Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Herstellung eines Stahlformkörpers,
insbesondere eines Bauteils beispielsweise für Common-Rail-Einspritzventile.
[0002] Stahl-Rohlinge sind mittels schmelzmetallurgischer Verfahren herstellbar. Dabei wird
das Ausgangsmaterial im Stahlwerk aus Roheisen über die sog. LD-Route oder aus Schrott
über die sog. Elektroofenroute erschmolzen und die gewünschte Zusammensetzung im schmelzflüssigen
Zustand eingestellt. Anschließend wird ein derartiger Stahl-Rohling in Stranggussanlagen
kontinuierlich zu Vormaterial vergossen, das danach im Walzwerk durch thermomechanisches
Walzen mit oder ohne anschließend gezielt erfolgender Wärmebehandlung zu einem Stabstahl
ausgewalzt wird, der dann als Ausgangsmaterial für die spanende Fertigung entsprechender
Bauteile dient.
[0003] Endabmessungsnahe Fertigungsprozesse, mit denen metallische Bauteile herstellbar
sind, sind als pulvermetallurgische Herstellungsverfahren bekannt. Dabei handelt es
sich um das Pressen und darauf folgende Sintern von metallischen Pulvern oder auch
um das sog. heißisostatische Pressen. Eine Sonderform stellt das sog. Metallpulverspritzgießen
MIM ("Metal Injection Molding") dar. Dabei dienen als Ausgangsbasis metallische Pulver,
welche entsprechend der gewünschten Zielzusammensetzung vorlegiert sind.
[0004] Aus der
EP 1 268 105 B1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Metallkörpern bekannt. Dabei werden Metallverbindungspartikel
mit einem Binder vermischt und zu Formteilen verpresst. Danach wird der Binder entfernt
und die Metallverbindung durch Begasen mit reduzierendem Gas bei höheren Temperaturen
zu Metall reduziert, wobei die Reduktion bei Temperaturen unterhalb der Sintertemperatur
der reduzierten Metallverbindung durchgeführt wird und eine Bindermischung aus einer
entfernbaren und einer stabilen Komponente verwendet wird, worauf die entfernbare
Komponente herausgelöst wird; anschließend wird der Formkörper in oxidierender Atmosphäre
mit einer Temperatur von zwischen 550°C und 950°C beaufschlagt und dadurch der stabile
Binderanteil in gasförmige Abbauprodukte überführt und aus der Matrix entfernt, worauf
der Formkörper in kohlenstoffhaltiger Atmosphäre vorreduziert und anschließend mit
wasserstoffhaltigem Gas nachreduziert wird. Dieser Stand der Technik richtet sich
jedoch nicht explizit auf die Herstellung bainitisch ausgebildeter Stahlformkörper
mit intrinsisch ausgeprägter Festigkeit.
Vorteile der Erfindung
[0005] Das Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat den Vorteil, dass durch
eine vorbestimmte pulverförmige Ausgangszusammensetzung für den Stahl-Formkörper,
welche von Eisenoxid, beispielsweise (Fe
3O
2), und der Zumischung von Oxidpartikeln und Mikrolegierungselementen ausgeht, bevorzugt
eine bainitische Phase während der nachfolgenden Prozessschritte einstellbar ist.
Dadurch wird mittels Pulverspritzgießen ein endabmessungsnahes Verfahren zum Herstellen
eines pulvermetallurgischen Stahl-Formkörpers erzielt, welcher Materialeigenschaften
aufweist, die jenen eines herkömmlich produzierten hochfesten Stahls entsprechen.
Der gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugte Stahl-Formkörper zeichnet sich
ferner dadurch aus, dass er aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung so umwandlungsträge
ist, dass sich auch bei Abkühlung an Luft ein bainitisches Gefüge mit vorteilhaften
mechanischen Eigenschaften ausbildet. Damit korrespondieren eine relativ hohe mechanische
bzw. statische Festigkeit im Bereich von etwa 1100 bis 1600 MPa und eine damit einhergehende
hohe Duktilität, die sich durch Gleichmaßdehnungen zwischen 10% und 15% manifestiert.
Aufgrund dieser Materialeigenschaften eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren für
die Fertigung von naturgemäß hochbeanspruchten Bauteilkomponenten insbesondere für
Common-Rail-Einspritzventile, jedoch auch für die Fertigung von anderen zyklisch hochbeanspruchten
Bauteilen. Vorteilhaft ist ferner der Nachbearbeitungsaufwand, beispielsweise durch
Spanen, wegen des endabmessungsnahen Verfahrens gegenüber dem Stand der Technik kostensenkend
reduzierbar.
