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(11) |
EP 2 872 845 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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04.12.2019 Patentblatt 2019/49 |
| (22) |
Anmeldetag: 29.05.2013 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2013/061072 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2014/009053 (16.01.2014 Gazette 2014/03) |
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OFEN MIT FLÄCHENSTRAHLER UND VERFAHREN ZUM BEHEIZEN EINES WERKSTÜCKES MIT SOLCH EINEM
OFEN
OVEN COMPRISING SURFACE RADIATOR AND METHOD FOR HEATING A WORKPIECE WITH SUCH AN OVEN
FOUR À ÉMETTEUR DE RAYONNEMENT PLAT ET PROCÉDÉ DE CHAUFFAGE D'UNE PIECE AVEC UN TEL
FOUR
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
11.07.2012 DE 202012102570 U
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.05.2015 Patentblatt 2015/21 |
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Patentinhaber: SLF Oberflächentechnik GmbH |
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48282 Emsdetten (DE) |
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Erfinder: |
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- BRENDEL, Gerhard
91275 Auerbach (DE)
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| (74) |
Vertreter: Habbel, Ludwig |
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Habbel & Habbel
Patentanwälte
Am Kanonengraben 11 48151 Münster 48151 Münster (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1-102008 059 811
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DE-T2- 69 217 170
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Ofen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 10 2008 059 811 A1 ist ein gattungsgemäßer Ofen bekannt. Die Möglichkeit, gepulverte oder nasslackierte
Werkstücke durch die Kombination von Strahlungs- und Konvektionsbeheizung einbrennlackieren
zu können und dabei unterschiedliche Strahlungsbeheizungen mit einer unterschiedlichen
Welligkeit der Heizstrahlen zu nutzen, führt in der Praxis zu hervorragenden Lackierergebnissen.
Zur Erzeugung der Infrarotstrahlung wird Heißluft durch Rohrleitungen geführt, wobei
die Rohrleitungen dann nach außen die Strahlung abgeben.
[0003] Abgesehen von der Anwendung eines gattungsgemäßen Ofens zum Einbrennen einer Pulverlackierung
kann der Ofen auch zum Trocknen der Oberfläche eines Werkstücks genutzt werden, auf
welcher sich Haftwasser befindet, oder zum Trocknen von Werkstücken, deren Oberfläche
mittels einer kathodischen Tauchbadlackierung (KTL) beschichtet ist. Rein beispielhaft
und ohne den beschriebenen Ofen auf diesen Verwendungszweck einzugrenzen, wird nachfolgend
der Ofen beschrieben als ein Einbrennofen für gepulverte Werkstücke, der im Rahmen
einer Pulverlackierung eingesetzt wird, um das auf das Werkstück aufgebrachte Pulver
aufzuschmelzen und eine so genannte Einbrennlackierung zu schaffen.
[0004] Der gattungsgemäße Ofen gemäß der
DE 10 2008 059 811 A1 weist serpentinenförmig verlaufende Rohrleitungen auf, die an den beiden Seiten sowie
am Boden innerhalb der Brennkammer vorgesehen sind. Die von Heißgas durchströmten
Rohrleitungen geben Ihre Wärmestrahlung in Art von Linienstrahlern ab. Linienstrahler
bewirken eine unterschiedlich intensive Erwärmung des Werkstücks: ein dem Linienstrahler
nächster, ebenfalls linienförmiger Flächenabschnitt des Werkstücks wird am intensivsten
erwärmt, während die Flächenabschnitte, die in zunehmender Entfernung von dieser Linie
liegen, zunehmen schwächer erwärmt werden.
[0005] Bei zwei benachbarten Linienstrahlern ergeben sich vergleichsweise komplizierte Wärme-Einwirkungen
auf die Oberfläche des Werkstücks, weil nicht nur jeder Linienstrahler die erwähnte
ungleichmäßige Erwärmung der verschiedenen Flächenabschnitt des Werkstücks bewirkt,
sondern sich diese ungleichmäßigen Wärme-Einwirkungen der beiden Linienstrahler auch
noch überlagern.
[0006] Aus der
DE 692 17 170T2 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Backen von Emaille auf Metalloberflächen
bekannt. Metallische Gegenstände sind mit dem zur Emaillierung dienenden mineralischen
Material beschichtet. Wärmestrahler sind oberhalb der Platten angeordnet und erwärmen
von oben dieses mineralische Material, welches als Emailbiskuit vorliegt, mittels
Infrarotstrahlung, ohne dabei die metallische Platte, insbesondere aus Aluminium,
wesentlich zu erwärmen. Aufgrund der Beheizung mittels Strahlung steht die Luft innerhalb
des Ofens praktisch still.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Ofen dahingehend
zu verbessern, dass die Wärmeeinwirkung auf die Oberfläche des Werkstücks möglichst
gleichmäßig erfolgt. Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
anzugeben, welches unter Verwendung eines solchen Ofens eine schnelle, wirtschaftliche
und materialschonende Aufheizung auch eines Werkstücks ermöglicht, welches eine sensiblen
Beschichtung aufweist.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Ofen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein
Verfahren nach Anspruch 10 gelöst.
[0009] Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, das Heißgas nicht durch einzelne Rohre
zu führen, die jeweils als Linienstrahler bezeichnet werden können, sondern mit dem
Heißgas vielmehr eine größere Fläche zu erwärmen, so dass der Strahler einen Flächenstrahler
bildet. Der Flächenstrahler ist dabei derart ausgestaltet, dass er drei Begrenzungsplatten
bildet, welche den nutzbaren, für die Positionierung des Werkstückes zugänglichen
Innenraum der Nutzkammer begrenzen. Diese Begrenzungsplatten umgeben das Werkstück
auf wenigstens drei Seiten, beispielsweise in Form von zwei gegenüberliegenden Wandflächen
sowie einer die beiden Wandflächen verbindende Boden- oder Deckenfläche.
