[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Montagezapfen für eine Verankerungsvorrichtung gemäss
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Ausziehen von Montagezapfen
gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 13.
[0002] Verankerungsvorrichtungen werden in Betonwände eingesetzt, um nach dem Ausschalen
an der Wand Gewindestäbe, Konsolen für Gerüstbretter und/oder Geländer befestigen
zu können. Die Verankerungsvorrichtung wird vor dem Betonieren an den Schalungsplatten
befestigt. Üblicherweise werden anfänglich die Montagezapfen an der Schalung durch
Nägel befestigt und danach auf dem zapfenförmigen Einsteckteil die Verankerungsvorrichtung
aufgeschoben und am Montagezapfen verankert. Die Montagezapfen dienen nicht nur zur
Befestigung der Verankerungsvorrichtung an der Schalungswand, sondern sie verschliessen
den Öffnungsquerschnitt der Verankerungsvorrichtung, d.h. den Zugang für einen Haken,
Gewindestab etc. zur Verankerungsvorrichtung gegen den Eintritt von Beton, insbesondere
von Betonwasser. Dies bedeutet, dass am Einsteckteil des Montagezapfens eine Verschlussplatte
angeformt ist, welche einerseits an der Schalungsplatte dicht anzuliegen bestimmt
ist und andererseits den Einsteckzapfen einseitig dicht verschliesst. Mit geeigneten
Mitteln, beispielsweise einer LabyrinthDichtung im Bereich zwischen der Verschlussplatte
und dem Einsteckteil, wird der Montagezapfen dicht mit dem offenen Ende der Verankerungsvorrichtung
verbunden. Nach dem Ausschalen der Wand, wenn diese genügend ausgehärtet ist, muss
das Innere der Verankerungsvorrichtung zugänglich gemacht werden, indem der Montagezapfen
aus seiner Verrastung mit der Verankerungsvorrichtung gelöst wird. Da die äussere
Oberfläche der Verschlussplatte bündig in der Oberfläche der erstellten Wand liegt,
kann der Montagezapfen nur schlecht erfasst werden, falls dieser nicht zuvor beim
Ausschalen von den Befestigungsnägeln an der Schalung aus der Vorrichtung herausgezogen
wird. Um den Montagezapfen aus der Verankerungsvorrichtung herausziehen zu können,
ist folglich ein zusätzliches Mittel nötig, welches einen Eingriff eines Werkzeugs
am Montagezapfen ermöglicht. Das gleiche Problem stellt sich bei Schalungsplatten
aus Metall, weil bei solchen der Montagezapfen nicht derart mit der Schalungsplatte
verbunden werden kann, dass er beim Ausschalen an der Schalungsplatte haften bleibt
und folglich nicht aus der Verankerungsvorrichtung herausgezogen wird.
[0003] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, den Montagezapfen derart
auszubilden, dass auf einfache Weise ein Werkzeug, z.B. ein Latthammer, ein Armierungseisen
oder ein Schraubendreher einen Rückhalt an der Verschlussplatte findet, um diese gegen
den Widerstand der Verrastung herausziehen zu können.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Montagezapfen gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und durch ein Verfahren zum Ausziehen von Montagezapfen gemäss den Merkmalen des
Patentanspruchs 13. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Montagezapfens sind in den abhängigen
Ansprüchen umschrieben.
[0005] Durch die Ausbildung mindestens eines filmartigen, d.h. von einem Werkzeug durchdringbaren
Bereichs an der Verschlussplatte, kann ein Werkzeug den Montagezapfen erfassen und
aus der Verankerungsvorrichtung herauslösen. Vorzugsweise ist am Rand des mindestens
einen filmartigen Bereichs die Verschlussplatte durch einen Steg wie eine örtliche
Verdickung der Verschlussplatte verstärkt. Der Steg erstreckt sich vorzugsweise unter
der Verschlussplatte quer über dem rohrförmigen Bereich des Einsteckteils.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung tritt an die Stelle eines durchstechbaren
filmartigen Bereichs mindestens ein aus der Oberfläche der Verschlussplatte ausschwenkbarer
Lappen, dessen Wurzel im Bereich des Steges unterhalb der Oberfläche mit der Verschlussplatte
verbunden ist. Zum einfachen Lösen des Lappens aus der Ebene der Verschlussplatte
ist der Lappen auf drei Seiten durch eine Sollbruchlinie begrenzt, welche vom Werkzeug
aufbrechbar ist. Nach dem Durchschlagen bzw. Aufstellen des Lappens kann ein Werkzeug,
wie ein Latthammer, ein Armierungseisen oder ein Schraubendreher durch den geöffneten
Bereich den Steg untergreifen und so den Montagezapfen aus der Verankerungsvorrichtung
herausziehen.
