Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Offenbarung betrifft einen Behälter, insbesondere einen nestbaren
bzw. ineinandersetzbaren Großladungsträger, mit einem Boden und Seitenwänden, die
sich insbesondere vom Boden aus zu einem umlaufenden Behälterrand konisch und/oder
in Stufen erweitern.
Stand der Technik
[0002] Aus dem Stand der Technik sind nestbare Behälter bekannt, die sich zur Behälteröffnung
hin aufweitende Seitenwände aufweisen und so ein Ineinandersetzen mehrerer unbefüllter
Behälter zur Verringerung des Transportvolumens beim Leertransport ermöglichen.
[0003] Untersuchungen der Anmelderin zur Umkipp-Kinematik eines Stapels derart ineinander
gesetzter Behälter haben gezeigt, dass beim Umkippen auf einen ebenen Boden wegen
des trägheitsbedingten späteren Auftreffens der weiter oben im Stapel angeordneten
Behälter und des sich nach oben hin erweiternden Behälterquerschnitts der obere Rand
des untersten Behälters des Stapels als erstes auf den Boden prallt. Gerade bei Großladungsträgern,
die mit Gabelstaplern oder vergleichbaren Flurförderzeugen gehandhabt werden, kommt
es vergleichsweise häufig zu einem solchen Umkippen eines Behälterstapels. Insbesondere
beim Bilden von Stapeln und bei der Vereinzelung von Behältern aus einem solchen Stapel
kommt es häufig dazu, dass mit den Gabelzinken nicht die vorgesehenen Eingriffsausnehmungen
getroffen werden und der Stapel umgestoßen wird. Vor allem bei hohen Stapeln von solch
großen Behältern treten bei einem Umkippen sehr große Aufprallkräfte auf, die dann
auf einen einzigen Behälterrand einwirken, was häufig zum Bruch der Behälterrandung
des besagten untersten Behälters führt. Ein konischer Behälter mit gebrochenem Behälterrand
ist aufgrund der tragenden Wirkung des Randes in der Regel unbrauchbar und muss aussortiert
werden.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es vor diesem Hintergrund, einen Behälter
mit robusterer Konstruktion bereitzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Erfindungsgemäß ist ein Behälter vorgesehen, der einen, insbesondere rechteckförmigen,
Boden und Seitenwände, die sich vom Boden aus zu einem Behälterrand erstrecken aufweist.
Zumindest eine der Seitenwände des Behälters weist an ihrer Außenseite einen Stoßfänger
bzw. -dämpfer auf, der in Behälterhöhenrichtung betrachtet unterhalb des Behälterrandes
und vorzugsweise von diesem beabstandet angeordnet ist und von besagter Außenseite
zumindest so weit vorspringt, dass er eine Ebene, die zwischen einer Außenkante des
Bodens und einer, insbesondere unteren, Außenkante des Behälterrandes der zumindest
einen Seitenwand aufgespannt wird, tangiert oder schneidet. Durch eine solche konstruktive
Auslegung trifft bei einer Kippbewegung des Behälters um die zugehörigen Außenkante
des Bodens der Stoßfänger vor dem Behälterrand auf einem ebenen Boden auf. Zudem ist
der Stoßfänger konstruktiv dazu ausgelegt und angepasst, einen seitlich auf den Behälter
wirkenden Stoß unter elastischer und/oder plastischer Verformung zumindest teilweise
zu dissipieren, d.h. der Stoßfänger ist in seiner Struktur und/oder seiner Materialauswahl
dazu angepasst bei einem Aufprall auftretende Energien bspw. durch innere Reibungsverluste
aufzunehmen.
[0007] Gemäß einem weiter bevorzugten Aspekt der Erfindung kann der Stoßfänger hohl ausgeführt
sein oder es kann zwischen Stoßfänger und der Außenfläche der zugehörigen Seitenwand
eine lichte Weite ausgebildet sein. Besonders bevorzugt kann der zumindest eine Stoßfänger
hohlprofilförmig ausgebildet sein, insbesondere zusammen mit der abgeschirmten Seitenwand
einen Hohlraum bzw. einen lichten Raum einschließen. Das Vorsehen eines Hohlraums
bzw. eines lichten Raumes zwischen Stoßfänger und der durch diesen abgeschirmten Seitenwand
ermöglicht es, einen bestimmten Verformungsweg bzw. eine Knautschzone zu definieren,
auf welchem der Stoßfänger sich verformen und somit Aufprallenergie dissipieren kann.
