(19)
(11) EP 3 622 548 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
12.08.2020  Patentblatt  2020/33

(21) Anmeldenummer: 18718831.3

(22) Anmeldetag:  20.04.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01H 39/00(2006.01)
H01H 9/10(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2018/060212
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2018/206271 (15.11.2018 Gazette  2018/46)

(54)

PYROTECHNISCHER SCHUTZSCHALTER UND VERSORGUNGSNETZ MIT EINEM PYROTECHNISCHEN SCHUTZSCHALTER

PYROTECHNIC CIRCUIT BREAKER AND SUPPLY SYSTEM HAVING A PYROTECHNIC CIRCUIT BREAKER

DISJONCTEUR PYROTECHNIQUE ET RÉSEAU D'ALIMENTATION ÉQUIPÉ D'UN DISJONCTEUR PYROTECHNIQUE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 08.05.2017 DE 102017207736

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.03.2020  Patentblatt  2020/12

(73) Patentinhaber: LEONI Bordnetz-Systeme GmbH
97318 Kitzingen (DE)

(72) Erfinder:
  • CHALIL, Tzeichoun
    97320 Großlangheim (DE)
  • STEINER, Peter
    96152 Burghaslach (DE)

(74) Vertreter: FDST Patentanwälte 
Nordostpark 16
90411 Nürnberg
90411 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2014/048913
DE-A1-102009 023 801
WO-A2-2005/015704
DE-A1-102012 022 083
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen pyrotechnischen Schutzschalter, insbesondere für ein Kraftfahrzeug, aufweisend ein Gehäuse, eine pyrotechnische Einheit und einen Trennkörper zur Durchtrennung eines stromführenden Leiters im Auslösefall.

    [0002] Pyrotechnische Schutzschalter sind dem Fachmann prinzipiell bekannt und Beispiele für Ausgestaltungen sind unter anderem in der DE 10 2012 022083 A1 und in der WO 2005/015704 A2 beschrieben.

    [0003] Bei einem pyrotechnischen Schutzschalter, auch pyrotechnisches Sicherungselement genannt, handelt es sich nicht um eine Schutzvorrichtung zur Absicherung eines Strompfades gegen Überströme, wie dies beispielsweise bei Schmelzsicherungen der Fall ist. Stattdessen handelt es sich bei dem pyrotechnischen Schutzschalter, auch pyrotechnischer Sicherheitsschalter, pyrotechnisches Trennelement oder kurz pyrotechnischer Schalter genannt, um eine Art Notausschalter der Stopp-Kategorie 0 (EN ISO 13850:2008 Pkt. 4.1.4 und EN 60204-1:2006 Pkt. 9.2.2), welcher sich manuell auslösen lässt und/oder unter vorgegebenen Bedingungen automatisch angesteuert und ausgelöst wird.

    [0004] Hierbei ist der pyrotechnische Schutzschalter nach einem an sich bekannten Prinzip aufgebaut. Er umfasst einen pyrotechnischen Treibsatz, der typischerweise durch ein elektrisches Zündsignal, insbesondere ein Sensorsignal eines angeschlossenen Sensors, gezündet wird und infolgedessen einen Trennkörper, meist ein Keil oder ein Bolzen, beschleunigt, so dass dieser einen elektrischen Leiter, meist einen Leiterstreifen, mechanisch durchtrennt. Hierdurch wird die durch den elektrischen Leiter gegebene elektrische Verbindung, beispielsweise zwischen einer elektrischen Energiequelle, zum Beispiel einer Batterie in einem Kraftfahrzeug, und einem angeschlossenen Strompfad mit diversen Verbrauchern unterbrochen. Aufgrund dieses Funktionsprinzips wird ein solcher pyrotechnischer Schutzschalter mitunter auch als Batterietrennschalter bezeichnet.

    [0005] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine vorteilhafte Ausgestaltung für einen pyrotechnischen Schutzschalter anzugeben und ein Versorgungsnetz mit einem entsprechenden pyrotechnischen Schutzschalter.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen pyrotechnischen Schutzschalter mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Versorgungsnetz mit den Merkmalen des Anspruchs 13. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den rückbezogenen Ansprüchen enthalten. Die im Hinblick auf den pyrotechnischen Schutzschalter angeführten Vorteile und bevorzugten Ausgestaltungen sind sinngemäß auch auf das Versorgungsnetz übertragbar und umgekehrt.

    [0007] Ein entsprechender pyrotechnischer Schutzschalter ist dabei insbesondere für den Einsatz in einem Bordnetz eines Kraftfahrzeuges ausgebildet und wird dementsprechend bevorzugt in einem Bordnetz eines Kraftfahrzeuges eingesetzt. Hierbei weist der pyrotechnische Schutzschalter eine pyrotechnische Einheit sowie einen Trennkörper auf, die typischerweise in einem Gehäuse untergebracht sind. Dabei ist die pyrotechnische Einheit zweckdienlicherweise nach an sich bekanntem Prinzip aufgebaut und dient dementsprechend dazu, den Trennkörper im Auslösefall des pyrotechnischen Schutzschalters zu beschleunigen, sodass dieser einen stromführenden Leiter des pyrotechnischen Schutzschalters durchtrennt.

    [0008] Jener Leiter wiederum ist typischerweise durch ein Stromführungsblech, beispielsweise ein Stanzblech, ausgebildet und weist üblicherweise zumindest zwei Anschlusselemente oder Anschlussarme auf, wobei eines der zumindest zwei Anschlusselemente typischerweise zumindest im verbauten Zustand des pyrotechnischen Schutzschalters als Eingangsanschluss für eine Stromzuflussleitung und das andere der zumindest zwei Anschlusselemente als Ausgangsanschluss für eine Stromabführleitung ausgebildet ist. Jene beiden Anschlusselemente oder Anschlussarme werden dann im Auslösefall durch die Durchtrennung des stromführenden Leiter mechanisch voneinander getrennt.

    [0009] Darüber hinaus weist der Trennkörper des pyrotechnischen Schutzschalters eine Schmelzsicherung auf, wobei die Schmelzsicherung in erster Linie zur Verhinderung von Lichtbögen dient, die sich ansonsten nach einem Auslösefall ausbilden und den durchtrennten stromführenden Leiter an der Trennstelle überbrücken könnten. Jene Schmelzsicherung dient dementsprechend insbesondere dazu, nach einem Auslösefall eine gegebenenfalls über der Trennstelle des durchtrennten stromführenden Leiters anliegende Restspannung abzubauen und zwar bevorzugt derart, dass keine relevante elektrische Energie von einem Anschlusselement zum anderen Anschlusselement übertragen wird. Stattdessen wird die gegebenenfalls vorhandene elektrische Energie in der Schmelzsicherung in Wärme umgewandelt, durch die die Schmelzsicherung dann anschmilzt oder durchschmilzt und dementsprechend auslöst.

    [0010] Zweckdienlich ist hierbei insbesondere eine Ausgestaltung des pyrotechnischen Schutzschalters, bei der die Schmelzsicherung zumindest bis zu ihrer Auslösung, also bis zum Durchschmelzen der Schmelzsicherung, den stromführenden Leiter nach dessen Durchtrennung im Auslösefall des pyrotechnischen Schutzschalters überbrückt, bei der also insbesondere der Trennkörper den durchtrennten stromführenden Leiter überbrückt.

    [0011] Im Ausgangszustand des pyrotechnischen Schutzschalters dagegen, also bis zu einer Ansteuerung oder Zündung der pyrotechnischen Einheit und somit bis hin zum Auslösefall des pyrotechnischen Schutzschalters, ist die Schmelzsicherung bevorzugt nicht mit dem stromführenden Leiter verbunden oder zumindest nur einseitig mit dem stromführenden Leiter verbunden. Sie ist in diesem Zustand weiter bevorzugt in keinen Stromkreis eingebunden und dementsprechend quasi elektrisch isoliert.

    [0012] Die Schmelzsicherung dient also bevorzugt ausschließlich zur Vermeidung von Lichtbögen nach einem Auslösefall des pyrotechnischen Schutzschalters und dementsprechend hat die Schmelzsicherung dann quasi bis zu einem solchen Auslösefall keinerlei Funktion. Hierdurch ist es unter anderem möglich, die Schmelzsicherung speziell an die zu erwartenden Restenergien und Restspannungen, die nach einem Auslösefall abzubauen sind, anzupassen. Daher ist der pyrotechnische Schutzschalter typischerweise für einen Strompfad oder Stromkreis mit einem vorgegebenen Nennstrom ausgebildet, wobei der Sicherungswert oder Sicherungsschwellwert der Schmelzsicherung kleiner als der vorgegebene Nennstrom ist.

    [0013] Ein entsprechender pyrotechnischer Schutzschalter ist hierbei, wie bereits zuvor erwähnt, bevorzugt für ein Bordnetz eines Kraftfahrzeuges ausgelegt. Weiter bevorzugt ist der pyrotechnische Schutzschalter dabei für eine Versorgungsspannung größer 20 Volt, typischerweise 48 Volt, ausgelegt. Zudem ist eine Ausführung bevorzugt, bei der der pyrotechnische Schutzschalter für eine Versorgungsspannung kleiner 500 V und insbesondere kleiner 100 Volt ausgelegt ist.

    [0014] Unter anderem auch um den technischen und finanziellen Aufwand für die Fertigung entsprechender pyrotechnischer Schutzschalter verhältnismäßig gering zu halten, weist der Trennkörper weiter bevorzugt einen Basiskörper aus einem lsoliermaterial auf. Dieser Basiskörper ist dann typischerweise eine Art tragendes Element für die Schmelzsicherung, die beispielsweise in den Basiskörper integriert ist. Hierbei ist der Basiskörper beispielsweise als Hohlkörper ausgestaltet, in dem die Schmelzsicherung angeordnet ist, sodass die Schmelzsicherung vom Basiskörper quasi umhüllt wird.

    [0015] Einer weiteren Ausgestaltungsvariante entsprechend ist der Trennkörper aus einem Isoliermaterial ausgebildet sowie durch eine Leiterbahn, die die Schmelzsicherung ausbildet und die bevorzugt außenseitig am Basiskörper positioniert ist. Die Schmelzsicherung ist hierbei beispielsweise durch eine auf den Basiskörper aufgebrachte Beschichtung ausgebildet, also beispielsweise durch eine streifenförmige Beschichtung, die insbesondere ähnlich einer Leiterbahn ausgebildet ist. Eine entsprechende Leiterbahn ist dabei weiter bevorzugt in einer Vertiefung oder Nut im Basiskörper angeordnet und hierbei insbesondere zumindest teilweise versenkt angeordnet, jedoch so, dass der Trennkörper nach einer Auslösung der der pyrotechnischen Einheit in jedem Fall den durchtrennten stromführenden Leiter überbrückt.

    [0016] Zudem ist eine Ausführung vorteilhaft, bei der der Trennkörper mittels eines MID-Verfahrens (MID: Molded Interconnect Devices) oder mittels einer 3D-MID-Technologie hergestellt ist, wobei beispielsweise zunächst ein Rohling als Basiskörper aus einem Isoliermaterial durch Spritzguss hergestellt und anschließend mit Leiterbahnen versehen wird, die als Schmelzsicherung ausgebildet sind.

    [0017] In vorteilhafter Weiterbildung weist ein entsprechender Basiskörper, der beispielsweise durch Spritzguss aus einem Kunststoff gefertigt ist, eine Unterseite mit einer Trennschneide zur Durchtrennung des stromführenden Leiters im Auslösefall auf, welche bevorzugt zumindest im Bereich der Trennschneide unbeschichtet ist. Das heißt, dass die die Schmelzsicherung ausbildende Beschichtung bevorzugt seitlich am Basiskörper angeordnet ist oder verläuft.

    [0018] Alternativ ist die Oberfläche einer solchen Trennschneide funktionalisiert, indem diese zumindest in einem Bereich Leiterstrukturen aufweist. Eine solche Ausgestaltung ist unter anderem deswegen vorteilhaft, da diese Oberfläche im Auslösefall mit dem stromführenden Leiter als erstes in Berührung kommt. Die Leiterstrukturen sind dabei weiter bevorzugt in einer Vertiefung oder Nut in der Trennschneide angeordnet und hierbei insbesondere zumindest teilweise versenkt angeordnet, jedoch so, dass der Trennkörper nach einer Auslösung der der pyrotechnischen Einheit in jedem Fall den durchtrennten stromführenden Leiter überbrückt. Die Überbrückung erfolgt hierbei jedoch weiter bevorzugt nicht über die kürzeste Wegstrecke über die Trennschneide oder die Oberfläche der Trennschneide, vielmehr weist die Trennschneide bevorzugt, zum Beispiel auf zwei gegenüberliegenden Seiten, zwei auf der Trennschneide voneinander getrennte Leiterstrukturenden auf, die über einen weitergehenden Verlauf dieser Leiterstruktur, der sich über den übrigen Trennkörper oder die Oberfläche des übrigen Trennkörpers hinweg erstreckt, miteinander verbunden sind.

    [0019] Weiter ist die pyrotechnische Einheit des pyrotechnischen Schutzschalters bevorzugt einfach gehalten und nach an sich bekanntem Grundprinzip aufgebaut. Dabei umfasst die pyrotechnische Einheit zweckdienlicher Weise einen pyrotechnischen Treibsatz sowie einen elektrischen Zünder mit einem Signaleingang, so dass über den Signaleingang ein Auslösesignal oder Zündsignal in den Zünder eingespeist werden kann, welches den Zünder aktiviert und damit die Zündung des pyrotechnischen Treibsatzes auslöst. Der gezündete pyrotechnische Treibsatz wiederum beschleunigt den Trennkörper, welche typischerweise keilartig oder dornartig ausgestaltet ist und somit eine Art Schneide, also die Trennschneide, aufweist, so dass dieser auf das Stromführungsblech zugetrieben wird und in der Folge den stromführenden Leiter durchtrennt. Somit bewirkt die Einspeisung eines Auslösesignals letzten Endes eine galvanische Trennung der Anschlusselemente und damit eine Unterbrechung der elektrischen Verbindung zwischen einem Eingangsanschluss und einem Ausgangsanschluss.

    [0020] Im Rahmen des Einbaus des pyrotechnischen Schutzschalters, also im Rahmen der Einbindung in einen Strompfad oder Stromkreis, wird der Signaleingang des Zünders signaltechnisch mit einem Signalgeber verbunden, durch welchen die Auslösebedingung für den pyrotechnischen Schutzschalter vorgegeben wird, der also beim Eintreten einer vorgegebenen Bedingung, dem Auslösefall, ein Auslösesignal generiert und an den pyrotechnischen Schalter übermittelt. Ist nun ein entsprechender pyrotechnischer Schutzschalter beispielsweise in einem Kraftfahrzeug verbaut, so dient zum Beispiel ein Airbag-Steuergerät im Kraftfahrzeug als Signalgeber, sodass im Falle eines Auslösens eines Airbags im Kraftfahrzeug auch der pyrotechnische Schutzschalter ausgelöst wird, also der pyrotechnische Treibsatz gezündet wird. Die Auslösung des pyrotechnischen Schutzschalters erfolgt dann, im Falle eines Verkehrsunfalls, wobei der pyrotechnische Schutzschalter hierbei typischer Weise derart in das Bordnetz des Kraftfahrzeuges eingebunden ist, dass durch die Auslösung elektrische Energiequellen des Kraftfahrzeuges nach einem Verkehrsunfall quasi isoliert und vom übrigen Kraftfahrzeug-Bordnetz getrennt werden. Dadurch wird verhindert, dass unfallbedingt freiliegende und/oder beschädigte elektrische Kabelverbindungen oder aber freiliegende und/oder beschädigte Elektronikkomponenten ein Risiko, insbesondere für Rettungskräfte, darstellen, also zum Beispiel auslaufendes Öl oder Benzin entzünden.

    [0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand einer schematischen Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
    FIG 1
    in einer Seitenansicht einen pyrotechnischen Schutzschalter,
    FIG 2
    in einer Seitenansicht eine alternative Ausführung des pyrotechnischen Schutzschalter mit einem stromführenden Leiter und mit einem Trennkörper sowie
    FIG 3
    in einer Seitenansicht den stromführenden Leiter und den Trennkörper in einer Situation nach einem Auslösefall.


    [0022] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren jeweils mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

    [0023] Ein nachfolgend exemplarisch beschriebener pyrotechnischer Schutzschalter 2 ist für den Einsatz in einem Bordnetz eines Kraftfahrzeuges ausgelegt und wird dementsprechend bevorzugt in einem Bordnetz eines Kraftfahrzeuges eingesetzt. Jener pyrotechnische Schutzschalter 2 weist dabei, wie in Fig. 1 schematisch dargestellt, eine pyrotechnische Einheit 4 sowie einen Trennkörper 6 auf, welche in einem Gehäuse 8 untergebracht sind. Die pyrotechnische Einheit 4 ist dabei nach an sich bekanntem Prinzip angebaut und über einen Signaleingang 10 mittels eines elektrischen Signals aktivierbar oder auslösbar.

    [0024] Geht dann über den Signaleingang 10 ein entsprechendes elektrisches Signal ein, so wird die pyrotechnische Einheit 4 aktiviert und der Auslösefall liegt vor. Daraufhin wird durch die pyrotechnische Einheit 4 der Trennkörper 6 beschleunigt und dieser durchtrennt dann mit einer Trennschneide 12 auf der Unterseite 14 des Trennkörpers 6 einen stromführenden Leiter 16, also einen elektrischen Leiter, der für eine Stromführung vorgesehen ist.

    [0025] Der stromführende Leiter 16 ist im Ausführungsbeispiel durch ein Stromführungsblech oder Stanzblech ausgebildet und weist zwei Anschlussarme 18 auf, die an gegenüberliegenden Seiten aus dem Gehäuse 8 des pyrotechnischen Schutzschalters 2 herausragen. Diese zwei Anschlussarme 18, die Teil des pyrotechnischen Schutzschalters 2 sind, bilden im verbauten Zustand des pyrotechnischen Schutzschalters 2 zwei Anschlusselemente aus, wobei eines der zwei Anschlusselemente als Eingangsanschluss für eine Stromzuflussleitung und das andere der zwei Anschlusselemente als Ausgangsanschluss für eine Stromabführleitung ausgebildet ist. Im Auslösefall werden dann die beiden Anschlussarme 18 und somit die beiden Anschlusselemente mechanisch voneinander getrennt.

    [0026] Weiter ist der Trennkörper 6 im Ausführungsbeispiel derart ausgestaltet, dass dieser eine Schmelzsicherung 20 aufweist durch welche nach einem Auslösefall eine Lichtbogenbildung an der Trennstelle des durchtrennten stromführenden Leiters 16 unterbunden wird. Diese Schmelzsicherung 20 ist dabei im Ausgangszustand des pyrotechnischen Schutzschalters 2, also vor einem Auslösefall, elektrisch isoliert und dementsprechend nicht mit dem stromführenden Leiter 16 verbunden. Nach einem Auslösefall dagegen überbrückt die Schmelzsicherung 20 die Trennstelle des durchtrennten stromführenden Leiters 16, sodass eine nach einem Auslösefall gegebenenfalls vorliegende Restspannung über die Schmelzsicherung 20 abgebaut werden kann. Der Abbau einer entsprechenden Restspannung erfolgt dabei ohne eine relevante Übertragung von elektrischer Energie zwischen den Anschlussarmen 18, stattdessen wird die elektrische Energie im Wesentlichen in der Schmelzsicherung 20 in Wärme umgewandelt, wodurch die Schmelzsicherung 20 schließlich durchschmilzt.

