[0001] Fahrwegelemente von Eisenbahnen, insbesondere Weichen, werden bedarfsabhängig beheizt,
um vor allem im Winter ein Einfrieren der beweglichen Teile bzw. deren Blockieren
durch eingedrungenen Schnee und Eis zu verhindern und damit die Betriebssicherheit
zu gewährleisten. Bekannte Weichenheizungen beruhen auf Systemen mit Heißwasserdampf,
Gasbeheizung oder elektrischer Energie. Die Wirtschaftlichkeit solcher Weichenheizungen
wird dabei maßgeblich durch die Anschaffungs-, Instandhaltungs- und Energiekosten
bestimmt.
[0002] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zum
Energiemanagement einer elektrischen Weichenheizungsanlage. Solche Weichenheizungsanlagen
umfassen zumindest eine Weiche, die feste Backenschienen und bewegliche Zungenschienen
sowie ein Verschlussfachgestänge aufweist, und eine elektrische Verteilung mit Heizabgängen
zur Stromversorgung von elektrischen Heizelementen an den Schienen der Weichen mit
Steuerungseinrichtung zur Steuerung und Regelung der Schienentemperatur.
[0003] Gattungsgemäße Verfahren und Einrichtungen sind aus dem Stand der Technik, beispielsweise
aus
DE 198 32 535 C2 sowie
DE 198 49 637 C1, an sich bekannt. Derartige elektrische Weichenheizungen bestehen unter anderem aus
einer elektrischen Verteilung mit Steuer- und Regeleinrichtungen zum Schalten, Steuern,
Regeln und Überwachen jedes einzelnen Heizabganges, einer witterungsabhängigen Steuerung,
die bei Eis und Schnee die Heizung aktiviert, und elektrischen Heizelementen an den
Schienen der Weichen, die dadurch erwärmt werden und ein Festfrieren der beweglichen
Teile der Weichen verhindern.
[0004] Die Detektion von Schnee und Eis erfolgt über die Erfassung und Auswertung von Lufttemperatur
und Niederschlag. Bei zusätzlichem Unterschreiten der Schienen-Isttemperatur unter
eine parametrierbare Schienen-Solltemperatur, zum Beispiel + 4 °C, wird die gesamte
Weichenheizung eingeschaltet und dadurch werden alle Weichen mit einer durch die Masse
der Schienen bedingten Verzögerung erwärmt. Über einen Schienentemperatursensor an
einer Führungsweiche erfolgt die Regelung der Schienentemperatur auf eine bestimmte
Schienen-Solltemperatur in einer Zweipunkt- oder Konstanttemperatur-Regelung.
[0005] Bei derartigen Weichenheizungen erfolgt die Ein- und Ausschaltung aller Heizabgänge
durch Steuer- und Regeleinrichtungen zeitsynchron, das heißt, der Leistungsverbrauch
ist bei eingeschalteter Heizung gleich dem Anschlusswert und bei ausgeschalteter Heizung
gleich Null. In der Regel wird dabei für jede Weiche in der elektrischen Verteilung
ein Heizabgang mit Steuer- und Regeleinrichtung angeordnet.
[0006] Aus
DE 100 43 571 C1 sind Schalt-, Steuerungs- und Regeleinrichtungen für elektrische Weichenheizungen
bekannt, mit denen Energie durch Verringerung der Regelabweichung mittels Einführung
eines veränderlichen Tastverhältnisses bei eingeschalteter Heizung erreicht wird.
Auch hierbei erfolgt durch Regelung in Abhängigkeit eines Schienentemperatursensors
an einer Führungsweiche eine zeitsynchrone Ein- und Ausschaltung aller Schalteinrichtungen
und damit aller elektrischen Heizelemente.
[0007] Aus dem Untersuchungsbericht 06-P-3408-TZF92-UN-0780 der DB AG vom 12.12.2006 sind
Versuche zur Energieeinsparung an elektrischen Weichenheizungen durch zusätzliche
Wärmeisolierung der Backenschienen an der Außenfläche bekannt. Bei Regelung der Weichenheizung
mit verstellbarer Schienen-Solltemperatur wurde eine Energieeinsparung durch Reduzierung
des Energieverbrauches gegenüber Heizung mit unisolierter Schiene erreicht.
[0008] Es ist weiterhin ein Energiemanagementsystem für elektrische Weichenheizungen zur
Reduzierung der gleichzeitig wirksamen Leistung bekannt (
DB Netz, "Allgemeine Grundlagen (1), Energiemanagement, Leipzig 10.03.2009), mit dem die einzelnen Weichen in Abhängigkeit vom Bedarf ihrer betrieblichen bzw.
vertraglichen Bedeutung zeitlich versetzt beheizt werden. Dabei werden für alle Weichen
einer Weichenheizung Prioritäten festgelegt, zum Beispiel Weichen mit vorrangiger
und nachrangiger Priorität, so dass diese Weichen entsprechend der Priorität wechselseitig
beheizt werden. Haben die Weichen mit vorrangiger Priorität die Schienen-Solltemperatur
erreicht, sinkt deren Leistungsaufnahme ab. Diese Leistung steht dann für die Beheizung
der Weichen mit nachrangiger Priorität zur Verfügung. Die Weichen mit nachrangiger
Priorität erreichen zeitversetzt die Schienen-Solltemperatur. Die Priorisierung erfolgt
nach der Wichtigkeit der zu beheizenden Weichen und kann eingestellt werden. Nachteilig
ist, dass für Weichen mit nachrangiger Priorität eine geringere Leistung zur Beheizung
zur Verfügung steht und die Schienen-Solltemperatur derselben zeitversetzt erreicht
wird.
[0009] Aus
DE 199 32 833 A1 ist ein Verfahren zum Regeln der Gesamtleistung einer energietechnischen Anlage bekannt,
bei der zur Begrenzung der Gesamtleistungsaufnahme das Lastprofil bzw. die Abschalt-
und Zuschaltbedingungen der Anlage ermittelt und ein Lastfahrplan erstellt wird, mit
dem mit vorübergehender Abschaltung einzelner Verbraucher die Einhaltung der verringerten
Leistung gewährleistet werden kann. Auch bei dieser Lösung sind für die Ab- und Zuschaltung
der Verbraucher deren aktuelle ermittelte oder festgelegte Prioritäten maßgebend.
[0010] Aus
WO 2010/115436 A1 ist ein Verfahren und eine Einrichtung zum Energiemanagement einer elektrischen Weichenheizung
mit mehreren Weichen bekannt, bei der die Steuerung und die Detektion von Schnee durch
Auswertung der Lufttemperatur und Niederschlag sowie die Regelung der Schienentemperatur
mit mehreren Steuer- und Regeleinrichtungen zum Schalten, Steuern, Regeln und Überwachen
für jeden Heizabgang durch Reduzierung der gleichzeitig wirksamen installierten elektrischen
Heizleistung durch zeitversetzte und gestaffelte Leistungszuschaltung der Heizabgänge
vorgenommen wird. Backen- und Zungenschienen der Weiche sind mit Wärmeisolierungssegmenten
versehen, so dass beim Heizen mindestens gleich lange Aufheiz- und Abkühlzeiten bei
Schienen-Solltemperatur und minimalen Betriebstemperaturen erzeugt werden sollen.
Zur Leistungsbegrenzung werden die Steuer- und Regeleinrichtungen einem oder mehreren
Heizregimen mit jeweils unterschiedlicher Anzahl Gruppen entsprechend der Leistung
der Heizabgänge zugeordnet, so dass alle Gruppen eines Heizregimes annähernd gleiche
Leistung aufweisen und jede Gruppe eines Heizregimes regelmäßig, nacheinander und
umlaufend über Gruppenfreigabe einem Zeitfenster zugeordnet ist, in dem die Steuer-
und Regeleinrichtungen der Gruppe Heizimpulse mit Tastverhältnis zwischen 0 % und
100 % erzeugen und die Gruppen eines Heizregimes über eine Gruppenfreigabe reihum
geschaltet werden.
[0011] Nachteilig bei dieser Lösung sind die aufwendigen Wärmeisoliersegmente, die projektspezifische
und damit fixe Zuordnung der Weichen zu Gruppen, die umlaufend über eine aufwendige
Gruppenfreigabe einem Zeitfenster zugeordnet werden und Heizimpulse mit Tastverhältnis
zwischen 0 % und 100 % erzeugen, und der damit verbundene hohe Aufwand für Hardware
und Software für die Gruppenfreigabe sowie die Ermittlung und Auswertung von verschiedensten
Zeitkonstanten für jeden Gruppenbetrieb, die an einem Schienenmuster ermittelt und
in der Steuerung hinterlegt sind.
[0012] Es ist weiterhin bekannt (DB Netz, "Switching Heating Seminar", Fachautor Ludwig
Linke), alle Schienen einer Weichenheizung bei Unterschreiten einer parametrierbaren
bestimmten Lufttemperatur, zum Beispiel kleiner + 3 °C, auf eine geringe Schienen-Solltemperatur,
zum Beispiel + 2 °C, vorzuheizen und bei zusätzlichem Niederschlag auf eine höhere
Schienensolltemperatur, zum Bespiel + 4 °C, zu heizen. Nachteilig ist der damit verbundene
erhöhte Energieverbrauch.
[0013] Bei gattungsgemäßen Weichenheizungen sind derzeit Steuerungsarten durch Handeinschaltung,
Temperatursteuerung und Klimasteuerung bekannt.
[0014] Die Handeinschaltung erfolgt durch den Fahrdienstleiter während der Winterzeit. Die
Temperatursteuerung mittels Zweipunktregelung erfolgt in zeitlichen Heizintervallen,
indem bei einer Schienentemperatur kleiner + 3 °C die Heizung eingeschaltet und bei
einer Schienentemperatur größer + 7 °C die Heizung ausgeschaltet wird. Die Klimasteuerung
erfolgt in den Betriebsmodi "Feucht-Heizen" oder "Tieftemperaturheizen". Beim sogenannten
"Feucht-Heizen" werden bei Detektion von Schneefall mittels Feuchtigkeits-, bzw. Niederschlags-
und Lufttemperatur-Messung an einer Führungsweiche alle Weichen einer Anlage eingeschaltet
und über Schienentemperatursensoren auf den Schienen-Solltemperatur-Wert von zum Beispiel
+ 6 °C erwärmt und geregelt, indem durch die Steuerungseinrichtung alle Heizelemente
der Weichenheizungsanlage über Heizabgänge mit einem Schaltgerät für jede Weiche gleichzeitig
ein- und ausgeschaltet werden. Die Heizbedingung "Feucht-Heizen" gilt als erfüllt,
wenn Niederschlag vorhanden ist und die Schienentemperatur unter einen vorparametrierten
Wert fällt. Dadurch wird bei Heizanforderung immer die Leistung aller angeschlossenen
Heizelemente ein- und ausgeschaltet und die tatsächliche Leistung während des Heizvorganges
schwankt zwischen Null und einem Maximalwert, der der Summe der Anschlussleistung
aller Heizelemente entspricht. Bei negativen Umgebungstemperaturen werden die Einschaltpunkte
angehoben. Ein optional zusätzlicher Flugschneesensor wirkt als zusätzlicher Schneedetektor
einschaltend.
[0015] Der Betriebsmodus "Tieftemperaturheizen" erfolgt bei Trockenheit und tiefen Lufttemperaturen
zwischen - 5 °C und -15 °C. Das "Tieftemperaturheizen" dient dazu, das sehr träge
Aufheizverhalten der Anlage, welches sich durch die Systembedingungen ergibt, umgehen
zu können und somit präventiv für ein mögliches Niederschlagsereignis vorzuheizen
sowie, um Eis und Flugschnee in der Weiche zu schmelzen. Bleibt das Niederschlagsereignis
bzw. Eis und Flugschnee aus, wird dementsprechend ohne Bedarf geheizt. Die Steuerung
regelt über ein Schaltgerät bei erfüllter Heizbedingung die Erwärmung aller Weichen
mithilfe einer Wellenpaket- oder Zweipunktsteuerung auf konstant + 6 °C.
[0016] Die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren und Einrichtungen sind teilweise
sehr aufwändig und haben den Nachteil, dass entweder Energie ohne Bedarf verbraucht
wird, oder einige Weichen einer Anlage später bzw. nicht ausreichend geheizt werden.
[0017] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Energiemanagement
von elektrischen Weichenheizungsanlagen anzugeben und eine entsprechende Einrichtung
bereitzustellen, wodurch mit einfachen Mitteln eine variable Anpassung der Leistung
in Abhängigkeit von vorgebbaren Betriebsparametern sowie eine sichere Funktion der
Weichenheizungsanlagen mit optimalem Energieeinsatz erreicht wird.
