un entraînement unique pour faire débuter un mouvement d'entraînement dans un arbre d'entraînement unique de l'appareil (1) de coupure, une came (14) unique de transmission du mouvement d'entraînement ayant un chemin (16) de came de système de contact principal pour actionner le système (4) de contact principal, ainsi qu'un chemin (15) de came de système de contact d'extinction pour actionner le système (5) de contact d'extinction.
     
    2. Appareil (1) de coupure suivant la revendication 1, caractérisé en ce que
    l'appareil (1) de coupure est disposé dans un boîtier (19) empli d'un milieu isolant, boîtier (19) à travers lequel passent des connexions (2, 3) de liaison électrique avec une installation de distribution.
     
    3. Appareil (1) de coupure suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que
    le système (4) de contact principal est formé d'un sectionneur linéaire ayant un contact (8) mobile pouvant coulisser dans un contact (6) glissant, ainsi qu'un contact (9) fixe constitué en contact tulipe, lequel contact (6) glissant est relié à une première borne (3) de l'appareil de coupure.
     
    4. Appareil (1) de coupure suivant la revendication 3, caractérisé en ce que
    le contact (9) fixe du système (4) de contact principal est relié à un goujon (10) de connexion de contact mobile du système (5) de contact d'extinction et un contact (12) fixe du système (5) de contact d'extinction est relié à une deuxième borne (2) de l'appareil (1) de coupure.
     
    5. Appareil (1) de coupure suivant l'une des revendications 1 à 4,
    caractérisé en ce que
    le goujon (10) de connexion de contact mobile du système (5) de contact d'extinction est couplé par une barre (13) isolante, au moyen d'un premier élément (17) de guidage, au chemin (15) de came du système de contact d'extinction et le contact (8) mobile du système (4) de contact principal est couplé au moyen d'un deuxième élément (18) de guidage au chemin (16) de came du système de contact principal.
     
    6. Appareil (1) de coupure suivant l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que
    le chemin (15) de came du système de contact d'extinction et le chemin (16) de came du système de contact principal sont constitués de manière à pouvoir, lors d'une opération de coupure de l'appareil (1) de coupure, actionner, après ouverture du système (5) contact d'extinction et extinction de l'arc électrique, le système (4) de contact principal, alors que le système (5) de contact d'extinction est ouvert et, lors d'une opération de fermeture de l'appareil (1) de coupure, à pouvoir actionner le système (4) de contact principal, alors que le système (5) de contact d'extinction est fermé.
     
    7. Appareil (1) de coupure suivant l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que
    la came (14) peut tourner de 360°.
     
    8. Appareil (1) de coupure suivant l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce qu'
    un appareil (20) de mise à la terre est prévu dans le boîtier (19).
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente