[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Projektil für Munition, insbesondere für Randfeuermunition.
Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines
Projektils für Munition, insbesondere für Randfeuermunition. Ferner stellt die vorliegende
Erfindung Munition, insbesondere Randfeuermunition, bereit.
[0002] Der Gestaltung von Projektilen liegen in der Regel zwei Hauptzielsetzungen zugrunde,
die in der Regel miteinander im Konflikt sind. Zum einen kann darauf abgezielt werden,
die Beschleunigung des Projektils im Lauf einer Schusswaffe zu maximieren. Zum anderen
kann der Schwerpunkt in der Optimierung der Aerodynamik des Projektils sein, um einerseits
eine möglichst optimale Präzision und andererseits eine möglichst große Schussreichweite
zu erzielen.
[0003] US 8,485,100 B2 lehrt ein aerodynamisch verbessertes tropfenförmiges Geschoss, dessen Heck in eine
separate Haltehülse eingesteckt ist, welche in einer Patronenhülse verpresst ist.
Die Haltehülse wirkt als sogenannter Treibspiegel und dient der Abdichtung des Schusswaffenlaufs
sowie der Aufnahme des Gasdrucks. Nach dem Abschuss des Geschosses trennt sich dieses
von der Haltehülse ab. Bei
US 8,485,100 B2 hat sich die Präzision des Geschosses als nachteilig herausgestellt. Insbesondere
erfolgt weder eine Drallstabilisierung im Lauf der Schusswaffe, noch eine Stabilisierung
im Flug, sodass das Geschoss gemäß
US 8,485,100 B2 anfällig auf äußere Einflüsse, wie Wind, reagiert, die es von der gewünschten Flugbahn
abweichen lassen.
[0004] US 10,139,207 B2 offenbart ein Geschoss mit einer heckseitigen Vertiefung, in die eine Mehrzahl von
konzentrisch zueinander angeordneten, separaten Heckaufsätzen eingeschraubt ist, um
eine verbesserte Grasdruckwirkung zur Erhöhung der Beschleunigung zu erzielen. Die
Heckaufsätze besitzen ebenfalls eine heckseitige Vertiefung, in welcher wiederum ein
Heckaufsatz verschraubt ist. Dabei sind die Heckaufsätze derart bezüglich der Vertiefungen
geformt und dimensioniert, dass sich ein umlaufender Ringraum ergibt, dessen Querschnitt
sich entgegen der Schussrichtung zunehmend verkleinert. Ein derartiges Geschoss besitzt
allerdings eine nachteilige Aerodynamik, sodass zum einen eine geringe Flugreichweite
und zum anderen eine geringe Präzision gewährleistet ist.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile aus dem bekannten Stand
der Technik zu verbessern, insbesondere ein Projektil bereitzustellen, dessen Präzision
verbessert ist, insbesondere ohne die Beschleunigung innerhalb des Schusswaffenlaufs
zu beeinträchtigen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1, 10 bzw. 11 gelöst.
[0007] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Projektil für Munition, insbesondere
für Randfeuermunition, bereitgestellt. Munition oder Patronen fasst/ fassen die zum
Abfeuern des Projektils bzw. des Geschosses aus einer Feuerwaffe notwendigen Komponenten
zusammen und bestehen in der Regel aus Hülse, Anzündhütchen, Treibladung und Projektil.
Die Randfeuermunition ist eine spezielle Art von Munition. Der Zündsatz bei Randfeuerpatronen
ist im Boden der Hülse im Bereich eines umlaufenden Ringwulstes angeordnet, bzw. in
diesem eingegossen. Durch Aufschlagen eines entsprechend dimensionierten Schlagbolzens
von hinten auf den Ringwulst des Hülsenbodens wird dieser gequetscht, um die Zündung
des in dem Ringwulst angeordneten Zündsatzes und infolge des damit in Kontakt stehenden
Treibladungspulvers zu bewirken. Das Projektil, oder auch Geschoss genannt, ist diejenige
Komponente, die von der Feuerwaffe abgefeuert wird. Beispielsweise besitzen die Projektile
der vorliegenden Erfindung ein Kaliber von weniger als 13 mm, insbesondere von höchstens
12,7 mm. Das Kaliber ist im Allgemeinen ein Maß für den Außendurchmesser von Projektilen
und/oder den Innendurchmesser des Laufes einer Feuerwaffe.
[0008] Das Projektil umfasst einen Bugabschnitt, der in Geschosslängsrichtung bzw. in Bezug
auf die Flugrichtung vorderseitig angeordnet ist und ogivenförmig gebildet sein kann,
insbesondere um eine strömungsoptimierte Form aufzuweisen. Ferner umfasst das Projektil
ein Projektilheck, das in Bezug auf die Flugrichtung und in Geschosslängsrichtung
betrachtet rückseitig angeordnet ist.