[0018] Diese Aufgabe wird in einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren
zum Energiemanagement einer elektrischen Weichenheizungsanlage gelöst, die zumindest
zwei Weichen (12), an denen jeweils mindestens ein Heizelement (7) angeordnet ist,
zumindest eine Schaltverteilung (1) mit mindestens einem Heizabgang (6), insbesondere
einem Heizabgang (6) je Weiche (12), und zumindest eine Steuerungseinrichtung (3)
zum Steuern und Regeln der Schienentemperatur (X) aufweist, umfassend die Schritte:
- a) während des Heizbetriebes der elektrischen Weichenheizungsanlage Bilden von zyklisch
nacheinander folgenden Taktzeiten (Zt),
- b) für jede Taktzeit (Zt) Bilden mindestens eines Leistungsverhältnisses (L) entsprechend
der Anzahl eingeschalteter und ausgeschalteter Heizabgänge (6),
- c) während jeder Taktzeit (Zt) zumindest eines festen Leistungsverhältnisses (Lf) oder eines mit zumindest einem extern erfassbaren Betriebsparameter (B) korrelierenden
Leistungsverhältnisses (Le) Aktivieren der Heizabgänge (6) der Reihe nach beginnend mit den eingeschalteten
oder ausgeschalteten Heizabgängen (6) entsprechend dem Leistungsverhältnis (L) und
Deaktivieren der übrigen Heizabgänge (6) in umlaufender schrittweiser Betriebsweise,
- d) dadurch Ausführen zumindest eines aktiven Leistungsverhältnisses (La), wobei eine Anpassung des zumindest einen aktiven Leistungsverhältnisses (La) vorgenommen wird, die in Abhängigkeit einer tatsächlichen Regelabweichung erfolgt
und ein Grenzwert "maximale Regelabweichung" ermittelt wird, indem beim erstmaligen
Einschalten der elektrischen Weichenheizungsanlage mit projektspezifischem Leistungsverhältnis
(Lpro) zwischen 50 % und 80 % innerhalb der Aufheizzeit (tauf) eine vorhandene Regelabweichung (xwauf) zu Beginn der Aufheizzeit (tauf) erfasst und mit einer gespeicherten maximalen Regelabweichung xwmax verglichen wird, wobei beim Überschreitung der maximalen Regelabweichung (xwmax) die Anpassung des zumindest einen aktiven Leistungsverhältnisses (La) auf 100 % erfolgt
d1) Wiederholen des Schritt d) nach einer vorgebbaren Zeitspanne oder bei Unterschreiten
oder Überschreiten der maximalen Regelabweichung (xwmax),
- e) bei witterungsbedingter Heizanforderung (Hz) für zumindest eine Weiche (12) Berechnen
der theoretischen Aufheizzeit bis zum Erreichen der vorgebbaren Schienen-Solltemperatur
(Xs) der Weiche (12) und Vergleichen derselben mit einer parametrierbaren Aufheizzeit
(tauf),
e1) bei Überschreiten der parametrierbaren Aufheizzeit (tauf) Erhöhen des aktiven Leistungsverhältnisses (La) zumindest des betroffenen Heizabgangs (6), indem die Anzahl der pro Taktzeit (Zt)
eingeschalteten Heizabgänge (6) um eins erhöht und die Anzahl der pro Taktzeit (Zt)
ausgeschalteten Heizabgänge (6) um eins verringert wird oder das Leistungsverhältnis
(La) auf 100 % erhöht wird,
wobei nach und/oder vor jeder Taktzeit (Zt) die jeweilige Schienentemperatur (X) zumindest
einer an die elektrische Weichenheizungsanlage angeschlossenen Weiche (12) mit der
vorgebbaren Schienensolltemperatur (X
s) verglichen wird, wobei in Auswertung dieses Vergleichs die Zuordnung der eingeschalteten
und ausgeschalteten Heizabgänge (6) verändert wird, indem Heizabgänge (6) mit Erwärmungsüberschuss
zugunsten von Heizabgängen (6) mit Erwärmungsdefizit während der jeweiligen Taktzeit
(Zt) ausgeschaltet werden.
[0019] Die vorstehend genannte Aufgabe wird in einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung
durch eine Einrichtung zum Energiemanagement einer elektrischen Weichenheizungsanlage
gelöst, die zumindest zwei Weichen (12), an denen jeweils mindestens ein Heizelement
(7) angeordnet ist, zumindest eine Schaltverteilung (1) mit mindestens einem Heizabgang
(6), insbesondere einem Heizabgang (6) je Weiche (12), und zumindest eine Steuerungseinrichtung
(3) zum Steuern und Regeln der Schienentemperatur (X) aufweist, umfassend
- zumindest einen Regler (10), der zwischen der Steuerungseinrichtung (3) in der Schaltverteilung
(1) und einem Schaltgerät (5) des zumindest einen Heizabgangs (6) angeordnet ist,
wobei der zumindest eine Regler (10) über eine binäre Verbindung und/oder eine Busverbindung
mit der Steuerungseinrichtung (3) verbunden ist,
- zumindest ein Schieberegister (13) mit Takter (14), das über eine binäre Verbindung
und/oder eine Busverbindung mit dem zumindest einen Regler (10) und der Steuereinrichtung
(3) verbunden ist,
- zumindest einen Ausgang "Stellsignal Heizen Weiche EIN" (Yn) des Reglers (10), der
über den Takter (14) des Schieberegisters (13) mit einem Steuereingang des Schaltgerätes
(5) oder über ein Stellsignal max (Ymax) direkt mit dem Schaltgerät (5) verbunden ist,
wobei über eine Verbindung zwischen der Steuerungseinrichtung (3) und dem Schieberegister
(13) während jeder Taktzeit (Zt) das aktive Leistungsverhältnis (L
a) zu dem Schieberegister (13) und die Schienen-Solltemperatur (X
s) von der Steuerungseinrichtung (3) zu dem zumindest einen Regler (10) übertragbar
ist, und ein vom aktiven Leistungsverhältnis (L
a) abweichendes Leistungsverhältnis (L) über das Stellsignal max (Y
max) von dem zumindest einen Regler (10) auf das Schaltgerät (5) über eine direkte Leitung
übertragbar ist, und
wobei in der Schaltverteilung (1) zumindest ein Speicher angeordnet ist, der über
eine binäre Verbindung und/oder eine Busverbindung mit der Steuerungseinrichtung (3)
verbunden ist, wobei über diese Verbindung zumindest ein Betriebsparameter (B) übertragbar
und in dem zumindest einen Speicher speicherbar und von der Steuereinrichtung (3)
aus diesem abrufbar ist.
[0020] Die Erfindung führt in vorteilhafter Weise zu einem optimalen Energieeinsatz bei
der Beheizung einzelner Weichen in einer elektrischen Weichenheizungsanlage bei gleichzeitiger
Sicherstellung der Funktion aller Weichen. Durch eine variable Anpassung der Leistung
in Abhängigkeit von vorgebbaren Betriebsparametern kann gegenüber herkömmlichen Systemen
Leistungsspitzen vermieden und Energie eingespart werden. Darüber hinaus können viele
Elemente von gattungsgemäßen elektrischen Weichenheizungsanlagen Verwendung finden,
beispielsweise können die bisher üblichen Heizelemente eingesetzt werden.
[0021] Ein wesentlicher Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Verringerung
der Energiebereitstellungskosten durch Reduzierung der tatsächlichen elektrischen
Leistung ungeachtet von Prioritäten aber bei gleichem Erwärmen aller angeschlossenen
Weichen 12 durch das Bilden der aktiven Leistungsverhältnisse (L
a) zu erreichen, so dass ggü. dem Stand der Technik (bspw.
WO 2010/115436 A1) eine noch flexiblere Anpassung der Leistungsverteilung (durch zeitversetze und gestaffelte
Leistungszuschaltung der Heizabgänge (6)) möglich wird und noch mehr Energie eingespart
werden kann.
[0022] Nachstehend wird die Erfindung im Detail beschrieben. Wenn in der Beschreibung des
erfindungsgemäßen Verfahrens gegenständliche Merkmale genannt werden, so beziehen
sich diese insbesondere auf die erfindungsgemäße Einrichtung. Ebenso beziehen sich
Verfahrensmerkmale, die in der Beschreibung der erfindungsgemäßen Einrichtung angeführt
werden, auf das erfindungsgemäße Verfahren.
[0023] Im ersten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Energiemanagement
einer elektrischen Weichenheizungsanlage. Diese elektrische Weichenheizungsanlage
weist zumindest zwei Weichen (12), an denen jeweils mindestens ein Heizelement (7)
angeordnet ist, zumindest eine Schaltverteilung (1) mit mindestens einem Heizabgang
(6), insbesondere einem Heizabgang (6) je Weiche (12), und zumindest eine Steuerungseinrichtung
(3) zum Steuern und Regeln der Schienentemperatur (X) auf.
[0024] In einem Schritt a) werden während des Heizbetriebes der elektrischen Weichenheizungsanlage
zyklisch nacheinander folgenden Taktzeiten (Zt) gebildet, vorzugsweise durch Mikrocontroller
Timer in der Steuerungseinrichtung (3).
[0025] Unter "Taktzeit" wird im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Zeitspanne verstanden,
in der die Heizabgänge (6) einer elektrischen Weichenheizungsanlage während einer
Heizanforderung (Hz) ein- oder ausgeschalten sind.
[0026] In Schritt b) wird dann für jede Taktzeit (Zt) mindestens ein Leistungsverhältnis
(L) entsprechend der Anzahl eingeschalteter und ausgeschalteter Heizabgänge (6) gebildet,
vorzugsweise in Abhängigkeit der Betriebsparameter (B).
[0027] Mit "Leistungsverhältnis" wird erfindungsgemäß das Verhältnis bzw. der Quotient aus
Anzahl eingeschalteter bzw. ausgeschalteter Heizabgänge (6) zur gesamten Anzahl Heizabgänge
(6) der elektrischen Weichenheizungsanlage bezeichnet. Beispiele werden nachstehend
bei der Beschreibung der Ausführungsformen gegeben.
[0028] In Schritt c) erfolgt während jeder Taktzeit (Zt) zumindest eines festen Leistungsverhältnisses
(L
f) oder eines mit zumindest einem extern erfassbaren Betriebsparameter (B) korrelierenden
Leistungsverhältnisses (L
e) das Aktivieren der Heizabgänge (6) der Reihe nach beginnend mit den eingeschalteten
oder ausgeschalteten Heizabgängen (6) entsprechend dem Leistungsverhältnis (L) und
Deaktivieren der übrigen Heizabgänge (6) in umlaufender schrittweiser Betriebsweise.
[0029] Dadurch wird in Schritt d) zumindest ein aktives Leistungsverhältnisses (L
a) ausgeführt, wobei eine Anpassung des zumindest einen aktiven Leistungsverhältnisses
(L
a) vorgenommen wird, die in Abhängigkeit einer tatsächlichen Regelabweichung erfolgt
und ein Grenzwert "maximale Regelabweichung" ermittelt wird, indem beim Einschalten
der elektrischen Weichenheizungsanlage mit projektspezifischem Leistungsverhältnis
(L
pro) zwischen 50 % und 80 % innerhalb der Aufheizzeit (t
auf) eine vorhandene Regelabweichung (xw
auf) zu Beginn der Aufheizzeit (t
auf) erfasst und mit einer gespeicherten maximalen Regelabweichung (xw
max) verglichen wird, wobei beim Überschreitung der maximalen Regelabweichung (xw
max) die Anpassung des zumindest einen aktiven Leistungsverhältnisses (L
a) auf 100 % erfolgt,
[0030] Die Ermittlung der maximalen Regelabweichung (xw
max) erfolgt aus dem gespeicherten Quotient einer erfahrungsgemäßen Regelabweichung Aufheizen
(xw
auf) und einer erfahrungsgemäßen Aufheizzeit (t
auf) multipliziert mit einer projektspezifisch parametrierbare maximale Aufheizzeit (t
auf-max).
[0031] In Schritt d1) wird Schritt d) nach einer vorgebbaren Zeitspanne oder bei Unterschreiten
oder Überschreiten der maximalen Regelabweichung (xw
max) wiederholt. Diese vorgebbare Zeitspanne beträgt 1 Minute bis 15 Minuten, vorzugsweise
3 Minuten bis 10 Minuten, insbesondere 5 Minuten.
[0032] Optional kann ein Schritt d2) ausgeführt werden, in welchem zumindest an einer Weiche
(12) der elektrischen Weichenheizungsanlage der zeitliche Verlauf der Erwärmung erfasst
und daraus der zeitliche Verlauf der Regelabweichung (xw
auf) überwacht wird, indem ab einer parametrierbaren Regelabweichung (xw
auf) der zeitliche Verlauf der Regelabweichung (xw
n) über die Zeit integriert und mit einem Grenzwert verglichen wird. Dieser Grenzwert
ist das Produkt aus maximal zulässiger Regelabweichung (xw
max) und maximal zulässiger Zeitdauer zur Kompensation der maximalen Regelabweichung
(xw
max). Bei Überschreiten des Grenzwertes wird das nächst höhere Leistungsverhältnis (L)
und/oder das Leistungsverhältnis L 100 % für zumindest einen Heizabgang (6) oder die
gesamte elektrische Weichenheizungsanlage aktiviert.
