[0001] Die Erfindung betrifft ein optisch variables Sicherheitselement zur Absicherung von
Wertgegenständen, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Sicherheitselements
und einen entsprechend ausgestatteten Datenträger.
[0002] Datenträger, wie etwa Wert- oder Ausweisdokumente, oder andere Wertgegenstände, wie
etwa Markenartikel, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen versehen,
die eine Überprüfung der Echtheit der Datenträger gestatten und die zugleich als Schutz
vor unerlaubter Reproduktion dienen. Eine besondere Rolle bei der Echtheitsabsicherung
spielen Sicherheitselemente mit betrachtungswinkelabhängigen Effekten, da diese selbst
mit modernsten Kopiergeräten nicht reproduziert werden können. Die Sicherheitselemente
werden dabei mit optisch variablen Elementen ausgestattet, die dem Betrachter unter
unterschiedlichen Betrachtungswinkeln einen unterschiedlichen Bildeindruck vermitteln
und beispielsweise je nach Betrachtungswinkel einen anderen Farb- oder Helligkeitseindruck
und/oder ein anderes graphisches Motiv zeigen.
[0003] In diesem Zusammenhang sind optisch variable Sicherheitselemente bekannt, die beim
Kippen des Sicherheitselements verschiedene Bewegungs- oder Kippeffekte zeigen, wie
etwa bewegte Balken, bewegte bildliche Darstellungen, Pumpeffekte oder dreidimensionale
Darstellungen. Zur Umsetzung der optisch variablen Erscheinungsbilder werden im Stand
der Technik unterschiedliche Techniken eingesetzt, mit denen sich typischerweise manche
dieser Bewegungseffekte besonders gut und andere weniger gut realisieren lassen.
[0004] Für eine dreidimensionale Darstellung werden typischerweise in sogenannten stereografischen
Verfahren unterschiedliche Ansichten für das linke und rechte Auge des Betrachters
bereitgestellt, aus denen dann ein dreidimensionaler Eindruck entsteht. Dabei sieht
ein Betrachter einen vermeintlich gleichen Bildpunkt mit dem linken und rechten Auge
an unterschiedlichen Stellen auf dem Sicherheitselement und ermittelt dann unbewusst
über die entsprechende Parallaxe eine Tiefeninformation.
[0005] Aus der Druckschrift
DE 10 2010 049 831 A1 ist beispielsweise ein optisch variables Flächenmuster bekannt, das nicht nur von
rechts und links, sondern auch von oben und unten betrachtet entsprechende räumliche
Ansichten bereitstellt. Ein solches Flächenmuster bietet neben einer horizontalen
auch eine vertikale Parallaxe. Dies hat zwar den Vorteil, dass ein solches Flächenmuster
beliebig in seiner Ebene gedreht werden kann, ohne dass der räumliche Eindruck verloren
geht, weist aber zugleich den Nachteil auf, dass dazu sehr viele verschiedene Ansichten
ineinander verschachtelt werden müssen, so dass jede Ansicht nur einen kleinen Flächenanteil
belegen kann. Die Darstellungen sind daher oft relativ lichtschwach und teilweise
nur bei Beleuchtung mit einer starken Punktlichtquelle gut zu erkennen.
[0006] Die Druckschrift
DE 10 2011 121 653 A1 beschreibt ebenfalls ein optisch variables Flächenmuster. Dieses umfasst einen Träger,
der einen Flächenbereich mit einer Vielzahl von reflektiven Pixeln aufweist, die in
Zeilen und Spalten angeordnet und so ausgerichtet sind, dass ein Betrachter beim Kippen
des Flächenmusters um eine erste Achse zumindest drei Hell-Dunkel-Motivdarstellungen
an verschiedenen Positionen nacheinander so wahrnehmen kann, dass eine Motivbewegung
vermittelt wird.
[0007] Aus der Druckschrift
WO 2011/066991 A2 ist ferner ein Sicherheitselement mit einem Träger bekannt, der einen reflektiven
Flächenbereich aufweist, der in eine Vielzahl von reflektiven Pixeln aufgeteilt ist.
Jedes Pixel weist dabei zumindest eine reflektive Facette auf, die in einer Oberfläche
des Trägers ausgebildet ist, wobei die reflektive Facette auf den Flächenbereich entlang
einer vorbestimmten Richtung einfallendes Licht gerichtet in eine durch ihre Orientierung
vorgegebene Reflexionsrichtung reflektiert. Die Orientierungen der Facetten unterschiedlicher
Pixel weisen über den reflektiven Flächenbereich eine im Wesentlichen zufällige Variation
auf.
[0008] Ein anderer Ansatz zur Erzeugung dreidimensionaler Darstellungen mit horizontaler
und vertikaler Parallaxe ist aus der Druckschrift
DE 10 2010 048 262 A1 bekannt. Dort wird ein Darstellungselement aus einzelnen "Lichtflecken" gebildet,
die im Fokus beispielsweise eines Hohl- oder Wölbspiegels oder einer metallisierten
Fresnellinse entstehen. Eine solche Darstellung kann sehr hell und brillant sein,
sofern die den einzelnen Lichtflecken zugeordneten Flächenbereiche nicht zu stark
überlappen, da in diesem Fall ebenfalls eine Verschachtelung erforderlich wird und
die Helligkeit und Brillanz abnimmt. Brillante Darstellungen können somit nur für
Bilder aus relativ wenigen Lichtflecken erzeugt werden, woraus sich allerdings ein
gepunktetes und oft wenig detailreiches Aussehen ergibt.
[0009] Eine weitere Möglichkeit, Darstellungen mit dreidimensionaler Tiefenwirkung zu erzeugen,
bieten Moire-Vergrößerungsanordnungen auf der Basis von Mikrolinsen und Mikrobildern,
wie sie beispielsweise aus der Druckschrift
WO 2005/052650 A2 bekannt sind. Dabei wird eine periodische Darstellung in Form vieler kleiner Mikrobilder
mittels eines Rasters aus Mikrolinsen ähnlicher aber nicht exakt gleicher Periode
vergrößert. Je nach Wahl der Rasterweiten kann sich so eine scheinbar vor oder hinter
dem eigentlichen Flächenmuster liegende Darstellung ergeben oder es kann eine sogenannte
orthoparallaktische Bewegung erzeugt werden. Nachteilig bei solchen Moire-Vergrößerungsanordnungen
ist allerdings die vergleichsweise aufwendige Herstellung mit zwei Prägeschritten
für die Mikrolinsen und für geprägte Mikrobilder, sowie die Tatsache, dass nur periodische
Darstellungen gezeigt werden können.
[0010] Schließlich ist es beispielsweise aus der
WO 2014/108303 A1 bekannt, magnetisch ausgerichtete reflektierende Pigmente mit entsprechend geformten
Magneten so auszurichten, dass sich helle, insbesondere ringförmige Darstellungen
ergeben, die ebenfalls einen gewissen Tiefeneffekt aufweisen können. Solche Darstellungen
sind sehr hell und gut sichtbar, allerdings sind die benötigten Magnetfarben vergleichsweise
teuer und die Effektvielfalt und Auflösung ist durch die Verfügbarkeit entsprechender
Magnete eingeschränkt.
[0011] Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitselement
der eingangs genannten Art anzugeben, das die Nachteile des Standes der Technik überwindet
und das insbesondere eine brillante und hochaufgelöste Darstellung eines gewünschten
Motivs mit horizontaler und vertikaler Parallaxe zeigt.
[0012] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0013] Gemäß der Erfindung zeigt ein gattungsgemäßes Sicherheitselement betrachtungswinkelabhängig
ein Motiv mit zumindest einer Kurvendarstellung, die aus einer ersten Betrachtungsrichtung
innerhalb eines Darstellungsbereichs in einer Mittelposition als Vorgabekurve sichtbar
ist, und die sich beim Kippen des Sicherheitselements um zwei unterschiedliche vorbestimmte
Achsen innerhalb des Darstellungsbereichs in unterschiedliche Richtungen von der Mittelposition
weg bewegt.
[0014] Erfindungsgemäß weist das Sicherheitselement einen flächigen Motivbereich auf, der
in dem Darstellungsbereich mit einer Mehrzahl reflektiver, ebener Facetten versehen
ist, wobei jede ebene Facette durch einen Neigungswinkel gegen die Ebene des flächigen
Motivbereichs charakterisiert ist, welcher als Neigungskomponenten eine Parallelkomponente
parallel zu der Vorgabekurve in der Mittelposition und eine Normalkomponente senkrecht
zu der Vorgabekurve in der Mittelposition aufweist, und wobei für die ebenen Facetten
des Darstellungsbereichs eine erste der beiden Neigungskomponenten vom Abstand der
jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve abhängig gewählt ist und eine zweite der beiden
Neigungskomponenten in einem vorbestimmten Auffächerungsbereich unabhängig vom Abstand
der jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve gewählt ist.
[0015] Da die Kurvendarstellung in der Mittelposition des Darstellungsbereichs als Vorgabekurve
sichtbar ist, wird im Rahmen dieser Beschreibung oft die Wendung "Abstand zur Vorgabekurve"
als Abkürzung für "Abstand zur Mittelposition, in der die Kurvendarstellung als Vorgabekurve
sichtbar ist" gebraucht. Die beiden Neigungskomponenten werden in der Regel durch
den Wert der Neigungswinkel der ebenen Facette in der jeweiligen Richtung angegeben.
[0016] Die erste Neigungskomponente der ebenen Facetten nimmt mit Vorteil monoton, insbesondere
streng monoton mit dem Abstand der jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve zu oder
ab. Vorzugsweise nimmt die erste Neigungskomponente sogar linear mit dem Abstand der
jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve zu oder ab.
[0017] Die zweite Neigungskomponente der ebenen Facetten variiert mit Vorteil in dem Auffächerungsbereich
unregelmäßig, insbesondere gemäß einer Zufallszahlenverteilung oder einer Pseudozufallszahlenverteilung.
Pseudozufallszahlen sind Zahlenfolgen, die zwar zufällig erscheinen, aber durch einen
deterministischen Algorithmus berechnet werden und daher im strengen Sinn keine echten
Zufallszahlen sind. Dennoch werden Pseudozufallszahlen verbreitet eingesetzt, da die
statistischen Eigenschaften einer Pseudozufallszahlenverteilung, wie Gleichwahrscheinlichkeit
der einzelnen Zahlen oder die statistische Unabhängigkeit aufeinanderfolgender Zahlen,
für praktische Zwecke in der Regel ausreichend "unregelmäßig" sind und Pseudozufallszahlen
mit Computern im Gegensatz zu echten Zufallszahlen einfach zu erzeugen sind.
[0018] Grundsätzlich kann die Auffächerung der zweiten Neigungskomponente allerdings auch
regelmäßig erfolgen, beispielsweise indem in bestimmten Schritten nacheinander alle
Neigungswerte des Auffächerungsbereichs in kurzen Abständen durchlaufen werden. Soll
beispielsweise mit 5 µm großen Facetten ein Auffächerungswinkel von 30° erreicht werden,
so können nacheinander 11 Spiegel mit um jeweils 3° unterschiedlichen Ablenkwinkeln
angeordnet sein. Dadurch ergibt sich eine periodische Anordnung, bei der sich die
entsprechenden Steigungskomponenten alle 55 µm wiederholen, was mit bloßem Auge nicht
auflösbar ist.
[0019] Die erste und zweite Neigungskomponente der Facetten nehmen jeweils einen bestimmten
Winkelbereich ein, der nachfolgend als erster bzw. zweiter Winkelbereich bezeichnet
wird. Dabei ergibt sich die Größe des ersten Winkelbereichs aus der Größe des gewünschten
Betrachtungsbereichs, aus dem der Effekt sichtbar sein soll, und der konkreten Zu-
bzw. Abnahme der Facettenneigung mit dem Abstand von der Vorgabekurve, sie folgt also
in der Regel aus dem gewünschten Erscheinungsbild und dem gewünschten Bewegungsverhalten
der Kurvendarstellung. Der erste Winkelbereich hat insbesondere auch Einfluss auf
die Dynamik bzw. die scheinbare Schwebehöhe bzw. Schwebetiefe der Kurvendarstellung.
So lässt ein kleiner Winkelbereich die Kurvendarstellung nur in einem kleinen Betrachtungswinkelbereich
und relativ unscharf erscheinen, gleichwohl scheint dieselbe in großer Höhe bzw. Tiefe
zu liegen. In einer vorteilhaften Gestaltung ist nun vorgesehen, dass die Größe des
zweiten Winkelbereichs vergleichbar mit der Größe des ersten Winkelbereichs gewählt
ist, und vorteilhaft zwischen 80% und 120%, vorzugsweise zwischen 90% und 110% der
Größe des ersten Winkelbereichs beträgt. Der erste und zweite Winkelbereich weisen
vorteilhaft eine Größe von 15° oder mehr, bevorzugt von 30° oder mehr auf.
[0020] In einer bevorzugten Erfindungsvariante ist die erste Neigungskomponente die Normalkomponente
(Komponente senkrecht zu der Vorgabekurve in der Mittelposition) und die zweite Neigungskomponente
die Parallelkomponente (Komponente parallel zu der Vorgabekurve in der Mittelposition)
der Facetten. Die Kurvendarstellung schwebt dabei für einen Betrachter unterhalb oder
oberhalb der Ebene des flächigen Motivbereichs. Wie weiter unten genauer erläutert
ergibt sich die Schwebehöhe bzw. Schwebetiefe aus der Art der Abhängigkeit der ersten
Neigungskomponente vom Abstand zur Kurve. Sind die Facetten mit zunehmendem Abstand
von der Kurve immer stärker von der Kurve weg geneigt, so schwebt die Kurvendarstellung
für den Betrachter unterhalb der Ebene des flächigen Motivbereichs, sind die Facetten
dagegen mit zunehmendem Abstand immer stärker zur Kurve hingeneigt ausgebildet, so
schwebt die Kurve oberhalb der Ebene des flächigen Motivbereichs. Eine rasche Zunahme
des Neigungswinkels bewirkt eine geringe Schwebehöhe bzw. Schwebetiefe, eine langsame
Zunahme eine große Schwebehöhe bzw. Schwebetiefe.
[0021] In einer anderen, ebenfalls bevorzugten Erfindungsvariante ist die erste Neigungskomponente
die Parallelkomponente und die zweite Neigungskomponente die Normalkomponente der
Facetten. Die Kurvendarstellung zeigt in dieser Variante beim Kippen des Sicherheitselements
ein orthoparallaktisches Bewegungsverhalten, bei dem sich die Kurvendarstellung senkrecht
zur Kipprichtung und nicht parallel dazu bewegt, wie man intuitiv erwarten würde.
[0022] Die Kurvendarstellung kann als Vorgabekurve eine geschlossene Kurve zeigen, sie kann
aber auch eine Kurve mit einem oder mehreren Kurvenenden zeigen. Im letzteren Fall
ist der Auffächerungsbereich der zweiten Neigungskomponente der Facetten mit Vorteil
jeweils im Bereich der Kurvenenden gegenüber seiner Größe im Kurveninneren verkleinert.
Insbesondere kann der Auffächerungsbereich unterhalb eines bestimmten Abstands zum
Kurvenende hin kontinuierlich verkleinert werden und zwar mit Vorteil in einer solchen
Weise, dass entweder zunehmend weniger Licht zum Kurveninneren hin reflektiert wird
(für Schwebehöhen unterhalb des flächigen Motivbereichs) oder dass zunehmend weniger
Licht zum Kurvenäußeren hin reflektiert wird (für Schwebehöhen oberhalb des flächigen
Motivbereichs). Bei der Betrachtung sind dann die Kurvenenden nicht aus allen Betrachtungsrichtungen
sichtbar und die Kurve erhält neben der horizontalen Parallaxe auch eine vertikale
Parallaxe. Der Betrachter kann den flächigen Motivbereich mit der Kurvendarstellung
dann nicht nur in unterschiedliche Richtungen kippen, sondern auch beliebig in der
Ebene des Motivbereichs drehen, ohne dass der dreidimensionale Eindruck verlorengeht.
[0023] Die Verkleinerung des Auffächerungsbereichs kann beispielsweise dadurch erreicht
werden, dass Facetten in den entsprechenden Flächenbereichen mit unauffälligen Strukturen
versehen werden, beispielsweise geschwärzt oder demetallisiert werden, oder dass dort
zufällig orientierte Spiegel oder andere, nicht gerichtet reflektierende Strukturen
vorgesehen sind.
[0024] In vorteilhaften Gestaltungen kann die Kurvendarstellung als Vorgabekurve alphanumerische
Zeichen, Symbole oder geometrische Formen, insbesondere einen Kreis, ein Oval, ein
Dreieck, ein Rechteck, ein Sechseck, oder eine Sternform zeigen.
[0025] Das Motiv kann auch mehrere Kurvendarstellungen enthalten, die gleiches oder unterschiedliches
Bewegungsverhalten und/oder gleiche oder unterschiedliche Schwebehöhe bzw. Schwebetiefe
zeigen. Insbesondere kann das Motiv zumindest eine erste und eine zweite Kurvendarstellung
enthalten, die aus einer ersten bzw. zweiten Betrachtungsrichtung innerhalb eines
ersten bzw. zweiten Darstellungsbereichs in einer Mittelposition als erste bzw. zweite
Vorgabekurve sichtbar ist. Die beiden Kurvendarstellungen bewegen sich beim Kippen
des Sicherheitselements mit Vorteil in unterschiedliche, vorzugsweise entgegengesetzte
Richtungen und erzeugen daher ein besonders dynamisches Erscheinungsbild.
[0026] Die Darstellungsbereiche der ersten und zweiten Kurvendarstellung können in dem flächigen
Motivbereich nebeneinander oder ineinander verschachtelt angeordnet sein. Eine Nebeneinanderanordnung
der Darstellungsbereiche erlaubt die Erzeugung besonders heller und brillanter Darstellungen,
während verschachtelte Gestaltungen weniger leuchtstark sind, dafür jedoch zwei Kurven
am Ort darstellen können, was insbesondere bei unterschiedlichem Bewegungsverhalten
zu auffälligen visuellen Effekten führt. Für eine Verschachtelung können die Facetten
für unterschiedliche Kurvendarstellungen in Form schmaler Streifen alternierend oder
in Form kleiner Pixel schachbrettartig angeordnet werden.
[0027] Es versteht sich, dass das Motiv des Sicherheitselements in gleicher Weise auch mehr
als zwei Kurvendarstellungen enthalten kann, die sich beim Kippen des Sicherheitselements
in gleiche oder unterschiedliche Richtungen bewegen können. Beispielsweise können
die Kurvendarstellungen einer alphanumerischen Zeichenfolge alternierend unterschiedliches
Bewegungsverhalten zeigen, beispielsweise alternierend über oder unter der Ebene des
flächigen Motivbereichs schweben und sich beim Kippen entsprechend ihrer Schwebehöhe
bewegen.
[0028] In einer vorteilhaften Gestaltung sind die ebenen Facetten in einer Prägelackschicht
abgeformt und vorzugsweise mit einer reflexionserhöhenden Beschichtung, insbesondere
einer Metallisierung, einer reflektierenden Farbschicht oder einer Beschichtung mit
einem Material mit hohem Brechungsindex versehen. Alternativ können die ebenen Facetten
auch in eine reflektierende Farbschicht eingeprägt sein. Die reflexionserhöhende Beschichtung
bzw. die reflektierende Farbschicht weist zweckmäßig einen Farbkippeffekt auf.
[0029] Das Sicherheitselement stellt mit Vorteil einen Sicherheitsfaden, einen Aufreißfaden,
ein Sicherheitsband, einen Sicherheitsstreifen, einen Patch oder ein Etikett zum Aufbringen
auf ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen dar.
[0030] Der flächige Motivbereich kann sowohl in einem Folienelement als auch einem Druckelement
vorliegen. Ein Folienelement ist beispielsweise ein Sicherheitsfaden, Sicherheitsstreifen
oder Sicherheitspatch, bei dem der flächige Motivbereich mit den Facetten in eine
Prägelackschicht geprägt und mit einer reflexionserhöhenden Beschichtung versehen
ist. Die Facetten weisen dabei bevorzugt maximale Abmessungen von weniger als 100
µm, besonders bevorzugt weniger als 20 µm auf. Zugleich sind die Facetten vorteilhaft
größer als 3 µm, bevorzugt größer als 5 µm, um strahlenoptisch und ohne störende Farbaufspaltungen
durch Beugungseffekte zu wirken. Die Facetten können regelmäßig, beispielsweise in
Form eines Sägezahngitters, oder unregelmäßig angeordnet sein.
[0031] Bei einem Druckelement, beispielsweise im Banknotendruck, werden die Facetten mit
Vorteil durch eine Prägung in einen reflektierenden Untergrund, wie etwa eine Siebdruckfarbe,
eine metallisch wirkende Druckfarbe mit plättchenförmigen reflektierenden Pigmenten,
eine optisch variable Tinte oder dergleichen erzeugt. Auch eine Prägung oder Blindprägung
im Stichtiefdruck kommt in Frage. Die Abmessungen der Facetten liegen bei Druckelementen
mit Vorteil zwischen 20 µm und 300 µm, bevorzugt zwischen 50 µm und 200 µm.
[0032] Die Erfindung enthält auch einen Datenträger mit einem Sicherheitselement der beschriebenen
Art, wobei das Sicherheitselement sowohl in einem opaken Bereich des Datenträgers
als auch in oder über einem transparenten Fensterbereich oder einer durchgehenden
Öffnung des Datenträgers angeordnet sein kann. Bei dem Datenträger kann es sich insbesondere
um ein Wertdokument, wie eine Banknote, insbesondere eine Papierbanknote, eine Polymerbanknote
oder eine Folienverbundbanknote, um eine Aktie, eine Anleihe, eine Urkunde, einen
Gutschein, einen Scheck, eine hochwertige Eintrittskarte, aber auch um eine Ausweiskarte,
wie etwa eine Kreditkarte, eine Bankkarte, eine Barzahlungskarte, eine Berechtigungskarte,
einen Personalausweis oder eine Passpersonalisierungsseite handeln.
[0033] Die Erfindung enthält weiter ein Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen
Sicherheitselements der oben beschriebenen Art, bei dem
- eine gewünschte Vorgabekurve und ein gewünschtes Bewegungsverhalten der Vorgabekurve
beim Kippen des Sicherheitselements um zwei unterschiedliche Achsen festgelegt werden,
- ein Darstellungsbereich für die Vorgabekurve bestimmt wird, in dem sich die Vorgabekurve
beim Kippen des Sicherheitselements entsprechend dem festgelegten Bewegungsverhalten
von einer Mittelposition weg bewegt,
- in einem flächigen Motivbereich in dem bestimmten Darstellungsbereich eine Mehrzahl
reflektiver, ebener Facetten mit einem Neigungswinkel gegen die Ebene des flächigen
Motivbereichs so angeordnet und ausgerichtet werden, dass sie als Neigungskomponenten
eine Parallelkomponente parallel zu der Vorgabekurve in der Mittelposition und eine
Normalkomponente senkrecht zu der Vorgabekurve in der Mittelposition aufweisen, wobei
- für die ebenen Facetten des Darstellungsbereichs eine erste der beiden Neigungskomponenten
vom Abstand der jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve abhängig gewählt wird und eine
zweite der beiden Neigungskomponenten in einem vorbestimmten Auffächerungsbereich
unabhängig vom Abstand der jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve gewählt wird.
[0034] Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue
Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
[0035] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Banknote mit einem erfindungsgemäßen optisch variablen
Sicherheitselement,
- Fig. 2
- schematisch einen Ausschnitt des flächigen Motivbereichs des Sicherheitselements der
Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Detailausschnitt der Fig. 2,
- Fig. 4
- schematisch einen Querschnitt durch den flächigen Motivbereich der Fig. 2 entlang
der Linie IV-IV,
- Fig. 5
- eine Illustration des reduzierten Auffächerungsbereichs an den Linienenden, wobei
(a) eine Seitenansicht und (b) eine Aufsicht auf den Darstellungsbereich einer ausgedehnten
vertikalen Linie zeigt,
- Fig. 6
- in (a) und (b) eine Illustration des durch die Reduzierung des Auffächerungsbereichs
erzielten Effekts für zwei Betrachtungsrichtungen,
- Fig. 7
- in (a) schematisch eine Aufsicht auf einen flächigen Motivbereich mit einer gekrümmten
Kurve und in (b) eine Detailansicht,
- Fig. 8
- einen flächigen Motivbereich mit einer unterhalb des Motivbereichs schwebenden Kreiskurve
in verschiedenen Ansichten,
- Fig. 9
- einen flächigen Motivbereich mit einer oberhalb des Motivbereichs schwebenden Kreiskurve
in verschiedenen Ansichten,
- Fig. 10
- einen flächigen Motivbereich mit einer Kreiskurve mit orthoparallaktischem Bewegungsverhalten
in verschiedenen Ansichten,
- Fig. 11
- einen flächigen Motivbereich mit der Wertzahl "100" zur Erzeugung eines dreidimensionalen
Erscheinungsbilds mit gegenläufigen Bewegungseffekten in verschiedenen Ansichten,
und
- Fig. 12
- einen flächigen Motivbereich zur Darstellung zweier Kreiskurven mit entgegengesetztem
orthoparallaktischem Bewegungsverhalten in verschiedenen Ansichten.
[0036] Die Erfindung wird nun am Beispiel von Sicherheitselementen für Banknoten erläutert.
Figur 1 zeigt dazu eine schematische Darstellung einer Banknote 10 mit einem erfindungsgemäßen
optisch variablen Sicherheitselement 12 in Form eines Fenstersicherheitsfadens, der
an bestimmten Fensterbereichen 14 an der Oberfläche der Banknote 10 hervortritt, während
er in den dazwischen liegenden Bereichen im Inneren der Banknote 10 eingebettet ist.
Es versteht sich allerdings, dass die Erfindung nicht auf Sicherheitsfäden und Banknoten
beschränkt ist, sondern bei allen Arten von Sicherheitselementen eingesetzt werden
kann, beispielsweise bei Etiketten auf Waren und Verpackungen oder bei der Absicherung
von Dokumenten, Ausweisen, Pässen, Kreditkarten, Gesundheitskarten und dergleichen.
Bei Banknoten und ähnlichen Dokumenten kommen neben Sicherheitsfäden beispielsweise
auch breite Sicherheitsstreifen oder Transferelemente in Betracht.
[0037] Der Sicherheitsfaden 12 zeigt in den Fensterbereichen 14 im Auflicht jeweils eine
Darstellung der Wertzahl "100" mit einem ungewöhnlichen dreidimensionalen Erscheinungsbild,
bei dem aufeinanderfolgende Ziffern "1" und "0" für den Betrachter abwechselnd einige
Millimeter über bzw. unterhalb der Ebene des Sicherheitsfadens 12 zu schweben scheinen.
Dieses dreidimensionale Erscheinungsbild wird dadurch verstärkt, dass sich die Ziffern
"1" und "0" beim Kippen der Banknote um die x-Achse (Querachse) bzw. die y-Achse (Längsachse)
entsprechend ihrer scheinbaren Schwebehöhe bzw. Schwebetiefe in unterschiedliche Richtungen
zu bewegen scheinen. Diese realistische Nachbildung echt dreidimensionaler Gestaltungen
erzeugt ein auffälliges visuelles Erscheinungsbild mit hohem Aufmerksamkeits- und
Wiedererkennungswert.
[0038] Das Zustandekommen des dreidimensionalen Erscheinungsbilds und des Bewegungseffekts
beim Kippen des Sicherheitselements 12 wird nun zunächst anhand der Figuren 2 bis
4 näher erläutert. Figur 2 zeigt dabei einen Ausschnitt des flächigen Motivbereichs
20 des Sicherheitsfadens 12, der zur Illustration nur eine vertikale Linie 16 enthält,
Fig. 3 zeigt einen Detailausschnitt der Fig. 2 und Fig. 4 zeigt schematisch einen
Querschnitt durch den flächigen Motivbereich 20 der Fig. 2 entlang der Linie IV-IV.
[0039] Die vertikale Linie 16 der Figuren 2 bis 4 dient einerseits als einfaches Beispiel
zur Illustration der Erfindung, die Linie 16 kann aber auch Teil eines realen, komplexen
Sicherheitselements sein, beispielsweise kann die vertikale Linie 16 den unteren Teil
einer Ziffer "1" in der in Fig. 1 gezeigten Wertzahl "100" des Sicherheitsfadens 12
darstellen.
[0040] Der Ausschnitt der Fig. 2 zeigt in Aufsicht den flächigen Motivbereich 20 des Sicherheitsfadens
12 mit einem Darstellungsbereich 22, in dessen Mittelposition die Linie 16 als Vorgabekurve
sichtbar ist. Für einen Betrachter scheint die Linie 16 einige Millimeter unterhalb
der Ebene des flächigen Motivbereichs 20 zu schweben und sich beim Kippen des Sicherheitselements
um die y-Achse (parallel zur Linie 16) im Darstellungsbereich 22 von rechts nach links
bzw. von links nach rechts zu bewegen.
[0041] Wie im Detailausschnitt 24 der Fig. 3 gezeigt, ist der Darstellungsbereich 22 mit
einer Mehrzahl reflektiver, ebener Facetten 30 versehen, die beispielsweise eine Grundfläche
von 15 µm x 15 µm und eine maximale Höhe von einigen Mikrometern aufweisen. Jede der
ebenen Facetten 30 ist insbesondere durch einen Neigungswinkel gegen die Ebene des
flächigen Motivbereichs 20 charakterisiert, welcher als Neigungskomponenten eine Parallelkomponente
N
∥ parallel zu der Linie 16 (y-Richtung in Fig. 2 und 3) und eine Normalkomponente N
⊥ senkrecht zur Linie 16 (x-Richtung in Fig. 2 und 3) aufweist.
