[0001] Die Erfindung betrifft einen Radialverdichterrotor, insbesondere für einen Getriebeverdichter,
umfassend:
- eine Welle, die sich entlang einer Achse erstreckt,
- mindestens ein Laufrad, das axial ansaugend und radial ausgebend ausgebildet ist,
- ein Adapterflansch,
- eine Anschlusswelle,
- einen Antrieb.
[0002] Daneben betrifft die Erfindung einen Radialverdichter mit einem eingangs definierten
Radialverdichterrotor. Außerdem betrifft die Erfindung einen Getriebeverdichter mit
einem derartigen Radialverdichterrotor.
[0003] Bevorzugt werden derartige Radialverdichter, insbesondere in der Ausführung als Getriebeverdichter
mit jeweils entsprechenden Radialverdichterrotoren zur Verdichtung von Luft eingesetzt.
Insbesondere für Anlagen zur Zerlegung von Luft in die einzelnen Bestandteile werden
große Verdichtungsleistungen benötigt. In der Regel erfolgt ein derartiger Verdichtungsprozess
in zwei miteinander verknüpften Verdichtungsanlagen einem sogenannten Main-Air-Compressor
(MAC = Hauptluftverdichter) und einem Booster-Air-Compressor (BAC = > zusätzliche
Verdichtung). Herkömmliche MAC werden in der Regel als mindestens dreistufige Getriebeverdichter
ausgeführt. Anordnungen mit einem Getriebeverdichter bzw. Getriebeverdichter sind
bereits aus den
DE102010020145-A1,
DE102009015862-A1,
DE102014225136-A1,
DE102015200439-A1,
DE102015203287-A1 bekannt.
[0004] Derartige Verdichtungsanlagen sind dementsprechend teuer, weil in der Regel ein Getriebe
und mindestens zwei Verdichterwellen benötigt werden, an dessen Wellenenden die entsprechenden
Verdichter angebracht werden können. Der hohe Installationsaufwand, die Wartungskosten
und die Höhe der Investition schlechthin sind schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten
unerwünscht.
[0005] Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Nachteile abzumindern.
[0006] Zur Lösung der Aufgabe schlägt die Erfindung einen Radialverdichterrotor vor. Die
Erfindung bezieht sich auch auf einen Radialverdichter oder einen Getriebeverdichter,
die jeweils Gebrauch von dem erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor machen.
[0007] Infolge des erfindungsgemäßen Designs des Radialverdichterrotors kann pro Stufe eine
verhältnismäßig hohe Energiedichte verwirklicht werden, einschließlich derjenigen
Stufe, die im Bereich der axialen Ansaugung eine erfindungsgemäße Anschlusswelle mit
dem Antrieb - angebracht mittels eines Adapterflanschs an dem ersten Laufrad oder
an der Welle - aufweist. Auf diese Weise ist es möglich, pro Laufrad ein Druckverhältnis
(Verhältnis zwischen Eintrittsdruck und Austrittsdruck aus dem Verdichter) von mindestens
2,0, bevorzugt mindestens 2,8 zu erzielen und dementsprechend in einer zweistufigen
Bauweise (zwei Laufräder) das Prozessfluid bei einem Ausgangsdruck von beispielsweise
1 bar auf bis zu 6 bar zu verdichten.
[0008] Bei der Anschlusswelle kann es sich bevorzugt um einen Kupplungsflansch oder eine
Kupplung handeln, um den lösbaren Anschluss anderer Rotorbauteile zu ermöglichen,
die insbesondere dem Antrieb zuzurechnen sind.
[0009] Das vorgeschlagene erfindungsgemäße Design ermöglicht nicht nur eine hohe Energiedichte
pro Laufrad bzw. pro Verdichtungsstufe, sondern auch einen Antrieb des Verdichterrotors
ohne ein Zwischengetriebe. Beispielsweise kann der Antrieb eine Gasturbine, eine Dampfturbine
oder ein Elektromotor sein, der die jeweilige, dem Antriebsaggregat innewohnende Drehzahl
ohne Umwandlung auf den erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor überträgt.