[0033] Schritt e) sieht vor, dass bei witterungsbedingter Heizanforderung (Hz) für zumindest
eine Weiche (12) die theoretische Aufheizzeit bis zum Erreichen der vorgebbaren Schienensolltemperatur
(X
s) der Weiche (12) berechnet und dieselbe mit einer parametrierbaren Aufheizzeit (t
auf) verglichen wird.
[0034] Alternativ kann Schritt e) so ausgeführt werden, dass bei einer Regelabweichung xw
n während witterungsbedingter Heizanforderung (Hz) für zumindest eine Weiche (12) die
Heizung für diese Weiche (12) während der folgenden Taktzeiten (Zt) solange ausgeschalten
wird, wie die Regelabweichung xw
n Null ist.
[0035] Als "Heizanforderung" wird vorliegend ein elektronisches Signal bezeichnet, das für
eine oder mehrere Weichen (12) den Bedarf an Heizenergie meldet. Die Heizanforderung
(Hz) kann insbesondere durch die Daten einer Wetterstation am Ort zumindest einer
Weiche (12) und/oder durch einen Wetterdienst erzeugt werden.
[0036] Die "parametrierbare Aufheizzeit" bedeutet, dass abhängig von extern erfassbaren
Betriebsparametern (B) die Aufheizzeit (t
auf) projektspezifisch angepasst werden kann. Beispiele werden nachstehend bei der Beschreibung
der Ausführungsformen gegeben.
[0037] Wird die parametrierbare Aufheizzeit (t
auf) überschritten, sieht Schritt e1) das Erhöhen des aktiven Leistungsverhältnisses
(L
a) zumindest des betroffenen Heizabgangs (6) vor, indem die Anzahl der pro Taktzeit
(Zt) eingeschalteten Heizabgänge (6) um eins erhöht und die Anzahl der pro Taktzeit
(Zt) ausgeschalteten Heizabgänge (6) um eins verringert oder das Leistungsverhältnis
(L
a) auf 100 % erhöht wird.
[0038] Alternativ kann Schritt e1) so ausgeführt werden, dass bei Unterschreiten der Regelabweichung
xw
n der Weiche (12) unter die maximale Regelabweichung xw
max ein Verringern des aktiven Leistungsverhältnisses (L
a) zumindest des betroffenen Heizabgangs (6) erfolgt, indem die Anzahl der pro Taktzeit
(Zt) eingeschalteten Heizabgänge (6) um eins verringert und die Anzahl der pro Taktzeit
(Zt) ausgeschalteten Heizabgänge (6) um eins erhöht wird.
[0039] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass nach und/oder vor jeder Taktzeit (Zt)
die jeweilige Schienentemperatur (X) zumindest einer an die elektrische Weichenheizungsanlage
angeschlossenen Weichen (12) mit der vorgebbaren Schienen-Solltemperatur (X
s) verglichen wird, wobei in Auswertung dieses Vergleichs die Zuordnung der eingeschalteten
und ausgeschalteten Heizabgänge (6) verändert wird, indem Heizabgänge (6) mit Erwärmungsüberschuss
zugunsten von Heizabgängen (6) mit Erwärmungsdefizit während der jeweiligen Taktzeit
(Zt) ausgeschaltet werden.
[0040] Optional kann ferner ein Schritt f) ausgeführt werden, in welchem, wenn die Regalabweichung
(xw
n) der Weiche (12) den Wert Null erreicht, ein Blockieren des aktiven Leistungsverhältnisses
(L
a) zumindest des betroffenen Heizabgangs (6) erfolgt, indem dieser Heizabgang (6) solange
ausgeschaltet wird, bis die Regelabweichung (xw
n) größer Null wird.
[0041] Auf diese Weise ist es möglich, die Weichen (12) innerhalb einer elektrischen Weichenheizungsanlage
variabel mit Energie zu versorgen und flexibel auf sich ändernde äußere Umstände zu
reagieren, d.h. sich ändernde Heizanforderungen (Hz) umzusetzen. Dabei wird die zur
Verfügung stehende Energie optimal genutzt, das Abrufen von zusätzlicher Energie ist
nur in Ausnahmefällen notwendig. Auf diese Weise wird eine Verringerung der Energiebereitstellungskosten
erreicht, indem die tatsächliche elektrische Leistung reduziert wird, ungeachtet von
Prioritäten der angeschlossenen Weichen (12).
[0042] Es hat sich für die praktische Anwendbarkeit bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen
als vorteilhaft herausgestellt, wenn in Abhängigkeit von dem zumindest einen extern
erfassbaren Betriebsparameter (B) unterscheidbare Steuerungsarten mit entsprechend
zugeordneten Schienen-Solltemperatur-Werten (X
s) gebildet werden, indem zu parametrierbaren Grund-Sollwerten jeweils Sollwertzuschläge
addiert werden, wenn der zumindest eine extern erfassbare Betriebsparameter (B) überschritten
oder/oder unterschritten wird. Vorteil ist, dass mit geringster Leistung und optimalen
Energieeinsatz eine maximale Funktionssicherheit der Weichen (12) im Winter ermöglicht
wird, d.h. es erfolgt eine bedarfsgerechte Erwärmung der Weichen (12).
[0043] Mit "unterscheidbaren Steuerungsarten" sind vorliegend Steuerungsarten der elektrischen
Weichenheizungsanlage gemeint, die in Abhängigkeit der Betriebsparameter (B) variabel
an äußere Umstände angepasst werden können. Vorzugsweise betragen die Sollwertzuschläge
1 K pro Niederschlagsmenge Schnee und/oder 1 K in Abhängigkeit von Niederschlagsart
und in Abhängigkeit der Luft- und/oder Schienentemperatur der unbeheizten Schiene.
[0044] Die extern erfassbaren Betriebsparameter (B) werden vorzugsweise aus Lufttemperatur,
Luftfeuchte, Schienentemperatur (X), Schnee, Flugschnee und/oder Regen ausgewählt.
[0045] Mit diesen Betriebsparametern (B), die über herkömmliche Erfassungseinrichtungen
nach dem Fachmann bekannten Verfahren detektiert werden können, sind die für den Betrieb
von Eisenbahnweichen maßgeblichen Parameter abgedeckt. Abhängig von lokalen Gegebenheiten
können jedoch weitere extern erfassbare Betriebsparameter (B) hinzutreten.
[0046] In einer konkreten Ausführungsform wird durch Erfassen des Betriebsparameters "Schnee"
die Schneehöhe mit einem geeigneten Sensor ermittelt und dadurch bei dem vorgebbaren
Betriebsparameter "Lufttemperatur" eine Steuerungsart "Tieftemperaturheizen" aktiviert
oder deaktiviert, indem über die Erfassung und Auswertung des zeitlichen Verlaufs
des Betriebsparameters "Lufttemperatur" ein parametrierbarer Temperaturwert (T
par), vorzugsweise größer + 3 °C, über eine vorgebbare Zeit, vorzugsweise 5 Minuten bis
30 Minuten, insbesondere 15 Minuten, und/oder über die Erfassung des Betriebsparameters
"Regen" über eine parametrierbare Zeit (t
par), vorzugsweise 5 Minuten bis 30 Minuten, insbesondere 15 Minuten, erfasst worden
ist.
[0047] In Schritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die zyklisch nacheinander folgenden
Taktzeiten (Zt) gleicher Zeitdauer von 1 Sekunde bis 300 Sekunden, vorzugsweise 50
Sekunden bis 70 Sekunden, insbesondere 60 Sekunden, mit oder ohne Zeitpause gebildet.
Die Zeitpause kann dabei zwischen 1 Sekunde und 10 Sekunden betragen.
[0048] In einer Weiterbildung der Erfindung wird das mindestens eine aktive Leistungsverhältnis
(L
a) aus dem Quotienten aus Anzahl eingeschalteter Heizabgänge (6) oder ausgeschalteter
Heizabgänge (6) und der gesamten Anzahl der Heizabgänge (6) der elektrischen Weichenheizungsanlage
gebildet, wobei eine untere Grenze des Leistungsverhältnisses (L) vorzugsweise 40
% beträgt.
[0049] Es hat sich für ein noch variableres Energiemanagement als vorteilhaft herausgestellt,
wenn die Schaltfolge der Heizabgänge (6) nach und/oder vor jeder Taktzeit (Zt) geändert
wird.
[0050] In einer Ausführungsform kann der erfasste zeitliche Verlauf der Schienentemperatur
(X) an mindestens einer Weiche (12) in der Steuerungseinrichtung (3) gespeichert und
der Endwert der Schienentemperatur (X
e) mit einer vorgebbaren Schienensolltemperatur (X
s) verglichen werden, wobei die Anzahl der abgeschalteten Heizabgänge (6) während zumindest
einer Taktzeit (Zt) durch die größte so ermittelte Temperaturdifferenz gebildet wird.
[0051] Zur weiteren Einsparung von Energie, bzw. zur Optimierung der Energieverteilung kann,
wenn die Schienentemperatur (X) an einer Weiche (12) mit einem nicht abgeschalteten
Heizabgang (6) größer als die Schienen-Solltemperatur (X
s) ist, vorzugsweise 0,5 °C bis 3 °C, insbesondere 1 °C, dieser Heizabgang (6) während
der aktuellen Taktzeit (Zt) abgeschaltet werden.
[0052] In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die tatsächliche Leistung
während jeder Taktzeit (Zt) ermittelt und innerhalb einer vorgebbaren Zeitdauer, vorzugsweise
5 Minuten bis 60 Minuten, insbesondere 15 Minuten, die minimale tatsächliche Leistung,
die mittlere tatsächliche Leistung und die maximale tatsächliche Leistung gespeichert.
[0053] Ferner kann bei eingeschalteter Heizung die Steuerungseinrichtung (3) in Abhängigkeit
der extern erfassbaren Betriebsparameter (B) ein Leistungsverhältnis (L) aktivieren,
wobei dieses von 40 % bis 80 %, vorzugsweise 60%, beträgt und bei Überschreitung eines
maximalen Betriebswertes auf 100 % gesetzt wird.
[0054] In einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird während jeder
Taktzeit (Zt) das aktive Leistungsverhältnis (L
a) überwacht, so dass wenn bei zumindest einmaligem Erhöhen des Leistungsverhältnisses
(L
a) ein Leistungsverhältnis (L
a) von 100 % erreicht wird, in einem ersten Speicher, der mit der Steuerungseinrichtung
(3) verbunden ist, die für diesen Moment aktuellen Betriebsparameter (B) gespeichert
werden, wobei bei einer nachfolgenden Heizanforderung (Hz) diese gespeicherten Betriebsparameter
(B) mit den dann aktuellen Betriebsparametern (B) verglichen werden, so dass wenn
die dann aktuellen Betriebsparameter (B) gleich oder für die elektrische Weichenheizungsanlage
schlechter sind als die gespeicherten Betriebsparameter (B), sofort ein Leistungsverhältnis
von 100 % eingestellt wird.
[0055] Der zweite Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Energiemanagement
einer elektrischen Weichenheizungsanlage, wobei die elektrische Weichenheizungsanlage
zumindest zwei Weichen (12), an denen jeweils mindestens ein Heizelement (7) angeordnet
ist, zumindest eine Schaltverteilung (1) mit mindestens einem Heizabgang (6), insbesondere
einem Heizabgang (6) je Weiche (12), und zumindest eine Steuerungseinrichtung (3)
zum Steuern und Regeln der Schienentemperatur (X) aufweist. Die Einrichtung umfasst
- zumindest einen Regler (10), der zwischen der Steuerungseinrichtung (3) in der Schaltverteilung
(1) und einem Schaltgerät (5) des zumindest einen Heizabgangs (6) angeordnet ist,
wobei der zumindest eine Regler (10) über eine binäre Verbindung und/oder eine Busverbindung
mit der Steuerungseinrichtung (3) verbunden ist,
- zumindest ein Schieberegister (13) mit Takter (14), das über eine binäre Verbindung
und/oder eine Busverbindung mit dem zumindest einen Regler (10) und der Steuereinrichtung
(3) verbunden ist,
- zumindest einen Ausgang "Stellsignal Heizen Weiche EIN" (Yn) des Reglers (10), der
über den Takter (14) des Schieberegisters (13) mit einem Steuereingang des Schaltgerätes
(5) oder über ein Stellsignal max (Ymax) direkt mit dem Schaltgerät (5) verbunden ist,
wobei über eine Verbindung zwischen der Steuerungseinrichtung (3) und dem Schieberegister
(13) während jeder Taktzeit (Zt) das aktive Leistungsverhältnis (L
a) zu dem Schieberegister (13) und die Schienen-Solltemperatur (X
s) von der Steuerungseinrichtung (3) zu dem zumindest einen Regler (10) übertragbar
ist, und ein vom aktiven Leistungsverhältnis (L
a) abweichendes Leistungsverhältnis (L) über das Stellsignal max (Y
max) von dem zumindest einen Regler (10) auf das Schaltgerät (5) über eine direkte Leitung
übertragbar ist, und
wobei in der Schaltverteilung (1) zumindest ein Speicher angeordnet ist, der über
eine binäre Verbindung und/oder eine Busverbindung mit der Steuerungseinrichtung (3)
verbunden ist, wobei über diese Verbindung zumindest ein Betriebsparameter (B) übertragbar
und in dem zumindest einen Speicher speicherbar und von der Steuereinrichtung (3)
aus diesem abrufbar ist.
