[0001] Die vorliegende Erfindung liegt auf dem technischen Gebiet der Herstellung und Überprüfung
von Wertdokumenten und betrifft ein Wertdokument mit einer Sicherheitsmarkierung sowie
ein Verfahren zur Identifikation derselben.
[0002] Wertdokumente werden in aller Regel durch eine spezielle Kennzeichnung gegen eine
unerwünschte und häufig gesetzwidrige Vervielfältigung geschützt. Es ist seit langem
bekannt, Wertdokumente zu diesem Zweck mit lumineszierenden Substanzen zu versehen,
die ein spezifisches Emissionsverhalten aufweisen.
[0003] So beschreibt die Druckschrift
WO 916009 A1 die Echtheitsverifikation eines Wertdokuments über eine Bestimmung der Lumineszenz-Abklingzeit
einer Sicherheitsmarkierung. Dabei wird die Sicherheitsmarkierung gepulst angeregt
und die Zeit nach Ende des Anregungspulses bestimmt, welche verstreicht bis eine vordefinierte
Lumineszenzintensität erreicht wird.
[0004] Ein weiteres Verfahren zur Echtheitsverifikation eines Wertdokuments über eine Bestimmung
der Lumineszenz-Abklingzeit einer Sicherheitsmarkierung wird in der Druckschrift
WO 0188846A1 offenbart. Bei diesem Verfahren wird zu mehreren Zeitpunkten nach Ausschalten eines
Anregungspulses die Lumineszenzintensität gemessen, um die Abklingkurve zu bestimmen
und diese mit einer Sollkurve zu vergleichen.
[0005] Die Druckschrift
US 7762468 B2 zeigt ein Authentisierungsverfahren, bei dem eine Kombination von zwei Lumineszenzstoffen
mit unterschiedlichen Abklingzeiten verwendet wird. Bei diesem Verfahren wird der
zweite, langsamer abklingende Lumineszenzstoff erst dann erfasst, wenn die Lumineszenz
des ersten Lumineszenzstoffs bereits abgeklungen ist.
[0006] Auch der Druckschrift
DE 102006047851 A1 kann die Auswertung einer Sicherheitsmarkierung mit Lumineszenzstoffen mit unterschiedlichem
Abklingverhalten und überlappenden Emissionsspektren entnommen werden. Bei diesem
Verfahren wird der zeitliche Verlauf der Lumineszenzintensitäten gemessen und die
Form der Kurve zur Authentifikation geprüft bzw. mit Sollwerten verglichen.
[0007] Die Druckschrift
US 9046486 B2 offenbart eine Sicherheitsmarkierung und ein Verfahren zur Identifikation derselben
basierend auf Kombinationen von quasi-resonanten Lumineszenzstoffen mit einem unterschiedlichen
exponentiellen Abklingverhalten. Mit Hilfe einer nicht-linearen Anpassung werden sowohl
die Amplituden als auch die Abklingzeiten bestimmt. Das beschriebene Verfahren eignet
sich nicht für Markierstoffe mit stark nicht-exponentiellem Abklingverhalten, wodurch
sich die Anzahl der verfügbaren Markierstoffe limitiert. Auch erweist sich die Analyse
mittels nicht-linearer Anpassung als zeitintensiv und fehleranfällig gegenüber Rauschen,
so dass die Geschwindigkeit und Qualität der Auswertung gering ist.
[0008] Die
US 2014/0001351 A1 offenbart zwei lumineszente Materialien, welche in einem Sicherheitsmerkmal vermischt
sind.
[0009] Mit den im Stand der Technik bekannten Lumineszenzstoffen und Auswerteverfahren kann
zwar eine befriedigende Lösung zur fälschungssicheren Kennzeichnung von Wertdokumenten
erreicht werden, jedoch ist es insbesondere bei Lumineszenzstoffen mit nicht-exponentiellem
Abklingverhalten nachteilig, dass die kombinatorische Vielfalt der zur Verfügung stehenden
Lumineszenzstoffe begrenzt ist. Dies bedingt eine eingeschränkte Variabilität der
Kennzeichnung, wodurch sich unter anderem eine Verminderung der Fälschungssicherheit
ergeben kann. Werden Lumineszenzstoffe mit komplexem Zeitverhalten als Basisstoffe
zur Codierung von Mischungen mit unterschiedlichem Abklingverhalten verwendet, so
sind die bisher bekannten Auswerteverfahren, wie sie beispielsweise aus der Druckschrift
US 9046486B2 bekannt sind, ungeeignet um derartige Sicherheitsmerkmale in zeitkritischen Situationen,
wie beispielsweise auf schnell laufenden Banknotenbearbeitungsmaschinen, sicher zu
bewerten.
[0010] Demgegenüber besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine zuverlässige,
sichere und schnelle Identifikation der Kennzeichnung eines Wertdokuments mit Lumineszenzstoffen
mit komplexem Zeitverhalten zu ermöglichen. Zudem soll die Verwendung einer Vielzahl
verschiedener lumineszierender Substanzen mit nicht-exponentiellem Zeitverhalten möglich
sein.
[0011] Diese und weitere Aufgaben werden nach dem Vorschlag der Erfindung durch ein Wertdokument
mit einer Sicherheitsmarkierung sowie ein Verfahren zur Identifikation derselben mit
den Merkmalen der nebengeordneten Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche angegeben.
[0012] Erfindungsgemäß ist ein Wertdokument mit einer Sicherheitsmarkierung (Kennzeichnung)
gezeigt. Unter den Begriff "Wertdokument" sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung
jegliche, gegen eine unerwünschte bzw. rechtswidrige Vervielfältigung zu schützende
Gegenstände zu verstehen, beispielsweise Banknoten, Schecks, Aktien, Wertmarken, Ausweise,
Kreditkarten und Pässe sowie Etiketten, Siegel, Verpackungen oder andere Gegenstände
für die Wertsicherung. Die Sicherheitsmarkierung des erfindungsgemäßen Wertdokuments
kann mindestens einer wahlfrei definierbaren (binären) Eigenschaft des Wertdokuments
zugeordnet werden, wobei die Eigenschaft bei Identifikation (Vorliegen der Sicherheitsmarkierung)
gegeben und bei Nicht-Identifikation (Fehlen der Sicherheitsmarkierung) nicht gegeben
ist. Beispielsweise kann die Sicherheitsmarkierung als Echtheitsmarkierung bzw. Echtheitsmerkmal
der Eigenschaft "Echtheit" zugeordnet sein, um Wertdokumente entweder als echt oder
gefälscht zu erkennen. Denkbar ist auch, dass Wertdokumente durch die Sicherheitsmarkierung
beispielsweise einer bestimmten Klasse oder Gruppe zugeordnet werden, wie etwa dem
Notenwert oder Herstellungsland von Banknoten.
[0013] Erfindungsgemäß ist die Sicherheitsmarkierung in Form von mindestens zwei lumineszierenden
Substanzen (im Weiteren auch als Lumineszenzstoffe bezeichnet) ausgebildet. Die Lumineszenzstoffe
können auf verschiedenste Art und Weise in das Wertdokument ein- oder am Wertdokument
angebracht werden. So können die Lumineszenzstoffe beispielsweise einer Papier- oder
Kunststoffmasse zum Herstellen des Wertdokuments oder einer Druckfarbe zum Bedrucken
des Wertdokuments zugemischt werden. Denkbar ist auch, die Lumineszenzstoffe als beispielsweise
unsichtbare Beschichtung auf dem Wertdokument vorzusehen. Die Lumineszenzstoffe können
auch auf oder in einem beispielsweise aus Kunststoff bestehenden Trägermaterial vorgesehen
sein, das in eine Papier- oder Kunststoffmasse zum Herstellen des Wertdokuments eingebettet
ist. Das Trägermaterial kann beispielsweise in Form eines Sicherheits- oder Kennfadens,
einer Melierfaser oder Planchette ausgebildet sein. Das Trägermaterial kann auch,
beispielsweise in Form einer Plakette, an dem Wertdokument angebracht sein, beispielsweise
um eine Produktsicherungsmaßnahme vorzunehmen. Grundsätzlich ist jede beliebige Formgebung
des Trägermaterials möglich.
[0014] Die mindestens zwei Lumineszenzstoffe der Sicherheitsmarkierung sind durch einen
(selben) Anregungspuls (z.B. Lichtblitz) gemeinsam anregbar. Wesentlich hierbei ist,
dass die Zeitverläufe der Intensitäten der durch den Anregungspuls angeregten, emittierten
Strahlungen der Lumineszenzstoffe voneinander verschieden sind, wobei mindestens ein
Lumineszenzstoff einen nicht-monoexponentiellen Zeitverlauf der Intensität der emittierten
Strahlung aufweist.
[0015] In der Sicherheitsmarkierung sind die mindestens zwei Lumineszenzstoffe in einem
definierbaren bzw. definierten Mengenverhältnis in Kombination (vorzugsweise in Form
einer Mischung) enthalten. Dies bedeutet, dass jeder Lumineszenzstoff in einem definierbaren
bzw. definierten, relativen Mengenanteil, bezogen auf die Gesamtmenge der Lumineszenzstoffe,
in der Sicherheitsmarkierung vorhanden ist. Die Sicherheitsmarkierung kann somit anhand
des Mengenverhältnisses (Mischungsverhältnis) der lumineszierenden Substanzen in eindeutiger
Weise identifiziert werden.
