(19)
(11) EP 2 412 439 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.03.2020  Patentblatt  2020/10

(21) Anmeldenummer: 11172869.7

(22) Anmeldetag:  06.07.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B01L 3/02(2006.01)

(54)

Pipettiervorrichtung mit Drosselstelle im Pipettierkanal

Pipette device with throttle position in the pipette channel

Dispositif de pipetage doté d'un poste d'étranglement dans le canal de pipetage


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 26.07.2010 DE 102010038414

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.02.2012  Patentblatt  2012/05

(60) Teilanmeldung:
20152812.2

(73) Patentinhaber: Tecan Schweiz AG
8708 Männedorf (CH)

(72) Erfinder:
  • Kirste, Vinzenz
    7402 Bonaduz (CH)
  • Knapp, Helmut
    6030 Ebikon (CH)
  • Lendenmann, Urs
    7000 Chur (CH)
  • Schmid, Noa
    6010 Kriens (CH)
  • Seiler, Tobias
    7017 Flims Dorf (CH)
  • Winter, Fabian
    7014 Trin (CH)

(74) Vertreter: Troesch Scheidegger Werner AG 
Schwäntenmos 14
8126 Zumikon
8126 Zumikon (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-01/88549
WO-A2-2009/067834
WO-A1-97/02893
DE-C1- 10 118 875
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pipettiervorrichtung wenigstens zur Dispensation von Dosierflüssigkeit durch Erhöhung des Drucks eines Arbeitsfluids, umfassend einen wenigstens teilweise mit Arbeitsfluid gefüllten Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum mit einer Pipettieröffnung als einer ersten Strömungsquerschnittsverengung, durch welche hindurch Dosierflüssigkeit in Abhängigkeit vom Druck des Arbeitsfluids aus dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum hinaus dispensierbar ist, und eine Druckveränderungsvorrichtung, welche dazu ausgebildet ist, den Druck des Arbeitsfluids im Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum zu verändern.

    [0002] Derartige Pipettiervorrichtungen sind im Stand der Technik hinreichend bekannt. Bei der Dispensation von Dosierflüssigkeit wird in an sich bekannter Weise eine in einem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum vorhandene Dosierflüssigkeit durch Erhöhung eines Drucks eines Arbeitsfluids, welches sich ebenfalls in dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum befindet, durch eine Pipettieröffnung des Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraums ausgeschoben.

    [0003] Da die Pipettieröffnung in der Regel einen engsten Strömungsquerschnitt beim Austreiben der Dosierflüssigkeit aus dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum darstellt, bildet die Pipettieröffnung eine erste Strömungsquerschnittsverengung der vorliegend diskutierten Pipettiervorrichtung.

    [0004] Pipettiervorrichtungen der eingangs genannten Art werden beispielsweise als Waschköpfe verwendet, bei welchen der Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum durch einen Dosierflüssigkeits-Zulauf gefüllt oder wenigstens teilweise gefüllt und anschließend durch die beschriebene Dispensation mittels Überdruck des Arbeitsfluids bezogen auf den Umgebungsdruck des Flüssigkeits-Aufnahmeraums aus letzterem ausgetrieben wird.

    [0005] Bei diesen Waschköpfen ist die Dosierflüssigkeit eine Waschflüssigkeit, welche durch die Pipettieröffnung hindurch abgegeben wird, um einen darunter vorgesehenen Gegenstand, etwa einen Behälter, mit der Waschflüssigkeit zu reinigen. Auch hierbei kommt es auf eine korrekte Bemessung der abgegebenen Menge an Waschflüssigkeit an.

    [0006] Grundsätzlich ist es jedoch auch nicht ausgeschlossen sein, dass Waschköpfe die Dosierflüssigkeit, also etwa Waschflüssigkeit, zusätzlich oder alternativ zu dem zuvor genannten Zulauf durch an sich bekannte Aspiration, also mittels eines Unterdrucks des Arbeitsfluids im Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum durch die Pipettieröffnung hindurch in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum aufnehmen.

    [0007] Ein Problem der eingangs genannten Pipettiervorrichtung, insbesondere in ihrer Ausgestaltung als Waschkopf, liegt darin, dass sich durch das wiederholte Austreiben von Dosierflüssigkeit durch die Pipettieröffnung an dieser oder an einem Kanal, welcher zur Pipettieröffnung führt, Ablagerungen bilden, welche den Strömungsquerschnitt der Pipettieröffnung bzw. des zur Pipettieröffnung führenden Kanals verändern. Hierdurch kommt es zu Veränderungen im Dosierverhalten, so dass nach einiger Betriebszeit im Wesentlichen baugleiche Pipettiervorrichtungen, welche mit der gleichen Dosierflüssigkeit und ansonsten gleichen Betriebsparametern betrieben werden, unerwünschterweise unterschiedliches Dosierverhalten zeigen können.

    [0008] Aus der WO2009/067834 ist eine Hand-Pipettiervorrichtung bekannt, welche die automatisierte Dispensierung vorbestimmter Volumina einer Flüssigkeit erlaubt. Die Hand-Pipettiervorrichtung ist auch zum manuellen Dispensieren und zum Aspirieren ausgelegt. Allein zum automatisierten Dispensieren ist in einer Luftleitung zwischen einem hierzu vorgesehenen Überdruck -Ausgang einer Druckquelle und einer Pipettenaufnahme für die Pipette eine Drossel vorgesehen.

    [0009] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Pipettiervorrichtung zur Dispensation und Aspiration von Dosierflüssigkeit vorzuschlagen bei der das Dosierverhalten unempfindlicher gegen Veränderungen des Strömungsquerschnitts der Pipettieröffnung bzw. des zur Pipettieröffnung führenden Kanals des Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraums ist, so dass mögliche oder sogar wahrscheinliche Ablagerungen an der Pipettieröffnung das Dosierverhalten der Pipiettiervorrichtung nicht oder zumindest in geringerer Weise als bisher beeinflussen.

    [0010] Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung gelöst durch eine Pipettiervorrichtung gemäss Anspruch 1.

    [0011] Mit der beschriebenen Drosselstelle wird jedenfalls zwischen der Druckveränderungsvorrichtung und dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum eine Engstelle im Strömungsquerschnitt geschaffen, welche dafür sorgt, dass eine durch die Druckveränderungsvorrichtung bewirkte Druckänderung im Arbeitsfluid sich nicht schlagartig, sondern nur allmählich in den Dosierflüssigkeits Aufnahmeraum fortsetzt, was überraschenderweise für eine Unempfindlichkeit des Dispensations- und Aspirations-Verhaltens der Pipettiervorrichtung gegenüber Änderungen, insbesondere ablagerungsbedingte Änderungen, des Strömungsquerschnitts der Pipettieröffnung sorgt. Somit können im Wesentlichen baugleiche Pipettiervorrichtungen, welche im Wesentlichen mit identischen Einstellungen betrieben werden, ein im Wesentlichen identisches Dispensations- und Aspirations-Verhalten aufweisen, obwohl an ihren Pipettieröffnungen unterschiedlich starke Ablagerungen vorhanden sind.