[0008] Gemäß einem weiter bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann der zumindest
eine Stoßfänger in Behälterhöhenrichtung gesehen im oberen Drittel des Behälters angeordnet
sein, insbesondere mit einem Abstand von 180 bis 240 mm zum oberen Behälterrand.
[0009] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung können die Seitenwände
sich vom Boden aus in Richtung Behälterrand, insbesondere konisch und/oder in Stufen,
aufweitend erstrecken. Der sich in Behälterhöhenrichtung erweiternde Behälterquerschnitt
ermöglicht ein Nesten bzw. Ineinanderschachteln mehrerer baugleicher Behälter. Bei
solchen nestbaren Behältern ist ein Stoßfänger besonders von Vorteil, da der Rand
aufgrund der konischen Form der Wände besonders exponiert ist.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Stoßfänger so ausgelegt sein, dass
er in bodenparalleler Richtung nicht weiter vorspringt als die Außenkante des Behälterrandes
der durch ihn geschützten/abgeschirmten Behälterseite, um die Außenmaße des Behälters
nicht zu vergrößern. Bevorzugt kann der Stoßfänger nach außen hin bündig mit besagter
Außenkante des Behälterrandes abschließen bzw. in Behälterhöhenrichtung fluchtend
mit dieser angeordnet sein.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Behälter vier Seitenwände aufweisen
und vier Stoßfänger können jeweils in Eckbereichen des Behälters angeordnet sein.
Auf diese Weise können Aufprallkräfte gut in die ohnehin verstärkten Eckbereiche eines
Behälters eingeleitet werden.
[0012] Bevorzugt können die Stoßfänger an zwei einander gegenüberliegenden Seitenwänden
des Behälters angeordnet sein. Es bietet sich an, bspw. bei Behältern mit im Wesentlichen
rechteckförmiger Grundfläche, Stoßfänger jeweils an den längeren Seitenwänden vorzusehen,
da die Behälter eher über die längere Bodenkante kippen. Bei Großladungsträgern gibt
es häufig eine vorbestimmte Eingriffsrichtung bzw. Eingriffsseiten für Gabelstapler
und dergleichen. In diesem Fall ist es von Vorteil, die Stoßfänger jeweils an von
den Eingriffsseiten abgewandten Seitenwänden anzuordnen, da ein Stapel genesteter
Behälter meist vom Gabelstapler weg kippen wird.
[0013] Gemäß einem weiter bevorzugten Aspekt der Erfindung kann der Stoßfänger einen vorbestimmten
Prallabsorbtions- oder Knautschabschnitt aufweisen, der dazu ausgebildet ist, Stoßenergie
bei einem Aufprall unter elastischer und/oder plastischer Verformung zu dissipieren.
Es sind verschiedene Ausführungsformen solcher Prallabsorptionsabschnitte denkbar.
Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel kann der Prallabsorptionsabschnitt ein
gefalteter Abschnitt des Stoßfängers sein. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
kann der Prallabsorptionsabschnitt eine gezielt eingebrachte Sollbruchstelle sein,
die die Aufprallwucht dämpft. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel kann der Stoßfänger
einen Elastomerabschnitt zur besseren Stoßdämpfung aufweisen.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der Stoßfänger über einen
elastischen Federabschnitt, bspw. einen integralen Kunststoff-Blattfederabschnitt,
am Behälter aufgehängt sein und somit federvorgespannt relativbeweglich zur Behälterseitenwand
am Behälter angeordnet sein.
[0015] Gemäß einem weiter bevorzugten Aspekt kann der Stoßfänger sich zum Behälteräußeren
hin bzw. in Richtung vom Behälter weg verjüngen. Auf diese Weise können Aufprallkräfte
an einem vorbestimmten vergleichsweise kleinflächigen Abschnitt des Stoßfängers aufgenommen
und in eine größere Fläche des Behälters verteilt werden. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform kann der Stoßfänger hierzu zum Behälteräußeren hin (in die vom Behälterinneren
abgewandte Richtung) spitz zulaufend oder abgerundet ausgebildet sein.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der Stoßfänger behälteraußenseitig
einen Vorsprung zur definierten Krafteinleitung von Aufprallkräften aufweisen, der
in Richtung schräg vom Behälter weg und nach unten (in Richtung hin zum Boden) vom
Stoßfänger vorspringt.