[0010] Vorteilhaft können die Begrenzungsplatten doppelwandig ausgestaltet sein, so dass
das Heißgas innerhalb dieser doppelwandigen Begrenzungsplatten geführt werden kann.
Dies ermöglicht eine großflächige und direkte Wärmeübertragung vom Heißgas auf die
Plattenoberfläche. Verglichen mit z. B. der Möglichkeit, das Heißgas in Rohren zu
führen und diese thermisch an eine Begrenzungsplatte anzukoppeln, ergibt sich ein
besserer Wirkungsgrad und die Möglichkeit einer schnelleren, präziseren Temperatursteuerung.
[0011] Dabei ist vorgesehen, keine freie Verteilung des Heißgases zwischen den beiden Oberflächen
der doppelwandigen Begrenzungsplatte zuzulassen, sondern den Zwischenraum der doppelwandigen
Begrenzungsplatte in mehrere Heizkanäle zu unterteilen, so dass das Heißgas innerhalb
der Heizkanäle geführt wird. Auf diese Weise können strömungsberuhigte Bereiche innerhalb
einer doppelwandigen Begrenzungsplatte vermieden werden, die aufgrund des dort verringerten
Heißgasdurchsatzes zu einer vergleichsweise kühleren Zone und dementsprechend ungleicher
Temperaturverteilung führen könnten. Die in Strömungsrichtung erste Begrenzungsplatte
kann auch ohne derartige Heizkanäle ausgestaltet sein; insbesondere bei den dann nachfolgenden
Begrenzungsplatten sind die Heizkanäle vorteilhaft.
[0012] Vorteilhaft kann eine der drei Begrenzungsplatten, die als erste Begrenzungsplatte
bezeichnet wird, eine Einlassöffnung aufweisen, durch welche das Heißgas in diese
erste Begrenzungsplatte einströmen kann. Die drei Begrenzungsplatten sind strömungstechnisch
miteinander verbunden, stehen also in Strömungsverbindung miteinander und somit mit
der Einlassöffnung, so dass das Heißgas durch sämtliche drei Begrenzungsplatten strömen
kann. Eine zweite der drei Begrenzungsplatten weist eine Auslassöffnung auf, durch
welche das mittlerweile kühler gewordene Heißgas aus dieser zweiten Begrenzungsplatte
ausströmen kann. Einlass- und Auslassöffnungen sind dabei nicht in der Weise nah nebeneinander
angeordnet, dass sich eine kurzschlussartige kurze Verbindung zwischen Ein- und Auslassöffnung
ergeben würde, sondern die beiden Ein- und Auslassöffnungen sind, insbesondere in
Verbindung mit den erwähnten Heizkanälen, derart angeordnet, dass eine möglichst großflächige
Kontaktierung der zum Werkstück gerichteten Oberflächen mit dem Heißgas gewährleistet
ist, so dass auch durch diese Weise eine möglichst gleichmäßige Wärmeverteilung innerhalb
des Ofens gewährleistet ist.
[0013] In vorteilhafter Ausgestaltung können diese Heizkanäle durch Rippen begrenzt sein,
die im Inneren der doppelwandigen Begrenzungsplatten angeordnet sind. Die beiden Wände
einer doppelwandigen Begrenzungsplatte können beispielsweise zwei Abschnitte eines
solchen Heizkanals bilden, und zwei benachbarte Rippen bilden zwei andere Abschnitte
desselben Heizkanals, so dass insgesamt ein Heizkanal mit beispielsweise etwa rechteckigem
Querschnitt geschaffen werden kann. Auch durch diese Maßnahme wird eine direkte Kontaktierung
des Heißgases mit der Begrenzungsplatte ermöglicht, ohne dass es separater Rohrleitungen
innerhalb der doppelwandigen Begrenzungsplatten bedarf. Die Rippen schließen dabei
vorteilhaft an eine der beiden Wände einer doppelwandigen Wärme übertragend an. Selbst
wenn sie an der gegenüberliegenden Wand der doppelwandigen Begrenzungsplatte nicht
luftdicht anliegen, wird dennoch eine Kanalisation des Heißgases bewirkt und damit
eine definierte Luftverteilung des Heißgases innerhalb der doppelflächigen Begrenzungsplatten
mittels der Rippen ermöglicht, um die gewünschte, möglichst gleichmäßige Oberflächentemperatur
der auf das Werkstück abstrahlenden Wand der Begrenzungsplatte zu erreichen. Vorteilhaft
jedoch können die Rippen die beiden Wände der doppelwandigen Begrenzungsplatte miteinander
verbinden.
[0014] Unabhängig davon, ob die Rippen mit nur einer oder mit beiden Wänden einer doppelwandigen
Begrenzungsplatte in Kontakt stehen, kann jedenfalls vorgesehen sein, dass sie stets
mit derjenigen Wand der doppelwandigen Begrenzungsplatte in Kontakt stehen, welche
zum Werkstück gerichtet ist. Der Kontakt zwischen Rippe und Wand der Begrenzungsplatte
ist dabei als Wärme leitender Kontakt ausgestaltet, so dass die Wärmeenergie des Heißgases
über die Rippe auf die Wand der Begrenzungsplatte geleitet wird. Auf diese Weise wird
ein hoher Wirkungsgrad bei der Beheizung der Begrenzungsplatten ermöglicht.
[0015] Durch die Wärmeabgabe vom Heißgas auf die Begrenzungsplatten kühlt sich das Heißgas
im Verlauf seiner Strömung ab. Um eine möglichst gleichmäßige Oberflächentemperatur
der drei Begrenzungsplatten sicherzustellen, kann daher vorteilhaft vorgesehen sein,
von dem zunächst in die Begrenzungsplatten einströmenden Heißgas anfänglich prozentual
weniger Wärmeenergie zu entnehmen, bei der anschließend durchströmten Begrenzungsplatte
hingegen aus dem Heißgas prozentual mehr Wärmeenergie zu entnehmen und schließlich
in der dritten vom Heißgas durchströmten Begrenzungsplatte prozentual noch mehr Wärmeenergie
zu entnehmen, um auf diese Weise in den drei Begrenzungsplatten einen möglichst gleichen
Energieeintrag und möglichst gleiche Oberflächentemperaturen zu erreichen. Zu diesem
Zweck kann vorteilhaft die Anzahl der Rippen, die in den doppelwandigen Begrenzungsplatten
vorgesehen sind, im Strömungsverlauf des Heißgases zunehmen. Auf diese Weise wird
eine zunehmend größere Wärmeübertragungsfläche genutzt, um Wärmeenergie aus dem Heißgas
in die zum Werkstück gerichtete Oberfläche der Begrenzungsplatte zu leiten.