[0006] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich
durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen.
[0007] Die hinzugefügten Mikrolegierungselemente weisen Aluminium mit einem Gehalt von 0.01
bis 0.04 % und/oder Bor mit einem Gehalt von ≤0.0025% und/oder Vanadium mit einem
Gehalt von 0.05 bis 0.20 % auf.
[0008] Erfindungsgemäß weisen die Oxidpartikel der pulverförmigen Zusammensetzung als Elementbestandteile
Mangan mit einem Gehalt von 0.8 bis 1.9 %, Silizium mit einem Gehalt von 0.2 bis 1.5
%, Chrom mit einem Gehalt von 0.1 bis 1.2 %, Nickel mit einem Gehalt von 0.2 bis 1.5
% und Molybdän mit einem Gehalt von 0.1 bis 0.5 % auf und bilden zusammen mit der
Eisenoxidbasis die Grundzusammensetzung des Ausgangsmaterials, wodurch sich ein bainitisches
Gefüge während der anschließenden Prozessschritte erzielen läßt. Nach einer nicht
erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Verfahrens kann ein Chromgehalt von bis zu 1,8%
gewählt werden.
[0009] Eine Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens kann darin bestehen, dass die Zugabe
von Kohlenstoff mittels eines Prozessgases, vorzugsweise durch Kohlenmonoxid erfolgt.
Gemäß einer anderen Variante kann die Zugabe von Kohlenstoff durch Zumischen von Graphit
und/oder Karbiden erfolgen. Nach einer Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann die Zugabe von Kohlenstoff mittels eines kohlenwasserstoffhaltigen Binders erfolgen,
wobei in diesem Fall ein nach dem Sintern folgender Prozessschritt zum Entbindern
des Formkörpers in das erfindungsgemäße Verfahren eingeschleift wird.
[0010] Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, welche zu einer
Steigerung der intrinsischen Festigkeit des Formkörpers führt, besteht darin, dass
der auf Eisenoxid aufbauenden Zusammensetzung karbidbildende Elemente zugemischt werden,
wobei die karbidbildenden Elemente Titan mit einem Gehalt von etwa 0.01 bis 0.03 %
und/oder Niob mit einem Gehalt von etwa 0.01 bis 0.04 % aufweisen.
[0011] Nach einer Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens werden feinstkörnige
Oxidkeramikpartikel der pulverförmigen Zusammensetzung zugemischt, wobei die Oxidkeramikpartikel
aus einem oder mehreren der Gruppe Zirkonoxid, Siliziumoxid, Aluminiumoxid, Yttriumoxid,
Siliziumnitrid, Siliziumkarbid gebildet werden. Dadurch lässt sich die statische Festigkeit
des am Ende des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildeten Formkörpers erhöhen.
Zeichnungen
[0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung und in
den beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Letztere zeigen in schematisch gehaltenen
Ansichten:
Fig. 1 ein Diagramm zur Darstellung des Wirkmechanismus des erfindungsgemäßen Verfahrens,
wobei der Temperaturverlauf verschiedener Zustandsbereiche gegenüber dem zeitlichen
Abkühlverhalten dargestellt ist,
Fig. 2 ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Gefüge aus feinstkörnigem
Bainit mit geringen Volumenanteilen aus Ferrit und Perlit in stark schematischer Ansicht,
Fig. 3 ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Gefüge aus feinstkörnigem
Bainit und feinstausgeschiedenen Karbiden in stark schematischer Ansicht, und
Fig. 4 ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Gefüge aus feinstkörnigem
Bainit und Nichtmetalloxidpartikeln sowie feinstkörnigen Karbiden in stark schematischer
Ansicht.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0013] Fig. 1 veranschaulicht das Wirkungsprinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand
eines schematisch gehaltenen Zustandsdiagramms 10. Auf dessen Ordinatenachse ist der
Temperaturverlauf für die wesentlichen Zustandsbereiche von Stahl gegenüber der auf
der Abszissenachse verlaufenden Abkühlzeit aufgetragen. Im oberen Temperaturbereich