[0017] Gemäß einem weiter bevorzugten Aspekt der Erfindung kann der Behälterrand zum Behälteräußeren
hin vorkragend ausgebildet sein. Weiter bevorzugt kann der vorkragende Behälterrand
zumindest an zwei gegenüberliegenden Seiten um mehr als 10 mm vorkragen, sodass besagter
vorkragender Rand von einer Seite für einen Eingriff einer Gabel eines Hubstablers
oder anderen Flurförderzeugs angepasst ist.
[0018] Besonders bevorzugt kann der Behälter ein Großladungsträger mit einem palettenförmigen,
für einen Eingriff einer Gabel eines Hubstablers oder anderen Flurförderzeugs angepassten
Bodenteil sein. In solchen Behältern wirken große Kräfte beim Umkippen von Stapeln
eineinandergesetzter Behälter, sodass ein erfindungsgemäßer Stoßfänger von besonderem
Vorteil ist.
[0019] Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann der Stoßfänger als ein außenseitig
der zugehörigen Seitenwand angeordneter Stoßbügel ausgebildet sein.
[0020] Gemäß einem weiter bevorzugten Aspekt der Erfindung kann der Behälter aus Kunststoff,
insbesondere in einem Spritzguss- oder Rotomouldingverfahren, gefertigt sein. Besonders
bevorzugt kann der Behälter stoffeinstückig gefertigt und der Stoßfänger integral
an diesem angefromt sein.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0021]
Figuren 1A und 1B sind perspektivische Darstellungen eines Behälters gemäß einer ersten
Ausführungsform der Erfindung von verschiedenen Seiten;
Figuren 2A, 2B und 2C sind Darstellungen zur Veranschaulichung der Umfallkinematik
eines Stapels baugleicher ineinandergesetzter Behälter gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
Fig. 3 ist eine Seitenansicht eines Behälters gemäß der ersten Ausführungsform der
Erfindung;
Fig. 4 ist eine Detailansicht einer ersten Ausführungsform eines Stoßfängers;
Fig. 5 ist eine Detailansicht einer zweiten Ausführungsform eines Stoßfängers;
Fig. 6 ist eine Detailansicht einer dritten Ausführungsform eines Stoßfängers;
Fig. 7 ist eine Detailansicht einer vierten Ausführungsform eines Stoßfängers; und
Fig. 8 ist eine Detailansicht einer fünften Ausführungsform eines Stoßfängers.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0022] Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Offenbarung auf der Basis
der zugehörigen Figuren beschrieben.
[0023] Figuren 1A und 1B zeigen eine perspektivische Darstellung eines Behälters 1 gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung. Beim dargestellten Behälter 1 handelt
es sich um einen Großladungsträger aus Kunststoff mit einem palettenförmigen Boden
2 mit Ausnehmungen 3 für den Eingriff der Gabel eines Hubstablers und vier Seitenwänden
4, 6, 8 ,10. Der dargestellte Behälter 1 ist als nestbarer Behälter 1 ausgeführt,
d.h. die vier Seitenwände 4, 6, 8 ,10 erweitern sich zur Behälteröffnung hin konisch,
um ein Ineinandersetzen baugleicher Behälter 1 zu ermöglichen (siehe bspw. Fig. 2A).
Genauer gesagt handelt es sich beim gezeigten Behälter 1 um einen sogenannten Drehstapelbehälter,
der mit einem baugleichen Behälter entweder gestapelt oder genestet werden kann, je
nach relativer Verdrehung der beiden baugleichen Behälter zueinander.
[0024] Der dargestellte Behälter 1 hat einen seine Behälteröffnung definierenden, vorkragenden
und mit einem umlaufenden Rippenkranz strukturell verstärkten Behälterrand 12. Durch
die Rippenstruktur des Behälterrandes 12 werden (hier nicht näher bezeichnete) zurückgesetzte
Bereiche ausgebildet, die das Herausheben eines oder mehrerer Behälter 1 zur Vereinzelung
aus einem Stapel ineinandergesetzter Behälter 1 mittels eines Hubstaplers ermöglichen.
