[0001] Die Erfindung betrifft einen Flugkörperbehälter mit einem Behältergehäuse, zumindest
einem darin in Lagerposition angeordneten Kanister zum Tragen eines Flugkörpers und
einem Bewegungsmittel zum Bewegen des Kanisters von einer Lagerposition in eine Betriebsposition.
Ein Flugkörper der eingangs genannten Art mit entsprechenden Behälter und Träger ist
aus
GB 1 294 006 A bekannt. Für Verteidigungsaufgaben sind sogenannte Boden-Luft-Flugkörper bekannt,
die in einem Kanister gelagert und aus dem Kanister abgeschossen werden, entweder
senkrecht oder schräg nach oben. Beim Start eines Flugkörpers aus seinem Kanister
entsteht ein heißer Abgasstrahl, in dessen Nähe sich keine empfindlichen Komponenten
befinden dürfen, wenn deren Zerstörung vermieden werden soll. Um den Flugkörperbehälter
und dessen Innenkomponenten vor solchen Beschädigungen zu schützen, ist es bekannt,
die Kanister aus dem Behältergehäuse herauszuheben beispielsweise auf eine Lafette
eines Fahrzeugs zu montieren und von dort abzufeuern. Der heiße Abgasstrahl ist bei
einem schrägen Verschießen frei nach unten und seitlich gerichtet und trifft auf keine
empfindlichen Komponenten. Um dies zu erreichen, ist es jedoch notwendig, die Kanister
mit ihren Flugkörpern aus dem Behältergehäuse herauszuheben und auf ein entsprechendes
Startgerät zu montieren.
[0002] Flugkörper werden in der Regel über längere Zeiträume gelagert und sind zu diesem
Zweck im Behältergehäuse des Flugkörperbehälters gelagert. Auch bei einem Transport
sind sie innerhalb des Behältergehäuses des Flugkörperbehälters angeordnet und darin
fest verschlossen gehalten. Um in Gefechtsbereitschaft versetzt werden zu können,
müssen die Flugkörper mit ihrem Kanister aus dem Behältergehäuse herausgenommen und
entsprechend so positioniert werden, dass sie starten können, ohne durch ihren Abgasstrahl
Schäden zu verursachen.
[0003] Zum Schutz der Flugkörper während der Lagerung und des Transports sollte das Behältergehäuse
in der Weise verschließbar sein, dass der Inhalt zumindest spritzwassergeschützt ist,
sodass der Flugkörperbehälter durch Regen, Wind und Schnee transportiert werden kann,
ohne dass innere Elemente darunter leiden. Es ist jedoch auch möglich, dass der Flugkörperbehälter
lange in Gefechtsbereitschaft bzw. Alarmbereitschaft gehalten bleiben muss. Auch hier
kann es sein, dass der Flugkörperbehälter den Witterungen ausgesetzt ist, seien es
Regen, Schnee oder Wind oder auch Staub oder Wüstenflugsand. Um Beschädigungen der
Elemente im Inneren des Flugkörperbehälters zu vermeiden, ist es daher vorteilhaft,
wenn das Behältergehäuse auch in der Betriebsposition des Kanisters verschließbar
ist. Zumindest sollten Teile des Innenraums des Behältergehäuses durch ein Behälterdach
geschützt werden.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Flugkörperbehälter anzugeben,
bei dem im Inneren des Behältergehäuses angeordnete Elemente zumindest teilweise vor
äußeren Witterungseinflüssen geschützt werden können. Die Aufgabe wird durch einen
Flugkörperbehälter nach dem Anspruch 1 gelöst. Diese Aufgabe wird durch einen Flugkörperbehälter
der eingangs genannten Art gelöst, bei dem erfindungsgemäß in Betriebsposition der
Kanister vom Bewegungsmittel zumindest teilweise außerhalb des Behältergehäuses gehalten
ist und das Behälterdach einen Behälterinnenraum nach außen abschirmend geschlossen
ist. Im Behälterinnenraum angeordnete Geräte können vor äußeren Witterungseinflüssen
geschützt werden und der Flugkörperbehälter kann über einen längeren Zeitraum in Alarm-
oder Gefechtsbereitschaft gehalten werden.
[0005] Die Betriebsposition des Kanisters kann eine Gefechtsposition sein, von der aus ein
im Flugkörper gehaltener Flugkörper regulär gestartet wird. Die Betriebsposition kann
jedoch eine Wartungs- oder Reparaturposition sein, in der der Kanister zum Warten
oder Reparieren des Flugkörpers oder des Kanisters gehalten ist.
[0006] Das Bewegungsmittel ist innerhalb des Behältergehäuses strukturfest verankert, sodass
es zum Halten des Kanisters außerhalb des Behältergehäuses durch das Behältergehäuse
hindurchgeführt werden muss. Dieses Hindurchführen kann zwar abweichend von der Erfindung
durch eine oder mehrere der Behälterseitenwände erfolgen, erfindungsgemäß erfolgt
ein Hindurchführen durch das Behälterdach . In dem Behältergehäuse ist somit also
zweckmäßigerweise eine Aussparung vorhanden, durch die das Bewegungsmittel in Betriebsposition
hindurchgeführt ist. Ist das Bewegungsmittel in Lagerposition außerhalb dieser Aussparung
angeordnet, so wird die Aussparung zweckmäßigerweise verschlossen, um das Behältergehäuse
auch in Lagerposition dicht zu halten.
[0007] Der Flugkörper ist zweckmäßigerweise ein Raketenflugkörper, also ein Flugkörper mit
einem Raketentriebwerk, insbesondere ein Boden-Luft-Flugkörper, ein Boden-Boden-Flugkörper
oder ein seegestützter Flugkörper. Der Flugkörper ist ein unbemannter Flugkörper und
zweckmäßigerweise mit einem Gefechtskopf ausgestattet, der eine Detonationsladung
beherbergen kann. Die Erfindung ist nicht auf Flugkörper und einen Behälter für einen
Flugkörper beschränkt. Anstelle eines Flugkörpers kann ein anderer Gegenstand bewegt
werden.
[0008] Der Kanister dient zum Tragen des Flugkörpers und außerdem zweckmäßigerweise zu dessen
Lagerung im verschlossenen Flugkörperbehälter und vorteilhafterweise auch zum Halten
bei einem Abschuss. Der Flugkörper wird somit zweckmäßigerweise aus dem Kanister abgeschossen
und dieser ist insofern für einen solchen Abschuss vorbereitet. Die Lagerposition
ist eine solche Position des Kanisters, in der der Flugkörper beziehungsweise der
Kanister über einen Lagerzeitraum gelagert ist, beispielsweise über mehrere Monate,
insbesondere über mehrere Jahre.
[0009] Die Lagerposition ist eine Position, in der der Flugkörper bzw. der Kanister mit
dem Flugkörper über einen längeren Zeitraum gelagert wird. Sie kann auch eine Transportposition
sein, in der der Kanister und der Flugkörper auf oder in einem Fahrzeug transportiert
werden. Die Betriebsposition ist eine Position, in der der Kanister in Betrieb ist.
Ein solcher Betrieb kann ein Abschuss des Flugkörpers aus dem Kanister sein, ein Wartungsbetrieb,
in dem der Kanister gewartet oder repariert wird, ein Testbetrieb, beispielsweise
zum Testen von Sensoren des Kanisters beziehungsweise des Flugkörpers, oder ein anderer
geeigneter Betrieb des Kanisters. Die Betriebsposition ist eine andere Position als
die Lagerposition, wobei der Kanister zweckmäßigerweise in der Betriebsposition relativ
zur Lagerposition verschwenkt ist.
[0010] Das Behältergehäuse ist zweckmäßigerweise ein rund um den Flugkörper geschlossenes
Gehäuse. Es weist zweckmäßigerweise die Abmessungen eines 20-Fuß-ISO-Transportcontainers
auf. Hierdurch ist der Flugkörperbehälter mit typischen logistischen Systemen für
Container kombinierbar und nutzbar. Weiter ist es vorteilhaft, wenn das Behältergehäuse
spritzwasserfest verschließbar ist, sodass der Innenraum des Behältergehäuses vor
stark beeinträchtigenden Witterungseinflüssen, wie Regen oder Sturm, geschützt ist.
Bei Ausgestaltung des Behältergehäuses äußerlich analog zu einem Standard-Transportcontainer
kann ein solcher Witterungsschutz erreicht werden. Zudem ist ein einfacher und unauffälliger
Transport möglich. Zweckmäßigerweise ist das Behältergehäuse mit massiven Seitenwänden
und einer Zugangstür ausgestattet. Zusätzlich ist ein Bedienfeldbereich mit einer
Schutzabdeckung vorteilhaft, beispielsweise einer Schutzklappe, sowie insbesondere
ein Anschluss für Versorgungsleitungen vorhanden.
[0011] Während der Lagerung und des Transports ist der Flugkörperbehälter beziehungsweise
dessen Behältergehäuse zweckmäßigerweise geschlossen, wie oben beschrieben. Es kann
jedoch auch sein, dass sich der Flugkörperbehälter über einen längeren Zeitraum in
Alarmbereitschaft oder Aktivierungsbereitschaft befindet, in der der Kanister in Gefechtsposition
angeordnet ist. Um das Innere des Behältergehäuses auch in diesem Zustand über einen
längeren Zeitraum vor äußeren Einflüssen zu schützen, ist es vorteilhaft, wenn das
Behältergehäuse auch in Gefechtsbereitschaft des Flugkörperbehälters beziehungsweise
in Gefechtsposition des Kanisters geschlossen ist. Wie im Lager- oder Transportzustand
ist auch hierbei eine Spritzwasserfestigkeit, insbesondere von allen Seiten, vorteilhaft.
[0012] Am Bewegungsmittel sind zweckmäßigerweise mehrere Kanister zum Tragen jeweils mindestens
eines Flugkörpers angeordnet. Üblich sind vier oder acht Kanister pro Kanistereinheit,
die als Einheit, z.B. fest in sich zusammengefügt, am Bewegungsmittel befestigt sind.
[0013] Das Bewegungsmittel dient zum Bewegen des Kanisters von der Lagerposition in die
Betriebsposition und kann hierzu ein Koppelgetriebe umfassen. Das Bewegungsmittel
ist zweckmäßigerweise dazu vorbereitet, eine Bewegung auszuführen, die mehr Freiheitsgrade
aufweist als eine einfache Rotation um eine einfache Rotationsachse. Hierbei ist ein
höherer Freiheitsgrad nicht zwingend als eine höhere Dimensionalität der Bewegung
zu verstehen, da eine eindimensionale Bewegung ausreicht. Es soll vielmehr eine komplexere
Bewegungsbahn als eine Gerade oder einfache Kreis- oder Ellipsenbahn ermöglicht werden,
beispielsweise eine Kombination aus zwei Kreisbahnen mit verschiedenen Mittelpunkten.