Durch seitlich am Einsteckteil angeordnete rampenförmig verlaufende Rastelemente wird
der Montagezapfen an geeigneten, im Innern der Verankerungsvorrichtung ausgebildeten
Erhebungen während des Einfüllens des Betons in die Schalung sicher gehalten, d.h.
die Verbindung zwischen dem Montagezapfen, der an der Schalung temporär befestigt
wird, und der Verankerungsvorrichtung kann auf diese Weise aufrechterhalten werden.
Als Rückhalte- und Rastelemente können auf dem Einsteckteil des Montagezapfens rampenförmig
ausgebildete Verdickungen des Mantels des Einsteckteils ausgebildet sein oder, um
das Einstecken bzw. Aufstecken der Verankerungsvorrichtung auf den Montagezapfen nach
dessen Befestigung an der Schalung zu erleichtern, können die rampenförmigen Rastelemente
als aus dem Mantel des Einsteckteils herausgeformt sein. Diese weichen beim Aufstecken
des Montagezapfens etwas zurück und erleichtern das Aufstecken und verrasten danach
hinter den Gegenrastmitteln an der Verankerungsvorrichtung.
[0006] Anhand von Ausführungsbeispielen wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1a
- eine perspektivische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels des Montagezapfens
mit einer Verschlussplatte über einer Verankerungsvorrichtung,
- Figur 1b
- eine perspektivische Ansicht des Montagezapfens mit zwei filmartig durchbrechbaren
Bereichen in der Verschlussplatte,
- Figur 1c
- einen Vertikalschnitt längs Linie II-II in Fig. 1b durch den Montagezapfen,
- Figur 2a
- eine perspektivische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels des Montagezapfens
mit zwei ausschwenkbaren, eine Eindringöffnung freilegenden Lappen,
- Figur 2b
- einen Vertikalschnitt durch den Montagezapfen gemäss Figur 2a,
- Figur 2c
- einen Querschnitt der Verschlussplatte durch einen Schraubendreher,
- Figur 2d
- einen Querschnitt der Verschlussplatte mit einem Latthammer und
- Figur 3
- eine Seitenansicht eines Montagezapfens mit einer Sollbruch-Anordnung.
[0007] In den Figuren ist mit Bezugszeichen 1 ein Montagezapfen bezeichnet. Dieser umfasst
eine Verschlussplatte 3 und an dieser unten angeformt einen Einsteckteil 5. Die Verschlussplatte
3 und der Einsteckteil 5 können einteilig in einem Spritzgusswerkzeug hergestellt
sein. In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung sind die beiden Teile 3,5 zwar
einstückig hergestellt, jedoch ist die Verbindung zwischen der Verschlussplatte 3
und dem Einsteckteil 5 entlang einer Sollbruchlinie 7 aufbrechbar ausgebildet, das
heisst ein Sollbruchbereich 7, z.B. in Gestalt eines sehr dünnwandigen Abschnitts
oder nicht durchgängige Perforationen, ermöglichen das Abheben und Trennen der Verschlussplatte
3 vom Einsteckteil 5 nach dem Erstellen einer Wand, d.h. nach dem Ausschalen. In diesem
Fall verbleibt der Einsteckteil 5 innerhalb der in Figur 1a dargestellten Verankerungsvorrichtung
6, welche durch den Montagezapfen 1 während des Betonierens verschlossen gehalten
worden ist. Diese Sollbruchlinie oder dieser Sollbruchbereich 7 ist in Figur 3 durch
eine gebrochene Linie angedeutet. Sollbruchlinien 7 können bei allen Ausführungsformen
der Verschlussplatte 3 angebracht sein. In der Verschlussplatte 3 sind im ersten Ausführungsbeispiel
gemäss den Figuren 1b und 1c mindestens ein, vorzugsweise zwei filmartige Zonen oder
Bereiche 9 ausgebildet. Der oder die filmartigen Bereiche 9 zeichnen sich durch eine
sehr dünne Wandstärke von beispielsweise 0,1 mm oder 0,2 mm aus (vergl. Figur 1c).