[0010] Besonders bevorzugt befindet sich zwischen dem Antrieb und dem erfindungsgemäßen
Radialverdichterrotor eine elastische Kupplung, die beispielsweise etwaige Drehschwingungen
oder Biegeschwingungen dämpft und kleinere Fehlausrichtungen kompensiert.
[0011] Die erfindungsgemäße Anordnung des Antriebs auf der Seite der axialen Ansaugung eines
Laufrades des axial ansaugenden und radial ausgebenden Laufrades hat insbesondere
auch den Vorteil, dass eine sogenannte Back-to-Back-Anordnung ermöglicht ist, ohne
ein Getriebe zum Antrieb des Radialverdichterrotors vorzusehen. Die Back-to-Back-Anordnung
ermöglicht hierbei das strömungstechnisch besonders günstige axiale Ansaugen ohne
vorherige scharfe Umlenkung, wie es bei einer Einwellenkonstruktion mit entsprechenden
Laufrädern mittels der sogenannten Rückführstufen vorgesehen ist. Stattdessen saugen
die Laufräder axial aus entgegengesetzten Richtungen - an den Wellenenden angeordnet
- an und der Radialverdichterrotor weist Radiallagerstellen zwischen den beiden Laufrädern
in der Back-to-Back-Anordnung auf. Dementsprechend haben die beiden Laufräder rotordynamisch
an der Welle hinsichtlich der Lagerung eine jeweils sogenannte fliegende Anordnung.
Zusammengefasst kann für die Back-to-Back-Anordnung das Vorliegen von rotordynamischen
und strömungstechnischen Vorteilen gegenüber einer vergleichbaren konventionellen
fliegenden Reihenanordnung festgestellt werden.
[0012] Besonders zweckmäßig ist der Adapterflansch an dem ersten Laufrad befestigt, wobei
das erste Laufrad axial an der Welle angebracht ist und axial zwischen der Welle und
der Anschlusswelle angeordnet ist. Hierbei ist es grundsätzlich möglich, zwischen
dem Adapterflansch und dem ersten Laufrad sowie zwischen dem ersten Laufrad und der
Welle jeweils eine Verbindung mittels einer Hirth-Verzahnung vorzusehen.
[0013] Alternativ besonders sinnvoll ist zwischen Adapterflansch und Laufrad eine Verbindung
und Zentrierung mittels Stiften, insbesondere mittels Kegelstiften und mittels mehrerer
über den Umfang in einem bestimmten Durchmesser angeordneter axial sich erstreckender
Schrauben vorgesehen. Hierbei können abwechselnd Stifte bzw. Kegelstifte und Schrauben
über dem Umfang auf gleichem Durchmesser angeordnet sein. Alternativ zu den Kegelstiften
können auch Zylinderstifte und eine Zentrierung mittels einer zumindest teilweise
kegeligen Kontaktfläche zwischen Adapterflansch und Laufrad vorgesehen sein.
[0014] Besonders sinnvoll ist die Verbindung der Welle mit dem ersten Laufrad mittels eines
sich axial durch das erste Laufrad erstreckenden Zugankers, so dass das erste Laufrad
an einem ersten Axialende der Welle angebracht ist. Als eine Option kann mittels dieses
Zugankers auch der Adapterflansch zu der Anschlusswelle an dem ersten Laufrad axial
angebracht werden.
