Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Behälter zum Transport und zur Lagerung
flüssiger, viskoser oder rieselfähiger Stoffe, insbesondere der Intermediate Bulk
Container Bauart, mit einem Boden, einer Seitenwandung und zumindest einer Auslassausnehmung
im Boden und/oder der Seitenwandung, in welcher ein Auslassventil angeordnet oder
anordenbar ist und welche mittels einer Abdeckung behälterseitig verschließbar ist.
Stand der Technik
[0002] Sogenannte Großpackmittel bzw. Intermediate Bulk Container (IBC) werden zum Transport
und zur Lagerung flüssiger und rieselfähiger Stoffe verwendet. Sie werden bspw. bei
der Produktion von Chemikalien, Lebensmitteln, Kosmetik und Pharmazeutika eingesetzt.
Solche Behälter weisen in der Regel ein Auslassventil in Bodennähe auf, welches in
einer Auslassausnehmung bzw. einem VentilMontageschacht in der Außenwand des Behälters
montiert ist und mittels welchem der fließ- oder rieselfähige Inhalt des Behälters
entnommen werden kann.
[0003] Es ist im Stand der Technik allgemein bekannt, bei solchen IBC eine Abdeckung in
Form einer Klappe an der Außenseite der Auslassausnehmung (des Ventil-Montageschachts)
vorzusehen. Mit einer solchen Abdeckung kann bis zu einem gewissen Grad eine Schutzwirkung
bspw. gegen Staub bewerkstelligt werden. Die bekannten klappenartigen Abdeckungen
können die Auslassausnehmung jedoch teilweise nicht vollständig abdecken, da sie nur
lose vor dieser baumeln, was zu einer schlechten Staubdichtigkeit führt. Zudem muss
der Anwender zum Erreichen der Auslassausnehmung bzw. des Auslassventils in derartigen
bekannten Behältern die Abdeckung oftmals manuell in einer geöffneten Stellung halten,
sodass nur eine Hand zum Bedienen, zur Montage des Ventils oder zum Anschließen eines
Schlauchs an dieses verbleibt.
[0004] Ein weiteres Problem, das im Zusammenhang mit den vorstehend beschriebenen Abdeckungen
häufig auftritt, ist deren Beschädigung bei der Handhabung der Behälter mit Flurfördermitteln.
[0005] Einige Behälter aus dem Stand der Technik weisen Vorrichtungen auf, mittels welchen
die Abdeckung im geöffneten Zustand am Behälter verrastet werden kann. Solche Lösungen
sind jedoch unpraktisch, wenn die Abdeckung beschädigt wird, da dann oftmals sowohl
die Arretierungsvorrichtung am Behälter als auch die Abdeckung ausgetauscht werden
muss.
[0006] Es existieren weitere Lösungen im Stand der Technik, bei denen die Abdeckung zum
Erreichen des Auslassventils vollständig vom Behälter entfernt wird. Bei derartigen
Behältern muss der Anwender nach der Installation des Ventils oder dem Durchführen
eines Entleerungsvorgangs die Abdeckung auch manuell wieder auf die Auslassausnehmung
aufsetzen, was die Anzahl benötigter Arbeitsschritte erhöht. Zudem muss die Abdeckung
bei solchen Behältern im demontierten Zustand verstaut werden, damit sie nicht verloren
geht.
[0007] Es besteht also ein Bedarf nach einem Behälter zum Transport und zur Lagerung flüssiger,
viskoser oder rieselfähiger Stoffe, insbesondere der Intermediate Bulk Container Bauart,
der eine Abdeckung für eine Auslassausnehmung des Behälters mit verbesserter Handhabbarkeit
bereitstellt, die vorteilhafter Weise zudem bei einem Defekt leicht austauschbar ist.
[0008] Die vorstehend beschriebenen Aufgaben werden durch einen Behälter gemäß dem unabhängigen
Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0009] Grundsätzlich hat ein erfindungsgemäßer Behälter zum Transport und zur Lagerung flüssiger,
viskoser oder rieselfähiger Stoffe einen Boden, eine Seitenwandung und zumindest eine
Auslassausnehmung im Boden und/oder der Seitenwandung, in welcher ein Auslassventil
angeordnet oder anordenbar ist. Die Auslassausnehmung ist mittels einer Abdeckung
behälteraußenseitig verschließbar. Die Auslassausnehmung hat einen Basisabschnitt
und einen Verschlussabschnitt. Der Basisabschnitt ist dazu ausgebildet, am Behälter
befestigt oder befestigbar zu sein. Der Verschlussabschnitt ist dazu ausgebildet,
die Auslassausnehmung verschließen zu können.
[0010] Der Verschlussabschnitt ist über eine Scharnieranordnung um eine Drehachse schwenkbar
am Basisabschnitt angelenkt, sodass der Verschlussabschnitt von einer ersten, die
Auslassausnehmung verschließenden Stellung, in eine zweite, die Auslassausnehmung
freigebende Stellung überführbar ist. Die Scharnieranordnung ist dazu ausgebildet
ist, den Verschlussabschnitt in der zweiten, die Auslassausnehmung freigebenden Stellung
selbsttragend zu halten oder zu arretieren. In anderen Worten ist eine schwenkbare
Abdeckung/Klappe für eine Auslassausnehmung eines Behälters so ausgebildet, dass ihre
Scharnieranordnung den Verschlussabschnitt bzw. die Klappe der Abdeckung in der geöffneten
Stellung arretiert/sichert. Wenn die Abdeckung nach oben (entgegen der Schwerkraft)
geöffnet wird, ist die Haltekraft der Arretierung zudem zumindest so stark ausgelegt,
dass sie den Verschlussabschnitt entgegen der Schwerkraft selbsttragend halten kann.
[0011] Der erfindungsgemäße Behälter hat den Vorteil, dass die Abdeckung zuverlässig in
einer geöffneten Position gehalten werden kann, wenn die Auslassausnehmung oder das
Auslassventil erreicht werden müssen. Dadurch hat der Anwender beide Hände für Montage-
oder Bedientätigkeiten am Ventil frei und es wird zudem ein versehentliches Verschließen
der Abdeckung während eines Montagevorgangs vermieden. Die Arretierung in der geöffneten
Stellung wird gemäß der Erfindung durch die Scharnieranordnung der Abdeckung per se
bewerkstelligt. Dies hat den Vorteil, dass der gesamte Arretierungsmechanismus Teil
der Abdeckung ist und bei einem Defekt in einfacher Weise gemeinsam mit der Abdeckung
ausgetauscht werden kann.
[0012] Bevorzugt kann es sich bei dem Behälter um einen Großladungsträger der Intermediate
Bulk Container Bauart handeln, der einen internen Tank mit einem Auslassventil aufweist,
welcher in einer äußeren Tragstruktur aus Boden und Seitenwandung beherbergt wird.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann die Scharnieranordnung ein Vorspann-
oder Federelement aufweisen, das dazu ausgebildet ist, den Verschlussköper in der
zweiten, geöffneten Stellung zu halten. Eine solche Ausgestaltung der Erfindung hat
den Vorteil, dass unter der Vorspannungsbeaufschlagung die Abdeckung automatisch in
eine definierte, geöffnete Position überführt werden kann, d.h. selbst wenn ein Anwender
die Abdeckung manuell nicht vollständig öffnet, schnappt die Abdeckung von selbst
in eine vollständig geöffnete Stellung.
[0014] Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung kann die Scharnieranordnung als bistabiles
Scharnier ausgebildet sein, das je nach seiner relativen Lage bezüglich eines Druckpunktes
entweder in die erste, die Auslassausnehmung verschließende Stellung, oder in die
zweite, die Auslassausnehmung freigebende, Stellung vorgespannt ist. In anderen Worten
kann das Scharnier der Abdeckung als sogenanntes Schnappscharnier ausgestaltet sein,
dass es entweder in eine definierte verschlossene oder eine definierte geöffnete Stellung
geschnappt ist, je nach relativer Lage des Verschlussabschnittes relativ zu einem
Druckpunkt. Eine solche Ausführungsform hat den Vorteil, dass sich die Abdeckung immer
entweder in einer komplett geschlossenen oder in einer definiert geöffneten Stellung
befindet, wodurch Bedienfehler, wie bspw. ein unvollständiges Verschließen der Abdeckung
vermieden werden.
[0015] Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung kann die Abdeckung stoffeinstückig als
Kunststoffbauteil, insbesondere aus einem thermoplastischen Werkstoff, gefertigt sein.
Dies ermöglicht es, die Abdeckung als einfach zu fertigendes und günstig herzustellendes
Austauschteil auszulegen. Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform kann das
bistabile Scharnier als eine Filmscharnieranordnung ausgebildet sein. Die Umsetzung
des Scharniers als Filmscharnier unterstützt die Auslegung der Abdeckung als einfaches,
einstückig zu fertigendes Austauschteil. Bevorzugt kann die Abdeckung in einem Stück
als Spritzgussteil gefertigt sein.
[0016] Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung kann das bistabile Scharnier als ein
gekrümmtes Filmscharnier ausgeführt sein. Durch einbringen einer Krümmung bzw. Wölbung
in das Filmscharnier kann auf einfache Weise Spannung in das Scharnier gebracht und
eine Schnappwirkung erzeugt werden. Das Filmscharnier bildet in einem solchen Fall
per se das Vorspann- oder Federelement aus, das den Verschlusskörper in der zweiten,
geöffneten Stellung vorspannt/hält.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann das bistabile Scharnier als Vorspann-
oder Federelement ein federndes, eine Schnappwirkung erzeugendes Biegeelement oder
Zugelement aufweisen.
[0018] Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung kann die Scharnieranordnung komplementäre
Rast- oder Reibelemente an den angrenzenden Enden des Basisabschnitts und des Verschlussabschnitts
aufweisen, die dazu ausgebildet sind, den Verschlussabschnitt selbsttragend in der
zweiten Stellung zu halten. Als Alternative zu einer Ausführungsform mit Vorspannelementen
kann die Scharnieranordnung demnach auch durch eine in verschiedenen Schwenkpositionen
einrastende Verzahnung oder einen Reibschluss selbstragend ausgelegt sein.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Verschlussabschnitt in der zweiten,
die Auslassausnehmung freigebenden, Stellung um einen Winkel von 135° bis 190°, bevorzugt
zwischen 150° und 170°, gegenüber der ersten Stellung um die Schwenkachse (A) rotiert
sein. Bevorzugt kann der Verschlussabschnitt in der ersten, die Auslassausnehmung
verschließenden Stellung im Wesentlichen vertikal ausgerichtet sein. In handelsüblichen
Behältern ist der Verschlussabschnitt in der ersten, die Auslassausnehmung verschließenden
Stellung zumeist vertikal bzw. parallel zur Behälterseitenfläche ausgerichtet. Es
ist von Vorteil, wenn die Abdeckung um etwas weniger als 180° aus dieser die Auslassausnehmung
verschließenden Stellung in die definierte geöffnete Stellung rotiert wird, sodass
zum einen die Auslassausnehmung zuverlässig freigegeben wird, zum anderen aber ein
Hintergreifen der geöffneten Abdeckung noch einfach möglich ist (diese nicht an der
Seitenwand anliegt).
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Basisabschnitt werkzeuglos lösbar
und befestigbar am Behälter angebracht sein. Dies ermöglicht einen schnellen Austausch
einer beschädigten Abdeckung. Da die komplette Vorrichtung zum Arretieren der Abdeckung
in der geöffneten Stellung Teil der Abdeckung selbst ist, kann auch diese auf einfache
Weise durch Austausch der Abdeckung erneuert werden.
[0021] Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung kann der Basisabschnitt eine, insbesondere
an einer von der Scharnieranordnung abgewandten Seite des Basisabschnitts angeordnete,
Rastausnehmung aufweisen, der dazu ausgebildet und vorgesehen ist, mit einem korrespondierenden
Rastvorsprung am Behälter nahe der Auslassausnehmung in Eingriff gebracht zu werden.
Eine umgekehrte Anordnung von Rastvorsprung und Rastausnehmung ist ebensogut möglich.
In anderen Worten kann eine Schnappverbindung zum einfachen, werkzeuglosen Festclipsen
der Abdeckung am Behälter vorgesehen sein.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Basisabschnitt eine Führungsrippe
aufweisen und der Behälter kann im Bereich der Auslassausnehmung einen korrespondierenden
Führungsschlitz aufweisen. Auf diese Weise kann die Montage der Abdeckung am Behälter
weiter vereinfacht werden.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können sowohl der Basisabschnitt als auch
der Verschlussabschnitt eine im Wesentlichen plattenförmige Struktur aufweisen und
an angrenzenden Seitenkante durch die Scharnieranordnung miteinander verbunden sein.