des Zustandsdiagramms 10 ist der Ferrit-Perlit-Zustandsbereich 11, im mittleren Temperaturbereich
der Bainit-Zustandsbereich 12 und im unteren Temperaturbereich ist der Martensit-Zustandsbereich
13 dargestellt. Der Wirkungsmechanismus gemäß der Erfindung besteht nun darin, ausgehend
von einer Eisenoxidbasis, beispielsweise Fe
3O
2, durch Zugabe von Metalloxiden wie Nickeloxid oder Molybdänoxid sowie von Metallpulver
wie Chrom eine pulverförmige Zusammensetzung zu bilden, bei der beim Sintern die Phasenumwandlung
von Austenit zum Ferrit-Perlit-Zustandsbereich 11 unterdrückt oder zumindest zu so
langen Abkühlzeiten verschoben wird, dass sich bevorzugt Bainit auch bei langsamen
Abkühlgeschwindigkeiten von der Sintertemperatur auf Raumtemperatur ausbildet. Dazu
wird durch die Zugabe von Legierungselementen wie Chrom (Cr), Mangan (Mn), Molybdän
(Mo), Nickel (Ni), und zusätzlich von Mikrolegierungselementen wie Titan (Ti), Vanadium
(V) und/oder Bor (B) der Bainit-Zustandsbereich 12 sowohl auf der Temperaturachse
T als auch auf der Zeitachse t verbreitert, wobei der Ferrit-Perlit-Zustandsbereich
11 aufgrund dieser Zugabe von Legierungselementen im Zustandsdiagramm 10 nach rechts,
d.h. zu längeren Abkühlzeiten t hin verschoben wird und der Martensit-Zustandsbereich
13 im Zustandsdiagramm 10 nach unten, d.h. zu tieferen Temperaturen verschoben wird.
Dadurch ist es erfindungsgemäß möglich, einen sog. umwandlungsträgen Werkstoff zu
erzeugen, der nicht mehr martensitisch, sondern bainitisch ausgebildet ist. Zusätzlich
bilden erfindungsgemäß die Mikrolegierungselemente und Aluminium zusammen mit Kohlenstoff
und/oder Stickstoff feinste Ausscheidungen, welche das Kornwachstum während des Sinterns
behindern und so zu einer feinstkörnigen Struktur führen.
[0014] Die dazu erforderliche Grundzusammensetzung weist ausgehend von einer Eisenoxidbasis
einen Mangangehalt von 0.8 bis 1.9 %, einen Siliziumgehalt von 0.2 bis 1.5 %, einen
Chromgehalt von 0.1 bis 1.2 %, einen Nickelgehalt von 0.2 bis 1.5 %, und einen Molybdängehalt
von 0.1 bis 0.5 % auf.
[0015] Die Metallpulver können als Vorlegierungen wie z.B. Ferromangan oder Ferrotitan zugemischt
werden.
[0016] Fig. 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung. Dabei handelt es sich
um ein bainitisches Gefüge 100, welches aus Bainit-Körnern 101 und zu geringen Anteilen
aus Ferrit/Perlit-Körnern 102 gebildet ist und kleine, feinste Ausscheidungen 103
an den Korngrenzen aufweist. Das Gefüge 100 ist sehr feinstkörnig ausgebildet, wobei
die Bainit-Körner 101 eine Bainitnadellänge aufweisen, die deutlich kleiner als 20
µm ist. Ferner weist das bainitische Gefüge 100 eine hohe statische Festigkeit Rm
auf, die im Bereich von etwa 1000 bis 1150 MPa liegt. Dazu werden der Grundzusammensetzung
zusätzlich noch die Mikrolegierungselemente Aluminium mit einem Gehalt von 0.01 bis
0.04 %, Bor mit einem Gehalt von ≤0.0025% und Vanadium mit einem Gehalt von 0.05 bis
0.20 % zugegeben, wobei die Zugabe durch lediglich ein ausgewähltes Element aus dieser
Gruppe oder durch eine Mischung der einzelnen Elemente bewirkt werden kann.
[0017] Zum Erzielen der hohen statischen Festigkeit ist ferner die Zugabe von Kohlenstoff
mit Endgehalten von 0.15 bis 0.3 % erforderlich. Das Einbringen des Kohlenstoffs kann
entweder über das Prozessgas, z.B. Kohlenmonoxid (CO), erfolgen oder über die Zugabe
von Graphit, indem der Grundzusammensetzung Graphit zugemischt wird. Eine weitere
Möglichkeit besteht darin, reduzierbare Karbide, z.B. SiC, beizumischen, die sich
während des Sintervorgangs auflösen, so dass dann freier Kohlenstoff übrig bleibt,
der dann mit dem Oxidpulver reagieren kann. Ferner kann der Kohlenstoff-Eintrag über
einen Binder erfolgen, der zur Herstellung einer Spritzmasse erforderlich ist und
aus einem Harz, also einer Kohlenwasserstoffverbindung gebildet ist.