[0009] Das Projektilheck weist an einer Stirnseite, die insbesondere entgegen der Flugrichtung
orientiert ist, eine Ringvertiefung auf. Die Ringvertiefung erstreckt sich beispielsweise
von der Stirnseite in Richtung des Bugabschnitts um eine bestimmte Axiallänge. Die
Ringvertiefung ist radial außen von einem in Umfangsrichtung umlaufenden Ringrand
begrenzt, der Teil des Projektilhecks ist. In der Ringvertiefung ist ein sich in Projektillängsrichtung
erstreckender Vorsprung angeordnet. Der Vorsprung ist wenigstens abschnittsweise radial
zu dem Ringrand beabstandet, sodass sich insbesondere die Ringvertiefung ergibt.
[0010] Erfindungsgemäß sind der Ringrand und der Vorsprung und ggf. der Bugabschnitt aus
einem Stück hergestellt. Insbesondere ist das Projektil vollständig aus einem Stück,
vorzugsweise aus Metall, hergestellt. Dadurch lässt sich auf herstellungstechnisch
einfache und kostengünstige Weise ein Projektil mit verbesserter Präzision erzeugen,
welches ebenfalls eine gute Beschleunigung innerhalb des Schusswaffenlaufs besitzt.
Der Heckbereich, insbesondere der Ringrand, ist derart flexibel bzw. deformationsweich
gestaltet, dass dessen Form sich beim Abfeuern des Geschosses in Folge des heckseitigen
Gasdrucks leicht verändern kann. Dadurch wird eine gleichmäßige Laufbeschleunigung
ohne Störungen durch Reibungen, insbesondere an steifen Kanten, beispielsweise beim
Eintauchen in den Lauf als auch beim Abgang aus dem Lauf, erreicht. Ferner realisiert
der in der Ringvertiefung angeordnete Vorsprung zusammen mit dem die Ringvertiefung
radial umlaufend umgebenden Ringrand einen Hinterschnitt bzw. eine Hinterschneidung,
auf die die Pulver-Gasentwicklung eine Kraft ausüben kann, die gegenüber einem herkömmlichen
Heck vergrößert ist, sodass außerdem eine Verbesserung der Laufbeschleunigung auftritt.
Des Weiteren wurde erfindungsgemäß herausgefunden, dass durch die Anbringung eines
sich in Projektillängsrichtung erstreckenden Vorsprungs in der Ringvertiefung eine
Stabilisierung des Projektils im Flug erreicht wird. Dies hängt insbesondere damit
zusammen, dass sich um den Zapfen Heckwirbel ausbilden können, die durch den Hinterschnitt
bis in die Ringvertiefung und damit in das Innere des Projektils hineinragen können,
um das Geschoss während dessen Flugbahn zu stabilisieren. Ferner wird auf diese Weise
der sogenannte "base drag", eine heckseitige Sogwirkung, reduziert. Das erfindungsgemäße
Projektil zeichnet sich demnach dadurch aus, dass es sowohl eine verbesserte Präzision
aufweist als auch eine verbesserte Lauf-Performance, wie eine erhöhte Beschleunigung
und/oder verringerte Reibung innerhalb des Laufs, besitzt.
[0011] Gemäß einer beispielhaften Ausführung der vorliegenden Erfindung besitzt der Ringrand
eine im Wesentlichen konstante Wandstärke entlang dessen Längserstreckung in Projektillängsrichtung
von 5% bis vorzugsweise 30% eines Kaliberdurchmessers. Das Kaliber ist im Allgemeinen
ein Maß für den Außendurchmesser von Projektilen bzw. den Innendurchmesser des Laufs
der Feuerwaffe. Vorzugsweise beträgt die Wandstärke etwa 8% bis vorzugsweise 20% des
Kaliberdurchmessers. Gemäß einer beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Projektils
liegt eine Axialabmessung des Ringrands im Bereich von 5% bis vorzugsweise 30% einer
Gesamtlänge des Projektils. Des Weiteren kann der Ringrand konzentrisch zur in Projektillängsrichtung
orientierten Projektillängsachse angeordnet sein. Ferner kann der Ringrand einen konstanten
Außendurchmesser besitzen und/oder eine Außenmantelfläche des Ringrands einen konstanten
Abstand zur Projektillängsachse besitzen. Insbesondere wird durch die spezifische
Dimensionierung des Ringrands gewährleistet, dass der Ringrand in den durch die Hinterschneidung
bzw. den Hinterschnitt in der Ringvertiefung sich ergebenden Freiraum nachgeben kann,
was sich beispielsweise beim Eintauchen des Projektils in den Lauf, beim Einpressen
in das Zug-Feld-Profil des Laufs und beim Abgang aus dem Lauf bemerkbar macht. Dadurch
wird ein Ausrichten, insbesondere Zentrieren, im Lauf gefördert und mögliche Störungen
bzw. Richtungsänderungen, beispielsweise durch Verkanten, werden reduziert. Des Weiteren
wurde herausgefunden, dass sich entlang des Vorsprungs bis in die Ringvertiefung,
insbesondere zu einem Grund der Ringvertiefung, während des Fluges des Projektils
stabile Heckwirbel hinter dem Projektil ausbilden, die zu einer Verlängerung der Strömungsführung
näher an der Projektillängsachse führen. Somit reduziert sich im Projektilheck die
sogenannte Heckdruckdifferenz und damit der sogenannte "base-drag". Ferner wirkt sich
die erfindungsgemäße Projektilheckform insofern vorteilhaft auf die Präzision aus,
als der Vorsprung in Kombination mit der Ringvertiefung und dem die Ringvertiefung
umlaufenden Ringrand eine Stabilisierung der Heckwirbel bewirkt, sodass das Projektil
weniger störungsanfällig gegenüber äußeren Krafteinflüssen, wie zum Beispiel Windeinflüssen,
ist.
[0012] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils besitzt
der Vorsprung einen wenigstens abschnittsweise kontinuierlichen Querschnitt, insbesondere
in Projektillängsrichtung, und/oder einen entgegen der Geschossrichtung sich verjüngenden
Querschnitt. Beispielsweise ist der Vorsprung kegelförmig, kegelstumpfförmig oder
gekrümmt, vorzugsweise teilkugelförmig, insbesondere halbkugelförmig gestaltet. Beispielsweise
ist der Vorsprung konzentrisch zu der in Projektillängsrichtung orientierten Projektillängsachse
angeordnet. Dies verstärkt den erfindungsgemäßen Effekt der Stabilisierung des Projektils
während des Flugs. Insofern kann sich eine in Bezug auf die Projektillängsachse rotationssymmetrische
Form des Projektilhecks, insbesondere des Ringrands, der Ringvertiefung und des Vorsprungs
einstellen. Es wurde herausgefunden, dass die in Richtung des Projektilhecks spitz
zulaufende bzw. gekrümmte, vorzugsweise runde, Querschnittform des Vorsprungs sich
vorteilhaft auf die Ausbildung der heckseitigen Wirbel während des Fluges des Projektils
auswirkt, nämlich insbesondere eine zunehmend elliptische Form der Heckwirbel (simulationsgemäß)
generiert wird und/oder sich die Wirbel bis in das Projektilinnere, nämlich in die
Ringvertiefung hinein ragen.
[0013] Gemäß einer beispielhaften weiteren Ausführung der vorliegenden Erfindung umläuft
die Ringvertiefung den Vorsprung in Umfangsrichtung radial außen, insbesondere vollständig.
Des Weiteren kann der Vorsprung insbesondere umlaufend direkt in den Ringrand übergehen.
Im Querschnitt kann sich dadurch eine im Wesentlichen dreieckförmige Ringvertiefung
ergeben.
[0014] In einer weiteren beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Projektils weitet
sich die Ringvertiefung ausgehend von einer Übergangskontur, wie einer Übergangskante
oder einem sich quer, vorzugsweise senkrecht, zur Projektillängsrichtung erstreckenden
Übergangssteg, zwischen Vorsprung und Ringrand wenigstens abschnittsweise kontinuierlich
auf. Des Weiteren kann sich ein Querschnitt der Ringvertiefung ausgehend von der Übergangskontur
zwischen Vorsprung und Ringrand wenigstens abschnittsweise kontinuierlich vergrößern.
Beispielsweise schließt der Vorsprung unmittelbar an den Ringrand an, sodass sich
als Übergangskontur eine spitze Übergangskante ergibt. Des Weiteren kann zwischen
Ringrand und Vorsprung eine sich quer zur Projektillängsrichtung und vorzugsweise
in Umfangsrichtung um den Vorsprung umlaufende Übergangskontur in Form eines Übergangsstegs
ausbilden, wodurch sich ein durch die Ringvertiefung definiertes Volumen vergrößert.
[0015] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils besitzt
der Vorsprung eine axiale Länge in Projektillängsrichtung im Bereich von 20% - 140%
eines Kaliberdurchmessers. Dabei kann die minimale Vorsprungslänge einen idealen Raum
bzw. Platz für die Ausbildung und Ausprägung der Heckwirbel schaffen. Die maximale
Vorsprungslänge kann beispielsweise die ideale Entwicklung der Strömungslinien während
des Fluges des Projektils bedingen, sodass sich möglichst lange, d.h. möglichst weit
weg vom Projektilheck in Richtung der Geschosslängsachse erstreckende Strömungslinien
ergeben. Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung kann der Vorsprung in Projektillängsrichtung
axial über die Stirnseite des Projektilhecks hervorstehen. Beispielsweise steht der
Vorsprung um wenigstens 5% eines Kaliberdurchmessers und/oder um höchstens 50% eines
Kaliberdurchmessers über die Stirnseite des Projektilhecks hervor. Es wurde herausgefunden,
dass bei geringen Vorsprungslängen sich der Schwerpunkt des Projektils leicht nach
vorne in Richtung des Druckpunktes, d.h. desjenigen Punktes während des Fluges des
Projektils, bei dem die Summe der angreifenden Kräfte gleich Null ist, verlagert.
Ferner wurde herausgefunden, dass ab einer bestimmten Axiallänge des Vorsprungs, insbesondere
ab einem bestimmten axialen Überstand in Bezug auf die Stirnseite des Projektilhecks,
der Schwerpunkt sich zwar absolut leicht nach hinten, relativ zur Längenveränderung
jedoch ebenfalls nach vorne in Richtung Projektilbug in Richtung des Druckpunktes
verlagert. Erfindungsgemäß wird durch das Vorsehen des Vorsprungs innerhalb der Ringvertiefung
insbesondere durch die erfindungsgemäße bevorzugte Dimensionierung erreicht, dass
eine Stabilisierung des Projektils innerhalb des Flugs ermöglicht wird, wodurch sich
dessen Präzision deutlich verbessern lässt.
[0016] In einer weiteren beispielhaften Ausführung der vorliegenden Erfindung weist der
Vorsprung eine Kegelform oder eine Kegelstumpfform auf. Dabei kann die Kegelform bzw.
Kegelstumpfform in Richtung des Projektilhecks, also entgegen der Flugrichtung des
Projektils in Projektillängsrichtung, orientiert sein. Anders ausgedrückt zeigt eine
Kegelspitze bzw. ein Kegelstumpfende entgegen der Projektilflugrichtung. Ferner kann
ein Öffnungswinkel eines Mantels des Vorsprungs ausgehend von einer Kegelspitze bzw.
einem Kegelstumpfende wenigstens 20° und vorzugsweise höchstens 90°, insbesondere
60° betragen. Es wurde herausgefunden, dass sich durch diese Dimensionierung des Vorsprungs
ein Volumen der Ringvertiefung ergibt, sodass sich die erfindungsgemäßen Vorteile
besonders stark einstellen.
[0017] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Projektils geht der
Vorsprung im Projektilinneren in einen ringförmigen Vertiefungsgrund über, der beispielsweise
durch die Übergangskontur realisiert ist. Der Vertiefungsgrund kann in Radialrichtung
orientiert sein und in den Ringrand münden. Beispielsweise kann der Vertiefungsgrund
eine umlaufende Übergangskante oder ein umlaufender Übergangssteg mit Radialabmessung
sein. Beispielsweise beträgt eine radiale Ringabmessung des Vertiefungsgrunds, insbesondere
des Übergangsstegs, wenigstens 0,05mm und vorzugsweise höchstens 1,5mm. Es sei klar,
dass im Falle einer Übergangskante als Übergangskontur bzw. Vertiefungsgrund keine
signifikante Ringabmessung vorliegt, sondern der Rand unmittelbar in den Vorsprung
übergeht.
[0018] In einer beispielhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Projektils ist das Projektil
durch Umformen, insbesondere Zugdruckumformen, vorzugsweise Tiefziehen, hergestellt.
Als Rohling kann beispielsweise ein Metallband bzw. ein Metalldraht verwendet werden,
der zunächst derart umgeformt wird, dass sich ein insbesondere ogivenförmiger Bugabschnitt
und ein flaches Projektilheck ergeben, beispielsweise durch Pressen. Anschließend
wird in das Projektilheck eine Ringvertiefung sowie ein sich in Projektillängsrichtung
erstreckender Vorsprung eingebracht, vorzugsweise gepresst, beispielsweise mittels
eines heckseitig aufgepressten Stempels.
[0019] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der mit den vorhergehenden
Aspekten und beispielhaften Ausführungen kombinierbar ist, ist ein Verfahren zum Herstellen
eines Projektils für Munition, insbesondere Randfeuermunition, bereitgestellt. Das
erfindungsgemäße Verfahren kann derart ausgebildet sein, dass es das Projektil gemäß
einem der zuvor beschriebenen Aspekte bzw. beispielhaften Ausführungen realisiert,
insbesondere herstellt.
[0020] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Metallband- oder Metalldraht-Rohling
bereitgestellt. Der Metallband- oder Metalldraht-Rohling kann beispielsweise vorkonfektioniert,
d.h. in Bezug auf eine benötigte Axiallänge und/oder Wandstärkendimension vorangepasst,
sein. Es ist jedoch auch denkbar, dass die vollständige Formgebung mittels des nachgelagerten
Herstellungsverfahrens, das beispielsweise eine Umformverfahren, Zugdruckumformverfahren,
insbesondere Tiefziehen, sein kann, erreicht wird.
[0021] In einem nachgelagerten Herstellungsschritt wird der Metallband- oder Metalldraht-Rohling
zur Bildung eines insbesondere ogivenförmigen Bugabschnitts und eines, insbesondere
stirnseitig flachen, Projektilhecks umgeformt, vorzugsweise gepresst. Das Projektilheck
kann beispielsweise eine am Außenumfang betrachtet zylindrische Form besitzen und
in eine flache, insbesondere sich senkrecht zur Projektillängsrichtung erstreckende,
Stirnseite münden.
[0022] In einem weiteren nachgelagerten Schritt wird in das Projektilheck eine Ringvertiefung
und ein sich in Projektillängsrichtung erstreckender Vorsprung eingebracht, vorzugsweise
gepresst. Dabei werden der Vorsprung und die Ringvertiefung derart in das Projektilheck
eingebracht, insbesondere gepresst, dass sich ein in Umfangsrichtung umlaufender,
die Ringvertiefung radial außen begrenzender Ringrand ergibt und/oder die Ringvertiefung
den Vorsprung radial umlaufend außen umläuft.
[0023] Dadurch lässt sich auf herstellungstechnisch einfache und kostengünstige Weise ein
Projektil mit verbesserter Präzision erzeugen, welches ebenfalls eine gute Beschleunigung
innerhalb des Schusswaffenlaufs besitzt. Der Heckbereich, insbesondere der Ringrand,
kann derart flexibel bzw. deformationsweich gebildet werden, dass dessen Form sich
beim Abfeuern des Geschosses in Folge des heckseitigen Gasdrucks leicht verändern
kann. Dadurch wird eine gleichmäßige Laufbeschleunigung ohne Störungen durch Reibungen,
insbesondere an steifen Kanten, beispielsweise beim Eintauchen in den Lauf als auch
beim Abgang aus dem Lauf, erreicht. Ferner realisiert der in die Ringvertiefung eingebrachte
Vorsprung zusammen mit dem die Ringvertiefung radial umlaufend umgebenden Ringrand
einen Hinterschnitt bzw. eine Hinterschneidung, auf die die Pulver-Gasentwicklung
eine Kraft ausüben kann, die gegenüber einem herkömmlichen Heck vergrößert ist, sodass
außerdem eine Verbesserung der Laufbeschleunigung auftritt. Des Weiteren wurde erfindungsgemäß
herausgefunden, dass durch das Fertigen eines sich in Projektillängsrichtung erstreckenden
Vorsprungs in der Ringvertiefung eine Stabilisierung des Projektils im Flug erreicht
wird. Dies hängt insbesondere damit zusammen, dass sich um den Zapfen Heckwirbel ausbilden
können, die durch den Hinterschnitt bis in die Ringvertiefung und damit in das Innere
des Projektils hineinragen können, um das Geschoss während dessen Flugbahn zu stabilisieren.
Ferner wird auf diese Weise der sogenannte "base drag", eine heckseitige Sogwirkung,
reduziert. Das erfindungsgemäß hergestellte Projektil zeichnet sich demnach dadurch
aus, dass es sowohl eine verbesserte Präzision aufweist als auch eine verbesserte
Lauf-Performance, wie eine erhöhte Beschleunigung und/oder verringerte Reibung innerhalb
des Laufs, besitzt.
[0024] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der mit den vorhergehenden
Aspekten und beispielhaften Ausführungen kombinierbar ist, ist eine Munition, insbesondere
Randfeuermunition, bereitgestellt. Die Munition umfasst eine Munitionshülse und ein
vorzugsweise in die Munitionshülse eingepresstes Projektil. Dabei kann das Projektil
gemäß einem der zuvor beschriebenen Aspekte bzw. beispielhaften Ausführungen realisiert
und/oder durch das zuvor beschriebene erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines
Projektils hergestellt sein.
[0025] Gemäß einer beispielhaften Ausführung der vorliegenden Erfindung steht der Bugabschnitt
aus der Munitionshülse in Projektillängsrichtung hervor. Des Weiteren kann ein den
Bugabschnitt mit dem Projektilheck verbindendes Führungsband und/oder das Projektilheck
mit einem Innenmantel der Munitionshülse verpresst sein. Dabei kann vorgesehen sein,
dass das Führungsband in in Axialrichtung in einem Abstand zueinander angeordnete
Führungsbandabschnitte, vorzugsweise unterschiedlicher Axialabmessung und/oder gleicher
Radialabmessung, aufgeteilt ist.
[0026] Bevorzugte Ausführungen sind in den Unteransprüchen gegeben.
[0027] Im Folgenden werden weitere Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung mittels
Beschreibung bevorzugter Ausführungen der Erfindung anhand der beiliegenden beispielhaften
Zeichnungen deutlich, in denen zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer ersten beispielhaften Ausführung eines erfindungsgemäßen
Projektils;
- Figur 2
- eine Seitenansicht des Projektils gemäß Figur 1;
- Figur 3
- eine Schnittansicht des Projektils gemäß der Figuren 1 und 2;
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht einer weiteren beispielhaften Ausführung eines erfindungsgemäßen
Projektils;
- Figur 5
- eine Seitenansicht des Projektils nach Figur 4; und
- Figur 6
- eine Schnittansicht des Projektils der Figuren 4 und 5.
[0028] In der folgenden Beschreibung beispielhafter Ausführungen erfindungsgemäßer Projektile
ist ein erfindungsgemäßes Projektil im Allgemeinen mit der Bezugsziffer 1 versehen.
Derartige Projektile 1 werden für Munition, insbesondere Randfeuermunition, eingesetzt.
Als Randfeuermunition wird gattungsprägend verstanden, dass die Zündung über einen
radial von einem Mantel einer Hülse, in dem das erfindungsgemäße Projektil 1, eingesetzt,
vorzugsweise eingepresst, ist, hervorsteht und welcher an einem längsseitigen Ende
der Hülse, vorzugsweise an einem rückseitigen, wie heckseitigen, Ende, vorgesehen
ist. In dem radial vorstehenden Randabschnitt ist umlaufend ein Zündmittel vorgesehen,
welches von einem entsprechend zylindrisch ausgebildeten Schlagbolzen einer Feuerwaffe,
insbesondere einer Handfeuerwaffe, aktiviert wird, um die Randfeuermunition zu zünden.
[0029] Das erfindungsgemäße Projektil 1 ist beispielsweise durch Umformen, insbesondere
Zugdruckumformen, vorzugsweise Tiefziehen, aus einem Metallband- oder Metalldraht-Rohling
hergestellt. Vorteilhafterweise ist das vollständige Projektil 1 aus einem Stück hergestellt.
[0030] Das erfindungsgemäße Projektil 1 weist einen Bugabschnitt 3 auf, der gemäß der beispielhaften
Ausführungen eine Ogivenform mit sich zu einer Projektilspitze 5 ogivenförmig zulaufendem
bzw. ausbildendem Mantel 7 besitzt. An den Bugabschnitt 3 kann ein Führungsband 9
anschließen, das im Allgemeinen innenbalistische Aufgaben des Projektils 1 übernimmt,
insbesondere eine Abdichtung eines Verbrennungsraums zwischen Projektil 1 und Lauf,
eine Bereitstellung einer Rotation / eines Dralls um eine sich in Projektillängsrichtung
erstreckende Projektillängsachse P unterstützt sowie zur Führung des Projektils im
Lauf der Schusswaffe dient. Beispielsweise ist das Führungsband 9 in in Projektillängsrichtung
P in einem Abstand zueinander angeordnete Führungsbandabschnitte 11 aufgeteilt, die
beispielsweise eine gleiche Radialabmessung in Bezug auf die Projektillängsachse P
und/oder unterschiedliche Axialmaße besitzen können. An das Führungsband 9 schließt
ein Projektilheck 13 mit einem im Wesentlichen zylindrischen Außenmantel 15 und einer
einen Projektilboden bildenden flachen Stirnseite 17 an. Das Projektil 1 ist bis auf
den ogivenförmigen Bugabschnitt 3 von außen her betrachtet im Wesentlichen zylindrisch
geformt, wobei im Bereich des Führungsbands 9 stufenartige Absätze zwischen den Führungsbandabschnitten
11 und dazwischenliegenden Ringnuten 19 bestehen (Figur 2).
[0031] Weiterhin bezugnehmend auf Figur 1 ist zu erkennen, dass das Projektilheck 13 eine
Ringvertiefung 21 besitzt, die zur Stirnseite 17 hin offen ist. Des Weiteren umfasst
das Projektilheck 13 einen die Ringvertiefung in Umfassungsrichtung bezüglich der
Projektillängsachse P umlaufend, radial außen begrenzenden Ringrand 23, dessen Außenseite
durch den Mantel 15 gebildet ist. Außerdem umfasst das Projektil 1 heckseitig einen
sich in Projektillängsrichtung erstreckenden Vorsprung 25. Erfindungsgemäß sind zumindest
der Ringrand 23 und der Vorsprung 25, ggf. auch der Bugabschnitt 3, aus einem Stück
hergestellt, beispielsweise aus einem Metalldraht- oder Metallband-Rohling, vorzugsweise
mittels eines Umformverfahrens, insbesondere Zugdruckumformverfahrens, insbesondere
durch Tiefziehen.
[0032] In Bezug auf die Figuren 1 - 3 wird eine erste beispielhafte Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Projektils 1 und in Bezug auf die Figuren 4 - 6 eine weitere beispielhafte
Ausführung eines erfindungsgemäßen Projektils 1 beschrieben. Dabei wird in der folgenden
Beschreibungen im Wesentlichen auf die sich in Bezug auf die Figuren 1 - 3 bzw. 4
- 6 ergebenden Unterschiede eingegangen, die vordergründlich in der Dimensionierung
und Form des Vorsprungs 25 liegen.
[0033] In den Figuren 1 - 3 ist der Vorsprung 25 kegelförmig gebildet und besitzt einen
sich kontinuierlich von einem Vertiefungsgrund 27 (Figur 3) in Richtung Projektilheck
13 verjüngenden Querschnitt, der in eine Kegelspitze 29 mündet. Insbesondere in Figur
2 ist zu erkennen, dass der Vorsprung 25 konzentrisch zur in Projektillängsrichtung
orientierten Projektillängsachse P angeordnet ist. In der beispielhaften Ausführung
gemäß der Figuren 1 - 3 ist der Vorsprung 25 derart dimensioniert, dass eine Axiallänge
A im Bereich vom 20% - 140%, vorzugsweise bei etwa 50%, eines Kaliberdurchmessers
liegt. Des Weiteren steht der Vorsprung 25 in Projektillängsrichtung axial über die
Stirnseite 17 hervor (Bezugszeichen a), insbesondere um wenigstens 5% und/oder höchstens
50% eines Kaliberdurchmessers, insbesondere um etwa 20%. Ein Öffnungswinkel α, der
in Figur 3 angedeutet ist, eines Mantels 31 des Vorsprungs 25 ausgehend von der Kegelspitze
29 liegt im Bereich von wenigstens 20% und vorzugsweise höchstens 90%, vorzugsweise
etwa bei 60%.
[0034] Wie insbesondere in Figur 3 zu sehen ist, weist der Ringrand 23 eine im Wesentlichen
konstante Wandstärke auf, die beispielsweise im Bereich von 5% - 30%, vorzugsweise
im Bereich von 8% bis vorzugsweise 20%, des Kaliberdurchmessers liegt. Des Weiteren
kann eine Axialabmessung l des Ringrands 23 im Bereich von 5% - 30% einer Gesamtlänge
L des Projektils 1 liegen. Vorteilhafterweise ist, wie es in den beispielhaften Figuren
dargestellt ist, der Ringrand 23 konzentrisch zur Projektilachse P angeordnet ist
und einen konstanten Außendurchmesser besitzt. Insbesondere ergibt sich dadurch eine
vollständig achsensymmetrische Ausbildung des Projektils 1 bezüglich der Projektillängsachse
P.
[0035] Erneut bezugnehmend auf Figur 3 ist zu erkennen, dass die Ringvertiefung 21 den Vorsprung
25 in Umfangsrichtung radial außen umläuft. Im Querschnitt, wie es in Figur 3 abgebildet
ist, besitzt die Ringvertiefung 21 im Wesentlichen eine Dreiecksform. Dabei kann sich
die Ringvertiefung 21 ausgehend von einer Übergangskontur 33 zwischen Vorsprung 25
und Ringrand 23 kontinuierlich aufweiten, sodass sich ein Querschnitt der Ringvertiefung
21 kontinuierlich vergrößert, das heißt in Richtung der offenen Stirnseite 17 kontinuierlich
vergrößert. Beispielsweise ist die Übergangskontur 37 eine Übergangskante ohne relevante
Radialbemessung. Dies ist dadurch realisiert, dass der Vorsprung 25 insbesondere umlaufend
direkt in den Ringrand 23 übergeht. Des Weiteren kann die Übergangskontur 33 mit einer
relevanten Radialabmessung versehen sein, die beispielsweise im Bereich von mehr als
0,05mm bis vorzugsweise 1,5mm liegt. Dies kann dadurch realisiert sein, dass der Vorsprung
25 im Projektilinneren in den Vertiefungsgrund 27 so übergeht, dass der Vertiefungsgrund
27 in Radialrichtung orientiert ist und der Vertiefungsgrund 27 in den Ringrand 23
mündet. Dabei ist es die Ringabmessung des Vertiefungsgrund, welche die Bemessung
der Übergangskontur 33 ausmacht.
[0036] In Bezug auf die Figuren 4 - 6 wird eine weitere beispielhafte Ausführung eines erfindungsgemäßen
Projektils 1 beschrieben, die sich im Wesentlichen von der Ausführungsform gemäß der
Figuren 1 - 3 dadurch unterscheidet, dass der Vorsprung 25 in Richtung der Stirnseite
17 gekrümmt ist. Beispielsweise weist der Vorsprung 25 eine Teilkugelform, insbesondere
Halbkugelform, auf. Insbesondere aufgrund der Krümmung steht der halbkugelförmige
Vorsprung 25 in Projektillängsrichtung axial über die Stirnseite 17 des Projektilhecks
13 weniger weit hervor als der kegelförmige Vorsprung 25 der Figuren 1 - 3. Ein axialer
Vorstand a der halbkugelförmigen Vorsprungs 25, wie es in Figur 6 angedeutet ist,
ist demnach deutlich kleiner als der axiale Vorstand a des kegelförmigen Vorsprungs
25, so wie in Figur 3 abgebildet. Aufgrund der Geometrie des halbkugelförmigen Vorsprungs
25 verändert sich außerdem die Geometrie der Ringvertiefung 21. Während diese, wie
es in Figur 3 abgebildet ist, eine im Wesentlichen dreieckförmige Form mit geraden
Dreiecksflanken besitzt, kann zwar die Ringvertiefung 21 gemäß der Ausführungsform
der Figuren 4 - 6, wie es insbesondere in Figur 6 zu sehen ist, im Wesentlichen ebenfalls
annähernd eine Dreiecksform aufweisen, allerdings ist die Hypotenuse entsprechend
der Krümmung der Halbkugel-Vorsprungsform gekrümmt. Dadurch ist bei gleicher Axiallänge
des Ringrands 23 die Ringvertiefung 21, insbesondere dessen Volumen kleiner als es
in den Figuren 1 - 3 der Fall ist.
[0037] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Figuren und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Realisierung
der Erfindung in den verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Projektil
- 3
- Bugabschnitt
- 5
- Projektilspitze
- 7
- Ogivenförmiger Mantel
- 9
- Führungsband
- 11
- Führungsbandabschnitt
- 13
- Projektilheck
- 15
- Mantel
- 17
- Stirnseite
- 19
- Ringnut
- 21
- Ringvertiefung
- 23
- Ringrand
- 25
- Vorsprung
- 27
- Vertiefungsgrund
- 29
- Spitze
- 31
- Vorsprungsmantel
- 33
- Übergangskontur
- L
- Projektillänge
- l
- Axiallänge des Ringrands
- A
- Axiallänge des Vorsprungs
- a
- Überstand des Vorsprungs
- α
- Öffnungswinkel
1. Projektil (1) für Munition, insbesondere für Randfeuermunition, umfassend einen insbesondere
ogivenförmigen Bugabschnitt (3) und ein Projektilheck (13), das eine Ringvertiefung
(21) an einer Stirnseite, einen die Ringvertiefung (21) in Umfangsrichtung umlaufend
radial außen begrenzenden Ringrand (23) und einen in der Ringvertiefung (21) angeordneten,
sich in Projektillängsrichtung erstreckenden Vorsprung (25) aufweist, wobei der Ringrand
(23), der Vorsprung (25) und gegebenenfalls der Bugabschnitt (3) aus einem Stück hergestellt
sind.
2. Projektil (1) nach Anspruch 1, wobei der Ringrand (23) eine im Wesentlichen konstante
Wandstärke von 5 % bis vorzugsweise 30 %, vorzugsweise von 8 % bis vorzugsweise 20
%, eines Kaliberdurchmessers besitzt und/oder eine Axialabmessung des Ringrands im
Bereich von 5 % bis vorzugsweise 30 % einer Gesamtlänge des Projektils liegt und/oder
der Ringrand (23) konzentrisch zur in Projektillängsrichtung orientierten Projektillängsachse
angeordnet ist und/oder der Ringrand (23) einen konstanten Außendurchmesser aufweist.
3. Projektil (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Vorsprung (25) einen sich wenigstens
abschnittsweise kontinuierlich verjüngenden Querschnitt besitzt, wobei insbesondere
der Vorsprung (25) kegelförmig, kegelstumpfförmig oder gekrümmt, vorzugsweise teilkugelförmig,
insbesondere halbkugelförmig, gestaltet ist, wobei insbesondere der Vorsprung (25)
konzentrisch zur in Projektillängsrichtung orientierten Projektillängsachse angeordnet
ist.
4. Projektil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Ringvertiefung (21)
den Vorsprung (25) in Umfangsrichtung radial außen umläuft und der Vorsprung (25)
insbesondere umlaufend direkt in den Ringrand (23) übergeht.
5. Projektil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Ringvertiefung (21)
ausgehend von einer Übergangskontur (33), wie einer Übergangskante, zwischen Vorsprung
(25) und Ringrand (23) sich wenigstens abschnittsweise kontinuierlich aufweitet, wobei
insbesondere sich ein Querschnitt der Ringvertiefung (21) wenigstens abschnittsweise
kontinuierlich vergrößert.
6. Projektil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Vorsprung (25) eine
Axiallänge im Bereich von 20% bis 140% eines Kaliberdurchmessers besitzt und/oder
in Projektillängsrichtung axial über die Stirnseite des Projektilhecks (13) hervor
steht, insbesondere um wenigstens 5 % eines Kaliberdurchmessers und/oder um höchstens
50 % eines Kaliberdurchmessers hervor steht.
7. Projektil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Vorsprung (25) eine
Kegelform oder eine Kegelstumpfform besitzt und ein Öffnungswinkel (a) eines Mantels
des Vorsprungs (25) ausgehend von einer Kegelspitze bzw. einem Kegelstumpfende wenigstens
20° und vorzugsweise höchstens 90°, insbesondere 60°, beträgt.
8. Projektil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Vorsprung (25) im Projektilinneren
in einen ringförmigen Vertiefungsgrund übergeht, der insbesondere in Radialrichtung
orientiert ist und in den Ringrand (23) mündet, wobei insbesondere eine radiale Ringabmessung
des Vertiefungsgrunds wenigstens 0,05 mm und vorzugsweise höchstens 1,5 mm beträgt.
9. Projektil (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, das durch Umformen, insbesondere
Zugdruckumformen, vorzugsweise Tiefziehen, hergestellt ist
10. Verfahren zum Herstellen eines insbesondere nach einem der vorstehenden Ansprüche
ausgebildeten Projektils (1) für Munition, insbesondere Randfeuermunition, bei dem
ein Metallband- oder Metalldraht-Rohling bereitgestellt wird, der Metallband- oder
Metalldraht-Rohling zur Bildung eines insbesondere ogivenförmigen Bugabschnitts (3)
und eines, insbesondere stirnseitig flachen, Projektilhecks (13) umgeformt, vorzugsweise
gepresst, wird und in das Projektilheck (13) eine Ringvertiefung (21) sowie ein sich
in Projektillängsrichtung erstreckender Vorsprung (25) eingebracht, vorzugsweise gepresst,
wird.
11. Munition, insbesondere Randfeuermunition, umfassend eine Munitionshülse und ein nach
einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildetes, vorzugsweise in die Munitionshülse eingepresstes,
Projektil (1).
12. Munition nach Anspruch 11, wobei der Bugabschnitt (3) aus der Munitionshülse in Projektillängsrichtung
hervorsteht und/oder wobei ein den Bugabschnitt (3) mit dem Projektilheck (13) verbindendes
Führungsband (9) und/oder das Projektilheck (13) mit einem Innenmantel der Munitionshülse
verpresst ist.