Eine solche Formgebung ermöglicht eine einfache Werkzeuggestaltung für die Fertigung
der Abdeckung.
[0024] Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung kann der Verschlusskörper in der ersten,
die Auslassausnehmung verschließenden Stellung sich bündig in die Außenfläche des
Bodens und/oder der Seitenwandung einfügen. Eine solche Auslegung des Behälters und
der Abdeckung vermeidet eine Beschädigung der letzteren, da keine Kante der Abdeckung
im verschlossenen Zustand aus der Behälterseitenfläche herausragt, an der man hängenbleiben
könnte. Zu diesem Zweck kann bevorzugt ein Bereich der Außenfläche des Behälters angrenzend
zur Auslassausnehmung eingerückt sein, sodass die, insbesondere plattenförmige, Abdeckung
in die Einrückung eingesetzt/eingefügt werden kann.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0025] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand beispielhafter Ausführungsbeispiele
erläutert, die zur besseren Veranschaulichung in den Figuren dargestellt sind.
Fig. 1 ist eine Darstellung eines Intermediate Bulk Containers gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform;
Fig. 2 ist eine Darstellung zur Veranschaulichung einer Auslassausnehmung eines Behälters
gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sowie zur Veranschaulichung eines Einsetzvorgangs
für ein Auslassventil;
Fig. 3 ist eine Darstellung einer Abdeckung für eine Auslassausnehmung gemäß einem
ersten bevorzugten Ausführungsbeispiel in einem verschlossenen Zustand;
Fig. 4 ist eine Darstellung der Abdeckung für eine Auslassausnehmung in einem geöffneten
Zustand;
Fign. 5A bis 5C zeigen einen Öffnungsvorgang der Abdeckung für eine Auslassausnehmung
gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
Fig. 6 zeigt die Abdeckung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel in einer freigeschnittenen
Darstellung;
Fig. 7 zeigt eine Abdeckung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel in einer freigeschnittenen
Darstellung;
Fig. 8 zeigt einen Rastmechanismus für eine selbsttragende Abdeckung gemäß einem dritten
Ausführungsbeispiel; und
Fign. 9A und 9B zeigen eine Detailansicht des Rastmechanismus zum Befestigen der Abdeckung
am Behälter.
[0026] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Behälters 1 gemäß einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Bei dem dargestellten Behälter 1 handelt
es sich um einen sogenannten Intermediate Bulk Container. Behälter dieser Bauart weisen
einen Boden 2, der zumeist eine palettenartige Unterbodenstruktur aufweist, sowie
eine sich Boden aus aufwärts erstreckende Seitenwandung 4 auf. Der dargestellte Behälter
1 hat zudem einen Deckel, der hier nicht näher bezeichnet ist. Die vorstehend beschriebenen
Elemente bilden eine Außenstruktur des Behälters 1, die einen innenliegenden Tank
oder Beutel (nicht dargestellt) vor äußeren Einwirkungen abschirmen und zudem eine
Stapelbarkeit baugleicher Behälter 1 bereitstellen. Solche Intermediate Bulk Container
ermöglichen einen sicheren Transport flüssiger, viskoser oder rieselfähiger Güter.
Um besagte Güter aus dem Behälter 1 entnehmen zu können, ist der innenliegende Tank
oder Beutel an seiner Unterseite bzw. in einem unteren Bereich mit einem Auslassventil
8 ausgestattet, das in der Fig. 1 nicht näher dargestellt ist. Um dieses Auslassventil
8 von außerhalb des Behälters 1 her zugänglich zu machen, weist der Behälter 1 in
seiner Außenstruktur, d. h. in seinem Boden 2 und oder seiner Seitenwandung 4, eine
Auslassausnehmung 6 auf, die einen Durchbruch durch besagte Außenstruktur bzw. einen
Montageschacht für das Ventil 8 darstellt. Zum Schutz vor Staub und anderen äußeren
Einwirkungen ist besagte Auslassausnehmung 6 behälteraußenseitig durch eine Abdeckung
10 geschützt.
[0027] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Detailansicht der Auslassausnehmung 6, die im dargestellten
bevorzugten Ausführungsbeispiel im Behälterboden 2 bzw. in einem von diesem ausgebildeten
Bodenrand 3 angeordnet ist. In Fig. 2 ist zudem eine beispielhafte Ventilanordnung
8 dargestellt, die von der Behälterinnenseite her in die Auslassausnehmung 6 einsetzbar
ist.
[0028] Wie in der Fig. 3 dargestellt ist, kann die Auslassausnehmung 6 behälteraußenseitig
mit einer Abdeckung 10 verschlossen werden. Die hier dargestellte Abdeckung 10 ist
klappenartig ausgebildet. In ihrem Grundaufbau hat die Abdeckung 10 einen im gezeigten
Beispiel in Richtung hin zur Behälteroberseite angeordneten Basisabschnitt 12, mit
welchem die Abdeckung am Behälter 1 bzw. am Boden 2 fixiert ist, sowie einen Verschlussabschnitt
16, welcher die die Auslassausnehmung 6 verschließende Struktur darstellt. Der Verschlussabschnitt
16 ist über eine Scharnieranordnung 14 mit dem Basisabschnitt 12 schwenkbar verbunden.
[0029] Wie ebenfalls in der Fig. 3 gut zu erkennen ist, fügt sich die Abdeckung 10 im Wesentlichen
plan in die Außenfläche des Bodenrandes 3 ein. Hierzu ist ein unmittelbar zur Auslassausnehmung
6 benachbarter Bereich der Außenfläche des Bodenrandes 3 gegenüber der restlichen
seitlichen Außenfläche eingerückt, sodass die Abdeckung 10 in diese Einrückung eingesetzt
werden kann. Um trotzdem eine gute Zugänglichkeit zur Abdeckung 10 zu gewährleisten
und diese öffnen zu können ist an der Unterkante des Bodens 2 benachbarte zur Einrückung,
in welche die Abdeckung 10 eingesetzt ist, eine Griffausnehmung 5 vorgesehen.
[0030] Fig. 4 zeigt die Abdeckung 10 der Fig. 3 in einem geöffneten Zustand. Zum Öffnen
wird der Verschlussabschnitt 16 um eine durch die Scharnieranordnung 14 definierte
Schwenkachse A geschwenkt. Die dargestellte Abdeckung 10 bzw. deren Scharnieranordnung
14 ist erfindungsgemäß selbsttragend ausgeführt, d.h. sie arretiert sich selbstständig
in einer definierten geöffneten Position, wie im Folgenden genauer erläutert wird.
Wie in Fig. 4 gut zu erkennen ist, ist die definierte geöffnete Position, in welche
der Verschlussabschnitt 16 arretiert wird, so gewählt, dass die Öffnung komplett freigegeben
wird, die Klappe jedoch nicht komplett um 180° geschwenkt wird, sondern ein Öffnungswinkel
zwischen 10° und 30° relativ zur Seitenfläche des Behälters 1 verbleibt. Dies hat
den Vorteil, dass der Verschlussabschnitt 16 zum Verschließen leichter hintergriffen
werden kann, da er nicht an der Seitenfläche des Behälters 1 anliegt.
[0031] Die Figuren 5A bis 5C zeigen eine Seitenansicht der Abdeckung 10 mit selbsttragendem
Verschlusskörper 16 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Im ersten Ausführungsbeispiel
ist die Scharnieranordnung 14 als ein sogenanntes bistabiles Scharnier oder Schnappscharnier
ausgebildet. Die Scharnieranordnung 14 weist ein Filmscharnier 15 auf, welches die
grundsätzliche Schwenkachse A des Verschlussabschnitts 16 definiert. Zusätzlich weist
die Scharnieranordnung 14 in diesem Beispiel zwei Vorspann- bzw. Federelemente 18,
die hier als Zugfederelemente wirken, auf, um eine Schnappwirkung des Scharniers 14
zu bewerkstelligen.