[0014] Vorteilhafterweise umfasst das Behältergehäuse eine Dacheinheit, durch die eine Dachöffnung
des Behältergehäuses geöffnet und wieder verschlossen werden kann. Hierzu ist die
Dacheinheit vom übrigen Behältergehäuse beweglich gelagert, sodass sie die Dachöffnung
durch eine Schwenkbewegung, eine translatorische Bewegung oder eine Kombinationsbewegung
verschließen kann. Die Dacheinheit kann mehrere Dachelemente umfassen, beispielsweise
zwei symmetrisch zueinander bewegliche Dachflügel oder andere Elemente. Einem guten
Abdichten des Behältergehäuses ist es dienlich, wenn die Dacheinheit zwei Dachflügel
aufweist, die in geschlossener Position einander teilweise überdecken. Zwischen den
beiden Dachflügeln kann eine Dichtung angeordnet sein, die den Behälterinnenraum nach
außen abdichtet.
[0015] Die Dacheinheit und das Bewegungsmittel sind zweckmäßigerweise so aufeinander abgestimmt,
dass die Dacheinheit sowohl bei einer Lage des Bewegungsmittels in der Lagerposition
als auch bei einer Lage des Bewegungsmittels in Betriebsposition schließbar ist. Im
geschlossenen Zustand der Dacheinheit ist der Behälterinnenraum nach außen abgeschirmt,
wobei zweckmäßigerweise der gesamte Behälterinnenraum des Behältergehäuses nach außen
abgeschirmt und verschlossen ist. Unabhängig von der Dacheinheit können weitere Öffnungen
im Behältergehäuse vorhanden sein, beispielsweise eine Tür zum Begehen des Behälterinnenraums,
ein Fenster, eine weitere Dachklappe oder mehrere dieser Elemente oder andere Elemente.
Hierbei kann die Abschirmung des Behälterinnenraums nach außen so verstanden werden,
dass all diese Elemente geschlossen sind.
[0016] Erfindungsgemäß weist das Behälterdach eine Durchführung auf, durch die das Bewegungsmittel
in Betriebsposition hinausragt. Die Durchführung kann eine Ausnehmung sein, die durch
eine Dachklappe oder ein anderes Verschlusselement verschließbar ist. Die Dachklappe
bzw. das andere Element ist zweckmäßigerweise von der Dacheinheit, wie einem Dachflügel,
verschieden und zu diesem zusätzlich vorhanden. Ist das Bewegungsmittel nicht durch
die Durchführung hindurchgeführt, sondern woanders positioniert, sollte die Durchführung
verschlossen sein oder zumindest verschließbar sein, um den Flugkörperbehälter auch
in Lagerposition des Kanisters ausreichend verschließen zu können. Es ist also zweckmäßig,
wenn die Durchführung bei aus der Durchführung herausbewegtem Bewegungsmittel verschlossen
ist, beispielsweise durch eine Dachklappe. Der Begriff der Dachklappe, wie auch der
Begriff des Dachflügels, impliziert eine rotatorische Öffnungs- oder Schließbewegung.
Diese Begriffe sollen jedoch nicht auf eine solche Schließbewegung reduziert sein,
sodass auch ein rein translatorisch oder in einer Kombinationsbewegung öffnendes oder
schließendes Element als Dachklappe bzw. Dachflügel bezeichnet wird.
[0017] Vorteilhafterweise ist die Durchführung unmittelbar neben einem Bereich der Dachöffnung
angeordnet, der durch einen Dachflügel verschlossen werden kann. Dieser Dachöffnungsbereich
und die Durchführung grenzen somit unmittelbar aneinander an, so dass die Durchführung
und die Dachöffnung eine zusammenhängende Öffnung bilden. Hierdurch kann das Bewegungsmittel
aus der Dachöffnung in die Durchführung einfahren und somit aus diesem Bereich der
Dachöffnung, der vom Dachflügel verschlossen wird, ausfahren.
[0018] Vorteilhafterweise ist die Dachklappe in der Weise ausgeführt, dass sie bei einem
Herausbewegen des Bewegungsmittels aus der Durchführung selbsttätig schließt. Dieses
Schließen kann motorgetrieben, federgetrieben oder auf eine andere Weise erfolgen.
Ein federgetriebenes Schließen ist hierbei besonders einfach, kostengünstig und zuverlässig
erreichbar.
[0019] Ebenfalls einfach kann die Dachklappe gehalten sein, wenn sie und das Bewegungsmittel
derart zueinander angeordnet und ausgeführt sind, dass das Bewegungsmittel die Dachklappe
durch ein Bewegen in die Betriebsposition aufdrückt. So kann das Bewegungsmittel die
Dachklappe beispielsweise gegen eine Federkraft aufdrücken, die bei einem Herausbewegen
des Bewegungsmittels aus der Durchführung die Dachklappe wieder in ihre Verschlussposition
drückt. Vorteilhafterweise füllt das Bewegungsmittel die Durchführung vollständig
aus, sodass der Behälterinnenraum bei einem verschlossenen Dachelement und in der
Position des Bewegungsmittels in der Betriebsposition verschlossen ist, also auch
die Durchführung verschlossen ist.
[0020] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung schlägt vor, dass die Dacheinheit zumindest
ein Dachelement, beispielsweise in Form eines Dachflügels, aufweist, der auf dem Behältergehäuse
aufliegt. Ein Öffnen der Dachöffnung kann durch ein Bewegen des Dachelements, im Folgenden
vereinfacht als Dachflügel bezeichnet, nach oben auf einfache Weise geschehen. Zweckmäßigerweise
ist der Dachflügel vollständig nach oben vom Behältergehäuse abhebbar. Hierunter kann
verstanden werden, dass der Dachflügel an allen seinen Seitenkanten, beispielsweise
seinen vier Seitenkanten, vom Behältergehäuse abhebbar ist. Die Abhebbarkeit nach
oben ist zweckmäßigerweise so ausgeführt, dass auf eine Lagerung des Dachflügels im
Behältergehäuse verzichtet werden kann. Hierdurch kann eine Abdichtung des Behältergehäuses
erleichtert werden, da eine Lagerung des Dachflügels im Behältergehäuse gegebenenfalls
nicht leicht abdichtbar ist. Das Abheben geschieht zweckmäßigerweise motorgetrieben.
Hierzu umfasst der Flugkörperbehälter zweckmäßigerweise ein Öffnungsmittel zum Öffnen
des Dachflügels, insbesondere durch ein vollständiges Anheben des Dachflügels vom
Behälterdach. Es kann ein einziger Dachflügel ausreichen, um die Dachöffnung zu verschließen,
wobei ebenso gut zwei oder mehr Dachflügel für diese Aufgabe vorhanden sein können.
[0021] Einer guten Abdichtung des Behältergehäuses nach außen ist es dienlich, wenn der
Dachflügel die Seitenoberkante der Behälterseitenwand von oben und seitlich umgreift.
Die Behälterseitenwand ist ein Teil des Behältergehäuses und ragt zweckmäßigerweise
senkrecht nach oben auf. Durch das Umgreifen der Seitenoberkante von oben und seitlich
kann auf eine von oben zugängliche Abdichtung des Behälterdachs verzichtet werden,
so dass Wasser, ohne eine solche Dichtungsstelle zu berühren, seitlich vom Behälterdach
abfließen kann.
[0022] Beim Lagern, beim Transport oder auch in Alarmbereitschaft kann es vorkommen, dass
sich Wasser, Flugsand, Blätter oder dergleichen auf dem Behälterdach sammeln. Ist
das Öffnen des Dachflügels mit einem Verkippen verbunden, so fließt das Wasser, beziehungsweise
rutscht die Verschmutzung, seitlich vom Dachflügel ab. Hierbei ist es sinnvoll, wenn
das Wasser, beziehungsweise der Schmutz, dort herab fällt, wo es auch bei Wind nicht
in den Behälterinnenraum geblasen werden kann, also zweckmäßigerweise ein Stück weit
weg von der Behälteraußenwand. Hierzu wird vorgeschlagen, dass der Flugkörperbehälter
ein Öffnungsmittel zum Öffnen des Dachflügels durch ein Schwenken des Dachflügels
nach oben und zur Seite aufweist. Beim Öffnen kippt der Flügel zweckmäßigerweise nach
außen, so dass beispielsweise Sand auf den Flügel nach außen rutscht, ohne die Behälteraußenseite
berühren zu können.
[0023] Einer einfachen Konstruktion des Öffnungsmittels zum Öffnen des Dachflügels ist es
zuträglich, wenn der Dachflügel in einer einzigen Drehachse schwenkbar gelagert ist.
Die Drehachse ist zweckmäßigerweise im Behälterinnenraum angeordnet, also vom Behältergehäuse
umgriffen. Ebenso ist die bewegliche Lagerung des Dachflügels, also ein Lager, ein
Scharnier oder dergleichen, innerhalb des Behälterinnenraums positioniert.
[0024] Eine seitliche Bewegung des Dachflügels beim Öffnen kann einfach erreicht werden,
wenn die Drehachse um mehr als 5% der Behälterbreite unter der Behälteroberkante,
auf dem der Dachflügel aufliegt, angeordnet ist. Insbesondere ist die Drehachse um
mehr als 10%, zweckmäßigerweise sogar um mehr als 25% der Behälterbreite unter der
Behälteroberkante angeordnet.
[0025] Um ein seitliches Abtauchen des Dachflügels bereits zu Beginn der Öffnungsbewegung
zu vermeiden oder zumindest gering zu halten, ist es vorteilhaft, wenn die Drehachse
um weniger als 20%, insbesondere weniger als 10% der Behälterbreite entfernt von der
seitlichen Behälterwand angeordnet ist, um die der Dachflügel schwenkt.
[0026] Eine seitliche Dichtungsfläche des Behältergehäuses und/oder des Dachflügels kann
besonders einfach und zuverlässig abgedichtet werden, wenn der Dachflügel beim Schließen
eher horizontal an die Seitenoberkante der Behälterseitenwand anfährt. Hierzu ist
vorteilhaft, wenn der Flugkörperbehälter ein Öffnungsmittel zum Bewegen des Dachflügels
durch ein Schwenken des Dachflügels in der Weise aufweist, dass die Außenseite des
Dachflügels beim Schließen mit einem Anschiebewinkel von weniger als 20°, insbesondere
weniger als 10°, zur Horizontalen an die Behälterwand bewegt ist. Vorteilhafterweise
hebt hierbei der Dachflügel an seiner Innenseite mehr nach oben als zur Seite ab.
