[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur kostengünstigen Erzeugung elektrischer
Energie und zur Verdampfung eines tiefkalt verflüssigten Gases, beispielsweise Erdgas
(LNG = liquefied natural gas) sowie ein entsprechendes Verfahren.
[0002] Üblicherweise wird Erdgas nach seiner Förderung über Leitungen zu entsprechenden
Terminals in einem Hafen transportiert. Dort wird es gelagert, aufbereitet und schließlich
für den Transport mit entsprechenden Spezialschiffen über längere Strecken durch starkes
Verdichten und Abkühlen (bis auf -162°C) verflüssigt. Nach dem Transport wird das
verflüssigte Erdgas vor der Einleitung in ein Gasnetz regasifiziert. Dabei wird typischer
Weise das flüssige Erdgas mit Umgebungswärme (Luft / Meerwasser) oder chemischer Wärme
verdampft. Die
US 2009/0211263 A1 offenbart beispielsweise eine Vorrichtung und ein Verfahren bei dem ein flüssiger
Erdgasstrom verdampft wird.
[0003] Alternativ wurden Konzepte entwickelt, die über kaskadierende ORC-Kreisläufe eine
energetische Nutzung der Tieftemperaturkälte zum Ziel hatten.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung bereitzustellen, mit der elektrische
Energie kostengünstig bereitgestellt werden kann und mit der gleichzeitig ein tiefkalt
verflüssigtes Gas rückverdampft werden kann. Ferner ist es eine Aufgabe der Erfindung
ein energetisch und vergleichsweise kostengünstiges Verfahren anzugeben, mit dem ein
tiefkalt verflüssigtes Gas wiederverdampft werden kann und gleichzeitig elektrische
Energie erzeugt wird.
[0005] Die Erfindung löst die auf eine Vorrichtung gerichtete Aufgabe, indem sie vorsieht,
dass bei einer derartigen Vorrichtung zur Erzeugung elektrischer Energie und zur Verdampfung
eines tiefkalt verflüssigten Gases, umfassend eine Leitung für das tiefkalt verflüssigte
oder wiederverdampfte Gas, eine in der Leitung angeordnete Pumpe, eine Wärmekraftmaschine,
ein der Wärmekraftmaschine nachgeschaltetes Abhitzenutzungssystem, eine von der Leitung
abzweigende und in die Wärmekraftmaschine mündende Zweigleitung, sowie einen Fluidkreislauf,
wobei in dem Fluidkreislauf in Strömungsrichtung des Fluids folgende Komponenten hintereinander
angeordnet sind:
- ein erster Wärmeübertrager, der ferner in Strömungsrichtung des tiefkalt verflüssigten
Gases hinter die Pumpe in die Leitung geschaltet ist,
- ein Verdichter,
- das Abhitzenutzungssystem und
- eine Entspannungsmaschine mit angekoppeltem Generator, der Verdichter einen Strang
mit zumindest der Entspannungsmaschine oder der Wärmekraftmaschine bildet.
[0006] Tiefkalt verflüssigtes Gas bedeutet, dass das Gas durch Abkühlung verflüssigt wurde.
Die Temperaturen liegen bei den für die Erfindung relevanten Gasen in der Größenordnung
von -140°C und darunter. Durch Kopplung der Verdampfung des tiefkalt verflüssigten
Gases an weitere Prozesse und insbesondere durch eine optimierte Wärmeintegration
des Gesamtsystems wird es möglich, eine maximale Nutzung der Tieftemperaturkälte zur
Stromerzeugung mit höchsten Wirkungsgraden zu erreichen.
[0007] Der Fluidkreislauf soll als 1-Druckprozess betrieben werden, um den Wirkungsgrad
der Vorrichtung zu optimieren. Hierzu wird neben einer bestimmten Temperatur auch
ein entsprechender durch den Verdichter bereitgestellter Druck benötigt.
[0008] In der Entspannungsmaschine, beispielsweise einer Turbine, kann das im Abhitzenutzungssystem
erwärmte Fluid arbeitsleistend entspannt werden. Diese Entspannungsmaschine ist nach
der Erfindung gemeinsam mit dem Verdichter und einem elektrischen Generator in einem
Strang angeordnet, d.h. diese Komponenten sind direkt oder ggf. über ein Getriebe
mechanisch miteinander verbunden. Gemäß der Erfindung kann der Verdichter alternativ
oder zusätzlich an den Strang der Wärmekraftmaschine mechanisch angeschlossen werden.
Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn eine wirtschaftliche Baugröße mit einem
einzelnen Verdichter überschritten werden würde, oder wenn damit ein Typensprung und
somit ein Kostensprung des in der Wärmekraftmaschine enthaltenen Generators vermieden
werden kann (zum Beispiel durch Umstellung der internen Kühlung des Generators von
Luft auf Wasserstoff).
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein zweiter Wärmeübertrager
in der Zweigleitung und im Fluidkreislauf in Strömungsrichtung des Fluids nach der
Entspannungsmaschine und vor dem ersten Wärmeübertrager angeordnet, um den Brennstoff
für die Verbrennung in der Wärmekraftmaschine vorzuwärmen. Mit der Brennstoffvorwärmung
wird die fühlbare Wärme des Brennstoffs erhöht und die benötigte Brennstoffmenge verringert.
[0010] Alternativ kann die Vorwärmung des Brennstoffes für die Verbrennung in der Wärmekraftmaschine
durch eine im Abhitzenutzungssystem angeordnete Heizfläche erfolgen. Dies vermeidet
Druckverluste im Fluidkreislauf und erlaubt ggf. die Wahl einer höheren Vorwärmtemperatur
als dies durch die Fluidtemperatur möglich wäre. Damit würde die fühlbare Wärme des
Brennstoffs noch weiter erhöht und die benötigte Brennstoffmenge entsprechend verringert
werden.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein dritter Wärmeübertrager
im Fluidkreislauf zwischen Entspannungsmaschine und erstem Wärmeübertrager und zwischen
Verdichter und Abhitzenutzungssystem angeordnet. Der Zweck des zusätzlichen, dritten
Wärmeübertragers besteht in der Optimierung der Teillastfahrweise. Durch Einsatz des
dritten Wärmeübertragers in der Teillast gelingt es bei einer einfachen Festdruckfahrweise
auf der Expanderaustrittsseite (Niederdruckseite) die durch das verkürzte Expansionsverhältnis
entstehende Temperaturüberhöhung prozessintern zu verschieben. Damit verbunden ist
eine signifikante Wirkungsgradverbesserung sowie eine einfache Regelmöglichkeit der
Fluideintrittstemperatur in das Abhitzenutzungssystem.
[0012] Da der dritte Wärmeübertrager in der Regel nur in der Teillast genutzt werden sollte,
ist es vorteilhaft, wenn zwei Umgehungsleitungen um den dritten Wärmeübertrager angeordnet
sind, d.h. eine Umgehungsleitung je Seite des dritten Wärmeübertragers, um im Volllastpunkt
keine wirkungsgradschädlichen Druckverluste durch den dritten Wärmeübertrager zu erzeugen.
[0013] Eine weitere Möglichkeit zur Optimierung der Teillast wäre die Gleitdruckfahrweise
auf der Niederdruckseite ohne zusätzlichen, d.h. dritten, Wärmetauscher aber mit einer
deutlich komplexeren Druckhaltung/-regelungsanlage.
[0014] Die beanspruchte Vorrichtung ist für verschiedene tiefkalt verflüssigte Gase nutzbar.
Es ist vorteilhaft, wenn das tiefkalt verflüssigte Gas Erdgas ist, alleine schon im
Hinblick auf seine Verwendbarkeit in der Wärmekraftmaschine, aber auch im Hinblick
auf die Wahl des Fluides im Fluidkreislauf und den Wirkungsgrad der Gesamtanlage.
Eine Alternative zu Erdgas ist beispielsweise Wasserstoff.
[0015] Bei Verwendung von verflüssigtem Erdgas als tiefkalt verflüssigtes Gas ist es besonders
vorteilhaft, wenn der Fluidkreislauf ein Stickstoffkreislauf ist. Nicht zuletzt wegen
seiner Inert-Eigenschaften ist die Verwendung von Stickstoff vorteilhaft. Aber auch,
weil die Erstarrungstemperatur mit -210°C deutlich unterhalb der LNG-Temperatur von
-162°C liegt, so dass ein Ausfrieren des Fluides nicht möglich ist.
[0016] Die auf ein Verfahren gerichtete Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Erzeugung
elektrischer Energie und zur Verdampfung eines tiefkalt verflüssigten Gases, bei dem
ein tiefkalt verflüssigtes Gas verdichtet und in einem ersten Wärmeübertrager mit
einem Fluidstrom erwärmt und verdampft wird und zumindest zum Teil einer Wärmekraftmaschine
zugeführt wird, und bei dem der Fluidstrom im Kreis geführt wird, wobei das Fluid
im ersten Wärmeübertrager das tiefkalt verflüssigte Gas erwärmt und dadurch selbst
abgekühlt wird, anschließend in einem Verdichter verdichtet wird, in einem der Wärmekraftmaschine
nachgeschalteten Abhitzenutzungssystem mit Abgasen der Wärmekraftmaschine erwärmt
wird und in einer Entspannungsmaschine entspannt wird, die einen Generator antreibt,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichter zumindest von der Entspannungsmaschine
oder von der Wärmekraftmaschine angetrieben wird.
[0017] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das der Wärmekraftmaschine zugeführte, vormals tiefkalt
verflüssigte Gas durch das Fluid in einem zweiten Wärmeübertrager bzw. im Abhitzenutzungssystem
für eine Verbrennung vorgewärmt wird. Dabei ist es zweckmäßig, wenn das im Kreis geführte
Fluid von der Entspannungsmaschine kommend im zweiten Wärmeübertrager zuerst lediglich
den der Wärmekraftmaschine zugeführten Teil des vormals tiefkalt verflüssigten Gases
und dann im ersten Wärmeübertrager den Gesamtstrom des tiefkalt verflüssigten Gases
erwärmt.
[0018] Alternativ dazu kann das der Wärmekraftmaschine zugeführte, vormals tiefkalt verflüssigte
Gas durch das Abgas der Wärmekraftmaschine im Abhitzenutzungssystem für eine Verbrennung
vorgewärmt werden.
[0019] Vorteilhafter Weise wird im Teillastbetrieb Wärme innerhalb des Fluidkreislaufs verschoben.
[0020] Dabei ist es insbesondere vorteilhaft, wenn Wärme vom Fluid nach der Entspannungsmaschine
und vor dem ersten Wärmeübertrager auf das Fluid nach dem Verdichter und vor dem Abhitzenutzungssystem
mittels eines dritten Wärmeübertragers übertragen wird.
[0021] Im Vollastbetrieb hingegen ist es vorteilhaft, wenn das Fluid beidseitig um den dritten
Wärmeübertrager geleitet wird. Vorteilhafter Weise wird als tiefkalt verflüssigtes
Gas verflüssigtes Erdgas verwendet.
[0022] Es ist zweckmäßig, wenn als Fluid im Fluidkreislauf Stickstoff verwendet wird.
[0023] Weiterhin kann mit dem erfindungsgemäßen Konzept in bevorzugter Weise das LNG am
Terminal Point zum Gasnetz auf das gewünschte Druck- und Temperaturniveau eingestellt
werden.
[0024] Durch die optimale Kombination der Systeme und eine optimale Wahl der Prozessparameter
gelingt es beispielsweise, LNG-Verstromungswirkungsgrade von bis zu 64% zu erreichen.