[0032] Wie in der Fig. 5A zu erkennen ist, befindet sich das Federelement 18 im verschlossenen
Zustand der Abdeckung 10, in welchem der Basisabschnitt 12 und der Verschlussabschnitt
16 im Wesentlichen fluchtend angeordnet sind, in einem entspannten Zustand. Die in
Figur 5A dargestellte Position des Verschlussabschnitts 16 bildet eine erste Ruheposition
der bistabilen Scharnieranordnung 14. Im entspannten Zustand des Federelements 18
haben zwei Endpunkte 19 desselben einen Abstand r voneinander. Ein erster Endpunkt
19 des Federelements 18 ist über einen Filmscharnier schwenkbar dem Basisabschnitt
12 und ein zweiter Endpunkt 19 des Federelements 18 ist ebenfalls über ein Filmscharnier
schwenkbar mit dem Verschlussabschnitt 16 verbunden. Da das Federelement 18 sowohl
mit dem Basisabschnitt 12 als auch mit dem Verschlussabschnitt 16 schwenkbar verbunden
ist, kann dieses die Schwenkbewegung des Verschlussabschnitts 16 nachverfolgen. Da
aber die Endpunkte 19 (Filmscharniere) des Federelements gegenüber dem Filmscharnier
15 zwischen Basisabschnitt 12 und Verschlussabschnitt 16 einen Versatz aufweisen,
führen die Federelemente 18 keine konzentrische Drehung mit dem Verschlussabschnitt
16 durch. Dies hat zur Folge, dass, wenn der Verschlussabschnitt 16 aus der in Fig.
5A dargestellten Position heraus geschwenkt wird, sich das Federelements 18 längen
muss.
[0033] In Fig. 5B ist gut zu sehen, wie der Abstand der beiden Endpunkte 19 des Federelements
18 in einer verschwenkten Position den Abstand r aus dem entspannten Zustand des Federelements
18 deutlich überschreitet. In anderen Worten wird das Federelement 18 gestreckt, sobald
es die Scharnieranordnung 14 die Ruheposition verlässt. Bei kleinen Auslenkungen aus
dem in Fig. 5A dargestellten verschlossenen Zustand schnappt der Verschluss Abschnitt
deshalb unter der Vorspannung der Federelemente der 18 wieder in seine Ausgangsposition
zurück. Der in Fig. 5B dargestellte Zustand stellt einen Druckpunkt dar, in welchem
bei einem Schwenken des Verschlussabschnitt 16 um das Filmscharnier 15 das Federelement
18 maximal gestreckt ist. Bei einem weiteren Schwenken des Verschlussabschnitts 16
in Richtung gegen den Uhrzeigersinn (in der gewählten Darstellung) verkürzt sich der
Abstand der beiden Endpunkte 19 des Federelements 18 wieder. Die Vorspannkraft des
Federelements 18 wirkt also ab Überschreiten des Druckpunktes in Richtung hin zu einem
zweiten entspannten Zustand des Federelements 18 bzw. einer zweiten Ruheposition der
Scharnieranordnung 14.
[0034] Fig. 5C zeigt diese zweite Ruheposition der bistabilen Scharnieranordnung 14, die
einen definierten geöffneten Zustand der Abdeckung 10 darstellt. Wie ebenfalls in
der Fig. 5C gut zu erkennen ist, entspricht der Abstand der beiden Endpunkte 19 des
Federelements 18 in dieser zweiten Ruheposition wieder dem Abstand r, wie schon in
der ersten Ruheposition. Zusammengefasst bewirkt die Scharnieranordnung 14 gemäß dem
ersten Ausführungsbeispiel, dass der Verschlussabschnitt 16 ab einer vorbestimmten
Auslenkung bzw. ab dem Überschreiten eines vorbestimmten Druckpunktes selbstständig
nach oben schnappt und durch die Federkraft des Vorspannelements 18 selbsttragend
in dieser geöffneten Position gehalten bzw. arretiert wird. Zudem wird das bistabile
Scharnier in verschlossene Position vorgespannt und kann somit eine bessere Dichtigkeit
beim Verschließen bereitstellen.