[0027] Zum Schutz einer Abdichtung ist es weiter vorteilhaft, wenn der Dachflügel eine Innenabdeckung
aufweist, die im geöffneten Zustand des Dachflügels die Seitenoberkante des Behältergehäuses
abdeckt, so dass diese geschützt ist. Hierdurch kann auch eine Dichtung auf der Seitenoberkante
oder an der Seitenoberkante geschützt werden. Die Abdeckung erfolgt zumindest über
50% der Gesamtlänge der Seitenoberkante.
[0028] Um den Flugkörperbehälter sicher betreten zu können, ist es vorteilhaft, wenn das
Öffnungsmittel sowohl im geöffneten als auch im geschlossenen Zustand des Dachflügels
kräftefrei ist. Dies kann einfach erreicht werden, wenn sich der Dachflügel im geöffneten
Zustand an einem Abstützmittel abstützt, so dass das Öffnungsmittel kräftefrei ist
und der Dachflügel in einer sicheren Öffnungsposition verharrt. Das Abstützen kann
direkt oder mittelbar zum Beispiel über ein oder mehrere Elemente des Öffnungsmittels
geschehen. Das Abstützmittel kann ein Element des Behältergehäuses sein, beispielsweise
eine Behälterseitenwand.
[0029] Die Erfindung ist in ihrer allgemeinen Form gerichtet auf einen Flugkörperbehälter
mit einem Behältergehäuse, einem darin gelagerten Flugkörper und einem Behälterdach.
[0030] Um im Inneren des Behältergehäuses angeordnete Elemente zumindest teilweise vor äußeren
Witterungseinflüssen zu schützten, wird vorgeschlagen, dass erfindungsgemäß der Flugkörper
in seiner Startposition zumindest teilweise außerhalb des Behältergehäuses gehalten
ist und das Behälterdach geschlossen ist und einen Behälterinnenraum nach außen abschirmt.
Oben und in der Figurenbeschreibung beschriebene Details der Erfindung sind auch mit
dieser allgemeinen Form kombinierbar.
[0031] Beschrieben ist ein Verfahren zum Betrieb eines Flugkörperbehälters mit einem Behältergehäuse
und zumindest einem darin gelagerten Kanister zum Tragen eines Flugkörpers, bei dem
der Kanister durch ein Bewegungsmittel von eine Lagerposition in eine Betriebsposition
bewegt wird.
[0032] Um im Inneren des Behältergehäuses angeordnete Elemente zumindest teilweise vor äußeren
Witterungseinflüssen zu schützten und dennoch eine Bewegung des Flugkörpers aus dem
Behältergehäuse heraus zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, dass erfindungsgemäß ein
Dachflügel des Behältergehäuses geöffnet und hierdurch eine Dachöffnung freigegeben
wird.
[0033] Zweckmäßigerweise wird der Kanister nach dem Freigeben der Dachöffnung aus der Lagerposition
in eine Betriebsposition und hierbei durch die Dachöffnung bewegt. Weiter vorteilhafterweise
wird der Dachflügel in der Betriebsposition des Kanisters wieder geschlossen, wodurch
die Dachöffnung verschlossen wird. Das Behältergehäuse erreicht hierdurch vorteilhafterweise
einen zumindest spritzwassergeschützten Zustand, wodurch Elemente im Behälterinnenraum
auch in der Betriebsposition gut geschützt sind.
[0034] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das
Bewegungsmittel bei einem Bewegen in die Betriebsposition ein Verschlussmittel des
Behälterdachs aufdrückt, das hierdurch eine Durchführung im Behälterdach freigibt.
Das Verschlussmittel kann ohne motorischen Eigenantrieb geöffnet werden, so dass es
einfach herstellbar ist.
[0035] Mit gleichem Vorteil schließt das Verschlussmittel bei einer Bewegung des Bewegungsmittels
aus der Betriebsposition federgetrieben und schließt die Durchführung.
[0036] Ein guter Schutz des Behälterinnenraums vor einer Verschmutzung kann erreicht werden,
wenn der Dachflügel bei einer Bewegung aus seiner Verschlussposition heraus zur Seite
schwenkt und sogleich zur Seite verfährt, so dass Wasser auf dem Dachflügel seitlich
abfließt und von der Behälterseitenwand beabstandet herab fällt. Wasser, Sand oder
Verschmutzung kann zuverlässig vom Behälterdach, beziehungsweise Dachflügel, abgeworfen
werden, ohne in den Behälterinnenraum zu gelangen.
[0037] Beschrieben ist außerdem ein Verfahren zum Betrieb eines Flugkörperbehälters mit
einem Behältergehäuse und zumindest einem darin gelagerten Kanister zum Tragen eines
Flugkörpers, bei dem ein Dachflügel des Behältergehäuses geöffnet und der Kanister
durch ein Bewegungsmittel von einer Lagerposition in eine Betriebsposition zumindest
teilweise durch das geöffnete Behälterdach bewegt wird. Zum Schutz von Elementen im
Behälterinnenraum wird vorgeschlagen, dass der Dachflügel erfindungsgemäß, während
das Bewegungsmittel in der Betriebsposition verbleibt, wieder geschlossen wird und
einen Behälterinnenraum zumindest teilsweise nach außen abschirmt.
[0038] Die bisher gegebene Beschreibung vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung enthält
zahlreiche Merkmale, die in den einzelnen Unteransprüchen teilweise zu mehreren zusammengefasst
wiedergegeben sind. Diese Merkmale wird der Fachmann jedoch zweckmäßigerweise auch
einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
[0039] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile, sowie die Art und Weise,
wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang
mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang mit den
Zeichnungen näher erläutert werden. Die Ausführungsbeispiele dienen der Erläuterung
der Erfindung und beschränken die Erfindung nicht auf die darin angegebene Kombination
von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale. Außerdem können dazu
geeignete Merkmale eines jeden Ausführungsbeispiels auch explizit isoliert betrachtet,
aus einem Ausführungsbeispiel entfernt, in ein anderes Ausführungsbeispiel zu dessen
Ergänzung eingebracht und/oder mit einem beliebigen der Ansprüche kombiniert werden.
[0040] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Flugkörperbehälter in einem Lager- oder Transportzustand mit geschlossenem Behältergehäuse,
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus dem Behälterdach des Flugkörperbehälters aus Fig. 1,
- Fig. 3
- den Flugkörperbehälter in einer Betriebsposition mit ebenfalls geschlossenem Behältergehäuse,
- Fig. 4
- den Flugkörperbehälter mit in Betriebsposition gehaltenen Kanistern und geöffnetem
Behälterdach,
- Fig. 5
- den Flugkörperbehälter aus Fig. 4 in einer teilgeschnittenen Ansicht,
- Fig. 6
- eine schematische Seitenansicht des Flugkörperbehälters mit Kanistern in Betriebsposition,
- Fig. 7
- der Flugkörperbehälter aus Fig. 6 mit Kanistern in Lagerposition,
- Fig. 8
- den Flugkörperbehälter aus Fig. 5 mit Kanistern in Lagerposition,
- Fig. 9
- den Flugkörperbehälter aus Fig. 8, bei dem die Kanister aus der Lagerposition senkrecht
nach oben abgehoben sind,
- Fig. 10
- die Kanister bei einem beginnenden Schwenkvorgang,
- Fig. 11
- die Kanister in fortgeschrittenerem Schwenkvorgang,
- Fig. 12
- die Kanister senkrecht ausgerichtet und mit dem rückwändigen Ende nach oben gestellt,
- Fig. 13
- die aus dem Behältergehäuse vollständig herausgehobenen Kanister in einer waagerechten
Position,
- Fig. 14
- eine schematisierte Seitendarstellung des Behältergehäuses und des Kanisters in Lagerposition
mit Bewegungskurven des Kanisters von seiner Bewegung von der Lagerposition in die
Betriebsposition,
- Fig. 15
- der Kanister aus Fig. 14 in einer um 90° gedrehten Stellung auf den eingezeichneten
Bewegungsbahnen,
- Fig. 16
- eine schematische Darstellung von zwei Dachflügeln zum Öffnen und Verschließen des
Behälterdachs eines Flugkörperbehälters aus den vorangegangenen Figuren,
- Fig. 17
- die beiden Dachflügel in einer leicht geöffneten Position,
- Fig. 18
- die beiden Dachflügel in vollständig geöffneter Position,
- Fig. 19
- eine schematische Detailansicht eines Dachflügels kurz vor und in Schließstellung,
- Fig. 20
- eine Antenne in einer Lagerposition und
- Fig. 21
- die Antennenmechanik aus Fig. 20 bei einer Betriebsposition der Antenne.
[0041] Fig. 1 zeigt einen Flugkörperbehälter 2 mit einem geschlossenen Behältergehäuse 4.
Das Behältergehäuse 4 hat die Abmessungen eines Standard-20-Fuß-Containers und enthält
auch die standardisierten Befestigungsausnehmungen und Befestigungsmittel zum Befestigen
an anderen 20-Fuß-Containern und entsprechenden Verladevorrichtungen. An seiner Vorderseite
umfasst das Behältergehäuse 4 eine Zugangstür 6 zum Betreten eines Behälterinnenraums,
die wie übliche Containertüren ausgeführt ist. Von außen entspricht der Flugkörperbehälter
2 in Formgebung und Design ebenfalls einem 20-Fuß-ISO-Transportcontainer. Wie beispielsweise
bei Kühlcontainern gebräuchlich, umfasst der Flugkörperbehälter 2 eine Schnittstelle
8 zum Anschluss an eine Stromversorgung, wobei auch ein oder mehrere weitere Anschlüsse
optional möglich sind, beispielsweise ein Datenanschluss. Weiter umfasst der Flugkörperbehälter
2 eine Abdeckung 10, durch die ein dahinterliegendes Anzeige-und Eingabemittel 12
(siehe Fig. 3) nach außen geschützt ist.
[0042] Auf seiner Oberseite hat das Behältergehäuse 4 ein Behälterdach 14 mit zwei zueinander
symmetrischen Dachflügeln 16, die sich jeweils über mehr als die Hälfte der Länge
des Flugkörperbehälters 2 erstrecken. An dem hinteren Ende des Behälterdachs 14 sind
zwei Dachklappen 18 angeordnet, die in Fig. 2 vergrößert dargestellt sind.
[0043] Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt des hinteren Behälterdachs 14 des Flugkörperbehälters
2. Die beiden am hinteren Ende des Behälterdachs 14 angeordneten Dachklappen 18 grenzen
jeweils an einen Dachflügel 16 an und sind - ebenso wie die Dachflügel 16 - zu öffnen,
sodass ein von den Dachflügeln 16 freigegebene Dachöffnung an die von den Dachklappen
18 freigegebene Dachöffnung angrenzt, sodass eine einzige große Dachöffnung entsteht.
[0044] Fig. 3 zeigt den Flugkörperbehälter 2 ebenfalls in einem geschlossenen Zustand, das
Behältergehäuse 4 ist also verschlossen, jedoch sind Kanister 20 und darin gelagerte
Flugkörper außerhalb des Behältergehäuses 4 gehalten und in einer Betriebsposition
angeordnet. Ebenso ist eine Antenne 22 ausgeklappt und befindet sich außerhalb des
Behältergehäuses 4. Die Abdeckung 10 ist geöffnet, sodass ein dahinterliegendes Anzeige-
und Eingabemittel 12 zugänglich ist.
[0045] Sowohl bei den in Fig. 1 gezeigten Zustand, bei dem die Kanister 20 in einer Lagerposition
innerhalb des Behältergehäuses 4 gelagert sind, als auch in dem in Fig. 3 gezeigten
Zustand, bei dem sie außerhalb des Behältergehäuses angeordnet sind, ist der Flugkörperbehälter
2 insoweit geschlossen, dass der Behälterinnenraum, der vom Behältergehäuse 4 umschlossen
wird, vor Witterungseinflüssen der Umgebung weitgehend geschützt ist. So ist das Behältergehäuse
4 in den beiden Zuständen regendicht und spritzwasserfest sowie sand- und staubdicht,
sodass Elemente im Behälterinnenraum vor diesen Einflüssen geschützt sind.
[0046] Der in Fig. 1 gezeigte Zustand des Flugkörperbehälters 2 ist ein Lager- und Transportzustand,
in dem das Behältergehäuse 4 fest verschlossen ist und die Einrichtung im Behälterinnenraum
schützt. Dem gegenüber ist der in Fig. 3 gezeigte Zustand ein Betriebszustand des
Flugkörperbehälters 2, in diesem Fall ein Gefechtszustand. Auch in diesem Zustand
kann der Flugkörperbehälter 2 lange verharren, ohne dass - beispielsweise bei Regen
oder starkem Wind mit Flugsand - die Einrichtung im Behälterinnenraum den entsprechenden
äußeren Einflüssen ausgesetzt wäre. In der Betriebsposition sind die Kanister 20 senkrecht
ausgerichtet mit der Kanistervorderseite nach oben, sodass die in den Kanistern 20
gelagerten Flugkörper beim Start ihres Raketentriebwerks durch den Raketenschub nach
oben aus dem entsprechenden Kanister 20 austreten und senkrecht nach oben starten.
[0047] Um die Rückwirkungen des Abgasstrahls der startenden Flugkörper auf das Behältergehäuse
4 möglichst gering zu halten, sind die Kanister 20 außerhalb des Behältergehäuses
4 angeordnet und außerdem in angemessener Höhe über dem Grund positioniert. Die Höhe
der Unterkante der Kanister 20 beträgt zumindest 80 cm, insbesondere zumindest 1 m.
Die Containerrückwand, die in den Figuren nicht gezeigt ist, ist stets verschlossen,
sodass Gase des heißen Abgasstrahls nicht in das Innere des Behältergehäuses 4 eindringen.
[0048] Der Flugkörperbehälter 2 ist universell einsetzbar. Er ist sowohl auf einem festen
Boden stehend einsetzbar, als auch auf einem LKW. Auch ein Einsatz auf einem Schiff
oder anderen zu schützenden Objekten, beispielsweise einer Öl-Plattform, ist einfach
möglich.
[0049] Fig. 4 zeigt den Flugkörperbehälter 2 in einer Betriebsposition des Kanisters 20,
jedoch mit geöffnetem Behälterdach 14. Die beiden Dachklappen 16 sind nach oben und
zur Seite geschwenkt und geben somit eine Dachöffnung 24 des Behältergehäuses 4 frei.
Durch diese Dachöffnung 24 kann der Kanister 20 in den Behälterinnenraum und aus diesem
wieder heraus bewegt werden. Hierzu umfasst der Flugkörperbehälter 2 ein Bewegungsmittel
26, das durch die geschnittene Darstellung des Flugkörperbehälters 2 in Fig. 5 deutlicher
dargestellt ist.
[0050] Fig. 5 zeigt den Flugkörperbehälter 2 aus Fig. 4 in einer Darstellung, in der eine
Seitenwand des Behältergehäuses 4 geschnitten und somit offen dargestellt ist. Der
besseren Ansicht halber wurde einer der Dachflügel 16 in der Darstellung weggelassen.
Außerdem sind an einer Halteeinheit 28 des Bewegungsmittels 26 nur vier der acht Kanister
befestigt, die bei dem in Fig. 3 gezeigten Zustand zum Einsatz kommen. Die anderen
vier Kanister 20 sind in Lagerposition im Behälterinnenraum angeordnet und liegen
ruhend auf einem Sockel 30 des Flugkörperbehälters 2. Fig. 5 zeigt insofern einen
Beladungszustand des Flugkörperbehälters 2, bei dem die lagernden Kanister 20 schon
in den Flugkörperbehälter 2 verbracht aber noch nicht an Bewegungsmittel 26 befestigt
sind.
[0051] Das Bewegungsmittel 26 umfasst ein kinematisches Koppelgetriebe, das in dieser Ausführungsform
zwei spiegelsymmetrische Einheiten an beiden Behälterlängsseiten aufweist. Dabei stellt
eine Behälterseitenwand jeweils den ortsfesten Teil des Koppelgetriebes dar. Die Halteeinheit
28 bildet den beweglichen Teil des Koppelgetriebes, der mit den beiden Schwingen bzw.
Koppelgliedern der beiden Einheiten des Koppelgetriebes verbunden ist bzw. diese bildet.
[0052] Die beiden Einheiten des Bewegungsmittels 26 sind jeweils als Koppelgetriebe 46 in
Form einer viergliedrigen kinematischen Kette ausgeführt. Das Behältergehäuse 4 dient
jeweils als Gehäuseglied bzw. ortsfestes Gehäuseelement. Die Halteeinheit 28 dient
beiden Einheiten als Koppel beziehungsweise Koppelglied oder Betriebsglied. Das Koppelgetriebe
46 umfasst ein Hebelgestänge mit vier gehäusefesten Drehpunkten.
[0053] Jedes Koppelgetriebe 46 umfasst zwei bewegliche Glieder 32, 34 in Form von starren
Elementen, beispielsweise von Stangen. Jedes der beweglichen Glieder 32, 34 ist an
einem gehäusefesten Drehpunkt 36, 38 mit dem Gehäuseglied beziehungsweise dem Behältergehäuse
4 drehbar aber ansonsten ortsfest verbunden. Weiter sind die beweglichen Glieder 32,
34 über bewegliche Drehpunkte 40, 42 mit dem Betriebsglied beziehungsweise der Halteeinheit
28 verbunden. Die Drehpunkte 40, 42 sind hierbei relativ zum Koppelglied beziehungsweise
der Halteeinheit 28 starr gelagert.
[0054] Teile der Koppelgetriebe 46 befinden sich neben der Halteeinheit 28. Diese Ausführungsform
lässt schmale Elemente zu, sodass eine sehr breite Halteeinheit 28 verwendet werden
kann beziehungsweise die Anordnung aus Bewegungsmittel 26 und Kanistern 20 besonders
kompakt ausgeführt werden kann.
[0055] Das Koppelgetriebe 46 ist in den Figuren 6 und 7 von der Seite dargestellt, sodass
die vordere Einheit die spiegelsymmetrische hintere Einheit verdeckt. Fig. 6 zeigt
die Kanister 20 hierbei in der gleichen Position wie Fig. 5, wobei im Unterschied
zu Fig. 5 jedoch alle Kanister 20 am Bewegungsmittel 26 angeordnet sind. Fig. 7 zeigt
das Bewegungsmittel 26 und die Kanister 20 in der Lagerposition. Die Kanister 20 sind
auf dem Sockel 30 abgelegt, dort beispielsweise eingesteckt, und das Bewegungsmittel
26 ist an den Kanistern 20 befestigt.
[0056] In den Figuren 8 bis 13 ist ein Bewegungsablauf des Bewegungsmittels 26 beziehungsweise
der Kanister 20 von der Lagerposition in die Betriebsposition dargestellt, wobei die
Betriebsposition aus Fig. 5 als Ende des letzten Bereichs des Bewegungsablaufs zwischen
den Stellungen aus Fig. 13 und Fig. 5 zu denken ist. Die Bewegungsbahnen dieses Bewegungsablaufs
sind in den Figuren 14 und 15 schematisch wiedergegeben. Ein solcher Bewegungsablauf
ist im Folgenden beschrieben.
[0057] Die Figuren 7 und 8 zeigen die Kanister 20 beziehungsweise das Bewegungsmittel 26
in der Lagerposition. In dieser Position sind die Kanister 20 zumindest in der Weise
formschlüssig mit dem Behältergehäuse 4 verbunden, beispielsweise über den Sockel
30, dass eine horizontale Bewegung der Kanister 20 relativ zum Behältergehäuse 4 blockiert
ist. Das Bewegungsmittel 26 beziehungsweise seine Halteeinheit 28 ist von oben auf
die ruhenden Kanister 20 abgesenkt und mit ihnen verbunden, sodass die Kanister 20
in alle Richtungen starr mit der Halteeinheit 28 verbunden sind.
[0058] Ein erster Teil des Bewegungsablaufs ist durch die Figuren 8 und 9 dargestellt. Die
Kanister 20 sind ein Stück weit vom Sockel 30 nach oben abgehoben. Dies geschieht,
indem ein Bewegungsmotor 48 das bewegliche Glied 32 um den Drehpunkt 36 dreht. Aus
Fig. 8 ist zu sehen, dass die beiden Einheiten beziehungsweise Koppelgetriebe 46 einander
im Behältergehäuse 4 gegenüber liegen, sodass ihre beiden Drehpunkte 36 eine Fixachse
50 bilden, um die das bewegliche Glied 32 beider Koppelgetriebe 46 rotiert wird. In
Fig. 8 ist eine weitere Fixachse 52 eingezeichnet, die die beiden gehäusefesten Drehpunkte
38 miteinander verbindet. Um diese Fixachse 52 rotieren die beiden beweglichen Glieder
34 der beiden Koppelgetriebe 46. Beide Fixachsen 50, 52 sind in Fig. 8 lang gestrichelt
dargestellt.
