[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Anpassung von Parametern
in einem Hörgerät, sowie auf ein Hörgerät zur Verwendung mit diesem Verfahren. Zudem
bezieht sich die Erfindung auf ein System mit einem Hörgerät und einem externen Gerät,
das eine Datenverbindung mit dem Hörgerät aufweist, zur Verwendung des Verfahrens.
[0002] Hörgeräte sind tragbare Hörvorrichtungen, die zur unter anderem zur Versorgung von
Schwerhörenden dienen. Um den zahlreichen individuellen Bedürfnissen entgegenzukommen,
werden unterschiedliche Bauformen von Hörgeräten wie Hinterdem-Ohr-Hörgeräte (HdO),
Hörgerät mit externem Hörer (RIC: receiver in the canal) und In-dem-Ohr-Hörgeräte
(IdO), z. B. auch Concha-Hörgeräte oder Kanal-Hörgeräte (ITE, CIC), bereitgestellt.
Die beispielhaft aufgeführten Hörgeräte werden am Außenohr oder im Gehörgang getragen.
[0003] Hörgeräte besitzen prinzipiell als wesentliche Komponenten einen Eingangswandler,
einen Verstärker und einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein
Schallempfänger, z. B. ein Mikrofon, und/oder ein elektromagnetischer Empfänger, z.
B. eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist meist als elektroakustischer Wandler,
z. B. Miniaturlautsprecher, oder als elektromechanischer Wandler, z. B. Knochenleitungshörer,
realisiert. Bei Hörgeräten wird ein elektroakustischer Ausgangswandler häufig auch
Empfänger genannt. Der Verstärker ist üblicherweise in eine Signalverarbeitungseinheit
integriert. Eine derartige Signalverarbeitungseinheit wird auch als Schaltkreis, Schaltkreisvorrichtung
oder Hybridschaltkreis bezeichnet.
[0004] Die Verwendungseigenschaften eines Hörgerätes werden beeinflusst durch verschiedene
Einstellungen, welche am Hörgerät vorgenommen werden können. Teilweise können diese
Einstellungen vom Benutzer verändert und angepasst werden, z.B. Parameter-Einstellungen
wie Lautstärke oder ein bestimmtes Programm. Eine andere Möglichkeit ist, dass das
Hörgerät bestimmte Einstellungen automatisch vornimmt.
[0005] Aus
EP 1 753 264 B1 sind ein Hörgerät und ein Verfahren zu dessen Einstellung bekannt. Das Hörgerät umfasst
eine erste Schallausgabeeinrichtung zum Beschallen des Gehörs eines Nutzers und eine
zweite Schallausgabeeinrichtung, die sich von der ersten Schallausgabeeinrichtung
unterscheidet. Das Hörgerät umfasst weiterhin eine Empfangseinrichtung. Mittels der
zweiten Schallausgabeeinrichtung wird ein Testschall im Ultraschallbereich erzeugt
und in einen Raum ausgegeben, in dem sich das Hörgerät befindet. Mittels der Empfangseinrichtung
wird eine Antwort auf den Testschall aus dem Raum empfangen. In Abhängigkeit von der
empfangenen Antwort wird mittels der Analyseeinrichtung eine Information über eine
Raumakustik ermittelt, anhand der eine Signalverarbeitungseinrichtung des Hörgeräts
eingestellt wird.
[0006] Hörgeräte sind technisch mittlerweile in der Lage, selbst z.B. die Umgebung zu analysieren
und daraufhin bestimmte Parameter zu ändern. Ein derartiger Vorgang wird bei Hörgeräten
Klassifikation oder Umwelt-Klassifikation genannt. Die Einstellungs-Parameter, welche
dabei angepasst bzw. geändert werden sind beispielsweise eine Richtungs-Einstellung
der Mikrofone (Beamforming) um einen bestimmten Sprecher dem man zuhören möchte zu
fokussieren oder das Ausblenden bestimmter Störgeräusche wie Motorgeräusche beim Autofahren.
[0007] Im Weiteren können Parameter in Hörgeräten auch aufgrund der Informationen externer
Signale eingestellt werden. Ein klassisches Beispiel ist die Parameteranpassung mittels
einer Fernbedienung oder eines mit dem Hörgerät kommunikativ verbundenen Mobiltelefons,
welches mittels Zusatzfunktion als Hörgerätefernbedienung fungiert.
[0008] Die automatischen Einstellmöglichkeiten sind jedoch nicht immer zuverlässig. Es kommt
vor, dass teilweise Parameter falsch eingestellt werden, weil die Umgebung nicht korrekt
analysiert wurde oder konnte. Dies kann zu unangenehmen Effekten für den Hörgerätenutzer
führen. Beispielsweise kann ein die Fokussierung der Mikrofone fehlschlagen und man
hört in eine Richtung die man eigentlich nicht hören möchte.
[0009] Um diese Nachteile zu überwinden wird Folgendes vorgeschlagen.
[0010] Ein Verfahren zur Anpassung von Parametern in einem Hörgerät, bei dem ein Sensor
zum Empfang von Ultraschallsignalen und eine Signalverarbeitungseinrichtung eingerichtet
ist, um die Ultraschallsignale zu verarbeiten. Basierend auf der Verarbeitung der
Ultraschallsignale werden ein oder mehrere Parameter zur Anpassung des Hörgeräts verändert.
Die Quelle der Ultraschallsignale ist ein Signalgeber, welcher eingerichtet ist, Schallsignale
verschiedener Frequenzen auszugeben. Je nach Sprachgebrauch wird ein derartiger Signalgeber
auch als Beacon oder Ultrasound-Beacon bezeichnet. Grundsätzlich ist der Signalgeber
dazu geeignet, Ultraschallsignale und Nicht-Ultraschallsignale, also beispielsweise
von Menschen hörbare Audiosignale auszugeben. Der Signalgeber ist unabhängig vom Hörgerät
und vom Benutzer des Hörgeräts lokal stationär positioniert und gibt die Schallsignale
unabhängig vom Benutzer des Hörgeräts aus.
[0011] Ein einfaches Beispiel eines derartigen Signalgebers ist ein Lautsprecher der an
einem bestimmten Ort aufgestellt ist. Dieser Lautsprecher ist zumindest in der Lage
Ultraschall-Signale auszugeben. Ein Hörgerätenutzer, welcher sich in akustischer Nähe
zum Signalgeber aufhält oder daran vorbei geht, empfängt die Ultraschall-Signale beispielsweise
mittels des Hörgeräts. Der Hörgerätenutzer hat keinen direkten Einfluss auf die Ultraschallsignale,
welche der Signalgeber ausgibt.
[0012] Der Ultraschall-Bereich im akustischen Frequenzspektrum liegt im Allgemeinen über
dem für Menschen hörbaren Schallbereich. Schallfrequenzen ab ca. 16 kHz bis zu 1 GHz
können als Ultraschall bezeichnet werden. Zudem schwanken die Bereiche, sie können
von Mensch zu Mensch unterschiedlich schein.
[0013] Der Signalgeber wird häufig mit dem englischen Begriff Beacon oder Ultrasonic-Beacon
bezeichnet. Dabei kann es sich beispielsweise um TV Geräte, Kinosäle oder Lautsprecher
handeln, welche in der Lage sind, Ultraschallsignale auszugeben. Grundsätzlich kann
alles was geeignet ist Ultraschallsignale auszugeben ein Signalgeber in diesem Sinne
sein.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform ist der Sensor im Hörgerät eingerichtet. Beispielsweise
als Mikrofon.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform ist ein externes Gerät mittels einer Datenverbindung
mit dem Hörgerät kommunikativ verbunden. Dabei ist der Sensor im externen Gerät eingerichtet.
Beispielsweise handelt es sich bei dem Sensor um ein Mikrofon.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform ist die Signalverarbeitungseinrichtung im Hörgerät
eingerichtet.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform ist ein externes Gerät mittels einer Datenverbindung
mit dem Hörgerät kommunikativ verbunden und die Signalverarbeitungseinrichtung ist
im externen Gerät eingerichtet.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform beinhalten die Ultraschallsignale Daten zur Einstellung
von Parametern des empfangenden Hörgerätes. Parameter eines Hörgerätes sind beispielsweise:
Die allgemeinen Lautstärkeeinstellungen oder spezielle Lautstärkeeinstellungen für
bestimme Frequenzbereiche; die akustische Verstärkung allgemein oder für bestimmte
Frequenzbereiche; Einstellungen zur Klassifikation der Umgebung, die beispielsweise
mit Begriffen wie Wald, Auto, Cocktailparty, laute Umgebung, leise Umgebung oder dergleichen
bezeichnet wird; Einstellungen zur Richtwirkung der Mikrofone, auch als Beamforming
bezeichnet; Filtereigenschaften für bestimmte Frequenzen; die Wahl bestimmter voreingestellter
Programme; etc.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform enthalten die vom Signalgeber ausgesendeten Ultraschallsignale
Daten zur Ermittlung der Position und/oder zur Umgebung des Signalgebers. Diese Daten
können neben Angaben zum Ort oder der Umgebung des Signalgebers hierbei auch weitere
Daten zum Umgebungsort enthalten, beispielsweise Koordinaten eines globalen Positionierungssystem
wie GPS-Koordinaten, Glonass-Koordinaten oder Galileo-Koordinaten. Basierend auf diesen
Daten können die Parameter des Hörgerätes eingestellt oder angepasst werden. Beispielsweise
enthalten die Daten die Information, dass sich der Signalgeber in einem Einkaufszentrum
befindet. Daraufhin können Parameter des Hörgerätes mit Hilfe dieser Daten eingestellt
werden. Im vorliegenden Beispiel könnte man Annehmen, dass im Einkaufszentrum viele
Menschen auf dichtem Raum sind. Solche Menschenansammlungen können viel Lärm produzieren.
Somit könnte beispielsweise der Parameter, der die Empfindlichkeit des Hörgerätemikrofons
oder eine Omni-Direktionalität regelt, entsprechend angepasst werden.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform werden die Daten in kodierter Form im Ultraschallsignal
übertragen. Beispiele können hier verschiedene Modulationen sein, wie Amplituden-,
Phasen- oder Frequenzmodulation. Aber auch andere Kodierarten und -verfahren sind
möglich. Diese Daten können anschließend in einer Dekodiereinrichtung dekodiert werden.
Die Dekodiereinrichtung kann beispielsweise Teil der Signalverarbeitungseinrichtung
und im Hörgerät angeordnet sein. Die Dekodiereinrichtung kann aber auch in einem externen
Gerät untergebracht sein, welches mit dem Hörgerät kommunikativ in Verbindung steht.
In diesem Fall läuft die Dekodierung in der Dekodiereinrichtung des externen Geräts
ab. Beispielsweise kann dies ein Mobiltelefon sein, welches mit dem Hörgerät mittels
einer Drahtlosverbindung verbunden ist.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform sendet der Signalgeber das Ultraschallsignal gleichzeitig
mit einem Audiosignal im für Menschen hörbaren Frequenzbereich aus. Mit anderen Worten,
es können gleichzeitig Schallsignale aus dem menschlichen hörbaren und nicht hörbaren
Frequenzspektrum ausgesendet werden. Dadurch ist es beispielsweise mögliche Musik
oder akustische Werbung und gleichzeitig die oben genannten Ultraschallsignale über
den Signalgeber auszugeben. Der Signalgeber kann hier beispielsweise ein Lautsprecher
sein, welcher geeignet ist, zudem Ultraschallsignale zu erzeugen.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform liegen die Ultraschallsignale in einem Frequenzbereich
größer oder gleich 18 kHz. In einer weiteren Ausführungsform liegen die Ultraschallsignale
in einem Frequenzbereich von 18 kHz-20 kHz. In einer weiteren Ausführungsform liegen
die Ultraschallsignale in einem Frequenzbereich von 18,7 kHz - 19,2 kHz. Die genannten
Bereiche eignen sich technisch besonders gut, um Ultraschallsignale mit Mitteln von
elektronischen Kleingeräten wie beispielsweise Hörgeräten oder Mobiltelefonen zu empfangen.
[0023] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und
der nachfolgenden Erläuterung von Ausführungsbeispielen in den beigefügten Zeichnungen.
Die Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem bei
einem Hörgeräteträger basierend auf seiner Umgebung die Parameter seines Hörgerätes
angepasst werden;
Fig. 2 eine erweiterte Ausführungsform des Verfahrens aus Fig. 1; und
Fig. 3 weitere mögliche schematische Darstellungen von Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0024] Im Folgenden werden verschiedene Ausführungsformen beschrieben. Dies stellt ausdrücklich
keine abschließende Begrenzung der Erfindung auf die beschriebenen Ausführungsformen
dar. Es sind noch weitere, im Rahmen der Erfindung liegende verschiedene Ausführungsformen
möglich.
[0025] Fig. 1 zeigt schematisch einen Hörgeräteträger (2) mit seinem Hörgerät (4), welches
er an einem seiner Ohren trägt. Zudem zeigt Fig. 1 ein Ladengeschäft (10), welches
sich beispielsweise in der Fußgängerzone einer Stadt oder in einem Einkaufszentrum
befinden kann. Innerhalb oder außerhalb des Ladengeschäfts (10) ist ein Signalgeber
(6) platziert. Der Signalgeber (6) kann beispielsweise ein Lautsprecher sein, der
geeignet ist für Menschen hörbaren Schall, sowie für Menschen nicht bzw. sehr schwer
hörbaren Schall im Ultraschallbereich auszusenden. Dies umfasst ungefähr einen Frequenzbereich
von ca. 20 Hz bis ca. 20.000 Hz. Der Signalgeber (6) gibt also verschieden Schallsignale
verschiedener Frequenzbereiche bzw. Wellenlängen aus, unter anderem ein Ultraschallsignal
(8). Das Hörgerät (4) ist derart eingerichtet, dass es das Ultraschallsignal (8) empfangen
und verarbeiten kann.
[0026] Im konkreten Fallbeispiel läuft nun der Hörgeräteträger (2) an einem Ladengeschäft
(10) vorbei. Der als Lautsprecher gestaltete Signalgeber (6) sendet neben akustisch
hörbaren Werbebotschaften zusätzlich ein akustisch nicht hörbares Ultraschallsignal
(8) aus. Dieses Ultraschallsignal (8) enthält z.B. Informationen oder Daten bezüglich
des Standortes des Signalgebers (6). Diese Daten können kodiert im Ultraschallsignal
(8) übertragen werden. Je nach Position des Signalgebers (6) und des Hörgeräts (4)
bzw. des Hörgeräteträgers (2) zueinander empfängt das Hörgerät (4) das Ultraschallsignal
(8). Mit anderen Worten muss das Hörgerät (4) in akustischer Reichweite des Ultraschallsignals
(8) sein, um es zu empfangen.
[0027] Das Hörgerät (4) ist eingerichtet, dass es nach Empfang des Ultraschallsignals (8)
dessen übertragene Informationen auswertet und gegebenenfalls umsetzt. Das heißt,
die Signalverarbeitung im Hörgerät (4) empfängt im vorliegenden Beispiel unter anderem
Daten mit Informationen zum Standort des Signalgebers (6), welcher sich beispielsweise
in einem Einkaufszentrum befindet. Mit dieser Information kann beispielsweise die
Klassifikation des Hörgerätes (4) angepasst werden. Vorliegend könnte die Störgeräuschfilterung
angepasst werden oder die Lautstärke heraufgesetzt werden, da man annimmt, dass in
einem Einkaufszentrum eine hohe Menschendichte und damit viele Störgeräusche vorherrschen.
Alternativ kann beispielsweise auch der Fokusbereich der Mikrofonausrichtung passend
ausgerichtet werden.
[0028] Weitere Beispiele für durch das Ultraschallsignal (8) übertragene Daten oder Informationen
sind: Genaue Geo-Lokalisationsdaten, also z.B. GPS-Koordinaten, wodurch beispielsweise
ein Abgleich mit einer parallellaufenden Ortsklassifikation des Hörgerätes selbst
stattfinden kann. Kameras in der Umgebung können eine Menschendichte als Wert erfassen
bzw. errechnen, welcher mittels des Signalgebers (6) ausgesendet wird, wodurch Hörgeräte
(4) ihre Parameter entsprechend der Menschendichte anpassen, also beispielsweise Parameter
zur Störgeräuschfilterung.
[0029] Eine weitere Ausführungsform nach Fig. 1 ist das Aussenden werbespezifischer Informationen
oder Daten des Ladengeschäfts (10) mittels des Signalgebers (6). Im Vorfeld steht
dabei die Idee, Hörgeräte finanziell zu subventionieren. Als Gegenleistung zu dieser
Subvention sind diese Hörgeräte beispielsweise derart programmiert oder eingestellt,
dass bestimmte akustische Werbebotschaften verstärkt werden, oder dass eine akustische
Fokussierung auf ein Ladengeschäft (10) ausgerichtet wird, sobald entsprechende Daten
von einem zugehörigen Signalgeber (6) empfangen werden. Dabei werden mittels des oben
beschriebenen Verfahrens Daten an das Hörgerät (4) gesendet, welche es veranlassen
Hörgeräteparameter so einzustellen, dass die vom Signalgeber (6) zusätzlich ausgesendeten
Werbebotschaften im akustisch hörbaren Bereich für den Hörgeräteträger (2) derart
verstärkt oder in den akustischen Vordergrund gerückt werden, dass er diese Botschaften
eher als die sonstige akustische Umgebung wahrnimmt. Diese Ausführungsform der werbesensibilisierten
Hörgeräte stellt eine Möglichkeit dar, durch entsprechende Subventionen günstigere
Hörgeräte bereitzustellen.
[0030] Fig. 2 zeigt eine Alternative der Ausführungsformen nach Fig. 1. Hier trägt der Hörgeräteträger
(2) neben seinem Hörgerät (4) ein weiteres Mobilgerät (12). Dieses Mobilgerät (12)
stellt ein anspruchsgemäßes externes Gerät (12) dar. Dabei handelt es sich beispielsweise
um ein Mobiltelefon in Form eines Smartphones. Das Mobilgerät (12) ist kommunikativ
mit dem Hörgerät (4) verbunden. Kommunikativ verbunden heißt beispielsweise, das Hörgerät
(4) und das Mobilgerät (12) können bidirektional Daten austauschen. Oder eines der
Geräte kann Daten unidirektional an das andere senden, z.B. das Mobilgerät (12) an
das Hörgerät (4). Ein derartiger Datenaustausch findet beispielsweise mittels einer
Funkverbindung, auch als RF-Verbindung bekannt, zwischen dem Hörgerät (4) und dem
Mobilgerät (12) statt.
[0031] In dieser Ausführung wird das Ultraschallsignal (8) vom Mobilgerät (12) empfangen
und zunächst dort verarbeitet. Alternativ können die Daten des Ultraschallsignals
(8) mittels der kommunikativen Verbindung an das Hörgerät (4) weitergeleitet und dort
verarbeitet werden.
[0032] Wie in den vorherigen Ausführungsbeispielen kommt ein Hörgeräteträger (2) mit seinem
Hörgerät (4) und dem Mobilgerät (12) in die Nähe des Signalgebers (6). Das vom Signalgeber
(6) ausgesendete Ultraschallsignal (8) wird in diesem Fall vom Mobilgerät (12) empfangen.
Beispielsweise sind im Mobilgerät (12) ein spezieller Sensor oder ein spezielles Mikrofon
eingebaut um Ultraschall zu empfangen. Falls es sich beim Mobilgerät (12) beispielsweise
um ein herkömmliches Smartphone handelt können je nach Bauart die üblichen für die
Verwendung in derartigen Telefonen genutzten Mikrofone verwendet werden.
[0033] In einer ersten Variante dieser Ausführungsform werde Daten des empfangenen Ultraschallsignals
(8) im Mobilgerät (12) derart umgewandelt, dass sie mittels der kommunikativen Verbindung
direkt an das Hörgerät (4) weitergeleitet werden können, wo sie sodann zur Einstellung
oder Änderung von Parametern dessen verwendet werden.
[0034] In einer weiteren Variante dieser Ausführungsform werden die übertragenen Daten des
Ultraschallsignals (8) in einer entsprechenden Signal- oder Datenverarbeitungseinrichtung
des Mobilgeräts (12) verarbeitet. Als Resultat dieser Signalverarbeitung ergeben sich
Einstellungen oder Parameter für das Hörgerät (4). Diese werden mittels der kommunikativen
Verbindung an das Hörgerät (4) weitergeleitet und können daraufhin die momentanen
Einstellungen und Parameter des Hörgeräts (4) entsprechend anpassen bzw. ändern.
[0035] Bei dem externen Gerät (12) kann es sich auch um ein nicht dargestelltes anderes
Gerät als ein Mobiltelefon handeln. Beispielsweise werden zur drahtlosen Kommunikation
zwischen Hörgeräten und anderen Geräten auch Zwischengeräte in Form von Halsbändern
verwendet. In derartigen Halsbändern ist eine Elektronik verbaut, welche zur drahtlosen
Vermittlung zwischen Hörgeräten und anderen drahtlosen Geräten dient, welche aufgrund
technischer Besonderheiten nicht direkt miteinander drahtlos kommunizieren können.
[0036] Fig. 3 zeigt weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens. Eine Ausführungsform
bezieht sich dabei auf die Verwendung eines TV Gerätes (14), an dem ein Ultraschall
Signalgeber (4) angeordnet ist oder welches die Funktion eines Ultraschall Signalgebers
(6) mittels eingebauter Lautsprecher ausführt. Der Hörgerätenutzer (2) sieht unter
Verwendung seines Hörgerätes (4) fern. Auch ohne Zutun des Hörgerätenutzers (2) ändern
sich die Inhalte des TV Programmes. Beispielsweise können in einem Film laute Szenen
mit vielen sprechenden Menschen und kurz darauf leise Szenen mit wenigen sprechenden
Menschen auftauchen. Anhand dieser Inhaltsänderungen kann der Signalgeber (6) des
TV Gerätes (14) Ultraschallsignale (8) aussenden, welche Daten enthalten, die wiederum
Parameter des Hörgerätes (4) bei Empfang entsprechend auf die gezeigten Szenen einstellen.
Somit wird das Hörerlebnis für den jeweiligen Moment durchgehend optimiert.
[0037] Wie in den vorangegangen Ausführungsformen können die Ultraschallsignale (8) vom
Signalgeber (6) des TV Gerätes (14) entweder vom Hörgerät (4) oder von einem externen
Gerät (12) empfangen werden, wobei im letzteren Fall das externe Gerät wie oben beschrieben
kommunikativ mit dem Hörgerät (4) verbunden ist.
[0038] Eine weitere Ausführungsform der Fig. 3 ist die Verwendung eines Computergeräts (16)
vom Hörgeräteträger (2). Dabei ist am Computergerät (16) ein Ultraschall Signalgeber
(4) angeordnet oder die Funktion eines Ultraschall Signalgebers (6) wird mittels eingebauter
Lautsprecher ausgeführt. Beispielsweise ist das Computergerät (16) derart eingestellt,
dass dessen Signalgeber (6) ein Ultraschallsignal (8) mit Daten zur Parameteränderung
des Hörgeräts (4) aussendet, welches das Hörgerät (4) bei Empfang dazu veranlasst
die Empfindlichkeit der Mikrofone für bestimmte Frequenzen, z.B. vordefinierte Sprachfrequenzen,
herabsetzt. Auf diese Weise kann der Hörgerätenutzer (2) konzentrierter mit dem Computergerät
(16) arbeiten und wird weniger durch Sprache in seiner Umgebung abgelenkt, da die
Umgebungssprache sodann mit geringerer Empfindlichkeit von den Mikrofonen aufgenommen
wird. Mit anderen Worten wird die Umgebungssprache dabei gedämpft oder einfach leiser
gemacht. Alternativ kann die Parameteränderung im Hörgerät bewirken, dass diese jeweiligen
Frequenzen zeitweise in der Signalverarbeitung herausgefiltert werden oder die Verstärkung
bestimmter Frequenzen wird zeitweise herabgesetzt.
[0039] Wie in den vorangegangen Ausführungsformen können die Ultraschallsignale (8) vom
Signalgeber (6) des Computergerätes (16) entweder vom Hörgerät (4) oder von einem
externen Gerät (12) empfangen werden, wobei im letzteren Fall das externe Gerät wie
oben beschrieben kommunikativ mit dem Hörgerät (4) verbunden ist.
[0040] Die beschriebenen Ausführungsformen stellen nur einige der möglichen Anwendungsbeispiele
der Erfindung dar.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 2
- Hörgeräteträger
- 4
- Hörgerät
- 6
- Signalgeber
- 8
- Ultraschallsignal
- 10
- Ladengeschäft
- 12
- Externes Gerät / Mobilgerät
- 14
- TV Gerät
- 16
- Computergerät
1. Verfahren zur Anpassung von Parametern in einem Hörgerät (4),
wobei ein Sensor zum Empfang von Ultraschallsignalen (8) eingerichtet ist, wobei eine
Signalverarbeitungseinrichtung eingerichtet ist, um die Ultraschallsignale (8) zu
verarbeiten,
wobei, basierend auf der Verarbeitung der Ultraschallsignale (8), Parameter zur Anpassung
des Hörgeräts (4) verändert werden,
wobei die Quelle der Ultraschallsignale (8) ein Signalgeber (6) ist, welcher eingerichtet
ist, Schallsignale verschiedener Frequenzen auszugeben, der Signalgeber unabhängig
vom Hörgerät (4) und vom Benutzer (2) des Hörgeräts (4) positioniert ist, und
der Signalgeber (6) die Ultraschallsignale (8) unabhängig vom Benutzer (2) des Hörgeräts
(4) ausgibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor im Hörgerät (4) eingerichtet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein externes Gerät (12) eine Datenverbindung mit dem Hörgerät (4) aufweist, und dass
der Sensor im externen Gerät (12) eingerichtet ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalverarbeitungseinrichtung im Hörgerät (4) eingerichtet ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein externes Gerät (12) eine Datenverbindung mit dem Hörgerät (4) aufweist, und dass
die Signalverarbeitungseinrichtung im externen Gerät (12) eingerichtet ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ultraschallsignale (8) Daten zur Einstellung von Parametern des empfangenden
Hörgerätes (4) enthalten.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Signalgeber (6) ausgesendeten Ultraschallsignale (8) Daten zur Ermittlung
der Position und/oder zur Umgebung des Signalgebers (6) enthalten.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalverarbeitungseinrichtung basierend auf den Daten zur Ermittlung der Position
und/oder der Umgebung des Signalgebers (6) die Parameter des Hörgerätes (4) einstellt
oder anpasst.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten in kodierter Form im Ultraschallsignal (8) übertragen werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten in einer Dekodiereinrichtung dekodiert werden.
11. Verfahren nach einem der Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein externes Gerät (12) mit einer Dekodiereinrichtung eine Datenverbindung mit dem
Hörgerät (4) aufweist, und die Dekodierung in der Dekodiereinrichtung des externen
Geräts (12) abläuft.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Signalgeber (6) das Ultraschallsignal (8) gleichzeitig mit einem Audiosignal
im für Menschen hörbaren Frequenzbereich aussendet.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ultraschallsignale (8) in einem Frequenzbereich größer oder gleich 18 kHz liegen.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ultraschallsignale (8) in einem Frequenzbereich von 18 kHz - 20 kHz liegen.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ultraschallsignale (8) in einem Frequenzbereich von 18,7 kHz-19,2 kHz liegen.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor ein Mikrofon ist.
17. Hörgerät (4) zur Verwendung mit einem Verfahren der Ansprüche 1 bis 16.
18. System mit einem Hörgerät (4) und einem externen Gerät (12), das eine Datenverbindung
mit dem Hörgerät (4) aufweist, zur Verwendung mit einem Verfahren der Ansprüche 1
bis 16.