    [0012] Das Verhältnis der genannten Strömungswiderstände, welches für das Funktionieren der hier vorgestellten Lösung maßgeblich ist, führt dazu, dass die mit Arbeitsfluid, in der Regel einem Gas, durchströmte Drosselstelle eine deutlich kleinere Querschnittsöffnung aufweist als die Pipettieröffnung. Es soll jedoch nicht ausgeschlossen sein, dass auch eine Flüssigkeit als Arbeitsfluid verwendet wird.

    [0013] Für die Berechnung des genannten Verhältnisses kann als Viskosität die jeweilige dynamische Viskosität herangezogen werden ,welche in der Literatur in der Regel mit dem Formelzeichen "η" bezeichnet ist.

    [0014] Die charakteristische Länge der zugeordneten Querschnittsverengung kann dabei, bei zylindrischen Strömungsquerschnittsverengungen die Länge des zylindrischen Kanals sein oder kann, bei konisch auf die Strömungsquerschnittsverengung zulaufenden Kanälen die Länge des Kanalabschnitts sein, in welchem sich die Strömungsquerschnittsfläche des Kanals ausgehend von der kleinsten Strömungsquerschnittsfläche in der Drosselstelle oder in der Pipettieröffnung verdoppelt.

    [0015] Findet über die maximal feststellbare Länge des Kanals keine Verdopplung der Strömungsquerschnittsfläche statt, so kann die gesamte Länge des Kanals als charakteristische Länge herangezogen werden.

    [0016] Als charakteristische Abmessung des Strömungsquerschnitts kann dabei, bei kreisförmigen Strömungsquerschnitten der Durchmesser, bei quadratischen Strömungsquerschnitten eine Kantenlänge, bei rechteckigen Strömungsquerschnitten ein arithmetischer Mittelwert aus langer und kurzer Kantenlänge, bei elliptischen Strömungsquerschnitten ein arithmetischer Mittelwert aus langer und kurzer Achse usw. herangezogen werden. Sofern sich der Strömungsquerschnitt über die Länge der Strömungsquerschnittsverengung ändert, sollte der kleinste in der Strömungsquerschnittsverengung auftretende Strömungsquerschnitt herangezogen werden.

    [0017] Die Verwendung charakteristischer Abmessungen ist in der Strömungsmechanik ausreichend bekannt.

    [0018] Vorzugsweise wird das Verhältnis des Strömungswiderstands (R1) der Pipettieröffnung und des Strömungswiderstands (R2) der Drosselstelle berechnet aus:

    wobei ηPof die dynamische Viskosität einer die Pipettieröffnung durchströmenden Dosierflüssigkeit, ηDst eine dynamische Viskosität eines die Drosselstelle durchströmenden Arbeitsfluids, IPof eine charakteristische Länge der Pipettieröffnung, IDst eine charakteristische Länge der Drosselstelle, dPof eine charakteristische Abmessung des Strömungsquerschnitts der Pipettieröffnung und dost eine charakteristische Abmessung des Strömungsquerschnitts der Drosselstelle ist.

    [0019] Es betrifft die vorliegende Erfindung auch eine eingangs bereits erwähnte Waschkopf-Pipettiervorrichtung, welche dazu ausgebildet ist, Waschflüssigkeit als Dosierflüssigkeit in genauen Dosierungen abzugeben. Derartige Waschkopf-Pipettiervorrichtungen dienen in der Regel dazu, in Probenbehältern, etwa so genannte "Wells", aufgenommene Objekte durch Abgabe einer genau dosierten Menge an Waschflüssigkeit zu reinigen. Dabei ist zur Herbeiführung eines vorbestimmten Reinigungszustands die genaue Dosierung der Waschflüssigkeit von großer Wichtigkeit. Allgemein gilt, dass der Volumenstrom an Waschflüssigkeit so eingestellt wird, dass die Waschleistung möglichst groß, die Zeitdauer des Waschvorgangs jedoch möglichst kurz ist. Bei fehlerhafter Pipettierung von Waschflüssigkeit kann die Gefahr einer so genannten "Überwaschung" bestehen, welche dazu führen kann, dass am zu waschendem Objekt oder/und im Probenbehälter unerwünschterweise Elemente gelöst werden.

    [0020] Obwohl nicht ausgeschlossen sein soll, dass eine derartige Waschkopf-Pipettiervorrichtung die Waschflüssigkeit als Dosierflüssigkeit über die Pipettieröffnung in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum aspiriert, wird aus Gründen einfacherer Handhabung dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum einer bevorzugten Waschkopf-Pipettiervorrichtung Waschflüssigkeit durch einen separaten Waschflüssigkeits-Zulauf zugeführt.

    [0021] Es kann die hier diskutierte Pipettiervorrichtung einen Waschflüssigkeits-Zulauf aufweisen, durch welchen der Dosierflüssigkeits Aufnahmeraum mit Waschflüssigkeit, wenigstens teilweise füllbar ist. Hierzu kann vorgesehen sein, dass der Waschflüssigkeits-Zulauf in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum mündet. Der Waschflüssigkeits-Zulauf ist in der Regel - abgesehen von der eben beschriebenen vorteilhaften Mündung - als gesondert von Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum ausgebildeter Kanal vorgesehen.

    [0022] Zum Betrieb des Waschflüssigkeits-Zulaufs kann die Pipettiervorrichtung in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung eine Waschflüssigkeits-Pumpe aufweisen, mit welcher Waschflüssigkeit, längs des Waschflüssigkeits-Zulaufs in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum förderbar ist. Weiterhin kann zur Verhinderung eines unerwünschten Nachlaufens von Waschflüssigkeit aus dem Waschflüssigkeits-Zulauf in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum ein Ventil am Waschflüssigkeits-Zulauf, insbesondere in einem mündungsnahen Bereich, vorgesehen sein, welches durch eine Steuereinrichtung geöffnet und geschlossen werden kann. Mit dieser oder einer anderen Steuereinrichtung kann im Übrigen auch die Waschflüssigkeits-Pumpe betrieben werden.
    Die oben erwähnte Waschflüssigkeits-Pumpe muss jedoch nicht vorgesehen sein, da die Waschflüssigkeit, von einem geodätisch über der Mündung des Waschflüssigkeits-Zulaufs in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum schwerkraftgetrieben gefördert werden kann. Dann ist allerdings das oben erwähnte Ventil unbedingt notwendig.