[0042] Die strahlenoptisch wirkenden reflektiven Facetten 30 stellen kleine geneigte Mikrospiegel
dar, die einfallendes Licht in eine durch die Bedingung "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel"
gegebene Reflexionsrichtung lenken. Die Anordnung der reflektierenden Facetten 30
wird im Rahmen dieser Beschreibung daher auch als Mikrospiegelanordnung bezeichnet.
[0043] Aus den beiden Neigungskomponenten N
∥ und N
⊥ lassen sich insbesondere die Spiegelsteigung bzw. die Facettensteigung in der jeweiligen
Richtung berechnen. Zur Veranschaulichung sind in der Aufsicht der Fig. 3 die Neigungskömponenten
der Facetten 30 als Vektoren eingezeichnet, deren Richtung die Richtung ansteigender
Spiegelhöhe angibt und deren Betrag die Steigung in der jeweiligen Richtung angibt.
Aus den Neigungskomponenten N
∥ und N
⊥ ergibt sich wie üblich die Gesamtneigung N einer Facette 30, die für die mittlere
Facette der Fig. 3 zusätzlich eingezeichnet ist. Wie aus Fig. 3 ersichtlich, ist die
Richtung der Gesamtneigung N einer Facette 30 in der Regel nicht parallel zu einer
äußeren Begrenzungslinie der Facette. Im Ausführungsbeispiel sind Facetten mit quadratischer
Grundfläche gezeigt, es kommen jedoch auch andere Formen, beispielsweise dreieckige,
rechteckige, sechseckige oder polygonale Grundflächenformen in Betracht.
[0044] Der Querschnitt der Fig. 4 erstreckt sich in x-Richtung der Fig. 2 und zeigt daher
als Facettensteigung nur die Normalkomponente N
⊥ senkrecht zur Linie 16 und parallel zu x-Achse.
[0045] Damit die Linie 16 scheinbar einige Millimeter unterhalb der Ebene des flächigen
Motivbereichs 20 schwebt, muss die Linie 16 für das rechte und linke Auge eines Betrachter
an etwas gegeneinander versetzten Stellen des Motivbereichs 20 sichtbar sein. Die
entstehende Parallaxe wird vom Betrachter dann unbewusst und automatisch als Tiefeninformation
interpretiert und erzeugt ein entsprechendes Erscheinungsbild.
[0046] Mit Bezug auf Fig. 4 wird dieser Versatz im Ausführungsbeispiel dadurch erreicht,
dass die Facetten 30 in der Mittelposition des Darstellungsbereichs 22 in x-Richtung
ungeneigt ausbildet sind (Facetten 32), also einen Neigungswinkel in x-Richtung von
0° aufweisen, und dass die Facetten nach außen hin mit zunehmendem Abstand von der
Mittelposition immer stärker nach außen geneigt ausgebildet sind (Facetten 34 bzw.
36). Ist die Beleuchtung durch eine senkrecht über dem flächigen Motivbereich 20 angeordnete
Lichtquelle 44 gegeben, so reflektieren die Facetten 32, 34, 36 das einfallende Licht
entsprechend der in Fig. 4 eingezeichneten Reflexionsrichtungen. Von einer Position
40 aus gesehen, die beispielsweise der Position des linken Auges des Betrachters entspricht,
leuchten die Facetten 34 dann an der Stelle 54 des flächigen Motivbereichs 20 auf,
während aus einer Position 42 gesehen, die der Position des rechten Auges des Betrachters
entspricht, die Facetten 36 an der Stelle 56 des flächigen Motivbereichs 20 aufleuchten.
Der Versatz zwischen den Stellen 54 und 56 wird vom Betrachter automatisch so interpretiert,
dass er eine helle Linie 16T in einer Tiefe T unterhalb des flächigen Motivbereichs
20 schweben sieht.
[0047] Wie in Figuren 3 und 4 illustriert, ist die Normalkomponente N
⊥ der Facettenneigung im Ausführungsbeispiel so gewählt, dass der Neigungswinkel der
Facetten 34, 36 nach außen hin linear mit dem Abstand der Facetten von der Mittelposition
zunimmt. Bezeichnet etwa xo die Mittelposition der Linie 16 und x
max die Ausdehnung des Darstellungsbereichs in +x und -x-Richtung (siehe Fig. 2), so
ist im Ausführungsbeispiel der Neigungswinkel in x-Richtung einer Facette 30 in Position
(x, y) gegeben durch:

[0048] Ein positiver Neigungswinkel gibt dabei eine Neigung an, bei der die Facette in +x-Richtung
ansteigt, ein negativer Neigungswinkel eine Neigung, bei der die Facette in +x-Richtung
abfällt. Der Neigungswinkel der Facetten in x-Richtung ändert sich dann von α
⊥ = 0° bis zu einem maximalen Wert |α
⊥| = A
x, der beispielsweise 20° betragen kann. Die Neigung erfolgt stets so, dass die Facetten
34, 36 von der Mittelposition der Linie 16 weg, also nach außen geneigt sind. Die
Größe des ersten Winkelbereichs beträgt im Ausführungsbeispiel 2
∗A
x = 40°.
[0049] Wie der Fig. 4 ebenfalls entnommen werden kann, führt eine langsame Zunahme der Neigungswinkel
in x-Richtung zu einem geringen Versatz 54-56 und damit zu einer großen scheinbaren
Tiefe T der Linie 16T, während eine schnelle Zunahme der Neigungswinkel zu einem großen
Versatz und damit zu einer geringen scheinbaren Tiefe T der Linie 16T führt.
[0050] Wesentlich ist vorliegend insbesondere, dass der senkrechte Neigungswinkel der Facetten
vom Abstand (x-xo) der Facetten zur Mittelposition der Linie 16 abhängt, insbesondere
monoton zunimmt oder, wie im Ausführungsbeispiel, sogar linear mit dem Abstand zunimmt.
[0051] Bei einer solchen Wahl der senkrechten Neigungswinkel der Facetten 30 kann der Betrachter
das Sicherheitselement mit dem flächigen Motivbereich 20 in einem breiten Winkelbereich
um die y-Achse nach links oder rechts kippen und er sieht dabei stets die helle Linie
16T in der Tiefe T.
[0052] Als Besonderheit weist die Neigung der Facetten 30 des flächigen Motivbereichs 20
zusätzlich zu der Normalenkomponente N
⊥ auch eine nicht verschwindende Parallelkomponente N
∥ parallel zur Linie 16 auf, deren Wert in einem Winkelbereich zufällig variiert, dessen
Größe vergleichbar mit der Größe des ersten Winkelbereichs in x-Richtung ist. Konkret
ist der Neigungswinkel einer Facette 30 in Position (x, y) parallel zur Linie 16 im
Ausführungsbeispiel gegeben durch:

wobei rand(-1,1) eine Funktion ist, die eine Zufallszahl oder Pseudozufallszahl im
Intervall [-1,1] liefert, und A
y den maximalen parallelen Neigungswinkel angibt. Beispielsweise kann A
y = A
x gewählt sein, so dass der erste Winkelbereich (2
∗A
x) und der zweite Winkelbereich (2
∗A
y) gleiche Größe aufweisen. Ein positiver Neigungswinkel α
∥ gibt eine Neigung an, bei der die Facette in +y-Richtung ansteigt, ein negativer
Neigungswinkel eine Neigung, bei der die Facette in +y-Richtung abfällt.
[0053] Wie aus Beziehung (2) ersichtlich ist der parallele Neigungswinkel α
∥ der Facetten 30 unabhängig vom Abstand der Facetten zur Mittelposition der Linie
16. Durch eine solche abstandsunabhängige und insbesondere zufällige Variation der
parallelen Neigungswinkel wird eine Auffächerung des einfallenden Lichts parallel
zur Linie 16 erreicht, deren Größe vergleichbar mit der Parallaxenwirkung durch die
senkrechten Neigungswinkel α
⊥ ist. Die zusätzliche Parallelkomponente N
∥ stellt sicher, dass ein Betrachter die Linie 16 auch dann noch in der Tiefe T schweben
sieht, wenn er das Sicherheitselement um die x-Achse um einen bestimmten Winkel innerhalb
des zweiten Winkelbereichs nach oben oder unten kippt.
[0054] Um das räumliche Erscheinungsbild nun nicht nur beim Verkippen, sondern auch bei
beliebiger Drehung des Sicherheitselements zu erhalten, ist die Parallelkomponente
N
∥ der Facetten 30 bei einer vertikalen Linie 16 so modifiziert, dass einfallendes Licht
an den Linienenden nicht in den gesamten Winkelbereich aufgefächert wird, sondern
nur in einen Teilbereich desselben, so dass die Sichtbarkeit der Linienenden von der
Betrachtungsrichtung abhängt.
[0055] Zur Illustration zeigt Fig. 5(b) den Darstellungsbereich 22 einer ausgedehnten vertikalen
Linie 16 innerhalb des flächigen Motivbereichs 20 in Aufsicht. Die Neigungswinkel
α
⊥ in x-Richtung der Facetten 30 sind im gesamten Darstellungsbereich 22 durch die oben
genannte Beziehung (1) gegeben. Die Neigungswinkel α
∥ in y-Richtung sind in einem Kernbereich 60 des Darstellungsbereichs 22 durch die
Beziehung (2) gegeben, so dass dort der volle Auffächerungsbereich ausgenutzt wird.
In den Randbereichen 62 und 64 des Darstellungsbereichs 22 ist die Beziehung (2) modifiziert,
um den Auffächerungsbereich zu verkleinern und dadurch die Sichtbarkeit der Linienenden
einzuschränken.