Gerade bei solchen Vereinzelungs-Operationen mit Hubstaplern kommt es häufig dazu,
dass Stapel ineinandergesetzter Behälter 1 umgestoßen werden.
[0025] Der Behälter 1 der Figuren 1A und 1B weist zudem jeweils in seinen Eckbereichen horizontal
bzw. bodenparallel verlaufende Vorsprünge bzw. Rippen 13 auf, die tiefer als die Umlaufenden
Rippenkränze des Behälterrandes 12 angeordnet sind und als Anschlag zur Begrenzung
der Nesttiefe beim ineinandersetzen mehrerer baugleicher Behälter 1 dienen.
[0026] Die Figuren 2A, 2B und 2C veranschaulichen das Verhalten eines Stapels ineinandergesetzter
Großladungsträger 1, 1' beim Umkippen. Es wurde seitens der Anmelderin festgestellt,
dass trägheitsbedingt und aufgrund des Spiels zwischen den einzelnen ineinandergesetzten
Behältern 1 die Unterkante des vorkragenden Behälterrandes 12' des untersten Behälters
1' des Stapels oftmals den ersten Aufprallpunkt eines solchen Behälterstapels bildet.
Dieser ist in der Regel nicht für solche Belastungen ausgelegt, wodurch es zum Bruch
des Behälterrandes 12' kommt und der Behälter 1' unbrauchbar wird.
[0027] Wie in Figur 2B zu sehen ist, neigen die weiter oben im Stapel angeordneten Behälter
1 beim Umkippen dazu eher flach mit ihrem Behälterrand 12 auf dem Boden aufzutreffen.
Figur 2C zeigt eine Endposition, in der der Stapel auf den Behälterrändern 12 der
Behälter 1 zum Aufliegen kommt.
[0028] Zusammengefasst bekommt der Behälterrand 12 des untersten Behälters 1 eines umkippenden
Stapels ineinandergesetzter Behälter 1 einen unverhältnismäßig großen Anteil der Aufprallwucht
ab und der genaue Aufprall-Treffpunkt der einzelnen Behälter 1 variiert mit ihrer
Position im Behälterstapel. Folglich ist es nur schwer möglich, den Behälterrand 12
auf diese Belastung auszulegen.
[0029] Aufgrund der vorstehend beschriebenen Problematik weist der Behälter 1 gemäß dem
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Stoßauffangstruktur bzw. einen
Stoßfänger 14 auf. Wie bspw. in Figur 2A gut zu erkennen ist, ist der Stoßfänger 14'
derart unterhalb des Behälterrandes 12' und weit genug aus der Seitenwand vorspringend
ausgelegt, dass beim Umkippen eines Stapels ineinandergesetzter Behälter 1 der Stoßfänger
14' des untersten Behälters 1' vor dessen Behälterrand 12A auf dem Boden aufprallt.
Gleiches gilt für die etwas weiter oben im Stapel angeordneten Behälter 1. Der Behälter
1 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist, vier solcher Stoßfänger 14 auf,
die jeweils in Eckbereichen angeordnet sind und im Wesentlichen zwei gegenüberliegende
Seitenwände 4, 6 des Behälters 1 abschirmen bzw. von diesen vorspringen (vgl. Fig.
1A).
[0030] Wie bspw. in der Seitenansicht der Figur 3 gut zu sehen ist, ist der Stoßfänger 14
als eine vom Behälterrand 12 zur Behälterunterseite hin beabstandete und im Profil
über die Seitenwand 4, 6 vorragende Stoßauffangstruktur ausgebildet. Genauer gesagt
springt der Stoßfänger so weit von der zugehörigen Behälteraußenseite vor, dass er
eine gedachte Ebene E, die zwischen der unteren Außenkante 24, 26, 28, 30 des vorkragenden
Behälterrandes 12 und der Außenkante 16, 18, 20, 22 des Bodens 2 aufgespannt ist,
durchstößt. Anders ausgedrückt ragt der Stoßfänger 14 soweit aus der Außenseite der
zugehörigen Seitenwand 4, 6, 8 ,10 heraus, dass er über die gedachte Ebene E hinaus
vorspringt und somit bei einem Umkippen (mit der Außenkante 16, 18, 20, 22 des Bodens
2 als Momentanpol) vor der unteren Außenkante 24, 26, 28, 30 des vorkragenden Behälterrandes
12 auf dem Boden aufkommt.