[0016] Alternativ kann man eine möglichst gleichmäßige Oberflächentemperatur erreichen,
wenn man, statt die erwähnten Rippen vorzusehen, den durchströmbaren Querschnitt einer
Begrenzungsplatte kleiner wählt als den Querschnitt der in Strömungsrichtung vorgeschalteten
Begrenzungsplatte, so dass sich nach und nach, von einer zur nächstfolgenden Begrenzungsplatte,
immer geringere freie Strömungsquerschnitte ergeben. Durch die Querschnittsverringerung
im Vergleich zu der vorgeschalteten Begrenzungsplatte erreicht man eine höhere Strömungsgeschwindigkeit
des Heißgases, was einen höheren Wärmeübergangskoeffizienten und somit eine höhere
Wärmeübertragung zur Folge hat. Im Vergleich zur Ausgestaltung der Begrenzungsplatten
mit den erwähnten Rippen ergibt sich allerdings ein erhöhter Strömungswiderstand,
so dass z. B. eine höhere Antriebsleistung eines Heißgasventilators erforderlich wird.
[0017] Während eine Begrenzungsplatte insgesamt, makroskopisch gesehen, als im Wesentlichen
plane, in einer Ebene verlaufende Platte ausgestaltet sein kann, kann, im Detail betrachtet,
die zum Werkstück gerichtete Oberfläche der Begrenzungsplatte vorteilhaft von einer
vollständig ebenen Ausgestaltung abweichend und vielmehr uneben profiliert ausgestaltet
sein. Auf diese Weise wird unterstützt, dass die von dieser Oberfläche ausgesandte
Infrarotstrahlung in mehreren Richtungen ausgestrahlt wird, so dass auf diese Weise
Hinterschneidungen, Vertiefungen u. dgl. des Werkstücks besser von der Strahlung erreicht
werden, wodurch das Lackierergebnis verbessert wird.
[0018] Dabei kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Profilierungen in der zum Werkstück
gerichteten Oberfläche der Begrenzungsplatte nicht nur in Art eines Höhenversatzes
ausgestaltet ist, sondern dass die Oberfläche schräg verlaufende Flächenanteile aufweist
und zwar schräg zu der Ebene, in welcher sich die Begrenzungsplatte erstreckt. Durch
diese schrägen Flächenabschnitte wird eine schräg gerichtete Abstrahlung der Wärmeenergie
unterstützt. Beispielsweise können die schrägen Oberflächenabschnitte dadurch geschaffen
werden, dass die Oberfläche der Begrenzungsplatte einen geradlinig oder gerundet wellenförmigen
Verlauf aufweist.
[0019] Abgesehen von der Strahlungsbeheizung ermöglicht der Ofen auch eine Konvektionsbeheizung
des Werkstücks. Falls der Ofen zum Einbrennen einer Pulverlackierung in ein Werkstück
genutzt wird, kann vorteilhaft eine kombinierte Heizwirkung genutzt werden: Nachdem
die Bauteile zu Beginn des Aufheizprozesses ausschließlich über die Strahlungsenergie
aufgeheizt worden sind, wird nach Erreichen der gewünschten Bauteiltemperatur auf
die Konvektionsbeheizung umgeschaltet. Hierfür wird ein Umluftbetrieb des Ofens zugeschaltet.
Dabei strömt aus Zuluftkanälen, welche sich über den seitlichen Begrenzungsplatten
befinden, Luft nach unten. Diese Luft heizt sich auf, während sie an den seitlichen
Begrenzungsplatten vorbei strömt, so dass die seitlichen Begrenzungsplatten ähnlich
wie die Oberfläche eines Wärmetauschers wirken. Im unteren Bereich des Nutzraums stoßen
die beiden Zuluftströme, die an den beiden gegenüberliegenden Seiten des Nutzraums
nach unten geströmt sind, aufeinander und werden nach oben zu einem Abluftkanal gelenkt,
wo die Luft angesaugt und von dort zu den Zuluftkanälen geführt wird. Beispielsweise
kann sich der Abluftkanal mittig an der Decke des Nutzraums befinden. Im Umluftverfahren
wird diese Luft dann über Ventilatoren wieder zu den beiden Zuluftkanälen geführt.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der rein schematischen Darstellungen
nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt
- Fig. 1
- einen vertikalen Schnitt in Längsrichtung durch einen Ofen, der zum Einbrennen einer
Pulverlackierung in ein Werkstück dient,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt in horizontaler Richtung durch den Ofen von Fig. 1,
- Fig. 3
- einen vertikalen Querschnitt durch den Ofen,
- Fig. 4
- eine Ansicht von hinten auf den Ofen, und
- Fig. 5
- einen vertikalen Querschnitt durch den Ofen, mit Strömungspfeilen für die Luftführung
im Konvektionsbetrieb des Ofens.