[0056] Die "Schaltverteilung" ist erfindungsgemäß die Einheit, in der einzelnen Elemente
der elektrischen Weichenheizungsanlage gemeinsam untergebracht sind, insbesondere
die Steuerungseinrichtung (3), zumindest ein Schaltgerät (5) mit einem Heizabgang
(6), insbesondere einem Heizabgang (6) je Weiche (12), nach außen und zumindest ein
Regler (10). Die Schaltverteilung (1) ist an das Stromnetz (9) angeschlossen.
[0057] Bei der "Steuerungseinrichtung" handelt es sich um eine Prozesseinheit zum Steuern
und Regeln der Schienentemperatur (X), an die die einzelnen Regler (10) angeschlossen
sind. Die Steuerungseinrichtung (3) wird von der/den Wetterstation/en (2) mit relevanten
Daten versorgt.
[0058] Mit "Schaltschema" wird erfindungsgemäß die Zuordnung sowie die die Anzahl der eingeschalteten
bzw. ausgeschalteten Heizabgänge (6) bezeichnet.
[0059] Die Steuerungseinrichtung (3) und der zumindest eine Regler (10) sind vorzugsweise
als Mikrocontroller (Hardware) ausgeführt, während die Reglerfunktionion eine Software
ist.
[0060] Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung von die Erfindung nicht einschränkenden Ausführungsbeispielen
anhand der Figuren. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten
Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, auch
unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer elektrischen Weichenheizungsanlage nach dem Stand
der Technik,
- Fig. 2
- ein Diagramm zur Darstellung des zeitlichen Verlaufs der Leistung in Abhängigkeit
der witterungsabhängigen Heizanforderung nach dem Stand der Technik,
- Fig. 3
- eine tabellarische Darstellung der Schaltzustände nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
für eine erfindungsgemäße elektrische Weichenheizungsanlage ,
- Fig. 4
- eine tabellarische Darstellung der Schaltzustände aus Fig. 3 bei einer angenommenen
installierten Heizleistung von 10 KW pro Weiche 12,
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer erfindergemäßen elektrischen Weichenheizungsanlage,
- Fig. 6a-d
- Diagramme zur Darstellung des zeitlichen Verlaufs der Schaltfolge nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren,
- Fig. 7
- ein Diagramm zur Ermittlung der maximalen Regelabweichung xwmax,
- Fig. 8
- ein Diagramm zur Darstellung des Heizverlaufs bei der Erwärmung von der Schienen-Isttemperatur
Xn bis zur Schienen-Solltemperatur XS und
- Fig. 9
- Darstellung der Betriebsmodi in Abhängigkeit von der Niederschlagsqualität.
[0061] Im Heizbetrieb über mehrere Taktzeiten Zt entspricht bei gleichbleibendem Leistungsverhältnis
L die Leistung dem Produkt aus Leistungsverhältnis L und installierter Anschlussleistung
P aller Heizelemente 7 der elektrischen Weichenheizungsanlage.
[0062] Nachstehend wird der Begriff "Leistungsverhältnis" eingehender erläutert.
[0063] Die maximale Anzahl der Leistungsverhältnisse L ergibt sich aus der Anzahl der Heizabgänge
6 der elektrischen Weichenheizungsanlage um eins verringert. Diese maximale Anzahl
wird aber aufgrund der zu geringen Erwärmung der Weichen 12 bei Leistungsverhältnissen
kleiner etwa 35 % und aus wirtschaftlichen Gründen bei elektrischen Weichenheizungsanlagen
mit mehr als 15 Weichen 12 begrenzt.
[0064] Das Leistungsverhältnis L kann bei laufendem Heizbetrieb umgeschaltet werden. Die
Syntax eines Leistungsverhältnisses L ist abgeleitet vom Taktverhältnis der Heizzeiten
zu den Abkühlzeiten.
[0065] Leistungsverhältnis 50 % entspricht für alle Heizabgänge 6 einer elektrischen Weichenheizungsanlage
1 Takt Heizen zu 1 Takt Kühlen (1H:1K) und benötigt zwei, vier usw. Heizabgänge 6.
[0066] Leistungsverhältnis 66,6 % entspricht für alle Heizabgänge 6 einer elektrischen Weichenheizungsanlage
2 Takte Heizen zu 1 Takt Kühlen (1H:1K) und benötigt drei, sechs usw. Anzahl Heizabgänge
6.
[0067] Leistungsverhältnis 75 % entspricht für alle Heizabgänge 6 einer elektrischen Weichenheizungsanlage
3 Takte Heizen zu 1 Takt Kühlen (3H:1K) und benötigt mindestens vier, acht usw. Heizabgänge
6.
[0068] Die Umschaltung von Leistungsverhältnis L 50 % auf ein anderes Leistungsverhältnis
L, z.B. 75 %, erfolgt zu Beginn der Taktzeit Zt, wobei zunächst die Schaltfolge Ausschalten
und Einschalten gleichzeitig und/oder nacheinander erfolgt.
[0069] Im Heizbetrieb wird zwischen den Leistungsverhältnissen L gewechselt. Die nacheinander
erfolgende, umlaufende Aktivierung der Heizabgänge 6 erfolgt so schnell, dass eine
gleichzeitige Erwärmung aller angeschlossenen Weichen 12 erfolgt. Dadurch werden alle
Weichen 12 auf dem gleichen Temperaturpegel gehalten.
[0070] Die Reihenfolge der Ein- und Ausschaltung der Heizabgänge 6 ist nicht festgelegt.
Diese kann der Reihe nach erfolgen. Wird während des Heizens der Schaltzustand von
Heizabgängen 6 im Heizbetrieb in der folgenden Taktzeit Zt nicht verändert, d.h. nicht
ausgeschaltet, erfolgt zur Schonung der Schaltkontakte zwischen den Taktzeiten Zt
kein Schaltvorgang der jeweiligen Heizabgänge 6.
[0071] Während des Heizbetriebes wird während zyklischen nacheinander folgenden Taktzeiten
Zt in jeder Taktzeit Zt eine variable Anzahl Heizabgänge 6 eingeschaltet und die übrige
Teilmenge der Heizabgänge 6 ausgeschaltet und während jeder Taktzeit Zt wird die Zuordnung
der ein- bzw. ausgeschalteten Heizabgänge 6 schrittweise verändert, wobei die Anzahl
der ein- und ausgeschalteten Heizabgänge 6 und damit die Einschaltdauer jedes Heizabganges
6 gleich bleibt und/oder in Abhängigkeit der Schienentemperatur X und/oder der Witterung
verändert wird. Werden alle Heizabgänge 6 der elektrischen Weichenheizungsanlage eingeschaltet,
beträgt das Leistungsverhältnis 100 % und die Taktzeiten Zt werden unterbrochen und
ausgeschaltet, d.h. der tatsächliche Leistungsverbrauch entspricht der Anschlussleistung.
Sind dagegen während einer oder mehrerer Taktzeiten Zt mindestens ein Heizabgang 6
aus- und die übrigen Heizabgänge 6 ausgeschaltet, beträgt das Leistungsverhältnis
im Bereich von 1 % bis 99 %, vorzugsweise zwischen 40 % und 75 %, d.h. die tatsächliche
Leistung entspricht dem Produkt aus installierter Leistung P
max und dem Leistungsverhältnis L.
[0072] Entsprechend der Anzahl der ein- bzw. ausgeschalteten Heizabgänge 6 sind mehrere
Leistungsverhältnisse L möglich.
[0073] Die Leistungsverhältnisse L werden aus dem Verhältnis einer beliebigen Anzahl Heizabgänge
6, vorzugsweise aus dem Verhältnis der pro Taktzeit Zt eingeschalteten Heizabgänge
6 zu den in der elektrischen Weichenheizungsanlage vorhandenen Anzahl Heizabgänge
6 bzw. einer Teilmenge Heizabgänge 6 gebildet. Die Leistungsverhältnisse L können
zwischen einem Minimalwert, der dem Verhältnis von einen eingeschalteten Heizabgang
6 zu allen Heizabgängen 6 und einem Maximalwert von 100 %, der dem Verhältnis aus
allen eingeschalteten zu allen Heizabgängen 6 entspricht. Vorzugsweise wird beim Einschalten
der elektrischen Weichenheizungsanlage ein Leistungsverhältnis zwischen 50 % und 75
% eingestellt.
[0074] Beispielsweise ist eine elektrische Weichenheizungsanlage mit fünf Weichen 12 vorhanden,
wobei die Heizelemente 7 jeder Weiche 12 über einen Heizabgang 6 mit Regler 10 in
der Schaltverteilung 1 bei Heizanforderung (Hz) mit Energie versorgt werden. In der
Schaltverteilung 1 sind demnach fünf Heizabgänge 6 vorhanden. Die möglichen Leistungsverhältnisse
L sind fünf Heizabgänge x 50 % = Leistungsverhältnis 2,5 und fünf Heizabgänge x 75
% = Leistungsverhältnis 3,75. Damit könnten in jeder Taktzeit Zt zwischen 2,5 und
3,75 Heizabgänge 6 aktiviert werden. Die Ganzzahl der beiden Werte beträgt 3, d.h.
es werden in jeder Taktzeit Zt drei Heizabgänge 6 eingeschaltet und zwei Heizabgänge
6 ausgeschaltet. Das aktivierte Leistungsverhältnis L
a beträgt 100 % x 3 / 5 = 60 %. Wenn jeder Heizabgang 6 10 kW Heizleistung hat, beträgt
die Anschlussleistung P, wenn alle Heizabgänge 6 eingeschaltet sind, d.h. bei einem
Leistungsverhältnis von 100 %, gleich 5 x 10 kW = 50 kW und bei einem Leistungsverhältnis
von 60 % gleich 3 x 10 kW = 30 kW.
[0075] Für die elektrische Weichenheizungsanlage sind folgende Leistungsverhältnisse L möglich:
L1 = 100 % x 5 / 5 = 100 % in jeder Taktzeit Zt sind fünf Heizabgänge 6 EIN, d.h.
die Heizleistung beträgt 100 % oder 50 kW
L2 = 100 % x 4 / 5 = 80 % in jeder Taktzeit Zt sind vier Heizabgänge 6 EIN und ein
Heizabgang 6 AUS, d.h. die Heizleistung beträgt 80 % oder 40 kW
L3 = 100 % x 3 / 5 = 60 % in jeder Taktzeit Zt sind drei Heizabgänge 6 EIN und zwei
Heizabgänge 6 AUS, d.h. die Heizleistung beträgt 60 % oder 30 kW
L4 = 100 % x 2 / 5 = 40 % in jeder Taktzeit Zt sind zwei Heizabgänge 6 EIN und drei
Heizabgänge 6 AUS, d.h. die Heizleistung beträgt 40 % oder 20 kW
L5 = 100 % x 1 / 5 = 20 % in jeder Taktzeit Zt sind ein Heizabgang 6 EIN und vier
Heizabgänge 6 AUS, d.h. die Heizleistung beträgt 20 % oder 10 kW
[0076] In Abhängigkeit der extern erfassbaren Betriebsparameter B wie Lufttemperatur, Schienentemperatur
X (kalte Schiene), Schneemenge pro Zeiteinheit usw. wird während jeder Taktzeit Zt
ein Leistungsverhältnis L in der Steuerungseinrichtung 3 aktiviert. Beträgt die Lufttemperatur
z.B. 0 °C und Niederschlag ist Regen, wird entsprechend dem vorigen Beispiel das Leistungsverhältnis
60 % aktiviert, d.h. während jeder Taktzeit Zt werden drei Heizabgänge 6 eingeschaltet
und zwei Heizabgänge 6 sind ausgeschaltet. Während der ersten Taktzeit Zt können z.B.
die Heizabgänge 6.1, 6.2 und 6.3 eingeschaltet und die Heizabgänge 6.4 und 6.5 ausgeschaltet
sein. Während der zweiten Taktzeit Zt wird das Schaltschema umlaufend um eins in Art
eines Schrittschaltwerkes weitergerückt, so dass die Heizabgänge 6.2, 6.3 und 6.4
eingeschaltet und die Heizabgänge 6.5 und 6.1 ausgeschaltet sind und damit die gleiche
Anzahl Heizabgänge 6 ein- bzw. ausgeschaltet ist wie während der vorherigen Taktzeit
Zt. Das Schaltschema wird während der Heizzeit in jeder Taktzeit Zt ist immer um einen
Schritt verschoben.