    [0027] Entsprechend der in Fig. 1 angedeuteten Ausführungsvariante wird der Trennkörper 6 durch einen Basiskörper 22 aus einem Isoliermaterial, beispielsweise aus einem Kunststoff ausgebildet, in den die Schmelzsicherung 20 integriert ist. Der Basiskörper 22 ist in diesem Fall also als eine Art Hohlkörper ausgestaltet, in dessen Inneren zweckdienlicherweise eine klassische Schmelzsicherung 20 angeordnet ist.

    [0028] Alternativ ist die Schmelzsicherung 20, so wie in Fig. 2 angedeutet, durch eine Beschichtung am Basiskörper 22 realisiert, also beispielsweise durch eine Art Leiterbahn 24, welche auf dem Basiskörper 22 beispielsweise aufgespritzt oder aufgedruckt ist. Die Leiterbahn 24 verläuft dabei in erster Linie an einer Seite des Basiskörpers 22 entlang, wohingegen die Unterseite 14 des Basiskörpers 22 im Bereich der Trennschneide 12 sowie die gegenüberliegende Oberseite 26 des Basiskörpers 22 unbeschichtet sind.

    [0029] Fig. 3 zeigt hierbei eine Situation nach einem Auslösefall der pyrotechnische Einheit 4 und von einem Durchschmelzen der die Schmelzsicherung 20 ausbildenden Leiterbahn 24. In diesem Zustand überbrückt die Leiterbahn 24 die Trennstelle des durchtrennten stromführenden Leiters 16. Die Trennschneide 12 ist liegt dabei in der Trennstelle ein und die Leiterbahn 24 erstreckt sich bis in einen Randbereich auf der Unterseite 14 des Basiskörpers 22, so dass die Leiterbahn 24 in diesem Randbereich zwischen dem Basiskörper 22 des Trennkörpers 6 und dem stromführenden Leiter 16 positioniert ist.

    [0030] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Vielmehr können auch andere Varianten der Erfindung von dem Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen. Insbesondere sind ferner alle im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel beschriebenen Einzelmerkmale auch auf andere Weise miteinander kombinierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.

    Bezugszeichenliste



    [0031] 
    2
    pyrotechnischer Schutzschalter
    4
    pyrotechnischer Einheit
    6
    Trennkörper
    8
    Gehäuse
    10
    Signaleingang
    12
    Trennschneide
    14
    Unterseite
    16
    stromführender Leiter
    18
    Anschlussarm
    20
    Schmelzsicherung
    22
    Basiskörper
    24
    Leiterbahn
    26
    Oberseite



    Ansprüche

    1. Pyrotechnischer Schutzschalter (2), insbesondere für ein Bordnetz eines Kraftfahrzeugs, aufweisend ein Gehäuse (8), eine pyrotechnische Einheit (4) und einen Trennkörper (6) zur Durchtrennung eines stromführenden Leiters (16) im Auslösefall,
    dadurch gekennzeichet,
    dass der Trennkörper (6) eine Schmelzsicherung (20,24) aufweist.
     
    2. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichet,
    dass die Schmelzsicherung (20,24) den stromführenden Leiter (16) nach dessen Durchtrennung durch den Trennkörper (6) überbrückt.
     
    3. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichet,
    dass die Schmelzsicherung (20,24) bis zur Durchtrennung des stromführenden Leiters (16) im Auslösefall nicht mit dem stromführenden Leiter (16) verbunden ist.
     
    4. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach Anspruch 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichet,
    dass dieser für einen Strompfad mit vorgegebenem Nennstrom ausgebildet ist, wobei der Sicherungsschwellwert der Schmelzsicherung (20,24) kleiner als der vorgegebene Nennstrom ist.
     
    5. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichet,
    dass der Trennkörper (6) durch einen Basiskörper (22) aus einem lsoliermaterial ausgebildet ist, in den die Schmelzsicherung (20) integriert ist, wobei die Schmelzsicherung (20) im Inneren des Basiskörpers (22) angeordnet ist.
     
    6. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichet,
    dass der Trennkörper (6) durch einen Basiskörper (22) aus einem lsoliermaterial ausgebildet ist und dass die Schmelzsicherung (20) durch eine Leiterbahn (24) ausgebildet ist.
     