[0015] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Welle mindestens
eine Radiallagerstelle aufweist. Daneben ist es zweckmäßig, wenn die Welle mindestens
eine Axiallagerstelle aufweist. Besonders sinnvoll kann die Erfindung weitergebildet
werden, indem die Welle an mindestens einer Radiallagerstelle eine sich in Umfangsrichtung
und axial erstreckende Nut aufweist, die im Wesentlichen axial und in Umfangsrichtung
den Bereich des Radiallagers umfasst und die Welle eine Abdeckhülse radial außerhalb
der Nut aufweist, die die Nut nach radial außen abdeckt. Auf diese Weise kann dem
sogenannten Morton-Effekt vorgebeugt werden, so dass sich eine verbesserte Laufruhe
des Radialverdichterrotors ergibt. Infolge der Hohlkammer, die sich mittels der Nut
und der Abdeckung ergibt, übertragen sich etwaige thermische Einflüsse aus einem sogenannten
Hot-Spot, der lokal an einer Umfangsposition der Radiallagerstelle auftreten kann,
nicht auf den Kernbereich der Welle, so dass die Geradlinigkeit der Welle von einem
derartigen lokalen thermischen Einfluss nicht verschlechtert wird.
[0016] Insbesondere in dem Bereich des Adapterflanschs und der Anschlusswelle ist es sinnvoll,
wenn ein Radialverdichter mit einem erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor und einem
Gehäuse mit einer Einströmung, die zumindest axial abschnittsweise als Ringkanal ausgebildet
ist, die einen verstellbaren Eintrittsleitapparat im Axialbereich des Ringkanals aufweist,
wobei der Eintrittsleitapparat mittels Drehung um eine jeweilige Schaufellängsachse
verstellbare Leitschaufeln aufweist und wobei die Schaufellängsachsen schräg zur Achse
der Welle verlaufen, jeweils ein Bewegungsspalt zwischen den Enden der Schaufellängsachse
der Leitschaufeln und den Begrenzungskonturen vorgesehen ist, wobei die Leitschaufelenden
derart ausgebildet sind, dass die Höhe des Bewegungsspalts mit zunehmendem Abstand
von der Schaufellängsachse zunimmt. Auf diese Weise können die Leitschaufeln des Eintrittsleitapparates
trotz der naturgemäßen Krümmung des Ringkanals in Umfangsrichtung und trotz der schräg
zu der Achse des Radialverdichterrotors angeordneten Leitschaufeln verstellt werden,
so dass die gewünschte Strömungstechnik des jeweils angestrahlten Betriebspunktes
eingestellt werden kann.
[0017] In diesem Zusammenhang ist es besonders sinnvoll, wenn die Höhe des Bewegungsspalts
mit zunehmendem Abstand von der Schaufellängsachse derart zunimmt, dass die Leitschaufelenden
eine abgerundete oder runde Form aufweisen, bevorzugt die Schaufelenden kugelförmig
abgerundet sind. Auf diese Weise wird ein besonders weiter Winkelverstellbereich der
jeweiligen Leitschaufeln des Eintrittsleitapparates ohne das Risiko eines Verklemmens
gewährleistet.
[0018] Eine zusätzliche Reduktion des Risikos des Verklemmens wird erzielt, wenn die radialen
Begrenzungskonturen des Ringkanals im axialen Längsschnitt im Wesentlichen parallel
zueinander verlaufen im Bereich der Leitschaufeln des Eintrittsleitapparates.
[0019] Besonders zweckmäßig lässt sich die Erfindung bzw. der erfindungsgemäße Radialverdichterrotor
für einen Getriebeverdichter nutzen. Ein derartiger Getriebeverdichter umfasst einen
Getriebekasten, an dem Verdichter angeordnet sind, ein Großrad, angeordnet in dem
Getriebekasten, mehrere Ritzelwellen mit Ritzeln, die um das Großrad herum verteilt
angeordnet sind, wobei die Ritzel mit dem Großrad in Eingriff stehen, wobei mindestens
an einigen der Ritzelwellen an den Wellenenden Laufräder der Verdichter angebracht
sind, wobei mindestens eine Ritzelwelle, bevorzugt genau eine Ritzelwelle, als ein
Radialverdichterrotor mit der erfindungsgemäßen Anordnung eines Adapterflanschs und
einer Anschlusswelle für einen Antrieb vorgesehen ist.