[0077] Nachfolgend wird die Anpassung des Leistungsverhältnisses L an die extern erfassbaren
Betriebsparameter B beschrieben.
[0078] Zur Gewährleistung einer sicheren Erwärmung der Weichen 12 im Winter bis zur Schienen-Solltemperatur
X
s innerhalb einer angemessenen Zeit, erfolgt bei Überschreitung einer bestimmten Regelabweichung
xw
n, vorzugsweise von 2 K, die Aktivierung einer Überwachungsfunktion. Die Überwachungsfunktion
besteht aus einem Grenzwert, das heißt, das Produkt aus vorzugsweise 5 K und einer
maximalen Zeit von bspw. 10 Minuten = 50 K/min. Wird dieser Grenzwert beim Heizen
überschritten, wird auf das nächst höhere Leistungsverhältnis L und/oder auf Leistungsverhältnis
100 % geschaltet. Dazu wird beim Heizen in dem Regelkreis jeder Weiche 12 der zeitliche
Verlauf der Regelabweichung xw
n erfasst und nach Integration des erfassten zeitlichen Verlaufs der Regelabweichung
xw
n mit dem Grenzwert verglichen und bei Überschreitung des Grenzwertes ein größeres
Leistungsverhältnis L aktiviert.
[0079] Das soll nachfolgend an einem Beispiel erläutert werden. Bei Heizanforderung Hz soll
bei einer entsprechenden Witterung bspw. eine Regelabweichung xw
n von 5 K innerhalb einer maximal zulässigen Aufheizzeit von bspw. 10 Minuten nicht
überschritten werden. Erfolgt die Erfassung der Schienentemperatur X bspw. in Schritten
von 0,1 K und die Zeiterfassung in Millisekunden beträgt bspw. das Grenzwertintegral
5°K × 0,1 × 10 Minuten × 60.000 = 3.000.000 K × ms. Für jede Weiche 12 wird das vorhandene
Integral der Regelabweichung xw
n über die zeitliche Erfassung der Regelabweichung xw
n ermittelt und mit dem Grenzwertintegral verglichen. Bei Überschreiten des Grenzwertintegrals
wird auf das nächst höhere Leistungsverhältnis L oder auf Leistungsverhältnis L 100
% geschaltet und bei Regelabweichung gleich Null besteht kein Heizbedarf für diese
Weiche 12 und dieser Heizabgang 6 wird während der Taktzeit Zt nicht eingeschaltet.
[0080] Auf der Grundlage der vorhandenen extern erfassbaren Betriebsparameter werden alle
und/oder nur einzelne Heizabgänge 6 eingeschaltet, wobei im jeweils nächsten Taktzeit
Zt die Schaltreihenfolge der eingeschalteten und ausgeschalteten Heizabgänge 6 in
Art eines Schrittschaltwerkes um eins weitergeschaltet wird und dadurch über mehrere
Heiztakte jeder Heizabgang 6 die gleiche Leistung verbraucht und damit eine gleichmäßige
Erwärmung aller Weichen 12 der elektrischen Weichenheizungsanlage erreicht wird.
[0081] Erfindungsgemäß werden zur Gewährleistung der sicheren Funktion der elektrischen
Weichenheizungsanlage im Winter mit variablem Leistungsverhältnis L und wechselnden
Schaltfolgen der Heizabgänge 6 innerhalb von Taktzeiten Zt verschiedene Betriebsmodi
in Abhängigkeit von den vorhandenen und/oder prognostizierten Witterungsbedingungen
in der Steuerungseinrichtung 3 aktiviert.
[0082] Eine erste Lösung ist das Aussetzen des "Tieftemperaturheizen" in Abhängigkeit der
Niederschlagswahrscheinlichkeit. Für diese Funktionalität werden von einem Wetterdienst
die Prognosewerte für die Niederschlagswahrscheinlichkeit und Niederschlagsart abgefragt.
Sollte bei tiefen Temperaturen die Niederschlagswahrscheinlichkeit für die nächsten
30 Minuten unter 60 % liegen, wird das "Tieftemperaturheizen" unterdrückt. Liegt die
Niederschlagswahrscheinlichkeit über 60 %, wird unterschieden, ob es sich bei dem
zu erwartenden Niederschlag um Schnee oder Regen handelt, und dann entsprechend das
"Tieftemperaturheizen" als Vorheizfunktion aktiviert. Bei Regen wird das Vorheizen
bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 80 % eingeschaltet, wohingegen bei prognostiziertem
Schnee schon bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 60 % geheizt wird.
[0083] In diesem Vorheizmodus wird die Schienentemperatur X bis zum Eintritt des tatsächlichen
Niederschlagsereignisses auf 0 °C konstant gehalten.
[0084] Eine weitere Lösung zur Energieeinsparung besteht in der Aktivierung des "Tieftemperaturheizen"
bei möglichem Flugschnee in Abhängigkeit der gefallenen Schneemenge in der Vergangenheit
und nachfolgender Überwachung des zeitlichen Verlaufs der Lufttemperatur und des Niederschlags
"Regen" derart, dass die Schneefallmenge, vorzugsweise die Schneehöhe aus der mit
einen Schneedetektor erfassten Schneehöhe pro Zeiteinheit mit der Schneefalldauer
ermittelt wird und bei einer parametrierbaren minimalen Schneehöhe ein Signal "Flugschnee
möglich" gesetzt und gespeichert wird. Die Schneehöhe wird solange addiert, wie kein
Rücksetzen des Signals "Flugschnee möglich" erfolgte. Das Rücksetzen des Signals "Flugschnee
möglich" erfolgt nach erfolgten Schneefall sobald die Lufttemperatur eine längere
Zeit über 0 °C, vorzugsweise größer + 3 °C gewesen ist. Bei Unterschreiten die Lufttemperatur
von beispielsweise - 5 °C wird dann das "Tieftemperaturheizen" eingeschaltet. Übersteigt
die Lufttemperatur nach Setzen des Signals den Wert von + 3 °C für eine parametrierbare
Zeit oder wird Regen für eine parametrierbare Zeit detektiert, wird das Signal "Flugschnee
möglich" zurückgesetzt und gelöscht. Bei nachfolgenden Unterschreiten der Lufttemperatur
- 5 °C wird das "Tieftemperaturheizen" nicht eingeschaltet.
[0085] Eine weitere Lösung ist die individuelle Vorgabe der Schienen-Solltemperatur X
s in Abhängigkeit von der Niederschlagsart und Niederschlagsmenge.
[0086] Beispielsweise muss die Schienen-Solltemperatur X
s bei Regen nicht so hoch sein wie bei Schneefall. Ebenso ist der Wert abhängig von
der tatsächlichen Niederschlagsmenge. Die von dem Niederschlagsfühler erfassten Daten
werden in das Regelregime einbezogen, so dass sich die Schienen-Solltemperatur X
s an die Niederschlagsereignisse vor Ort dynamisch anpasst. Detektiert der Niederschlagsfühler
"Niesel" oder "Regen", wird die Schiene lediglich auf +1 °C geheizt, um ein Anfrieren
des Regens auf zu kalten Gleitstühlen oder Zungenschienen zu verhindern. Gegenüber
den derzeit nach dem Stand der Technik einheitlich angesetzten + 6 °C sind so erhebliche
Einsparungen möglich. Bei Schneefall wird je nach Niederschlagsmenge nach einer vorgegebenen
Einteilung eine entsprechende Schienen-Solltemperatur gewählt (vgl. Fig. 3).
[0087] Nach Ende des Niederschlages gibt es optional die Möglichkeit, die Schiene einmalig
für etwa 30 Minuten auf + 6 °C aufzuheizen, so dass keinerlei Feuchtigkeit mehr vorhanden
ist. Mit diesem "Trockenheizen" der Weiche 12 ist sichergestellt, dass bei Absinken
der Temperatur sowie ausbleibendem Niederschlag und damit ausgeschalteter Heizung
keine Restfeuchte an der Weiche 12 gefriert.
[0088] Erfindungsgemäße Betriebsmodi für elektrische Weichenheizungsanlagen mit Heizanforderung
Hz durch eine Wetterstation 2 und/oder Anbindung an einen Wetterdienst mit einem Energiemanagement
können wie folgt ausgeführt sein.
[0089] Betriebsmodus "Tieftemperaturheizen" (Lufttemperatur < - 5 °C):
◆ Wettervorhersage Niederschlagswahrscheinlichkeit > 80 % und Niederschlagsart "Niesel"
bzw. "Regen" oder Niederschlagswahrscheinlichkeit > 60 % und Niederschlagsart "Hagel"
bzw. "Schnee" in den nächsten 30 Minuten
◆ Vorheizen der drei Gruppen in einer 33 %-Taktung bzw. 66 %-Taktung der Weichen 12
auf einen Schienen-Solltemperatur Xs von ca. 0 °C
[0090] Betriebsmodus "Flugschnee":
◆ Lufttemperatur < - 5 °C und verwehfähiger Schnee vorhanden (Signal "Flugschnee möglich"
ist gesetzt)
◆ Vorheizen der drei Gruppen in einer 33 %-Taktung oder 66 %-Taktung der Weichen auf
eine Schienen-Solltemperatur Xs von ca. 0 °C
◆ Wird zusätzlich durch einen Flugschneefühler tatsächlich Flugschnee detektiert,
wechselt die Anlage in das Heizregime "Feuchtheizen Schnee".
[0091] Betriebsmodus "Heizen bei Feuchte Regen":
◆ Wettervorhersage Lufttemperatur < + 3 °C und Niederschlagswahrscheinlichkeit > 80
% und Niederschlagsart "Niesel" bzw. "Regen" in den nächsten 30 min
◆ Vorheizen der drei Gruppen in einer 33 %-Taktung auf eine Schienensolltemperatur
von ca. 0 °C
ODER
◆ Lufttemperaturfühler < + 3 °C und Niederschlagsfühler detektiert Regen
◆ Heizen der drei Gruppen in einer 33 %- oder 66 %-Taktung auf eine Schienen-Solltemperatur
Xs von ca. + 1 °C
[0092] Betriebsmodus "Heizen bei Feuchte Schnee oder Flugschnee":
◆ Lufttemperatur < + 3 °C und Wettervorhersage Niederschlagswahrscheinlichkeit > 60
% und Niederschlagsart "Hagel" bzw. "Schnee" in den nächsten 30 Minuten
◆ Vorheizen einer Gruppe in einer 33 %- bzw. 66 %-Taktung auf eine Schienensolltemperatur
von ca. + 3 °C
ODER
◆ Lufttemperaturfühler < + 3 °C und Niederschlagsfühler detektiert Schnee oder Hagel
◆ Heizen der drei Gruppen in einer 33 %- oder 66 %-Taktung auf eine Schienensolltemperatur
entsprechend Menge und Lufttemperatur (Sollwertanhebung ab - 1 °C)
[0093] Betriebsmodus "Trockenheizen der Weichen nach Wegfall der Heizanforderung Hz":
◆ 30 Minuten Trockenheizen der drei Gruppen nach Wegfall des Niederschlagsignals in
einer 66 %-Taktung um Restfeuchte, welche an der Schiene gefrieren könnte, zu verhindern,
Sollwert + 6 °C
[0094] Betriebsmodus "Notfall- bzw. Kurzzeitheizen"
◆ Manuelle Einschaltung zeitbegrenzt über Steuerungseinrichtung in mit Leistungsverhältnis
zwischen 50 % und 75 % oder 100 %.
[0095] In Figur 1 ist eine elektrische Weichenheizungsanlage entsprechend dem Stand der
Technik mit drei Heizabgängen 6 dargestellt. Bei entsprechender Witterung wird von
der Wetterstation 2 in der Steuerungseinrichtung 3 die Heizanforderung Hz erzeugt
und alle Heizabgänge 6 werden gleichzeitig eingeschaltet. Über mindestens einen Schienentemperatursensor
8 erfolgt die Regelung der Schienentemperatur X während der Heizanforderung Hz zwischen
zwei parametrierbaren Sollwerten, z.B. + 4 °C und + 7°C.
[0096] In Figur 2 ist der zeitliche Verlauf der Leistung P in Abhängigkeit der witterungsabhängigen
Heizanforderungszeit nach dem Stand der Technik dargestellt. Zum Zeitpunkt t1 ist
die Heizbedingung erfüllt, d.h. die Lufttemperatur ist kleiner gleich + 3 °C und es
fällt Niederschlag. Zu diesem Zeitpunkt wird die elektrische Weichenheizungsanlage
eingeschaltet und die Leistung P entspricht der installierten Leistung P
max, die der Summe aller installierten Heizelemente 7 der elektrischen Weichenheizungsanlage
entspricht und alle Weichen 12 werden erwärmt. Der Leistungsverbrauch entspricht der
installierten Heizleistung P
max der Heizelemente 7 aller Weichen 12. Vom Zeitpunkt t1 bis zum Zeitpunkt t2 erfolgt
das Aufheizen der Weichen 12 bis zur Schienen-Solltemperatur Xs. Zum Zeitpunkt t2
ist die Schienen-Solltemperatur X
s erreicht und zu diesem Zeitpunkt werden alle Heizabgänge 6 abgeschaltet und die Schienen
aller Weichen 12 kühlen ab. Ab dem Zeitpunkt t2 beträgt die Leistung Null. Bei Erreichen
der untersten Schienen-Solltemperatur X
s zum Zeitpunkt t3 wird die Heizung aller Weichen 12 wieder eingeschaltet und die Weichen
12 werden bis auf den oberen Sollwert erwärmt. Die Leistung P entspricht ab hier wieder
der installierten Leistung P
max der Heizelemente 7 aller Weichen 12. Wird zum Zeitpunkt tn kein Niederschlag mehr
detektiert, entfällt von der Steuerungseinrichtung 3 die Heizanforderung Hz und die
Heizung wird komplett ausgeschaltet.