    7. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
    dadurch gekennzeichet,
    dass der Trennkörper (6) durch einen Basiskörper (22) aus einem lsoliermaterial ausgebildet ist und dass die Schmelzsicherung (20) durch eine auf den Basiskörper (22) aufgebrachte Beschichtung (24) ausgebildet ist.
     
    8. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichet,
    dass die Schmelzsicherung (20) durch eine streifenförmige Beschichtung (24) ausgebildet ist.
     
    9. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass der Trennkörper (6) mittels eines MID-Verfahrens hergestellt ist.
     
    10. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Schmelzsicherung (20) zumindest teilweise oder abschnittsweise in einer Vertiefung, insbesondere einer Nut, im Basiskörper (22) einliegt.
     
    11. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach Anspruch 7 oder 8,
    dadurch gekennzeichet,
    dass der Basiskörper (22) eine Unterseite (14) mit einer Trennschneide (12) aufweist und dass die Unterseite (14) im Bereich der Trennschneide (12) unbeschichtet ist.
     
    12. Pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass der Basiskörper (22) eine Unterseite (14) mit einer Trennschneide (12) aufweist, wobei an der Trennschneide (12) eine Vertiefung, insbesondere eine Nut, ausgebildet ist und wobei die Schmelzsicherung (20) zumindest teilweise oder abschnittsweise in dieser Vertiefung einliegt.
     
    13. Versorgungsnetz, insbesondere Kraftfahrzeug-Bordnetz aufweisend einen pyrotechnischer Schutzschalter (2) nach einem der vorherigen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichet,
    dass dieses für eine Versorgungsspannung größer 20 V eingerichtet ist.
     
    14. Versorgungsnetz nach Anspruch 13,
    dadurch gekennzeichet,
    dass dieses für eine Versorgungsspannung kleiner 100 V eingerichtet ist.
     


    Claims

    1. Pyrotechnical circuit breaker (2), in particular for an on-board electrical system of a motor vehicle, comprising a housing (8), a pyrotechnical unit (4) and a separating body (6) for cutting through a current-carrying conductor (16) in the event of triggering,
    characterized in that
    that the separating body (6) comprises a fuse (20,24).
     
    2. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to claim 1,
    characterized in
    that the fuse (20,24) bridges the current-carrying conductor (16) after said conductor has been cut through by the separating body (6).
     
    3. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to claim 1 or 2,
    characterized in
    that the fuse (20,24) is not connected to the current-carrying conductor (16) until the current-carrying conductor (16) is cut through in the event of triggering.
     
    4. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to claims 1 to 3,
    characterized in
    that it is designed for a current path with a predetermined nominal current, the fuse threshold value of the fuse (20,24) being smaller than the predetermined nominal current.
     
    5. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to one of claims 1 to 4,
    characterized in
    that the separating body (6) is formed by a base body (22) made of an insulating material, into which the fuse (20) is integrated, the fuse (20) being arranged inside the base body (22).
     
    6. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to one of claims 1 to 4,
    characterized in
    that the separating body (6) is formed by a base body (22) made of an insulating material and in that the fuse (20) is formed by a conductor track (24).
     
    7. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to any of claims 1 to 6,
    characterized in
    that the separating body (6) is formed by a base body (22) made of an insulating material and in that the fuse (20) is formed by a coating (24) applied to the base body (22).
     
    8. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to claim 7,
    characterized in
    the fuse (20) is formed by a strip-shaped coating (24).
     
    9. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to one of claims 6 to 8,
    characterized in
    that the separating body (6) is produced by means of an MID process.
     
    10. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to one of claims 6 to 9,
    characterized in
    that the fuse (20) lies at least partially or in sections in a recess, in particular a groove, in the base body (22).
     
    11. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to claim 7 or 8,
    characterized in
    that the base body (22) comprises an underside (14) with a cutting disc (12), and in that the underside (14) is uncoated in the area of the cutting disc (12).
     