[0018] Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Dabei handelt es sich
um ein vollbainitisches Gefüge 200 aus Bainit-Körnern 201, die Nanokarbide 202, d.h.
feinste Karbid- und Karbonitridausscheidungen im Nanometerbereich enthalten. Das Gefüge
200 weist eine statische Festigkeit Rm auf, die von etwa 1100 bis 1600 MPa variiert.
Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel wird beim zweiten Ausführungsbeispiel
eine zusätzliche Festigkeitserhöhung dadurch erzielt, dass eine Zugabe karbidbildender
Elemente erfolgt, welche durch Ausbilden feinster Karbidausscheidungen, deren Größe
im Bereich von wenigen Nanometern liegt, ansonsten mögliche Versetzungsbewegungen
im Metallgitter behindern und somit die Festigkeit erhöhen, ohne die Zähigkeit negativ
zu beeinflussen. Als karbidbildende Elemente dienen Titan mit einem Gehalt von 0.01
% und/oder Niob mit einem Gehalt von 0.01 bis 0.04 %, die der Oxidpulvermischung gemäß
Ausführungsbeispiel 1 entweder gleichzeitig zusammen oder in Abhängigkeit von der
gewünschten Zielfestigkeit auch alleine zugemischt werden. Ferner ist zum Ausbilden
der Karbide die Zufuhr von Kohlenstoff und/oder Stickstoff erforderlich. Im Unterschied
zum ersten Ausführungsbeispiel erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel die Zufuhr von
Kohlenstoff mit einer höheren Konzentration, so dass im Metallgitter ein Kohlenstoff-Überschuß
eingestellt wird, der zu einer Gitterverspannung und einer damit korrelierten Ausscheidung
in Form von Karbiden als Zweitphase führt. Der Eintrag von Kohlenstoff kann entweder
als Prozessgas, durch Zugabe von Graphit oder mittels eines Binders erfolgen. Das
- zusätzliche - Einbringen von Stickstoff mit Endgehalten von 0.01 bis 0.03 % kann
als Prozessgas, z.B. N
2 oder NH
3, beim Sintern erfolgen, da auch Stickstoff eine Zweitphase im Metallgitter bilden
kann.
[0019] Fig. 4 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung. Dabei handelt es sich
um ein Gefüge 300 aus feinstkörnigem Bainit 301, Karbid- oder Karbonitridausscheidungen
302 sowie Oxidkeramikpartikeln 303. Im Unterschied zum zweiten Ausführungsbeispiel
erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel zusätzlich die Zugabe von feinstkörnigen Oxidkeramikpartikeln
mit einer Größe im Submikrometerbereich. Als Oxidkeramikpartikel sind Zirkonoxid (ZrO
2), Siliziumdioxid (SiO
2). Aluminiumoxid (Al
2O
3), Yttriumoxid (Y
2O
3), Siliziumnitrid (Si
3N
4), Siliziumkarbid (SiC) vorgesehen. Diese Partikel werden der Ausgangsmischung zugegeben
und bleiben über die einzelnen Verfahrensschritte erhalten, d.h. diese Verbindungen
lösen sich während des Reduktionssinterns nicht in dem Metallgitter, sondern blockieren
aufgrund ihrer Größe und Verteilung innerhalb des Gitters eine ansonsten mögliche
Versetzungsbewegung im Metallgitter, indem sie eine exogene und thermisch stabile
Zweitphase in dem Rohling-Material, d.h. in dem bainitischen Grundgefüge, bilden.
Dadurch wird die statische Festigkeit Rm des am Ende des erfindungsgemäßen Verfahrens
erhaltenen Rohling-Materials erhöht, ohne dessen Zähigkeit signifikant zu beeinträchtigen.
