GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine transportable (trag- und/oder rollbare) Vorrichtung zum
Bearbeiten einer Oberfläche, insbesondere der Lauffläche, einer Kufe, insbesondere
einer Schlittschuhkufe, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 6, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 9, nach dem Oberbegriff des Anspruchs
10 und nach dem Oberbegriff des Anspruchs 11. Demnach umfasst die Vorrichtung einen
in einem, insbesondere als trag- und/oder rollbaren Koffer gebildeten, Gehäuse angeordneten
elektrischen Antrieb zum rotierenden Antreiben eines in dem Gehäuse drehbar gelagerten,
als Polierscheibe gebildeten Oberflächenbearbeitungsmittels. Die Vorrichtung umfasst
ferner eine im Gehäuse angeordnete und Betätigungsmittel aufweisende Steuerungseinrichtung
zum Steuern/Regeln des Antriebs des Oberflächenbearbeitungsmittels. Die Erfindung
betrifft außerdem ein Verfahren nach Anspruch 15, d. h. ein Verfahren zum Bearbeiten
einer Oberfläche einer Kufe, insbesondere einer Schlittschuhkufe, insbesondere mit
einer hierin beschriebenen Vorrichtung. Schließlich betrifft die Erfindung eine Schlittschuhkufe
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 22.
TECHNOLOGISCHER HINTERGRUND
[0002] Dass das Schleifen von Schlittschuhkufen als Pflegemaßnahme die Qualität eines Schlittschuhs
in Hinblick auf seine Lauf und/oder Gleiteigenschaften begünstigt, ist allgemein bekannt.
Problematisch ist der Aufwand, den eine Nutzerin oder ein Nutzer eines Schlittschuhs
mit der Pflege des Schuhs hat. Sie oder er muss die Sportstätte verlassen und einen
Sportartikel-Betrieb aufsuchen, um die Schuhe dort pflegen zu lassen. Hinzu kommt,
dass die Schlittschuhpflege auf diese Weise oft nicht reproduzierbar gelingt. Dies
ist insbesondere dann problematisch, wenn die Nutzerin oder der Nutzer oft auf Reise
ist, wie es insbesondere bei (Leistungs-)Sportlern oder Profi-Sportlern regelmäßig
der Fall ist. Zu berücksichtigen ist auch, dass etwaige Unterschiede im Oberflächen-
respektive Schliffbild zu unterschiedlichen Laufeigenschaften der Kufe/Schuhe führt,
was vom Nutzer als unangenehm empfunden wird. Hier setzt die Erfindung ein.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen anzugeben, mit denen das Pflegen
von Schlittschuhen, insbesondere von Schlittschuhkufen, vereinfacht, verbessert, insbesondere
hinsichtlich der Gleiteigenschaft der Kufe, und dabei besser reproduzierbar wird.
Diese Aufgabe wird durch eine transportable Vorrichtung zum Bearbeiten einer Oberfläche
einer Kufe, insbesondere einer Schlittschuhkufe, nach Anspruch 1 gelöst. Die zu bearbeitende
Oberfläche betrifft im Wesentlichen die Lauffläche der Kufe, d. h. diejenige Schmalseite
der Kufe, welche der Eisfläche, auf der sie gleiten soll, zugewandt ist. Das Oberflächenbearbeitungsmittel
weist demnach im Bereich des Umfangs eine Bearbeitungszone auf, welche eine Querschnittsfläche
mit einer Schräge und/oder einer Verjüngung und/oder einer Fase und/oder einer Rundung
umfasst. Insofern vermag die Vorrichtung die (bereits geschliffene) Kufe zu polieren,
insbesondere auf Hochglanz zu polieren, wodurch die Oberfläche (Lauffläche) der Kufe
ein, insbesondere hochglänzendes, Bearbeitungsfinish erhält. Eine hochglanz-polierte
Lauffläche der Kufe hat einen spiegelnden Glanz und eine dementsprechend glatte (Lauf-)Fläche.
Die Kufe mit Finish-Bearbeitung hat bessere Lauf- und Gleiteigenschaften und durch
die Merkmale der hierin beschriebenen Vorrichtung können diese gegenüber dem Stand
der Technik verbesserten Oberflächeneigenschaften der Kufe auch am Einsatzort der
Kufe jederzeit reproduzieren.
[0004] Bevorzugt kann das Oberflächenbearbeitungsmittel ein, insbesondere Wachs und/oder
eine Diamant-Beigabe, etwa Diamantstaub, enthaltendes, textiles Fasermaterial wie
Filz umfassen oder aus, insbesondere Wachs enthaltendem, textilen Fasermaterial wie
Filz gebildet sein. Hervorragende Gleiteigenschaften werden dann erzielt, wenn die
Bearbeitungszone des Oberflächenbearbeitungsmittels geringfügig schmaler ist als die
(auf der Eisfläche gleitenden) Kufenbreite, so dass bei der Oberflächenbearbeitung
der Kufe die (auf der Eisfläche gleitenden) Kanten der Kufe unbearbeitet bleiben.
[0005] Es kann vorgesehen sein, dass das rotierende Oberflächenbearbeitungsmittel unter
einer Abschirmung und/oder in einem Käfig angeordnet ist, so dass beim Bearbeiten
nur ein Segment des Oberflächenbearbeitungsmittels zugänglich ist. So kann das rotierende
Oberflächenbearbeitungsmittel mit hoher Geschwindigkeit und hohem Drehmoment gefahrlos
betrieben werden. Indem nur ein Bereich des rotierenden Oberflächenbearbeitungsmittels
während der Oberflächenbearbeitung zugänglich ist, werden Abweichungen bei der Bedienung
vermieden und die Oberflächenbearbeitung erfolgt stets auf die gleiche Weise, d. h.
mit nahezu identischer Position der Kufe relativ zum Oberflächenbearbeitungsmittel.
Es kann vorgesehen sein, dass das Oberflächenbearbeitungsmittel gewechselt wird, insbesondere
bei Verschleiß.
[0006] Die Bearbeitungszone des Oberflächenbearbeitungsmittels ist derjenige Bereich, mit
dem die Kufe bearbeitet wird, d. h. der äußere Bereich der Polier- oder Schleifscheibe.
Es kann vorgehen sein, dass die Bearbeitungszone aus einem anderen Material zusammengesetzt
ist als der Rest der Scheibe, etwa aus einem härteren Material oder aus einem weicheren
Material. Durch die Form des Querschnitts der Bearbeitungszone mit Schräge oder Schrägen
oder mit Verjüngung oder Verjüngungen oder mit einer oder zwei Fasen an den Kanten
der Bearbeitungszone gelingt gewissermaßen eine geeignete Anpassung der Form der Bearbeitungszone
an die Form oder Kontur der Oberfläche der Kufe, oder nahezu daran, insbesondere eine
(nahezu) komplementäre Kontur (Beispiel: Wölbung in der Bearbeitungszone geometrisch
passend zur Krümmung eines Hohlschliffs respektive einer Hohlform). Es gelingt auch
eine ebene Glatt-Politur, wobei die Oberfläche der Kufe zumindest bereichsweise eben
verläuft. Es gelingt ferner ein Oberflächenbild mit einer Krümmung, entweder konkav
(etwa bei einem Hohlschliff) oder konvex (etwa bei einem Wölbschliff). Es gelingt
auch ein Profil mit einer sich nach außen verjüngenden Kufe, bei der die Auflagefläche
geringer ist als die Stärke (Breite) der Kufe.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung lässt sich die Abschirmung und/oder der Käfig
zu Wartungszwecken, insbesondere zum Justieren oder Austauschen des Oberflächenbearbeitungsmittels,
zumindest teilweise öffnen, insbesondere mittels einem klappbaren und/oder drehbaren
und/oder verschiebbaren Wartungsdeckel.
[0008] Maßnahmen, mit denen das Pflegen von Schlittschuhen, insbesondere von Laufflächen
von Schlittschuhkufen, vereinfacht, verbessert und reproduzierbar wird, gelingen auch
mit einer Vorrichtung nach Anspruch 6, welche von eigenständiger erfinderischer Bedeutung
ist. Demnach ist ein Führungsmittel zum Führen der Kufe während der Oberflächenbearbeitung
der Kufe vorgesehen, wobei das Führungsmittel bevorzugt zumindest eine Führungsebene
und/oder zumindest eine Führungsschiene umfasst. Durch das Führungsmittel werden Position
und/oder Neigung der Kufe definiert und jede Kufe wird unter nahezu identischen geometrischen
Bedingungen poliert. So gelingt ein reproduzierbares Oberflächenbearbeitungsergebnis,
insbesondere weil winkelbedingte Abweichungen vom gewünschten Oberflächenbild unterbleiben.