    12. Pyrotechnical circuit breaker (2) according to one of claims 6 to 10,
    characterized in
    that the base body (22) comprises an underside (14) with a cutting disc (12), wherein a recess, in particular a groove, is formed on the cutting disc (12), and wherein the fuse (20) lies at least partially or in sections in said recess.
     
    13. Power supply network, in particular motor vehicle on-board electrical system comprising a pyrotechnical circuit breaker (2) according to one of the previous claims,
    characterized in
    that said power supply network is set up for a supply voltage greater than 20 V.
     
    14. Power supply network according to claim 13,
    characterized in
    that said power supply network is set up for a supply voltage of less than 100 V.
     


    Revendications

    1. Disjoncteur pyrotechnique (2), en particulier pour un réseau de bord d'un véhicule automobile, comportant un boîtier (8), une unité pyrotechnique (4) et un corps de séparation (6) pour couper un conducteur porteur de courant (16) en cas de déclenchement,
    caractérisé en ce
    que le corps de séparation (6) comporte un fusible (20,24).
     
    2. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon la revendication 1,
    caractérisé en ce
    que le fusible (20,24) ponte le conducteur porteur de courant (16) après la coupure dudit conducteur par le corps de séparation (6).
     
    3. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon la revendication 1 ou 2,
    caractérisé en ce
    que le fusible (20,24) n'est pas connecté au conducteur de courant (16) jusqu'à ce que le conducteur de courant (16) soit coupé en cas de déclenchement.
     
    4. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon les revendications 1 à 3,
    caractérisé en ce
    que ledit disjoncteur est conçu pour un trajet de courant avec un courant nominal prédéterminé, la valeur de seuil du fusible (20,24) étant inférieure au courant nominal prédéterminé.
     
    5. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon l'une des revendications 1 à 4,
    caractérisé en ce
    que le corps de séparation (6) est formé par un corps de base (22) en un matériau isolant, dans lequel est intégré le fusible (20), le fusible (20) étant disposé à l'intérieur du corps de base (22).
     
    6. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon l'une des revendications 1 à 4,
    caractérisé en ce
    que le corps de séparation (6) est formé par un corps de base (22) en un matériau isolant et que le fusible (20) est formé par une piste conductrice (24).
     
    7. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon l'une des revendications 1 à 6,
    caractérisé en ce
    que le corps de séparation (6) est formé par un corps de base (22) en un matériau isolant et que le fusible (20) est formé par un revêtement (24) appliqué sur le corps de base (22).
     
    8. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon la revendication 7,
    caractérisé en ce
    que le fusible (20) est formé par un revêtement en forme de bande (24).
     
    9. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon l'une des revendications 6 à 8,
    caractérisé en ce
    que le corps de séparation (6) est produit au moyen d'un processus MID.
     
    10. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon l'une des revendications 6 à 9,
    caractérisé en ce
    que le fusible (20) est inséré au moins partiellement ou par sections dans un évidement, en particulier une rainure, dans le corps de base (22).
     
    11. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon la revendication 7 ou 8,
    caractérisé en ce
    que le corps de base (22) comporte une face inférieure (14) avec un disque de coupe (12), et que la face inférieure (14) est non revêtue dans la zone du disque de coupe (12).
     
    12. Disjoncteur pyrotechnique (2) selon l'une des revendications 6 à 10,
    caractérisé en ce
    que le corps de base (22) comporte une face inférieure (14) avec un disque de coupe (12), dans lequel un évidement, en particulier une rainure, est formé sur disque de coupe (12), et dans lequel le fusible (20) est inséré au moins partiellement ou par sections dans ledit évidement.
     
    13. Réseau d'alimentation électrique, en particulier le réseau de bord d'un véhicule automobile comportant un disjoncteur pyrotechnique (2) selon l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce
    que ledit réseau d'alimentation électrique est adapté pour une tension d'alimentation supérieure à 20 V.
     
    14. Réseau d'alimentation électrique selon la revendication 13,
    caractérisé en ce
    ledit réseau d'alimentation électrique est adapté pour une tension d'alimentation inférieure à 100 V.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente