Werkzeug und Werkzeugmaschine sowie Verfahren zum Bearbeiten von plattenförmigen Werkstücken
[0001] Die Erfindung betrifft ein Werkzeug und eine Werkzeugmaschine sowie ein Verfahren
zum Bearbeiten von plattenförmigen Werkstücken, vorzugsweise von Blechen.
[0002] Eine derartige Werkzeugmaschine ist aus der
EP 2 527 058 B1 bekannt. Diese Druckschrift offenbart eine Werkzeugmaschine in Form einer Presse
zum Bearbeiten von Werkstücken, wobei ein Oberwerkzeug an einer Hubvorrichtung vorgesehen
ist, welche gegenüber eines zu bearbeitenden Werkstücks entlang einer Hubachse in
Richtung auf das Werkstück und in der Gegenrichtung verfahrbar ist. In der Hubachse
und dem Oberwerkzeug gegenüberliegend ist ein Unterwerkzeug vorgesehen, welches zu
einer Unterseite positioniert ist. Eine Hubantriebsvorrichtung für eine Hubbewegung
des Oberwerkzeuges wird durch ein Keilgetriebe angesteuert. Die Hubantriebsvorrichtung
mit dem daran angeordneten Oberwerkzeug ist längs einer Positionierachse verfahrbar.
Das Unterwerkzeug wird dabei synchron zum Oberwerkzeug verfahren.
[0003] Aus der
DE 10 2006 049 044 A1 (Basis für die Oberbegriffe der Ansprüche 1 und 12) st ein Werkzeug zum Umformen
von Werkstücken bekannt, welches ein Oberwerkzeug umfasst, an dem eine Rolle vorgesehen
ist, die um eine zur Positionsachse des Oberwerkzeuges senkrechte Drehachse drehbar
ist. Diese Rolle besitzt als Bearbeitungseinrichtung eine kegelförmige Umformfläche.
An dem Unterwerkzeug ist innerhalb der Auflagefläche am Grundkörper des Unterwerkzeuges
eine Gegenrolle vorgesehen. Diese Gegenrolle ist um eine Drehachse senkrecht zur Positionsachse
des Unterwerkzeuges drehbar. Die Drehachse der Rolle am Oberwerkzeug ist also parallel
zu der des Unterwerkzeuges ausgerichtet. Zum Bearbeiten eines Werkstückes werden das
Oberwerkzeug und Unterwerkzeug in Hubrichtung aufeinander zubewegt, bis das zu bearbeitende
Werkstück zwischen der Rolle des Oberwerkzeuges und der Gegenrolle des Unterwerkzeuges
geklemmt ist. Im geklemmten Zustand wirken die Umformfläche der Rolle und die in Hubrichtung
gegenüberliegende Gegenfläche der Gegenrolle zusammen. Durch ein Bewegen des Werkstücks
in einer Horizontalebene zwischen dem Oberwerkzeug und Unterwerkzeug wird in kontinuierlicher
Arbeitsweise eine Umformung, insbesondere ein Absatz, an dem Werkstück erstellt. Das
Oberwerkzeug und Unterwerkzeug sind dabei in der Werkzeugmaschine stillstehend angeordnet.
[0004] Aus der
DE 10 2005 003 558 A1 ist ein Werkzeug zum Umformen von Werkstücken bekannt, welches ein Oberwerkzeug umfasst,
an dem eine Rolle mit einer nutenförmigen Vertiefung vorgesehen ist. Diese Rolle ist
um eine zur Positionierachse des Oberwerkzeugs senkrechte Drehachse drehbar. An dem
Unterwerkzeug ist innerhalb der Auflagefläche am Grundkörper des Unterwerkzeugs eine
Gegenrolle vorgesehen. Diese Gegenrolle ist drehbar um eine Drehachse senkrecht zur
Positionierachse des Unterwerkzeugs aufgenommen. Zum Bearbeiten eines Werkstücks werden
das Oberwerkzeug und Unterwerkzeug in Hubrichtung aufeinander zubewegt, bis das zu
bearbeitende Werkstück zwischen der Rolle des Oberwerkzeugs und der Gegenrolle des
Unterwerkzeugs geklemmt ist. Durch ein Bewegen des Werkstücks in einer Horizontalebene
zwischen dem Oberwerkzeug und Unterwerkzeug wird die Umformung eingebracht. Ein analoges
Werkzeug geht aus
EP 0 757 926 B1 hervor. Des Weiteren ist ein Werkzeug mit einem vorgenannten Aufbau aus der
US 8,042,369 B2 bekannt.
[0005] Aus der
US 5,787,775 A ist ein Schneidwerkzeug in einer Stanzpresse bekannt, bei welcher das Schneidwerkzeug
frei drehbar um eine senkrecht zur Werkstückebene des zu bearbeitenden Werkstücks
ausgerichtete Hubachse drehbar ist. Das rotierende Schneidmesser an dem Oberwerkzeug
wirkt mit einem feststehend an dem Unterwerkzeug angeordneten Gegenschneidwerkzeug
zusammen. Das Oberwerkzeug kann synchron mit dem Unterwerkzeug zur Einbringung einer
Schneidbewegung gedreht werden, wobei die beiden Hubachsen deckungsgleich zueinander
ausgerichtet sind.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug sowie eine Werkzeugmaschine
als auch ein Verfahren zum Bearbeiten von plattenförmigen Werkstücken vorzuschlagen,
durch welche die Flexibilität in der Bearbeitung von Werkstücken erhöht ist.
[0007] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch ein Werkzeug zum Bearbeiten
von plattenförmigen Werkstücken, insbesondere von Blechen gelöst, welches ein Oberwerkzeug,
bestehend aus einem Einspannzapfen und einem Grundkörper aufweist, die in einer gemeinsamen
Positionsachse liegen und ein dem Einspannschaft gegenüberliegend und am Grundkörper
angeordnetes Bearbeitungswerkzeug mit zumindest einer Bearbeitungskante, sowie ein
Unterwerkzeug aufweist, welches einen Grundkörper mit einer Auflagefläche für das
Werkstück umfasst und mit zumindest einer an dem Grundkörper vorgesehenen Gegenkante
sowie einer in dem Grundkörper liegenden Positionsachse, welche senkrecht zur Auflagefläche
ausgerichtet ist. Das Oberwerkzeug und Unterwerkzeug sind zur Bearbeitung eines dazwischen
angeordneten Werkstücks in einer Hubbewegung aufeinander zu bewegbar. Zwischen dem
Oberwerkzeug und dem Unterwerkzeug ist eine Bearbeitungsebene gebildet. Die zumindest
eine Bearbeitungskante des Bearbeitungswerkzeugs am Oberwerkzeug erstreckt sich zumindest
teilweise entlang einer Niederhaltefläche. Der Gegenwerkzeugkörper ist als eine Gegenrolle
ausgebildet. Die zumindest eine Gegenkante des Gegenwerkzeuges liegt der zumindest
einen Bearbeitungskante des Bearbeitungswerkzeugs gegenüber. An die zumindest eine
Gegenkante angrenzend ist eine Bearbeitungseinrichtung des Gegenwerkzeugkörpers vorgesehen,
welche zumindest eine in Längsrichtung der Bearbeitungskante des Bearbeitungswerkzeugs
ausgerichtete, gekrümmte Gegenfläche aufweist. Durch dieses Werkzeug wird ein Bearbeitungswerkzeug
geschaffen, bei welchem durch einen Pendelhub eine Bearbeitung des Werkstücks ermöglicht
ist. Das Ober- und/oder Unterwerkzeug wird bei dem Pendelhub entlang der Bearbeitungsebene
aufeinanderfolgend, also jeweils abwechselnd zueinander verfahren. Während der Verfahrbewegung
wirken die Bearbeitungskante des Bearbeitungswerkzeugs und die Gegenkante des Gegenwerkzeugkörpers
auf das Werkstück ein, um dieses geklemmt zu halten. Durch die gekrümmte Gegenfläche
der Bearbeitungseinrichtung am Gegenwerkzeugkörper, welche gegenüber der Bearbeitungskante
am Bearbeitungswerkzeug hervorsteht, erfolgt eine Bearbeitung des Werkstücks, wie
beispielsweise ein Schneiden, Stanzen, Prägen und/oder Umformen. Durch den als Gegenrolle
ausgebildeten Gegenwerkzeugkörper kann eine Reibung zwischen dem Unterwerkzeug und
dem zu bearbeitenden Werkstück während des Pendelhubes reduziert werden.
[0008] Bevorzugt ist vorgesehen, dass sich die zumindest eine Bearbeitungskante des Bearbeitungswerkzeugs
am Oberwerkzeug entlang des gesamten Grundkörpers des Oberwerkzeuges erstreckt. Dadurch
wird eine maximale Länge eines Arbeitshubes oder Pendelhubes zur Einbringung einer
Bearbeitungskontur in das Werkstück ermöglicht.
[0009] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass die Bearbeitungskante senkrecht zur Positionsachse
ausgerichtet ist. Dadurch können einfache Kraftverhältnisse gegeben sein und zudem
erhöhte Umformkräfte erzielt werden. Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Bearbeitungswerkzeug
die Positionsachse kreuzt, dadurch können noch bessere Bedingungen bei dem Bearbeitungsprozess
erzielt werden.
[0010] Eine bevorzugte Ausführungsform des Bearbeitungswerkzeugs sieht vor, dass benachbart
zur Bearbeitungskante eine Bearbeitungsfläche vorgesehen ist, die vorzugsweise in
einer Vertiefung im Grundkörper ausgebildet ist. Dadurch kann beispielsweise eine
Bearbeitungskontur in der Tiefe gegenüber der Werkstückebene begrenzt sein.
[0011] Vorteilhafterweise ist die Vertiefung im Grundkörper durch zwei zueinander beabstandete
Bearbeitungskanten des Bearbeitungswerkzeugs begrenzt. Dadurch wird beispielsweise
eine Breite der Kontur, die in das Werkstück eingebracht wird, begrenzt.
[0012] An dem Unterwerkzeug ist der als Gegenrolle ausgebildete Gegenwerkzeugkörper bevorzugt
um eine Drehachse, insbesondere senkrecht zur Positionsachse des Unterwerkzeuges,
ausgerichtet. Dadurch können einfache geometrische Verhältnisse geschaffen werden,
die das Einbringen einer hohen Umformkraft in das Werkstück ermöglichen.
[0013] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Gegenkante an der Gegenrolle umlaufend vorgesehen
ist. An die Gegenkante angrenzend kann eine Stützfläche an der Gegenrolle vorgesehen
sein, die zur Niederhaltefläche am Grundkörper des Oberwerkzeuges ausgerichtet ist.
Dadurch wird ermöglicht, dass während der Relativbewegung des Oberwerkzeuges und/oder
Unterwerkzeuges zum Bearbeiten des Werkstücks eine klemmende Position des Werkstücks
aufrechterhalten werden kann, wobei insbesondere bei einer Verfahrbewegung des Unterwerkzeuges
gegenüber dem Oberwerkzeug eine Reibungsminimierung ermöglicht ist.