    [0023] Um die Wascheffizienz der Pipettiervorrichtung zu erhöhen,
    kann diese eine Mehrzahl von Pipettierkanälen aufweisen, welche im Wesentlichen parallel zueinander vorgesehen sind, so dass eine der Mehrzahl von Pipettierkanälen entsprechende Mehrzahl von Objekten gleichzeitig einer Reinigung durch die Pipettiervorrichtung unterzogen werden kann.

    [0024] Gerade bei einer Mehrkanal-Pipettiervorrichtung ist die vorliegende Erfindung von großem Vorteil, da die Erfindung dafür sorgen kann, dass jeder Pipettierkanal im Wesentlichen die gleiche Menge an Dosierflüssigkeit mit hoher Genauigkeit abgeben kann, obwohl die einzelnen Pipettierkanäle, sei es durch Fertigungstoleranzen angekoppelter Pipettierspitzen, sei es durch unterschiedlich starke Ablagerungen an den Pipettieröffnungen, sei es eine Kombination dieser oder anderer Ursachen, unterschiedliche geometrische Formen aufweisen können, so dass ohne Anwendung der vorliegenden Erfindung die einzelnen Pipettierkanäle eines Mehrkanal-Pipettierkopfs bei gleichen Betriebsparametern der Pipettiervorrichtung unterschiedliche Pipettierergebnisse liefern würden.

    [0025] Das Prinzip der Drosselung der Arbeitsfluidströmung zwischen Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum und Druckveränderungsvorrichtung kann somit nicht nur bei der Dispensation von Dosierflüssigkeiten, sondern auch bei deren Aspiration mit Erfolg angewendet werden. Auch hier kann es zu einer Unempfindlichkeit des Dosierverhaltens gegenüber Ablagerungen und sonstigen Strömungsquerschnittsveränderungen in der Pipettieröffnung kommen.

    [0026] Deshalb betrifft die vorliegende Erfindung solche Pipettiervorrichtungen, welche außer zur Dispensation auch zur
    Aspiration von Dosierflüssigkeit, in diesem Falle durch Verringerung des Drucks des Arbeitsfluids im Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum, ausgebildet sind. Bei der Aspiration von Dosierflüssigkeit ist diese in Abhängigkeit vom Druck des Arbeitsfluids durch die Pipettieröffnung in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum hinein aspirierbar.

    [0027] Im Falle von Dosiervorgängen, also der Aspiration und der Dispensation von Dosierflüssigkeit, sind bei den Pipettiervorrichtungen im Stand derTechnik bei baugleichen Pipettiervorrichtungen und im Wesentlichen identischen Betriebsparametern, Unterschiede im Dosierverhalten für unterschiedliche Dosierflüssigkeiten, insbesondere für unterschiedlich viskose Dosierflüssigkeiten feststellbar.

    [0028] Es hat sich dabei herausgestellt, dass die vorliegend empfohlene Drosselstelle im Pipettierkanal fluidmechanisch zwischen der Druckveränderungsvorrichtung und dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum in gewissen Grenzen auch zur Vergleichmäßigung des Dosierverhaltens über unterschiedlich viskose Dosierflüssigkeiten hinweg geeignet ist. Mit anderen Worten: Bei im Wesentlichen baugleichen Pipettiervorrichtungen und im Wesentlichen gleichen Betriebsparametern ist das Dosierverhalten dieser Pipettiervorrichtungen in gewissen Grenzen unabhängig von der Viskosität der Dosierflüssigkeit.

    [0029] Hierzu bedarf es allerdings, verglichen mit dem vorherigen Fall eines im Wesentlichen von Veränderungen des Pipettieröffnungs-Strömungsquerschnitts unabhängigen Dosierverhalten, einer deutlichen Reduzierung des Strömungsquerschnitts der Drosselstelle.

    [0030] Versuche haben gezeigt, dass das Dosierverhalten im Wesentlichen gleicher Pipettiervorrichtungen bei im Wesentlichen gleichen Betriebsparametern dann im Wesentlichen unabhängig von der Viskosität der Dosierflüssigkeit ist, wenn das Verhältnis des Strömungswiderstands (R1) der Pipettieröffnung für dispensierte Dosierflüssigkeit zu dem Strömungswiderstand (R2) der Drosselstelle für diese bei der Dispensation des Dosierfluids durch-strömendes Arbeitsfluid kleiner als 0,001, vorzugsweise kleiner als 0,00075, besonders bevorzugt kleiner als 0,0005 ist.

    [0031] Wiederum gilt die Unabhängigkeit des Dosierverhaltens von der Viskosität sowohl für das Dispensations- wie auch das Aspirationsverhalten. Es wird lediglich die Dispensation als Bezugsvorgang herangezogen.

    [0032] Versuche haben gezeigt, dass die oben genannten Obergrenzen des Verhältnisses der Strömungswiderstände dann ein von der Viskosität der Dosierflüssigkeit im Wesentlichen unabhängiges Dosierverhalten bewirken, wenn die dynamische Viskosität der Dosierflüssigkeit den Wert von 0,004 Nsm-2, vorzugsweise von 0,0035 Nsm-2, besonders bevorzugt von 0,0031 Nsm-2 nicht übersteigt.

    [0033] Dabei können Arbeitsfluide mit Erfolg verwendet werden, deren dynamische Viskosität den Wert von 0,00003 Nsm-2, vorzugsweise von 0,00002 Nsm -2, besonders bevorzugt von 0,0000175 Nsm-2 nicht übersteigt. Dabei ist wiederum die dynamische Viskosität gemeint.

    [0034] Weiter kann daran gedacht sein, die Drosselstelle mit einem wahlweise veränderbaren Strömungsquerschnitt auszurüsten, etwa durch Veränderung der Spaltweite eines Ringspalts oder mit einem Mechanismus, ähnlich jenem, wie er zur Verstellung der Blende an mechanischen Fotoapparaten verwendet wird. Damit kann der Strömungsquerschnitt der Drosselstelle an das jeweils verwendete Arbeitsfluid oder/und die jeweils zu dosierende Dosierflüssigkeit angepasst werden.

    [0035] Zur besseren Steuerbarkeit, insbesondere Feinsteuerbarkeit eines Aspirations- oder/und Dispensationsvorgangs kann weiter daran gedacht sein, dass der Pipettierkanal ein zwischen einer Sperrstellung, in welcher eine Arbeitsfluidströmung im Pipettierkanal unterbunden ist, und einer Offenstellung, in welcher eine Arbeitsfluidströmung im Pipettierkanal gestattet ist, verstellbares Ventil aufweist. Dabei kann das Ventil zunächst geschlossen gehalten werden, bis in einem zumindest nahe der Druckveränderungsvorrichtung gelegenen Bereich das Arbeitsfluid auf einen gewünschten Druck gebracht wurde. Insbesondere kann die Drosselstelle bis zu einem Querschnitt von Null veränderbar sein, so dass das hier beschriebene Ventil unter Verwendung einer vorteilhaft geringen Anzahl an Bauteilen durch die oben beschriebene Drosselstelle mit veränderbarem Strömungsquerschnitt realisiert sein kann.