[0020] Im Folgenden ist die Erfindung anhand eines speziellen Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf Zeichnungen näher dargestellt. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Längsschnitts durch einen erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor,
- Figur 2
- ein Detail des Längsschnitts durch einen erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor im
Bereich einer Radiallagerstelle,
- Figur 3
- einen Ausschnitt eines Längsschnitts durch einen Radialverdichter mit einem erfindungsgemäßen
Radialverdichterrotor und einem Eintrittsleitapparat,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung eines Schnitts durch einen Getriebeverdichter, umfassend
einen erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor
[0021] Begriffe wie axial, tangential oder Umfangsrichtung beziehen sich - wenn nicht anders
angegeben - stets auf eine Achse X eines Radialverdichterrotors RCR.
[0022] Figur 1 zeigt einen schematisch dargestellten Längsschnitt entlang einer Achse X
eines Radialverdichterrotors RCR. Der Radialverdichterrotor RCR ist insbesondere gut
geeignet für den Einsatz in einem Radialverdichter RCP, wie er in einem schematischen
ausschnittsweisen Längsschnitt mit einem Eintrittsleitapparat IGV in Figur 3 dargestellt
ist oder für einen Getriebeverdichter GTC, wie er in Figur 4 schematisch mit einem
Radialverdichterrotor RCR wiedergegeben ist.
[0023] Die Figur 2 zeigt ein Detail einer Welle SH des Radialverdichterrotors RCR, wie er
in Figur 1 dargestellt ist, wobei das Detail in Figur 1 mit II ausgewiesen ist.
[0024] Der in Figur 1 dargestellte Radialverdichterrotor RCR umfasst eine Welle SH, die
sich entlang der Achse X erstreckt, wobei mindestens ein Laufrad IMP1, IMP2, hier
ein erstes Laufrad IMP1 und ein zweites Laufrad IMP2 an der Welle SH axial angebracht
ist. Die Laufräder IMP1, IMP2 saugen axial an und geben ein Prozessfluid PFL radial
aus.
[0025] Daneben umfasst der Radialverdichterrotor RCR auch ein Adapterflansch CPL, eine Anschlusswelle
CSH und einen Antrieb DRV. Das erste Laufrad IMP1 wird mittels eines Zugankers TBL
angebracht. Der Zuganker TBL ist hierbei jeweils axial in die Welle SH eingeschraubt
und klemmt das Laufrad IMP1, IMP2 mittels einer Mutter NUT. Diese Befestigungsweise
mittels des zentralen Zugankers TBL ist auf beiden axialen Seiten der Welle SH die
gleiche, wobei das Laufrad IMP jeweils mittels einer separaten Mutter NUT mittels
des Zugankers TBL an der Welle SH befestigt ist.
[0026] Das erste Laufrad steht hierbei außerdem axial mit einem Adapterflansch CPL in Verbindung,
wobei der Adapterflansch CPL die Mutter NUT zur Verbindung der Welle SH mit dem ersten
Laufrad IMP1 an der Kontaktfläche in Umfangsrichtung umgibt bzw. eine mittige Aussparung
für die Mutter NUT aufweist. Bevorzugt ist die Mutter NUT ein separates Bauteil getrennt
von dem Adapterflansch CPL. Es ist hierbei auch denkbar, dass die Mutter NUT sowohl
das erste Laufrad IMP1 als auch der Adapterflansch CPL axial gegeneinander verspannt.
Vorliegend in Figur 1 ist nicht eine einstückige Ausbildung der Mutter NUT und des
Adapterflanschs CPL seitens des ersten Laufrades IMP1 dargestellt sondern die Mutter
NUT und der Adapterflanschs CPL sind voneinander getrennte Bauteile. Der Adapterflansch
CPL ist mittels Schrauben TSC und Stiften TPN gegen Verdrehung und gegen ein Lösen
gesichert. Die Stifte TPN können zum Zweck der Zentrierung kegelig ausgebildet sein.