[0021] In den Zeichnungen ist jeweils mit 1 insgesamt ein Ofen bezeichnet, der zum Einbrennen
einer Pulverlackierung auf der Oberfläche eines Werkstücks dient. Der Ofen 1 weist
eine Nutzkammer 3 auf, innerhalb der ein schraffiert angedeutetes Werkstück 2 stehen
kann, wobei die Schraffur die größtmöglichen Abmessungen des Werkstücks 2 verdeutlicht
und das Werkstück 2 in der Praxis erheblich unregelmäßiger geformt ist als die rechteckige,
in Fig. 3 ersichtliche Kontur des Werkstücks 2. Beispielsweise kann es sich bei den
zu behandelnden Werkstücken um Maschinenbauteile oder Maschinenbaugruppen handeln,
und die Abmessungen, die das Werkstück 2 aufweisen kann, betragen üblicherweise in
Länge, Breite und Höhe jeweils mehrere Meter. In den Fig. 1, 2 und 4 ist das Werkstück
2 nicht schraffiert dargestellt, sondern hier sind mit den jeweils mehreren in einer
Figur dargestellten Bezugszeichen 2 jeweils die Außenlinien des rein schematisch quaderförmig
dargestellten Werkstücks 2 gekennzeichnet.
[0022] Die Nutzkammer 3 ist auf drei Seiten von Begrenzungsplatten begrenzt: Eine erste
Begrenzungsplatte 4 bildet eine Seitenwand der Nutzkammer 3, und auf der gegenüberliegende
Seite bildet eine zweite Begrenzungsplatte 5 die gegenüberliegende Seitenwand. Den
Boden der Nutzkammer 3 bildet eine mittlere Begrenzungsplatte 6. Vereinfachend ist
jeweils von einer Begrenzungsplatte 4, 5 oder 6 die Rede, tatsächlich werden jedoch
die Wand- und Bodenflächen der Nutzkammer 3 durch modulartig aneinander gereihte Segmente
geschaffen, je nach Länge der Nutzkammer 3. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
bilden jeweils fünf derartige Segmente eine der genannten Begrenzungsplatten 4, 5
oder 6, wobei abweichend von diesem Ausführungsbeispiel auch jeweils eine nicht segmentierte,
eine durchgehende Begrenzungsplatte vorgesehen sein kann.
[0023] Die drei Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 sind strömungstechnisch miteinander verbunden.
Hierzu sind Kurvenstücke 7 vorgesehen, die ebenso wie die Begrenzungsplatten 4, 5
und 6 doppelwandig ausgestaltet sind. Die Kurvenstücke 7 bilden bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel einen nicht unterteilten, durchgängigen Innenraum, während die
demgegenüber nicht gebogenen, sondern im Wesentlichen ebenen Begrenzungsplatten 4,
5 und 6 jeweils eine Vielzahl von Rippen 8 aufweisen, die sich zwischen den beiden
Wänden der doppelwandigen Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 erstrecken. Auf diese Weise
wird innerhalb der Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 jeweils eine Vielzahl von Heizkanälen
9 geschaffen.
[0024] Aus Fig. 2 ist dabei ersichtlich, dass die Anzahl von Rippen 8 in den einzelnen Begrenzungsplatten
4, 5 und 6 unterschiedlich ist. Da die Zeichnungen rein schematisch sind, soll lediglich
die Unterschiedlichkeit der Anzahl von Rippen 8 dargestellt werden, während die tatsächlichen
Verhältnisse, also die Anordnungsdichte der Rippen 8, von den dargestellten Verhältnissen
abweichen kann: In die erste Begrenzungsplatte 4 strömt Heißgas ein, welches dann
zwischen den relativ weit voneinander beabstandeten Rippen 8 durch Heizkanäle 9 mit
entsprechend großformatigem Querschnitt strömt. Aus der ersten Begrenzungsplatte 4
gelangt das Heißgas dann durch ein Kurvenstück 7 in die mittlere Begrenzungsplatte
6, die den Boden der Nutzkammer 3 bildet. Aufgrund der bis hierhin erfolgten Wärmeabgabe
vom Heißgas an die erste Begrenzungsplatte 4 weist das Heißgas bereits eine etwas
geringere Temperatur auf. Um annähernd die gleiche Heizleistung aus dem Heißgas zu
entnehmen, weist die mittlere Begrenzungsplatte 6 eine höhere Anzahl von Rippen 8
auf, die in einem vergleichsweise geringeren Abstand zueinander angeordnet sind, so
dass insgesamt die Wärme übertragende, im Kontakt zum Heißgas stehende Fläche der
mittleren Begrenzungsplatte 6 größer ist als bei der ersten Begrenzungsplatte 4.
[0025] Durch ein weiteres Kurvenstück 7 gelangt dann das noch weiter abgekühlte Heißgas
in den Zwischenraum der zweiten Begrenzungsplatte 5, welche die der ersten Begrenzungsplatte
4 gegenüberliegende Wandfläche der Nutzkammer 3 bildet. Innerhalb dieser zweiten Begrenzungsplatte
5 ist der Abstand zwischen zwei benachbarten Rippen 8 nochmals geringer und dementsprechend
die Wärmeübertragungsfläche zwischen Heißgas und Begrenzungsplatte 5 nochmals größer,
um auch angesichts dieses nochmals niedrigeren Temperaturniveaus des Heißgases eine
ausreichende Beheizung der zweiten Begrenzungsplatte 5 zu gewährleisten, so dass um
das Werkstück 2 herum die drei Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 eine möglichst gleichmäßige
Heizleistung zum Einbrennen der Pulverlackierung bereitstellen bzw. bei anderen Verwendungen
des Ofens eine möglichst gleichmäßige Erwärmung des Werkstücks sicherzustellen.
[0026] Wie insbesondere aus dem vergrößerten Ausschnitt von Fig. 2 ersichtlich ist, sind
die Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 jeweils doppelwandig ausgestaltet, mit einer äußeren,
ebenen Oberfläche 10 und einer inneren, zum Werkstück 2 gerichteten Oberfläche 11.