Die umgebenden Bereiche weisen eine Wandstärke eines Mehrfachen des filmartigen Bereichs
9 auf. Zwischen den beiden in den Figuren 1b und 1c gezeigten filmartigen Bereichen
9, ist an der Verschlussplatte 3 an deren Unterseite, d.h. am in den Einsteckteil
5 hineinragenden Bereich, ein Steg 11, zum Beispiel durch eine Erhöhung der Wandstärke,
ausgebildet. Der Steg 11 verbindet die beiden längeren Wände 15, welche zusammen mit
den kürzeren Wänden 13 den rechteckförmigen Querschnitt des Einsteckteils 5 bilden.
Der Steg 11 dient als Krafteinleitungsstelle beim Ausziehen des Montagezapfens 1 aus
der Öffnung 7 der Verankerungsvorrichtung 6.
Um einen Zugriff zum Steg 11 zu erlangen, werden einer oder beide filmartigen Bereiche
9 mit einem Werkzeug, beispielsweise einem Latthammer, einem Armierungseisen oder
einem Schraubendreher 31 durchschlagen und der Steg 11 untergriffen, so dass eine
vertikal verlaufende Auszugskraft auf dem Montagezapfen 1 erfolgen kann. Ist der Montagezapfen
1 durch mehrere Rückhalteelemente 18 in der Verankerungsvorrichtung 6 gehalten, so
muss eine verhältnismässig grosse Kraft aufgewendet werden, um den Montagezapfen 1
auszuziehen. Ist eine Sollbruchlinie 7 zwischen der Verschlussplatte 3 und dem oberen
Rand des Einsteckteils 5 ausgebildet, so kann die Verschlussplatte 3 vom Einsteckteil
5 leicht abgetrennt werden. Der Einsteckteil 5 verbleibt dann in der Öffnung der Verankerungsvorrichtung
6 zurück.
Alternativ zu einem einen rechteckförmigen Querschnitt aufweisenden Montagezapfen
1 kann auch ein Montagezapfen mit einem anderen, beispielsweise kreisrunden oder ovalen
Querschnitt mit den oben beschriebenen Merkmalen versehen sein. Ein solcher, beispielsweise
kreisrunder Montagezapfen wird in eine Verankerungsvorrichtung mit entsprechend rundem
Querschnitt bzw. einer kreisrunden für den Einsteckteil vorgesehenen Öffnung eingesteckt
werden (keine Abbildungen).
[0008] In der ersten Ausgestaltung der Rastelemente 17 gemäss Figur 1b ist in Figur 1c ersichtlich,
dass Rastelemente 17 auf der Oberfläche der langen Wand 15 am Einsteckteil 5 aufgesetzt
oder angeformt sind oder als hohle Ausbuchtungen aus der Wand 15 herausragen. Sie
können auch als Einbuchtungen in der langen Wand des Einsteckteils 5 ausgebildet sein
(keine Abbildung), wenn an der Verankerungsvorrichtung nach innen gerichtete Rippen
ausgebildet sind, welche nach dem Einstecken des Montagezapfens 1 in die Verankerungsvorrichtung
dort einrasten.
Ähnlich wie der Aufbau der Rastelemente 17 an den Wänden 15 des Einsteckteils 5 sind
bei der zweiten Ausgestaltung der Verschlussplatte 3 in den Figuren 2a bis 2d ausgebildet.