[0031] Wie in der Figur 3 gut zu sehen ist, ist der Stoßfänger 14 in Behälterhöhenrichtung
nach unten zum Behälterrand 12 beabstandet und springt in bodenparaller Richtung so
weit vor, dass er bündig mit einer Projektion A der Außenfläche des Behälterrandes
12 abschließt. Dies erfüllt zum einen den Zweck, dass der Stoßfänger die Außenmaße
des Behälters 1 nicht unnötig vergrößert und zum anderen können so in einem umgekippten
Behälterstapel Außenfläche des Behälterrandes 12 und der Stoßfänger 14 beide als Auflagepunkte
dienen (siehe auch Fig. 2C).
[0032] Im Folgenden wird eine Reihe bevorzugter Ausführungsbeispiele für Stoßfänger 14 gemäß
der vorliegenden Erfindung erläutert. Allen diesen Ausführungsformen gemein ist, dass
sie durch ihre Gesamtstruktur oder durch vorbestimmte Prallabsorptionsabschnitte 32
dazu ausgelegt sind, Stöße zumindest teilweise zu absorbieren bzw. zu dissipieren.
Mechanismen für eine solche Dissipation von Stoßenergie sind hauptsächlich innere
Reibungsverluste bei elastischer Verformung und/oder bei der plastische Deformation
von Bauteilen.
[0033] Der in den Figuren 3 und 4 dargestellte Stoßfänger 14 ist in seiner Grundstruktur
als Hohlprofil ausgelegt und jeweils in den Eckbereichen des Behälters 1 angeordnet.
Dabei schließt die besagte Hohlprofilform einen Hohlraum bzw. einen lichten Raum R
zwischen der Seitenwand und dem Stoßfänger 14 ein. Der hohlprofilfömige Stoßfänger
14 ist stoffeinstückig an den Behälter 1 angeformt und stellt durch seine Gesamtstruktur
bzw. durch den zur Wand hin eingeschlossenen lichten Raum R eine Elastizität sowie
einen definierten Federweg / eine definierte Knautschzone zur Aufnahme von Aufprallkräften
aus. Die Hohlprofilform des Stoßfängers 14 bildet an ihrem (von der abgeschrimten
Seitenwand 4 aus gesehen) behälteraußenseitigen Ende einen definierten Stoßabschnitt
15 aus, in diesem Fall ein sich abgeflachten Endabschnitt. Von diesem Stoßabschnitt
15 aus gesehen, weitet sich die Struktur des Stoßfängers 14 (des Hohlprofils) in Richtung
hin zum Behälter bzw. in Richtung hin zu einer Behältermittelebene M auf. Dies hat
den Vorteil, dass Aufprallkräfte am Stoßabschnitt 15 definiert in den Stoßfänger 14
eingeleitet und dann auf eine größere Fläche verteilt und in den Behälter 1 eingeleitet
werden können. Zudem unterstützt die sich aufweitende Hohlprofilstruktur eine definierte
elastische Verformung des Stoßfängers 14.
[0034] Der hohlprofilförmige Stoßfänger 14 ist derart an den Behälter 1 angeformt, dass
das Hohlprofil in Richtung der zur abgeschirmten Seitenwand 4, 6 angrenzenden Seitenwand
8, 10 offen ist. Dies ermöglicht eine gute Entformbarkeit bei der Fertigung in einem
Kunststoff-Gussverfahren. Ein im Wesentlichen horizontal bzw. bodenparallel verlaufender
unterer Anschnitt des Stoßfängers 14 (bzw. dessen Hohlprofilform) wird durch die Rippe
13 ausgebildet, die auch zur Begrenzung der Nesttiefe dient.