Alternativ kann eine Kontaktfläche CFS zwischen Adapterflansch CPL und ersten Laufrad
IMP1 zumindest teilweise kegelig ausgebildet sein.
[0027] In Axialrichtung an der Adapterflansch CPL ist eine Anschlusswelle CSH angebracht,
wobei eine Kontaktfläche zwischen der Anschlusswelle CSH und dem Adapterflansch CPL
zentrierend konisch ausgebildet ist. Unter Verzicht auf diese Zentrierfunktion kann
diese Kontaktfläche CSF eine stirnseitig plane Ausbildung aufweisen. Der Adapterflansch
CPL weist zur Anbringung der Anschlusswelle CSH ein Innengewinde ITH und die Anschlusswelle
CSH ein Außengewinde OTH auf. Der Drehsinn des Innengewindes ITH bzw. Außengewindes
OTH, die ineinander eingreifen und die Anschlusswelle CSH an dem Adapterflansch CPL
befestigen, ist auf die Drehrichtung des Antriebes DRV, der mit der Anschlusswelle
CSH antreibend in Verbindung steht, derart abgestimmt, dass ein Antriebsdrehmoment
aus dem Antrieb DRV übertragen auf den Radialverdichterrotor RCR nicht zu einem Lösen
dieser Verbindung führt.
[0028] Die Figur 1 zeigt die bevorzugte Ausführungsform, wobei der Adapterflansch CPL an
dem ersten Laufrad IMP1 vorgesehen ist, wobei das erste Laufrad IMP1 axial an der
Welle SH angebracht und axial zwischen der Welle SH und der Anschlusswelle CSH angeordnet
ist. Axial zwischen den beiden Laufrädern IMP1, IMP2 befindet sich die Welle SH, die
sich in axialer Richtung erstreckt und die zwei Radiallagerstellen RBE und eine Axiallagerstelle
ABE aufweist.
[0029] Die axiale Seite, an der das erste Laufrad IMP1 angebracht ist, ist als Axialende
AX1 bezeichnet und die axiale Seite der Welle SH, die das zweite Laufrad IMP2 trägt,
ist als zweites Axialende AX2 bezeichnet. Die Figur 1 zeigt eine Anordnung der beiden
Laufräder IMP1, IMP2 an den beiden Axialenden AX1, AX2 in einer sogenannten fliegenden
Lagerung, bei der jeweils nur einseitig der beiden Laufräder IMP1, IMP2 eine radiallagerstelle
RBE vorgesehen ist. Weiterhin saugen die beiden Laufräder IMP1, IMP2 aus unterschiedlichen
Axialrichtungen ein Prozessfluid PFL an und geben dieses radial aus, was in der Konfiguration
der Figur 1 als eine sogenannte Back-to-Back-Anordnung der beiden Laufräder IMP1,
IMP2 an der Welle SH zueinander bezeichnet wird.
[0030] Zur Verbindung des zweiten Laufrads IMP2 und der Welle SH ist stirnseitig der Welle
SH und stirnseitig des zweiten Laufrads IMP2 eine Hirth-Verzahnung HRT vorgesehen,
die die Bauteile zueinander radial zentriert und für eine sichere Übertragung der
Drehmomente sorgt.
[0031] Seitens des ersten Laufrads IMP1 ist eine derartige Verbindung grundsätzlich auch
möglich. Die in dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 dargestellte Variante zur Verbindung
des ersten Laufrads IMP1 mit der Welle sieht stattdessen eine radiale Zentrierung
mittels einer Ausnehmung RZS in dem Laufrad vor, in die die Welle stirnseitig eingepasst
- hier eingeschrumpft (radialer Schrumpfsitz RSC)- ist. Die axialen bzw. stirnseitigen
Kontaktfläche FFS zwischen dem ersten Laufrad IMP1 bzw. der Stirnfläche FFS in der
Ausnehmung RZS und der Stirnseite des ersten Wellenendes AX1 dient unter der axialen
Vorspannung mittels des Zugankers TBL im Wesentlichen der Übertragung des Drehmoments.