Diese innere Oberfläche 11, die zum Werkstück 2 gerichtet ist, weist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel ausschließlich Flächenanteile auf, die zur Ebene der Begrenzungsplatte
5 schräg ausgerichtet sind, indem nämlich diese Oberfläche 11 im Zickzack verläuft,
also einen Wellenverlauf aus ausschließlich geraden Linien aufweist. In der Zeichnung
ist die Schrägstellung der Flächenanteile zu Veranschaulichungszwecken dargestellt,
die tatsächliche Schrägstellung kann flacher gewählt sein. Durch den zickzackförmigen
Wellenverlauf der Flächenanteile wird erstens die Wärmeübertragungsfläche der Begrenzungsplatte
5 auf deren zum Werkstück gerichteten Seite vergrößert im Vergleich zu einer planen
Ausgestaltung dieser Oberfläche. Zweitens wird eine diffuse Strahlungsverteilung der
Wärmestrahlung unterstützt, die auch das Erreichen von Hinterschneidungen, das Eindringen
der Strahlung in Vertiefungen u. dgl. am Werkstück 2 unterstützt und somit das Einbrennergebnis
verbessert.
[0027] Aus Fig. 3 ist ersichtlich, dass die erste Begrenzungsplatte 4 mit einer Einlassöffnung
12 in Verbindung steht und am gegenüberliegenden Ende der Begrenzungsplattenanordnung
die zweite Begrenzungsplatte 5 mit einer Auslassöffnung 14 in Verbindung steht. Die
Einlassöffnung 12 und die Auslassöffnung 14 sind jeweils als Luftkanäle ausgestaltet,
die sich über die gesamte Länge der Nutzkammer 3 erstrecken, so dass das Heißgas durch
die gesamten Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 möglichst großflächig verteilt geführt
wird und eine gleichmäßige Temperaturverteilung auf den inneren, zum Werkstück 2 gerichteten
Oberflächen 11 der Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 erreicht wird. Innerhalb der jeweils
im Wesentlichen ebenen Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 wird das Heißgas in den Heizkanälen
9 geführt. In den Kurvenstücken 7 hingegen, die nicht durch Rippen in verschiedene
Strömungsabschnitte unterteilt sind, kann sich das Heißgas verteilen. Die Kurvenstücke
7 können dadurch auch einfacher und wirtschaftlicher hergestellt werden.
[0028] Werkstücke, die Bereiche mit verschiedenen Dicken aufweisen, heizen sich bei einer
Beheizung mit Infrarotstrahlung bereichsweise unterschiedlich schnell auf. Daher wird
nach einer zuvor berechneten Zeit, oder anhand einer Temperaturmessung des dünnsten
Teiles, in dem Einbrennofen 1 eine Umluft zur Konvektionsbeheizung des Werkstücks
2 zugeschaltet. Gleichzeitig mit dem Zuschalten der Umluft wird die Strahlwandtemperatur,
also die an den Begrenzungsplatten 4, 5 und / oder 6 gemessene Temperatur, soweit
verringert, bis die Umluft eine vorher eingestellte Temperatur von z. B. 200°C konstant
hält. Die Umluft dient dazu, dass sich dünnwandige Teile, welche bereits die Temperatur
der Umluft erreicht haben, durch die Infrarotstrahlung nicht weiter erwärmen, sondern
ihre überschüssige eingestrahlte Energie an die Umluft abgeben. Dickwandige Teile,
die die Umlufttemperatur noch nicht erreicht haben, erfahren durch die zugeschaltete
Umluft sogar einen steileren Temperaturanstiegsgradienten, weil auf diese Teile nun
nicht nur die Wärmestrahlung, sondern zusätzlich noch eine Wärmeübertragung durch
erzwungene Konvektion einwirkt.
[0029] Zur Erzeugung der Umluft sind drei insbesondere aus Fig. 4 ersichtliche Heißluftgebläse
15 im hinteren Bereich des Ofens 1 vorgesehen, wobei druckseitig an die Heißluftgebläse
15 zwei Ausströmkanäle 16 anschließen, während saugseitig die Heißluftgebläse 15 mit
einem Ansaugkanal 17 in Strömungsverbindung stehen, so dass eine möglichst vollständige
Umströmung des Werkstücks 2 mit der Heißluft im Konvektionsbetrieb des Ofens 1 ermöglicht
ist. Nachdem die Bauteile zu Beginn des Aufheizprozesses ausschließlich über die Strahlungsenergie
aufgeheizt worden sind, wird nach Erreichen der gewünschten Bauteiltemperatur auf
die Konvektionsbeheizung umgeschaltet.
[0030] Hierfür wird ein Umluftbetrieb des Ofens zugeschaltet, wobei Fig. 5 die Luftführung
durch Strömungspfeile veranschaulicht:
In den Ausströmkanälen 16 ist über die gesamte Länge jeweils ein schmaler Ausblasschlitz
18 angeordnet, der insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich ist. Aus den Ausströmkanälen
16, welche sich über den seitlichen Begrenzungsplatten 4 und 5 befinden, strömt Umluft
mit einer sehr hohen Ausblasgeschwindigkeit von beispielsweise 30 m/s nach unten.
Dass in den Ausströmkanälen 16 ein Überdruck herrscht, ist durch die eingezeichneten
und in Klammern gesetzten "+"-Zeichen angedeutet. Diese nach unten ausströmende Luft
legt sich als ebener Freistrahl an die Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 an und heizt
sich auf, während sie an den Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 vorbei strömt. Dadurch
fungieren die Begrenzungsplatten 4, 5 und 6 nicht nur als Infrarotstrahler, sondern
auch als Wärmetauscher, indem sie Wärmeenergie aufgrund erzwungener Konvektion an
die Umluft abgeben. Hierdurch kann auf einen separaten Wärmetauscher für die Beheizung
der Umluft verzichtet werden. Im unteren Bereich der Nutzkammer 3 stoßen die beiden
Zuluftströme, die an den beiden gegenüberliegenden Seiten der Nutzkammer 3 nach unten
geströmt sind, aufeinander und werden nach oben zu dem Ansaugkanal 17 gelenkt, wo
die Luft angesaugt und von dort im Umluftverfahren wieder zu den Ausströmkanälen 16
geführt wird. Dass in dem Ansaugkanal 17 ein Unterdruck herrscht, ist durch das eingezeichnete
"-"-Zeichen angedeutet.
[0031] Wegen der hohen Luftaustrittsgeschwindigkeit aus den Ausblasschlitzen 18 wird zusätzlich
etwa die 6-fache Luftmenge des Freistrahls aus dem Nutzraum 3 induziert. Wie Fig.