[0035] Fig. 5 zeigt eine Detailansicht eines hohlprofilförmigen Stoßfängers 14 gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel, der in seiner Form und Funktion ähnlich dem Stoßfänger
14 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel ist. Hauptunterscheidungsmerkmal des Stoßfängers
14 gemäß der zweiten Ausführungsform zur ersten Ausführungsform ist der abgerundete
bzw. im Wesentlichen halbkreishohlprofilförmige Stoßabschnitt 15. Gegenüber dem abgeflacht
gekrümmten Stoßabschnitt 15 gemäß der Ausführungsform der Figur 4 erzeugt die Halbkreisprofilform
einen höheren Aufprallpunkt bei einem umkippen und somit eine vorteilhafte Krafteinleitung
in die sich in Richtung hin zur Behältermittelebene M aufweitende Hohlprofilstruktur
des Stoßfängers 14.
[0036] Der in Fig. 6 gezeigte Stoßfänger 14 gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der
Erfindung weist wie der Stoßfänger 14 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel einen
runden/abgerundeten Stoßabschnitt 15 auf. Zusätzlich weist der Stoßfänger 14 gemäß
einem dritten Ausführungsbeispiel an der unteren Hälfte seines halbkreisprofilförmigen
Stoßabschnitts 15 einen in Richtung schräg vom Behälterinneren weg und nach unten
weisenden Vorsprung 34 für eine definierte Krafteinleitung in den Stoßfänger 14 auf.
Der halbkreisförmige Stoßabschnitt 15 ist oberhalb des Vorsprungs 34 mit reduzierter
Materialstärke ausgeführt, um in diesem Bereich eine definierte Sollbruchstelle 35
bereitzustellen. Zudem weist der Stoßfänger 14 gemäß dem in Figur 6 gezeigten dritten
Ausführungsbeispiel einen Federabschnitt 36 auf, über den er am Behälter 1 (hier am
Behälterrand 12) aufgehängt ist, auf. Aufgrund der bereits durch den Federabschnitt
36 bereitgestellten federnden Aufhängung kann der Stoßfänger 14 gemäß dem dritten
Ausführungsbeispiel mit einer sich weniger aufweitenden Hohlprofilstruktur ausgeführt
werden.
[0037] Fig. 7 zeigt eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Stoßfängers 14.
Dieser weist einen Prallabsorptionsabschnitt 38 in Form eines gefalteten Abschnitts
38 auf. Ähnlich vergleichbarer Strukturen in PkWs, ermöglicht die gefaltete Struktur
eine definierte Verformung mit erhöhter Energiedissipation pro gestauchter Strecke.
Der gefaltete Abschnitt 38 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel in dem horizontal
verlaufenden Abschnitt bzw. der Rippe 13 des hohlprofilförmigen Stoßfängers 14 und
angrenzend zum Stoßabschnitt 15 angeordnet, um beim Aufprall auftretende Stoßkräfte
möglichst direkt aufzunehmen.
[0038] Fig. 8 zeigt ein fünftes bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines Stoßfängers 14, der
in einem 2-Komponenten-Spritzgussverfahren gefertigt wird. In dieser Ausführungsvariante
ist der vom Behälterinneren weg vorspringende Stoßabschnitt 15 des Stoßfängers 14
mit einem Elastomerabschnitt 40 beschichtet, welcher beim Aufprall auftretende Kräfte
abfedert. Anders ausgedrückt ist zur besseren Stoßdämpfung ein Elastomer-Polster 40
an den Stoßfänger 14 behälteraußenseitig angeformt. In dieser Ausführungsform bildet
folglich der Stoßabschnitt 15 per se den Prallabsorptionsabschnitt 32 aus.
Bezugszeichen
[0039]
- 1
- Großladungsträger;
- 2
- Boden;
- 3
- Ausnehmung;
- 4, 6, 8 ,10
- Seitenwand;
- 12
- Behälterrand;
- 13
- Rippe für Stapler-Eingriffsflächen bzw. Unterseite des Stoßfängers;
- 14
- Stoßfänger;
- 15
- Stoßabschnitt;
- 16, 18, 20, 22
- Außenkante des Bodens;
- 24, 26, 28, 30
- (untere) Außenkante des Behälterrandes;
- 32
- Prallabsorptionsabschnitt;
- 34
- Vorsprung;
- 35
- Sollbruchstelle;
- 36
- Federabschnitt;
- 38
- gefalteter Abschnitt;
- 40
- Elastomerabschnitt;
- A
- Projektion der Außenfläche; und
- E
- Ebene
- M
- Behältermittelebene;
- R
- lichter Raum.