[0097] In Figur 3 sind die Schaltzustände einer elektrischen Weichenheizungsanlage mit fünf
Heizabgängen 6.1 bis 6.5 für fünf Weichen 12 für das erfindungsgemäße Verfahren mit
umlaufendem Heizbetrieb mit Leistungsverhältnis L 60 % dargestellt. Bei Heizanforderung
Hz sind von den fünf Heizabgängen 6 60 %, das sind drei Heizabgänge 6, während der
ersten Taktzeit Zt eingeschaltet, die übrigen sind ausgeschaltet. Die Taktzeit Zt
beträgt z.B. 60 Sekunden. In der nächsten Taktzeit Zt wird die Schaltfolge um einen
Schritt weiter geschaltet. Nach Ablauf von fünf Taktzeiten Zt wurden alle Heizabgänge
6.1 bis 6.5 insgesamt 3 x 60 Sekunden eingeschaltet. Auf Grund der großen Totzeit
der Schienen treten durch den Schaltzustand AUS keine Nachteile der Erwärmung auf.
[0098] In Figur 4 ist die Leistung der Schaltzustände nach Figur 3 bei einer angenommenen
installierten Heizleistung P von 10 KW pro Weiche 12 über fünf Taktzeiten Zt und die
daraus sich ergebende Gesamtleistung dargestellt. Die gesamte Leistung beträgt 30
KW.
[0099] In Figur 5 ist eine erfindungsgemäße elektrische Weichenheizungsanlage mit drei Heizabgängen
6 dargestellt. Zwischen der Steuerungseinrichtung 3 und jedem Schaltgerät 5 der elektrischen
Weichenheizungsanlage ist ein Regler 10 mit Eingang Schienentemperatursensor X
n, Eingang Schienen-Solltemperatur X
s in Abhängigkeit des aktiven Betriebsmodus, Ausgang Stellsignal Y
n "Heizen EIN", Ausgang Regelabweichung xw
n und Ausgang Y
max angeordnet. Außerdem ist zwischen der Steuereinrichtung 3 und dem Steuereingang St
eines Schaltgeräts 9 ein Schieberegister 13 mit Takter 14 angeordnet. Die Regler 10
erhalten von der Steuerungseinrichtung 3 den aktuellen Betriebsmodus, d.h. die Schienen-Solltemperatur
X
s. Das Schieberegister 13 erhält von der Steuereinheit 3 das aktuelle Leistungsverhältnis
L und der Takter 14 aktiviert während jeder Taktzeit Zt die Anzahl Schaltgeräte 5
entsprechend dem Leistungsverhältnis L und deaktiviert die übrigen Schaltgeräte 5
umlaufend zyklisch, indem die Verbindung zwischen Stellsignal Y
n "Heizen Weiche" und Steuereingang St Schaltgerät über Kontakte des Takters 14 geschlossen
oder geöffnet werden. Über die Verbindung Stellausgang Y
n des Reglers 10 und Schaltgerät 5 kann das Leistungsverhältnis L jedes Heizabganges
6 individuell in Abhängigkeit der Regelabweichung Weiche xw
n auf 100 % und/oder 0 % geändert werden.
[0100] In den Figuren 6a bis 6d ist entsprechend des erfindergemäßen Verfahrens der zeitliche
Verlauf der Schaltfolge von einer elektrischen Weichenheizungsanlage mit drei Weichen
12 beim Heizen mit Leistungsverhältnis 66,6% und unterschiedlichen Regelabweichungen
xw
n und die daraus abhängige Einstellung der Leistungsverhältnisse L der einzelnen Weichen
12 einer elektrischen Weichenheizungsanlage im zeitlichen Ablauf für jede Weiche 12
dargestellt. Entsprechend Figur 6a wird vom Zeitpunkt t1 bis tn die Heizanforderung
Hz, bspw. durch fallenden Schnee, aktiviert.
[0101] In der Figur 6b ist die Schaltfolge für Weiche 12.1 dargestellt. Zunächst erfolgt
ab Zeitpunkt t1 aufgrund der Heizanforderung Hz die Aktivierung des parametrierten
Leistungsverhältnisses L oder die Erhöhung des Leistungsverhältnisses L auf 100 %
in Abhängigkeit des Vergleichs der Regelabweichung Weiche 12.1 (xws1) mit dem berechneten
Grenzwert maximale Regelabweichung xw
max entsprechend Figur 7. Die Steigung Regelabweichung xw
n ist zum Zeitpunkt t1 bspw. 10 K. Die Regelabweichung Weiche xw
steig wird aus dem Quotienten Regelabweichung Weiche 12.1 (xw1) und der Aufheizzeit (t
auf) gebildet und beträgt 5 K / 10 min = 0,5 K/min. Der Betreiber der elektrischen Weichenheizungsanlage
hat die parametrierte Aufheizzeit t
par mit 15 Minuten projektspezifisch parametriert. Durch Multiplikation der Steigung
Regelabweichung Weiche xw
steig und parametrierte Aufheizzeit t
par ergibt sich die maximale Regelabweichung xw
max mit 7,5 K aus 0,5 K/min multipliziert mit 15 Minuten. Dieser Wert ist größer als
der Grenzwert maximale Regelabweichung (xw
max) von 7,5 K entsprechend Figur 7, so dass das Leistungsverhältnis L für Weiche 12.1
bis zum Zeitpunkt tx1 auf 100 % geschaltet wird. Dadurch wird die Weiche 12.1 mit
100 % Leistung beheizt und die Regelabweichung xw
n nimmt schnell ab. Zum Zeitpunkt tx1 ist die Regelabweichungssteigung Weiche 12.1
(xws1) gleich dem Grenzwert Regelabweichung (xw
max), so dass zur nächst folgenden Taktzeit Zt das Leistungsverhältnis L 66,6 % für Weiche
12.1 aktiviert wird, d.h. die weitere Heizung der Weiche 12.1 erfolgt mit Leistungsverhältnis
L 66,6% bis zum Ende der Heizanforderung Hz zum Zeitpunkt tn und darüber hinaus mit
einer Zeitverzögerung zum Trockenheizen der Weiche 12.1.
[0102] In Figur 6c ist die Regelabweichung Weiche 12.2 (xw2) zum Zeitpunkt t1 kleiner 5
K, z.B. 4 K, und ist damit kleiner als die maximale Regelabweichung xw
max, so dass die Heizung der Weiche 12.2 ab Zeitpunkt t2 mit Leistungsverhältnis L 66,6
% bis zum Zeitpunkt tn und darüber hinaus mit einer Zeitverzögerung zum Trockenheizen
der Weiche 12.1 erfolgt.
[0103] In Figur 6d beträgt die Regelabweichung Weiche 12.3 (xw3) zum Zeitpunkt t1 kleiner
5 K, z.B. 2 K und beträgt zum Zeitpunkt tx3 Null. Solange die Regelabweichung xw
n der Weiche 12.3 Null ist, besteht kein Heizbedarf und das Leistungsverhältnis L für
Weiche 12.3 wird auf 0 % gesetzt. Erst wenn die Regelabweichung der Weiche 12.3 größer
Null ist, erfolgt wieder die Aktivierung des Leistungsverhältnisses L 66,6 %. Sind
mehr als drei Weichen 12 vorhanden, können mehrere Leistungsverhältnisse L gebildet
werden.
[0104] In Figur 6d beginnt zum Zeitpunkt t3 die Heizung für Weiche 12.3 im Zeittakt von
120 Sekunden und die Regelabweichung sei zum Zeitpunkt t1 größer als 2 K. Bei Regelabweichung
größer 2 K wird zum Zeitpunkt t1 die Überwachungsfunktion für Weiche 12.3 abgeschaltet.
Das Grenzwertprodukt wird nicht überschritten, so dass weiter im Taktbetrieb geheizt
wird. Zum Zeitpunkt tx3 wird die Regelabweichung Null und die weiteren Einschaltungen
der Heizung von Weiche 12.3 bleibt solange ausgeschaltet, wie die Regelabweichung
xw
n Null ist.
[0105] In Figur 7 ist die Ermittlung der maximalen Regelabweichung xw
max dargestellt, bei deren Überschreitung das Leistungsverhältnis L erhöht und bei deren
Unterschreitung das Leistungsverhältnis L verringert wird. Aus praktischer Erfahrung
ist bekannt, dass elektrische Weichenheizungsanlagen mit Heizelementen 7, deren spezifische
Heizleistung beispielsweise 330 W/m beträgt, beim Heizen mit Taktzeiten Zt und Leistungsverhältnis
L 66,6 % die Schienen während einer Aufheizzeit t
auf von 10 Minuten auf eine Übertemperatur 5 K erwärmen, d.h. in diesem Beispiel beträgt
die Regelabweichung xw
auf beim Aufheizen 5 K während der Aufheizzeit von t
auf von 10 Minuten. Die Steigung Regelabweichung dxw wird aus dem Quotienten der Regelabweichung
beim Aufheizen xw
auf und der Aufheizzeit t
auf aus 5°K geteilt durch 10 Minuten gebildet, d.h. die Steigung Regelabweichung dxw
beträgt 0,5 K/min. Die projektspezifisch parametrierbare maximale Aufheizzeit t
auf-max wird anlagenspezifisch individuell parametriert, z.B. 15 Minuten, und die maximale
Regelabweichung xw
max aus dem Produkt aus projektspezifisch parametrierbarer maximaler Aufheizzeit t
auf-max und Steigung Regelabweichung xw
steig gebildet, d.h. z.B. Produkt aus projektspezifisch parametrierbare maximaler Aufheizzeit
tauf-max von 15 Minuten multipliziert mit Steigung Regelabweichung xw
steig von 0,5 K/min ergibt eine maximale Regelabweichung xw
max von 7,5 K. Während des gesamten Heizbetriebes wird die Regelabweichung xw
n bei allen Weichen 12 einer elektrischen Weichenheizungsanlage erfasst und bei Überschreiten
der maximalen Regelabweichung xw
max wird das Leistungsverhältnis L zumindest dieser Weiche 12 erhöht, z.B. auf 100 %
und bei Unterschreiten vermindert.
[0106] Die Figur 8 zeigt beim Heizen den Verlauf der Erwärmung der Schienen-Isttemperatur
X
n zum Zeitpunkt t1 bis zur Schienen-Solltemperatur X
S während der Aufheizzeit t
auf vom Zeitpunkt t1 bis zum Zeitpunkt t2 und den Verlauf der Schienen-Isttemperatur
X
n während dem Regelheizen tr ab Zeitpunkt t2 für jedem Regelzyklus tz, wobei ein Regelzyklus
tz z.B. ab Zeitpunkt t2 bis Zeitpunkt t3 dargestellt ist und aus einem Zeitanteil
Heizen, hier ist die Heizung eingeschaltet, und einem Zeitanteil Kühlen, hier ist
die Heizung ausgeschaltet, besteht. Aufgrund der Trägheit der Schienen erfolgt jeweils
ein Überschwingen der Schienen-Isttemperatur X
n. Während des Heizbetriebes erfolgt die Erfassung und Überwachung der Regelabweichung
xw
n jeder Weiche 12 der elektrischen Weichenheizungsanlage zu Beginn der Aufheizzeit
zum Zeitpunkt t1 und während der Regelzeit tr innerhalb jedes Regelzyklus tz zwischen
den Zeitpunkten t2 und t3 durch Vergleich mit der maximalen Regelabweichung xw
max und entsprechende Umschaltung auf ein höheres bzw. niedrigeres Leistungsverhältnis
L bei Abweichungen unter Berücksichtigung von einer parametrierbaren Hysterese Regelabweichung
XH.
[0107] Die Umschaltung auf ein höheres Leistungsverhältnis L soll entsprechend Figur 8 mit
den Werten aus Figur 7 beispielhaft erläutert werden. Zu Beginn des Heizbetriebes
beträgt die Schienen-Isttemperatur X1 der Weiche 12.1 z.B. - 4 °C und es ist eine
projektspezifisch parametrierbare maximale Aufheizzeit tauf-max von 15 Minuten parametriert.