[0014] Vorteilhafterweise grenzt an die Gegenkante der Gegenrolle eine Bearbeitungsfläche
der Bearbeitungseinrichtung an. Diese Bearbeitungsfläche ist der Stützfläche der Gegenrolle
gegenüberliegend. Diese Bearbeitungsfläche kann in der Form in Abhängigkeit des durchzuführenden
Stanz-, Schneid-, Präge- und/oder Umformprozesses ausgebildet sein.
[0015] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass die als Gegenwerkzeugkörper ausgebildete
Gegenrolle zwei zueinander beabstandete Gegenkanten aufweist, deren Abstand den parallel
zueinander beabstandeten Bearbeitungskanten des Bearbeitungswerkzeugs gegenüberliegend
und in der Ebene der Auflage des Unterwerkzeuges liegen und zwischen den Gegenkanten
der Gegenrolle sich eine Gegenfläche der Bearbeitungseinrichtung erstreckt, welche
in Richtung auf das Oberwerkzeug erhaben ist. Dadurch wird ermöglicht, dass beim Aufeinanderzubewegen
des Oberwerkzeugs und des Unterwerkzeugs zum Überführen in eine Bearbeitungsposition,
bei der das Werkstück zwischen dem Oberwerkzeug und Unterwerkzeug geklemmt gehalten
ist, durch die Bearbeitungseinrichtung eine definierte Kontur in das Werkstück eingebracht
wird. Die Bearbeitungseinrichtung der Gegenrolle greift dabei bevorzugt in die Vertiefung
am Grundkörper.
[0016] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Gegenfläche der Bearbeitungseinrichtung an der
Gegenrolle als eine Umformfläche vorgesehen ist. Dadurch kann beispielsweise eine
Sicke eingebracht werden. Die Kontur der Sicke steht in Abhängigkeit der Querschnittsgeometrie
der Bearbeitungseinrichtung und/oder dem Verlauf der Vertiefung, die an zumindest
eine Bearbeitungskante angrenzt oder zwischen den beiden parallel zueinander beabstandeten
Bearbeitungskanten verläuft. Des Weiteren kann die Gegenfläche an der Gegenrolle zumindest
eine Schneidkante aufweisen. In diesem Fall kann die Bearbeitungskante am Oberwerkzeug
und die Gegenkante an der Gegenrolle das Werkstück in einer definierten Position halten,
wobei die Schneidkante in die Vertiefung am Oberwerkzeug eintaucht und einen Schnitt
in das Werkstück einbringt. Des Weiteren kann alternativ vorgesehen sein, dass die
Gegenfläche der Bearbeitungseinrichtung eine Umformfläche und eine Schneidkante aufweist.
Dadurch können beispielsweise Kiemen in das Werkstück eingebracht werden. Eine weitere
alternative Ausführungsform der Gegenfläche der Bearbeitungseinrichtung sieht vor,
dass diese zwei Schneidkanten aufweist, die zu den Bearbeitungskanten am Oberwerkzeug
ausgerichtet sind. Dadurch kann ein Materialstreifen aus dem Werkstück herausgeschnitten
werden.
[0017] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des Bearbeitungswerkzeugs am Oberwerkzeug
sieht vor, dass die Bearbeitungsfläche des Bearbeitungswerkzeugs als eine Stützrolle
in der Vertiefung ausgebildet ist. Dadurch kann eine zusätzliche Reibungsminimierung
während dem Bearbeitungsprozess zum Einbringen einer Kontur in das Werkstück erzielt
werden.
[0018] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird des Weiteren durch eine Werkzeugmaschine
zum Bearbeiten von plattenförmigen Werkstücken gelöst, bei welchen ein Werkzeug nach
einem der vorbeschriebenen Ausführungsformen eingesetzt wird und die Verfahrbewegung
des Oberwerkzeuges entlang der oberen Positionierachse und die Verfahrbewegung des
Unterwerkzeuges entlang der unteren Positionierachse jeweils unabhängig voneinander
ansteuerbar sind. Dadurch kann ein Pendelhub zum Einbringen einer Bearbeitungskontur
in das Werkstück angesteuert und durchgeführt werden. Bei dem Pendelhub erfolgt eine
aufeinanderfolgende Verfahrbewegung des Oberwerkzeuges und des Unterwerkzeuges entlang
der Bearbeitungsebene zwischen dem Ober- und Unterwerkzeug, wobei die Länge der jeweiligen
Verfahrbewegung dahingehend beschränkt ist, dass das Werkstück zwischen dem Oberwerkzeug
und dem Unterwerkzeug geklemmt gehalten ist. Bei der Bearbeitungskontur kann es sich
um eine durch einen Stanz-, Schneid-, Präge- und/oder Umformungsprozess eingebrachte
Kontur handeln.
[0019] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Bearbeiten
von plattenförmigen Werkstücken, insbesondere von Blechen gelöst, bei welcher ein
Werkzeug nach einer der vorbeschriebenen Ausführungsform eingesetzt wird und zur Bearbeitung
des Werkstücks das Oberwerkzeug und das Unterwerkzeug mit einer Hubbewegung angesteuert
werden, so dass das Werkstück zwischen dem Oberwerkzeug und dem Unterwerkzeug geklemmt
gehalten wird und zur Bearbeitung des Werkstücks das Oberwerkzeug und das Unterwerkzeug
einzeln oder gemeinsam relativ um die Positionsachse des Ober- und des Unterwerkzeugs
gedreht werden oder das Oberwerkzeug und das Unterwerkzeug einzeln oder gemeinsam
relativ zueinander entlang der Positionierachse verfahren werden oder das Oberwerkzeug
und das Unterwerkzeug einzeln oder gemeinsam relativ zueinander um die Positionsachse
gedreht und einzeln oder gemeinsam zueinander entlang der Positionierachse verfahren
werden. Diese Bearbeitung des Werkstücks weist den Vorteil auf, dass das Werkstück
während der Bearbeitung stillstehend gehalten werden kann. Die Bearbeitung des Werkstücks,
wie beispielsweise ein Stanz-, Schneid- , Präge- und/oder Umformprozess, wird durch
eine Verfahrbewegung des Oberwerkzeugs und/oder des Unterwerkzeugs und/oder eine Drehbewegung
des Ober- und/oder des Unterwerkzeuges relativ zueinander durchgeführt.
[0020] Eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens zum Bearbeiten von plattenförmigen
Werkstücken sieht vor, dass zum Bearbeiten des Werkstücks nach einer Hubbewegung des
Oberwerkzeuges und/oder des Unterwerkzeuges, um das Werkstück dazwischenliegend geklemmt
zu halten, eine erste Verfahrbewegung des Unterwerkzeuges gegenüber dem Oberwerkzeug
entlang der unteren Positionierachse angesteuert wird, so dass der Gegenwerkzeugkörper
gegenüber dem Bearbeitungswerkzeug entlang der unteren Positionierachse verfahren
wird und darauffolgend eine Verfahrbewegung des Oberwerkzeugs entlang der oberen Positionierachse
angesteuert wird, während das Unterwerkzeug stillstehend gehalten wird. Dies ermöglicht,
dass bei der erstgenannten Verfahrbewegung des Unterwerkzeuges eine Bearbeitung am
Werkstück stattfindet, wobei das Werkstück zum Oberwerkzeug stillstehend positioniert
ist beziehungsweise ortsfest ist. Eine Relativbewegung zwischen dem Werkstück und
dem Oberwerkzeug findet nicht statt. Dadurch wird aufgrund der Verfahrbewegung des
Unterwerkzeuges die Kontur in das Werkstück eingebracht. Bei einer nachfolgenden Verfahrbewegung
des Oberwerkzeuges wird das Unterwerkzeug wiederum stillstehend gehalten, wobei das
Oberwerkzeug verfahren wird, um wieder in eine Ausgangsposition zum Unterwerkzeug
positioniert zu werden, um einen darauffolgenden Arbeitshub oder Pendelhub durchzuführen.
Bei dieser Ausgangsposition können beispielsweise die Positionsachsen des Ober- und
des Unterwerkzeugs fluchten.
[0021] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass die Verfahrbewegung des Oberwerkzeuges
und des Unterwerkzeuges relativ zueinander entlang der oberen und unteren Positionierachse
mit einem maximalen Arbeitshub angesteuert werden, bei dem das Werkstück durch die
Bearbeitungskante des Bearbeitungswerkzeugs am Oberwerkzeug und die Gegenfläche der
Bearbeitungseinrichtung am Unterkörper geklemmt gehalten werden.
[0022] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass während der
Bearbeitung des Werkstücks, insbesondere während der Verfahrbewegung des Unterwerkzeugs
gegenüber dem stillstehenden Oberwerkzeug, ein Abstand der Niederhaltefläche des Oberwerkzeugs
zur Auflagefläche des Unterwerkzeugs konstant gehalten wird. Dadurch können gleichbleibende
Bedingungen während dem Bearbeiten des Werkstücks geschaffen sein.
[0023] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen derselben
werden im Folgenden anhand der in den Zeichnungen dargestellten Beispiele näher beschrieben
und erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine perspektivische Ansicht einer Werkzeugmaschine,
Figur 2 eine schematisierte Darstellung des grundsätzlichen Aufbaus einer Hubantriebsvorrichtung
und eines motorischen Antriebes gemäß Figur 1,
Figur 3 ein schematisches Diagramm einer überlagerten Hubbewegung in Y- und Z-Richtung
des Stößels gemäß Figur 1,
Figur 4 ein schematisches Diagramm einer weiteren überlagerten Hubbewegung in Y- und
Z-Richtung des Stößels gemäß Figur 1,
Figur 5 eine schematische Ansicht von oben auf die Werkzeugmaschine gemäß Figur 1
mit Werkstückauflageflächen,
Figur 6 eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines Werkzeuges
gemäß der Erfindung
Figur 7 eine schematische Schnittansicht des Werkzeugs gemäß Figur 6,
Figuren 8 bis 10 schematische Seitenansichten des Werkzeugs gemäß Figur 6 von aufeinanderfolgenden
Arbeitsschritten zum Bearbeiten des Werkstücks,
Figur 11 eine schematisch vereinfachte Seitenansicht auf das bearbeitete Werkstück
gemäß den Figuren 8 bis 10,
Figur 12 eine schematisch vereinfachte Seitenansicht einer alternativen Ausführungsform
zu Figur 11,
Figur 13 eine weitere schematisch vereinfachte Seitenansicht einer alternativen Ausführungsform
zu Figur 11,
Figur 14 eine weitere schematisch vereinfachte Seitenansicht einer alternativen Ausführungsform
zu Figur 11 und
Figur 15 eine weitere schematisch vereinfachte Seitenansicht einer alternativen Ausführungsform
zu Figur 11.