[0020] Zusammenfassend umfasst das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Stahl-Formkörpers
bzw. Rohlings, insbesondere eines Bauteils, die Verfahrensschritte des Ausbildens
einer auf Eisenoxid basierenden pulverförmigen Zusammensetzung aus Oxidpartikeln und
Binder, unter Zugabe von Kohlenstoff und von Mikrolegierungselementen, um ein bainitisches
Gefüge einzustellen, des Pressens eines Rohlings, des Erwärmens des Rohlings auf eine
isotherme Haltestufe zwischen 450°C und 600°C zum Entbindern, wobei ein kohlenwasserstoffhaltiger
Binder entfernt wird, des Erwärmens auf Sintertemperatur zum Reduzieren des durch
Pressen erhaltenen Formkörpers, und des Abkühlens des gesinterten Formkörpers auf
Raumtemperatur, wobei zum Abkühlen ein vordefinierter Abkühlungs- bzw. Temperaturgradient
eingestellt wird. Dadurch wird von den drei wesentlichen Zustandsphasen innerhalb
eines Zustandsdiagramms 10, nämlich des Ferrit-Perlit-Zustandsbereichs 11, des Bainit-Zustandsbereichs
12 und des Martensit-Zustandsbereichs 13 bevorzugt die bainitische Zustandsphase in
einem mittleren Temperaturbereich ausgebildet, indem der Ferrit-Perlit-Zustandsbereich
11 zu längeren Abkühlzeiten und der Martensit-Zustandsbereich 13 zu tieferen Temperaturen
verschoben sind.
1. Verfahren zum Herstellen eines Stahl-Formkörpers, insbesondere eines Bauteils beispielsweise
für Common-Rail-Einspritzventile, mit folgenden Verfahrensschritten:
- Ausbilden einer auf Eisenoxid basierenden pulverförmigen Zusammensetzung aus festen
Oxidpartikeln unter Zugabe von Kohlenstoff und von wenigstens einem Mikrolegierungselement,
um ein bainitisches Gefüge einzustellen, wobei die dazu erforderliche Grundzusammensetzung
ausgehend von der Eisenoxidbasis einen Mangangehalt von 0.8 bis 1.9 %, einen Siliziumgehalt
von 0.2 bis 1.5 %, einen Chromgehalt von 0.1 bis 1.2 %, einen Nickelgehalt von 0.2
bis 1.5 %, und einen Molybdängehalt von 0.1 bis 0.5 % aufweist, wobei die Zugabe von
Kohlenstoff mit einem Endgehalt im Bereich zwischen etwa 0.15 bis 0.3 % erfolgt und
wobei der auf Eisenoxid aufbauenden pulverförmigen Zusammensetzung Mikrolegierungselemente
zugefügt werden, welche Aluminium mit einem Gehalt von 0.01 bis 0.04 %, und/oder Bor
mit einem Gehalt von ≤ 0.0025% und/oder Vanadium mit einem Gehalt von 0.05 bis 0.20
% aufweisen,
- Erwärmen der pulverförmigen Zusammensetzung auf Sintertemperatur,
- Reduzieren des durch Sintern erhaltenen Formkörpers, und
- Abkühlen des gesinterten Formkörpers auf Raumtemperatur.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe von Kohlenstoff mittels eines Prozessgases, vorzugsweise durch Kohlenmonoxid
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe von Kohlenstoff durch Zumischen von Graphit und/oder Karbiden erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe von Kohlenstoff mittels eines kohlenwasserstoffhaltigen Binders erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der auf Eisenoxid aufbauenden Zusammensetzung karbidbildende Elemente zugemischt
werden, wobei die karbidbildenden Elemente Titan mit einem Gehalt von etwa 0.01 bis
0.03 % und/oder Niob mit einem Gehalt von etwa 0.01 bis 0.04 % aufweisen.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zusammen mit den karbidbildenden Elementen Kohlenstoff und/oder Stickstoff eingebracht
wird/werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Stickstoff mit einem Endgehalt im Bereich von etwa 0.01 bis 0.03% als Prozessgas,
vorzugsweise durch N2 oder NH3 beim Sintern eingebracht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass feinstkörnige Oxidkeramikpartikel der pulverförmigen Zusammensetzung zugemischt werden,
wobei die Oxidkeramikpartikel aus einem oder mehreren der Gruppe Zirkonoxid, Siliziumoxid,
Aluminiumoxid, Yttriumoxid, Siliziumnitrid, Siliziumkarbid gebildet werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Prozessschritt zum Entbindern des Formkörpers durchgeführt wird.