Es kann zweckmäßig sein, wenn das Führungsmittel eine Halterung für die Kufe und/oder
den Schlittschuh umfasst. Die räumliche Lage der Führungsebene und/oder der Führungsschiene
und/oder der Halterung kann in zumindest einer Richtung im Raum, vorzugsweise in drei
aufeinander senkrecht stehenden Richtungen im Raum (x, y, z), mechanisch veränderbar,
insbesondere justierbar, sein. Hierbei wird entweder die Kufe oder der Schlittschuh
in der Halterung fixiert, etwa mit Fixierschrauben oder mit einer Klemmanordnung.
Das Führungsmittel mit fixierter Kufe oder mit fixiertem Schuh wird dann beispielsweise
auf der Führungsebene, welche Bestandteil der Vorrichtung ist, kontrolliert an der
Polierscheibe entlanggeführt. Damit während eines Poliervorgangs Polierscheibe und
Kufe stets optimal zueinander ausgerichtet sind, kann die Halterung der Kufe und/oder
die Führungsebene in einer oder mehreren Raumrichtungen beweglich justierbar sein,
etwa mit einer Kombination aus mehreren (schraub-mechanischen) Neigungs-Verstellern
an Halterung und/ oder Führungsebene.
[0009] Maßnahmen, mit denen das Pflegen von Schlittschuhen, insbesondere von Laufflächen
von Schlittschuhkufen, vereinfacht, verbessert und reproduzierbar wird, gelingen auch
mit einer Vorrichtung nach Anspruch 9, welche von eigenständiger erfinderischer Bedeutung
ist, und bei der ein Beleuchtungsmittel zum Beleuchten der Kufe und/oder des Oberflächenbearbeitungsmittels
und/oder eines Führungsmittels vorgesehen ist. Indem die transportable Vorrichtung
ein vorzugsweise positionierbares Beleuchtungsmittel umfasst, wird die Kante der Kufe
stets unter identischen Lichtverhältnissen bearbeitet. Auch in einer nicht hell ausgeleuchteten
Umgebung kann so ein reproduzierbares Oberflächenbearbeitungsergebnis erzielt werden.
Dies ist beispielsweise dann von besonderer Relevanz, wenn die Kufe bei einer Sportveranstaltung,
d. h. beim Eishockey oder beim Eisschnelllauf oder Eiskunstlauf in einer Pause oder
unmittelbar vor der Veranstaltung bearbeitet werden soll, was meist in wenig optimal
ausgeleuchteten Aufenthalts- oder Umkleideräumen erfolgt.
[0010] Maßnahmen, mit denen das Pflegen von Schlittschuhen, insbesondere von Laufflächen
von Schlittschuhkufen, vereinfacht, verbessert und reproduzierbar wird, gelingen auch
mit einer Vorrichtung nach Anspruch 10, welche von eigenständiger erfinderischer Bedeutung
sind. Demnach ist zumindest ein Schleifmittel und/oder Schleifmodul zur Grobbearbeitung
der Schlittschuhkufe vorgesehen, so dass vor der Oberflächen-Polier- oder Finish-Bearbeitung
eine Schleifbearbeitung durchführbar ist. Die Kufe wird somit mit der Vorrichtung
erst geschliffen (Grobbehandlung der Kufenoberfläche) und anschließend (hochglanz-)poliert
(Finish-Bearbeitung der Oberfläche). So gelingt insgesamt ein ausgezeichnetes Oberflächenbearbeitungsergebnis
einer stark verschlissenen oder stark beanspruchten Kufe. Sofern ein optionales Schleifmodul
vorgesehen ist, kann dies über eigenen Antrieb und/oder eigene Steuerung und/oder
eigenes Gehäuse verfügen, so dass Schleifmodul und Poliermodul separat transportierbar
sind, etwa in einem modular konzipierten, mehrteiligen Gehäuse oder Transport-Case.
Hierdurch wird das Gewicht der Vorrichtung beim Transportieren besser handhabbar.
Jedes Modul kann über einen eigenen Netzanschluss verfügen und somit unabhängig vom
jeweils anderen Modul betrieben werden. Es kann auch eine gemeinsame Stromversorgung
beider Module vorgesehen sein. Die Module können mittels einer Modulverbindung aneinander
ankoppelbar sein, wobei die Modulverbindung mechanische und/oder elektrische Verbindungselemente
umfassen kann.
[0011] Maßnahmen, mit denen das Pflegen von Schlittschuhen, insbesondere von Laufflächen
von Schlittschuhkufen, vereinfacht, verbessert und reproduzierbar wird, gelingen auch
mit einer Vorrichtung nach Anspruch 11, welche von eigenständiger erfinderischer Bedeutung
sind. Demnach ist eine, insbesondere optische oder laseroptische, Positionierhilfe
zum Positionieren/Ausrichten der Kufe und/oder des Schlittschuhs und/oder des Oberflächenbearbeitungsmittels
vorgesehen. Die Positionierhilfe kann beispielsweise eine laseroptische Markierung
auf eine (bedarfsweise skalierte) Referenzfläche in oder an der Vorrichtung respektive
in oder an dem Vorrichtungsgehäuse projizieren, mit deren Hilfe Kufe/Schlittschuh
und/oder ein Führungsmittel der Vorrichtung (Kufenhalterung) auf eine Sollposition
für die Oberflächenbearbeitung positioniert respektive justiert werden können. Nachdem
die Positionierung respektive Justage der polierbereiten (schleifbereiten) Vorrichtung
abgeschlossen ist, kann nahezu ohne nennenswerte Sichtkontrolle das Polieren (Schleifen)
erfolgen.
[0012] Zum Bereitstellen einer definierbaren respektive konstanten Drehzahl des rotierenden
Oberflächenbearbeitungsmittels kann vorgesehen sein, dass die Steuerungseinrichtung
ein Steuer- und/oder Regelmittel zum Steuern/Regeln der Drehzahl des Oberflächenbearbeitungsmittels
umfasst. Das Steuermittel/Regelmittel kann die Drehzahl auch während des Bearbeitens
konstant halten. Bedarfsweise kann eine gewünschte Drehzahl eingestellt werden. Das
Steuerungsmittel kann ferner einen Not-Aus-Schalter umfassen, womit die Vorrichtung,
insbesondere der Antrieb, stromlos geschaltet wird. Mit der Not-Aus-Funktion erfüllt
die Vorrichtung außerdem die erforderlichen Sicherheitsanforderungen.
[0013] Bevorzugt umfasst der Antrieb einen Wechselstrommotor, etwa einen Wechselstrommotor
für eine Wechselspannung von 230 V, insbesondere mit einer Leistung von mindestens
250 Watt. Bevorzugt rotiert das Oberflächenbearbeitungsmittel mit einer Drehzahl von
mindestens 3.000 Umdrehungen/Minute (U/M). Ein Drehzahlbereich zwischen etwa 3.200
U/M und 4.400 U/M hat sich als besonderes zweckmäßig erwiesen im Hinblick auf eine
optimale Finish-Bearbeitung der Kufe. Die Gleichmäßigkeit der Wirkung des Antriebs
kann insbesondere durch Steuerung/Regelung der Umfangsgeschwindigkeit gegeben sein.
Hierdurch sind geometrische Änderungen der Polierscheibe, etwa ein reduzierter Durchmesser
bei nach polierbedingter Materialbeanspruchung, kompensierbar.
[0014] Damit bei der Oberflächenbearbeitung entstehende Wärme abführbar ist, kann zumindest
ein Kühlmittel vorgesehen sein, insbesondere zumindest ein Lüfter, welches/welcher
am Gehäuse und/oder im Gehäuse angeordnet ist. Die Wärme, die von dem Antrieb abgegeben
wird und/oder von der Steuerung und/oder von dem Oberflächenbearbeitungsmittel kann
damit abgeführt werden, d. h. in die Umgebung des Gehäuses abgegeben werden. Ein Hitzestau
in dem Gehäuse wird damit vermieden. Mittels einem Thermofühler kann bei Überhitzung
zumindest einer Komponente der Antrieb der Vorrichtung stromlos geschaltet werden,
so dass die einschlägigen Sicherheitsanforderungen erfüllt sind.