[0016] Abhängig von seinem relativen Mengenanteil trägt jeder Lumineszenzstoff mit der Intensität
seiner emittierten Lumineszenzstrahlung zur Gesamtintensität der zeitgleich emittierten
Strahlungen der angeregten Lumineszenzstoffe der Sicherheitsmarkierung bei. Der Begriff
"Gesamtintensität" bezieht sich hier und im Weiteren auf eine summarische Intensität,
der durch einen (selben) Anregungspuls angeregten und zu einem selben Zeitpunkt erfassten
Lumineszenzstrahlungen der in Kombination in der Sicherheitsmarkierung enthaltenen
Lumineszenzstoffe.
[0017] Die Sicherheitsmarkierung ist so ausgebildet, dass für eine Identifikation der Sicherheitsmarkierung
das Mengenverhältnis (Mischungsverhältnis) der lumineszierenden Substanzen durch eine
Analyse des Zeitverlaufs der Gesamtintensität der (durch einen Anregungspuls angeregten)
emittierten Lumineszenzstrahlungen auf Basis der Zeitverläufe der Intensitäten der
(bei demselben Anregungspuls angeregten) Lumineszenzstrahlungen der Lumineszenzstoffe
ermittelbar ist.
[0018] Die Verwendung mindestens eines Lumineszenzstoffs mit einem nicht-monoexponentiellen
Zeitverlauf der Intensität der emittierten Strahlung hat den besonderen Vorteil, dass
eine große Vielzahl an prinzipiell geeigneten Stoffen zur Verfügung steht und durch
die spezifische Auswahl eine verbesserte Fälschungssicherheit erreicht werden kann.
Zudem kann ein relativ großer Unterschied im Ankling- und/oder Abklingverhalten der
Lumineszenzstoffe erreicht werden, was eine zuverlässige und sichere Identifikation
der Sicherheitsmarkierung erlaubt. Wird das Anregungslicht mit einer (Anti-)Stokes
verschobenen Wellenlänge auf Grund intrinsischer Umwandlungsprozesse reemittiert,
so ist eine klare Trennung der Anregungs- und Emissionsstrahlung durch geeignete Filtertechniken
leicht möglich.
[0019] Besonders vorteilhaft sind die mindestens zwei lumineszierenden Substanzen so gewählt,
dass die Intensität der emittierten Strahlung einer jeden lumineszierenden Substanz
in einem Bereich von 5% bis 95%, vorzugsweise 10% bis 90%, und besonders bevorzugt
15% bis 85%, der Gesamtintensität der lumineszierenden Substanzen liegt. Hierdurch
ist eine besonders genaue Analyse des Zeitverlaufs der Gesamtintensität der Sicherheitsmarkierung
auf Basis der Zeitverläufe der Intensitäten der von den jeweiligen lumineszierenden
Substanzen emittierten Lumineszenzstrahlungen möglich, was zu einer Verbesserung der
Zuverlässigkeit der Identifikation des Sicherheitsmerkmals beiträgt.
[0020] Vorzugsweise sind die mindestens zwei lumineszierenden Substanzen jeweils so gewählt,
dass die Abklingzeit, d.h. insbesondere die Zeit zwischen dem Ende des Anregungspulses
und dem Erreichen einer Intensität von 1/e der Intensität am Ende des Anregungspulses,
in einem Bereich von 100 ns bis 100 ms, vorzugsweise 10 µs bis 5 ms, liegt. Dies ist
vorteilhaft für eine genaue Analyse des Zeitverlaufs der Gesamtintensität der emittierten
Lumineszenzstrahlungen der lumineszierenden Substanzen auf Basis der Zeitverläufe
der Intensitäten der von den jeweiligen lumineszierenden Substanzen emittierten Lumineszenzstrahlungen,
was zu einer weiteren Verbesserung der Zuverlässigkeit der Identifikation des Sicherheitsmerkmals
beiträgt.
[0021] Vorzugsweise, jedoch nicht zwingend, weisen die mindestens zwei lumineszierenden
Substanzen überlappende, insbesondere identische, Anregungsspektren auf, was eine
gezielte und relativ starke Anregung der lumineszierenden Substanzen durch einen vergleichsweise
schmalbandigen Anregungspuls (Lichtblitz) ermöglicht. Besonders bevorzugt weisen die
mindestens zwei lumineszierenden Substanzen überlappende Emissionsspektren auf, wodurch
die Fälschungssicherheit des Sicherheitsmerkmals aufgrund einer deutlich erschwerten
Analyse der emittierten Strahlung in vorteilhafter Weise weiter verbessert ist.
[0022] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Wertdokuments
sind die mindestens zwei lumineszierenden Substanzen so ausgebildet, dass die Zeitverläufe
der Intensitäten der emittierten Strahlungen über einen Bray-Curtis-Abstand von größer
als 0,10, vorzugsweise größer als 0,20, und besonders bevorzugt größer als 0,25 verfügen.
Der Bray-Curtis-Abstand von zwei Vektoren (v
1,..,v
n) und (w
1,..,w
n) ist hierbei definiert als

[0023] Auch durch diese Maßnahme kann die Genauigkeit der Analyse des Zeitverlaufs der Gesamtintensität
der emittierten Lumineszenzstrahlungen der Lumineszenzstoffe der Sicherheitsmarkierung
auf Basis der Zeitverläufe der Intensitäten der von den Lumineszenzstoffen emittierten
Lumineszenzstrahlungen erhöht werden, was zu einer noch weiteren Verbesserung der
Zuverlässigkeit der Identifikation des Sicherheitsmerkmals beiträgt.
[0024] Die lumineszierenden Substanzen der Sicherheitsmarkierung des erfindungsgemäßen Wertdokuments
können grundsätzlich frei gewählt werden, solange gewährleistet ist, dass sie durch
einen Anregungspuls gemeinsam anregbar sind und die Zeitverläufe der emittierten Strahlungen
der lumineszierenden Substanzen voneinander verschieden sind, wobei mindestens eine
lumineszierende Substanz einen nicht-monoexponentiellen Zeitverlauf der Intensität
der emittierten Strahlung aufweist. Die Anregung und Emission der lumineszierenden
Substanzen kann im UV, VIS- und/oder IR-Bereich erfolgen. Beispielsweise können lumineszierende
Substanzen eingesetzt werden, die im UV-Bereich angeregt werden und im UV-Bereich
oder sichtbaren Spektralbereich emittieren. Weiterhin ist es möglich, lumineszierende
Substanzen zu verwenden, die im sichtbaren Spektralbereich angeregt werden und im
sichtbaren Spektralbereich oder IR-Bereich emittieren. Des Weiteren können lumineszierende
Substanzen eingesetzt werden, die im IR-Bereich angeregt werden und im IR-Bereich
emittieren oder im sichtbaren Bereich emittieren (Up-Converter).
[0025] Erfindungsgemäß vorteilhaft sind lumineszierende Substanzen, die ein besonders stark
nicht-monoexponentielles Abklingverhalten nach der Anregung zeigen. Besonders bevorzugt
sind lumineszierende Substanzen, die jeweils ein Wirtsgitter umfassen, das mit mindestens
einem Dotierstoff, gewählt aus den Seltenerdmetallen und Übergangsmetallen (bzw. deren
Ionen), dotiert sind.
[0026] Geeignete anorganische Wirtsgitter sind beispielsweise Oxide, Borate, Gallate, Phosphate,
Granate, Perovskite, Sulfide, Oxysulfide, Apatite, Vanadate, Wolframate, Gläser, Tantalate,
Niobate, Halogenide, Oxyhalogenide, insbesondere Fluoride, Silikate oder Aluminate.
[0027] Als Wirtsgitter können insbesondere Wirtsgitter, wie YAG, ZnS, YGG, YAM, YAP, AlPO
5, Zeolite, Zn
2SiO
4, YVO
4, CaSiO
3, KMgF
3, Y
2O
2S, La
2O
2S, Ba
2P
2O
7, Gd
2O
2S, NaYW
2O
6, SrMoO
4, MgF
2, MgO, CaF
2, Y
3Ga
5O
12, KY(WO
4)
2, SrAl
12O
19, ZBLAN, LiYF
4, YPO
4, GdBO
3, BaSi
2O
5 oder SrBeO
7 verwendet werden. Geeignete Dotierstoffe sind beispielsweise die Seltenen Erden La,
Ce, Pr, Nd, Sm, Eu, Gd, Tb, Dy, Ho, Er, Tm, Yb, Lu, bzw. Bi, Pb, Ni, Sn, Sb, W, Tl,
Ag, Cu, Zn, Ti, Mn, Cr und V (bzw. deren Ionen).
[0028] Eine konkrete Auswahl geeigneter Wirtsgitter/Dotierion-Kombinationen ist beispielsweise
in der Druckschrift
EP 1632908 A1 beschrieben, auf deren Inhalt diesbezüglich vollumfänglich Bezug genommen wird.
[0029] Lumineszierende Substanzen mit einem stark nicht-monoexponentiellen Zeitverhalten
der Intensität der emittierten Strahlung lassen sich durch unterschiedliche Mechanismen
realisieren. So können insbesondere bei Lumineszenzstoffen mit komplizierten, ggf.
mehrstufigen, Energietransferprozessen zwischen unterschiedlichen Dotierionen, insbesondere
Seltenerd-Dotierionen, intrinsisch mehrfache Zeitkonstanten im Ankling- als auch im
Abklingverhalten auftreten. Derartige Energietransferprozesse sind beispielsweise
für die Dotierionenkombinationen Yb/Er, Nd/Yb, Yb/Tm, Cr/Tm, Tm/Ho, Er/Tm, Er/Ho,
Yb/Ho, Cr/Ho, Fe/Tm, Mn/Tm, Cr/Er, Fe/Er, Cr/Nd, Cr/Nd, Cr/Yb, insbesondere in Kombination
mit weiteren Dotierionen, bekannt. Erfindungsgemäß ist die Verwendung solcher Dotierionenkombinationen
bevorzugt. Das genaue Zeitverhalten dieser Stoffe hängt dabei empfindlich sowohl vom
verwendeten Wirtsgitter (durch Feinaufspaltung der Lage der beteiligten Energiezustände)
als auch von den jeweiligen Dotierionenkonzentrationen ab. Ursache hierfür ist eine
relative Änderung der Kopplungsraten im Vergleich zu konkurrierenden Verlustprozessen,
wie z.B. eine nichtstrahlende Rekombination der beteiligten Ionen.
[0030] Insbesondere Lumineszenzstoffe mit komplexen intrinsischen Energietransferprozessen
können Intensitätsverläufe mit stark nicht-monoexponentiellem Zeitverhalten zeigen,
wobei die Lumineszenzintensität nach Beendigung der Anregungsphase noch weiter ansteigen
kann. Die Kombination derartiger Stoffe zusammen mit klassischen Stoffen, die nach
Anregung ein zeitlich monoton abfallendes Verhalten zeigen, erlaubt ein gezieltes
Einstellen des Zeitverhaltens der Gesamtintensität der Lumineszenzstoffe. Dieses kann
neben abfallenden Emissionsabschnitten auch Anstiege, Plateaus, lokale Maxima und/oder
Minima aufweisen. Erfindungsgemäß kann es vorteilhaft sein, wenn die Sicherheitsmarkierung
eine Kombination aus mindestens einem Lumineszenzstoff mit nicht-monoexponentiellem
Zeitverhalten und mindestens einem Lumineszenzstoff mit monoexponentiellem Zeitverhalten
der Intensität der emittierten Lumineszenzstrahlung aufweist.
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Sicherheitsmarkierung eine
Kombination aus mindestens zwei Lumineszenzstoffen mit jeweils unterschiedlichem,
nicht-monoexponentiellen Zeitverhalten der Intensität der emittierten Lumineszenzstrahlung
aufweisen.
[0032] Weiterhin gibt es Lumineszenzstoffe, bei denen mehrere verschiedene Übergänge eines
Dotierions, die zwar energetisch sehr ähnlich sind, aber unterschiedliche Lebensdauern
aufweisen, zur Emission in einem schmalen Wellenlängenbereich beitragen. Auch diese
Lumineszenzstoffe zeigen oft nicht-monoexponentielles Zeitverhalten. Beispiele dafür
sind Pr und Er.
[0033] Weiterhin können Lumineszenzstoffe durch zufällig auftretende oder gezielt bei der
Herstellung erzeugte Inhomogenitäten, z.B. eine inhomogene Korngrößenverteilung oder
eine inhomogene Verteilung der Dotierstoffe, nicht-monoexponentielles Verhalten aufweisen.
Dieses kann beispielsweise dann auftreten, wenn Körner mit schnellerem Zeitverhalten,
d.h. schnellerer Abklingzeit und/oder schnellerer Anklingzeit, sowie Körner mit langsamerem
Zeitverhalten, d.h. langsamerer Abklingzeit und/oder langsamerer Anklingzeit, entstehen.
Deren unterschiedliche Eigenschaften werden bei der relevanten, makroskopischen Messung
gemittelt, bei der im Allgemeinen relativ viele einzelne Körner gleichzeitig angeregt
und gemessen werden. Dadurch überlagern sich die einzelnen Zeitstrukturen der Emissionen
der einzelnen Körner derart, dass sich insgesamt ein nicht-monoexponentielles Zeitverhalten
ergeben kann.
[0034] Der Fachmann kann durch einfache Messung der zeitabhängigen Lumineszenz eines Lumineszenzstoffs
feststellen, ob dieser ein monoexponentielles Zeitverhalten aufweist oder nicht. Hierbei
wird der zeitliche Verlauf der Intensität in der Abklingphase gemessen und eine Exponentialkurve
an die Abklingkurve angepasst. Als Maß für die Güte der Anpassung kann beispielsweise
das Bestimmtheitsmaß R
2 verwendet werden, wobei die Abklingkurve beispielsweis als "nicht-exponentiell" bewertet
wird, falls R
2 ≤ 0.98 gilt. Bei der Messung sollte das Signal-Rausch-Verhältnis zu Beginn der Abklingkurve
mindestens 50 betragen, damit nicht durch Zufall bei einer monoexponentiellen Abklingkurve
ein Fit mit Fitgüte R
2 ≤ 0.98 erhalten wird.
[0035] Die Erfindung erstreckt sich weiterhin auf ein Verfahren zum Identifizieren (d.h.
Erkennen des Vorliegens oder Nicht-Vorliegens) der Sicherheitsmarkierung eines wie
vorstehend beschrieben ausgebildeten Wertdokuments. Das Verfahren umfasst die folgenden
Schritte:
Schritt i)
[0036] Gemeinsames Anregen der lumineszierenden Substanzen der Sicherheitsmarkierung mit
einem (selben) Anregungspuls.
Schritt ii)
[0037] Detektieren des Zeitverlaufs einer Gesamtintensität der durch den Anregungspuls angeregten,
zeitgleich emittierten Strahlungen der lumineszierenden Substanzen.
Schritt iii)
[0038] Anpassen einer Linearkombination I(t) gemäß der nachfolgenden Formel

an den Zeitverlauf der Gesamtintensität der emittierten Strahlungen, wobei I
i(t) definierbare bzw. definierte Zeitverläufe der Intensitäten der jeweils von den
lumineszierenden Substanzen (durch den denselben Anregungspuls angeregten) emittierten
Lumineszenzstrahlungen und c
i anzupassende Linearkoeffizienten sind. Der Laufindex i bezieht sich auf die lumineszierenden
Substanzen, n gibt die Zahl der lumineszierenden Substanzen und t die Zeit an. Die
Zeitverläufe I
i(t) der Intensitäten der Lumineszenzstoffe können für jeden Lumineszenzstoff durch
Anregen mit dem gleichen Anregungspuls und Detektieren der Lumineszenzstrahlung (vorab)
bestimmt werden.
[0039] Zur Anpassung der Linearkombination I(t) an den Zeitverlauf der Gesamtintensität
I(t) werden die Linearkoeffizienten c
i ermittelt. Die Linearkoeffizienten c
i geben jeweils den relativen Anteil eines Zeitverlaufs I
i(t) einer einzelnen lumineszierenden Substanz an der Linearkombination I(t) an. Aus
den Linearkoeffizienten c
i kann der relative Mengenanteil einer jeden lumineszierenden Substanz, bezogen auf
die Gesamtmenge der lumineszierenden Substanzen, in der Sicherheitsmarkierung und
somit das Mengenverhältnis (z.B. Mischungsverhältnis) der lumineszierenden Substanzen
in der Sicherheitsmarkierung ermittelt werden.
Schritt iv)
[0040] Identifizieren (d.h. Erkennen des Vorliegens oder Nicht-Vorliegens) der Sicherheitsmarkierung
auf Basis der Linearkoeffizienten c
i.
[0041] Die Anpassung der Linearkombination I(t), bestehend aus einer mit den Linearkoeffizienten
c
i gewichteten Summe der vorbekannten Zeitverläufe I
i(t), an die Gesamtintensität I(t) der zeitgleich emittierten Lumineszenzstrahlungen
ermöglicht in vorteilhafter Weise eine besonders einfache, zuverlässige und sehr schnelle
Bestimmung des Mengenverhältnis (z.B. Mischungsverhältnis) der lumineszierenden Substanzen
in der Sicherheitsmarkierung, wodurch eine sichere Identifizierung der Sicherheitsmarkierung
ermöglicht ist.
[0042] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden in
Schritt iii) die Linearkoeffizienten c
i derart bestimmt, dass absolute Abweichungen der Linearkombination I(t) von Datenpunkten
des detektierten Zeitverlaufs der Gesamtintensität minimiert sind. Vorzugsweise werden
die Linearkoeffizienten c
i durch die Methode der kleinsten Quadrate so bestimmt, dass die Summe der quadratischen
Abweichungen der Linearkombination I(t) von Datenpunkten der detektierten Gesamtintensität
minimiert sind. Dem Fachmann auf dem Gebiet der statistischen Auswertung von Datenmengen
ist die Methode der kleinsten Quadrate geläufig, so dass sich hier eine weitere Erläuterung
erübrigt. Lediglich ergänzend wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine
statistische Standard-Methode handelt, um eine Ausgleichskurve an einen Datensatz
mit möglichst geringer Abweichung der Datenpunkte von der Ausgleichskurve zu ermitteln.
[0043] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst
Schritt iv) die folgenden Teilschritte:
Teilschritt iv-1)
[0044] Für n-1 Linearkoeffizienten c
i: Ermitteln einer Verhältniszahl Mi für jeden Linearkoeffizienten c
i, die sich aus dem Verhältnis des Linearkoeffizienten c
i zu mindestens einem weiteren Linearkoeffizienten c
i ergibt (z.B. c
1/c
2).
[0045] Vorteilhaft wird die Verhältniszahl Mi durch das Verhältnis des Linearkoeffizienten
c
i zur Summe wenigstens eines, vorzugsweise aller, Linearkoeffizienten c
i bestimmt (z.B. c
1/(c
1+c
2)). Für den n-ten Linearkoeffizienten ergibt sich die Verhältniszahl M
n aus M
n = 1 - (M
1 +... + M
n-1), d.h. der Differenz zwischen der Zahl 1 und der Summe der übrigen Verhältniszahlen
M
i. Die Verhältniszahlen Mi geben das Mengenverhältnis (z.B. Mischungsverhältnis) der
lumineszierenden Substanzen in der Sicherheitsmarkierung an.
Teilschritt iv-2)
[0046] Für jede Verhältniszahl Mi: Prüfen, ob die Verhältniszahl M
i innerhalb eines zugehörigen, definierbaren bzw. definierten Wertebereichs W
i liegt, welcher vorteilhaft einem Streubereich um dem vorbekannten relativen Mengenanteil
der lumineszierenden Substanz in der Sicherheitsmarkierung entspricht.
Teilschritt iv-3)
[0047] Für jede Verhältniszahl M
i: Zuordnen des Attributs "Verhältniszahl akzeptiert", falls die Verhältniszahl M
i innerhalb des zugehörigen Wertebereichs W
i liegt, oder des Attributs "Verhältniszahl nicht akzeptiert", falls die Verhältniszahl
M
i außerhalb des zugehörigen Wertebereichs W
i liegt.
Teilschritt iv-4)
[0048] Identifizieren (d.h. Erkennen des Vorliegens) der Sicherheitsmarkierung, falls allen
Verhältniszahlen M
i das Attribut "Verhältniszahl akzeptiert" zugeordnet wurde, oder Nicht-Identifizieren
(d.h. Erkennen des Nicht-Vorliegens) der Sicherheitsmarkierung, falls mindestens einer
Verhältniszahl M
i das Attribut "Verhältniszahl nicht akzeptiert" zugeordnet wurde.
[0049] Durch die Teilschritte iv-1) bis iv-4) ist in vorteilhafter Weise eine einfache und
zuverlässige Identifikation der Sicherheitsmarkierung auf Basis der Linearkoeffizienten
c
i möglich.
[0050] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens weist
dieses einen weiteren Schritt v) auf, der die folgenden Teilschritte umfasst:
Teilschritt v-1)
[0051] Ermitteln einer die Güte der Anpassung der Linearkombination I(t) an den Zeitverlauf
der Gesamtintensität kennzeichnenden Maßzahl G. Vorzugsweise wird als Maßzahl G das
Bestimmtheitsmaß R
2 verwendet. Dem Fachmann auf dem Gebiet der statistischen Auswertung von Datenmengen
ist das Bestimmtheitsmaß R
2 geläufig, so dass sich hier eine weitere Erläuterung erübrigt. Lediglich ergänzend
wird darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Bestimmtheitsmaß R
2 um eine statistische Standard-Methode handelt, mit der die Qualität einer linearen
Approximation ermittelt werden kann.
Teilschritt v-2)
[0052] Vergleichen der Maßzahl G mit einem definierbaren bzw. definierten Schwellwert. Wird
als Maßzahl G das Bestimmtheitsmaß R
2 verwendet, so wird ein unterer Schwellwert von vorzugsweise 0,9, besonders bevorzugt
0,95 verwendet, wodurch eine hohe Zuverlässigkeit bei der Identifikation der Sicherheitsmarkierung
erreichbar ist.
Teilschritt v-3)
[0053] Zuordnen des Attributs "Maßzahl akzeptiert" zur Maßzahl G, falls die Maßzahl G größer
als der Schwellwert ist, oder des Attributs "Maßzahl nicht akzeptiert", falls die
Maßzahl G kleiner oder gleich dem Schwellwert ist,
Teilschritt v-4)
[0054] Identifizieren (d.h. Erkennen des Nicht-Vorliegens) der Sicherheitsmarkierung, falls
die Maßzahl G mit dem Attribut "Maßzahl akzeptiert" bewertet wurde, oder Nicht-Identifizieren
(d.h. Erkennen des Nicht-Vorliegens) der Sicherheitsmarkierung, falls die Maßzahl
G mit dem Attribut "Maßzahl nicht akzeptiert" bewertet wurde.
[0055] Für den Fall, dass in Schritt iv) die Teilschritte iv-1) bis iv-4) durchgeführt werden,
gilt für Teilschritt v-4):
Identifizieren der Sicherheitsmarkierung, falls alle Verhältniszahlen M
i mit dem Attribut "Verhältniszahl akzeptiert" bewertet wurden und zudem die Maßzahl
G mit dem Attribut "Maßzahl akzeptiert" bewertet wurde, oder Nicht-Identifizieren
(d.h. Erkennen des Nicht-Vorliegens) der Sicherheitsmarkierung, falls mindestens eine
Verhältniszahl M
i mit den Attribut "Verhältniszahl nicht akzeptiert" bewertet wurde und/oder die Maßzahl
G mit dem Attribut "Maßzahl nicht akzeptiert" bewertet wurde.
[0056] Durch Schritt v), insbesondere in Verbindung mit den Teilschritten iv-1) bis iv-4),
kann in besonders vorteilhafter Weise die Zuverlässigkeit der Identifikation der Sicherheitsmarkierung
noch weiter verbessert werden.
[0057] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
in einem sich an das Abschalten des Anregungspulses unmittelbar anschließenden ersten
Zeitraum mehr Datenpunkte zum Detektieren zum Detektieren der Gesamtintensität erfasst
als in einem sich an den ersten Zeitraum unmittelbar anschließenden zweiten Zeitraum,
wobei der erste Zeitraum und der zweite Zeitraum gleich lang sind. Diese Maßnahme
ermöglicht in vorteilhafter Weise eine hohe Zuverlässigkeit der Identifikation der
Sicherheitsmarkierung bei begrenzten Speicherressourcen.
[0058] Zur Auswahl der lumineszierenden Substanzen und zur Festlegung ihrer definierten
relativen Mengenanteile für ein Wertdokument, beispielsweise wie oben aufgeführt,
kann eine Gesamtintensität in Abhängigkeit der Zeit (also die Linearkombination I(t))
definiert und einer Information (z.B. Echtheit) zugeordnet werden. Die Linearkombination
I(t) ist eine Kombination der Zeitverläufe der Intensitäten I
i(t) der lumineszierenden Substanzen mit den Linearkoeffizienten c
i der lumineszierenden Substanzen. Ausgehend von der definierten Linearkombination
I(t) sind die Mengenanteile der lumineszierenden Substanzen festgelegt. Somit ergibt
sich aus der vorgegebenen, gewünschten Linearkombination I(t) ein definiertes Mengenverhältnis
und definierte Mengenanteile der lumineszierenden Substanzen. Zur Bestimmung und/
oder Auswahl der lumineszierenden Substanzen sowie der definierten Mengenanteile werden
insbesondere die jeweiligen Zeitverläufe der Intensitäten I
i(t) der lumineszierenden Substanzen und gegebenenfalls die jeweiligen Linearkoeffizienten
c
i betrachtet und/ oder ausgewertet. So kann mithilfe einer Datenbank, in der die Zeitverläufe
der Intensitäten I
i(t) hinterlegt sind, eine Kombination der lumineszierenden Substanzen definiert werden.
Anschließend kann mithilfe der Linearkoeffizienten c
i der relative Mengenanteil der jeweiligen lumineszierenden Substanz definiert werden.
Dabei kann berücksichtigt werden, dass zum Einstellen der Intensität I
i(t) der lumineszierenden Substanz diese mit sogenannten Tarnstoffen versehen ist.
Die Tarnstoffe bewirken eine Verringerung der Lumineszenz- Intensität der lumineszierenden
Substanz, insbesondere um einen zeitlich konstanten Faktor, so dass sich abhängig
von der Menge an Tarnstoff aus dem Linearkoeffizienten c
i ein anderer relativer Mengenanteil für die jeweilige lumineszierende Substanz ergibt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0059] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Bezug
auf die beigefügten Figuren genommen wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- Zeitverläufe der Lumineszenzintensitäten zweier Lumineszenzstoffe A, B mit einem verschiedenen,
nicht-monoexponentiellen Emissionsverhalten;
- Fig. 2
- einen Zeitverlauf der Gesamtintensität der lumineszierenden Strahlungen einer Kombination
der beiden Lumineszenzstoffe A, B von Fig. 1, mit Anpassungskurve;
- Fig. 3
- Zeitverläufe der Lumineszenzintensitäten von drei Lumineszenzstoffen A, B, C mit einem
verschiedenen, teilweise nichtmonoexponentiellen Emissionsverhalten;
- Fig. 4
- einen Zeitverlauf der Gesamtintensität der lumineszierenden Strahlungen einer Kombination
der Lumineszenzstoffe A, B, C von Fig. 3, mit Anpassungskurve;
- Fig. 5
- ein Diagramm zur Veranschaulichung eines Mischungstupels (a,b) mit Streubereich für
die Mischung aus drei Lumineszenzstoffen von Fig. 4;
- Fig. 6
- obere Abbildung: simulierter Zeitverlauf der Lumineszenzintensität einer Kombination
von Lumineszenzstoffen mit definiertem Rauschanteil während der Abklingphase; untere
Abbildung: Abhängigkeit des relativen Mischungsanteils von der Größe des Rauschanteils;
- Fig. 7
- Zeitverlauf der Gesamtintensität der emittierten Strahlung einer Mischung zweier Lumineszenzstoffe
mit einem unterschiedlichen, monoexponentiellen Emissionsverhalten zur Veranschaulichung
eines Fälschungsversuchs, mit Anpassungskurve;
- Fig. 8
- ein Wertdokument mit einem Kennfaden, der eine Sicherheitsmarkierung aufweist. Ausführliche
Beschreibung der Abbildungen
[0060] Sei zunächst Fig. 1 betrachtet, worin beispielhaft die gemessenen Zeitverläufe der
Intensitäten der emittierten Lumineszenzstrahlungen von zwei verschiedenen Lumineszenzstoffen
A, B veranschaulicht sind. Die Intensität I ist gegen die Zeit t (in beliebigen Zeit-
und Intensitätseinheiten) aufgetragen. Die gemessenen Datenpunkte sind jeweils durch
eine durchgezogene Datenlinie miteinander verbunden.
[0061] Die Lumineszenzstrahlungen der beiden Lumineszenzstoffe A, B werden durch einen einzigen
bzw. selben Anregungspuls (Lichtblitz) gemeinsam angeregt. Der Anregungspuls wird
zum Zeitpunkt t=0 eingeschaltet und zum Zeitpunkt t=t
p ausgeschaltet. Die Zeitdauer und Intensität des Anregungspulses sind durch die gestrichelte
Linien veranschaulicht. Vorzugsweise liegt die Dauer des Lichtblitzes im Bereich von
10 µs bis 10 ms und beträgt beispielsweises 40 µs.
[0062] Die Zeitverläufe der Intensitäten beider Lumineszenzstoffe A, B weisen jeweils eine
Anklingphase, in der die Intensität von Null bis zu einem Maximalwert ansteigt, sowie
eine Abklingphase, in der die Intensität vom Maximalwert an abfällt, auf. Erkennbar
erreicht die Intensität des Lumineszenzstoffs A zum Zeitpunkt t=t
p einen Maximalwert, so dass die Anklingphase endet, wenn der Anregungspuls ausgeschaltet
wird. Anders der Lumineszenzstoff B, dessen Intensität erst nach Abschalten des Anregungspulses
einen Maximalwert erreicht. Die Zeitverläufe der Intensitäten der beiden Lumineszenzstoffe
unterscheiden sich stark voneinander, wobei beide Lumineszenzstoffe ein nicht-monoexponentielles
Emissionsverhalten zeigen. Die Zeitverläufe der Intensitäten der beiden Lumineszenzstoffe
haben einen Bray-Curtis-Abstand von 0,25, welcher ein geringes und damit bevorzugtes
Korrelationsverhalten der beiden Emissionsverläufe widerspiegelt.
[0063] Fig. 2 zeigt den gemessenen Zeitverlauf der Gesamtintensität der zeitgleich emittierten
Strahlungen einer Mischung der beiden Lumineszenzstoffe A, B im I-t-Diagramm. Die
Kombination der beiden Lumineszenzstoffe A, B kann als Sicherheitsmarkierung für ein
Wertdokument eingesetzt werden. Weiterhin dargestellt sind der Anregungspuls zum gemeinsamen
Anregen der beiden Lumineszenzstoffe A, B (welcher gleich ist zum Anregungspuls in
Fig. 1) sowie eine mit durchgezogener Linie eingezeichnete Anpassungskurve. In der
Mischung der Lumineszenzstoffe liegt der Lumineszenzstoff A mit einem Mischungsanteil
von 30% und der Lumineszenzstoff B mit einem Mischungsanteil von 70% vor, jeweils
bezogen auf die Gesamtmenge der Lumineszenzstoffe A, B. Das (vorbekannte) Mengenverhältnis
(Mischungsverhältnis) der Lumineszenzstoffe A, B beträgt somit 30%/70%. Die Anklingphase
der Gesamtintensität der emittierten Strahlungen dauert bis nach t=t
p an; ein Maximalwert der Gesamtintensität wird erst nach Ausschalten des Anregungspulses
erreicht.
[0064] Die Messungen der Gesamtintensität finden zu definierten Zeitpunkten statt. Die Messungen
können zu äquidistanten Zeitpunkten, jedoch auch nichtäquidistant Zeitpunkten, erfolgen,
wobei letzteres den Vorzug bietet, dass beispielweise bei begrenzten Speicherressourcen
im Nachweissensor, eine reduzierte Datenmenge gewählt werden kann, ohne die Anpassungsgüte
signifikant zu verschlechtern. Dafür werden vorzugsweise in Zeitabschnitten, in denen
sich die Intensitätsverläufe der Basisstoffe stark unterscheiden mehr Messpunkte genommen,
wohingegen während der Abklingphase lange nach der Anregung, wenn die Lumineszenz
schon weit abgeklungen ist, weniger Messpunkte genommen werden.
[0065] Der gemessene Zeitverlauf der Gesamtintensität I(t) wird durch Anpassen einer Linearkombination
der allgemeinen Formel

ausgewertet.
[0066] Die zur linearen Anpassung verwendete Formel (A) ist eine Linearkombination aus (gesampelten)
Basisvektoren Ii(t). Der Laufindex i kennzeichnet die Lumineszenzstoffe. Im vorliegenden
Fall beträgt n=2, also i=1 und i=2, entsprechend der beiden Lumineszenzstoffe A, B.
Die Basisvektoren I
i(t) sind definierbare bzw. definierte (vorbekannte) Zeitverläufe der verwendeten Lumineszenzstoffe
und ergeben sich vorzugsweise aus vorab ermittelten zeitlichen Intensitätsmessungen
der verwendeten Lumineszenzstoffe. Die Basisvektoren I
i(t) sind jeweils mit den zugehörigen Linearkoeffizienten c
i zu wichten. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel entsprechen die Basisvektoren I
i(t) den vorbekannten Zeitverläufen I
A(t), I
B(t) der beiden Lumineszenzstoffe A, B, wie sie in Fig. 1 gezeigt sind.
[0067] Eine Anpassung der Linearkombination I(t) an die Datenpunkte der gemessenen Gesamtintensität
erfordert eine Bestimmung der Linearkoeffizienten c
i, was vorliegend mit dem Verfahren der kleinsten Quadrate (Least-Square-Fit-Verfahren)
erfolgt. Die Linearkoeffizienten c
i können hierdurch in effizienter Weise mit einer guten Anpassung der Ausgleichskurve
ermittelt werden. Aus den Linearkoeffizienten c
i ergeben sich die relativen Mischungsanteile der eingesetzten Lumineszenzstoffe in
der Sicherheitsmarkierung, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge an Lumineszenzstoffen.
Die Auswertung ergibt einen Mischungsanteil von 28,8% für den Lumineszenzstoff A und
einen Mischungsanteil von 71,2% für den Lumineszenzstoff B, entsprechend einem Mengenverhältnis
(Mischungsverhältnis) A/B = 28,8%/71,2%.
[0068] Für eine Identifikation der Sicherheitsmarkierung werden die ermittelten Linearkoeffizienten
c
i als 2-Tupel (c
1, c
2) zusammengefasst und in einen skalierungsunabhängigen Wert, einer Verhältniszahl
M
i, umgerechnet. Die Verhältniszahl M
1 ergibt sich aus den Linearkoeffizienten c
1, c
2 wie folgt: M
1 = c
1/(c
1+c
2). Demnach wird für den ersten Linearkoeffizienten c
1 das Verhältnis zur Summe der beiden Linearkoeffizienten c
1 und c
2 gebildet. Für den zweiten Linearkoeffizienten c
2 ergibt sich die zugehörige Verhältniszahl M
2 aus M
2 = 1 - M
1. Anschließend wird für die Verhältniszahl M
1 oder M
2 geprüft, ob die Verhältniszahl innerhalb eines zugehörigen, definierbaren bzw. definierten
(vorbestimmten) Wertebereichs W
1 bzw. W
2 liegt. Die Wertebereiche W
1, W
2 geben jeweils einen Streubereich um die vorbekannten Mischungsanteile der Lumineszenzstoffe
A, B in der Sicherheitsmarkierung an. Dann erfolgt für die geprüfte Verhältniszahl
M
1 oder M
2 eine Zuordnung des Attributs "Verhältniszahl akzeptiert", falls die Verhältniszahl
innerhalb des zugehörigen Wertebereichs liegt, oder des Attributs "Verhältniszahl
nicht akzeptiert", falls die Verhältniszahl außerhalb des zugehörigen Wertebereichs
liegt. Im vorliegenden Fall liegen die Verhältniszahlen M
1, M
2 innerhalb der zugehörigen Wertebereiche W
1, W
2, d.h. im Rahmen der Streuung wurden die richtigen, d.h. vorbekannten Mischungsanteile
der beiden Lumineszenzstoffe A, B, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Lumineszenzstoffe
A, B, bzw. das vorbekannte Mengenverhältnis (Mischungsverhältnis) A/B ermittelt.
[0069] Weiterhin wird die Güte der Anpassung der Linearkombination I(t) an den Zeitverlauf
der Gesamtintensität der beiden lumineszierenden Substanzen A, B ermittelt. Zu diesem
Zweck wird das Bestimmtheitsmaß R
2 verwendet, wobei es bevorzugt ist, wenn das Bestimmtheitsmaß R
2 oberhalb des Schwellwerts 0,9, vorzugsweise oberhalb des Schwellwerts 0,95, liegt.
Im vorliegenden Fall ergibt sich ein Bestimmtheitsmaß R
2 = 0,977.
[0070] Die Sicherheitsmarkierung ist somit eindeutig identifiziert (d.h. liegt vor), da
den Verhältniszahlen M
1, M
2 das Attribut "Verhältniszahl akzeptiert" zugeordnet wurde und die Güte der Anpassung
oberhalb des gewünschten Schwellwerts liegt. Durch die Notwendigkeit des Vorliegens
beider Bedingungen (Attribut Verhältniszahl, Güte der Anpassung) kann eine besonders
hohe Zuverlässigkeit bei der Identifikation der Sicherheitsmarkierung erreicht werden.
[0071] Unter Bezugnahme auf die Figuren 3 bis 5 wird ein weiteres Ausführungsbeispiel erläutert.
Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, werden lediglich die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel
der Figuren 1 und 2 erläutert und ansonsten wird auf die dortigen Ausführungen Bezug
genommen. Demnach wird eine Sicherheitsmarkierung mit drei kombinierten Lumineszenzstoffen
A, B, C betrachtet, die durch einen selben Anregungspuls gemeinsam angeregt werden.
Die Lumineszenzstoffe A, B entsprechen jenen von Fig. 1, der Lumineszenzstoff C kommt
ergänzend hinzu. Wie im I-t-Diagramm von Fig. 3 erkennbar, unterscheiden sich die
Zeitverläufe der Intensitäten der emittierten Lumineszenzstrahlungen stark voneinander,
wobei der Lumineszenzstoff C, im Unterschied zu den Lumineszenzstoffen A, B, ein monoexponentielles
Emissionsverhalten zeigt. Die gemessenen Datenpunkte sind jeweils durch durchgezogene
Datenlinien miteinander verbunden.
[0072] In der Mischung der Lumineszenzstoffe betragen die Mischungsanteile der Lumineszenzstoffe
A, B, C, in dieser Reihenfolge, 20%, 50%, 30%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge
an Lumineszenzstoffen. Das Mischungsverhältnis A/B/C beträgt also 20%/50%/30%. Das
kombinierte Intensitätsverhalten wurde mit einem Signal-Rausch-Verhältnis von ca.
20 gemessen. Die Messdaten sind in Fig. 4 dargestellt. Im Anschluss hieran wird die
oben genannte Linearkombination der allgemeinen Formel A mit drei Basisvektoren I
A(t), I
B(t), I
C(t), wie sie in Fig. 3 gezeigt sind, angepasst, wobei die Linearkoeffizienten c
1, c
2 c
3 durch das Verfahren der kleinsten Quadrate bestimmt werden. Man erkennt eine gute
Anpassung der Anpassungskurve an die Datenpunkte trotz des visuell deutlich erkennbaren
Rauschanteils. Die Auswertung ergibt relative Mischungsanteile den Lumineszenzstoffe
A, B, C, in dieser Reihenfolge, von 18.8%, 50.7%, 30,5%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge
an Lumineszenzstoffen. Für eine Identifikation der Sicherheitsmarkierung werden die
ermittelten Linearkoeffizienten c
1, c
2, c
3 als 3-Tupel (c
1, c
2, c
3) zusammengefasst und in die skalierungsunabhängigen Verhältniszahlen M
1 = c
1/(c
1+c
2+c
3), M
2 = c
2/(c
1+c
2+c
3) umgerechnet. Für den dritten Linearkoeffizienten c
3 ergibt sich die zugehörige Verhältniszahl M
3 aus M
3 = 1 - (M
1 + M
2). Anschließend wird für zwei Verhältniszahlen M
1, M
2 geprüft, ob die Verhältniszahlen innerhalb eines zugehörigen, definierbaren bzw.
definierten (vorbestimmten) Wertebereichs W
1, W
2 liegt, entsprechend Streubereichen der vorbekannten Mischungsanteile, d.h. es wird
der Abstand des Mischungstupels (c
1/(c
1+c
2+c
3), c
2/(c
1+c
2+c
3)) zu den Referenzkoordinaten, gebildet aus der ursprünglichen Mischungszusammensetzung,
ermittelt.
[0073] Für eine einfache Prüfung der Lage des gemessenen Mischungstupels in Bezug auf das
vorbekannte Mischungstupel wird in einer a-b-Ebene ein beispielsweise elliptisch geformter
Toleranzbereich definiert (siehe Fig. 5). Dieser kann bedingt durch die Form des zeitlichen
Intensitätsverhaltens in verschiedene Richtungen unterschiedlich ausgedehnt ausfallen.
In Fig. 5 ist das gemessene Mischungstupel durch den ausgefüllten Kreis, der Sollwert
(vorbekannte Mischungstupel) durch den leeren Kreis dargestellt.
[0074] Dann erfolgt für zwei Verhältniszahlen M
1, M
2 eine Zuordnung des Attributs "Verhältniszahl akzeptiert", falls die Verhältniszahl
innerhalb des zugehörigen Wertebereichs liegt, oder des Attributs "Verhältniszahl
nicht akzeptiert", falls die Verhältniszahl außerhalb des zugehörigen Wertebereichs
liegt.
[0075] Im vorliegenden Fall liegen die beiden Verhältniszahlen M
1, M
2 innerhalb zugehöriger Wertebereiche W
1, W
2, wobei im Rahmen der Streuung die richtigen, d.h. vorbekannten, relativen Mischungsanteile
der beiden Lumineszenzstoffe A, B, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Lumineszenzstoffe
A, B, C ermittelt wurden.
[0076] Weiterhin wurde das Bestimmtheitsmaß R
2 ermittelt, was im vorliegenden Fall R
2=0.9989 beträgt, wobei sich zeigte, dass es deutlich oberhalb der bevorzugten Schwellwerte
liegt.
[0077] Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass die Sicherheitsmarkierung die vorbekannte
Zusammensetzung aufweist, womit die Sicherheitsmarkierung identifiziert wurde.
[0078] Es wird nun Bezug auf Fig. 6, obere Abbildung, genommen. Um die Rauschempfindlichkeit
des erfindungsgemäßen Verfahrens zu untersuchen, wurden bei einer Abklingkurve einer
Mischung aus zwei Lumineszenzstoffen mit monoexponentiellem Abklingverhalten unterschiedlich
normalverteilte Rauschanteile zu den Messpunkten addiert. Es erfolgte eine Auswertung
mit einem linearen Anpassungsverfahren gemäß vorliegender Erfindung und einem im Stand
der Technik bekannten nicht-linearen Anpassungsverfahren. In Fig. 6, untere Abbildung,
ist die Auswertung in einem Diagramm veranschaulicht, in dem der relative Mischungsanteil
eines Lumineszenzstoffs gegen das Rauschlevel aufgetragen ist. Erkennbar zeigt sich
bei der erfindungsgemäßen Bestimmung des relativen Mischungsanteils eine geringere
Rauschanfälligkeit im Vergleich zu dem im Stand der Technik bekannten Verfahren. Erkennbar
besteht für das nicht-lineare Verfahren im betrachteten Intervall des Rauschlevels
ein annähernd linearer Zusammenhang zwischen der Streubreite des ermittelten Mischungsanteils
und dem Rauschlevel. Die lineare Anpassungsmethode hingegen zeigt sich stabil mit
einer Streubreite von 0,05 (absolut) des Mischungsanteils. Diese Ergebnisse legen
nahe, dass schon bei geringen Rauschanteilen nicht-lineare Anpassungsverfahren nicht
mehr zuverlässige Ergebnisse liefern, während die erfindungsgemäße lineare Anpassungsmethode
im betrachteten Intensitätsintervall hinreichend zuverlässig funktioniert.
[0079] Fig. 7 zeigt das Zeitverhalten eines monoexponentiell abklingenden Lumineszenzstoffs,
der beispielsweise für einen Fälschungsangriff verwendet werden könnte. Die durch
das erfindungsgemäße Verfahren ermittelte Anpassungskurve ist mit einer durchgezogenen
Linie dargestellt. Nimmt man an, dass die Sicherheitsmarkierung die beiden Lumineszenzstoffe
A, B enthält, dann ergeben sich die Mischungsanteile 61.2% und 37.8% sowie eine Anpassungsgüte
von R
2=0.793. Wegen der weit unterhalb des Schwellwerts von bevorzugt 0,9 liegenden Anpassungsgüte
wird die Sicherheitsmarkierung nicht identifiziert.
[0080] Fig. 8 zeigt ein beispielsweise in Form einer Banknote ausgebildetes Wertdokument
1, das einen Kennfaden 2 mit einer Sicherheitsmarkierung 3 aufweist. Die Sicherheitsmarkierung
3 kann wie vorstehend beschrieben ausgebildet sein.