Durch drei Schwächungseinschnitte 19, die ein U bilden, entsteht jeweils ein Lappen
21, die, aufgebrochen wie in Figur 2c dargestellt, nach oben aufklappbar ist. Das
Aufreissen oder Aufklappen der Lappen 21 erfolgt durch das Werkzeug, wie ein Latthammer,
ein Armierungseisen oder ein Schraubendreher 31 und ermöglicht durch die entstehende
Öffnung 23 in der Verschlussplatte 3, das Werkzeugs 31 entweder unter dem zentralen
Steg 11 zu führen und durch eine Schwenkung in Richtung des Pfeils P die Verschlussplatte
3 zusammen mit dem Einsteckteil 5 aus der Verankerungsvorrichtung 6 herauszuziehen
oder, falls eine Sollbruchlinie 7 vorgesehen ist, nur die Verschlussplatte 3 vom Einsteckteil
5 zu lösen.
In einer nicht näher dargestellten Ausgestaltung des Ausführungsbeispiels kann der
Lappen 21 vom Latthammer, Schraubendreher oder dergleichen von der Unterseite durchbrochen
werden und dann der Montagezapfen 1 erfasst und ausgezogen werden.
1. Montagezapfen (1) für eine Verankerungsvorrichtung (6) zum Verschliessen von deren
Einführöffnung, welche zum Einführen eines Hakens oder Gewindestabs dient und zum
temporären Befestigen der Verankerungsvorrichtung (6) mit dem Montagezapfen (1) an
einer Schalungsplatte, umfassend eine Verschlussplatte (3) mit einem rohrförmigen
Einsteckteil (5) an der Verschlussplatte (3), wobei die Verschlussplatte (3) die Seitenwände
(13,15) des Einsteckteils (5) flanschartig nach aussen überragt,
dadurch gekennzeichnet, dass
an der Verschlussplatte (3) Mittel (9,21) zum Anheben und Ausziehen des Montagezapfens
(1) aus der Verankerungsvorrichtung (6) ausgebildet sind.
2. Montagezapfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im zentralen Abschnitt der Verschlussplatte (3) der sich über den rohrförmig geformten
Bereich des Einsteckteils (5) erstreckt, ein den Querschnitt des Bereichs unterhalb
der Oberseite der Verschlussplatte (3) durchquerender Steg (11) angeordnet ist.
3. Montagezapfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsteckteil (5) einen rechteckförmigen oder einen runden Querschnitt aufweist,
in welchem der Steg (11) liegt.
4. Montagezapfen nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Verschlussplatte (3) ein Eingriffsbereich (9,21) zum Einführen eines Werkzeugs
(31) ausgebildet ist.
5. Montagezapfen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Eingriffsbereich (9,21) als ein durchstechbarer filmartiger Dünnbereich (9) in
der Oberfläche der Verschlussplatte (3) ausgebildet ist.
6. Montagezapfen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Eingriffsbereich (9) mindestens ein seitlich des Stegs (11) angelenkter und/oder
mit dem Steg (11) wirkverbundener Lappen (21) umfasst.
7. Montagezapfen nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass beidseitig des Stegs (11) Eingriffsbereiche ausgebildet sind.
8. Montagezapfen nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Aussenwand (15) des Einsteckteils (3) rampenförmige, aus der Oberfläche der
Aussenwand (15) wegführende Rastelemente (17) ausgebildet sind.
9. Montagezapfen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastelemente (17) auf die Oberfläche der Aussenwand (15) aufgesetzt oder aus
der Aussenwand (15) herausgeformt sind oder dass die Rastelemente (17) auf der Innenseite
der Aussenwand (15) aufgesetzt oder hineingeformt sind.
10. Verfahren zum Ausziehen eines Montagezapfens (1) mit einer Verschlussplatte (3) aus
einer Verankerungsvorrichtung (6) nach dem Ausschalen einer Wand aus Beton
dadurch gekennzeichnet, dass
mit einem Werkzeug (31) die Verschlussplatte (3) erfasst und aus der Verankerungsvorrichtung
herausgezogen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Werkzeug die Verschlussplatte (3) durchstochen, deren Oberfläche untergriffen
und danach der Montagezapfen (1) aus der Verankerungsvorrichtung herausgezogen wird.