[0059] Durch die Rotation der beweglichen Glieder 32 der Koppelgetriebe 46 rotiert auch
deren beweglicher Drehpunkt 40 um den gehäusefesten Drehpunkt 36. Die beiden beweglichen
Drehpunkte 40 bilden eine Schwenkachse 54, die durch die beiden beweglichen Drehpunkte
40 verläuft und die in Fig. 8 strichpunktiert dargestellt ist. Ebenfalls strichpunktiert
dargestellt ist eine weitere Schwenkachse 56, die durch die Drehpunkte 42 der beweglichen
Glieder 34 der beiden Koppelgetriebe 46 verläuft. Diese Schwenkachse 56 rotiert kreisförmig
um die Fixachse 52.
[0060] Der Freiheitsgrad der Bewegung der Halteeinheit 28 beziehungsweise der Kanister 20
gegenüber der Behälterstruktur beziehungsweise den ortsfesten Behältergehäuse 4 wird
lediglich mit Drehgelenken realisiert. Jedes Koppelgetriebe 46 erzeugt die krummlinige
Bewegung somit aus lediglich Schwenkbewegungen um zwei ortsfeste Fixachsen 50, 52.
[0061] Die Bewegung des Bewegungsmittels 26 wird durch zwei Bewegungsmotoren 48 erzeugt,
wobei jedem Koppelgetriebe 46 ein Bewegungsmotor 48 zugeordnet ist. Jeder Bewegungsmotor
48 umfasst zwei Motoreinheiten 58, 60, die beide als Schubgestänge ausgeführt sind.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind beiden Motoreinheiten 58, 60 Hydraulikzylinder,
die mit einer Hydraulikpumpe verbunden und durch ein Steuermittel 62 gesteuert sind.
Die Hydraulikzylinder wirken direkt auf das Haupttragglied 32 des Koppelgetriebes
46. Die Antriebsleistung wird über vier Hydraulikzylinder, zwei auf jeder Seite, übertragen.
Bei einem Hydraulikleck kann damit die Halteeinheit 28 in jeder Position gestoppt
werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
[0062] Die beiden Motoreinheiten 58, 60 greifen jeweils an einem einzigen Hebel 64 des Koppelgetriebes
46 an, das starr mit einem der beweglichen Glieder 32, 34 verbunden ist, bei dem in
den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiel dem beweglichen Glied 32. Der Antrieb für
die Bewegung des Bewegungsmittels 26 wirkt nur auf ein Getriebeelement, in diesem
Fall das bewegliche Glied 32. Beide Motoreinheiten 58, 60 erzeugen die Bewegung des
Bewegungsmittels 26 durch eine Längenveränderung, also eine Kontraktion und Expansion.
Hierbei können beiden Motoreinheiten 58, 60 die Bewegungskraft ausschließlich durch
Expansion erzeugen oder zumindest eine der Motoreinheiten 58, 60 ist zusätzlich zum
Aufbringen von Bewegungskraft in das Bewegungsmittel 26 durch Kontraktion vorbereitet.
Dies ist vorliegend bei der Motoreinheit 60 der Fall.
[0063] In vorliegendem Ausführungsbeispiel umfasst jeder Bewegungsmotor 48 ausschließlich
längenveränderlich wirksame Motoreinheiten 58, 60, die jeweils um eine Fixachse 66,
68 schwenkbar sind. Diese beiden Fixachsen 66, 68 sind in Fig. 8 kurz gestrichelt
dargestellt und verbinden die entsprechenden Motoreinheiten 58 beziehungsweise 60
der beiden Bewegungsmotoren 48. Es ist jedoch auch möglich, die Bewegung des beweglichen
Glieds 32 durch einen anderen Bewegungsmotor ohne solche Fixachsen 66, 68 herzustellen.
[0064] Die Lageraufnahmen für die fixen Drehpunkte 36, 38 sowie die für die Drehpunkte der
Motoreinheiten 58, 60 liegen in einem relativ kleinen Bereich zusammen, sodass die
erforderlichen hoch belasteten Strukturbereiche nicht über große Distanzen zu führen
sind. Ein Vierseit zu den vier Fixachsen 50, 52, 66, 68 umfasst hierbei eine maximale
Ausdehnung, die kleiner ist, als eine halbe Kanisterlänge.
[0065] Durch den Antrieb der beiden Bewegungsmotoren 48 bewegen sich die Kanister 20 von
der in Fig. 8 gezeigten Lagerposition translatorisch von dem Sockel 30 weg, in diesem
Ausführungsbeispiel senkrecht nach oben. Eine solche translatorische Bewegung hat
den Vorteil, dass Halteglieder 70, die für die Fixierung der Kanister 20 am Sockel
30 sorgen, verkantungsfrei aus dem Sockel 30 oder den Kanistern 20 entfernt werden
können. Bei dem in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiel greift ein Halteglied
70 in eine Ausnehmung des Sockels 30 ein, durch die translatorische Bewegung nach
oben wird das Halteglied 70 also aus der entsprechenden Ausnehmung gezogen.
[0066] Diese translatorische Bewegung ist in den Figuren 14 und 15 durch den Anfang der
Bewegungsbahnen 72, 74 dargestellt, die in den Figuren 14 und 15 punktiert dargestellt
sind. Es ist dargestellt die Bewegungsbahn 72 des vorderen unteren Endes des Kanisters
20 und die Bewegungsbahn 74 des hinteren unteren Endes des Kanisters 20. Aus der vorderen
Bewegungsbahn 72 kann ersehen werden, dass die Vorderseite des Kanisters im Wesentlichen
senkrecht nach oben bewegt wird, wobei eine Winkelabweichung von bis zu 20°, insbesondere
bis zu 10° unschädlich ist und auch noch in diesem Zusammenhang begrifflich unter
die senkrechte Translation zu fassen ist. Aus der hinteren Bewegungsbahn 74 ist zu
sehen, dass auch das hintere Ende des Kanisters 20 zunächst nach oben abgehoben wird,
sodass sich aus dem nach oben Abheben des vorderen und hinteren Endes des Kanisters
20 die translatorische Bewegung ergibt. Wie aus Fig. 15 zu sehen ist, ist der erste
Teil der beiden Bewegungsbahnen 72, 74 parallel zueinander, woraus sich die translatorische
Bewegung, in diesem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen senkrecht nach oben, ergibt.
Dieser translatorische Teil der Bewegung verläuft über zumindest 110 cm, insbesondere
über zumindest 15 cm. Zur Sicherheit eines zuverlässigen Lösens auch bei größeren
Haltegliedern 70 beträgt der in Fig. 15 gezeigte translatorische Teil der Bewegung
etwa 25 cm.
[0067] Während das vordere Ende des Kanisters 20 im weiteren Verlauf seiner Bewegung kontinuierlich
nach oben gehoben wird, macht die Bewegung des hinteren Teils des Kanisters 20 nach
der translatorischen Phase einen scharfen Knick von zumindest 60°, im gezeigten Ausführungsbeispiel
sogar von 90°. Die translatorische Phase geht in eine Rotationsphase des Kanisters
20 über. In der Rotations- oder Schwenkphase bewegt sich der in Lagerposition hintere
Teil des Kanisters 20 im Wesentlichen horizontal. Der Übergang zwischen vertikaler
und horizontaler Bewegung ist kürzer als die translatorische Bewegung, im gezeigten
Ausführungsbeispiel nur wenige Zentimeter.
[0068] Der Übergang von der translatorischen Bewegungsphase zur rotatorischen Bewegungsphase
des Kanisters 20 erfolgt sehr scharf, wie aus den Bewegungsbahnen 72, 74 aus Fig.
15 zu sehen ist. Dieser scharfe Übergang ist vorteilhaft, da zunächst eine recht exakt
translatorische Bewegung zum Lösen des Kanisters 20 vom Behältergehäuse 4, zum Beispiel
vom Sockel 30, verwendet werden kann. Das schnelle Einsetzen der rotatorischen Bewegungsphase
führt zu einem verhältnismäßig geringen Volumenbedarf der Gesamtbewegung des Kanisters
20 von seiner Lagerposition in seine Betriebsposition. Durch diese Art der Bewegung
kann also nicht nur die Bewegung kompakt gehalten werden, sondern es kann auch verhältnismäßig
viel Raum des Behältergehäuses 4 für andere Gegenstände, beispielsweise Schaltschränke
76 verwendet werden, sodass eine kompakte Bauform des Flugkörperbehälters 2 insgesamt
ermöglicht ist.
[0069] Die Bewegung des Kanisters 20 senkrecht nach oben wird ermöglicht durch die Position
der Fixachse 50 relativ zur Schwenkachse 54 und der Fixachse 52 relativ zur Schwenkachse
56. Die beiden Achspaare aus Fixachse 50 und Schwenkachse 54 beziehungsweise Fixachse
52 und Schwenkachse 56 bilden jeweils eine Ebene, die im Wesentlichen horizontal angeordnet
ist. Hierdurch findet der erste Teil der Bewegungsbahnen 72, 74 durch ein Anheben
der beiden Schwenkachsen 54, 56 im Wesentlichen senkrecht nach oben statt. Die translatorische
Bewegung kann durch die weitgehende Parallelität dieser beiden Ebenen in der Lagerposition
erreicht werden. Durch die unterschiedlichen Längen der beiden beweglichen Glieder
32, 34 wird diese Parallelität im Verlauf der Bewegung aufgelöst, wodurch ein Schwenken
des Kanisters 20 eintritt. Dies geschieht aber erst dann, wenn sich das bewegliche
Glied 32 beziehungsweise die Ebene aus der Fixachse 50 und der Schwenkachse 54 aus
der Horizontalen weg bewegt hat.
[0070] Ein weiteres Kriterium der Bewegungsbahnen 72, 74, das zu einem geringen Platzverbrauch
der Bewegungsbahnen 72, 74 beziehungsweise des Kanisters 20 im Laufe seiner Bewegung
führt, ist, dass sich der geometrische Schwerpunkt 78 des Kanisters 20 nicht nur während
der translatorischen Phase der Bewegung sondern auch während des ersten Teils der
rotatorischen Bewegung senkrecht nach oben bewegt. Dies ist in den Figuren 14 und
15 durch die strichpunktierte Bewegungslinie des Schwerpunkts 78 gezeigt. Diese Bewegungsbahn
des Schwerpunkts 78 bleibt im Wesentlichen senkrecht, so lange, bis der Schwerpunkt
78 das Behältergehäuse 4 verlassen hat. Erst danach fängt ein signifikanter Schwenk
dieser Schwerpunktsbahn aus der Geraden und insbesondere der Senkrechten statt. Während
der Phase der Schwerpunktsbahn innerhalb des Behältergehäuses 4 ist hierbei eine Abweichung
von bis zu 20%, insbesondere bis nur maximal 10% in eine Richtung quer zur Hauptbewegungsrichtung
des Schwerpunkts 78, im gezeigten Beispiel also maximal 10% nach vorne, hinten oder
seitlich relativ zur Hauptbewegung nach oben, immer noch als gerade Bahn und insbesondere
senkrechte Bahn zu sehen.
[0071] Wie aus den Figuren 10 bis 12 zu erkennen ist, folgt der translatorischen Bewegungsphase
des Kanisters eine Schwenkphase, während der der Kanister 20 bei einer verhältnismäßig
geringen Bewegung nach oben stark geschwenkt wird, nämlich um 90°. Während dieser
Phase ist nicht nur die Gravitation und somit die Gewichtskraft der Kanister 20 und
der beweglichen Teile des Bewegungsmittels 26 durch die Bewegungsmotoren 48 zu überwinden,
sondern es ist auch die starke Schwenkbewegung zu vollführen, die nach der translatorischen
Bewegungsphase relativ zügig einsetzt und somit den Bewegungsmotoren 48 eine gewisse
Massenträgheit entgegensetzt. Insofern ist der größte Kräfteaufwand für die Bewegungsmotoren
48 während der ersten 90° Verschwenkung der Kanister 20 zu leisten. Hierfür sind die
Motoreinheiten 58, 60 so zueinander angeordnet, dass sie während dieser Phase gegenüberliegend
am Hebel 64 angreifen und hierdurch besonders gut Kräfte aufbringen können. Dies gilt
auch insbesondere dadurch, weil beide Schubgestänge in dieser Phase relativ kurz ausgefahren
sind und die Motoreinheiten 58, 60 hierdurch noch in ihrer kräftigsten Schiebe- beziehungsweise
Zugphase sind. Die Motoreinheit 58 wirkt hierbei durch Druck und die Motoreinheit
60 durch Zug, wobei die Motoreinheit 60 auch zu einem Kraftaufbringen durch Schub
vorbereitet ist, wie in der Bewegungsphase, die in Fig. 13 gezeigt ist, ersichtlich
ist. Ab einer Rotation von etwa 180° wirkt auch die Motoreinheit 60 durch Druck auf
den Hebel 64 und bringt die Kanister 20 somit in ihre Betriebsposition, die in Fig.
5 dargestellt ist.
[0072] Zur Durchführung einer rückläufigen Bewegung von der Betriebsposition in die Lagerposition
wirkt die Motoreinheit 60 auf Zug, wohingegen die Motoreinheit 58, die nur auf ein
Wirken auf Druck ausgeführt ist, passiv mitbewegt wird. Dass hierbei nur eine der
Motoreinheiten 58, 60 die motorische Kraft in das Koppelgetriebe 46 einbringt, ist
unkritisch, da die Last der Kanister 20 und der Halteeinheit 28 nur geringfügig angehoben
werden muss, um in die höchste Position zu gelangen, ab der im weiteren Verlauf der
Rückwärtsbewegung keine die Kanister 20 ziehende Kraft mehr aufgewendet werden muss.
[0073] Sowohl in der in Fig. 5 gezeigten Betriebsposition als auch in der in Fig. 8 gezeigten
Lagerposition der Kanister 20 bzw. des Bewegungsmittels 26 können die Bewegungsmotoren
48 kraftfrei gehalten bleiben. In Lagerposition ist dies einfach ersichtlich möglich,
da das Bewegungsmittel 26 auf dem Behälterboden beziehungsweise dem Sockel 30 abgelegt
ist. Aber auch in Betriebsposition ist das Bewegungsmittel 26 abgelegt, in diesem
Ausführungsbeispiel auf einer Ablagefläche 82, beispielsweise der Oberseite der rückwärtigen
Behälterwand, wie dies aus Fig. 5 ersichtlich ist. Hierbei liegt die Unterseite eines
Stützarms 80 des Bewegungsmittels 26 beziehungsweise der Halteeinheit 28 auf der Oberseite
(siehe Fig. 13) der hinteren Behälterwand auf. Die Gewichtskraft der Kanister 20 und
der Halteeinheit 28 hält hierbei das Bewegungsmittel 26 und die Kanister 20 in der
Betriebsposition. Auch in dieser Position kann der Bewegungsmotor 48 somit kraftlos
gehalten sein und die Kanister 20 bleiben sicher in ihrer Betriebsposition. Die beiden
in sich stabilen Positionen der Lagerposition und der Betriebsposition haben den Vorteil,
dass ein Bediener das Behältergehäuse 4 gefahrlos begehen kann und die Bewegungsmotoren
48 abgeschaltet sein können, ohne dass Gefahr vom Bewegungsmittel 26 beziehungsweise
den Kanistern 20 droht. Auch die Hydraulikleitungen sind drucklos und somit gefahrlos.
[0074] Während des gesamten Bewegungsverlaufs von der Lagerposition in die Betriebsposition
vollführen die Kanister 20 eine Rotation um 270°. Sie werden damit nicht nur von der
waagerechten in die senkrechte Position gehoben, sondern darüber hinaus um 180° gedreht.
Diese Bewegungsform hat den Vorteil, dass sie sehr kompakt ist und somit nur einen
geringen Platzbedarf sowohl innerhalb als auch außerhalb des Behältergehäuses 4 hat.
Außerdem hat sie den Vorteil, dass die Kanisterrückseite abgewandt zu den Koppelgetrieben
46 beziehungsweise den Bewegungsmotoren 48 angeordnet ist. Diese Seite ist besonders
einfach zugänglich, sodass diese Seite bei einem Betreten des Behältergehäuses 4 beziehungsweise
des Containers durch die Zugangstür 6 einfach und schnell zugänglich ist. Da sich
üblicherweise Schnittstellen eher am hinteren Ende des Kanisters 20 befinden, können
diese leicht angeschlossen werden.
[0075] Zum Betrieb des Flugkörperbehälters 2 ist dieser mit einem Betriebsgegenstand, beispielsweise
einem Kanister 20, zu beladen. Anstelle des oder der Kanister 20 können ganz generell
auch andere Betriebsgegenstände für den Betrieb des Flugkörperbehälters 2 verwendet
werden. Insofern ist der Flugkörperbehälter 2 und dessen Betrieb nicht auf einen oder
mehrere Kanister 20 beschränkt, sondern es können auch andere Betriebsgegenstände
verwendet werden, beispielsweise andere Halterungen für einen oder mehrere Flugkörper
oder anderer Gegenstände.
[0076] Zum Beladen des Flugkörperbehälters 2 mit einem Kanister 20 oder einem anderen Betriebsgegenstand
kann ein Bediener zunächst die Abdeckung 10 öffnen und über das Eingabemittel 12 das
Steuermittel 62 aktivieren. Anschließend öffnet der Bediener - zweckmäßigerweise über
das Eingabemittel 12 und Steuermittel 62 - das Behälterdach 14 durch das Öffnen der
Dachflügel 16. Zum Beladen des Behältergehäuses 2 mit einem Betriebsgegenstand, im
Folgenden vereinfacht als Kanister 20 bezeichnet, kann der Bediener nun das Bewegungsmittel
26 so bewegen, dass eine Ablage für den Kanister 20, im gezeigten Ausführungsbeispiel
der Sockel 30, frei wird, um den Kanister 20 auf diesem abzulegen. Hierzu kann das
Bewegungsmittel 26 aus seiner in den Figuren 7 und 8 gezeigten Lagerposition wegbewegt
werden, beispielsweise in die Betriebsposition, die in den Figuren 5 und 6 dargestellt
ist. Kanister 20 sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Halteeinheit 28 befestigt.
[0077] Nun kann ein Kanister 20 von oben in das Behältergehäuse 4 abgesenkt werden, beispielsweise
mit einem Kran. Die Dachöffnung 24 ist hierbei so weit geöffnet, dass der Kanister
20 senkrecht von oben auf die Ablage im Behältergehäuse 4, also beispielsweise den
Sockel 30, abgesenkt werden kann. Um diesem Ablegen zu assistieren, kann der Bediener
die Zugangstür 6 des Behältergehäuses 4 öffnen und in den Innenraum des Flugkörperbehälters
2 eintreten. Der Bediener kann so beispielsweise die an Kranseilen befestigen Kanister
20 mit der Hand so führen, dass die Halteglieder 70 formschlüssig zwischen Kanister
20 und Sockel 30 verbunden werden und der Kanister 20 auf diese Weise korrekt positioniert
in der Lagerposition gehaltert ist.
[0078] Hierbei ist es zweckmäßig, wenn nur ein Teil der Kanister 20, zu denen die Halteeinheit
28 zu tragen vorbereitet ist, in das Behältergehäuse 4 eingeführt ist. Dies ist in
Fig. 5 dargestellt, wobei die Flugkörperkanister 20 an der Halteeinheit 28 wegzudenken
sind. Hierdurch verbleibt innerhalb des Behältergehäuses 4 noch genügend Raum, dass
der Bediener seitlich der Kanister 20 stehen kann und die Kanister 20 auf diese Weise
gut in ihre Lagerposition führen kann. Anstelle des Sockels 30 kann auch eine andere
geeignete Ablageeinheit verwendet werden. Ebenso kann sich die Beladeposition, in
der ein oder mehrere Kanister im Behältergehäuse 4 abgelegt werden zur Verbindung
mit der Halteeinheit 28 von der Lagerposition unterscheiden. Bei dem in den Figuren
gezeigten Ausführungsbeispiel ist jedoch die Lagerposition identisch mit der Beladeposition.
[0079] Ist der oder sind die Kanister, im Ausführungsbeispiel sind vier Kanister 20 gezeigt,
in ihrer Beladeposition im Behältergehäuse 4 abgelegt, so kann der Bediener das Behältergehäuse
4 wieder verlassen und das Bewegen des Bewegungsmittels 26 zu den abgelegten Kanistern
hin veranlassen. Dies geschieht zweckmäßigerweise über das Eingabemittel 12 und das
Steuermittel 62, das zweckmäßigerweise sämtliche Bewegungen des Bewegungsmittels 26
steuert. Hierzu umfasst das Steuermittel 62 zweckmäßigerweise ein oder mehrere Steuerprogramme
sowie elektronische Elemente, wie einen Prozessor und Datenspeicher, die zum Ablaufen
der Steuerprogramme notwendig sind.