Bei Einschalten der Heizung zum Zeitpunkt t1 ist die Regelabweichung xw1 aus maximaler
Regelabweichung xw
max mit 7,5 K abzüglich Schienen-Isttemperatur X1 - Xn zum Zeitpunkt t1 (7,5 K - - 4
K) 11,5 K. Aus Vergleich Regelabweichung xw1 mit maximaler Regelabweichung xw
max ergibt Regelabweichung xw1 ist größer als maximale Regelabweichung xw
max und das Leistungsverhältnis L wird zum Zeitpunkt t1 erhöht, z.B. auf 100 %. Nach
Ablauf der Aufheizzeit t
auf zum Zeitpunkt t2 beträgt die Regelabweichung xw
n gleich Null und die Heizung wird abgeschaltet und nach einem kurzen Überschwingen
der Schienen-Isttemperatur X1 kühlt die Schiene ab. Bei Erreichen der unteren Hysterese
Schienentemperatur XH erfolgt die Erfassung der Regelabweichung xw
regel und Vergleich der Regelabweichung xw
regel mit der maximaler Regelabweichung xw
max analog beim Aufheizen und in Abhängigkeit davon das Vermindern des Leistungsverhältnisses
L, z.B. auf den parametrierten Wert von 66,6 % unter Berücksichtigung einer parametrierbaren
Hysterese Regelabweichung xwH.
[0108] In Figur 9 sind die Betriebsmodi in Abhängigkeit von der Niederschlagsqualität und
die dafür vorgesehenen Offsets für in Abhängigkeit von Niederschlagsmenge und Umgebungstemperatur
und/oder Schienentemperatur X kalte Schiene dargestellt.
[0109] Bei Betriebsmodus "kein Niederschlag" erfolgt "Tieftemperaturheizen" bei Einschaltbedingung
"Tieftemperaturheizen EIN" mit einer Schienen-Solltemperatur X
s von + 6 °C und einer Erhöhung der Schienen-Solltemperatur X
s um 1 K/°C ab einer parametrierbaren Umgebungs- oder Schienentemperatur X (kalte Schiene)
und bei Einschaltbedingung "Tieftemperaturheizen EIN" mit einem Schienen-Solltemperatur
X
s von - 99 °C, d.h. es erfolgt keine Einschaltung der Heizung.
[0110] Bei Betriebsmodus "Prognose Niederschlag" durch bspw. eine Wetterstation 2 erfolgt
mit einer Schienen-Solltemperatur X
s von 0 °C und keiner Erhöhung der Schienen-Solltemperatur X
s in Abhängigkeit von Niederschlagsmenge und Umgebungstemperatur.
[0111] Bei Betriebsmodus "Flugschnee möglich" durch Auswerten der Wetterhistorie bspw. durch
Erfassung des zeitlichen Verlaufs Lufttemperatur erfolgt mit einer Schienen-Solltemperatur
X
s von 0 °C und keiner Erhöhung der Schienen-Solltemperatur X
s in Abhängigkeit von Niederschlagsmenge und Umgebungstemperatur.
[0112] Bei Betriebsmodus "Regen" bspw. durch eine Wetterstation 2 erfolgt mit Schienen-Solltemperatur
X
s von +1°C und keiner Erhöhung der Schienen-Solltemperatur X
s in Abhängigkeit von Niederschlagsmenge und einem Umgebungstemperaturoffset von 1
K auf die Schienen-Solltemperatur X
s ab einer Umgebungs- bzw. Schienentemperatur kalte Schiene pro - 1 °C.
[0113] Bei Betriebsmodus "Schnee" bspw. durch eine Wetterstation 2 erfolgt mit einer Schienen-Solltemperatur
X
s von + 3 °C und einer Erhöhung Schienen-Solltemperatur X
s um 1 K in Abhängigkeit von der über erfasste Schneemenge und daraus abgeleiteter
Schneehöhe pro Zeiteinheit, z.B. Schneehöhe ab 2 cm pro Stunde und einem zusätzlichen
Umgebungstemperaturoffset von 1 K auf die Schienen-Solltemperatur X
s ab einer Umgebungs- bzw. Schienentemperatur kalte Schiene pro -1 °C.
Bezugszeichen
[0114]
- 1
- Schaltverteilung
- 2
- Wetterstation
- 3
- Steuerungseinrichtung
- 5
- Schaltgerät
- 6
- Heizabgang
- 7
- Heizelemente
- 8
- Schienentemperatursensor
- 9
- Stromnetz
- 10
- Regler
- 12
- Weiche
- 13
- Schieberegister
- 14
- Takter
- B
- vorgebbarer Betriebsparameter
- Hz
- Heizanforderung
- L
- Leistungsverhältnis
- Lf
- festes Leistungsverhältnis
- Le
- mit extern erfassbarem Betriebsparameter (B) korrelierendes Leistungsverhältnis
- La
- aktives Leistungsverhältnis
- Lpro
- projektspezifisches Leistungsverhältnis
- Pmax
- installierte Leistung
- Pn
- Leistung Weiche
- Tpar
- parametrierbarer Temperaturwert
- St
- Stellsignal
- tpar
- parametrierbare Zeit
- tn
- Zeitpunkt
- tmax
- max. Aufheizzeit
- tauf
- parametrierbare Aufheizzeit
- tauf-max
- projektspezifisch parametrierbare maximale Aufheizzeit tauf
- tr
- Regelzeit
- tz
- Regelzyklus
- X
- Schienentemperatur
- Xn
- Schienen-Isttemperatur
- Xs
- Schienen-Solltemperatur
- Xe
- Endwert der Schienentemperatur
- xwn
- Regelabweichung Weiche
- xwsn
- Steigung Regelabweichung Weiche
- xwmax
- maximal zulässige Regelabweichung
- xwregel
- Regelabweichung Regeln
- xwauf
- Regelabweichung Aufheizzeit tauf
- xwsteig
- Steigung der Regelabweichung xwauf
- Yn
- Stellsignal "Heizen Weiche EIN"
- Ymax
- Stellsignal "Leistungsverhältnis max"
- Zt
- Taktzeit
1. Verfahren zum Energiemanagement einer elektrischen Weichenheizungsanlage, die zumindest
zwei Weichen (12), an denen jeweils mindestens ein Heizelement (7) angeordnet ist,
zumindest eine Schaltverteilung (1) mit mindestens einem Heizabgang (6) je Weiche
(12) und zumindest eine Steuerungseinrichtung (3) zum Steuern und Regeln der Schienentemperatur
(X) aufweist, umfassend die Schritte:
a) während des Heizbetriebes der elektrischen Weichenheizungsanlage Bilden von zyklisch
nacheinander folgenden Taktzeiten (Zt),
b) für jede Taktzeit (Zt) Bilden mindestens eines Leistungsverhältnisses (L) entsprechend
der Anzahl eingeschalteter und ausgeschalteter Heizabgänge (6),
c) während jeder Taktzeit (Zt) zumindest eines festen Leistungsverhältnisses (Lf) oder eines mit zumindest einem extern erfassbaren Betriebsparameter (B) korrelierenden
Leistungsverhältnisses (Le) Aktivieren der Heizabgänge (6) der Reihe nach beginnend mit den eingeschalteten
oder ausgeschalteten Heizabgängen (6) entsprechend dem Leistungsverhältnis (L) und
Deaktivieren der übrigen Heizabgänge (6) in umlaufender schrittweiser Betriebsweise,
d) dadurch Ausführen zumindest eines aktiven Leistungsverhältnisses (La), wobei eine Anpassung des zumindest einen aktiven Leistungsverhältnisses (La) vorgenommen wird, die in Abhängigkeit einer tatsächlichen Regelabweichung erfolgt
und ein Grenzwert "maximale Regelabweichung" ermittelt wird, indem beim Einschalten
der elektrischen Weichenheizungsanlage mit projektspezifischem Leistungsverhältnis
(Lpro) zwischen 60 % und 75 % innerhalb der Aufheizzeit (tauf) eine vorhandene Regelabweichung (xwauf) zu Beginn der Aufheizzeit (tauf) erfasst wird, wodurch der Quotient aus vorhandener Regelabweichung (xwauf) und einer Aufheizzeit (tauf) eine Steigung der Regelabweichung (xwsteig) ergibt, die gespeichert wird, so dass eine beim Heizen maximal zulässige Regelabweichung
(xwmax) aus dem Produkt Steigung der Regelabweichung (xwsteig) und einer projektspezifisch parametrierbaren maximalen Aufheizzeit (tauf-max) ermittelt wird, wobei beim Überschreitung der maximalen Regelabweichung (xwmax) die Anpassung des zumindest einen aktiven Leistungsverhältnisses (La) auf 100 % erfolgt,
d1) Wiederholen des Schritt d) nach einer vorgebbaren Zeitspanne oder bei Unterschreiten
oder Überschreiten der maximalen Regelabweichung (XWmax),
e) bei witterungsbedingter Heizanforderung (Hz) für zumindest eine Weiche (12) Berechnen
der theoretischen Aufheizzeit bis zum Erreichen der vorgebbaren Schienensolltemperatur
(Xs) der Weiche (12) und Vergleichen derselben mit einer parametrierbaren Aufheizzeit
(tauf),
e1) bei Überschreiten der parametrierbaren Aufheizzeit (tauf) Erhöhen des aktiven Leistungsverhältnisses (La) zumindest des betroffenen Heizabgangs (6), indem die Anzahl der pro Taktzeit (Zt)
eingeschalteten Heizabgänge (6) um eins erhöht und die Anzahl der pro Taktzeit (Zt)
ausgeschalteten Heizabgänge (6) um eins verringert oder das Leistungsverhältnis (La) auf 100 % erhöht wird,
wobei nach und/oder vor jeder Taktzeit (Zt) die jeweilige Schienentemperatur (X) zumindest
einer an die elektrische Weichenheizungsanlage angeschlossenen Weichen (12) mit der
vorgebbaren Schienen-Solltemperatur (X
s) verglichen wird, wobei in Auswertung dieses Vergleichs die Zuordnung der eingeschalteten
und ausgeschalteten Heizabgänge (6) innerhalb der zuordenbaren Gruppen (G) verändert
wird, indem Heizabgänge (6) mit Erwärmungsüberschuss zugunsten von Heizabgängen (6)
mit Erwärmungsdefizit während der jeweiligen Taktzeit (Zt) ausgeschaltet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei in Abhängigkeit von dem zumindest einen extern erfassbaren
Betriebsparameter (B) unterscheidbare Steuerungsarten mit entsprechend zugeordneten
Schienen-Solltemperatur-Werten (Xs) gebildet werden, indem zu parametrierbaren Grundsollwerten jeweils Sollwertzuschläge
addiert werden, wenn der zumindest eine extern erfassbare Betriebsparameter (B) überschritten
oder/oder unterschritten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der extern erfassbare Betriebsparameter (B)
ausgewählt ist aus Lufttemperatur, Luftfeuchte, Schienentemperatur (X), Schnee, Flugschnee
und/oder Regen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei durch Erfassen des Betriebsparameters
"Schnee" die Schneehöhe mit einem geeigneten Sensor ermittelt und dadurch bei dem
vorgebbaren Betriebsparameter "Lufttemperatur" eine Steuerungsart "Tieftemperaturheizen"
aktiviert oder deaktiviert wird, indem über die Erfassung und Auswertung des zeitlichen
Verlaufs des Betriebsparameters "Lufttemperatur" ein parametrierbarer Temperaturwert
(Tpar) über eine vorgebbare Zeit und/oder über die Erfassung des Betriebsparameters "Regen"
über eine parametrierbare Zeit (tpar) erfasst worden ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei in Schritt a) die zyklisch nacheinander
folgenden Taktzeiten (Zt) gleicher Zeitdauer von 1 Sekunde bis 300 Sekunden, vorzugsweise
50 Sekunden bis 70 Sekunden, mit oder ohne Zeitpause gebildet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das mindestens eine aktive Leistungsverhältnis
(La) aus dem Quotienten aus Anzahl eingeschalteter Heizabgänge (6) oder ausgeschalteter
Heizabgänge (6) und der gesamten Anzahl der Heizabgänge (6) der elektrischen Weichenheizungsanlage
gebildet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Schaltfolge der Heizabgänge
(6) nach und/oder vor jeder Taktzeit (Zt) geändert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der erfasste zeitliche Verlauf der
Schienentemperatur (X) an mindestens einer Weiche (12) in der Steuerungseinrichtung
(3) gespeichert und der Endwert der Schienentemperatur (Xe) mit einer vorgebbaren Schienensolltemperatur (Xs) verglichen wird, wobei die Anzahl der abgeschalteten Heizabgänge (6) während zumindest
einer Taktzeit (Zt) durch die größte so ermittelte Temperaturdifferenz gebildet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei wenn die Schienentemperatur (X)
an einer Weiche (12) mit einem nicht abgeschalteten Heizabgang (6) größer als die
Schienen-Solltemperatur (Xs) ist, dieser Heizabgang (6) während der aktuellen Taktzeit (Zt) abgeschaltet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die tatsächliche Leistung während
jeder Taktzeit (Zt) ermittelt und innerhalb einer vorgebbaren Zeitdauer die minimale
tatsächliche Leistung, die mittlere tatsächliche Leistung und die maximale tatsächliche
Leistung gespeichert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei während jeder Taktzeit (Zt) das
aktive Leistungsverhältnis (La) überwacht wird, so dass wenn bei zumindest einmaligem Erhöhen des aktiven Leistungsverhältnisses
(La) ein Leistungsverhältnis (La) von 100 % erreicht wird, in einem ersten Speicher, der mit der Steuerungseinrichtung
(3) verbunden ist, die für diesen Moment aktuellen Betriebsparameter (B) gespeichert
werden, wobei bei einer nachfolgenden Heizanforderung (Hz) diese gespeicherten Betriebsparameter
(B) mit den dann aktuellen Betriebsparametern (B) verglichen werden, so dass wenn
die dann aktuellen Betriebsparameter (B) gleich oder für die elektrische Weichenheizungsanlage
schlechter sind als die gespeicherten Betriebsparameter (B), sofort ein Leistungsverhältnis
(La) von 100 % eingestellt wird.