[0024] In Figur 1 ist eine Werkzeugmaschine 1 dargestellt, welche als Stanzpresse ausgebildet
ist. Diese Werkzeugmaschine 1 umfasst eine Tragstruktur mit einem geschlossenen Maschinenrahmen
2. Dieser umfasst zwei horizontale Rahmenschenkel 3, 4 sowie zwei vertikale Rahmenschenkel
5 und 6. Der Maschinenrahmen 2 umschließt einen Rahmeninnenraum 7, der den Arbeitsbereich
der Werkzeugmaschine 1 mit einem Oberwerkzeug 11 und einem Unterwerkzeug 9 bildet.
[0025] Die Werkzeugmaschine 1 dient zur Bearbeitung von plattenförmigen Werkstücken 10,
welche der Einfachheit halber in Figur 1 nicht dargestellt sind und können zu Bearbeitungszwecken
im Rahmeninnenraum 7 angeordnet werden. Ein zu bearbeitendes Werkstück 10 wird auf
eine im Rahmeninnenraum 7 vorgesehene Werkstückabstützung 8 abgelegt. In einer Aussparung
der Werkstückabstützung 8 ist am unteren horizontalen Rahmenschenkel 4 des Maschinenrahmens
2 das Unterwerkzeug 9 beispielsweise in Form einer Stanzmatrize gelagert. Diese Stanzmatrize
kann mit einer Matrizenöffnung versehen sein. Bei einer Stanzbearbeitung taucht in
die Matrizenöffnung des als Stanzmatrize ausgebildeten Unterwerkzeuges das als Stanzstempel
ausgebildete Oberwerkzeug 11 ein.
[0026] Das Oberwerkzeug 11 und Unterwerkzeug 9 kann anstelle von einem Stanzstempel und
einer Stanzmatrize auch als ein Biegestempel sowie eine Biegematrize zum Umformen
von Werkstücken 10 eingesetzt werden.
[0027] Das Oberwerkzeug 11 ist in einer Werkzeugaufnahme an einem unteren Ende eines Stößels
12 fixiert. Der Stößel 12 ist Teil einer Hubantriebsvorrichtung 13, mittels derer
das Oberwerkzeug 11 in eine Hubrichtung entlang einer Hubachse 14 bewegt werden kann.
Die Hubachse 14 verläuft in Richtung der Z-Achse des Koordinatensystems einer in Figur
1 angedeuteten numerischen Steuerung 15 der Werkzeugmaschine 1. Senkrecht zur Hubachse
14 kann die Hubantriebsvorrichtung 13 längs einer Positionierachse 16 in Richtung
des Doppelpfeils bewegt werden. Die Positionierachse 16 verläuft in Richtung der Y-Richtung
des Koordinatensystems der numerischen Steuerung 15. Die das Oberwerkzeug 11 aufnehmende
Hubantriebsvorrichtung 13 wird mittels eines motorischen Antriebs 17 längs der Positionierachse
16 verfahren.
[0028] Die Bewegung des Stößels 12 entlang der Hubachse 14 und die Positionierung der Hubantriebsvorrichtung
13 entlang der Positionierachse 16 erfolgen mittels eines motorischen Antriebes 17
in Form einer Antriebsanordnung 17, insbesondere Spindelantriebsanordnung, mit einer
in Richtung der Positionierachse 16 verlaufenden und mit dem Maschinenrahmen 2 fest
verbundenen Antriebsspindel 18. Geführt wird die Hubantriebsvorrichtung 13 bei Bewegungen
längs der Positionierachse 16 an drei Führungsschienen 19 des oberen Rahmenschenkels
3, von denen in Figur 1 zwei Führungsschienen 19 zu erkennen sind. Die eine übrige
Führungsschiene 19 verläuft parallel zur sichtbaren Führungsschiene 19 und ist von
dieser in Richtung X-Achse des Koordinatensystems der numerischen Steuerung 15 beabstandet.
Auf den Führungsschienen 19 laufen Führungsschuhe 20 der Hubantriebsvorrichtung 13.
Der gegenseitige Eingriff der Führungsschiene 19 und der Führungsschuhe 20 ist dergestalt,
dass diese Verbindung zwischen den Führungsschienen 19 und den Führungsschuhen 20
auch eine in vertikaler Richtung wirkende Last aufnehmen kann. Dementsprechend ist
die Hubvorrichtung 13 über die Führungsschuhe 20 und die Führungsschienen 19 am Maschinenrahmen
2 aufgehängt. Ein weiterer Bestandteil der Hubantriebsvorrichtung 13 ist ein Keilgetriebe
21, durch welches eine Lage des Oberwerkzeuges 11 relativ zum Unterwerkzeug 9 einstellbar
ist.
[0029] Das Unterwerkzeug 9 ist entlang einer unteren Positionierachse 25 verfahrbar aufgenommen.
Diese untere Positionierachse 25 verläuft in Richtung der Y-Achse des Koordinatensystems
der numerischen Steuerung 15. Vorzugsweise ist die untere Positionierachse 25 parallel
zur oberen Positionierachse 16 ausgerichtet. Das Unterwerkzeug 9 kann unmittelbar
an der unteren Positionierachse 16 mit einer motorischen Antriebsanordnung 26 entlang
der Positionierachse 25 verfahren werden. Alternativ oder ergänzend kann das Unterwerkzeug
9 auch an einer Hubantriebsvorrichtung 27 vorgesehen sein, welche entlang der unteren
Positionierachse 25 mittels der motorischen Antriebsanordnung 26 verfahrbar ist. Diese
Antriebsanordnung 26 ist bevorzugt als Spindelantriebsanordnung ausgebildet. Die untere
Hubantriebsvorrichtung 27 kann im Aufbau der oberen Hubantriebsvorrichtung 13 entsprechen.
Ebenfalls kann die motorische Antriebsanordnung 26 der motorischen Antriebsanordnung
17 entsprechen.
[0030] Die untere Hubantriebsvorrichtung 27 ist ebenfalls an einem unteren horizontalen
Rahmenschenkel 4 zugeordneten Führungsschienen 19 verschiebbar gelagert. Auf den Führungsschienen
19 laufen Führungsschuhe 20 der Hubantriebsvorrichtung 27, so dass die Verbindung
zwischen den Führungsschienen 19 und Führungsschuhen 20 am Unterwerkzeug 9 auch eine
in vertikaler Richtung wirkende Last aufnehmen kann. Dementsprechend ist auch die
Hubantriebsvorrichtung 27 über die Führungsschuhe 20 und die Führungsschienen 19 am
Maschinenrahmen 2 und beabstandet zu den Führungsschienen 19 und Führungsschuhen 20
der oberen Hubantriebsvorrichtung 13 aufgehängt. Auch die Hubantriebsvorrichtung 27
kann ein Keilgetriebe 21 umfassen, durch welches die Lage beziehungsweise Höhe des
Unterwerkzeuges 9 entlang der Z-Achse einstellbar ist.
[0031] Durch die numerische Steuerung 15 können sowohl die motorischen Antriebe 17 für eine
Verfahrbewegung des Oberwerkzeuges 11 entlang der oberen Positionierachse 16, als
auch der oder die motorischen Antriebe 26 für eine Verfahrbewegung des Unterwerkzeuges
9 entlang der unteren Positionierachse 25 unabhängig voneinander angesteuert werden.
Somit ist das Ober- und Unterwerkzeug 11, 9 synchron in Richtung der Y-Achse des Koordinatensystems
verfahrbar. Ebenso kann eine unabhängige Verfahrbewegung des Ober- und Unterwerkzeuges
11, 9 auch in verschiedene Richtungen angesteuert werden. Diese unabhängige Verfahrbewegung
des Ober- und Unterwerkzeuges 11, 9 kann zeitgleich angesteuert werden. Durch die
Entkopplung der Verfahrbewegung zwischen dem Oberwerkzeug 11 und dem Unterwerkzeug
9 kann eine erhöhte Flexibilität in der Bearbeitung von Werkstücken 10 erzielt werden.
Auch kann das Ober- und Unterwerkzeug 11, 9 zur Bearbeitung der Werkstücke 10 in vielfältiger
Weise ausgebildet sein.
[0032] Ein Bestandteil der Hubantriebsvorrichtung 13 ist das Keilgetriebe 21, welches in
Figur 2 dargestellt ist. Das Keilgetriebe 21 umfasst zwei antriebsseitige Keilgetriebeelemente
122, 123, sowie zwei abtriebsseitige Keilgetriebeelemente 124, 125. Letztere sind
konstruktiv zu einer Baueinheit in Form eines abtriebsseitigen Doppelkeils 126 zusammengefasst.
An dem abtriebsseitigen Doppelkeil 126 ist der Stößel 12 um die Hubachse 14 drehbar
gelagert. Eine motorische Drehantriebsvorrichtung 128 ist in dem abtriebsseitigen
Doppelkeil 126 untergebracht und verfährt den Stößel 12 bei Bedarf entlang der Hubachse
14. Dabei ist sowohl eine Links- als auch eine Rechtsdrehung des Stößels 12 gemäß
dem Doppelpfeil in Figur 2 möglich. Eine Stößellagerung 129 ist schematisch dargestellt.
Zum einen erlaubt die Stößellagerung 129 reibungsarme Drehbewegungen des Stößels 12
um die Hubachse 14, zum anderen lagert die Stößellagerung 129 den Stößel 12 in axialer
Richtung und trägt dementsprechend Lasten, die auf den Stößel 12 in Richtung der Hubachse
14 wirken, in den abtriebsseitigen Doppelkeil 126 ab.
[0033] Der abtriebsseitige Doppelkeil 126 wird durch eine Keilfläche 130, sowie durch eine
Keilfläche 131 des abtriebsseitigen Getriebeelementes 125 begrenzt. Den Keilflächen
130, 131 der abtriebsseitigen Keilgetriebeelemente 124, 125 liegen Keilflächen 132,
133 der antriebsseitigen Keilgetriebeelemente 122, 123 gegenüber. Durch Längsführungen
134, 135 sind das antriebsseitige Keilgetriebeelement 122 und das abtriebsseitige
Keilgetriebeelement 124, sowie das antriebsseitige Keilgetriebeelement 123 und das
abtriebsseitige Keilgetriebeelement 125 in Richtung der Y-Achse, das heißt in Richtung
der Positionierachse 16 der Hubantriebsvorrichtung 13, relativ zueinander bewegbar
geführt.
[0034] Das antriebsseitige Keilgetriebeelement 122 verfügt über eine motorische Antriebseinheit
138, das antriebsseitige Keilgetriebeelement 123 über eine motorische Antriebseinheit
139. Beide Antriebseinheiten 138, 139 gemeinsam bilden die Spindelantriebsanordnung
17.
[0035] Den motorischen Antriebseinheiten 138, 139 gemeinsam ist die in Figur 1 gezeigte
Antriebsspindel 18 sowie die an dem Maschinenrahmen 2 gelagerte und folglich tragstrukturseitige
Hubantriebsvorrichtung 13, 27.