[0015] Es ist zweckmäßig, wenn das Gehäuse höhenverstellbar aufstellbar ist, insbesondere
mittels eines höhenverstellbaren Tischs. Der höhenverstellbare Tisch kann Bestandteil
des Gehäuses sein oder mit dem Gehäuse verbindbar. Es kann auch vorgesehen sein, dass
das Gehäuse selbst höhenverstellbar ist, etwa mittels höhenverstellbarer Füße oder
einem höhenverstellbaren Gestell.
[0016] Eine bevorzugte Variante der hierin beschriebenen Vorrichtung gestattet einen Acku-Betrieb.
Hierzu umfasst die Vorrichtung zumindest einen oder mehrere aufladbare elektrische
Akkus. Dies ist insbesondere dann ein Vorteil, wenn die Vorrichtung an einem Ort betrieben
werden soll, wo kein elektrischer Stromanschluss zu Verfügung steht. Dies ist in Eissporthallen
oder Eissportanlagen, dort insbesondere in den angrenzenden Aufenthaltsbereichen oder
Wartebereichen, regelmäßig der Fall.
[0017] Maßnahmen, mit denen das Pflegen von Schlittschuhen, insbesondere von Laufflächen
von Schlittschuhkufen, vereinfacht, verbessert und reproduzierbar wird, gelingen ferner
mit einem Verfahren nach Anspruch 15. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren zum
Bearbeiten einer Oberfläche (Lauffläche) einer Kufe, insbesondere einer Schlittschuhkufe.
Das Bearbeiten kann mittels einer hierin beschriebenen Vorrichtung erfolgen. In einem
ersten Verfahrensschritt wird ein als Polierscheibe gebildetes Oberflächenbearbeitungsmittel
bereitgestellt. Hierbei kann eine Polier-scheibe verwendet werden. In einem weiteren
Verfahrensschritt wird eine Bearbeitungszone im Bereich des Umfangs des Oberflächenbearbeitungsmittels
so bearbeitet und/oder geformt, dass das Oberflächenbearbeitungsmittel einen Umfangsbereich
mit einem Querschnitt und/oder mit einer Schräge und/oder mit einer Verjüngung und/oder
mit einer Fase aufweist. Die Bearbeitungszone der Polierscheibe hat demnach eine Kontur,
welche in besonderer Weise zu den Abmessungen der Kufe passt oder nahezu passt, und
welche es gestattet, dass auf der Kufe ein gewünschtes Profilbild (ähnlich einem Hohlschliff,
Wölbschliff, glatten Schliff, oder ähnlich einem Schliff mit schrägem Verlauf) erzeugbar
ist. In einem weiteren Verarbeitungsschritt wird das Oberflächenbearbeitungsmittel
in Rotation versetzt. In einem weiteren Verfahrensschritt wird die Kufe an dem Umfangsbereich
des rotierenden Oberflächenbearbeitungsmittels entlanggeführt. Die Antriebsachse des
Oberflächenbearbeitungsmittels ist dabei bevorzugt ortsfest, d. h. die Achse ruht
innerhalb des Gehäuses der Bearbeitungsvorrichtung, sodass der Schlittschuh respektive
die Kufe bewegt wird, nicht hingegen die Achse respektive Position des rotierenden
Oberflächenbearbeitungsmittels. Dabei wird die Oberfläche (Lauffläche) der Kufe so
bearbeitet, dass die Kufe besser, d. h. schneller und/oder stabiler über die Eisoberfläche
gleitet. Der Träger der Schlittschuhs einer demnach bearbeiteten Kufe kann schneller
fahren, d. h. er benötigt weniger Kraft, und er kann stabiler Kurven fahren, d. h.
die Kufe rutscht bei einer Belastung der Kante quer zur Fahrtrichtung nicht so leicht
zur Seite weg, was das Schlittschuhfahren stabilisiert.
[0018] Versuchsreihen und eine anschließende Vermessung der Oberflächeneigenschaften haben
gezeigt, dass es für ein nahezu perfektes Finish ausreichend ist, wenn eine (vorbehandelte
respektive geschliffene) Kufe einmal an der rotierenden Polier-scheibe entlanggeführt
wird. Das Entlangführen der Kufe an dem rotierenden Oberflächenbearbeitungsmittel
erfolgt demnach so, dass das einmalige Entlangführen zwecks (Hochglanz-)Polieren am
ersten Kufenende oder an der ersten Kufenspitze beginnt und am zweiten Kufenende oder
an der zweiten Kufenspitze endet. Ein Hin- und Herbewegen der an der Polierscheibe
anliegenden Kufe ist nicht erforderlich.
[0019] Das Entlangführen der Kufe kann gemäß einer bevorzugten Variante des Verfahrens so
erfolgen, dass die bevorzugte Bewegungsrichtung der Kufe (entsprechend einer Vorwärts-Gleitbewegung)
und die Drehrichtung des Umfangsbereichs gegenläufig oder gleichläufig verlaufen.
Die Kufe kann demnach gegen die Drehrichtung an der Polierscheibe entlanggeführt werden
oder mit der Drehrichtung. Gemäß einer bevorzugten Verfahrensvariante ist eine gegenläufige
Bewegungsrichtung vorgesehen, wobei die Kufe im Hinblick auf das gewünschte Hochglanz-Polierergebnis
gegen die Drehrichtung an der Polierscheibe entlanggeführt wird. Es kann also gegenläufig
oder gleichläufig bearbeitet werden, je nach gewünschtem Profilbild- respektive Schliffergebnis.
[0020] Bei dem Verfahren kann in der Kufe ein Profilbild respektive Oberflächenfinish erzeugt
werden, welches, bezogen auf den Querschnitt der Kufe, zumindest eine Schräge aufweist,
bevorzugt zwei gegenüberliegende Schrägen, welches ein Hohlprofil respektive eine
Hohlform bildet, und/oder welches ein Kontur aufweist, bevorzugt eine oder mehrere
Krümmungen, welche ein Hohlprofil (Hohlform) bilden, und/oder eine Ausnehmung, welche
ein Hohlprofil (Hohlform) bildet.
[0021] Es kann zweckmäßig sein, wenn ein Poliermittel verwendet wird, etwa eine Polierpaste.
Die Paste kann Mikro- und/oder Nanopartikel enthalten, welche bei dem Polierprozess
mitwirken.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Variante des Verfahrens ist vorgesehen, dass die Kufe nach
dem Bearbeiten der Oberfläche zumindest bereichsweise glänzend, insbesondere hochglänzend
ist. Der Glanz der Kufe geht einher mit einer besonders vorteilhaften Gleit- und Laufeigenschaft
des entsprechenden Schlittschuhs. Außerdem wird der glänzende Bereich der Kufe vom
Anwender optisch wahrgenommen, so dass er auf Anhieb eine oberflächenbearbeitete Kufe
von einer unbearbeiteten unterscheiden kann.
[0023] Bei dem Verfahren kann vorgesehen sein, dass der (arithmetische) Mittenrauwert R
a der bearbeiteten Kufenoberfläche zumindest bereichsweise weniger als ca. 0,1 µm beträgt,
insbesondere weniger als ca. 0,035 µm, vorzugsweise weniger als 0,025 µm. Der Mittenrauwert
R
a entspricht einem Mittelwert von Abweichung des rauen Oberflächenprofils von einer
Referenz- oder Bezugsgröße. Bei zumindest einer versuchsweisen Überprüfung der Oberflächenbeschaffenheit
einer Schlittschuhkufe, deren Oberfläche mit der hierein beschriebenen Vorrichtung
poliert wurde, wurde ein Wert R
a-Versuch von 0,03 µm ermittelt. Eine Kufe mit einer Oberfläche dieser Qualität und den damit
verbesserten Laufeigenschaften ist im Stand der Technik ohne Vorbild.
[0024] Das Verfahren kann ferner so beschaffen sein, dass die (gemittelte) Rautiefe R
z der bearbeiteten Kufenoberfläche weniger als ca. 0,5 µm beträgt, insbesondere weniger
als ca. 0,25 µm. Die gemittelte Rautiefe R
z ist ein Mittelwert aus mehreren Einzelrautiefen, wobei je nach Messverfahren mehrere
aufeinanderfolgende Einzelmessungen vorgesehen sind. Bei zumindest einer versuchsweisen
Überprüfung der Oberflächenbeschaffenheit einer Schlittschuhkufe, deren Oberfläche
mit der hierein beschriebenen Vorrichtung poliert wurde, wurde ein Wert R
z-Versuch von 0,2 µm ermittelt.
[0025] Maßnahmen, mit denen das Pflegen von Laufflächen von Schlittschuhen vereinfacht,
verbessert und reproduzierbar wird, gelingen ferner mit einer Schlittschuhkufe nach
Anspruch 22. Die auf der Eisfläche gleitende Oberfläche der Kufe (3) ist demnach mit
einem hierin beschriebenen Verfahren bearbeitet, insbesondere mittels einer hierin
beschriebenen Vorrichtung.
[0026] Die vorgenannten sowie die beanspruchten und in den Ausführungsbeispielen beschriebenen
erfindungsgemäß zu verwendenden Bauteile unterliegen in ihrer Größe, Formgestaltung,
Materialauswahl und technischen Konzeption keinen besonderen Ausnahmebedingungen,
so dass die in dem Anwendungsgebiet bekannten Auswahlkriterien uneingeschränkt Anwendung
finden können.
[0027] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen, sowie aus der nachfolgenden Beschreibung und der zugehörigen
Zeichnung, in der - beispielhaft - ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Bearbeiten
einer Kufe dargestellt ist. Auch einzelne Merkmale der Ansprüche oder der Ausführungsformen
können mit anderen Merkmalen anderer Ansprüche und Ausführungsformen kombiniert werden.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0028] In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1A/B
- eine Vorrichtung zum Bearbeiten einer Kufe in Vorder- und Seitenansicht,
- Fig. 1C
- eine Variante einer Vorrichtung zum Bearbeiten einer Kufe in Seitenansicht,
- Fig. 2A
- eine Bearbeitungszone eines Oberflächenbearbeitungsmittels im Querschnitt,
- Fig. 2B
- eine Kufe in Schnittansicht und
- Fig. 2C
- ein Oberflächenbearbeitungsmittel in seitlicher Ansicht.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0029] Eine Vorderansicht einer transportablen, d. h. tragbaren, Vorrichtung 1 zum Bearbeiten
einer Oberfläche 2 einer (Schlittschuh-)Kufe 3 kann der Fig. 1A entnommen werden.
Die Vorrichtung 1 umfasst ein Gehäuse 4, in welchem ein elektrischer Antrieb zum rotierenden
Antreiben eines Oberflächenbearbeitungsmittels 5 angeordnet ist. Das Oberflächenbearbeitungsmittel
5 ist als Scheibe gebildet, etwa als Polierscheibe. Die Scheibe 5 ist auswechselbar
und auf einer Antriebsache 6 angeordnet, welche mit dem Antrieb verbunden ist. Die
Polierscheibe 5 ist in einer Abschirmung 7 angeordnet, welche einen aufklappbaren
und an zumindest einem Scharnier angeordneten Wartungsdeckel 8 umfasst. Um die Polierscheibe
5 auszuwechseln wird der Wartungsdeckel 8 geöffnet. In geschlossenem Zustand liegt
der Wartungsdeckel 8 auf einer Deckelauflage 9 auf.
[0030] Der geöffnete Wartungsdeckel 8 kann der Fig. 1B entnommen werden. Fig. 1B zeigt auch,
dass die Polierscheibe 5 auch bei geschlossenem Wartungsdeckel 8 nur mit einem Segment
10 aus der Abschirmung 7 herausragt. Nur der aus der Abschirmung 7 herausragende Teil
der Polierscheibe 5 wird für das Bearbeiten einer Kufe 3 benötigt. Im Betrieb ist
nur das herausragende Segment 10 der Polierscheibe 5 zugänglich. Vollen Zugang zu
der Polier-scheibe 5 erhält der Anwender nur bei geöffnetem Wartungsdeckel 8. Gemäß
einer besonders sicheren Ausgestaltung der Vorrichtung 1 kann der Antrieb bei geöffnetem
Wartungsdeckel 8 nicht aktiviert werden und/oder bei rotierender, d. h. angetriebener,
Polierscheibe 5 kann der Wartungsdeckel 8 nicht geöffnet werden (Interlock-Funktion).