5 verdeutlicht, prallen die an den linken und rechten Begrenzungsplatten 4 und 5 anliegenden
ebenen Freistrahlen in der Mitte des Bodens aufeinander und werden nach oben abgelenkt,
sodass man im Nutzraum 3 eine turbulente Vertikalströmung erhält. Hierdurch kann etwa
die doppelte Luftsteiggeschwindigkeit als in normalen Umluftöfen erreicht werden,
wobei die elektrische Antriebsleistung der Ventilatoren nur 50% der Antriebsleistung
der Ventilatoren eines herkömmlichen Umluftofens beträgt.
[0032] Aufgrund der Überlagerung der Infrarotstrahlung mit der Konvektion erreicht man sehr
kurze Werkstück-Aufheizzeiten ohne Gefahr zu laufen, das Werkstück zu überbrennen.
[0033] Die Regelung des Prozesses erfolgt in der Art, dass zu Beginn des Einbrenn- bzw.
Aufheizprozesses der Regelparameter die Oberflächentemperatur einer Begrenzungsplatte
4, 5 bzw. 6 ist. In einer Brennkammer wird im Umluftbetrieb dem Heißgas folglich die
benötigte Wärmemenge zugeführt, um die gewünschte Temperatur der Begrenzungsplatte
4, 5 bzw. 6 konstant zu halten.
[0034] Nach einer gewissen Zeit, wenn die maximal zulässige Temperatur der dünnsten Wandstärke
des Bauteils erreicht ist, wird als Regelparameter nicht mehr die Oberflächentemperatur
einer Begrenzungsplatte 4, 5 bzw. 6 verwendet, sondern die maximal zulässige Temperatur
der Ofenumluft. Die maximal zulässige Temperatur der Ofenumluft entspricht üblicherweise
der gewünschten Endtemperatur des Werkstücks oder liegt geringfügig darüber. Die Temperatur
der dünnsten Wandstärke des Bauteils kann entweder mittels Temperaturmessung ermittelt,
oder die Zeit zum Erreichen dieser Temperatur kann vorher theoretisch berechnet werden.
Üblicherweise sind hierfür Datenbanken mit Zeiten für verschiedene Kombinationen von
dünnster und dickster Bauteilewandstärken in der Steuerung hinterlegt.
[0035] Die Ofenumluft kann bereits zu Beginn des Aufheizprozesses zugeschaltet sein, was
die schnellste Art der Aufheizung des Bauteiles darstellt, weil in diesem Fall von
Beginn an die beiden Wärmeübertragungsarten Strahlung und erzwungene Konvektion überlagert
vorliegen.
[0036] Bei sensiblen Beschichtungen hingegen kann bewusst vorgesehen sein, die Umluft erst
später zuzuschalten. Bei einer Pulverbeschichtung kann beispielsweise die Gefahr bestehen,
dass noch nicht geliertes Pulver durch die Umluft vom Bauteil geblasen wird. Daher
kann in diesem Fall vorgesehen sein, die Umluft erst nach Erreichen einer so genannten
Angeliertemperatur zuzuschalten, wenn nämlich das Pulver geliert ist und insbesondere
auch am Bauteil angeliert ist.
1. Ofen (1) für oberflächenbehandelte Werkstücke (2),
mit einer Nutzkammer (3), welche das Werkstück (2) aufnimmt,
einer Konvektionsheizeinrichtung, welche ein Heizaggregat, ein Gebläse sowie die aufgeheizte
und vom Gebläse bewegte Luft durch die Nutzkammer (3) und am Werkstück (2) entlangströmend
führende Luftführungskanäle aufweist, wobei die Nutzkammer (3) eine Strahlungsheizung
aufweist, deren Strahler als Infrarotstrahler wahlweise eine mittelwellige Infrarot-Strahlung
und als so genannter Dunkelstrahler eine langwellige Infrarot-Strahlung aussendet,
und derart ausgerichtet ist, dass seine Strahlung in das Innere der Nutzkammer (3)
einstrahlt,
und in einer dreidimensionalen Anordnung, das Werkstück (2) umgebend, in der Nutzkammer
(3) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strahler als Flächenstrahler ausgestaltet ist, derart, dass er drei das Werkstück
(2) umgebende Begrenzungsplatten (4, 5, 6) als Wand-, Boden- oder Deckenflächen der
Nutzkammer (3) bildet, welche das Werkstück (2) auf wenigstens drei Seiten umgeben.
2. Ofen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Begrenzungsplatten (4, 5, 6) als doppelwandige Wand-, Boden- oder Deckenflächen
der Nutzkammer (3) ausgestaltet sind,
wobei innerhalb der doppelwandigen Wand-, Boden- oder Deckenflächen Heißgas führende
Heizkanäle (9) verlaufen.
3. Ofen nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine erste Begrenzungsplatte (4) eine Einlassöffnung (12) für das Heißgas aufweist,
und die drei Begrenzungsplatten (4, 5, 6) in Strömungsverbindung mit der Einlassöffnung
(12) stehen,
und dass eine zweite Begrenzungsplatte (5) eine Auslassöffnung (14) für das Heißgas aufweist,
wobei die Einlassöffnung (12), die Heizkanäle (9) und die Auslassöffnung (14) derart
angeordnet sind, dass das Heißgas großflächig in Kontakt mit den zum Werkstück (2)
gerichteten Oberflächen (11) der Begrenzungsplatten (4, 5, 6) geführt ist.
4. Ofen nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Heizkanäle (9) durch Rippen (8) begrenzt sind, die im Inneren der doppelwandigen
Begrenzungsplatten (4, 5, 6) angeordnet sind.
5. Ofen nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rippen (8) Wärme leitend an die zum Werkstück (2) gerichteten Oberflächen (11)
der Begrenzungsplatten (4, 5, 6) anschließen.