Zur Erhöhung der Haftreibung ist vorteilhaft axial zwischen der Stirnseite des ersten
Wellenendes AX1 und der Stirnfläche FFS in der Ausnehmung RZS ein reibungserhöhendes
Mittel vorgesehen - hier eine Scheibe DMT mit axial hervorstehenden Diamantspitzen.
[0032] Die Figur 2 zeigt das Detail der Radiallagerstelle RBE aus der Figur 1 des Radialverdichterrotors
RCR. Die Welle ist an der Radiallagerstelle RBE mit einer sich axial und in Umfangsrichtung
erstreckenden Nut GRV versehen, die im Wesentlichen axial und in Umfangsrichtung den
Bereich des Radiallagers umfasst bzw. abdeckt oder überstreicht. Die Welle SH umfasst
weiterhin eine Abdeckhülse SLV, die radial außerhalb der Nut GRV angeordnet ist, so
dass die Nut GRV nach radial außen abgedeckt ist. Unter einer Anordnung "radial außerhalb
der Nut GRV" versteht die Erfindung, dass die Hülse SRV zumindest teilweise radial
außerhalb der Nut angeordnet ist. Ausführungsformen, bei denen die Hülse SLV zumindest
zum Teil auch Elemente innerhalb der Nut GRV aufweist, sind von der Erfindung nicht
bevorzugt, aber von dieser auch nicht unbedingt ausgeschlossen. Dementsprechend kann
die Hülse SLV an der Welle SH kraftschlüssig, z. B. mittels einer Schrumpfverbindung
oder kraft- und formschlüssig (ebenfalls beispielsweise mittels einer Schrumpfverbindung)
ausgebildet sein. Dadurch dass die Nut GRV sich an der Welle SH befindet, sind die
mechanischen Anforderungen an die Hülse SLV reduziert gegenüber einer Ausbildung,
bei der eine entsprechende Aussparung in der Hülse SLV vorgesehen ist. Daher ist die
gesamte Anordnung bei ansonsten im Wesentlichen gleichen mechanischen Eigenschaften
dünner.
[0033] Die Figur 3 zeigt in einem ausschnittsweisen schematischen Längsschnitt einen Radialverdichter
RCP mit einem erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor RCR. Der Längsschnittausschnitt
zeigt das Detail eines verstellbaren Eintrittsleitapparates IGV in einer Einströmung
INL eines Gehäuses CAS des Radialverdichters RCP. Die Einströmung ist zumindest axial
abschnittsweise als Ringkanal ANC ausgebildet und der Eintrittsleitapparat IGV befindet
sich im Axialbereich des Ringkanals ANC. Der Eintrittsleitapparat IGV weist verstellbare
Leitschaufeln VNS auf, die mittels Drehung um eine jeweilige Schaufellängsachse VX
die strömungstechnischen Eigenschaften der Verdichterstufe verändern. Die Schaufellängsachse
VX verläuft schräg zur Achse X der Welle SH. Bevorzugt sind Begrenzungskonturen LCI,
LCO, die den Ringkanal ANC nach radial innen (LCI) und radial außen (LCO) begrenzen
zumindest im Bereich des Eintrittsleitapparates IGV bzw. im Bereich der Leitschaufeln
VNS parallel zueinander ausgebildet. Um eine Drehbarkeit der Leitschaufeln VNS um
die Schaufellängsachse VX ohne Klemmen zu ermöglichen, sind die Enden der Leitschaufeln
VNS in Richtung der Schaufellängsachse VX mit einer abgerundeten oder runden Form
versehen, zumindest derart ausgebildet, dass die Höhe HGT eines Bewegungsspalts CLG
zwischen den Begrenzungskonturen LCI, LCO und den Leitschaufelenden mit zunehmendem
Abstand von der Schaufellängsachse VX zunehmend ausgebildet ist. Auf diese Weise ist
es ohne ein Klemmen möglich, die Leitschaufeln VNS in dem Ringkanal ANC zu verdrehen.