    [0036] Weiter kann in an sich bekannter Weise durch intermittierendes Öffnen und Schließen des Ventils eine Flüssigkeitsmenge hochgenau dosiert werden.

    [0037] Da die Wirkung der vorliegend diskutierten Erfindung, wie eingangs dargelegt wurde, darin liegt, dass sich eine von der Druckveränderungsvorrichtung ausgehende Druckveränderung nicht schlagartig in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum ausbreiten kann, ist es vorteilhaft, wenn auch das Ventil an der Drosselstelle oder fluidmechanisch zwischen der Druckveränderungsvorrichtung und der Drosselstelle vorgesehen ist.

    [0038] Gemäß einer konstruktiv möglichen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann als die Druckveränderungsvorrichtung wenigstens ein unter einem Systemdruck stehendes Reservoir an Arbeitsfluid vorgesehen sein. Genauer kann zur Durchführung sowohl von Aspirations- wie auch von Dispensationsvorgängen an ein und demselben Pipettierkanal vorgesehen sein, dass ein unter einem ersten Systemdruck stehendes Dispensations-Reservoir und ein unter einem zweiten Systemdruck stehendes Aspirations-Reservoir vorgesehen sind, welche wahlweise druckübertragend mit dem Pipettierkanal verbindbar und von diesem trennbar sind, wobei der erste Systemdruck größer ist als ein Umgebungsdruck der Pipettiervorrichtung und der zweite Systemdruck kleiner ist als der Umgebungsdruck.

    [0039] Im Hinblick auf die Strömungsvorgänge des Arbeitsfluids durch die Drosselstelle hindurch ist es bei Aspirations- und Dispensationsvorgängen vorteilhaft, wenn der Systemdruck zumindest für Dispensationsvorgänge gegenüber dem Umgebungsdruck des Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraums einen Überdruck von 1,5 bar, vorzugsweise von 1,2 bar, besonders bevorzugt von 1,0 bar, nicht übersteigt. Bei höheren Druckunterschieden zwischen dem Systemdruck und dem Umgebungsdruck kann es zu stark turbulenten Strömungen des Arbeitsfluids durch die Drosselstelle kommen, was die Wirkung der vorliegenden Erfindung unter Umständen beeinträchtigen kann.

    [0040] Grundsätzlich kann jedoch auch daran gedacht sein, dass die Druckveränderungsvorrichtung eine diskontinuierlich oder kontinuierlich arbeitende Pumpe aufweist, gegebenenfalls im Zusammenspiel mit einer Ventilanordnung, die im Förderweg der Pumpe angeordnet und wahlweise geöffnet und geschlossen werden kann. Im Hinblick auf eine stets gewünschte Automatisierung von Dosierungsvorgängen ist es vorteilhaft, wenn die Pumpe motorisch angetrieben ist.

    [0041] Ebenso kann gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Pipettiervorrichtung daran gedacht sein, dass die Druckveränderungsvorrichtung eine Kolben-Zylinder-Vorrichtung mit einem sich längs einer Zylinderachse erstreckenden Zylinder und mit einem darin längs der Zylinderachse beweglich aufgenommenen Kolben aufweist, wobei Zylinder und Kolben wenigstens ein Arbeitsvolumen begrenzen, welches durch eine Relativbewegung des Kolbens relativ zum Zylinder veränderlich ist und welches mit dem Pipettierkanal in Fluidübertragungsverbindung steht oder bringbar ist. Die Kolben-ZylinderAnordnung stellt die gebräuchlichste Ausgestaltung der Druckveränderungsvorrichtung in Pipettiervorrichtungen dar. Sie bietet überdies die Möglichkeit einer sehr genauen Drucksteuerung durch die Verwendung kleiner Kolbenflächen und im Verhältnis dazu langer Kolbenhübe.
    Gerade mit der zuvor genannten Kolben-Zylinder-Vorrichtung als der Druckveränderungsvorrichtung kann die Pipettiervorrichtung auch eine bestimmungsgemäß manuell betätigbare Pipettiervorrichtung sein, wobei dann insbesondere der Kolben durch manuelle Betätigung relativ zum Zylinder bewegbar ist. Diese Betätigung kann unmittelbar, also durch Herausziehen oder Eindrücken des Kolbens mit der Hand, oder kann mittelbar, etwa durch Spannen einer Feder, welche nach einem Auslösen eine Relativbewegung zwischen Kolben und Zylinder antreibt, erfolgen. Bevorzugt weist die manuell betätigbare Pipettiervorrichtung zur möglichst genauen Dosierung nur genau einen Pipettierkanal auf.

    [0042] Mit "bestimmungsgemäß manuell betätigbar" sollen solche Fälle nicht erfasst sein, welche grundsätzlich motorisch oder sonst wie automatisiert betätigt sind und nur für den Ausfall einer Energieversorgung durch eine manuelle Notbetätigung weiter betrieben werden können.

    [0043] Gerade für eine Dosierung durch Aspiration und Dispensation ist es zur Erfüllung höchster Ansprüche an Hygiene vorteilhaft, wenn der Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum und die Pipettieröffnung an einer von dem die Drosselstelle aufweisenden Pipettierkanal gesondert ausgebildeten, wahlweise mit diesem verbindbaren oder/und von diesem trennbaren Pipettierspitze ausgebildet sind. Dagegen sind für die zuvor genannte Waschkopf-Pipettiervorrichtung starr mit der Pipettiervorrichtung vorgesehene Auslässe, so genannte "Waschrohre", bevorzugt.

    [0044] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert werden, welche einen grobschematischen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Ausführungsform einer Pipettiervorrichtung zeigt.

    [0045] In Figur 1 ist eine grobschematisch dargestellte erfindungsgemäße Ausführungsform einer Pipettiervorrichtung allgemein mit 10 bezeichnet. Die Pipettiervorrichtung 10 umfasst einen Pipettierkanal 12, an welchem in an sich bekannter Weise eine Pipettierspitze 14 lösbar angekoppelt ist.

    [0046] Der Pipettierkanal 12 weist einen Zylinderabschnitt 16 auf, in welchem ein Kolben 18 längs einer mit der Zylinderachse Z zusammenfallenden Längsachse L der Pipettiervorrichtung 10 über eine Kolbenstange 20 durch einen Motor 22 relativ zum Zylinderabschnitt 16 verstellbar ist.