[0081] Wie sich aus vorstehender Beschreibung ergibt, bietet die Erfindung große Vorteile
gegenüber den im Stand der Technik bekannten Auswerteverfahren mit nicht-linearer
Anpassung, in denen neben den Amplituden der zeitlichen Intensitätsspektren auch die
Abklingzeiten als Modellparameter verwendet werden. Insbesondere kann durch das erfindungsgemäße
Verfahren mit vorgegebenem Zeitverhalten (insbesondere Abklingkurven) für die in Kombination
eingesetzten Lumineszenzstoffe eine viel schnellere und stabilere Auswertung (d.h.
schnelleres Konvergenzverhalten der Anpassungsroutine) für sowohl saubere als auch
mit Rauschen behaftete Intensitätsmessungen erhalten werden. Eine quantitative Auswertung
ergibt eine um ca. 3 Größenordnungen verringerte Rechenzeit im Vergleich zur im Stand
der Technik bekannten nicht-linearen Anpassung, was die Effizienzsteigerung hinsichtlich
der Auswertungsgeschwindigkeit verdeutlicht. In zeitkritischen Anwendungsfällen ist
ein schnelles Auswerteverfahren essentiell, beispielsweise für die Analyse auf schnelllaufenden
Banknotenbearbeitungsmaschinen mit bis zu 12 m/s bewegten Banknoten, da diese im Wesentlichen
die Bearbeitungsgeschwindigkeit bestimmen.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 1
- Wertdokument
- 2
- Kennfaden
- 3
- Sicherheitsmarkierung
1. Wertdokument mit einer Sicherheitsmarkierung in Form von mindestens zwei lumineszierenden
Substanzen (A, B), wobei
- die lumineszierenden Substanzen (A, B) jeweils in einem definierten relativen Mengenanteil,
bezogen auf die Gesamtmenge der lumineszierenden Substanzen (A, B), vorliegen,
- die lumineszierenden Substanzen (A, B) durch einen Anregungspuls gemeinsam anregbar
sind,
- die Zeitverläufe der Intensitäten der emittierten Strahlungen der lumineszierenden
Substanzen (A, B) voneinander verschieden sind, dadurch gekennzeichnet, dass
- mindestens eine lumineszierende Substanz (A, B) einen nicht-monoexponentiellen Zeitverlauf
der Intensität der emittierten Strahlung aufweist.
2. Wertdokument nach Anspruch 1, bei welchem die mindestens zwei lumineszierenden Substanzen
überlappende, insbesondere identische, Anregungsspektren aufweisen.
3. Wertdokument nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem die mindestens zwei lumineszierenden
Substanzen überlappende Emissionsspektren aufweisen.
4. Wertdokument nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, bei welchem die Sicherheitsmarkierung
lumineszierende Substanzen aufweist, deren Zeitverläufe der Intensitäten der emittierten
Strahlungen über einen Bray-Curtis-Abstand von größer als 0,10, vorzugsweise größer
als 0,20, und besonders bevorzugt größer als 0,25 verfügen.
5. Wertdokument nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, bei welchem die mindestens
zwei lumineszierenden Substanzen jeweils eine Intensität der emittierten Strahlung
aufweisen, die im Bereich von 5% bis 95%, vorzugsweise im Bereich von 10% bis 90%,
und besonders bevorzugt im Bereich von 15% bis 85%, der Gesamtintensität der emittierten
Strahlungen der lumineszierenden Substanzen liegt.
6. Wertdokument nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, bei welchem die mindestens
zwei lumineszierenden Substanzen jeweils eine Abklingzeit im Bereich von 100 ns bis
100 ms, vorzugsweise im Bereich von 10 µs bis 5 ms, aufweisen.
7. Wertdokument nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6, bei welchem mindestens
eine lumineszierende Substanz ein mit mindestens einem Seltenerdmetall und/oder mindestens
einem Übergangsmetall dotiertes Wirtsgitter umfasst.
8. Verfahren zum Identifizieren der Sicherheitsmarkierung eines Wertdokuments nach einem
der Ansprüche 1 bis 7, welches die folgenden Schritte umfasst:
i) Gemeinsames Anregen der lumineszierenden Substanzen mit einem Anregungspuls,
ii) Detektieren des Zeitverlaufs einer Gesamtintensität der emittierten Strahlungen
der lumineszierenden Substanzen,
iii) Anpassen einer Linearkombination I(t) der Formel

an den Zeitverlauf die Gesamtintensität der emittierten Strahlungen, wobei Ii(t)
Zeitverläufe der Intensitäten der von den lumineszierenden Substanzen emittierten
Strahlungen und ci Linearkoeffizienten sind, wobei sich der Index i auf die lumineszierenden Substanzen
bezieht und n die Zahl der lumineszierenden Substanzen angibt, wobei die Linearkoeffizienten
ci ermittelt werden,
iv) Identifizieren der Sicherheitsmarkierung auf Basis der Linearkoeffizienten ci.
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei welchem in Schritt iii) die Linearkoeffizienten ci derart bestimmt werden, dass absolute Abweichungen der Linearkombination I(t) von
Datenpunkten des Zeitverlaufs der detektierten Gesamtintensität minimiert sind.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei welchem die Linearkoeffizienten ci durch die Methode der kleinsten Quadrate so bestimmt werden, dass die Summe der quadratischen
Abweichungen der Linearkombination I(t) von Datenpunkten des Zeitverlaufs der detektierten
Gesamtintensität der emittierten Strahlungen minimiert sind.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, bei welchem Schritt iv) die folgenden
Teilschritte umfasst:
iv-1) für n-1 Linearkoeffizienten ci: jeweils Ermitteln einer Verhältniszahl M1 für jeden Linearkoeffizienten ci, die sich aus dem Verhältnis des Linearkoeffizienten ci zu mindestens einem weiteren Linearkoeffizienten ci oder zu einer Summe von ci und mindestens einem weiteren Linearkoeffizienten ci ergibt,
iv-2) Für jede Verhältniszahl Mi: Prüfen, ob die Verhältniszahl Mi innerhalb eines zugehörigen, definierbaren bzw. definierten Wertebereichs Wi liegt,
iv-3) Für jede Verhältniszahl Mi: Zuordnen des Attributs "Verhältniszahl akzeptiert", falls die Verhältniszahl Mi innerhalb des zugehörigen Wertebereichs Wi liegt, oder des Attributs "Verhältniszahl nicht akzeptiert", falls die Verhältniszahl
Mi außerhalb des zugehörigen Wertebereichs Wi liegt,
iv-4) Identifizieren der Sicherheitsmarkierung, falls allen Verhältniszahlen Mi das Attribut "Verhältniszahl akzeptiert" zugeordnet wurde.
12. Verfahren nach 11, bei welchem in Schritt iv-1) die Verhältniszahl Mi durch das Verhältnis des zugehörigen Linearkoeffizienten ci zu der Summe aller Linearkoeffizienten ci ermittelt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, welches einen weiteren Schritt v) aufweist,
der die folgenden Teilschritte umfasst:
v-1) Ermitteln einer die Güte der Anpassung der Linearkombination I(t) an den Zeitverlauf
der Gesamtintensität der lumineszierenden Substanzen kennzeichnenden Maßzahl G,
v-2) Vergleichen der Maßzahl G mit einem Schwellwert,
v-3) Zuordnen des Attributs "Maßzahl akzeptiert" zur Maßzahl G, falls die Maßzahl
G größer als der Schwellwert ist, oder des Attributs "Maßzahl nicht akzeptiert", falls
die Maßzahl G kleiner oder gleich dem Schwellwert ist,
v-4) Identifizieren der Sicherheitsmarkierung, falls die Maßzahl G mit dem Attribut
"Maßzahl akzeptiert" bewertet wurde.
14. Verfahren nach Anspruch 13, bei welchem die Maßzahl G das Bestimmtheitsmaß R2 ist, wobei der Schwellwert 0,9, vorzugsweise 0,95, beträgt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, bei welchem in Schritt ii) in einem sich
an das Abschalten des Anregungspulses unmittelbar anschließenden ersten Zeitraum mehr
Datenpunkte zum Detektieren der Gesamtintensität erfasst werden als in einem sich
an den ersten Zeitraum unmittelbar anschließenden zweiten Zeitraum, wobei der erste
Zeitraum und der zweite Zeitraum gleich lang sind.
1. Value document having a security marking in the form of at least two luminescing substances,
wherein
- the luminescing substances (A, B) are respectively present in a defined relative
quantitative share, based on the total quantity of the luminescing substances (A,
B),
- the luminescing substances (A, B) are jointly excitable by one excitation pulse,
- the time courses of the intensities of the emitted radiations of the luminescing
substances (A, B) are different from each other, characterized in that
- at least one luminescing substance (A, B) has a non-monoexponential time course
of the intensity of the emitted radiation.
2. Value document according to claim 1, in which the at least two luminescing substances
have overlapping, in particular identical, excitation spectra.
3. Value document according to claims 1 or 2, in which the at least two luminescing substances
have overlapping emission spectra.
4. Value document according to one of the previous claims 1 to 3, in which the security
marking has luminescing substances whose time courses of the intensities of the emitted
radiations have a Bray-Curtis distance of greater than 0.10, preferably greater than
0.20, and with particular preference greater than 0.25.
5. Value document according to one of the previous claims 1 to 4, in which the at least
two luminescing substances respectively have an intensity of the emitted radiation
which is in the region of 5% to 95%, preferably in the region of 10% to 90%, and with
particular preference in the region of 15% to 85%, of the total intensity of the emitted
radiations of the luminescing substances.