[0036] Zu den motorischen Antriebseinheiten 138, 139 werden die antriebsseitigen Keilgetriebeelemente
122, 123 derart betrieben, dass diese sich entlang der Positionierachse 16 beispielsweise
aufeinander zu bewegen, wodurch sich eine Relativbewegung zwischen den antriebsseitigen
Keilgetriebeelementen 122, 123 einerseits und den abtriebsseitigen Keilgetriebeelementen
124, 125 anderseits ergibt. Infolge dieser Relativbewegung wird der abtriebsseitige
Doppelkeil 126 und der daran gelagerte Stößel 12 entlang der Hubachse 14 nach unten
bewegt. Der an dem Stößel 12 beispielsweise als Oberwerkzeug 11 montierte Stanzstempel
führt einen Arbeitshub aus und bearbeitet dabei ein auf der Werkstückauflage 28, 29
bzw. der Werkstückabstützung 8 gelagertes Werkstück 10. Durch eine entgegengesetzte
Bewegung der Antriebskeilelemente 122, 123 wird der Stößel 12 wiederum entlang der
Hubachse 14 angehoben bzw. nach oben bewegt.
[0037] Die vorbeschriebene Hubantriebsvorrichtung 13 gemäß Figur 2 ist bevorzugt baugleich
als untere Hubantriebsvorrichtung 27 ausgebildet und nimmt das Unterwerkzeug 9 auf.
[0038] In Figur 3 ist ein schematisches Diagramm einer möglichen Hubbewegung des Stößels
12 dargestellt. Das Diagramm zeigt einen Hubverlauf entlang der Y-Achse und der Z-Achse.
Durch eine überlagerte Ansteuerung einer Verfahrbewegung des Stößels 12 entlang der
Hubachse 14 und entlang der Positionierachse 16 kann beispielsweise eine schräg verlaufende
Hubbewegung des Hubstößels 12 nach unten auf das Werkstück 10 zu angesteuert werden,
wie dies durch die erste Gerade A dargestellt ist. Darauffolgend nach Durchführung
des Hubes kann der Stößel 12 beispielsweise senkrecht abgehoben werden, wie dies durch
die Gerade B dargestellt ist. Anschließend erfolgt beispielsweise eine ausschließliche
Verfahrbewegung entlang der Y-Achse gemäß der Geraden C, um den Stößel 12 für eine
neue Arbeitsposition zum Werkstück 10 zu positionieren. Darauffolgend kann sich beispielsweise
die zuvor beschriebene Arbeitsabfolge wiederholen. Sofern für einen nachfolgenden
Bearbeitungsschritt das Werkstück 10 auf der Werkstückauflagefläche 28, 29 verfahren
wird, kann auch eine Verfahrbewegung entlang der Geraden C entfallen.
[0039] Die im Diagramm in Figur 3 dargestellte mögliche Hubbewegung des Stößels 12 am Oberwerkzeug
11 ist bevorzugt mit einem stillstehend gehaltenen Unterwerkzeug 9 kombiniert. Dabei
ist das Unterwerkzeug 9 derart innerhalb des Maschinenrahmens 2 positioniert, dass
am Ende eines Arbeitshubes des Oberwerkzeuges 11 das Ober- und Unterwerkzeug 11, 9
eine definierte Position einnehmen.
[0040] Dieser beispielhafte überlagerte Hubverlauf kann sowohl für das Oberwerkzeug 11 als
auch das Unterwerkzeug 9 angesteuert werden. In Abhängigkeit der zu erfolgenden Bearbeitung
des Werkstückes 10 kann eine überlagerte Hubbewegung des Oberwerkzeuges und/oder Unterwerkzeuges
11, 9 angesteuert werden.
[0041] In Figur 4 ist ein schematisches Diagramm dargestellt, welches eine Hubbewegung des
Stößels 12 gemäß der beispielhaft dargestellten Linie D entlang einer Y-Achse und
einer Z-Achse darstellt. Abweichend zu Figur 3 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
vorgesehen, dass eine Hubbewegung des Stößels 12 einen Kurvenverlauf oder Bogenverlauf
durchlaufen kann, indem eine Überlagerung der Verfahrbewegungen in Y-Richtung und
Z-Richtung entsprechend durch die Steuerung 15 angesteuert wird. Durch eine solche
flexible Überlagerung der Verfahrbewegungen in X- und Z-Richtung lassen sich spezifische
Bearbeitungsaufgaben lösen. Die Ansteuerung eines solchen Kurvenverlaufes kann für
das Oberwerkzeug 11 und/oder Unterwerkzeug 9 vorgesehen sein.
[0042] In Figur 5 ist eine schematische Ansicht auf die Werkzeugmaschine 1 gemäß Figur 1
dargestellt. An dem Maschinenrahmen 2 der Werkzeugmaschine 1 erstreckt sich seitlich
jeweils eine Werkstückauflage 28, 29. Die Werkstückauflage 28 kann beispielsweise
einer nicht näher dargestellten Beladestation zugeordnet sein, durch welche unbearbeitete
Werkstücke 10 auf die Werkstückauflagefläche 28 aufgelegt werden. An die Werkstückauflagefläche
28, 29 angrenzend ist eine Vorschubeinrichtung 22 vorgesehen, welche mehrere Greifer
23 umfasst, um das auf die Werkstückauflage 28 aufgelegte Werkstück 10 zu greifen.
Mittels der Vorschubeinrichtung 22 wird das Werkstück 10 in X-Richtung durch den Maschinenrahmen
2 hindurchgeführt. Vorzugsweise kann die Vorschubeinrichtung 22 auch in Y-Richtung
verfahrbar angesteuert werden. Dadurch kann eine freie Verfahrbewegung des Werkstücks
10 in der X-Y Ebene vorgesehen sein. In Abhängigkeit der Arbeitsaufgabe kann das Werkstück
10 durch die Vorschubeinrichtung 22 sowohl in X-Richtung als auch entgegen der X-Richtung
bewegbar sein. Diese Verfahrbewegung des Werkstücks 10 kann auf eine Verfahrbewegung
des Oberwerkzeuges 11 und Unterwerkzeuges 9 in und entgegen der Y-Richtung für die
jeweilige Bearbeitungsaufgabe angepasst sein.
[0043] Der Werkstückauflage 28 gegenüberliegend ist die weitere Werkstückauflage 29 am Maschinenrahmen
2 vorgesehen. Diese kann beispielsweise einer Entladestation zugeordnet sein. Alternativ
kann die Be- und Entladung des unbearbeiteten Werkstücks 10 und bearbeiteten Werkstücks
10 mit Werkstücken 81 auch derselben Werkstückauflage 28, 29 zugeordnet sein.
[0044] Die Werkzeugmaschine 1 kann des Weiteren eine Laserbearbeitungsvorrichtung 201, insbesondere
eine Laserschneidmaschine, aufweisen, welche nur schematisch in einer Draufsicht in
Figur 5 dargestellt ist. Diese Laserbearbeitungsvorrichtung 201 kann beispielsweise
als eine CO
2-Laserschneidmaschine ausgebildet sein. Die Laserbearbeitungsvorrichtung 201 umfasst
eine Laserquelle 202, welche einen Laserstrahl 203 erzeugt, der mittels einer schematisch
dargestellten Strahlführung 204 zu einem Laserbearbeitungskopf, insbesondere Laserschneidkopf
206, geführt und in diesem fokussiert wird. Danach wird der Laserstrahl 204 durch
eine Schneiddüse senkrecht zur Oberfläche des Werkstückes 10 ausgerichtet, um das
Werkstück 10 zu bearbeiten. Der Laserstrahl 203 wirkt am Bearbeitungsort, insbesondere
Schneidort vorzugsweise gemeinsam mit einem Prozessgasstrahl auf das Werkstück 10
ein. Die Schneidstelle, an welcher der Laserstrahl 203 auf das Werkstück 10 auftrifft,
ist benachbart zur Bearbeitungsstelle des Oberwerkzeuges 11 und Unterwerkzeuges 9.
[0045] Der Laserschneidkopf 206 ist durch einen Linearantrieb 207 mit einem Linearachsensystem
zumindest in Y-Richtung, vorzugsweise in Y- und Z-Richtung, verfahrbar. Dieses Linearachsensystem,
welches den Laserschneidkopf 206 aufnimmt, kann dem Maschinenrahmen 2 zugeordnet,
daran befestigt oder darin integriert sein. Unterhalb eines Arbeitsraumes des Laserschneidkopfes
206 kann eine Strahldurchtrittsöffnung in der Werkstückauflage 28 vorgesehen sein.
Vorzugsweise kann unterhalb der Strahldurchtrittsöffnung eine Strahlauffangvorrichtung
für den Laserstrahl 21 vorgesehen sein. Die Strahldurchtrittsöffnung und gegebenenfalls
die Strahlauffangvorrichtung können auch als eine Baueinheit ausgebildet sein.
[0046] Die Laserbearbeitungsvorrichtung 201 kann alternativ auch einen Festkörperlaser als
Laserquelle 202 aufweisen, dessen Strahlung mit Hilfe eines Lichtleitkabels zum Laserschneidkopf
206 geführt wird.
[0047] Die Werkstückauflage 28, 29 kann sich bis unmittelbar an die Werkstückabstützung
8 erstrecken, welche das Unterwerkzeug 9 zumindest teilweise umgibt. Innerhalb eines
sich dazwischen ergebenden Freiraumes ist das Unterwerkzeug 9 entlang der unteren
Positionierachse 25 in und entgegen der Y-Richtung verfahrbar.
[0048] Auf der Werkstückauflage 28 liegt beispielsweise ein bearbeitetes Werkstück 10 auf,
bei welchem ein Werkstückteil 81 von einem Schneidspalt 83 beispielsweise durch eine
Stanzbearbeitung oder durch eine Laserstrahlbearbeitung bis auf eine Restverbindung
82 freigeschnitten ist. Durch diese Restverbindung wird das Werkstück 81 in dem Werkstück
10 bzw. dem verbleibenden Restgitter gehalten. Zum Abtrennen des Werkstückteils 81
vom Werkstück 10 wird das Werkstück 10 mittels der Vorschubeinrichtung 22 zum Ober-
und Unterwerkzeug 11, 9 für einen Abstanz- und Ausschleusschritt positioniert. Dabei
wird die Restverbindung 82 durch einen Stanzhub des Oberwerkzeuges 11 zum Unterwerkzeug
9 getrennt. Das Werkstückteil 81 kann beispielsweise durch teilweises Absenken der
Werkstückabstützung 8 nach unten ausgeschleust werden. Alternativ kann bei größeren
Werkstückteilen 81 das freigeschnittene Werkstückteil 81 wieder zurück auf die Werkstückauflage
28 oder auf die Werkstückauflage 29 übergeführt werden, um das Werkstückteil 81 und
das Restgitter zu entladen. Auch können kleine Werkstückteile 81 gegebenenfalls durch
eine Öffnung im Unterwerkzeug 9 ausgeschleust werden.