[0035] Fig. 6 zeigt die Abdeckung 10 mit bistabiler Scharnieranordnung 14 gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel in einer freigeschnittenen Darstellung. Figur 7 zeigt eine zweite,
alternative Ausführungsform für eine Abdeckung 10 mit bistabilem Scharnier 15. In
der Ausführungsform der Figur 7 wird die Bistabilität bzw. Schnappwirkung des Filmscharniers
15 dadurch erzeugt, dass eine Biegung in das Filmscharnier eingebracht ist. Da der
Verlauf des Filmscharniers 15 durch das Einbringen der Biegung nicht mehr mit der
von diesem definierten Schwenkachse A übereinstimmt, fungiert das Filmscharnier 15
in dieser Ausführungsform per se als federndes Biegeelement, das eine Schnappwirkung
erzeugt.
[0036] Figur 8 zeigt eine weitere alternative Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
in der die selbsttragende Abdeckung nicht mittels einem bistabilen Scharnier sondern
mittels komplementärer Rastelemente 28, 30 zwischen Basisabschnitt 12 und Verschlussabschnitt
16 realisiert ist. Wie in Figur 8 zu sehen ist, weist der Basisabschnitt 12 im dargestellten
Beispiel koaxial zur Schwenkachse A eine Art in Umfangsrichtung der Scharnieranordnung
14 verlaufende Verzahnung auf, in die an federnden Armen 29 getragene Arretierungsvorsprünge
30 einrasten. Die Geometrie der Verzahnung 28 und der Vorsprünge 30 ist zusammen mit
der Federkraft der Arme 29 so eingestellt, dass ein manuelles Verschwenken der Scharnieranordnung
leicht möglich ist, die durch die komplementären Rastelemente 28, 30 erzeugte Haltekraft
jedoch ausreicht, um den Verschlussabschnitt 16 selbsttragend zu halten.
[0037] Die Abdeckung 10 gemäß der bevorzugten Ausführungsform ist mit einem werkzeuglos
lös- und befestigbaren Rastmechanismus ausgestattet. Insbesondere kann die dargestellte
bevorzugte Ausführungsform der Abdeckung 10 über einen Schnappmechanismus unkompliziert
am Behälter 1 befestigt werden. Dies ist von Vorteil, da die Abdeckung ein Verschleißteil
des Behälters 1 ist. Entsprechende Abdeckungen 10 werden oftmals bei der Handhabung
von Behältern 1 mittels Flurfördermitteln wie zum Beispiel Gabelstaplern beschädigt.
[0038] In der dargestellten Ausführungsform ist, wie am besten in den Figuren 9A und 9B
zu sehen ist, oberhalb der Auslassausnehmung 6 an der Außenfläche der Einrückung eine
Rastnase bzw. ein Rastvorsprung 20 angeordnet. Dieser ist dazu angepasst und vorgesehen
mit einer entsprechenden Rastausnehmung 22 am Basisabschnitt 12 der Abdeckung 10 in
Eingriff gebracht zu werden. Die Rastausnehmung 22 befindet sich in einem oberen zum
Behälterinneren hin gewandten Bereich des Basisabschnitts 12. Zwischen der Oberkante
des Basisabschnitts 12 und einer Oberkante der Rastausnehmung 22 ist eine Führungsschräge
23 ausgebildet, die ein Abgleiten über die ebenfalls angefaste Rastnase 20 ermöglicht,
um so eine Schnappwirkung zu erzeugen. Eine Führungsrippe 24, die in eine komplementäre
Nut bzw. einen Führungsschlitz 26 am oberen Rand der Einrückung oberhalb der Auslassausnehmung
6 im Behälter 1 eintaucht, sorgt für eine geführte Montagebewegung und ein sicheres
Einschnappen der Abdeckung 10 bei der Montage am Behälter 1.
Bezugszeichen
[0039]
- 1
- Behälter;
- 2
- Boden;
- 3
- Bodenrand;
- 4
- Seitenwandung;
- 5
- Griffausnehmung;
- 6
- Auslassausnehmung / Ventilmontageschacht;
- 8
- Auslassventil;
- 10
- Abdeckung;
- 12
- Basisabschnitt;
- 14
- Scharnieranordnung;
- 15
- Filmscharnier
- 16
- Verschlussabschnitt;
- 18
- Vorspannelement / Federelement;
- 20
- Rastvorsprung / Rastnase;
- 21
- Rücksprung;
- 22
- Rastausnehmung;
- 23
- Führungsschräge;
- 24
- Führungsrippe;
- 26
- Führungsschlitz;
- 28
- Verzahnung;
- 29
- Federarm;
- 30
- Arretierungsvorsprung und
- A
- Drehachse.