1. Method for producing a shaped steel body, more particularly a component for example
for common-rail injection valves, comprising the following method steps:
- forming an iron oxide-based powderous composition from solid oxide particles with
addition of carbon and of at least one microalloying element in order to set a bainitic
microstructure, wherein the base composition required for this purpose, starting from
the iron oxide basis, has a manganese content of 0.8 to 1.9 %, a silicon content of
0.2 to 1.5 % a chromium content of 0.1 to 1.2 %, a nickel content of 0.2 to 1.5 %,
and a molybdenum content of 0.1 to 0.5 %, where the addition of carbon takes place
with a final content in the range between about 0.15 to 0.3 % and wherein the powderous
composition based on iron oxide has microalloying elements added to it, including
aluminium with an amount of 0.01 to 0.04 %, and/or boron with an amount of ≤ 0.0025
% and/or vanadium with an amount of 0.05 to 0.20 %,
- heating the powderous composition to sintering temperature,
- reducing the shaped body obtained by sintering, and
- cooling the sintered shaped body to room temperature.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the addition of carbon takes place by means of a process gas, preferably by carbon
monoxide.
3. Method according to Claim 1, characterized in that the addition of carbon takes place by admixing of graphite and/or carbides.
4. Method according to Claim 1, characterized in that the addition of carbon takes place by means of a hydrocarbon-containing binder.
5. Method according to any of Claims 1 to 4, characterized in that the composition based on iron oxide is admixed with carbide-forming elements, wherein
the carbide-forming elements include titanium with an amount of about 0.01 to 0.03
% and/or niobium with an amount of about 0.01 to 0.04 %.
6. Method according to Claim 5, characterized in that carbon and/or nitrogen are/is introduced together with the carbide-forming elements.
7. Method according to Claim 6, characterized in that nitrogen is introduced with a final content in the range from about 0.01 to 0.03
% as process gas, preferably by N2 or NH3 during the sintering.
8. Method according to any of Claims 1 to 7, characterized in that ultra-fine-grained oxide ceramic particles are admixed to the powderous composition,
wherein the oxide ceramic particles are formed from one or more of the group of zirconium
oxide, silicon oxide, aluminium oxide, yttrium oxide, silicon nitride and silicon
carbide.
9. Method according to any of Claims 4 to 8, characterized in that a process step is carried out for removing binder from the shaped body.
1. Procédé de fabrication d'un corps moulé en acier, notamment d'un composant, par exemple
pour des soupapes d'injection à rampe commune, comprenant les étapes de procédé suivantes
:
- la formation d'une composition en poudre à base d'oxyde de fer constituée par des
particules d'oxydes solides avec ajout de carbone et d'au moins un microélément d'alliage,
afin de mettre en place une structure bainitique, la composition de base nécessaire
pour cela à partir de la base d'oxyde de fer présentant une teneur en manganèse de
0,8 à 1,9 %, une teneur en silicium de 0,2 à 1,5 %, une teneur en chrome de 0,1 à
1,2 %, une teneur en nickel de 0,2 à 1,5 %, et une teneur en molybdène de 0,1 à 0,5
%, l'ajout de carbone ayant lieu avec une teneur finale dans la plage comprise entre
environ 0,15 et 0,3 %, et des microéléments d'alliage, qui comprennent de l'aluminium
en une teneur de 0,01 à 0,04 % et/ou du bore en une teneur ≤ 0,0025 % et/ou du vanadium
en une teneur de 0,05 à 0,20 %, étant ajoutés à la composition en poudre formée d'oxyde
de fer,
- le chauffage de la composition en poudre à la température de frittage,
- la réduction du corps moulé obtenu par frittage, et
- le refroidissement du corps moulé fritté à température ambiante.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ajout de carbone a lieu au moyen d'un gaz de procédé, de préférence par du monoxyde
de carbone.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ajout de carbone a lieu par incorporation de graphite et/ou de carbures.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ajout de carbone a lieu au moyen d'un liant contenant des hydrocarbures.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que des éléments formant des carbures sont incorporés dans la composition formée d'oxyde
de fer, les éléments formant des carbures comprenant du titane en une teneur d'environ
0,01 à 0,03 % et/ou du niobium en une teneur d'environ 0,01 à 0,04 %.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que du carbone et/ou de l'azote sont introduits conjointement avec les éléments formant
des carbures.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que de l'azote est introduit en une teneur finale dans la plage allant d'environ 0,01
à 0,03 % en tant que gaz de procédé, de préférence par N2 ou NH3 lors du frittage.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que des particules de céramique oxydée à grains ultrafins sont incorporées dans la composition
en poudre, les particules de céramique oxydée étant formées par un ou plusieurs éléments
du groupe constitué par l'oxyde de zirconium, l'oxyde de silicium, l'oxyde d'aluminium,
l'oxyde d'yttrium, le nitrure de silicium, le carbure de silicium.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 8, caractérisé en ce qu'une étape de procédé est réalisée pour le déliantage du corps moulé.