[0049] In Figur 6 ist eine perspektivische Ansicht eines Werkzeuges 31 dargestellt, welches
für eine Stanz-, Schneid-, Präge- und/oder Umformbearbeitung im Werkstück 10 mit einem
Pendelhub vorgesehen ist. Ein solches Werkzeug 31 wird auch als Pendelhub-Werkzeug
bezeichnet. Zur nachfolgenden Beschreibung dieses Werkzeuges 31 wird auch auf die
Schnittdarstellung des Werkzeuges 31 in Figur 7 Bezug genommen.
[0050] Das Oberwerkzeug 11 umfasst einen Grundkörper 33 sowie einen daran angeordneten Einspannzapfen
34. Diese weisen eine gemeinsame Positionsachse 35 auf. Der Grundkörper 33 und der
Einspannzapfen 34 können einteilig ausgebildet sein. Ebenso kann der Grundkörper 33
an dem Einspannzapfen 34 geklemmt gehalten werden. An dem Grundkörper 33 ist ein Indexierkeil
36 vorgesehen, durch welchen das Oberwerkzeug 11 in einer oberen Werkzeugaufnahme
der Werkzeugmaschine 1 ausgerichtet wird. Der Grundkörper 33 weist dem Einspannzapfen
34 gegenüberliegend ein Bearbeitungswerkzeug 37 auf, welches an dem Grundkörper 33
vorgesehen ist. Bei dieser Ausführungsform des Oberwerkzeugs 11 ist vorgesehen, dass
an einer Unterseite des Grundkörpers 33 eine Niederhaltefläche 501 vorgesehen ist.
Diese Niederhaltefläche 501 ist vorzugsweise rechtwinklig zur Positionsachse 35 ausgerichtet.
An die Niederhaltefläche 501 angrenzend ist eine Bearbeitungskante 38 des Bearbeitungswerkzeuges
37 vorgesehen. Bevorzugt sind zwei im Abstand zueinander angeordnete Bearbeitungskanten
38, 39 vorgesehen. Zwischen den Bearbeitungskanten 38, 39 ist im Grundkörper 33 eine
Bearbeitungsfläche 502 vorgesehen, welche gegenüber den Bearbeitungskanten 38, 39
vertieft angeordnet ist. Dadurch ist eine Vertiefung 503 ausgehend von der Niederhaltefläche
501 in dem Grundkörper 33 vorgesehen. Die zumindest eine Bearbeitungskante 38, 39
erstreckt sich vorteilhafterweise senkrecht zur Positionsachse 35 und vorzugsweise
entlang des gesamten Grundkörpers 33. Dadurch ist eine beispielsweise nutenförmige
Vertiefung gegeben, die sich entlang der gesamten Niederhaltefläche 501 erstreckt.
[0051] Das Unterwerkzeug 9 umfasst einen Grundkörper 41, in dem ein nicht näher dargestelltes
Indexierelement vorgesehen ist, welches zur Ausrichtung des Unterwerkzeuges 9 in einer
unteren Werkzeugaufnahme der Werkzeugmaschine 1 dient. Das Unterwerkzeug 9 umfasst
eine Positionierachse 48. Diese Positionierachse 48 kann in der Hubachse 30 liegen,
um welche das Unterwerkzeug 9 drehbar ansteuerbar ist.
[0052] An dem Grundkörper 41 des Unterwerkzeugs 9 ist eine Auflagefläche 47 vorgesehen,
welche senkrecht zur Positionsachse 48 ausgerichtet ist. Bevorzugt ist die Auflagefläche
47 parallel zur Niederhaltefläche 501 ausgerichtet. In der Auflagefläche 47 ist ein
Gegenwerkzeugkörper 93 vorgesehen. Im Ausführungsbeispiel ist in der Auflagefläche
47 eine Öffnung 46 vorgesehen, in der der Gegenwerkzeugkörper 93 positioniert ist.
Vorzugsweise ist dieser Gegenwerkzeugkörper 93 derart in der Auflagefläche 47 positioniert,
dass die Positionsachse 48 den Gegenwerkzeugkörper 93 kreuzt. Diese Auflagefläche
47 kann des Weiteren Gleitelemente 513 aufweisen, die in der Ebene der Auflagefläche
47 liegen und eine Reibung zwischen den Werkstücken 10 und der Auflagefläche 47 des
Unterwerkzeugs 9 bei einer Relativbewegung minimieren.
[0053] Der Gegenwerkzeugkörper 93 ist als eine Gegenrolle 505 ausgebildet, welche zumindest
eine Gegenkante 506 aufweist. Bevorzugt sind zwei im Abstand zueinander angeordnete
Gegenkanten 506 und 507 vorgesehen. Der Abstand der Bearbeitungskanten 38, 39 entspricht
vorteilhafterweise dem Abstand der Gegenkanten 506, 507 und der doppelten Materialdicke
des zu bearbeitenden Werkstücks 10 bei einer Umformung. Beim Trennen des Werkstückteils
81 aus dem Werkstück 10 entspricht der Abstand der Bearbeitungskanten 38, 39 dem Abstand
der Gegenkanten 506, 507 und dem Schnittspiel. An die zumindest eine Gegenkante 506
angrenzend oder zwischen den beiden Gegenkanten 506 und 507 ist eine Bearbeitungseinrichtung
508 vorgesehen, welche gegenüber der Auflagefläche 47 erhaben ist und in Richtung
auf das Oberwerkzeug 11 hervorsteht. Die zumindest eine Gegenkante 506, 507 liegt
bevorzugt in der Ebene der Auflagefläche 47. An die Gegenkante 506, 507 schließt sich
jeweils gegenüberliegend zur Bearbeitungseinrichtung 508 eine Stützfläche 509, 510
an, welche vorzugsweise zur Niederhaltefläche 501 ausgerichtet ist. Die Oberseite
oder Oberkante der Gleitelemente 513 liegt in der Ebene der Stützfläche 509, 510.
Die Gegenrolle 505 ist durch eine Drehachse 511 rotierend in dem Grundkörper 41 des
Unterwerkzeugs 9 gelagert. Die Drehachse 511 ist vorteilhafterweise senkrecht zur
Positionsachse 48 oder parallel zur Auflagefläche 47 ausgerichtet.
[0054] Die Bearbeitungseinrichtung 508 weist eine im Querschnitt gesehen bogensegmentförmige
Gegenfläche 521 auf. Durch eine solche Bearbeitungseinrichtung 508 im Zusammenwirken
mit dem Bearbeitungswerkzeug 37 kann eine Sicke 515 in das Werkstück 10 eingebracht
werden, welche einen der Gegenfläche 521 entsprechenden Verlauf aufweist. Aufgrund
der Ausgestaltung des Werkzeugs 31 mit einer Gegenrolle 505, welche zum Umformen des
Werkstückes 10 dient, wird dieses Werkzeug 31 auch als Rollwerkzeug, insbesondere
als Rollsickenwerkzeug oder Rollumformwerkzeug, bezeichnet.
[0055] Die Herstellung einer Sicke 515 in dem Werkstück 10 wird nachfolgend anhand der Figuren
8 bis 10 näher beschrieben. In den Figuren 8 bis 10 ist von dem Werkzeug 31 lediglich
schematisch vereinfacht der Grundkörper 33 mit dem Bearbeitungswerkzeug 37 des Oberwerkzeuges
11 und der Grundkörper 41 mit dem Gegenwerkzeugkörper 93 des Unterwerkzeuges 9 dargestellt.
[0056] Zwischen dem Oberwerkzeug 11 und dem Unterwerkzeug 9 wird ein plattenförmiges Werkstück
10 positioniert. Anschließend wird das Oberwerkzeug und/oder Unterwerkzeug 11, 9 aufeinander
zubewegt, insbesondere entlang der Hubachse 14, 30, bis diese in eine Bearbeitungsposition
516 gemäß Figur 8 übergeführt sind. In dieser Bearbeitungsposition 516 wird das Werkstück
10 geklemmt zwischen dem Oberwerkzeug 11 und dem Unterwerkzeug 9 gehalten. In dieser
Position liegt die Niederhaltefläche 501 an einer Oberseite des Werkstücks 10 an und
hält das Werkstück 10 zur Auflagefläche 47 am Unterwerkzeug 9 nieder. In dieser Bearbeitungsposition
516 greift die Gegenfläche 521 der Bearbeitungseinrichtung 508 an der Unterseite des
Werkstücks 10 an und verformt dieses in die Vertiefung 503 am Grundkörper 33 des Oberwerkzeuges
11. Dabei liegen die Bearbeitungskanten 38, 39 den Gegenkanten 506, 507 gegenüber,
und zwar im Abstand der Dicke des Werkstücks 10. Durch die erhöhte Ausgestaltung der
Bearbeitungseinrichtung 508 und dem einander gegenüberliegenden Positionieren der
Bearbeitungskante 38 zur Gegenkante 506 und der Bearbeitungskante 39 zur Gegenkante
507 wird der Beginn einer Sicke 515 eingebracht.
[0057] Darauffolgend wird das Oberwerkzeug 11 und das Werkstück 10 stillstehend gehalten
und das Unterwerkzeug 9 durch eine Verfahrbewegung entlang der unteren Positionierachse
25 angesteuert. Dies ist in Figur 9 dargestellt. Durch die Verfahrbewegung des Unterwerkzeuges
9 zum stillstehenden Oberwerkzeug 11 wird in das ebenfalls ruhend zum Oberwerkzeug
11 gehaltene Werkstück 10 die Sicke 515 eingebracht. Durch die am Unterwerkzeug 9
vorgesehene Gegenrolle 505 mit den daran vorgesehenen Stützflächen 509, 510 und der
Gegenfläche 521 der Bearbeitungseinrichtung 508 sowie den vorzugsweise vorgesehenen
Gleitelementen 513 wird ein geringer Reibungskoeffizient zwischen Werkstück 10 und
Unterwerkzeug 9 begünstigt. Dieser erste Arbeitshub oder Pendelhub, bei dem die Positionsachsen
35 und 48 parallel zueinander versetzt werden, ist dann beendet, bevor die Gegenrolle
505 ein Ende der Bearbeitungskanten 38, 39 des Bearbeitungswerkzeugs 37 erreicht hat.
[0058] In einem nachfolgenden Arbeitsschritt, der in Figur 10 dargestellt ist, wird das
Oberwerkzeug 11 entlang der oberen Positionierachse 16 verfahren. Das Unterwerkzeug
9 und das Werkstück 10 bleiben während dieser Verfahrbewegung ruhend. Bei der Verfahrbewegung
des Oberwerkzeuges 11 kann dieses geringfügig gegenüber dem Werkstück 10 abgehoben
werden. Die Verfahrbewegung des Oberwerkzeuges 11 kann dann beendet sein, wenn die
Positionsachsen 35, 38 wieder miteinander fluchten. Auch kann die Verfahrbewegung
des Oberwerkzeuges 11 dann beendet sein, wenn ein hinterer Endabschnitt der Bearbeitungskante
38, 39 noch das Werkstück 10 klemmend zur Bearbeitungseinrichtung 508 hält.