    [0047] Der Motor 22 wird durch eine Steuer/Regeleinheit 24 angesteuert, beispielsweise in Abhängigkeit vom Erfassungsignal eines Drucksensors 26, welcher den Druck eines Arbeitsfluids, etwa Luft, in einer durch die Bewegung des Kolbens 18 volumenveränderlichen Arbeitskammer 28 erfasst.

    [0048] Die Pipettierspitze 14, welche durch einen längs der Längsachse L der Pipettiervorrichtung 10 relativ zum Zylinderabschnitt 16 beweglichen Abwerfer 30 in an sich bekannter Weise vom Pipettierkanal 12 lösbar ist, weist einen zur Kopplung mit dem Pipettierkanal 12 ausgebildeten Kopplungsbereich 32, einen in dem in Figur 1 gezeigten Beispiel konisch 15 verlaufenden Wandbereich 34 und eine Pipettieröffnung 36 auf, durch welche hindurch eine Dosierflüssigkeit in Abhängigkeit vom Druck eines Arbeitsfluids, mit dem ein vom Wandbereich 34 und gegebenenfalls auch noch vom Kopplungsbereich 32 umgebener Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38 wenigstens teilweise gefüllt ist, in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum aspirierbar und aus diesem dispensierbar ist. Die Baugruppe aus Zylinder 16 und Kolben 18 bildet eine Druckveränderungsvorrichtung 40 zur Veränderung des Drucks von Arbeitsfluid im Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38.

    [0049] Erfindungsgemäß ist zwischen der Druckveränderungsvorrichtung 40 und dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38 eine Drosselstelle 42 vorgesehen, welche einen Strömungswiderstand R2 für Arbeitsfluid aufweist, welcher sich vorzugsweise berechnet aus

    wobei ηDst die dynamische Viskosität des Arbeitsfluids ist, IDst eine charakteristische Länge der Drosselstelle 42 in Strömungsrichtung des Arbeitsfluids bei der Dispensation von Dosierflüssigkeit ist und wobei dDst eine charakteristische Abmessung des Strömungsquerschnitts der Drosselstelle 42 ist, in dem in Figur 1 gezeigten Beispiel der Durchmesser der Drosselstelle 42 ist. In dem in Figur 1 gezeigten Beispiel ist die Drosselstelle 42 im Wesentlichen durch einen zylindrischen Kanal gebildet, so dass die Länge des Kanals die charakteristische Länge IDst der Drosselstelle 42 ist.

    [0050] Die Drosselstelle 42 kann darüber hinaus ein Ventil 44 aufweisen, mit welchem die Drosselstelle 42 vollständig abschließbar ist, um eine Druckausbreitung des Arbeitsfluiddrucks vom Arbeitsraum 28 in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38 zu unterbrechen.

    [0051] Das Ventil 44 ist vorzugsweise ebenfalls durch die Steuer/Regeleinrichtung 24 betätigbar. Die Pipettieröffnung 36 weist dagegen beim Dispensieren einen Strömungswiderstand R1 auf, welcher sich vorzugsweise ergibt aus

    wobei ηPof die dynamische Viskosität des die Pipettieröffnung 36 durchströmenden Mediums, also der Dosierflüssigkeit, ist, Ipof eine charakteristische Länge eines zur Pipettieröffnung 36 führenden Auslassendes der Pipettierspitze 14 ist, und dPof eine charakteristische Abmessung des Strömungsquerschnitts der Pipettieröffnung 36, im vorliegenden Regelfall einer kreisförmigen Pipettieröffnung 36 ist.

    [0052] Bei dem in Figur 1 gezeigten Beispiel einer sich konisch oder sonst wie zur Pipettieröffnung 36 hin verjüngenden Pipettierspitze 14 kann folgende Konvention zur Bestimmung der charakteristischen Länge gelten:
    Die charakteristische Länge I ist jene Länge, die das Austrittsende der Pipettierspitze14 ausgehend von der Pipettieröffnung 36 bis zu jener Stelle aufweist, an welcher der Strömungsquerschnitt der Pipettierspitze 14 den doppelten Flächenbetrag aufweist wie die Pipettieröffnung 36. Da der Strömungsquerschnitt bei kreisförmiger Gestalt proportional zum Quadrat des Radius bzw. des Durchmessers ist, kann als charakteristische Länge eines sich konisch oder sonst wie zur jeweiligen Strömungsquerschnittsverengung mit engstem Strömungsquerschnitt hin verjüngenden Austrittsbereichs jene Länge angenommen werden, die zwischen der jeweiligen Strömungsquerschnittsverengung und einem Strömungsquerschnitt besteht, dessen Durchmesser das

    -fache des Durchmessers der Strömungsquerschnittsverengung beträgt.

    [0053] Es hat sich nämlich herausgestellt, dass mit größer werdenden Strömungsquerschnitten in der Pipettierspitze 14 oder auch in der Drosselstelle 42 jene Bereiche mit deutlich größerem Strömungsquerschnitt als der engste Strömungsquerschnitt kaum zum Strömungswiderstand derjeweiligen Austrittsöffnung beitragen. Mit anderen Worten: Jene Bereiche der Pipettierspitze 14 oder der Drosselstelle 42, welche eine Strömungsquerschnittsfläche aufweisen, die mehr als doppelt so groß wie die Strömungsquerschnittsfläche des engsten Querschnitts ist, tragen nur noch in untergeordneten Größenordnungen zum jeweiligen Strömungswiderstand der betreffenden Strömungsquerschnittsverengung bei. Sie können daher vernachlässigt werden.

    [0054] Dann, wenn das Verhältnis der beiden Strömungswiderstände an der Drosselstelle 42 und der Pipettieröffnung 36 unter Berücksichtigung der die jeweiligen Strömungsquerschnittsverengungen durchströmenden Medien anhand von deren dynamischer Viskosität ein Verhältnis von 0,5, vorzugsweise 0,3, besonders bevorzugt 0,225, nicht übersteigt, ist das Dispensationsverhalten der Pipettierspitze 14, welche auch starr mit dem Pipettierkanal 12 verbunden sein kann, weitgehend unabhängig von Veränderungen des Strömungsquerschnitts etwa durch Ablagerungen von getrockneter oder/und auskristallisierter Dosierflüssigkeit.

    [0055] Selbstverständlich ändert sich das Dosierverhalten mit zunehmender Verengung der Pipettieröffnung 36 ab Unterschreiten eines kritischen Verengungsgrads auch trotz des Vorsehens der Drosselstelle 42 im Pipettierkanal 12 fluidmechanisch zwischen der Druckveränderungsvorrichtung 40 und dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38. Jedoch kann die Grenze, ab welcher sich Einflüsse derartiger Ablagerungen an der Pipettieröffnung 36 oder in einem der Pipettieröffnung 36 nahen Bereich beim Dispensieren bemerkbar machen, weiter in Richtung einer Querschnittsverkleinerung der Pipettieröffnung 36 hinausgeschoben werden.