1. Behälter (1), insbesondere nestbarer Behälter, mit einem Boden (2) und Seitenwänden
(4, 6, 8, 10), die sich vom Boden (2) aus zu einem umlaufenden Behälterrand (12) hin,
insbesondere konisch und/oder in Stufen aufweitend, erstrecken,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest eine der Seitenwände (4, 6, 8, 10) an ihrer Außenseite einen Stoßfänger
(14) aufweist, der in Behälterhöhenrichtung unterhalb des Behälterrandes (12) und
vorzugsweise von diesem beabstandet angeordnet ist, und von besagter Außenseite zumindest
so weit vorspringt, dass er eine Ebene, die zwischen einer Außenkante (16, 18, 20,
22) des Bodens (2) und einer Außenkante (24, 26, 28, 30) des Behälterrandes (20) der
zumindest einen Seitenwand (4, 6, 8, 10) aufgespannt wird, tangiert oder schneidet,
sodass bei einer Kippbewegung des Behälters (1) um die zugehörigen Außenkante (16,
18, 20, 22) des Bodens (2) der Stoßfänger (14) vor dem Behälterrand (12) auf einem
ebenen Boden auftrifft und der dazu ausgelegt und angepasst ist, einen seitlich auf
den Behälter (1) wirkenden Stoß unter elastischer und/oder plastischer Verformung
zumindest teilweise zu dissipieren.
2. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoßfänger (14) in bodenparalleler Richtung nicht weiter vorspringt als die Außenkante
(24, 26, 28, 30) des Behälterrandes (12), und insbesondere bündig mit dieser abschließt.
3. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoßfänger hohl, insbesondere hohlprofilförmig, ausgebildet ist oder dass zwischen
Stoßfänger (14) und der Außenfläche der zugehörigen, von diesem abgeschirmten Seitenwand
(4, 6, 8, 10) eine lichte Weite ausgebildet ist.
4. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Stoßfänger (14) in Behälterhöhenrichtung gesehen im oberen Drittel
des Behälters angeordnet ist.
5. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter vier Seitenwände (4, 6, 8, 10) hat und vier Stoßfänger (14) aufweist,
die jeweils in Eckbereichen des Behälters angeordnet sind.
6. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoßfänger (14) einen vorbestimmten Prallabsorbtionsabschnitt (32) aufweist,
der dazu ausgebildet ist, Stoßenergie bei einem Aufprall unter elastischer und/oder
plastischer Verformung zumindest teilweise zu dissipieren.
7. Behälter (1) gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Prallabsorptionsabschnitt (32) ein gefalteter Abschnitt (38), ein Elastomerabschnitt
(40) oder eine Sollbruchstelle (35) ist.
8. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoßfänger (14) über einen elastischen Federabschnitt (40) am Behälter (1) aufgehängt
bzw. mit diesem verbunden ist.
9. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoßfänger (14) sich in Richtung vom Behälterinneren weg verjüngt.
10. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Unterseite (13) des zumindest einen Stoßfängers (14) parallel zum Behälterrand
(12) verläuft und das besagte Unterseite (13) einen Anschlag zur Begrenzung einer
Nesttiefe beim Nesten mehrerer baugleicher Behälter (1) ausbildet.
11. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoßfänger (14) behälteraußenseitig einen Vorsprung (32) zur definierten Krafteinleitung
von Aufprallkräften aufweist, der in Richtung schräg vom Behälterinneren weg und nach
unten hin vom Stoßfänger ausgerichtet ist.
12. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der umlaufende Behälterrand (12) nach außen hin vorkragend ausgebildet ist, insbesondere
um zumindest 50 mm vorkragt, um den Eingriff einer Gabel eines Hubstablers oder anderen
Flurförderzeugs zu ermöglichen.
13. Behälter (1) gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der vorkragende Behälterrand als eine Rippenstruktur bzw. eine Anzahl von Rippenkränzen
ausgebildet ist.
14. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) ein Großladungsträger (1) mit einem palettenförmigen, für einen
Eingriff einer Gabel eines Hubstablers oder anderen Flurförderzeugs angepassten Bodenteil
(2) ist.
15. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) aus Kunststoff, insbesondere in einem Spritzguss- oder Rotomouldingverfahren,
gefertigt ist.