6. Ofen nach den Ansprüchen 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Begrenzungsplatte (4), welche die Auslassöffnung (12) für das Heißgas aufweist,
eine erste Anzahl von Rippen (8) pro Flächeneinheit aufweist,
die zweite Begrenzungsplatte (5), welche die Auslassöffnung (14) für das Heißgas aufweist,
eine zweite Anzahl von Rippen (8) pro Flächeneinheit aufweist,
und die dritte Begrenzungsplatte (6), welche zwischen der ersten Begrenzungsplatte
(4) und der zweiten Begrenzungsplatte (5) angeordnet ist, eine dritte Anzahl von Rippen
(8) pro Flächeneinheit aufweist,
wobei die erste Anzahl kleiner ist als die dritte Anzahl, und
die dritte Anzahl kleiner ist als die zweite Anzahl von Rippen (8) pro Flächeneinheit
der jeweiligen Begrenzungsplatte (4, 5, 6).
7. Ofen nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Begrenzungsplatten (5, 6) jeweils einen geringeren freien, vom Heißgas durchströmbaren
Strömungsquerschnitt aufweisen als die in Strömungsrichtung des Heißgases jeweils
vorgeschaltete Begrenzungsplatte (4, 6), derart, dass sich von einer zur nächstfolgenden
Begrenzungsplatte (4, 5, 6) jeweils ein geringer werdender freier Strömungsquerschnitt
ergibt.
8. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zum Werkstück (2) gerichtete Oberfläche (11) einer Begrenzungsplatte (4, 5, 6)
uneben profiliert ausgestaltet ist.
9. Ofen nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die profilierte Oberfläche (11) überwiegend Flächenanteile aufweist, die schräg zu
der Ebene ausgerichtet sind, in welcher sich die Begrenzungsplatte (4, 5, 6) erstreckt.
10. Verfahren zum Beheizen eines Werkstücks (2) mittels eines nach einem der vorhergehenden
Ansprüche ausgestalteten Ofens (1),
wobei das Werkstück (2) über Strahlungsenergie aufgeheizt wird,
indem die Begrenzungsplatten (4, 5, 6) beheizt werden und als Infrarot-Flächenstrahler
einer Strahlungsheizung genutzt werden, deren Wärmestrahlung auf das Werkstück (2)
einwirkt,
und wobei eine Konvektionsbeheizung des Werkstücks (2) mittels aufgeheizter Luft erfolgt,
wobei zwei Zuluftströme von oben nach unten an den seitlichen Begrenzungsplatten (4,
5) vorbei strömen, derart, dass die seitlichen Begrenzungsplatten ähnlich wie die
Oberfläche eines Wärmetauschers (4, 5) wirken,
und die beiden Zuluftströme im unteren Bereich des Nutzraums (3) aufeinander stoßen
und anschließend nach oben geführt werden.
1. Oven (1) for heating surface-treated workpieces (2),
having a heating chamber (3) to receive the workpiece (2)
and a convector heating system that incorporates a heating unit, a fan and air guidance
ducts that guide the heated air blown by the fan through the heating chamber (3) so
that it flows over the workpiece (2),
wherein the heating chamber (3) incorporates a radiant heating system the radiating
element of which, as an infrared radiating element, optionally emits medium-wave infrared
radiation and, as a so-called dark radiator, emits long-wave infrared radiation and
is oriented so that its radiation radiates into the interior of the heating chamber
(3) and which is disposed so as to surround the workpiece (2) in a three-dimensional
arrangement inside the heating chamber (3),
characterised in that the radiator is designed as a panel radiator
such that it forms three limit plates (4, 5, 6) functioning as wall, floor or ceiling
surfaces of the heating chamber (3) that surround the workpiece (2) on at least three
sides.
2. Oven in accordance with claim 1, characterised in that the limit plates (4, 5, 6) are configured as double-walled wall, floor or ceiling
surfaces for the heating chamber (3), where hot-gas-guiding heating ducts (9) extend
inside the double-walled wall, floor or ceiling surfaces.
3. Oven in accordance with claim 2, characterised in that a first limit plate (4) incorporates an inlet hole (12) for the hot gas and the three
limit plates (4, 5, 6) are linked with the flow from the inlet hole (12) and in that a second limit plate (5) incorporates an outlet hole (14) for the hot gas,
where the inlet hole (12), the heat ducts (9) and the outlet hole (14) are disposed
such that that hot gas is guided over the whole of the surfaces (11) of the limit
plates (4, 5, 6) that are oriented towards the workpiece (2).
4. Oven in accordance with claim 2 or 3, characterised in that the heat ducts (9) are limited by ribs (8) that are disposed in the interior of the
double-walled limit plates (4, 5, 6).
5. Oven in accordance with claim 4, characterised in that the ribs (8) are heat-guidingly connected to those surfaces (11) of the limit plates
(4, 5, 6) that are oriented towards the workpiece (2).
6. Oven in accordance with claims 3 and 4, characterised in that the first limit plate (4) that incorporates the outlet hole (12) for the hot gas
incorporates a first plurality of ribs (8) per surface unit,
the second limit plate (5) that incorporates the outlet hole (14) for the hot gas
incorporates a second plurality of ribs (8) per surface unit
and the third limit plate (6) that is disposed between the first limit plate (4) and
the second limit plate (5) incorporates a third plurality of ribs (8) per surface
unit,
where the first plurality is smaller than the third plurality and the third plurality
is smaller than the second plurality of ribs (8) per surface unit of whichever of
the limit plates (4, 5, 6) it is connected to.
7. Oven in accordance with claim 2, characterised in that each of the limit plates (5, 6) has a smaller free flow cross-section that the hot
gas can flow through than whichever of the limit plates (4, 6) that is positioned
ahead of it in the direction of flow of the hot gas has, such that a free flow cross-section
results that diminishes from one limit plate to the next following limit plate (4,
5, 6).
8. Oven in accordance with any one of the foregoing claims, characterised in that that surface (11) of a limit plate (4, 5, 6) that is oriented towards the workpiece
(2) is profiled unevenly.