Besonders bevorzugt ist die Höhe HGT des Bewegungsspalts CLG mit zunehmendem Abstand
von der Schaufellängsachse VX derart ausgelegt, dass die Leitschaufelenden eine abgerundete
oder runde Form aufweisen, bevorzugt kugelförmig abgerundet sind.
[0034] Figur 4 zeigt die schematische Darstellung eines Getriebeverdichters GTC in einer
axial geschnittenen Draufsicht auf den Getriebeverdichter GTC. Der Getriebeverdichter
GTC umfasst einen Radialverdichterrotor RCR bzw. einen Radialverdichter RCP in erfindungsgemäßer
Bauart. An der Welle SH des Radialverdicherrotors RCR ist ein Ritzel PNN vorgesehen,
das ein Großrad BLG antreibt. Von dem Großrad BLG wird mindestens eine weitere Ritzelwelle
PSH angetrieben, wie in der Figur 4 schematisch angedeutet, an dessen Wellenenden
weitere Verdichter CPM angeordnet sind. Die Gehäuse CAS der Verdichter CPM sind an
einem Getriebekasten GBX, in dem das Großrad BLG, die Ritzel PNN und die Wellen SH
im Wesentlichen angeordnet und gelagert sind, angebracht. Infolge des Antriebs an
dem erfindungsgemäßen Radialverdichterrotor RCR ist ein entsprechender Antrieb des
Großrades BLG nicht erforderlich. Dementsprechend kann der Antrieb DRV ohne ein entsprechendes
Übersetzungsgetriebe zwischen dem Getriebeverdichter GTC und dem Antrieb DRV realisiert
werden, wobei der Antrieb DRV im Nenndrehzahlbetrieb die Drehzahl mit dem Radialverdichterrotor
RCR aufweist. Je nach Platzerfordernis zur Anbringung der einzelnen Verdichter CPM
an dem Getriebekasten GBX und je nach erforderlicher Drehzahl der einzelnen Verdichter
CPM werden die Übersetzungsverhältnisse bzw. Größen des Großrades BLG und der einzelnen
Ritzel PNN bedarfsgerecht ausgelegt. Aufgrund der entfallenden Notwendigkeit, das
Großrad BLG anzutreiben, ist das Platzangebot zum Anbringen der einzelnen Verdichter
CPM an dem Getriebekasten GBX verbessert.
1. Radialverdichterrotor (RCR), insbesondere für einen Getriebeverdichter (GTC), umfassend:
- eine Welle (SH), die sich entlang einer Achse (X) erstreckt,
- mindestens ein Laufrad (IMP1, IMP2), das axial ansaugend und radial ausgebend ausgebildet
ist,
- ein Adapterflansch (CPL),
- eine Anschlusswelle (CSH),
- einen Antrieb (DRV),
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein erstes Laufrad (IMP1) an der Welle (SH) angebracht ist und das ansaugseitig
des ersten Laufrades (IMP1) an dem ersten Laufrad (IMP1) oder an der Welle (SH) mittels
des Adapterflanschs (CPL) die Anschlusswelle (CSH) angebracht ist,
wobei die Anschlusswelle (CSH) mit dem Antrieb (DRV) in Verbindung steht und eine
Antriebsleistung von dem Antrieb (DRV) auf das erste Laufrad (IMP1) oder die Welle
(SH) überträgt.
2. Radialverdichterrotor (RCR) nach Anspruch 1,
wobei der Adapterflansch (CPL) an dem ersten Laufrad (IMP1) axial angebracht ist,
wobei das erste Laufrad (IMP1) axial an der Welle (SH) angebracht und axial zwischen
der Welle (SH) und der Anschlusswelle (CSH) angeordnet ist.
3. Radialverdichterrotor (RCR) nach Anspruch 2,
wobei der Radialverdichterrotor (RCR) einen
Zuganker (TBL) umfasst und
wobei das erste Laufrad (IMP1) mittels des sich axial durch das erste Laufrad (IMP1)
erstreckenden Zugankers (TBL) axial an einem ersten Axialende (AX1) der Welle (SH)
angebracht ist.