[0059] Während dem Einbringen der Sicke 515 in das Werkstück 10 bleibt bevorzugt der Abstand
zwischen dem Ober- und Unterwerkzeug 11, 9 im Bereich der Niederhaltefläche 501 zur
Auflagefläche 47 konstant.
[0060] Gemäß einer alternativen und nicht näher dargestellten Ausführungsform des Werkzeuges
31 kann anstelle der Gegenrolle 505 die Bearbeitungseinrichtung 508 feststehend am
Grundkörper 41 des Unterwerkzeugs 9 vorgesehen sein. Die Kontur und Form der Bearbeitungseinrichtung
508 kann der entsprechen, welche in Figur 6 und 7 dargestellt ist. Eine feststehende
Bearbeitungseinrichtung 508 kann insbesondere dann vorgesehen sein, sofern sehr dünne
Werkstücke oder ein sehr weiches Material von einem Werkstück zu bearbeiten sind.
[0061] Die in Figur 6 und 7 dargestellte Ausführungsform des Werkzeugs 31 ist schematisch
vereinfacht in einer Seitenansicht in Figur 11 dargestellt, wobei das Ober- und Unterwerkzeug
11, 9 voneinander abgehoben sind. Dazwischenliegend ist eine Schnittansicht des bearbeiteten
Werkstücks 10 dargestellt. Dadurch wird verdeutlicht, dass die Sicke 515 mit dem Bearbeitungswerkzeug
37 am Oberwerkzeug 11 und einer Bearbeitungseinrichtung 508 am Unterwerkzeug 9 hergestellt
wird.
[0062] In Figur 12 ist eine schematische Seitenansicht einer alternativen Ausführungsform
des Werkzeugs 31 zu Figur 11 dargestellt. Bei dieser Ausführungsform ist vorgesehen,
dass die Gegenrolle 505 eine Bearbeitungseinrichtung 508 mit einer Gegenfläche 521
aufweist, welche eine Schneidkante 520 und eine sich daran anschließende schräg verlaufende
Gegenfläche 521 aufweist. Diese Gegenfläche 521 ist als geneigte Kegelfläche ausgebildet.
[0063] Das Oberwerkzeug 11 umfasst die Bearbeitungskante 38, die der Gegenkante 506 gegenüberliegt.
Die Schneidkante 520 kann in der Bearbeitungsposition 516 des Oberwerkzeugs 11 und
Unterwerkzeugs 9 dabei entlang einer Abstanzfläche 522 geführt werden, welche sich
rechtwinklig an die Niederhaltefläche 501 anschließt und in die Vertiefung 503 hineinragt.
Eine Bearbeitungsfläche 502 und die Vertiefung 503 ist beispielsweise breiter als
die Gegenfläche 521 der Bearbeitungseinrichtung 508 ausgebildet, so dass eine weitere
Bearbeitungskante 39 beispielsweise zur Anlage auf die Auflagefläche 47 kommen kann.
Durch ein solches Werkzeug 31 ist ermöglicht, dass ein Schnitt 523 in das Werkstück
10 eingebracht werden kann, wobei gleichzeitig eine Umformung oder Prägung erfolgt,
um beispielsweise eine Kieme 524 am Werkstück 10 auszubilden.
[0064] In Figur 13 ist eine alternative Ausführungsform des Werkzeugs 31 zu Figur 12 dargestellt.
Bei dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Bearbeitungseinrichtung 508 ebenfalls
eine Schneidkante 520 aufweist, an welcher sich jedoch eine glockenförmige Gegenfläche
521 anschließt. Zudem sind die Bearbeitungskanten 38, 39 des Bearbeitungswerkzeugs
37 am Oberwerkzeug 11 den Gegenkanten 506 und 507 an der Gegenrolle 505 des Gegenwerkzeugkörpers
93 am Unterwerkzeug 9 zugeordnet. Dadurch kann wiederum ein Schnitt 523 sowie eine
gekrümmt ausgebildete Kieme 524 gebildet sein.
[0065] In Figur 14 ist eine weitere alternative Ausführungsform des Werkzeugs 31 zu Figur
11 dargestellt. Bei dieser Ausführungsform entspricht das Oberwerkzeug 11 dem Oberwerkzeug
11 gemäß Figur 11. Das Unterwerkzeug 9 nimmt eine Gegenrolle 505 mit einer Bearbeitungseinrichtung
508 auf, bei welcher zwei zueinander beabstandete Schneidkanten 520 vorgesehen sind.
Dazwischenliegend ist die Gegenfläche 521 ausgebildet. Die Bearbeitungseinrichtung
508 ist als zylindrische Rolle ausgebildet, deren Umfang größer als die der Gegenkanten
506 und 507 beziehungsweise der daran angrenzenden Stützflächen 509, 510 ist. Durch
das Überführen des Oberwerkzeugs 11 und Unterwerkzeugs 9 in die Bearbeitungsposition
516 wird jeweils ein Schnitt 523 zwischen der Bearbeitungskante 38 und der Gegenkante
506 sowie zwischen der Bearbeitungskante 39 und der Gegenkante 507 eingebracht. Bei
einem solchen Schneidwerkzeug kann ein Materialstreifen aus dem Werkstück 10 herausgeschnitten
werden.
[0066] In Figur 15 ist eine weitere alternative Ausführungsform des Werkzeugs 31 vorgesehen.
Das Oberwerkzeug 11 umfasst als Bearbeitungsfläche 502 eine Stützrolle 526. Eine Drehachse
dieser Stützrolle 526 ist vorzugsweise rechtwinklig zur Positionsachse 35 ausgerichtet.
Diese kann auch geneigt zur Positionsachse 35 ausgerichtet sein in Abhängigkeit der
in das Werkstück 10 einzubringenden Kontur.
[0067] Eine solche Stützrolle 526 kann auch bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen
eingesetzt werden.
[0068] Das Unterwerkzeug 9 weist als Gegenrolle 505 eine stufenförmige oder S-förmige Gegenfläche
521 auf. Bei dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass eine freie Kante des Werkstücks
10 umgeformt wird, beziehungsweise eine Prägung umfasst. In diesem Fall kann das Werkzeug
31 als Rollumformwerkzeug oder Rollprägewerkzeug bezeichnet werden.
1. Werkzeug zum Bearbeiten von plattenförmigen Werkstücken (10), insbesondere von Blechen,
- mit einem Oberwerkzeug (11), welches einen Einspannschaft (34) und einen Grundkörper
(33) aufweist, die in einer gemeinsamen Positionsachse (35) liegen, und einem dem
Einspannschaft (34) gegenüberliegend am Grundkörper (33) angeordneten Bearbeitungswerkzeug
(37), das zumindest eine Bearbeitungskante (38, 39) aufweist,
- mit einem Unterwerkzeug (9), welches einen Grundkörper (41) mit einer Auflagefläche
(47) für das Werkstück (10) aufweist und mit einem am Grundkörper (41) vorgesehenen
Gegenkörper (93), als Gegenrolle (505) ausgebildet ist, welche die zumindest eine
Gegenkante (506, 507) aufweist, die der zumindest einen Bearbeitungskante (38, 39)
des Bearbeitungswerkzeugs (37) gegenüber liegt, wobei der Grundkörper (41) eine Positionsachse
(48) umfasst, welche senkrecht zur Auflagefläche (47) ausgerichtet ist, und
- wobei das Oberwerkzeug (11) und das Unterwerkzeug (9) zur Bearbeitung eines dazwischen
angeordneten Werkstücks (10) in einer Hubrichtung aufeinander zu bewegbar sind und
zwischen dem Oberwerkzeug (11) und dem Unterwerkzeug (9) eine Bearbeitungsebene gebildet
ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die zumindest eine Bearbeitungskante (38, 39) des Bearbeitungswerkzeugs (37) sich
zumindest teilweise entlang einer am Grundkörper (33) vorgesehenen Niederhaltefläche
(501) erstreckt, und
- dass an die zumindest eine Gegenkante (506, 507) angrenzend eine Bearbeitungseinrichtung
(508) vorgesehen ist, die zumindest eine in Längsrichtung der Bearbeitungskante (38,
39) des Bearbeitungswerkzeugs (37) ausgerichtete gekrümmte Gegenfläche (521) aufweist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Bearbeitungskante (38, 39) sich entlang des gesamten Grundkörpers
(33) erstreckt.
3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Bearbeitungskante (38, 39) senkrecht zur Positionsachse (35) ausgerichtet
ist und vorzugsweise die Positionsachse (35) des Bearbeitungswerkzeugs (37) kreuzt.
4. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bearbeitungswerkzeug (37) des Oberwerkzeugs (11) benachbart zur Bearbeitungskante
(38, 39) eine Bearbeitungsfläche (502) aufweist, welche vorzugsweise in einer Vertiefung
(503) im Grundkörper (33) des Oberwerkzeugs (11) vorgesehen ist.
5. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (503) im Grundkörper (33) durch die zwei zueinander beabstandeten
Bearbeitungskanten (38, 39) begrenzt ist, die vorzugsweise parallel zueinander beabstandet
sind.
6. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenwerkzeugkörper (93) um eine Drehachse (511), vorzugsweise senkrecht zur
Positionsachse (48), im Grundkörper (41) des Unterwerkzeugs (9) drehbar gelagert ist.
7. Werkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenkante (506, 507) umlaufend an der Gegenrolle (505) vorgesehen ist, an welche
eine Stützfläche (509, 510) angrenzt, die zur Niederhaltefläche (501) am Grundkörper
(33) des Oberwerkzeugs (11) ausgerichtet ist, und vorzugsweise in einer Ebene der
Auflagefläche (47) des Unterwerkzeugs (9) liegt.
8. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützfläche (509, 510) gegenüberliegend und an die Gegenkante (506, 507) angrenzend
sich eine Gegenfläche (521) der Bearbeitungseinrichtung (508) anschließt, welche in
einer Bearbeitungsposition (516) des Oberwerkzeugs (11) zum Unterwerkzeug (9) zumindest
teilweise in die Vertiefung (503) eingreift.
9. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenfläche (521) als eine Umformfläche oder als eine Umformfläche mit einer
einseitig daran angrenzenden Schneidkante (520) oder als eine Umformfläche mit beidseitig
begrenzenden Schneidkante (520) ausgebildet ist.
10. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsfläche (502) des Bearbeitungswerkzeugs (37) als Stützrolle (526)
ausgebildet ist.