9. Oven in accordance with claim 8, characterised in that the profiled surface (11) incorporates mainly surface sections that are set at an
angle to the plane in which the limit plate (4, 5, 6) extends.
10. Method of heating a workpiece (2) by means of an oven (1) designed in accordance with
any one of the foregoing claims,
where the workpiece (2) is heated up by radiant energy in that the limit plates (4,
5, 6) are heated and used as infrared radiating panel elements of a radiator heating
system the radiant heat of which acts on the workpiece (2),
and where convector heating of the workpiece (2) is done by means of heated up air,
where two air inflows flow past the side limit plates (4, 5) from top to bottom,
such that the side limit plates act like the surface of a heat exchanger (4, 5) and
the two air inflows meet in the lower part of the heating chamber (3) and are then
guided upwards.
1. Four (1) pour pièces ayant reçu un traitement de surface (2),
comprenant une chambre utile (3) qui reçoit la pièce (2),
un dispositif de chauffage par convection composé d'un groupe de chauffage, d'une
soufflerie ainsi que de canalisations qui guident l'air, échauffé et déplacé par la
soufflerie, pendant sa traversée de la chambre utile (3) et son passage le long de
la pièce (2),
sachant que la chambre utile (3) présente un chauffage radiant dont l'émetteur d'infrarouges
émet au choix un rayonnement IR de longueur d'onde moyenne et, en tant qu'émetteur
dit sombre, un rayonnement IR de longueur d'onde longue, et qu'il est orienté de sorte
que son rayonnement parte vers l'intérieur de la chambre utile (3) et qu'il est disposé
selon un agencement tridimensionnel, c'est-à-dire entourant la pièce (2), dans la
chambre utile (3), caractérisé en ce que l'émetteur de rayonnement est configuré en émetteur de rayonnement plat,
de sorte à présenter trois plaques limitatrices (4, 5, 6) entourant la pièce (2) et
officiant de surfaces pariétales, de sole ou de voûte de la chambre utile (3) qui
entourent la pièce (2) sur au moins trois côtés.
2. Four selon la revendication 1, caractérisé en ce que les plaques limitatrices (4, 5, 6) sont configurées en surfaces pariétales, de sole
ou de voûte à double paroi de la chambre utile (3), sachant que dans les surfaces
pariétales, de sole ou de voûte à double paroi sont disposées des canalisations de
chauffage (9) dans lesquelles circule du gaz caloporteur.
3. Four selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'une première plaque limitatrice (4) présente un orifice d'admission (12) pour le gaz
caloporteur et que les trois plaques limitatrices (4, 5, 6) sont reliées avec l'orifice
d'admission (12) pour permettre sa circulation, et en ce qu'une deuxième plaque limitatrice (5) présente un orifice de sortie (14) du gaz caloporteur,
sachant que l'orifice d'admission (12), les canalisations de chauffage (9) et l'orifice
de sortie (14) sont disposés de telle sorte que le gaz caloporteur est guidé sur une
grande surface en contact avec les surfaces (11), regardant la pièce (2), des plaques
limitatrices (4, 5, 6).
4. Four selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que les canalisations de chauffage (9) sont délimitées par des ailettes (8) disposées
à l'intérieur des plaques limitatrices (4, 5, 6) à double paroi.
5. Four selon la revendication 4, caractérisé en ce que les ailettes (8) se raccordent avec conduction thermique aux surfaces (11), regardant
la pièce (2), des plaques limitatrices (4, 5, 6).
6. Four selon les revendications 3 et 4, caractérisé en ce que la première plaque limitatrice (4) présentant l'orifice de sortie (12) du gaz caloporteur
présente un premier nombre d'ailettes (8) par unité de surface,
en ce que la deuxième plaque limitatrice (5) présentant l'orifice de sortie (14) du gaz caloporteur
présente un deuxième nombre d'ailettes (8) par unité de surface,
et en ce que la troisième plaque limitatrice (6) qui est disposée entre la première plaque limitatrice
(4) et la deuxième plaque limitatrice (5) présente un troisième nombre d'ailettes
(8) par unité de surface,
sachant que le premier nombre est inférieur au troisième nombre, et que le troisième
nombre est inférieur au deuxième nombre d'ailettes (8) par unité de surface de la
plaque limitatrice respective (4, 5, 6).
7. Four selon la revendication 2, caractérisé en ce que les plaques limitatrices (5, 6) présentent chacune une section de circulation libre,
franchissable par le gaz caloporteur, inférieure à la section de la plaque limitatrice
(4, 6) respectivement en amont observée dans le sens de circulation du gaz caloporteur,
d'où il en résulte que la section de circulation libre va en diminuant lorsqu'on passe
d'une plaque limitatrice (4, 5, 6) à celle la suivant immédiatement.
8. Four selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface (11), regardant la pièce (2), d'une plaque limitatrice (4, 5, 6) est configurée
profilée non plate.
9. Four selon la revendication 8, caractérisé en ce que la surface profilée (11) présente principalement des parts surfaciques orientées
en biais par rapport au plan sur lequel s'étend la plaque limitatrice (4, 5, 6).
10. Procédé de chauffage d'une pièce (2) au moyen d'un four (1) configuré selon l'une
des revendications précédentes,
sachant que la pièce (2) est chauffée au moyen d'énergie rayonnée consistant à chauffer
des plaques limitatrices (4, 5, 6) et à utiliser un chauffage rayonnant sous forme
d'émetteur de rayonnement plat dont la chaleur rayonnée agit sur la pièce (2),
et sachant que le chauffage par convection de la pièce (2) a lieu au moyen d'air échauffé,
sachant que deux flux d'air entrant s'écoulent de haut en bas le long des plaques
limitatrices latérales (4, 5),
de sorte que les plaques limitatrices latérales ont un effet similaire à celui de
la surface d'un échangeur thermique (4, 5), et que les deux flux d'air entrant se
heurtent dans la zone inférieure de la chambre utile (3) et sont ensuite guidés vers
le haut.
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