1. Behälter (1) zum Transport und zur Lagerung flüssiger, viskoser oder rieselfähiger
Stoffe, insbesondere der Intermediate Bulk Container Bauart, mit einem Boden (2),
einer Seitenwandung (4) und zumindest einer Auslassausnehmung (6) im Boden (2) und/oder
der Seitenwandung (4), in welcher ein Auslassventil (8) angeordnet oder anordenbar
ist und welche mittels einer Abdeckung (10) behälteraußenseitig verschließbar ist,
wobei
die Abdeckung (10) einen Basisabschnitt (12), mittels welchem die Abdeckung (10) an
dem Behälter (1) befestigt oder befestigbar ist, und einen Verschlussabschnitt (16),
der über eine Scharnieranordnung (14) um eine Drechachse (A) schwenkbar am Basisabschnitt
(12) angelenkt ist, aufweist, sodass
besagter Verschlussabschnitt (16) von einer ersten, die Auslassausnehmung (6) verschließenden
Stellung, in eine zweite, die Auslassausnehmung (6) freigebende Stellung überführbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Scharnieranordnung (14) dazu ausgebildet ist, den Verschlussabschnitt (16) in
der zweiten, die Auslassausnehmung (6) freigebenden Stellung selbsttragend zu halten
oder zu arretieren.
2. Behälter (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scharnieranordnung (14) ein Vorspann- oder Federelement (18) aufweist, das dazu
ausgebildet ist, den Verschlussköper (16) in der zweiten, geöffneten Stellung zu halten.
3. Behälter (1) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Scharnieranordnung (14) als bistabiles Scharnier ausgebildet ist, das je nach
seiner relativen Lage bezüglich eines Druckpunktes entweder in die erste, die Auslassausnehmung
(6) verschließende Stellung, oder in die zweite, die Auslassausnehmung (6) freigebende,
Stellung vorgespannt ist.
4. Behälter (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das bistabile Scharnier (14) eine Filmscharnieranordnung ist.
5. Behälter (1) gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das bistabile Scharnier (14) als ein gekrümmtes Filmscharnier ausgeführt ist.
6. Behälter (1) gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das bistabile Scharnier (14) als Vorspann- oder Federelement (18) ein federndes,
eine Schnappwirkung erzeugendes Biegeelement oder Zugelement aufweist.
7. Behälter (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scharnieranordnung (14) komplementäre Rastelemente (28, 30) an den angrenzenden
Enden des Basisabschnitts (12) und des Verschlussabschnitts (16) aufweist, die dazu
ausgebildet sind, den Verschlussabschnitt (16) selbsttragend in der zweiten Stellung
zu halten.
8. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussabschnitt (16) in der zweiten, die Auslassausnehmung (6) freigebenden,
Stellung um einen Winkel von 135° bis 190°, bevorzugt zwischen 150° und 170°, gegenüber
der ersten Stellung um die Schwenkachse (A) rotiert ist.
9. Behälter (1) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussabschnitt in der ersten, die Auslassausnehmung (6) verschließenden
Stellung im Wesentlichen vertikal ausgerichtet ist.
10. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (12) werkzeuglos lösbar und befestigbar am Behälter (1) angebracht
ist.
11. Behälter gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (12) mittels einer Schnappverbindung (20, 22) im Bereich der Auslassausnehmung
(6) am Behälter (1) befestigbar ist.
12. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (12) eine Führungsrippe (24) aufweist und der Behälter (1) im
Bereich der Auslassausnehmung (6) einen korrespondierenden Führungsschlitz (26) aufweist.
13. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (10) stoffeinstückig als Kunststoffbauteil gefertigt ist.
14. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl der Basisabschnitt (12) als auch der Verschlussabschnitt (16) eine im Wesentlichen
plattenförmige Struktur aufweisen und an angrenzenden Seitenkante durch die Scharnieranordnung
(14) miteinander verbunden sind.
15. Behälter (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlusskörper in der ersten, die Auslassausnehmung (6) verschließenden Stellung
sich bündig in die Außenfläche des Bodens (2) und/oder (4) der Seitenwandung (4) einfügt.