12. Einrichtung zum Energiemanagement einer elektrischen Weichenheizungsanlage, die zumindest
zwei Weichen (12), an denen jeweils mindestens ein Heizelement (7) angeordnet ist,
zumindest eine Schaltverteilung (1) mit mindestens einem Heizabgang (6) je Weiche
(12) und zumindest eine Steuerungseinrichtung (3) zum Steuern und Regeln der Schienentemperatur
(X) aufweist, umfassend
- zumindest einen Regler (10), der zwischen der Steuerungseinrichtung (3) in der Schaltverteilung
(1) und einem Schaltgerät (5) des zumindest einen Heizabgangs (6) angeordnet ist,
wobei der zumindest eine Regler (10) über eine binäre Verbindung und/oder eine Busverbindung
mit der Steuerungseinrichtung (3) verbunden ist,
- zumindest ein Schieberegister (13) mit Takter (14), das über eine binäre Verbindung
und/oder eine Busverbindungmit dem zumindest einen Regler (10) verbunden ist,
- zumindest einen Ausgang "Stellsignal Heizen Weiche EIN" (Yn) des Reglers (10), der
über den Takter (14) des Schieberegisters (13) mit einem Steuereingang des Schaltgerätes
(5) oder über ein Stellsignal max (Stmax) direkt mit dem Schaltgerät (5) verbunden ist,
wobei über eine Verbindung zwischen der Steuereinrichtung (3) und dem Schieberegister
(13) während jeder Taktzeit (Zt) das aktive Leistungsverhältnis (L
a) zu dem Schieberegister (13) und die Schienen-Solltemperatur (X
s) von der Steuerungseinrichtung (3) zu dem zumindest einen Regler (10) übertragbar
ist, und ein vom aktiven Leistungsverhältnis (L
a) abweichendes Leistungsverhältnis (L) über das Stellsignal max (St
max) von dem zumindest einen Regler (10) auf das Schaltgerät (5) über eine direkte Leitung
übertragbar ist, und
wobei in der Schaltverteilung (1) zumindest ein Speicher angeordnet ist, der über
eine binäre Verbindung und/oder eine Busverbindung mit der Steuerungseinrichtung (3)
verbunden ist, wobei über diese Verbindung zumindest ein Betriebsparameter (B) übertragbar
und in dem zumindest einen Speicher speicherbar und von der Steuereinrichtung (3)
aus diesem abrufbar ist.
1. Procédé de gestion énergétique d'une installation électrique de chauffage d'aiguillage
présentant au moins deux aiguilles (12) sur chacune desquelles est disposé au moins
un élément chauffant (7), au moins un distributeur de commutation (1) avec au moins
une sortie de chauffage (6) par aiguille (12) et au moins un dispositif de commande
(3) permettant de commander et réguler la température du rail (X), ledit procédé comprenant
les étapes suivantes :
a) pendant la phase de chauffage de l'installation électrique de chauffage d'aiguillage,
formation de temps de cycle (Zt) se succédant de façon cyclique,
b) pour chaque temps de cycle (Zt), formation d'au moins un rapport de puissance (L)
en fonction du nombre de sorties de chauffage (6) branchées et débranchées,
c) pendant chaque temps de cycle (Zt) formation d'au moins un rapport de puissance
fixe (Lf) ou d'un rapport de puissance (Le) en corrélation avec au moins un paramètre de fonctionnement (B) pouvant être saisi
de manière externe, activation dans l'ordre des sorties de chauffage (6) en commençant
par les sorties de chauffage (6) branchées ou débranchées en fonction du rapport de
puissance (L) et désactivation des autres sorties de chauffage (6) en procédant par
étapes sur le pourtour,
d) de ce fait, mise en œuvre d'au moins un rapport de puissance actif (La), une adaptation dudit au moins un rapport de puissance actif (La) étant effectuée en fonction d'un écart de régulation effectif et une valeur limite
« Écart de régulation maximal » étant déterminée par la saisie d'un écart de régulation
existant (xwauf) au début du temps de chauffe (tauf), l'installation électrique de chauffage d'aiguillage étant mise en marche avec un
rapport de puissance spécifique au projet (Lpro) entre 60 et 75 % pendant le temps de chauffe (tauf), de sorte que le quotient de l'écart de régulation existant (xwauf) et d'un temps de chauffe (tauf) donne une augmentation de l'écart de régulation (xwsteig) qui est enregistrée, permettant ainsi, à partir du produit de l'augmentation de
l'écart de régulation (xwsteig) et d'un temps de chauffe maximal (tauf-max) paramétrable de façon spécifique au projet, de déterminer un écart de régulation
maximal autorisé pendant le chauffage (xwmax), ledit au moins un rapport de puissance actif (La) étant adapté à une valeur de 100 % en cas de dépassement de l'écart de régulation
maximal (xwmax),
d1) répétition de l'étape d) après un laps de temps prédéfinissable ou lorsque l'écart
de régulation n'atteint pas ou dépasse l'écart de régulation maximal (xwmax),
e) en cas de demande de chauffage (Hz) due aux conditions atmosphériques pour au moins
une aiguille (12), calcul du temps de chauffe théorique jusqu'à obtention de la température
de consigne prédéfinissable du rail (Xs) de l'aiguille (12) et comparaison de ce temps avec un temps de chauffe paramétrable
(tauf),
e1) en cas de dépassement du temps de chauffe paramétrable (tauf), augmentation du rapport de puissance actif (La) d'au moins la sortie de chauffage (6) concernée, en augmentant d'une unité le nombre
de sorties de chauffage (6) branchées par temps de cycle (Zt) et en diminuant d'une
unité le nombre de sorties de chauffage (6) débranchées par temps de cycle (Zt) ou
en augmentant le rapport de puissance (La) à une valeur de 100 %,
la température de rail (X) concernée d'au moins une aiguille (12) raccordée à l'installation
électrique de chauffage d'aiguillage étant comparée après et/ou avant chaque temps
de cycle (Zt) avec la température de consigne prédéfinissable du rail (X
s) et l'affectation des sorties de chauffage (6) branchées et débranchées au sein des
groupes (G) affectables étant, suite à l'évaluation de cette comparaison, modifiée
par le débranchement de sorties de chauffage (6) présentant un excédent d'échauffement
au profit de sorties de chauffage (6) présentant un déficit d'échauffement pendant
le temps de cycle (Zt) concerné.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, en fonction du au moins un paramètre
de fonctionnement (B) pouvant être saisi de manière externe, des types de commande
distincts auxquels sont affectées des valeurs de température de consigne de rail (Xs) correspondantes sont créés par l'ajout de majorations de consigne à des consignes
de base paramétrables lorsque le au moins un paramètre de fonctionnement (B) pouvant
être saisi de manière externe est dépassé ou/ou n'est pas atteint.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le paramètre de fonctionnement
(B) pouvant être saisi de manière externe est choisi parmi : température de l'air,
humidité de l'air, température du rail (X), neige, neige poudreuse et/ou pluie.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel la saisie du
paramètre de fonctionnement « Neige » a pour effet de déterminer la hauteur de neige
par un capteur approprié et d'activer ou de désactiver ainsi un type de commande «
Chauffage à basse température » au paramètre de fonctionnement prédéfinissable « Température
de l'air », une valeur de température paramétrable (Tpar) sur un laps de temps prédéfinissable ayant été saisie via la saisie et l'évaluation
de l'évolution chronologique du paramètre de fonctionnement « Température de l'air
» et/ou via la saisie du paramètre de fonctionnement « Pluie » sur un laps de temps
paramétrable (tpar).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans lequel à l'étape a)
les temps de cycle (Zt) de même durée de 1 à 300 secondes, de préférence de 50 à 70
secondes, qui se succèdent de façon cyclique, sont formés avec ou sans pause.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, dans lequel le au moins un
rapport de puissance actif (La) est formé à partir du quotient du nombre de sorties de chauffage (6) branchées ou
de sorties de chauffage (6) débranchées et du nombre total de sorties de chauffage
(6) de l'installation électrique de chauffage d'aiguillage.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, dans lequel la séquence de
commutation des sorties de chauffage (6) est modifiée après et/ou avant chaque temps
de cycle (Zt).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, dans lequel l'évolution chronologique
saisie de la température du rail (X) à au moins une aiguille (12) est enregistrée
dans le dispositif de commande (3) et la valeur finale de la température du rail (Xe) comparée à une température de consigne prédéfinissable du rail (Xs), le nombre de sorties de chauffage (6) débranchées pendant au moins un temps de
cycle (Zt) étant formé par la plus grande différence de température déterminée de
la sorte.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, dans lequel, lorsqu'à une
aiguille (12) avec une sortie de chauffage (6) non débranchée, la température du rail
(X) est supérieure à la température de consigne du rail (Xs), ladite sortie de chauffage (6) est débranchée pendant le temps de cycle (Zt) actuel.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, dans lequel la puissance
effective est déterminée pendant chaque temps de cycle (Zt) et la puissance effective
minimale, la puissance effective moyenne et la puissance effective maximale sont enregistrées
pendant un laps de temps prédéfinissable.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, dans lequel le rapport de
puissance actif (La) est surveillé pendant chaque temps de cycle (Zt), de sorte que si un rapport de
puissance (La) de 100 % est obtenu à au moins une seule augmentation du rapport de puissance actif
(La), les paramètres de fonctionnement (B) momentanés sont enregistrés dans une première
mémoire reliée au dispositif de commande (3), lesdits paramètres de fonctionnement
(B) enregistrés étant comparés aux paramètres de fonctionnement (B) actuels lors d'une
demande de chauffage (Hz) suivante, de sorte que si les paramètres de fonctionnement
(B) alors actuels sont identiques aux paramètres de fonctionnement (B) enregistrés
ou moins bons que ces derniers pour l'installation électrique de chauffage d'aiguillage,
un rapport de puissance (La) de 100 % est réglé immédiatement.
12. Dispositif de gestion énergétique d'une installation électrique de chauffage d'aiguillage
présentant au moins deux aiguilles (12) sur chacune desquelles est disposé au moins
un élément chauffant (7), au moins un distributeur de commutation (1) avec au moins
une sortie de chauffage (6) par aiguille (12) et au moins un dispositif de commande
(3) permettant de commander et réguler la température du rail (X), ledit dispositif
comprenant :
- au moins un régulateur (10) disposé entre le dispositif de commande (3) dans le
distributeur de commutation (1) et un appareil de commutation (5) de la au moins une
sortie de chauffage (6), ledit au moins un régulateur (10) étant relié au dispositif
de commande (3) via une connexion binaire et/ou une connexion par bus,
- au moins un registre à décalage (13) avec horloge (14) relié audit au moins un régulateur
(10) via une connexion binaire et/ou une connexion par bus,
- au moins une sortie « Signal de commande de chauffage d'aiguille ACTIVÉ » (Yn) du
régulateur (10) reliée via l'horloge (14) du registre à décalage (13) à une entrée
de commande de l'appareil de commutation (5) ou reliée directement à l'appareil de
commutation (5) par un signal de commande max (Stmax),
le rapport de puissance actif (L
a) pouvant être transmis au registre à décalage (13) via une connexion entre le dispositif
de commande (3) et le registre à décalage (13), et la température de consigne du rail
(X
s) pouvant être transmise du dispositif de commande (3) audit au moins un régulateur
pendant chaque temps de cycle (Zt), et un rapport de puissance (L) différant du rapport
de puissance actif (L
a) pouvant être transmis dudit au moins un régulateur (10) à l'appareil de commutation
(5) par le signal de commande max (St
max) via une ligne directe, et
au moins une mémoire étant disposée dans le distributeur de commutation (1), reliée
au dispositif de commande (3) via une connexion binaire et/ou une connexion par bus,
ladite connexion permettant de transmettre au moins un paramètre de fonctionnement
(B), et dans lequel au moins une mémoire peut être enregistrée et consultée par le
dispositif de commande (3) depuis celle-ci.