Damit wird ein Niveau erreicht, dass mit konventioneller GUD-Technik in den nächsten
5 Jahren nicht darstellbar sein wird.
[0025] Weitere Vorteile sind:
- alle Prozessparameter sind mit bereits heute verfügbaren Komponenten darstellbar,
- das Kraftwerk benötigt für seinen Betrieb kein Wasser,
- eine einfache Prozessstruktur ermöglicht einfache Regelung (z.B. nur eine Druckstufe
im Stickstoffprozess statt mehrere),
- das Verfahren ist umweltfreundlich, da gegenüber bisherigen Wiedervergasungsansätzen
potentiell umweltschädliche Medien wie Glykol nicht vorhanden sind,
- Vorrichtung und Verfahren sind sehr kostengünstig und wenig fehleranfällig, da das
Konzept allgemein sehr einfach gehalten ist (z.B. nur ein Druck-Niveau im Abhitzenutzungssystem)
und mit wenigen Komponenten auskommt (z.B. werden keine zusätzlichen aktiven Komponenten
auf der LNG-Seite benötigt,
- die Konzeptperformance ist unabhängig vom LNG-Systemdruck und
- die Anordnung des Verdichters und der Entspannungsmaschine (einschließlich eines elektrischen
Generators) bzw. des Verdichters und der Wärmekraftmaschine (einschließlich eines
weiteren elektrischen Generators) in
[0026] einem Strang vermeidet einen separaten Verdichtermotor, verringert die Größe des
jeweiligen Generators und spart entsprechend Kosten.
[0027] Die Erfindung wird beispielhaft anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen schematisch
und nicht maßstäblich:
- Figur 1
- eine Vorrichtung zur Erzeugung elektrischer Energie und zur Verdampfung von verflüssigtem
Erdgas nach der Erfindung mit Brennstoffvorwärmung durch Wärmeübertrag aus dem Fluidkreislauf,
- Figur 2
- eine alternative Vorrichtung gemäß der Erfindung mit Brennstoffvorwärmung über das
Abgas der Wärmekraftmaschine,
- Figur 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel, bei dem der Verdichter für den Fluidkreislauf aus
zwei Teilverdichtern besteht, die auf unterschiedliche Weise angetrieben werden und
- Figur 4
- ein Ausführungsbeispiel optimiert für unterschiedliche Lastzustände.
[0028] Die Figur 1 zeigt schematisch und beispielhaft eine Vorrichtung 1 zur Erzeugung elektrischer
Energie und zur Verdampfung eines tiefkalt verflüssigten Gases gemäß der Erfindung.
[0029] Die Vorrichtung 1 umfasst eine Leitung 2 für das tiefkalt verflüssigte oder wiederverdampfte
Gas, beispielsweise Erdgas, und eine in der Leitung 2 angeordnete Pumpe 3. Ferner
umfasst die Vorrichtung 1 der Figur 1 eine Gasturbine als Wärmekraftmaschine 4 mit
nicht näher bezeichnetem Generator, sowie ein der Wärmekraftmaschine 4 nachgeschaltetes
Abhitzenutzungssystem 5, ähnlich einem Abhitzedampferzeuger bei Gas- und Dampfturbinenanlagen.
Allerdings sieht die Erfindung keinen Wasser-Dampf-Kreislauf vor.
[0030] Von der Leitung 2 zweigt eine in die Wärmekraftmaschine 4 mündende Zweigleitung 6
ab.
[0031] Der in der Figur 1 dargestellte Fluidkreislauf 7 könnte beispielsweise ein Stickstoffkreislauf
sein und umfasst in Strömungsrichtung des Fluids angeordnet folgende Komponenten:
- ein erster Wärmeübertrager 8, der ferner in Strömungsrichtung des tiefkalt verflüssigten
Gases hinter die Pumpe 3 in die Leitung 2 geschaltet ist, so dass im Betrieb Wärme
vom Stickstoff auf das verflüssigte Erdgas übertragen wird, wobei das verflüssigte
Erdgas verdampft,
- ein Verdichter 9, mit dem im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Stickstoff für einen
optimalen Wärmeübertrag bis in den überkritischen Druckbereich gebracht werden kann,
- das Abhitzenutzungssystem 5 und
- eine Turbine als Entspannungsmaschine 10 mit angekoppeltem Generator 11.
[0032] Im Ausführungsbeispiel der Figur 1 bildet der Verdichter 9 gemäß der Erfindung einen
Strang mit der Entspannungsmaschine 10.
[0033] Ein Teil des wiederverdampften Erdgases wird im Ausführungsbeispiel der Figur 1 einem
Gasnetz 16 und ein anderer Teil der Gasturbine (Wärmekraftmaschine 4) zugeführt.