    [0056] Entsprechendes gilt für die Aspiration von Dosierflüssigkeit.

    [0057] Dann, wenn das Verhältnis der Strömungsquerschnitte R2 zu R1 kleiner als 0,001, vorzugsweise kleiner als 0,00075 und besonders bevorzugt kleiner als 0,0005, ist, kann das Aspirations- und Dispensationsverhalten der Pipettiervorrichtung sogar in gewissen Grenzen unabhängig von der Viskosität der verwendeten Dosierflüssigkeit gemacht werden, so dass mit ein und derselben Pipettiervorrichtung 10 und ein und denselben Betriebsparametern unterschiedlich viskose Dosierflüssigkeiten gleich dosiert werden können. Dies vereinfacht den Betrieb von Pipettiervorrichtungen erheblich.

    [0058] Versuche haben gezeigt, dass Dosierflüssigkeiten mit einer dynamischen Viskosität von bis zu 0,004 Nsm-2, vorzugsweise von 0,0035 Nsm-2 und besonders bevorzugt von 0,0031 Nsm-2 durch eine erfindungsgemäße Pipettiervorrichtung ohne Änderung der Betriebsparameter dosierbar sind.

    [0059] Mit der vorliegenden Erfindung können daher Dosieraufgaben von Pipettiervorrichtungen deutlich vereinfacht werden.

    [0060] Die vorliegende Erfindung ist auch für Dosieraufgaben anwendbar,
    welche eine Pipettiervorrichtung 10 als so genannte "Waschkopf-Pipettiervorrichtung" zu erfüllen hat, wenn dieser Waschflüssigkeit z.B. als Dosierflüssigkeit in genauen Dosen aufgenommen und ausgeben soll.

    [0061] Solche -Pipettiervorrichtungen können dazu benutzt werden, Objekte 37 in Probebehältern 39 oder Probebehälter 39 allein, die sich in der Regel unter der Pipettieröffnung 36 befinden, durch Ausgeben einer abgemessenen Menge an Waschflüssigkeit als Dosierflüssigkeit definiert zu reinigen.

    [0062] Eine Pipettiervorrichtung 10 kann anderseits auch einen Waschflüssigkeits-Zulauf 50 aufweisen, welcher von einem Waschflüssigkeits-Vorrat 52 ausgehend bei einer Mündungsöffnung 54 in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38 münden kann.

    [0063] In diesem Falle ist der Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum vorteilhaft durch den Waschflüssigkeits--Zulauf 50 mit Waschflüssigkeit füllbar, so dass die Waschflüssigkeit in diesem Falle nicht durch die Pipettieröffnung 36 aspiriert zu werden braucht.

    [0064] Die Waschflüssigkeit im Waschflüssigkeits-Vorrat 52 kann durch eine Pumpe 56, welche ebenfalls durch die Steuer-/Regeleinrichtung 24 ansteuerbar sein kann, über den Waschflüssigkeits-Zulauf 50 in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38 förderbar sein. Um die durch den Waschflüssigkeits-Zulauf 50 geförderte Fördermenge noch genauer einstellen zu können, kann überdies am Waschflüssigkeits-Zulauf 50 ein Ventil 58 vorgesehen sein, welches durch die Steuer-/Regelvorrichtung 24 geöffnet und geschlossen werden kann.

    [0065] So kann beispielsweise durch ein geeignetes Programm in der Steuer-/Regeleinrichtung zunächst bei geschlossenem Ventil 58 durch Betrieb der Pumpe 56 ein vorbestimmter Druck im Waschflüssigkeits--Zulauf 50 aufgebaut werden, woraufhin das Ventil 58 für eine vorbestimmte Zeit geöffnet und dann wieder geschlossen wird.

    [0066] Um ein Nachlaufen von Waschflüssigkeit aus dem Waschflüssigkeits--Zulauf 50 in den Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum 38 zu verhindern oder möglichst gering zu halten, ist das Ventil 58 vorzugsweise an der Mündung 54 oder im Verhältnis zur Gesamtlänge des Waschflüssigkeits--Zulaufs nahe bei der Mündung 54 angeordnet. Die Entfernung des Ventils 58 von der Mündung 54 sollte vorzugsweise 5 % der Gesamtlänge des Waschflüssigkeits-Zulaufs 58 nicht überschreiten.
    Die Pipettiervorrichtung 10, kann über den dargestellten Pipettierkanal 12 hinaus weitere Pipettierkanäle aufweisen, welche im Wesentlichen identisch zu dem dargestellten Pipettierkanal 12 ausgestaltet sind, so dass der in Fig. 1 dargestellte Pipettierkanal 12 exemplarisch für alle Pipettierkanäle einer Mehrkanal-Pipettiervorrichtung beschrieben ist. Waschkopf-Pipettiervorrichtungen können beispielsweise Pipettierkanäle 12 in einer Matrixanordnung von 8 x 12 = 96 Pipettierkanälen aufweisen.

    [0067] Bei einer Mehrkanal-Pipettiervorrichtung können die Waschflüssigkeits-Zuläufe 50 zu jedem Pipettierkanal 12 über eine gemeinsame Pumpe 56 mit einem gemeinsamen Waschflüssigkeits-Vorrat 52 verbunden sein.

    [0068] Ebenso können alle Kolbenstangen 20 der einzelnen Pipettierkanäle 12 durch einen gemeinsamen Motor 22 verstellbar sein.

    [0069] Gleichwohl soll nicht ausgeschlossen sein, dass jeder Pipettierkanal seinen eigenen Motor 22, seine eigene Pumpe 56 oder/und seinen eigenen Waschflüssigkeits-Vorrat 52 aufweist. Mit dem Fixiermittel 60 soll angedeutet sein, dass die Pipettierspitze 34 als Waschrohr dauerhaft und eben nicht lösbar mit dem Pipettierkanal 12 gekoppelt sein kann. Das Waschrohr kann auch einstückig mit einem Rohr des Pipettierkanals ausgebildet sein, etwa mit dem Zylinderabschnitt 16.