[0056] Die Seitenansicht der Fig. 5(a) zeigt dazu den Auffächerungsbereich 70 der Linie
16 im Kernbereich 60, der aus Richtung 80 einfallendes Licht nach Beziehung (2) in
einen Winkelbereich [-A
y, A
y], beispielsweise [-20°, 20°] auffächert. Im oberen Randbereich 62 ist der Auffächerungsbereich
kontinuierlich von unten her eingeschränkt, wobei ein Auffächerungsbereich 72 mit
einem Winkelbereich [0°, A
y] und ein weit am oberen Rand der Linie 16 liegender Auffächerungsbereich 74 mit einem
Winkelbereich [0.8
∗A
y, A
y] gezeigt sind. Entsprechend wird der Auffächerungsbereich im unteren Randbereich
64 kontinuierlich von oben her eingeschränkt, wobei ein Auffächerungsbereich 76 mit
einem Winkelbereich [-A
y, 0°] und ein weit am unteren Rand der Linie 16 liegender Auffächerungsbereich 78
mit einem Winkelbereich [-A
y,-0.8
∗A
y] gezeigt sind.
[0057] Der durch die Reduzierung des Auffächerungsbereichs erzielte Effekt ist in Fig. 6
für zwei Betrachtungsrichtungen für A
y = 20° illustriert. Bei der in Fig. 6(a) gezeigten senkrechten Betrachtung 82 (entsprechend
einem Betrachtungswinkel ϕ = 0°) sieht der Betrachter denjenigen Teil 84 der Linie
16, in dem der Auffächerungsbereich den Winkel ϕ = 0° enthält. Der sichtbare Linienteil
84 enthält also den Kernbereich 60 und jeweils gleich große Teile des oberen und unteren
Randbereichs 62, 64. Die äußersten Ränder 85 der Linie 16 sind nicht sichtbar, da
sie nicht in den Winkel ϕ = 0° reflektieren. Beispielsweise erfasst der Auffächerungsbereich
74 nur einen Winkelbereich von 16° bis 20° und der Auffächerungsbereich 78 nur einen
Winkelbereich von -20° bis -16°.
[0058] Bei der in Fig. 6(b) gezeigten Betrachtung 86 unter einem Winkel ϕ =-10° schräg von
unten, sieht der Betrachter denjenigen Teil 88 der Linie 16, in dem der Auffächerungsbereich
den Winkel ϕ =-10° enthält. Der sichtbare Linienteil 88 enthält also den Kernbereich
60, einen kleinen Teil des oberen Randbereichs 62 und einen größeren Teil unteren
Randbereichs 64. Beispielsweise ist die Linie im Auffächerungsbereich 76 sichtbar,
da der Winkelbereich von -20° bis 0° den Betrachtungswinkel ϕ =-10° enthält. Dagegen
erfasst der Auffächerungsbereich 72 nur den Winkelbereich von 0° bis 20°, reflektiert
also nicht in einen Winkel von ϕ =-10°. Die Linienenden 89 mit den Auffächerungsbereichen
74 und 78 sind aus der Betrachtungsrichtung 86 nicht sichtbar, wobei sich am oberen
Ende ein größerer und am unteren Linienende ein kleinerer nicht sichtbarer Teil ergibt.
[0059] Im Ergebnis scheint der sichtbare Linienteil 84, 88 durch den Wechsel der Betrachtungsrichtung
bzw. durch ein Kippen des Sicherheitselements nach unten gewandert zu sein, was gerade
das erwartete Bewegungsverhalten eines unterhalb des flächigen Motivbereichs 20 schwebenden
Objekts darstellt. Die Linie 16 erhält so neben der horizontalen Parallaxe durch die
Wahl der Normalkomponente N
⊥ auch eine vertikale Parallaxe durch die beschriebene Wahl der Parallelkomponente
N
∥. Ein Betrachter kann einen flächigen Motivbereich 20 mit einer Linie 16 somit nicht
nur in x- und y-Richtung kippen, sondern auch beliebig in der x-y-Ebene drehen, ohne
dass der dreidimensionale Tiefeneindruck verlorengeht.
[0060] Die Schilderung der Fig. 5 gilt für Schwebehöhen unterhalb des flächigen Motivbereichs
20. Für Linien, die oberhalb des flächigen Motivbereichs schweben sollen, ist der
Auffächerungsbereich entsprechend im oberen Randbereich kontinuierlich von oben her
einzuschränken und im unteren Randbereich kontinuierlich von unten her.
[0061] Die zunächst für eine vertikale Linie 16 beschriebene Vorgehensweise kann allgemein
bei beliebigen gekrümmten Kurven 90 eingesetzt werden, wie in Fig. 7 illustriert.
Figur 7 zeigt in Aufsicht einen flächigen Motivbereich 20 eines Sicherheitselements
mit einem Darstellungsbereich 92, in dessen Mittelposition die gekrümmte Kurve 90
als Vorgabekurve sichtbar ist. Die Linie 90 schwebt für einen Betrachter einige Millimeter
unterhalb der Ebene des flächigen Motivbereichs 20 und bewegt sich beim Kippen um
die x-Achse bzw. die y-Achse entsprechend ihrer scheinbaren Schwebehöhe bzw. Schwebetiefe
in unterschiedliche Richtungen.
[0062] Da die gekrümmte Kurve 90 lokal durch kleine Geradenstücke beschrieben werden kann,
können die obigen Überlegungen für eine Linie 16 problemlos auf die gekrümmte Kurve
90 übertragen werden, wenn die y-Richtung (parallel zur Linie 16) durch einen lokalen
Richtungsvektor R
∥ parallel zur Kurve 90 und die x-Richtung durch einen lokalen Richtungsvektor R
⊥ senkrecht zur Kurve 90 ersetzt wird.
[0063] Mit Bezug auf den Detailausschnitt 94 der Fig. 7(b) ist der Darstellungsbereich 92
mit einer Mehrzahl reflektiver, ebener Facetten 30 versehen, die insbesondere durch
einen Neigungswinkel gegen die Ebene des flächigen Motivbereichs 20 charakterisiert
sind, welcher als Neigungskomponenten eine Parallelkomponente N
∥ parallel zum lokalen Richtungsvektor R
∥ und eine Normalkomponente N
⊥ parallel zum lokalen Richtungsvektor R
⊥ aufweist.
[0064] Die Normalkomponente N
⊥ der Facettenneigung hängt dabei vom Abstand einer Facette 30 zur gekrümmten Kurve
90 ab. Insbesondere kann der Neigungswinkel parallel zum Richtungsvektor R
⊥ monoton und bevorzugt linear mit dem Abstand der Facette von der Kurve 90 zunehmen.
Sind die Facetten mit zunehmendem Abstand von der Kurve immer stärker von der Kurve
weg geneigt ausgebildet, so erscheint die Kurve unterhalb der Ebene des flächigen
Motivbereichs 20 zu schweben. Sind andererseits die Facetten mit zunehmendem Abstand
von der Kurve immer stärker zur Kurve hin geneigt ausgebildet, so erscheint die Kurve
oberhalb der Ebene des flächigen Motivbereichs 20 zu schweben. Es versteht sich, dass
eine Kurve keine konstante Schwebehöhe aufweisen muss, sondern dass sich die Schwebehöhe
entlang der Kurve ändern kann und sogar von einer Schwebehöhe oberhalb des flächigen
Motivbereichs in eine Schwebehöhe unterhalb des flächigen Motivbereichs übergehen
kann oder umgekehrt.
[0065] Die Parallelkomponente N
∥ der Facettenneigung ist unabhängig vom Abstand einer Facette zur gekrümmten Kurve
gewählt und variiert zufällig oder pseudozufällig in einem zweiten Winkelbereich,
dessen Größe vergleichbar mit der Winkelspreizung parallel zum Richtungsvektor R
⊥ (erster Winkelbereich) ist. An den Enden 96, 98 der Kurve 90 ist der Auffächerungsbereich
der Parallelkomponente N
∥ auf einen Teilbereich eingeschränkt, wie oben für eine vertikale Linie 16 beschrieben,
um die Sichtbarkeit der Linienenden entsprechend der gewünschten Schwebehöhe vom Betrachtungswinkel
abhängig zu machen. Ein Betrachter kann den flächigen Motivbereich 20 mit der gekrümmten
Kurve 90 dann nicht nur in x- und y-Richtung kippen, sondern auch beliebig in der
x-y-Ebene drehen, ohne dass der dreidimensionale Tiefeneindruck verlorengeht.
[0066] Ist die Kurve 90 eine geschlossene Kurve, ist eine Einschränkung des Auffächerungsbereiches
an Linienenden natürlich nicht erforderlich. Die Kurve 90 kann eine beliebige Form
haben, stellt aber bevorzugt Buchstaben, Zahlen, Symbole oder auch einfache geometrische
Formen wie Kreise, Ovale, Dreiecke, Rechtecke oder Quadrate dar.
[0067] Das erfindungsgemäße Prinzip erlaubt auch die Erzeugung allgemeinerer Bewegungseffekte.
Zur Erläuterung sind in den Figuren 8 und 9 zunächst nochmals die bisher beschriebenen
Bewegungseffekte für ein Motiv mit einem Ring in Form einer Kreiskurve 104 zusammengefasst.
In Fig. 8 zeigt die mittlere Ansicht 100-M in Aufsicht einen flächigen Motivbereich
20 mit einem gestrichelt eingezeichneten Darstellungsbereich 102, in dem die Kreiskurve
104 bei senkrechter Betrachtung in der Mittelposition sichtbar ist und unterhalb des
flächigen Motivbereichs 20 zu schweben scheint. Bei Betrachtung von oben (Ansicht
100-O) wandert die Kreiskurve 104 an den oberen Rand des Darstellungsbereichs 102,
bei Betrachtung von unten (Ansicht 100-U) an den unteren Rand. Entsprechend wandert
die Kreiskurve 104 bei Betrachtung von rechts (Ansicht 100-R) an den rechten Rand
und bei Betrachtung von links (Ansicht 100-L) an den linken Rand des Darstellungsbereichs
102. Ein solches Bewegungsverhalten entspricht dem Bewegungsverhalten eines in der.
Tiefe angeordneten Objekts und erzeugt daher den dreidimensionalen Eindruck des in
der Tiefe schwebenden Rings.
[0068] Wie bereits im Zusammenhang mit Fig. 7 beschrieben, wird dieses Erscheinungsbild
und Bewegungsverhalten beispielsweise dadurch erreicht, das die Facetten im Darstellungsbereich
102 in Richtung senkrecht zum Richtungsvektor R
∥ der Kreiskurve 104 von der Kreiskurve 104 weg geneigt sind und die Neigungswinkel
linear mit dem Abstand der Facette von der Kreiskurve 104 zunehmen, und dass die Neigungswinkel
parallel zum Richtungsvektor R
∥ unabhängig vom Abstand zur Kreiskurve 104 zufällig oder pseudozufällig in einem Auffächerungsbereich
variieren, dessen Größe vergleichbar mit der Winkelspreizung senkrecht zum Richtungsvektor
R
∥ ist.
[0069] In Fig. 9 zeigt die mittlere Ansicht 110-M in Aufsicht einen flächigen Motivbereich
20 mit einem gestrichelt eingezeichneten Darstellungsbereich 112, in dem die Kreiskurve
114 bei senkrechter Betrachtung in der Mittelposition sichtbar ist und oberhalb des
flächigen Motivbereichs 20 zu schweben scheint. In diesem Fall wandert die Kreiskurve
114 bei Betrachtung von oben (Ansicht 110-O) an den unteren Rand des Darstellungsbereichs
112, bei Betrachtung von unten (Ansicht 110-U) an den oberen Rand, bei Betrachtung
von rechts (Ansicht 110-R) an den linken Rand und bei Betrachtung von links (Ansicht
110-L) an den rechten Rand des Darstellungsbereichs 112. Ein solches Bewegungsverhalten
entspricht dem Bewegungsverhalten eines über dem Motivbereich 20 angeordneten Objekts
und erzeugt daher den dreidimensionalen Eindruck des über dem Motivbereich schwebenden
Rings.
[0070] Ein solches Erscheinungsbild und Bewegungsverhalten wird beispielsweise dadurch erreicht,
das die Facetten im Darstellungsbereich 112 in Richtung senkrecht zum Richtungsvektor
R
∥ der Kreiskurve 114 zu der Kreiskurve 114 hin geneigt sind und die Neigungswinkel
linear mit dem Abstand der Facette von der Kreiskurve 114 zunehmen, und dass die Neigungswinkel
parallel zum Richtungsvektor R
∥ unabhängig vom Abstand zur Kreiskurve 114 zufällig oder pseudozufällig in einem Auffächerungsbereich
variieren, dessen Größe vergleichbar mit der Winkelspreizung senkrecht zum Richtungsvektor
R
∥ ist.
[0071] Anstelle eines intuitiv korrekten Bewegungsverhaltens nach Fig. 8 oder 9 können mit
den beschriebenen Mikrospiegelgestaltungen auch Kurvendarstellungen mit kontraintuitivem
Bewegungsverhalten erzeugt werden, bei dem das Bewegungsverhalten nicht dem eines
realen Objekt entspricht. Figur 10 zeigt hierzu wiederum einen Ring 124 als Motiv,
allerdings ist bei den Facetten des Darstellungsbereichs 122 bezogen auf die Gestaltungen
der Figuren 8 und 9 die Rolle der Komponente N
⊥ und N
∥ vertauscht. Für jede Facette im Darstellungsbereich 122 ist also die Parallelkomponente
N
∥ parallel zum Richtungsvektor R
∥ der Kreiskurve 124 geneigt und zwar mit Neigungswinkeln, die linear mit dem Abstand
der Facette von der Kreiskurve 114 zunehmen. Dagegen variieren die Neigungswinkel
senkrecht zum Richtungsvektor R
∥ unabhängig vom Abstand zur Kreiskurve 114 zufällig oder pseudozufällig in einem Auffächerungsbereich,
dessen Größe vergleichbar mit der Winkelspreizung parallel zum Richtungsvektor R
∥ ist.
[0072] Konkret zeigt in Fig. 10 die mittlere Ansicht 120-M in Aufsicht einen flächigen Motivbereich
20 mit einem gestrichelt eingezeichneten Darstellungsbereich 122, in dem die Kreiskurve
124 bei senkrechter Betrachtung in der Mittelposition sichtbar ist. Bei Betrachtung
von oben (Ansicht 120-O) wandert die Kreiskurve 124 entgegen der Erwartung an den
rechten Rand des Darstellungsbereichs 122, bei Betrachtung von unten (Ansicht 120-U)
an den linken Rand. Entsprechend wandert die Kreiskurve 124 bei Betrachtung von rechts
(Ansicht 120-R) an den unteren Rand und bei Betrachtung von links (Ansicht 120-L)
an den oberen Rand des Darstellungsbereichs 122. Ein solches Bewegungsverhalten wird
als orthoparallaktische Bewegung bezeichnet, da die scheinbare Bewegung der Kreiskurve
124 stets senkrecht auf der Kipprichtung und auf der intuitiv erwarteten Bewegungsrichtung
steht.
[0073] Mit umgekehrten Vorzeichen der Facettenneigung parallel zum Richtungsvektor R
∥ kann natürlich auch der umkehrte Bewegungseffekt erzeugt werden, bei dem also die
Kreiskurve 124 bei Betrachtung von oben an den linken Rand des Darstellungsbereichs
122 wandert, etc.
[0074] Ein Vertauschen der Rolle der Komponente N
⊥ und N
∥ entspricht einer Drehung der Neigung der Facetten bzw. Mikrospiegel um +90° oder
-90°. Auch Kombinationen von Höhen-/Tiefeneffekten und orthoparallaktischen Bewegungseffekten
können erzeugt werden, wenn ausgehend von einem Höhen- bzw. Tiefeneffekt die Neigung
der Facetten um einen beliebigen Winkel gedreht wird, der kein ganzzahliges Vielfaches
von 90° ist.
[0075] Die oben angesprochenen Effekte können miteinander kombiniert werden, beispielsweise
um das bei Fig. 1 angesprochene ungewöhnliche dreidimensionale Erscheinungsbild zu
erzeugen. Dazu werden mit Bezug auf Fig. 11 für die Wertzahl "100" die Ziffern "1",
"0" und "0" als Kurvendarstellungen 132, 134, 136 in einem flächigen Motivbereich
20 mit ihren jeweiligen Darstellungsbereichen 142, 144, 146 so angelegt, dass die
Kurvendarstellungen 132 und 136 gemäß Fig. 8 unterhalb des Motivbereichs 20 und die
Kurvendarstellung 134 gemäß Fig. 9 oberhalb des Motivbereichs 20 zu schweben scheint
(Ansicht 130-M). Bei Betrachtung von oben (Ansicht 130-O) wandern dann die Kurvendarstellungen
132 und 136 an den oberen Rand ihres jeweiligen Darstellungsbereichs, während die
Kurvendarstellung 134 an den unteren Rand ihres Darstellungsbereichs wandert. Bei
Betrachtung von unten (Ansicht 130-U) ergibt sich das umgekehrte Erscheinungsbild,
so dass sich die Ziffern beim Kippen von oben nach unten gegeneinander und aneinander
vorbei zu bewegen scheinen.
[0076] Analog wandern die Kurvendarstellungen 132 und 136 bei Betrachtung von rechts (Ansicht
130-R) an den rechten Rand ihres jeweiligen Darstellungsbereichs, während die Kurvendarstellung
134 an den linken Rand ihres Darstellungsbereichs wandert. Bei Betrachtung von links
(130-L) zeigt sich wiederum das umgekehrte Erscheinungsbild, so dass sich die Ziffern
beim Kippen von links nach rechts anzunähern oder voneinander zu entfernen scheinen.
[0077] Solche Darstellungen sind sehr auffällig und dynamisch und daher als Sicherheitselemente
für Banknoten oder andere Wertdokumente besonders gut geeignet. Anstatt verschiedene
Höhen- und Tiefeneffekte zu kombinieren, können selbstverständlich auch verschiedene
orthoparallaktische Bewegungseffekte kombiniert werden oder Höhen- und Tiefeneffekte
einerseits mit orthoparallaktischen Bewegungseffekten andererseits kombiniert werden.
[0078] Wegen der Kleinheit der Facetten können auch mehrere Kurvendarstellungen und Bewegungseffekte
im selben Flächenbereich verschachtelt angeordnet werden. Beispielsweise können erste
Facetten für eine erste Kurvendarstellung mit einem ersten Bewegungseffekt und zweite
Facetten für eine zweite Kurvendarstellung mit einem zweiten Bewegungseffekt schachbrettartig
ineinander verschachtelt angeordnet sein.
[0079] Mit Bezug auf Fig. 12 kann der flächige Motivbereich 20 beispielsweise ein Motiv
aus zwei Kreiskurven 152,154 enthalten, die innerhalb desselben Darstellungsbereichs
156 angeordnet sind und die von schachbrettartig angeordneten ersten bzw. zweiten
Facetten dargestellt werden. Die beiden Kreiskurven 152, 154 zeigen dabei jeweils
entgegengesetztes orthoparallaktisches Bewegungsverhalten, wie grundsätzlich bei Fig.
10 bereits erläutert. Insbesondere ist für jede Facette im Darstellungsbereich 156
die Parallelkomponente N
∥ parallel zum Richtungsvektor R
∥ der Kreiskurven 152,154 geneigt und zwar mit Neigungswinkeln, die betragsmäßig linear
mit dem Abstand der Facette von der Mittelposition der Kreiskurven zunehmen (Ansicht
150-M).
[0080] Um die entgegengesetzte orthoparallaktische Bewegung zu erzeugen, ist der Neigungswinkel
der zweiten Facetten parallel zum Richtungsvektor R
∥ betragsmäßig gleich, aber entgegengesetzt zu dem entsprechenden Neigungswinkel der
ersten Facetten gewählt. Die Neigungswinkel senkrecht zum Richtungsvektor R
∥ werden für beide Facettenarten unabhängig vom Abstand zur Mittelposition der Kreiskurven
152,154 zufällig oder pseudozufällig in einem Auffächerungsbereich gewählt, dessen
Größe vergleichbar mit der Winkelspreizung parallel zum Richtungsvektor R
∥ ist.
[0081] Durch diese Auslegung der Facetten ergibt sich das in Fig. 12 illustrierte Bewegungsverhalten
des flächigen Motivbereichs 20, bei dem die Kreiskurve 152 das in Fig. 10 bereits
beschriebene orthoparallaktische Bewegungsverhalten und die Kreiskurve 154 das entgegengesetzte
orthoparallaktische Bewegungsverhalten zeigt, wie in den Ansichten 150-O, 150-U, 150-R
und 150-L illustriert, die Ansichten bei Betrachtung von oben, unten, rechts bzw.
links zeigen. Auch durch eine Verschachtelung können sehr dynamische Effekte erzeugt
werden, da mehrere Kurvendarstellungen sogar innerhalb desselben Flächenbereichs unterschiedliche
Bewegungseffekte zeigen. Durch die Verschachtelung zweier Facettenarten weisen die
einzelnen Ringe naturgemäß eine geringere Helligkeit auf, allerdings sind die durch
die Facetten erzeugten Flächenbereiche in der Regel ohnehin so hell, dass auch die
geringere Helligkeit verschachtelter Darstellungen für viele Zwecke vollkommen ausreicht.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 10
- Banknote
- 12
- optisch variables Sicherheitselement
- 14
- Fensterbereiche
- 16
- Linie
- 16T
- helle Linie in Tiefe T
- 20
- flächiger Motivbereich
- 22
- Darstellungsbereich
- 24
- Detailausschnitt
- 30,32, 34, 36
- reflektive, ebene Facetten
- 40,42
- Position des linken bzw. rechten Auges
- 44
- Lichtquelle
- 54, 56
- Stelle des Flächenbereichs
- 60
- Kernbereich
- 62, 64
- Randbereiche
- 70, 72, 74, 76, 78
- Auffächerungsbereiche
- 80, 82, 86
- Betrachtungsrichtungen
- 84, 88
- sichtbare Linienteile
- 85, 89
- Linienenden
- 90
- gekrümmte Kurve
- 92
- Darstellungsbereich
- 94
- Detailausschnitt
- 96, 98
- Kurvenenden
- 100-M, O, U, R, L
- Ansichten
- 102
- Darstellungsbereich
- 104
- Kreiskurve
- 110-M, O, U, R, L
- Ansichten
- 112
- Darstellungsbereich
- 114
- Kreiskurve
- 120-M, O, U, R, L
- Ansichten
- 122
- Darstellungsbereich
- 124
- Kreiskurve
- 130-M, O, U, R, L
- Ansichten
- 132, 134, 136
- Kurvendarstellungen
- 142, 144, 146
- Darstellungsbereiche
- 150-M, O, U, R, L
- Ansichten
- 152,154
- Kreiskurven
- 156
- Darstellungsbereich
1. Optisch variables Sicherheitselement (12) zur Absicherung von Wertgegenständen, das
betrachtungswinkelabhängig ein Motiv mit zumindest einer Kurvendarstellung (16) zeigt,
die aus einer ersten Betrachtungsrichtung innerhalb eines Darstellungsbereichs (22)
in einer Mittelposition als Vorgabekurve sichtbar ist, und die sich beim Kippen des
Sicherheitselements (12) um zwei unterschiedliche vorbestimmte Achsen innerhalb des
Darstellungsbereichs (22) in unterschiedliche Richtungen von der Mittelposition weg
bewegt, mit
- einem flächigen Motivbereich (20), der in dem Darstellungsbereich (22) mit einer
Mehrzahl reflektiver, ebener Facetten (30) versehen ist,
- wobei jede ebene Facette (30) durch einen Neigungswinkel gegen die Ebene des flächigen
Motivbereichs (20) charakterisiert ist, welcher als Neigungskomponenten eine Parallelkomponente
(N∥) parallel zu der Vorgabekurve in der Mittelposition und eine Normalkomponente (N⊥) senkrecht zu der Vorgabekurve in der Mittelposition aufweist, und wobei
- für die ebenen Facetten (30) des Darstellungsbereichs (22) eine erste der beiden
Neigungskomponenten vom Abstand der jeweiligen Facette (30) zu der Vorgabekurve abhängig
gewählt ist und eine zweite der beiden Neigungskomponenten in einem vorbestimmten
Auffächerungsbereich unabhängig vom Abstand der jeweiligen Facette (30) zu der Vorgabekurve
gewählt ist.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Neigungskomponente der ebenen Facetten monoton, insbesondere streng monoton
mit dem Abstand der jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve zunimmt oder abnimmt, vorzugsweise
dass die erste Neigungskomponente linear mit dem Abstand der jeweiligen Facette zu
der Vorgabekurve zunimmt oder abnimmt.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Neigungskomponente der ebenen Facetten in dem Auffächerungsbereich unregelmäßig,
insbesondere gemäß einer Zufallszahlenverteilung oder einer Pseudozufallszahlenverteilung
variiert.
4. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Neigungskomponente der Facetten jeweils einen ersten bzw. zweiten
Winkelbereich einnehmen und dass die Größe des zweiten Winkelbereichs zwischen 80%
und 120%, vorzugsweise zwischen 90% und 110% der Größe des ersten Winkelbereichs beträgt.
5. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Neigungskomponente die Normalkomponente und die zweite Neigungskomponente
die Parallelkomponente der Facetten ist, und dass die Kurvendarstellung für einen
Betrachter unterhalb oder oberhalb der Ebene des flächigen Motivbereichs schwebt.
6. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Neigungskomponente die Parallelkomponente und die zweite Neigungskomponente
die Normalkomponente der Facetten ist, und dass die Kurvendarstellung beim Kippen
des Sicherheitselements ein orthoparallaktisches Bewegungsverhalten zeigt.
7. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvendarstellung als Vorgabekurve eine geschlossene Kurve zeigt.
8. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvendarstellung als Vorgabekurve eine Kurve mit einem oder mehreren Kurvenenden
zeigt und dass der Auffächerungsbereich der zweiten Neigungskomponente der Facetten
jeweils im Bereich der Kurvenenden gegenüber seiner Größe im Kurveninneren verkleinert
ist.
9. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvendarstellung als Vorgabekurve ein alphanumerisches Zeichen, ein Symbol oder
eine geometrische Form, insbesondere einen Kreis, ein Oval, ein Dreieck, ein Rechteck,
ein Sechseck, oder eine Sternform zeigt.
10. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Motiv zumindest eine erste und eine zweite Kurvendarstellung enthält, die aus
einer ersten bzw. zweiten Betrachtungsrichtung innerhalb eines ersten bzw. zweiten
Darstellungsbereichs in einer Mittelposition als erste bzw. zweite Vorgabekurve sichtbar
ist, wobei sich die beiden Kurvendarstellungen beim Kippen des Sicherheitselements
in unterschiedliche, vorzugsweise entgegengesetzte Richtungen bewegen, insbesondere,
dass die Darstellungsbereiche der ersten und der zweiten Kurvendarstellung in dem
flächigen Motivbereich nebeneinander oder ineinander verschachtelt angeordnet sind.
11. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ebenen Facetten in einen Prägelack abgeformt sind und vorzugsweise mit einer
reflexionserhöhenden Beschichtung, insbesondere einer Metallisierung, einer reflektierenden
Farbschicht oder einer Beschichtung mit einem Material mit hohem Brechungsindex versehen
sind, oder, dass die ebenen Facetten in eine reflektierende Farbschicht eingeprägt sind.
12. Sicherheitselement nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die reflexionserhöhende Beschichtung bzw. die reflektierende Farbschicht einen Farbkippeffekt
aufweist.
13. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement ein Sicherheitsfaden, ein Aufreißfaden, ein Sicherheitsband,
ein Sicherheitsstreifen, ein Patch oder ein Etikett zum Aufbringen auf ein Sicherheitspapier,
Wertdokument oder dergleichen ist.
14. Datenträger mit einem Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
15. Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen Sicherheitselements (12) nach einem
der Ansprüche 1 bis 13, bei dem
- eine gewünschte Vorgabekurve und ein gewünschtes Bewegungsverhalten der Vorgabekurve
beim Kippen des Sicherheitselements (12) um zwei unterschiedliche Achsen festgelegt
werden,
- ein Darstellungsbereich (22) für die Vorgabekurve bestimmt wird, in dem sich die
Vorgabekurve beim Kippen des Sicherheitselements (12) entsprechend dem festgelegten
Bewegungsverhalten von einer Mittelposition weg bewegt,
- in einem flächigen Motivbereich (20) in dem bestimmten Darstellungsbereich (22)
eine Mehrzahl reflektiver, ebener Facetten (30) mit einem Neigungswinkel gegen die
Ebene des flächigen Motivbereichs (20) so angeordnet und ausgerichtet werden, dass
sie als Neigungskomponenten eine Parallelkomponente (N∥) parallel zu der Vorgabekurve in der Mittelposition und eine Normalkomponente (N⊥) senkrecht zu der Vorgabekurve in der Mittelposition aufweisen, wobei
- für die ebenen Facetten (30) des Darstellungsbereichs (22) eine erste der beiden
Neigungskomponenten vom Abstand der jeweiligen Facette (30) zu der Vorgabekurve abhängig
gewählt wird und eine zweite der beiden Neigungskomponenten in einem vorbestimmten
Auffächerungsbereich unabhängig vom Abstand der jeweiligen Facette zu der Vorgabekurve
gewählt wird.
1. An optically variable security element (12) for securing valuable articles that viewing-angle-dependently
displays a motif having at least one curve depiction (16) that, from a first viewing
direction, is visible as a target curve in a center position within a depiction region
(22) and that, when the security element (12) is tilted about two different predetermined
axes, moves within the depiction region (22) in different directions away from the
center position, having
- an areal motif region (20) that is provided in the depiction region (22) with a
plurality of reflective, planar facets (30),
- each planar facet (30) being characterized by an inclination angle against the plane of the areal motif region (20), which inclination
angle has, as inclination components, a parallel component (N∥) parallel to the target curve in the center position, and a normal component (N⊥) perpendicular to the target curve in the center position, and
- for the planar facets (30) in the depiction region (22), a first of the two inclination
components being chosen dependent on the distance of the respective facet (30) from
the target curve, and a second of the two inclination components being chosen in a
predetermined spreading range independently of the distance of the respective facet
(30) from the target curve.