[0034] Zur Brennstoffvorwärmung ist ein zweiter Wärmeübertrager 12 in der Zweigleitung 6
und im Fluidkreislauf 7 in Strömungsrichtung des Fluids nach der Entspannungsmaschine
10 und vor dem ersten Wärmeübertrager 8 angeordnet.
[0035] Die Entspannungsmaschine 10, in der im Ausführungsbeispiel der Figur 1 Stickstoff
entspannt wird, weist Leckagen 17 auf. Diese können zumindest zum Teil abgesaugt und
dann in den Fluidkreislauf 7 rückgeführt werden. Allgemein ist eine Zuspeisung von
Stickstoff in den Fluidkreislauf 6 vorgesehen (Rückführung und Zuspeisung von Stickstoff
sind nicht gezeigt) .
[0036] Figur 2 zeigt eine Vorrichtung 1 gemäß der Erfindung mit alternativer Brennstoffvorwärmung,
bei der eine Wärmeübertragerfläche 13 in der Zweigleitung 6 und im Abhitzenutzungssystem
5 angeordnet ist.
[0037] Figur 3 zeigt eine Variante der Erfindung, bei der der Verdichter 9 zwei Teilverdichter
9a und 9b umfasst, von denen der eine 9a auf einer Achse mit der Entspannungsmaschine
10 und der andere 9b auf einer Achse mit der Wärmekraftmaschine angeordnet ist.
[0038] Figur 4 schließlich zeigt eine für Teillastanwendungen optimierte Variante der Erfindung,
bei der ein dritter Wärmeübertrager 14 im Fluidkreislauf 7 zwischen Entspannungsmaschine
10 und erstem Wärmeübertrager 8 und zwischen Verdichter 9 und Abhitzenutzungssystem
5 angeordnet ist, um Wärme innerhalb des Fluidkreislaufs 7 verschieben zu können.
[0039] Bei Volllast entfällt eine solche Wärmeverschiebung, weshalb zwei Umgehungsleitungen
15 um den dritten Wärmeübertrager 14 angeordnet sind. Somit werden im Volllastpunkt
keine wirkungsgradschädlichen Druckverluste im dritten Wärmeübertrager 14 erzeugt.
[0040] Die Erfindung ist nicht beschränkt auf die in den Figuren 1 bis 4 gezeigten Ausführungsbeispiele.
Vielmehr umfasst die Erfindung auch andere denkbare Konstellationen im Hinblick auf
Brennstoffvorwärmung (Wärmeübertrag vom Fluid, Wärmeübertrag vom Abgas), Art der Fluidverdichtung
(Verdichter 9 bildet einen Strang mit der Entspannungsmaschine 10, Verdichter 9 bildet
einen Strang mit der Wärmekraftmaschine 4, Verdichter 9 umfasst zwei Teilverdichter
9a und 9b, wobei der Teilverdichter 9a mit der Entspannungsmaschine 10 und Teilverdichter
9b mit der Wärmekraftmaschine 4 einen Strang bildet) und Teillastoptimierung mittels
drittem Wärmeübertrager 14 in Kombination mit den entsprechenden Umgehungsleitungen
15.
1. Vorrichtung (1) zur Erzeugung elektrischer Energie und zur Verdampfung eines tiefkalt
verflüssigten Gases, umfassend eine Leitung (2) für das tiefkalt verflüssigte oder
wiederverdampfte Gas, eine in der Leitung (2) angeordnete Pumpe (3), eine Wärmekraftmaschine
(4), ein der Wärmekraftmaschine (4) nachgeschaltetes Abhitzenutzungssystem (5), eine
von der Leitung (2) abzweigende und in die Wärmekraftmaschine (4) mündende Zweigleitung
(6), sowie einen Fluidkreislauf (7), wobei in dem Fluidkreislauf (7) in Strömungsrichtung
des Fluids folgende Komponenten hintereinander angeordnet sind:
- ein erster Wärmeübertrager (8), der ferner in Strömungsrichtung des tiefkalt verflüssigten
Gases hinter die Pumpe (3) in die Leitung (2) geschaltet ist,
- ein Verdichter (9),
- das Abhitzenutzungssystem (5) und
- eine Entspannungsmaschine (10) mit angekoppeltem Generator (11),
dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichter (9) einen Strang mit zumindest der Entspannungsmaschine (10) oder
der Wärmekraftmaschine (4) bildet.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei ein zweiter Wärmeübertrager (12) in der Zweigleitung
(6) und im Fluidkreislauf (7) angeordnet ist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, wobei der zweite Wärmeübertrager (12) in Strömungsrichtung
des Fluids nach der Entspannungsmaschine (10) und vor dem ersten Wärmeübertrager (8)
im Fluidkreislauf (7) angeordnet ist.
4. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei eine Wärmeübertragerfläche (13) in der Zweigleitung
(6) und im Abhitzenutzungssystem (5) angeordnet ist.
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein dritter Wärmeübertrager
(14) im Fluidkreislauf (7) zwischen Entspannungsmaschine (10) und erstem Wärmeübertrager
(8) und zwischen Verdichter (9) und Abhitzenutzungssystem (5) angeordnet ist.
6. Vorrichtung (1) nach Anspruch 5, wobei zwei Umgehungsleitungen (15) um den dritten
Wärmeübertrager (14) angeordnet sind.
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das tiefkalt verflüssigte
Gas Erdgas ist.
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Fluidkreislauf
(6) ein Stickstoffkreislauf ist.
9. Verfahren zur Erzeugung elektrischer Energie und zur Verdampfung eines tiefkalt verflüssigten
Gases, bei dem ein tiefkalt verflüssigtes Gas verdichtet und in einem ersten Wärmeübertrager
(8) mit einem Fluidstrom erwärmt und verdampft wird und zumindest zum Teil einer Wärmekraftmaschine
(4) zugeführt wird, und bei dem der Fluidstrom im Kreis geführt wird, wobei das Fluid
im ersten Wärmeübertrager (8) das tiefkalt verflüssigte Gas erwärmt und dadurch selbst
abgekühlt wird, anschließend in einem Verdichter (9) verdichtet wird, in einem der
Wärmekraftmaschine (4) nachgeschalteten Abhitzenutzungssystem (5) mit Abgasen der
Wärmekraftmaschine (4) erwärmt wird, und in einer Entspannungsmaschine (10) entspannt
wird, die einen Generator (11) antreibt, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichter (9) zumindest von der Entspannungsmaschine (10) oder von der Wärmekraftmaschine
(4) angetrieben wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das der Wärmekraftmaschine (4) zugeführte, vormals
tiefkalt verflüssigte Gas durch das Fluid in einem zweiten Wärmeübertrager (12) für
eine Verbrennung vorgewärmt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das im Kreis geführte Fluid von der Entspannungsmaschine
(10) kommend im zweiten Wärmeübertrager (12) zuerst lediglich den der Wärmekraftmaschine
(4) zugeführten Teil des vormals tiefkalt verflüssigten Gases und dann im ersten Wärmeübertrager
(8) den Gesamtstrom des tiefkalt verflüssigten Gases erwärmt.
12. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das der Wärmekraftmaschine (4) zugeführte, vormals
tiefkalt verflüssigte Gas durch das Abgas der Wärmekraftmaschine (4) im Abhitzenutzungssystem
(5) für eine Verbrennung vorgewärmt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, wobei im Teillastbetrieb Wärme innerhalb
des Fluidkreislaufs (7) verschoben wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei Wärme vom Fluid nach der Entspannungsmaschine (10)
und vor dem ersten Wärmeübertrager (8) auf das Fluid nach dem Verdichter (9) und vor
dem Abhitzenutzungssystem (5) mittels eines dritten Wärmeübertragers (14) übertragen
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem im Volllastbetrieb das Fluid beidseitig um den
dritten Wärmeübertrager (14) geleitet wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, wobei als tiefkalt verflüssigtes Gas
verflüssigtes Erdgas verwendet wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 16, wobei als Fluid im Fluidkreislauf (7)
Stickstoff verwendet wird.