11. Werkzeugmaschine zum Bearbeiten von plattenförmigen Werkstücken, vorzugsweise von
Blechen,
- mit einem Oberwerkzeug (11), welches entlang einer Hubachse (14) mit einer Hubantriebsvorrichtung
(13) in Richtung auf ein mit dem Oberwerkzeug (11) zu bearbeitenden Werkstück (10)
und in Gegenrichtung bewegbar ist und welches entlang einer senkrecht zur Hubachse
(14) verlaufenden oberen Positionierachse (16) positionierbar ist und mit einer Antriebsanordnung
(17) entlang der oberen Positionierachse (16) verfahrbar ist,
- mit einem Unterwerkzeug (9), welches zum Oberwerkzeug (11) ausgerichtet und welches
entlang einer unteren Hubachse (30) mit einer Hubantriebvorrichtung (27) in Richtung
auf das Oberwerkzeug (11) bewegbar ist und entlang einer unteren Positionierachse
(25) positionierbar ist, die senkrecht zur Hubachse (14) des Oberwerkzeugs (11) ausgerichtet
und mit einer Antriebsanordnung (26) entlang der unteren Positionierachse (25) verfahrbar
ist,
- mit einer Steuerung (15), durch welche die motorischen Antriebsanordnungen (17,
26) zum Verfahren des Ober- und Unterwerkzeugs (11, 9) ansteuerbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Verfahrbewegung des Oberwerkzeugs (11) entlang der oberen Positionierachse (16)
und die Verfahrbewegung des Unterwerkzeugs (9) entlang der unteren Positionierachse
(25) jeweils unabhängig voneinander ansteuerbar sind, und
- dass ein Werkzeug (31) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zum Bearbeiten von Werkstücken
(10) vorgesehen ist.
12. Verfahren zum Bearbeiten von plattenförmigen Werkstücken, vorzugsweise von Blechen,
- bei dem ein Oberwerkzeug (11), welches entlang einer Hubachse (14) mit einer Hubantriebsvorrichtung
(13) in Richtung auf ein mit dem Oberwerkzeug (11) zu bearbeitenden Werkstück (10)
und in Gegenrichtung bewegbar ist und welches entlang einer senkrecht zur Hubachse
(14) verlaufenden oberen Positionierachse (16) positionierbar ist, und mit einer Antriebsanordnung
(17) entlang der oberen Positionierachse (16) verfahren wird,
- bei dem ein Unterwerkzeug (9), welches zum Oberwerkzeug (11) ausgerichtet und entlang
einer unteren Positionierachse (25) positionierbar ist, die senkrecht zur Hubachse
(14) des Oberwerkzeugs (11) ausgerichtet ist, mit einer Antriebsanordnung (26) entlang
der unteren Positionierachse (25) verfahren wird,
- bei dem mit einer Steuerung (15) die motorischen Antriebsanordnungen (17, 26) zum
Verfahren des Ober- und Unterwerkzeugs (11, 9) angesteuert werden, dadurch gekennzeichnet,
- dass ein Werkzeug (31) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Bearbeitung der Werkstücke
(10) eingesetzt wird und
- dass das Oberwerkzeug (11) und/oder das Unterwerkzeug (9) mit einer Hubbewegung angesteuert
werden, so dass das Werkstück (10) zwischen dem Oberwerkzeug (11) und dem Unterwerkzeug
(9) geklemmt gehalten wird und
- zur Bearbeitung des Werkstücks (10)
- das Oberwerkzeug (11) und das Unterwerkzeug (9) einzeln oder gemeinsam relativ zueinander
um die Positionsachse (35, 48) gedreht werden oder
- das Oberwerkzeug (11) und das Unterwerkzeug (9) einzeln oder gemeinsam relativ zueinander
entlang der Positionierachse (16, 25) verfahren werden oder
- das Oberwerkzeug (11) und das Unterwerkzeug (9) einzeln oder gemeinsam relativ zueinander
um die Hubachse (14, 30) gedreht und einzeln oder gemeinsam relativ zueinander entlang
der Positionierachse (16, 25) verfahren werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zum Bearbeiten des Werkstücks (10) nach der Hubbewegung des Oberwerkzeugs (11) und/oder
des Unterwerkzeugs (9), um das Werkstück (10) dazwischenliegend geklemmt zu halten,
eine erste Verfahrbewegung des Unterwerkzeuges (9) gegenüber dem Oberwerkzeug (11)
entlang der unteren Positionierachse (25) angesteuert wird, so dass der Gegenwerkzeugkörper
(93) gegenüber dem Bearbeitungswerkzeug (37) entlang der unteren Positionierachse
(25) verfahren wird und darauffolgend eine Verfahrbewegung des Oberwerkzeuges (11)
entlang der oberen Positionierachse (16) angesteuert wird, während das Unterwerkzeug
(9) stillstehend gehalten wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13 dadurch gekennzeichnet, dass die Verfahrbewegung des Oberwerkzeugs (11) und des Unterwerkzeugs (9) entlang der
Bearbeitungsebene durch einen maximalen Arbeitshub angesteuert wird, bei dem das Werkstück
(10) durch die Bearbeitungskante (38, 39) des Bearbeitungswerkzeuges (37) und die
Gegenfläche (521) der Bearbeitungseinrichtung (508) des Gegenwerkzeugkörpers (93)
das Werkstück (10) geklemmt gehalten wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass während der Bearbeitung des Werkstücks (10) ein Abstand der Niederhaltefläche (501)
des Oberwerkzeugs (11) zur Auflagefläche (47) des Unterwerkzeugs (9) konstant gehalten
wird.
1. Tool for processing planar workpieces (10), in particular metal sheets,
- comprising an upper tool (11), which has a clamping shaft (34) and a main body (33),
which lie in a common positioning axis (35), and a processing tool (37), which is
arranged on the main body (33), opposite the clamping shaft (34), and has at least
one processing edge (38, 39), and
- comprising a lower tool (9), which comprises a main body (41) with a rest surface
(47) for the workpiece (10) and comprises a counter body (93), which is provided on
the main body (41), wherein the counter tool (93) is formed as a counter roller (505),
which has at least one counter edge (506, 507), which is opposite the at least one
processing edge (38, 39) of the processing tool (37),
- wherein the main body (41) comprises a positioning axis (48), which is oriented
perpendicularly to the rest surface (47), and
- wherein the upper tool (11) and lower tool (9) are moveable towards one another
in a stroke direction in order to process a workpiece (10) arranged between them,
and a processing plane is formed between the upper tool (11) and the lower tool (9),
characterised in
- that the at least one processing edge (38, 39) of the processing tool (37) extends at
least partially along a holding-down surface (501) provided on the main body (33),
- that a processing device (508) is provided adjacently to the at least one counter edge
(506, 507) and has at least one curved counter surface (521) oriented in the longitudinal
direction of the processing edge (38, 39) of the processing tool (37).
2. Tool according to claim 1, characterised in that the at least one processing edge (38, 39) extends along the entire main body (33).
3. Tool according to claim 1 or 2, characterised in that the at least one processing edge (38, 39) is oriented perpendicularly to the positioning
axis (35) and preferably crosses the positioning axis (35) of the processing tool
(37).
4. Tool according to any one of the preceding claims, characterised in that the processing tool (37) of the upper tool (11) has a processing surface (502) adjacently
to the processing edge (38, 39), which processing surface is preferably provided in
an indentation (503) in the main body (33) of the upper tool (11).
5. Tool according to claim 4, characterised in that the indentation (503) in the main body (33) is delimited by the two processing edges
(38, 39) distanced from one another, which preferably are distanced from one another
in parallel.
6. Tool according to claim 1, characterised in that the counter tool body (93) is mounted in the main body (41) of the lower tool (9)
rotatably about a rotation axis (511), preferably perpendicularly to the positioning
axis (48).
7. Tool according to claim 6, characterised in that the counter edge (505, 506) is provided peripherally on the counter roller (505),
which is adjoined by a support surface (509, 510), which is oriented relative to the
holding-down surface (501) on the main body (33) of the upper tool (11) and preferably
lies in a plane of the rest surface (47) of the lower tool (9).
8. Tool according to any one of the preceding claims, characterised in that a counter surface (521) of the processing device (508) is arranged opposite the support
surface (509, 501) and adjacently to the counter edge (506, 507) and engages at least
partially in the indentation (503) in a processing position (516) of the upper tool
(11) relative to the lower tool (9).
9. Tool according to any one of the preceding claims, characterised in that the counter surface (521) is formed as a shaping surface or as a shaping surface
with an adjacent cutting edge (520) on one side, or as a shaping surface with cutting
edge (520) delimiting the shaping surface on both sides.
10. Tool according to any one of the preceding claims, characterised in that the processing surface (502) of the processing tool (37) is formed as a support roller
(526).
11. Machine tool for processing planar workpieces, preferably metal sheets,
- comprising an upper tool (11), which is moveable along a stroke axis (14) by means
of a stroke drive device (13) in the direction of a workpiece (10) to be processed
by the upper tool (11) and in the opposite direction and which is positionable along
an upper positioning axis (16) running perpendicular to the stroke axis (14) and is
displaceable by means of a drive assembly (17) along the upper positioning axis (16),
- comprising a lower tool (9), which is oriented relative to the upper tool (11) and
which is moveable along a lower stroke axis (30) by means of a stroke drive device
(27) in the direction of the upper tool (11) and is positionable along a lower positioning
axis (25), which is oriented perpendicularly to the stroke axis (14) of the upper
tool (11), and is displaceable by means of a drive assembly (26) along the lower positioning
axis (25),
- comprising a controller (15), by means of which the motor drive assemblies (17,
26) are controllable in order to move the upper and lower tool (11, 9),
characterised in that
- the traversing movement of the upper tool (11) along the upper positioning axis
(16) and the traversing movement of the lower tool (9) along the lower positioning
axis (25) are controllable independently of one another, and in that
- a tool (31) according to any one of claims 1 to 10 is provided for processing workpieces
(10).
12. Method for processing planar workpieces, preferably metal sheets,
- in which an upper tool (11), which is moveable along a stroke axis (14) by means
of a stroke drive device (13) in the direction of a workpiece (10) to be processed
by means of the upper tool (11) and in the opposite direction and which is positionable
along an upper positioning axis (16) running perpendicular to the stroke axis (14),
is displaced along the upper positioning axis (16) by means of a drive assembly (17),
- in which a lower tool (9), which is oriented relative to the upper tool (11) and
is positionable along a lower positioning axis (25), which is oriented perpendicular
to the stroke axis (14) of the upper tool (11), is displaced by means of a drive assembly
(26) along the lower positioning axis (25),
- in which the motor drive assemblies (17, 26) are actuated by means of a controller
(15) in order to move the upper and lower tool (11, 9), characterised in
- that a tool (31) according to any one of claims 1 to 10 is used to process the workpieces
(10) and
- that the upper tool (11) and/or the lower tool (9) are/is controlled with a stroke movement,
such that the workpiece (10) is held clamped between the upper tool (11) and the lower
tool (9), and
- in order to process the workpiece (10),
- the upper tool (11) and the lower tool (9) are displaced individually or jointly
relative to one another around the positioning axis (35, 48), or
- the upper tool (11) and the lower tool (9) are displaced individually or jointly
relative to one another along the positioning axis (16, 25), or
- the upper tool (11) and the lower tool (9) are rotated individually or jointly relative
to one another about the stroke axis (14, 30) or are displaced jointly relative to
one another along the positioning axis (16, 25).