    Ansprüche

    1. Pipettiervorrichtung (10) zur Dispensation und Aspiration von Dosierflüssigkeit durch Erhöhung bzw. Erniedrigung des Druckes eines Arbeitsfluids, umfassend:

    - einen wenigstens teilweise mit dem Arbeitsfluid zu füllenden Aufnahmeraum (38) für die Dosierflüssigkeit, mit einer Pipettieröffnung (36) als einer ersten Strömungsquerschnittsverengung, durch welche hindurch die Dosierflüssigkeit in Abhängigkeit von Druck des Arbeitsfluids aus dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum (38) hinaus dispensierbar und aspirierbar ist, und

    - eine Druckveränderungsvorrichtung (40) welche dazu ausgebildet ist den Druck des Arbeitfluids im Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum (38)zu verändern,

    - in einem betriebsmässig mit dem Arbeitsfluid gefüllten Pipettierkanal (12), fluidmechanisch zwischen dem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum (38) und der Druckveränderungsvorrichtung (40), eine Drosselstelle (42) als weitere Strömungsquerschnittsverengung, wobei das Verhältnis des Strömungswiderstandes (R1) der Pipettieröffnung (36) bezüglich einer Dosierflüssigkeit deren Viskosität den Wert von 0,004 Nsm-2 nicht übersteigt zum Strömungswiederstand (R2) der Drosselstelle (42) bezüglich eines Arbeitfluids dessen Viskosität den Wert von 0,00003 Nsm-2 nicht übersteigt, kleiner als 0.5 ist,
    dadurch gekennzeichnet, dass

    - der Pipettierkanal(12) die Aspirations- und die Dispensationsverbindung von Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum (38)und der Druckveränderungsvorrichtung (40)ist.


     
    2. Pipettiervorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis kleiner als 0,3 ist, vorzugsweise kleiner als 0,225.
     
    3. Pipettiervorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Waschkopf-Pipettiervorrichtung (10) ist, welche zur Dispensation von Waschflüssigkeit ausgebildet ist und welche einen Waschflüssigkeits-Zulauf (50) aufweist, der vorzugsweise im Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum (38) mündet, so dass der Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum (38) durch den Waschflüssigkeits-Zulauf (50) wenigstens teilweise mit Waschflüssigkeit füllbar ist.
     
    4. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Mehrzahl von im Wesentlichen parallelen Pipettierkanälen (12) aufweist, von welchen jeder Pipettierkanal (12) mit je einer Drosselstelle (42) als der weiteren Strömungsquerschnittsverengung versehen ist.
     
    5. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis kleiner als 0,00075, bevorzugt kleiner als 0,0005 ist.
     
    6. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drosselstelle (42) einen wahlweise veränderbaren Strömungsquerschnitt aufweist.
     
    7. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Pipettierkanal (12) ein zwischen einer Sperrstellung, in welcher eine Arbeitsfluidströmung im Pipettierkanal (12) unterbunden ist, und einer Offenstellung, in welcher eine Arbeitsfluidströmung im Pipettierkanal (12) gestattet ist, verstellbares Ventil (44) aufweist.
     
    8. Pipettiervorrichtung (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (44) an der Drosselstelle (42) oder fluidmechanisch zwischen der Druckveränderungsvorrichtung (40) und der Drosselstelle (42) vorgesehen ist.
     
    9. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Druckveränderungsvorrichtung (40) wenigstens ein unter einem Systemdruck stehendes Reservoir an Arbeitsfluid aufweist.
     
    10. Pipettiervorrichtung (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein unter einem ersten Systemdruck stehendes Dispensations-Reservoir und ein unter einem zweiten Systemdruck stehendes Aspirations-Reservoir vorgesehen sind, welche wahlweise druckübertragend mit dem Pipettierkanal (12) verbindbar und von diesem trennbar sind, wobei der erste Systemdruck grösser ist als ein Umgebungsdruck der Pipettiervorrichtung (10) und der zweite Systemdruck kleiner ist als der Umgebungsdruck.
     
    11. Pipettiervorrichtung (10) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Systemdruck für Dispensationsvorgänge gegenüber dem Umgebungsdruck des Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraums (38) einen Überdruck von 1,5 bar, vorzugsweise von 1,2 bar, besonders bevorzugt von 1,0 bar nicht übersteigt.
     
    12. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum (38) und die Pipettieröffnung (36) an einer von dem die Drosselstelle (42) aufweisenden Pipettierkanal (12) gesondert ausgebildeten, wahlweise mit diesem verbindbaren oder von diesem trennbaren Pipettierspitze (14) ausgebildet sind.
     
    13. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit Dosierflüssigkeit deren Viskosität den Wert von 0.004 Nsm-2, vorzugsweise den Wert von 0,0035 Nsm-2, besonders bevorzugt den Wert von 0,0031 Nsm-2 nicht übersteigt.
     
    14. Pipettiervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Arbeitsfluid, dessen Viskosität den Wert von 0,00003Nms-2, vorzugsweise von 0,00002 Nsm-2, besonders bevorzugt den Wert von 0,0000175 Nsm-2 nicht übersteigt.
     


    Claims

    1. Pipetting device (10) for dispensing and aspirating dosing liquid by increasing or decreasing the pressure of a working fluid, comprising:

    - a receiving space (38) for the dosing liquid to be at least partially filled with the working fluid, having a pipetting opening (36) as a first flow cross-section constriction, through which the dosing liquid can be dispensed and aspirated out of the dosing liquid receiving space (38) as a function of the pressure of the working fluid, and

    - a pressure-changing device (40) adapted to vary the pressure of the working fluid in the dosing liquid receiving space (38),

    - in a pipetting channel (12), which is operatively filled with the working fluid, a throttle point (42) as a further flow cross-section constriction fluid-mechanically between the dosing liquid receiving space (38) and the pressure-changing device (40), wherein the ratio of the flow resistance (R1) of the pipetting opening (36) with respect to a dosing liquid whose viscosity does not exceed the value of 0.004 Nsm-2 to the flow resistance (R2) of the throttling point (42) with respect to a working fluid whose viscosity does not exceed the value of 0.00003 Nsm-2 is less than 0.5,
    characterized in that

    - the pipetting channel (12) is the aspiration and dispensing connection of the dosing liquid receiving space (38) and the pressure-changing device (40).


     
    2. Pipetting device according to claim 1, characterized in that the ratio is less than 0.3, preferably less than 0.225.
     
    3. Pipetting device (10) according to claim 1 or 2, characterized in that it is a washing head pipetting device (10) which is designed for dispensing washing liquid and which has a washing liquid inlet (50) which preferably opens into the dosing liquid receiving space (38), so that the dosing liquid receiving space (38) can be filled at least partially with washing liquid by the washing liquid inlet (50).
     
    4. Pipetting device (10) according to one of claims 1 to 3, characterized in that it comprises a plurality of substantially parallel pipetting channels (12), of which each pipetting channel (12) is provided with a throttle point (42) each as the further flow cross-sectional constriction.
     
    5. Pipetting device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that the ratio is less than 0.00075, preferably less than 0.0005.
     
    6. Pipetting device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that the throttle point (42) has a selectively variable flow cross-section.
     
    7. Pipetting device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that the pipetting channel (12) has a valve (44) adjustable between a blocking position, in which a working fluid flow in the pipetting channel (12) is prevented, and an open position, in which a working fluid flow in the pipetting channel (12) is permitted.
     
    8. Pipetting device (10) according to claim 7, characterized in that the valve (44) is provided at the throttle point (42) or fluid-mechanically between the pressure-changing device (40) and the throttle point (42).
     
    9. Pipetting device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that it comprises, as a pressure-changing device (40), at least one reservoir of working fluid under system pressure.
     
    10. Pipetting device (10) according to claim 9, characterized in that a dispensing reservoir under a first system pressure and an aspiration reservoir under a second system pressure are provided, which are selectively pressure-transmittingly connectable to and separable from the pipetting channel (12), wherein the first system pressure is greater than an ambient pressure of the pipetting device (10) and the second system pressure is lower than the ambient pressure.
     
    11. Pipetting device (10) according to claim 9 or 10, characterized in that the system pressure for dispensing operations does not exceed an overpressure of 1.5 bar, preferably 1.2 bar, particularly preferably 1.0 bar, with respect to the ambient pressure of the dosing liquid receiving space (38).
     
    12. Pipetting device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that the dosing liquid receiving space (38) and the pipetting opening (36) are formed on a pipetting tip (14) which is formed separately from the pipetting channel (12) having the throttle point (42) and can be optionally connected thereto or separated therefrom.
     
    13. Pipetting device (10) according to one of the preceding claims, having dosing liquid whose viscosity does not exceed the value of 0.004 Nsm-2, preferably the value of 0.0035 Nsm-2, more preferably the value of 0.0031 Nsm-2.
     
    14. Pipetting device (10) according to one of the preceding claims, having a working fluid whose viscosity does not exceed the value of 0.00003 Nsm-2, preferably 0.00002 Nsm-2, more preferably 0.0000175 Nsm-2.
     


    Revendications

    1. Dispositif de pipetage (10) pour distribuer et aspirer du liquide de dosage en augmentant ou en diminuant la pression d'un fluide de travail, comprenant :

    - un espace de réception (38) pour le liquide de dosage à remplir au moins partiellement avec le fluide de travail, comprenant une ouverture de pipetage (36) comme premier rétrécissement de section d'écoulement à travers laquelle le liquide de dosage peut être distribué et aspiré depuis l'espace de réception de liquide de dosage (38) en fonction de la pression du fluide de travail, et

    - un dispositif de changement de pression (40) qui est conçu pour modifier la pression du fluide de travail dans l'espace de réception de liquide de dosage (38),

    - dans un canal de pipetage (12) rempli fonctionnellement de fluide de travail, en communication fluidique entre l'espace de réception de liquide de dosage (38) et le dispositif de modification de pression (40), un point d'étranglement (42) comme autre rétrécissement de section d'écoulement, le rapport entre la résistance d'écoulement (R1) de l'ouverture de pipetage (36) en ce qui concerne un liquide de dosage dont la viscosité ne dépasse pas la valeur de 0,004 Nsm-2 et la résistance d'écoulement (R2) du point d'étranglement (42) en ce qui concerne un fluide de travail dont la viscosité ne dépasse pas la valeur de 0,00003 Nsm-2, est inférieur à 0,5,
    caractérisé en ce que

    - le canal de pipetage (12) est le lien d'aspiration et de distribution entre l'espace de réception de liquide de dosage (38) et le dispositif de changement de pression (40).


     
    2. Dispositif de pipetage selon la revendication 1, caractérisé en ce que le rapport est inférieur à 0,3, de préférence inférieur à 0,225.
     
    3. Dispositif de pipetage (10) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il s'agit d'un dispositif de pipetage à tête de lavage (10) qui est conçu pour distribuer un liquide de lavage et qui présente une alimentation de liquide de lavage (50) qui débouche de préférence dans l'espace de réception de liquide de dosage (38), de sorte que l'espace de réception de liquide de dosage (38) peut être rempli par l'alimentation de liquide de lavage (50) au moins partiellement avec du liquide de lavage.
     
    4. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il présente une pluralité de canaux de pipetage (12) essentiellement parallèles, chaque canal de pipetage (12) étant pourvu d'un point d'étranglement (42) comme autre rétrécissement de section d'écoulement.
     
    5. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le rapport est inférieur à 0,00075, de préférence inférieur à 0,0005.
     
    6. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le point d'étranglement (42) présente une section d'écoulement pouvant être modifiée de façon sélective.
     
    7. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le canal de pipetage (12) présente une soupape (44) pouvant être réglée entre une position fermée, dans laquelle on empêche le flux du fluide de travail dans le canal de pipetage (12), et une position ouverte, dans laquelle on autorise le flux du fluide de travail dans le canal de pipetage (12).
     
    8. Dispositif de pipetage (10) selon la revendication 7, caractérisé en ce que la soupape (44) est prévue au niveau du point d'étranglement (42) ou bien en communication fluidique entre le dispositif de changement de pression (40) et le point d'étranglement (42).
     
    9. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il présente comme dispositif de changement de pression (40) au moins un réservoir de fluide de travail sous pression.
     
    10. Dispositif de pipetage (10) selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'il est prévu un réservoir de distribution se trouvant sous une première pression et un réservoir d'aspiration se trouvant sous une deuxième pression, lesquels peuvent être au choix raccordés par transmission de pression au canal de pipetage (12) ou en être détachés, la première pression étant supérieure à une pression ambiante du dispositif de pipetage (10) et la deuxième pression étant inférieure à la pression ambiante.
     
    11. Dispositif de pipetage (10) selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que la pression pour les processus de distribution par rapport à la pression ambiante de l'espace de réception de liquide de dosage (38) n'excède pas une surpression de 1,5 bar, de préférence de 1,2 bar, de façon particulièrement préférée de 1,0 bar.
     
    12. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'espace de réception de liquide de dosage (38) et l'ouverture de pipetage (36) sont réalisés sur un embout de pipetage (14) réalisé séparé du canal de pipetage (12) présentant le point d'étranglement (42), au choix de façon à pouvoir être raccordé ou séparé de ce dernier.
     
    13. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications précédentes avec un liquide de dosage dont la viscosité ne dépasse pas la valeur de 0,004 Nsm-2, de préférence la valeur de 0,0035 Nsm-2, de façon particulièrement préférée la valeur de 0,0031 Nsm-2.
     
    14. Dispositif de pipetage (10) selon l'une des revendications précédentes avec un fluide de travail dont la viscosité ne dépasse pas la valeur de 0,00003 Nsm-2, de préférence la valeur de 0,00002 Nsm-2, de façon particulièrement préférée la valeur de 0,0000175 Nsm-2.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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