4. Radialverdichterrotor (RCR) nach Anspruch 3,
wobei der Radialverdichterrotor (RCR) ein zweites Laufrad (IMP2) umfasst und
wobei an einem zweiten Axialende (AX2) der Welle (SH) das zweite Laufrad (IMP2) in
einer Back-to-Back-Anordnung zu dem ersten Laufrad (IMP1) an der Welle (SH) angebracht
ist.
5. Radialverdichterrotor (RCR) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 -
4,
wobei die Welle (SH) mindestens eine Radiallagerstelle (RBE) aufweist.
6. Radialverdichterrotor nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 5, wobei
die Welle (SH) mindestens eine Axiallagerstelle (ABE) aufweist.
7. Radialverdichterrotor nach mindestens einem der vorhergehenden Anspruche 5, wobei
die Welle (SH) an mindestens einer Radiallagerstelle (RBE) eine sich in Umfangsrichtung
und axial erstreckende Nut (GRV) aufweist, die im Wesentlichen axial und in Umfangsrichtung
den Bereich des Radiallagers umfasst und die Welle (SH) eine Abdeckhülse (SLV) radial
außerhalb der Nut (GRV) aufweist, die die Nut (GRV) nach radial außen abdeckt.
8. Radialverdichter (RCP) umfassend
- einem Radialverdichterrotor (RCR) nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 6,
- ein Gehäuse (CAS) mit einer Einströmung (INL), die zumindest axial abschnittsweise
als Ringkanal (ANC) ausgebildet ist, die einen verstellbaren Eintrittsleitapparat
(IGV) im Axialbereich des Ringkanals (ANC) aufweist,
wobei der Eintrittsleitapparat (IGV) mittels Drehung um eine jeweilige Schaufellängsachse
(VX) verstellbare Leitschaufeln (VNS) aufweist,
wobei die Schaufellängsachse (VX) schräg zur Achse (X) der Welle (SH) verläuft,
wobei jeweils ein Bewegungsspalt (CLG) zwischen den Enden der Schaufellängsachse (VX)
der Leitschaufeln (VNS) und den Begrenzungskonturen (LCI, LCO) vorgesehen ist, wobei
die Leitschaufelenden derart ausgebildet sind, dass die Höhe (HGT) des Bewegungsspalts
(CLG) mit zunehmenden Abstand von der Schaufellängsachse (VX) zunimmt.
9. Radialverdichter (RCP) nach Anspruch 8, wobei die Höhe (HGT) des Bewegungsspalts (CLG)
mit zunehmendem Abstand von der Schaufellängsachse (VX) derart zunimmt, dass die Leitschaufelenden
eine abgerundete oder runde Form aufweisen, bevorzugt die Leitschaufelenden kugelförmig
abgerundet sind.
10. Radialverdichter (RCP) nach Anspruch 8 oder 9, wobei
die radialen Begrenzungskonturen (LCI, LCO) des Ringkanals (ANC) im axialen Längsschnitt
im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
11. Getriebeverdichter (GTC) umfassend:
- einen Getriebekasten (GBX), an dem Verdichter (CPM) angeordnet sind,
- ein Großrad (BLG), angeordnet in dem Getriebekasten (GBX),
- mehrere Ritzelwellen (PSH) mit Ritzeln (PNN), die um das Großrad (BLG) herum verteilt
angeordnet sind, wobei die Ritzel (PNN) mit dem Großrad (BLG) in Eingriff stehen,
- wobei mindestens an einigen der Ritzelwellen (PSH) an den Wellenenden Laufräder
(IMP) der Verdichter (CPM) angebracht sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Ritzelwelle (PSH), bevorzugt genau eine Ritzelwelle (PSH), als ein
Radialverdichterrotor (RCR) nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 7 ausgebildet
ist.