13. Method according to claim 12, characterised in that, in order to process the workpiece (10), after the stroke movement of the upper tool
(11) and/or of the lower tool (9), so as to hold the workpiece (10) clamped therebetween,
a first traversing movement of the lower tool (9) is controlled relative to the upper
tool (11) along the lower positioning axis (25), such that the counter tool body (93)
is displaced relative to the processing tool (37) along the lower positioning axis
(25), and a traversing movement of the upper tool (11) is controlled along the upper
positioning axis (16) while the lower tool (9) is held stationary.
14. Method according to claim 12 or 13, characterised in that the traversing movement of the upper tool (11) and of the lower tool (9) along the
processing plane is controlled by a maximum working stroke, the workpiece (10) being
held clamped by the processing edge (38, 39) of the processing tool (37) and the counter
surface (521) of the processing device (508) of the counter tool body (93).
15. Method according to any one of claims 12 to 14, characterised in that, during the processing of the workpiece (10), a distance of the holding-down surface
(501) of the upper tool (11) relative to the rest surface (47) of the lower tool (9)
is held constant.
1. Outil destiné à usiner des pièces (10) en forme de plaque, en particulier des tôles,
- avec un outil supérieur (11) qui présente une tige de serrage (34) et un corps de
base (33) lesquels sont situés dans un axe de positon (35) commun, et avec un outil
d'usinage (37) qui est disposé sur le corps de base (33), à l'opposé de la tige de
serrage (34) et présente au moins une arête d'usinage (38, 39),
- avec un outil inférieur (9) qui présente un corps de base (41) pourvu d'une surface
d'appui (47) destinée à recevoir la pièce à usiner (10) et avec un contre-corps (93)
prévu sur ledit corps de base (41) et réalisé en tant que contre-galet (505) qui présente
ladite au moins une contre-arête (506, 507) laquelle est située à l'opposé de ladite
au moins une arête d'usinage (38, 39) de l'outil d'usinage (37), le corps de base
(41) comprenant un axe de position (48) qui est orienté de manière perpendiculaire
à la surface d'appui (47), et
- l'outil supérieur (11) et l'outil inférieur (9) pouvant être déplacés l'un vers
l'autre dans un sens de course en vue d'usiner une pièce (10) disposée entre eux,
et entre l'outil supérieur (11) et l'outil inférieur (9) étant formé un plan d'usinage,
caractérisé en ce que
- ladite au moins une arête d'usinage (38, 39) de l'outil d'usinage (37) s'étend au
moins en partie le long d'une surface de maintien (501) prévue sur le corps de base
(33), et
- de manière contiguë à ladite au moins une contre-arête (506, 507) est prévue une
installation d'usinage (508) qui présente au moins une contre-surface (521) courbe
orientée dans le sens longitudinal de l'arête d'usinage (38, 39) de l'outil d'usinage
(37).
2. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que ladite au moins une arête d'usinage (38, 39) s'étend le long de la totalité du corps
de base (33) .
3. Outil selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que ladite au moins une arête d'usinage (38, 39) est orientée perpendiculairement à l'axe
de position (35) et croise de préférence l'axe de position (35) de l'outil d'usinage
(37).
4. Outil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil d'usinage (37) de l'outil supérieur (11) présente, de manière contiguë à
l'arête d'usinage (38, 39), une surface d'usinage (502) qui est prévue de préférence
dans un creux (503) ménagé dans le corps de base (33) de l'outil supérieur (11).
5. Outil selon la revendication 4, caractérisé en ce que le creux (503) ménagé dans le corps de base (33) est délimité par les deux arêtes
d'usinage (38, 39) qui sont disposées à une distance donnée l'une de l'autre, de préférence
de manière parallèle entre elles.
6. Outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps de contre-outil (93) est logé dans le corps de base (41) de l'outil inférieur
(9) de manière à pouvoir tourner autour d'un axe de rotation (511), de préférence
perpendiculairement à l'axe de position (48).
7. Outil selon la revendication 6, caractérisé en ce que la contre-arête (505, 506) est prévue de manière à s'étendre sur la circonférence
du contre-galet (505) auquel est contiguë une surface de support (509, 510) qui est
orientée par rapport à la surface de maintien (501) située sur le corps de base (33)
de l'outil supérieur (11) et qui se trouve de préférence dans un plan de la surface
d'appui (47) de l'outil inférieur (9).
8. Outil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une contre-surface (521) de l'installation d'usinage (508) est attenante aux surfaces
de support (509, 510), lesquelles sont situées à l'opposé l'une de l'autre et sont
contiguës aux contre-arêtes (506, 507), et pénètre au moins en partie dans le creux
(503) lorsque l'outil supérieur (11) se trouve dans une position d'usinage (516) par
rapport à l'outil inférieur (9).
9. Outil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la contre-surface (521) est réalisée en tant que surface de formage ou en tant que
surface de formage pourvue d'une arête de coupe (520) qui est contiguë à celle-ci
d'un seul côté ou en tant que surface de formage pourvue d'arêtes de coupe (520) qui
délimitent celle-ci des deux côtés.
10. Outil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface d'usinage (502) de l'outil d'usinage (37) est réalisée en tant que galet
de soutien (526).
11. Machine-outil destinée à usiner des pièces en forme de plaque, de préférence des tôles,
- pourvue d'un outil supérieur (11) qui peut être déplacé, grâce à un dispositif d'entraînement
de levage (13), le long d'un axe de levage (14) en direction d'une pièce (10) devant
être usinée avec l'outil supérieur (11), voire en direction opposée, et qui peut être
positionné le long d'un axe de positionnement supérieur (16) s'étendant perpendiculairement
à l'axe de levage (14) et qui peut être déplacé, grâce à un mécanisme d'entraînement
(17), le long dudit axe de positionnement supérieur (16),
- pourvue d'un outil inférieur (9) qui est orienté par rapport à l'outil supérieur
(11) et qui peut être déplacé, grâce à un dispositif d'entraînement de levage (27),
le long d'un axe de levage inférieur (30) en direction de l'outil supérieur (11) et
qui peut être positionné le long d'un axe de positionnement inférieur (25) orienté
perpendiculairement à l'axe de levage (14) de l'outil supérieur (11) et qui peut être
déplacé, grâce à un mécanisme d'entraînement (26), le long de l'axe de positionnement
inférieur (25),
- pourvue d'une commande (15) grâce à laquelle les mécanismes d'entraînement à moteur
(17, 26) destinés à déplacer les outils supérieur et inférieur (11, 9) peuvent être
activés, caractérisée en ce que
- le mouvement de déplacement de l'outil supérieur (11) le long de l'axe de positionnement
supérieur (16) et le mouvement de déplacement de l'outil inférieur (9) le long de
l'axe de positionnement inférieur (25) peuvent être respectivement activés indépendamment
l'un de l'autre, et
- un outil (31) selon l'une quelconque des revendications 1 à 10 est prévu en vue
d'usiner des pièces (10).
12. Procédé destiné à usiner des pièces en forme de plaque, de préférence des tôles,
- lors duquel un outil supérieur (11) qui peut être déplacé, grâce à un dispositif
d'entraînement de levage (13), le long d'un axe de levage (14) en direction d'une
pièce (10) devant être usinée avec l'outil supérieur (11), voire dans la direction
opposée, et qui peut être positionné le long d'un axe de positionnement supérieur
(16) s'étendant perpendiculairement à l'axe de levage (14) est déplacé, grâce à un
mécanisme d'entraînement (17), le long dudit axe de positionnement supérieur (16),
- lors duquel un outil inférieur (9) qui est orienté par rapport à l'outil supérieur
(11) et qui peut être positionné le long d'un axe de positionnement inférieur (25)
qui est orienté perpendiculairement à l'axe de levage (14) de l'outil supérieur (11)
est déplacé, grâce à un mécanisme d'entraînement (26), le long dudit axe de positionnement
inférieur (25),
- lors duquel les mécanismes d'entraînement à moteur (17, 26) destinés à déplacer
les outils supérieur et inférieur (11, 9) sont activés par une commande (15), caractérisé en ce que
- un outil (31) selon l'une quelconque des revendications 1 à 10 est utilisé en vue
d'usiner les pièces (10) et
- l'outil supérieur (11) et/ou l'outil inférieur (9) est/sont activé(s) de manière
à effectuer un mouvement de course de telle sorte que la pièce (10) est maintenue
fixée entre l'outil supérieur (11) et l'outil inférieur (9) et
- en vue de l'usinage de la pièce (10),
- l'outil supérieur (11) et l'outil inférieur (9) effectuent, ensemble ou de manière
individuelle, un mouvement de rotation l'un par rapport à l'autre autour de leur axe
de position respectif (35, 48) ou
- l'outil supérieur (11) et l'outil inférieur (9) effectuent, ensemble ou de manière
individuelle, un mouvement de déplacement l'un par rapport à l'autre le long de leur
axe de positionnement respectif (16, 25) ou
- l'outil supérieur (11) et l'outil inférieur (9) effectuent, ensemble ou de manière
individuelle, un mouvement de rotation l'un par rapport à l'autre autour de leur axe
de levage respectif (14, 30) et effectuent, ensemble ou de manière individuelle, un
mouvement de déplacement l'un par rapport à l'autre le long de leur axe de positionnement
respectif (16, 25).
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que, après le mouvement de course de l'outil supérieur (11) et/ou de l'outil inférieur
(9) permettant de maintenir la pièce à usiner (10) fixée entre eux, est activé, en
vue d'usiner ladite pièce (10), un premier mouvement de déplacement de l'outil inférieur
(9) par rapport à l'outil supérieur (11) le long de l'axe de positionnement inférieur
(25) de telle sorte que le corps de contre-outil (93) est déplacé par rapport à l'outil
d'usinage (37) le long de l'axe de positionnement inférieur (25) et en ce qu'ensuite est activé un mouvement de déplacement de l'outil supérieur (11) le long de
l'axe de positionnement supérieur (16) pendant que l'outil inférieur (9) est maintenu
à l'arrêt.
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, caractérisé en ce que le mouvement de déplacement de l'outil supérieur (11) et de l'outil inférieur (9)
le long du plan d'usinage est activé grâce à une course motrice maximale lors de laquelle
la pièce à usiner (10) est maintenue fixée par l'arête d'usinage (38, 39) de l'outil
d'usinage (37) et par la contre-surface (521) de l'installation d'usinage (508) du
corps de contre-outil (93).
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 14, caractérisé en ce qu'un espace qui sépare la surface de maintien (501) de l'outil supérieur (11) de la
surface d'appui (47) de l'outil inférieur (9) est maintenu constant pendant l'usinage
de la pièce (10).