[0080] Die Halteeinheit 28 wird, wie durch die Bewegungsbahnen 72, 74 aus Fig. 15 gezeigt,
translatorisch an die liegenden Kanister 20 herangeführt, im gezeigten Ausführungsbeispiel
translatorisch senkrecht von oben. Hierdurch können Befestigungsmittel am Kanister
20 und/oder der Halteeinheit 28 zuverlässig in eine Halteposition gebracht werden,
in der der Kanister 20 mit dem Haltemittel 28 fest verbunden ist. Das Haltemittel
kann ein Rastmittel sein, das bei einer Bewegung der Halteeinheit 28 zum Kanister
20 hin in der Weise verrastet, dass der Kanister 20 fest mit der Halteeinheit 28 verbunden
ist.
[0081] Nun kann der Bediener das Bewegungsmittel 26 in eine Beladeposition oder - wie in
den Figuren exemplarisch gezeigt ist - in die Betriebsposition bewegt werden. In dieser
Position befindet sich die Halteeinheit 28 nun nur mit einem Teil der Kanister, zu
deren Tragen die Halteeinheit 28 vorbereitet ist. Dies ist beispielsweise in Fig.
5 dargestellt.
[0082] Nun kann ein weiterer Kanister 20 oder weiteres Paket mit mehreren Kanistern 20 wie
oben beschrieben im Behältergehäuse 4 abgelegt werden. Diese Situation ist genau in
Fig. 5 dargestellt. Die Halteeinheit 28 kann nun wieder auf die gelagerten Kanister
20 abgesenkt und mit diesen befestigt werden, sodass die Halteeinheit 28 nun vollständig
bestückt ist. Der Flugkörperbehälter 2 ist vollständig beladen und der Beladevorgang
kann abgeschlossen werden, indem der Bediener das Behälterdach 14 wieder schließt
und das Anzeige- und Eingabemittel 12 durch die Abdeckung 10 schützt. Der Flugkörperbehälter
2 ist nun bereit für einen Transport beziehungsweise eine längere Lagerung.
[0083] Zum Herstellen einer Betriebsbereitschaft, beispielsweise einer Gefechtsbereitschaft,
des Flugkörperbehälters 2, wird dieser zweckmäßigerweise an einen Betriebsort verbracht,
beispielsweise an ein zu schützendes Bauwerk, auf eine Ölplattform, auf ein Schiff,
auf einen LKW oder auf einem Boden abgestellt, die Einsatzmöglichkeiten sind sehr
vielfältig. Ein Bediener kann nun die Abdeckung 10 öffnen und über das Eingabemittel
12 das Steuermittel 62 aktivieren, zweckmäßigerweise mit einem geschützten Zugangscode.
Das Behälterdach 14 wird durch das Aufschwenken der Dachflügel 16 geöffnet, die Antenne
22 wird ausgeklappt und das Bewegungsmittel wird aus der Lagerposition in die Betriebsposition
gebracht, beispielsweise wie oben beschrieben. Die Kanister 20 beziehungsweise die
darin gelagerten Flugkörper sind nun bereit für den Betrieb, beispielsweise einen
Start.
[0084] Ein Wartungsbetrieb des Flugkörperbehälters 2 ist ebenfalls einfach und zügig durchführbar.
So kann ein Bediener beispielsweise den Innenraum des Behältergehäuses 4 durch die
Zugangstür 6 betreten und die Kanister 20 in Augenschein nehmen. Da außerdem die Rückseite
beziehungsweise Vorderseite der Kanister 20 der Zugangstür 6 zugewandt sind, können
Schnittstellen an den Kanistern 20, die sich üblicherweise an ihrem hinteren Ende
befinden, leicht geprüft werden beziehungsweise es kann leicht ein Prüfgerät angeschlossen
werden.
[0085] Auch ein Test von Sensoren der Flugkörper ist mit Hilfe des Bewegungsmittels 26 einfach
und schnell durchführbar. Ist beispielsweise ein Lagesensor, ein Richtungssensor,
ein Inertialnavigationssystem, ein Beschleunigungssensor oder dergleichen zu prüfen,
so ist es vorteilhaft, Messwerte dieses Sensors bei verschiedenen Stellungen des Flugkörpers
beziehungsweise des den Flugkörper lagernden Kanisters 20 auszulesen. Hierfür kann
der Kanister 20 beispielsweise in die vier in den Figuren 8, 12, 13 und 5 gezeigten
Positionen bewegt werden, in denen der Kanister jeweils um 90° zu den anderen benachbarten
Positionen verkippt ist. Sensormesswerte können aufgenommen werden und es kann ein
Offset oder Skalenfaktor des Sensors überprüft oder ermittelt werden.
[0086] Um den Flugkörperbehälter 2 aus seinem Lagerzustand in seinen Gefechtszustand beziehungsweise
Betriebszustand zu bringen, muss das Behälterdach 14 geöffnet werden, um die Kanister
20 aus dem Behältergehäuse 4 herausführen zu können. Hierzu umfasst der Flugkörperbehälter
2 Dachelemente, im gezeigten Ausführungsbeispiel sind diese als Dachflügel 16 ausgestaltet,
deren Funktion und Bewegung im Folgenden erläutert wird.
[0087] Fig. 1 zeigt die Dachflügel 16 in einer geschlossenen Position, in der das Behälterdach
14 geschlossen ist und der Flugkörperbehälter 2 spritzwasserdicht abgedichtet ist.
Diese Position der Dachflügel 16 ist in Fig. 16 schematisiert und vereinfacht wiedergegeben.
Das Behälterdach 14 hat eine bewegliche Dacheinheit, die in diesem Ausführungsbeispiel
die beiden beweglichen Dachflügel 16 umfasst. Die Dachflügel 16 liegen jeweils auf
einer Seitenwand des Behältergehäuses 4 des Flugkörperbehälters 2 auf und sind innen
durch ein Öffnungsmittel 88 gestützt. Das Öffnungsmittel 88 umfasst einen um eine
Fixachse 90 drehbaren Anlenker 92, der über einen Hebel 94 von einer Motoreinheit
96 bewegbar ist.
[0088] Die Position der Fixachse 90 liegt im Innenvolumen des Behältergehäuses 4, sodass
die Gelenkachsen der Fixachsen 90 geschützt im Innenbereich des Flugkörperbehälters
2 angeordnet sind. Die Drehachsen 90 der Dachflügel 16 liegen deutlich unterhalb der
Dachlinie und innerhalb des Behältergehäuses 4. Hierdurch können die Dachflügel 16
mit einem Schwenkwinkel von deutlich unter 90° voll geöffnet werden. Außerdem kann
die Abdichtung der Dachflügel 16 außerhalb der Drehachse 90 und unabhängig von dieser
erfolgen. Die Fixachsen 90 liegen zwischen 25% und 30% der Behälterbreite des Behältergehäuses
4 unter der Behälteroberkante 102, die jeweils durch die Oberkante der entsprechenden
Seitenwand 86 gebildet ist, wobei auch die obere seitliche Dachkante 104 als Behälteroberkante
gesehen werden kann. Außerdem liegt die Fixachse 90 um weniger als 5% der Behälterbreite
entfernt von der seitlichen Behälterwand 86.
[0089] Die Fixachse 90 ist eine Drehachse in Form einer Fixachse, die parallel zur Längsrichtung
des Dachflügels 16 verläuft. Die Anlenkung der Drehachse erfolgt über einen Hebelarm
94 mit einer an der Drehachse 90 befestigten Hebelstange. Die Hebelstange ist an eine
Motoreinheit 96 angeschlossen zur Betätigung der Hebelstange. Die Anlenkung erfolgt
von oben, insbesondere über eine ziehende Hydraulik.
[0090] Die Motoreinheit 96 umfasst ein Schubgestänge, das in dieser Ausführungsform als
Hydraulikzylinder ausgeführt ist. Die Motoreinheit 96 ist ihrerseits in einer Fixachse
98 verschwenkbar gelagert und über ein Gelenk 100 mit dem Anlenker 92 beweglich verbunden.
Die Motoreinheit 96 ist hierbei auf Zug tätig, entfaltet also ihre Kraft in eine Zugrichtung,
also bei Kontraktion.
[0091] Zum Öffnen der Dacheinheit 84 werden die beiden Motoreinheiten 96 durch das Steuermittel
62 angesteuert, sodass diese die Anlenker 92 um die Fixachse 90 verschwenken. Hierbei
heben sich die beiden Dachflügel 16 nach oben und zur Seite ab, wie in Fig. 17 zu
sehen ist.
[0092] Fig. 17 zeigt die schematische Darstellung des Behältergehäuses 4 in einer geschnittenen
Vorderansicht mit leicht geöffneter Dacheinheit 84. Gestrichelt eingezeichnet sind
die Bewegungsbahnen der Innenkante und der Außenseite der Dachflügel 16. Durch die
Rotation der Dachflügel 16 jeweils um ihre Fixachse 90 heben sich die Innenkanten
nach oben ab und die Außenseiten bewegen sich im Wesentlichen seitwärts nach außen,
entfernen sich also in seitliche Richtung von der Seitenwand 86.
[0093] Fig. 18 zeigt die Dacheinheit 84 in vollständig geöffneter Position. Die Dachflügel
16 befinden sich seitlich von den Seitenwänden 86, also außerhalb der durch die Seitenwände
86 aufgespannten gedachten Seitenebene des Behältergehäuses 4. Hierdurch steht viel
Platz zum Einsenken von Gegenständen in das Innere des Behältergehäuses 4 von oben
zur Verfügung, beispielsweise zum Einbringen der Kanister 20 auf den Sockel 30.
[0094] Wie aus Fig. 19 zu erkennen ist, ist im oberen Bereich der Seitenwand 86 eine Dichtung
106 angeordnet, an der der entsprechende Dachflügel 16 mit einem seitlichen Überhang
108, mit dem der Dachflügel 16 die Seitenoberkante 102 der Behälterseitenwand 86 von
oben und seitlich umgreift, im geschlossenen Flügel 16 anliegt. Dieser Überhang 108
drückt von der Seite von außen gegen die Dichtung 106. Die geschlossene Position des
Dachflügels 16 ist in Fig. 19 punktiert angedeutet. Es ist auch möglich, dass der
Dachflügel 16 von oben auf der Dichtung 106 aufliegt, wenn diese, wie in Fig. 19 dargestellt
ist, die Seitenoberkante der Behälterseitenwand 86 oben umgreift. Beim Schließen bewegen
sich die Außenkanten der Dachflügel 16 mit einem Anschiebewinkel von weniger 10° zur
Horizontalen an die seitliche Behälterwand 26 und die Dichtung 106 heran.
[0095] Durch den seitlich nach unten etwas überhängenden Überhang 108 schließen die Dachflügel
16 sehr dicht gegen die Seitenwand 86 ab, sodass auch vom Wind getriebener Regen nicht
zwischen Dachflügel 16 und Seitenwand 86 in das Innere des Behältergehäuses 4 eindringen
kann. Die Öffnungsbewegung der Dacheinheit 84 hat außerdem den Vorteil, dass auf dem
Behälterdach 14 liegendes Wasser, Sand oder Dreck beim Öffnen seitlich nach außen
rutscht und durch die Seitwärtsbewegung der Außenkante der Dachflügel 16 ein Stück
weit weg von der Seitenwand 86 geführt wird. Dreck oder Wasser fließt somit seitlich
vom Dachflügel 16 ab und fällt von der Behälterseitenwand 86 beabstandet herab. Ein
Eindringen von Schmutz, Sand oder Wasser in das Behälterinnere wird somit vermieden.
[0096] Zum Schutz der Dichtung 106 ist die Dacheinheit mit einer Innenabdeckung 110 versehen,
wobei jeder Dachflügel 16 eine Innenabdeckung 110 aufweist. Die Innenabdeckung 110
übergreift im geöffneten Zustand der Dacheinheit 84 die Seitenoberkante 102 des Behältergehäuses
4 beziehungsweise die obere Kante der Seitenwand 86, sodass diese im Verlauf der Innenabdeckung
110 vor Regen oder herabfallendem Schmutz geschützt ist. Die Innenabdeckung 110 deckt
etwa 75% der Dichtung 106 ab und ist als längliche Platte ausgeführt, die in den Figuren
4, 5, 8, 9, 10 zu sehen ist. Aus diesen Figuren ist auch ersichtlich, dass jeder Dachflügel
16 zwei Anlenker 92 und zwei Motoreinheiten 96 umfasst, sodass jeder Dachflügel 16
kräftesymmetrisch angehoben und nach außen verschwenkt werden kann. Um nicht mit dem
Bewegungsmittel 26 zu kollidieren, kann der hintere Anlenker 92 gegenüber der in den
Figuren gezeigten Position ein Stück weit nach vorne gesetzt werden.
[0097] Um die Motoreinheiten 96 im geöffneten Zustand der Dacheinheit 84 kräftefrei zu halten,
stützen sich die Anlenker 92 im geöffneten Zustand an der Seitenwand 86 des Behältergehäuses
4 ab, wie aus Fig. 18 zu sehen ist. Die Motoreinheiten 96 können kräftefrei geschaltet
werden und die Dachflügel 16 verbleiben, durch ihr Gewicht zur Seite gedrückt, sicher
in ihrer Öffnungsposition. In der geschlossenen Position liegen die Dachflügel 16
auf den Behälterseitenwänden 86 und nicht dargestellten vorderen und hinteren Stützen
auf, sodass auch in dieser Position die Motoreinheiten 96 kräftefrei geschaltet sein
können und die Dacheinheit 84 sicher verschlossen bleibt.
[0098] Bei einem Verfahren zum Betrieb des Flugkörperbehälters 2 steuert ein Bediener nach
Öffnen der Abdeckung 10 über das Eingabemittel 12 das Steuermittel 62 über entsprechende
Befehle zum Öffnen des Behälterdachs 14 über das Eingabemittel 12 an. Die Steuereinheit
62 steuert die Motoreinheiten 96 der Dacheinheit 84, sodass diese die Dachflügel 16
von ihrer geschlossenen Position beziehungsweise Schließposition in ihre geöffnete
Position bringen, wie in Fig. 18 dargestellt ist. Hierdurch wird der Flugkörperbehälter
2 aus dem in Fig. 1 dargestellten geschlossenen Zustand in den in Fig. 8 dargestellten
geöffneten Zustand gebracht. Anschließend wird das Bewegungsmittel 26 durch entsprechende
Eingaben des Bedieners am Eingabemittel 12 von der in Fig. 8 dargestellten Lagerposition
in die in Fig. 4 dargestellte Betriebsposition gebracht. Hierbei drückt das Bewegungsmittel
26, im gezeigten Ausführungsbeispiel konkret die beweglichen Glieder 32, kurz vor
Erreichen der Betriebsposition gegen die Dachklappen 18, die in Fig. 2 dargestellt
sind. Durch die schräge Stellung der beiden beweglichen Glieder 32 werden die Dachklappen
18 gegen eine in Schließstellung drückende Federkraft nach unten in eine Öffnungsstellung
gedrückt. Die Dachklappen 18 sind Verschlussmittel, die eine entsprechende Durchführung
für das Bewegungsmittel 26 freigeben und wieder verschließen. Das Bewegungsmittel
26 bewegt sich vollständig in seine Betriebsposition und lehnt an der Hinterwand des
Behältergehäuses 4 an.
[0099] Aufgrund von entsprechenden Befehlen im Eingabemittel 12 wird die Antenne 22 nach
oben geklappt. Auch sie drückt gegen eine Dachklappe 18, die in Fig. 1 dargestellt
ist, sodass diese nach unten aufgedrückt wird. Alternativ kann das Ausklappen der
Antenne 22 auch vor dem Bewegen des Bewegungsmittels 26 in seine Betriebsstellung
erfolgen.
[0100] Durch entsprechende Bedienbefehle auf dem Eingabemittel 12 steuert der Bediener das
Schließen der Dacheinheit 84, sodass die beiden Dachflügel 16 wieder schließen und
die in Fig. 3 dargestellte Schließposition erreichen. Beim Schließen der Dachflügel
16 wird das Behälterdach 14 vollständig geschlossen. Die durch die Dachklappen 18
freigegebenen Öffnungen im Behälterdach 14 dienen nun dazu, dass die Antenne 22 und
das Bewegungsmittel 26 durch das geschlossene Behälterdach 14 hindurchgeführt werden
können, ohne dass hierfür die Dacheinheit 84 offen stehen muss. Der Flugkörperbehälter
2 kann somit auch in seiner Betriebsposition geschlossen gehalten werden, wobei er
zweckmäßigerweise in dieser Position spritzwasserdicht geschlossen ist. Regen oder
umher fliegender Staub gelangt somit nicht in das Behälterinnere.
[0101] Soll der Flugkörperbehälter 2 wieder in seinen Lagerzustand gebracht werden, so kann
die Dacheinheit 84 wieder geöffnet werden und die Antenne 22 und das Bewegungsmittel
26 wieder in die Lagerstellung gebracht werden. Hierbei bewegen sich die entsprechenden
Elemente aus den Durchführungen heraus und die Dachklappen 18 bewegen sich federgetrieben
in ihre Schließposition zurück. Hierdurch werden die Durchführungen verschlossen,
sodass bei einem Schließen der Dachflügel 16 das Behälterdach 14 wieder verschlossen
ist. Um ein Herunterdrücken der Dachklappen im verschlossenen Zustand zu blockieren,
greifen Formschlussmittel 112 (siehe Fig. 19) der Dachflügel 16 hinter Haltemittel
114 der geschlossenen Verschlussmittel beziehungsweise Dachklappen 18. Dies ist in
Fig. 19 dargestellt, aus der zu sehen ist, dass ein Formschlussmittel 112 seitlich
an das Haltemittel 114 anfährt und dieses hinter- beziehungsweise untergreift, sodass
das Formschlussmittel 112 und das Haltemittel 114 einen Formschluss bilden. Das Herunterdrücken
der Dachklappe 18 ist nun nicht mehr möglich, da das Haltemittel 114 auf dem Formschlussmittel
112 aufliegt.
[0102] Die Dachflügel 16 werden in ihrer Schließposition dadurch gesichert, dass ein gehäusefestes
Sicherungsmittel 116 (siehe Fig. 18), das beispielsweise als ein Haltebolzen ausgeführt
sein kann, von vorne in den oberen Dachflügel einfährt und somit eine Öffnungsbewegung
des Dachflügels blockiert. Der obere Dachflügel 16, in Fig. 18 ist es der linke Dachflügel,
greift in Schließposition im inneren Bereich über den unteren Dachflügel 16, der in
Fig. 18 der rechte Dachflügel 16 ist. Durch dieses Übergreifen ist auch der untere
Dachflügel 16 daran gehindert, ohne ein Öffnen des oberen Dachflügels 16 sich aus
der Verschlussposition herauszubewegen.
[0103] Die Figuren 20 und 21 zeigen die Antenne 22 in einem Lagerzustand des Flugkörperbehälters
2 (Fig. 1 und Fig. 20) und einem Betriebszustand des Flugkörperbehälters 2 (Fig. 3
und Fig. 21.) Durch einen Bewegungsmotor 118 in Form eines Hydraulikzylinders wird
die Antenne 22 von der vollständig im Behälterinnenvolumen befindlichen Position in
eine senkrechte Position aufgeklappt, in der die Antenne 22 durch die Dachöffnung
24 ragt. Der Bewegungsmotor erzeugt aus einer linearen Bewegung eine Rotation der
Antenne 22 um eine Drehachse. Auch ein Einklappen der Antenne 22 wird durch den Bewegungsmotor
118 bewirkt.
Bezugszeichenliste
[0104]
- 2
- Flugkörperbehälter
- 4
- Behältergehäuse
- 6
- Zugangstür
- 8
- Schnittstelle
- 10
- Abdeckung
- 12
- Anzeige- und Eingabemittel
- 14
- Behälterdach
- 16
- Dachflügel
- 18
- Dachklappe
- 20
- Kanister
- 22
- Antenne
- 24
- Dachöffnung
- 26
- Bewegungsmittel
- 28
- Halteeinheit
- 30
- Sockel
- 32
- bewegliches Glied
- 34
- bewegliches Glied
- 36
- Drehpunkt
- 38
- Drehpunkt
- 40
- Drehpunkt
- 42
- Drehpunkt
- 44
- Koppel
- 46
- Koppelgetriebe
- 48
- Bewegungsmotor
- 50
- Fixachse
- 52
- Fixachse
- 54
- Schwenkachse
- 56
- Schwenkachse
- 58
- Motoreinheit
- 60
- Motoreinheit
- 62
- Steuermittel
- 64
- Hebel
- 66
- Fixachse
- 68
- Fixachse
- 70
- Halteglied
- 72
- Bewegungsbahn
- 74
- Bewegungsbahn
- 76
- Schaltschrank
- 78
- Schwerpunkt
- 80
- Stützarm
- 82
- Oberseite
- 84
- Dacheinheit
- 86
- Seitenwand
- 88
- Öffnungsmittel
- 90
- Drehachse
- 92
- Anlenker
- 94
- Hebel
- 96
- Motoreinheit
- 98
- Fixachse
- 100
- Gelenk
- 102
- Behälteroberkante
- 104
- Dachkante
- 106
- Dichtung
- 108
- Überhang
- 110
- Innenabdeckung
- 112
- Formschlussmittel
- 114
- Haltemittel
- 116
- Sicherungsmittel
- 118
- Bewegungsmotor