6. Value document according to one of the previous claims 1 to 5, in which the at least
two luminescing substances respectively have a decay time in the region of 100 ns
to 100 ms, preferably in the region of 10 µs to 5 ms.
7. Value document according to one of the previous claims 1 to 6, in which at least one
luminescing substance comprises a host lattice doped with at least one rare-earth
metal and/or at least one transition metal.
8. Method for identifying the security marking of a value document according to one of
the claims 1 to 7, which comprises the following steps:
i) jointly exciting the luminescing substances with one excitation pulse,
ii) detecting the time course of a total intensity of the emitted radiations of the
luminescing substances,
iii) adapting a linear combination I(t) of the formula

to the time course of the total intensity of the emitted radiations, wherein Ii(t) are time courses of the intensities of the radiations emitted by the luminescing
substances and ci are linear coefficients, wherein the index i relates to the luminescing substances
and n indicates the number of luminescing substances, wherein the linear coefficients
ci are ascertained,
iv) identifying the security marking on the basis of the linear coefficients ci.
9. Method according to claim 8, in which in step iii) the linear coefficients ci are determined such that absolute deviations of the linear combination I(t) from
data points of the time course of the detected total intensity are minimized.
10. Method according to claim 9, in which the linear coefficients ci are determined by the method of least squares such that the sum of the square deviations
of the linear combination I(t) from data points of the time course of the detected
total intensity of the emitted radiations are minimized.
11. Method according to one of the claims 8 to 10, in which step iv) comprises the following
substeps:
iv-1) for n-1 linear coefficients ci: respectively ascertaining a ratio value Mi for each linear coefficient ci, which results from the ratio of the linear coefficient ci to at least one further
linear coefficient ci or to a sum of ci and at least one further linear coefficient ci,
iv-2) for each ratio value Mi: checking whether the ratio value Mi is within an associated, definable or defined values range Wi,
iv-3) for each ratio value Mi: assigning the attribute "ratio value accepted", if the ratio value Mi is within the associated values range Wi, or the attribute "ratio value not accepted", if the ratio value Mi is outside the associated values range Wi,
iv-4) identifying the security marking, if all ratio values Mi have been assigned the attribute "ratio value accepted".
12. Method according to 11, in which in step iv-1) the ratio Mi is ascertained by the ratio of the associated linear coefficient ci to the sum of
all linear coefficients ci.
13. Method according to one of the claims 8 to 12, which has a further step v) which comprises
the following substeps:
v-1) ascertaining a measure value G characterizing the goodness of the adaptation
of the linear combination I(t) to the time course of the total intensity of the luminescing
substances,
v-2) comparing the measure value G with a threshold value,
v-3) assigning the attribute "measure value accepted" to the measure value G, if the
measure value G is greater than the threshold value, or the attribute "measure value
not accepted", if the measure value G is smaller than or equal to the threshold value,
v-4) identifying the security marking, if the measure value G has been evaluated with
the attribute "measure value accepted".
14. Method according to claim 13, in which the measure value G is the coefficient of determination
R2, wherein the threshold value is 0.9, preferably 0.95.
15. Method according to one of the claims 8 to 14, in which in step ii) more data points
for detecting the total intensity are captured in a first time period immediately
following the switching-off of the excitation pulse than in a second time period immediately
following the first time period, wherein the first time period and the second time
period are of equal length.
1. Document de valeur comportant un marquage de sécurité sous la forme d'au moins deux
substances luminescentes (A, B), dans lequel
- les substances luminescentes (A, B) sont respectivement présentes dans un rapport
quantitatif relatif défini par rapport à la quantité totale des substances luminescentes
(A, B)
- les substances luminescentes (A, B) peuvent être excitées conjointement par une
impulsion d'excitation,
- les profils temporels des intensités des rayonnements émis par les substances luminescentes
(A, B) sont différentes les uns des autres, caractérisé en ce que
- au moins une substance luminescente (A, B) présente un profil temporel non mono-exponentielle
de l'intensité du rayonnement émis.
2. Document de valeur selon la revendication 1, dans lequel lesdites au moins deux substances
luminescentes présentent des spectres d'excitation qui se chevauchent, en particulier
identiques.
3. Document de valeur selon la revendication 1 ou 2, dans lequel lesdites au moins deux
substances luminescentes présentent des spectres d'émission qui se chevauchent.
4. Document de valeur selon l'une des revendications 1 à 3 précédentes, dans lequel le
marquage de sécurité comprend des substances luminescentes dont les profils temporels
des intensités du rayonnement émis possèdent une distance de Bray-Curtis supérieure
à 0,10, de préférence supérieure à 0,20, et de manière particulièrement préférée supérieure
à 0,25.
5. Document de valeur selon l'une des revendications 1 à 4 précédentes, dans lequel lesdites
au moins deux substances luminescentes présentent respectivement une intensité du
rayonnement émis qui se situe dans la plage de 5 à 95 %, de préférence dans la plage
de 10 à 90 %, et de manière particulièrement préférée dans la plage de 15 à 85 %,
de l'intensité totale des rayonnements émis par les substances luminescentes.
6. Document de valeur selon l'une des revendications 1 à 5 précédentes, dans lequel lesdites
au moins deux substances luminescentes présentent respectivement un temps de décroissance
se situant dans la plage de 100 ns à 100 ms, de préférence dans la plage de 10 µs
à 5 ms.
7. Document de valeur selon l'une des revendications 1 à 6 précédentes, dans lequel au
moins une substance luminescente comprend une grille hôte dopée par au moins un métal
de terre rare et/ou au moins un métal de transition.
8. Procédé d'identification du marquage de sécurité d'un document de valeur selon l'une
des revendications 1 à 7, comprenant les étapes suivantes :
i) exciter conjointement des substances luminescentes à l'aide d'une impulsion d'excitation,
ii) détecter le profil temporel de l'intensité totale du rayonnement émis par les
substances luminescentes,
iii) ajuster une combinaison linéaire I(t) selon la formule

au profil temporel de l'intensité totale du rayonnement émis, où Ii(t) sont des profils
temporels des intensités des rayonnements émis par les substances luminescentes et
ci sont des coefficients linéaires, dans lequel l'indice i se rapporte aux substances
luminescentes et n indique le nombre de substances luminescentes, dans lequel les
coefficients linéaires ci sont déterminés,
iv) identifier le marquage de sécurité sur la base des coefficients linéaires ci.
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel, à l'étape iii), les coefficients linéaires
ci sont déterminés de manière à minimiser les écarts absolus de la combinaison linéaire
I(t) par rapport à des points de données du profil temporel de l'intensité totale
détectée
10. Procédé selon la revendication 9, dans lequel les coefficients linéaires ci sont déterminés par la méthode des moindres carrés de manière à minimiser la somme
des carrés des écarts de la combinaison linéaire I(t) par rapport à des points de
données du profil temporel de l'intensité totale détectée du rayonnement émis.
11. Procédé selon l'une des revendications 8 à 10, dans lequel l'étape iv) comprend les
sous-étapes suivantes :
iv-1) pour n-1 coefficients linéaires ci : déterminer respectivement, pour chaque coefficient linéaire ci, un rapport Mi qui résulte du rapport du coefficient linéaire ci à au moins un autre coefficient linéaire ci ou à une somme de ci et d'au moins un autre coefficient linéaire ci,
iv-2) pour chaque rapport Mi : vérifier si le rapport Mi se situe dans une plage de valeurs Wi définie ou définissable associée,
iv-3) pour chaque rapport Mi : associer l'attribut "rapport accepté" si le rapport Mi se situe dans la plage de valeurs Wi associée, ou l'attribut "rapport non accepté" si le rapport Mi se situe en dehors de la plage de valeurs Wi associée,
iv-4) identifier le marquage de sécurité si l'attribut "rapport accepté" a été associé
à tous les rapports Mi.
12. Procédé selon la revendication 11, dans lequel, à l'étape iv-1), le rapport Mi est déterminé par le rapport du coefficient linéaire associé ci à la somme de tous les coefficients linéaires ci.
13. Procédé selon l'une des revendications 8 à 12, qui comporte une autre étape v) comprenant
les sous-étapes suivantes :
v-1) déterminer une mesure G qui caractérise la qualité de l'ajustement de la combinaison
linéaire I(t) au profil temporel de l'intensité totale des substances luminescentes,
v-2) comparer la mesure G à une valeur de seuil,
v-3) associer l'attribut "mesure acceptée" à la mesure G si la mesure G est supérieure
à la valeur de seuil, ou l'attribut "mesure non acceptée" si la mesure G est inférieure
ou égale à la valeur de seuil,
v-4) identifier le marquage de sécurité si la mesure G a été évaluée avec l'attribut
"mesure acceptée".
14. Procédé selon la revendication 13, dans lequel la mesure G est le coefficient de détermination
R2, dans lequel la valeur de seuil est de 0,9, et de préférence de 0,95.
15. Procédé selon l'une des revendications 8 à 14, dans lequel, à l'étape ii), au cours
d'une première période suivant immédiatement la fin de l'impulsion d'excitation, un
plus grand nombre de points de données sont acquis pour détecter l'intensité totale
qu'au cours d'une deuxième période suivant immédiatement la première période, dans
lequel la première période et la deuxième période sont de même longueur.