2. The security element according to claim 1, characterized in that the first inclination component of the planar facets increases or decreases monotonically,
especially strictly monotonically, with the distance of the respective facet from
the target curve, preferably in that the first inclination component increases or decreases linearly with the distance
of the respective facet from the target curve.
3. The security element according to claim 1 or 2, characterized in that the second inclination component of the planar facets varies irregularly in the spreading
range, especially according to a random distribution or a pseudorandom distribution.
4. The security element according to at least one of claims 1 to 3, characterized in that the first and second inclination component of the facets have a first or a second
angle range, respectively, and in that the size of the second angle range is between 80% and 120%, preferably between 90%
and 110% of the size of the first angle range.
5. The security element according to at least one of claims 1 to 4, characterized in that the first inclination component is the normal component and the second inclination
component is the parallel component of the facets, and in that, for a viewer, the curve depiction floats below or above the plane of the areal motif
region.
6. The security element according to at least one of claims 1 to 4, characterized in that the first inclination component is the parallel component and the second inclination
component is the normal component of the facets, and in that the curve depiction displays an orthoparallactic movement behavior when the security
element is tilted.
7. The security element according to at least one of claims 1 to 6, characterized in that, as the target curve, the curve depiction displays a closed curve.
8. The security element according to at least one of claims 1 to 6, characterized in that, as the target curve, the curve depiction displays a curve having one or more curve
ends, and in that the spreading range of the second inclination component of the facets is diminished
in the region of each of the curve ends compared with its size in the curve interior.
9. The security element according to at least one of claims 1 to 8, characterized in that, as the target curve, the curve depiction displays an alphanumeric character, a symbol
or a geometric shape, especially a circle, an oval, a triangle, a rectangle, a hexagon,
or a star shape.
10. The security element according to at least one of claims 1 to 9, characterized in that the motif includes at least a first and a second curve depiction that, from a first
or second viewing direction, respectively, is visible as the first or second target
curve, respectively, in a center position within a first or second depiction region,
respectively, the two curve depictions moving in different, preferably opposing directions
when the security element is tilted, especially, that in the areal motif region, the
depiction regions of the first and the second curve depiction are arranged adjacent
to each other or nested within one another.
11. The security element according to at least one of claims 1 to 10, characterized in that the planar facets are cast in an embossing lacquer and are preferably provided with
a reflection-increasing coating, especially a metalization, a reflective ink layer
or a coating having a material having a high refractive index, or that the planar
facets are embossed in a reflective ink layer.
12. The security element according to claim 11, characterized in that the reflection-increasing coating or the reflective ink layer has a color-shift effect.
13. The security element according to at least one of claims 1 to 12, characterized in that the security element is a security thread, a tear strip, a security band, a security
strip, a patch or a label for application to a security paper, value document or the
like.
14. A data carrier having a security element according to one of claims 1 to 13.
15. A method for manufacturing an optically variable security element (12) according to
one of claims 1 to 13, in which
- a desired target curve and a desired movement behavior of the target curve when
the security element (12) is tilted about two different axes are defined,
- a depiction region (22) for the target curve is determined in which, when the security
element (12) is tilted, the target curve moves away from a center position in accordance
with the defined movement behavior,
- in an areal motif region (20) in the determined depiction region (22), a plurality
of reflective, planar facets (30) having an inclination angle against the plane of
the areal motif region (20) are arranged and aligned in such a way that they have,
as inclination components, a parallel component (N∥) parallel to the target curve in the center position, and a normal component (N⊥) perpendicular to the target curve in the center position,
- for the planar facets (30) in the depiction region (22), a first of the two inclination
components being chosen dependent on the distance of the respective facet (30) from
the target curve, and a second of the two inclination components being chosen in a
predetermined spreading range independently of the distance of the respective facet
from the target curve.
1. Elément de sécurité optiquement variable (12) destiné à sécuriser des objets de valeur,
qui présente en fonction de l'angle d'observation un motif avec au moins une présentation
en courbe (16), qui est visible dans une position médiane en tant que courbe de référence
à partir d'une première direction d'observation à l'intérieur d'une zone de présentation
(22) et qui s'éloigne dans deux directions différentes de la position médiane lors
du basculement de l'élément de sécurité (12) autour de deux axes différents prédéterminés
à l'intérieur de la zone de présentation (22), avec
- une zone de motif en surface (20), qui est dotée dans la zone de présentation (22)
d'une pluralité de facettes réfléchissantes, planes (30),
- sachant que chaque facette plane (30) est caractérisée par un angle d'inclinaison par rapport au plan de la zone de motif en surface (20), laquelle
comporte en tant que composant d'inclinaison un composant parallèle (N∥) parallèlement à la courbe de référence dans la position médiane et un composant
normal (N⊥) perpendiculairement à la courbe de référence dans la position médiane, et sachant
que
- pour les facettes planes (30) de la zone de présentation (22), un premier des deux
composants d'inclinaison est choisi en fonction de la distance de la facette respective
(30) par rapport à la courbe de référence et un deuxième des deux composants d'inclinaison
est choisi dans une zone de déploiement prédéterminée indépendamment de la distance
de la facette respective (30) par rapport à la courbe de référence.
2. Elément de sécurité selon la revendication 1, caractérisé en ce que le premier composant d'inclinaison des facettes planes augmente ou diminue de façon
monotone, en particulier fortement monotone avec la distance de la facette respective
par rapport à la courbe de référence, de préférence en ce que le premier composant d'inclinaison augmente ou diminue de façon linéaire avec la
distance de la facette respective par rapport à la courbe de référence.
3. Elément de sécurité selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le deuxième composant d'inclinaison des facettes planes dans la zone de déploiement
varie de façon irrégulière, en particulier selon une répartition à nombre aléatoire
ou une répartition à nombre pseudo-aléatoire.
4. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le premier et le deuxième composant d'inclinaison des facettes occupent respectivement
une première ou deuxième zone angulaire et en ce que la taille de la deuxième zone angulaire se situe entre 80 % et 120 %, de préférence
entre 90 % et 110 % de la taille de la première zone angulaire.
5. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le premier composant d'inclinaison est le composant normal et le deuxième composant
d'inclinaison le composant parallèle des facettes et en ce que la présentation en courbe pour un observateur flotte en dessous ou au-dessus du plan
de la zone de motif en surface.
6. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le premier composant d'inclinaison est le composant parallèle et le deuxième composant
d'inclinaison est le composant normal des facettes, et en ce que la présentation en courbe présente un comportement de mouvement orthoparallactique
lors du basculement de l'élément de sécurité.
7. Elément de sécurité selon au moins une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la présentation en courbe en tant que courbe de référence présente une courbe fermée.
8. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la présentation en courbe en tant que courbe de référence présente une courbe avec
une ou plusieurs extrémités de courbe et en ce que la zone de déploiement du deuxième composant d'inclinaison des facettes est respectivement
réduite dans la zone des extrémités de courbe par rapport à sa taille à l'intérieur
de la courbe.
9. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la présentation en courbe en tant que courbe de référence présente un signe alphanumérique,
un symbole ou une forme géométrique, en particulier un cercle, un oval, un triangle,
un rectangle, un hexagone ou une forme étoilée.
10. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le motif contient au moins une première et une deuxième présentation en courbe, qui
est visible à partir d'une première ou d'une deuxième direction d'observation à l'intérieur
d'une première ou d'une deuxième zone de présentation dans une position médiane en
tant que première ou deuxième courbe de référence, sachant que les deux présentations
en courbe se déplacent dans des directions différentes, de préférence opposées, lors
du basculement de l'élément de sécurité, en particulier, en ce que les zones de présentation de la première et de la deuxième présentation en courbe
sont disposées imbriquées l'une à côté de l'autre ou l'une dans l'autre dans la zone
de motif en surface.
11. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que les facettes planes sont conformées dans une laque de gaufrage et sont dotées de
préférence d'un revêtement augmentant la réflexion, en particulier d'une métallisation,
d'une couche de couleur réfléchissante ou d'un revêtement avec un matériau ayant un
indice de réfraction élevé ou en ce que les facettes planes sont empreintes dans une couche de couleur réfléchissante.
12. Elément de sécurité selon la revendication 11, caractérisé en ce que le revêtement augmentant le réfléchissement ou la couche de couleur réfléchissante
comporte un effet à changement de couleur.
13. Elément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que l'élément de sécurité est un fil de sécurité, un fil de déchirage, une bandelette
de sécurité, une bande de sécurité, une pastille ou une étiquette à appliquer sur
un papier de sécurité, un document de valeur ou un élément analogue.
14. Support de données pour un élément de sécurité selon l'une quelconque des revendications
1 à 13.
15. Procédé de fabrication d'un élément de sécurité optiquement variable (12) selon l'une
quelconque des revendications 1 à 13, pour lequel
- une courbe de référence souhaitée et un comportement de mouvement souhaité de la
courbe de référence lors du basculement de l'élément de sécurité (12) et deux axes
différents sont définis,
- une zone de présentation (22) est déterminée pour la courbe de référence, dans laquelle
la courbe de référence s'éloigne de la position médiane lors du basculement de l'élément
de sécurité (12) selon le comportement de mouvement défini,
- dans une zone de motif en surface (20) dans la zone de présentation (22) déterminée
est disposée et orientée une pluralité de facettes réfléchissantes, planes (30) avec
un angle d'inclinaison par rapport au plan de la zone de motif en surface (20) de
telle manière que les facettes comportent en tant que composants d'inclinaison un
composant parallèle (N∥) parallèlement à la courbe de référence dans la position médiane et un composant
normal (N⊥) perpendiculairement à la courbe de référence dans la position médiane, sachant que
- pour les facettes planes (30) de la zone de présentation (22), un premier des deux
composants d'inclinaison est choisi en fonction de la distance de la facette respective
(30) par rapport à la courbe de référence et un deuxième des deux composants d'inclinaison
est choisi dans une zone de déploiement prédéterminée indépendamment de la distance
de la facette respective par rapport à la courbe de référence.