[0031] Gemäß der in Fig. 1B dargestellten seitlichen Ansicht der Vorrichtung 1 umfasst die
Steuerungseinrichtung 11 zum Steuern des elektrischen Antriebs einen Ein-Aus-Schalter
12, ggf. Steuer- oder Regel-Instrumente zum Steuern/Regeln der Drehzahl der Polierscheibe
5, sowie einen Not-Aus-Schalter 13, welcher zumindest den Antrieb, insbesondere jedoch
die gesamte Vorrichtung 1, stromlos schaltet.
[0032] In den Fig. 1A/B ist ein höhenverstellbarer Tisch 14 zu erkennen, auf welchem das
Gehäuse 4 angeordnet ist. Die Vorrichtung 1 kann demnach so aufgestellt werden, dass
der Anwender sitzend und passend zur Sitzhöhe in einer ergonomisch zweckmäßige Position
vor der Vorrichtung 1 verbringt. Alternativ kann die Tisch-Höhe so eingestellt werden,
dass der Anwender die Vorrichtung 1 im Stehen betätigen kann.
[0033] An der Gehäuserückseite 15 ist gemäß Fig. 1B ein als Lüfter 16 gebildetes Kühlmittel
vorgesehen, welches das Gehäuseinnere der Vorrichtung 1 kühlt. Ein Überhitzen des
Antriebs und/oder der Polierscheibe 5 wird so vermieden.
[0034] Der Antrieb kann als Wechselstrommotor für eine Spannung von 230 V gebildet sein,
mit einer Leistung von mindestens 250 W. Es kann auch ein Motor mit einer höheren
Leistung vorgesehen sein. Mit diesem Antrieb wird eine Drehzahl der Polierscheibe
5 im Bereich von mindestens etwa 3.000 Umdrehungen pro Minute (U/M) erzielt. Es kann
auch vorgesehen sein, dass die Drehzahl der Polierscheibe 5 etwa 4.000 bis etwa 4.500
U/M beträgt.
[0035] Die Vorrichtung gemäß der Figuren 1A/B kann um ein (nicht dargestelltes, aber ähnlich
aufgebautes) Schleifmodul erweitert werden, wobei der apparative Aufbau dem gezeigten
Poliermodul zumindest komponentenweise entsprechen würde. Neben Gehäuse und Antrieb/Steuerung
wäre in dem an dem Poliermodul anschließbaren Schleifmodul eine geeignete Schleifscheibe
zum Schleifen der Kufenoberfläche vorgesehen. Die Module verfügen über ein eigenes
Gehäuse, die Gehäuse der Module können aneinander koppelbar sein. Es kann auch vorgesehen
sein, dass Schleifmodul und Poliermodul in einem Gehäuse untergebracht sind, und/oder
dass Schleifmodul und Poliermodul einzelne Komponenten der Oberflächenbearbeitungsvorrichtung
gemeinsam nutzen, etwa die Steuerung oder eine Haltevorrichtung für die Kufe respektive
für den Schlittschuh.
[0036] Das Gehäuse der Vorrichtung 1 gemäß den Figuren 1A/B kann als Koffer mit einem oder
mehreren Traggriffen gebildet sein, wodurch die Vorrichtung 1 sicher und komfortabel
transportierbar ist. Sie kann somit zu dem Einsatzort des Schlittschuhs, d. h. zu
einer Eishalle, einer Sportarena oder einer Wettkampfstätte, getragen werden und dort
betrieben werden. Schlittschuhe von Eishockeyspielern können in einer Spielpause oder
Spielunterbrechung vor Ort geschliffen/poliert werden, was den Spielern und somit
der ganzen Mannschaft erhebliche Vorteile beim Spiel einbringt. Das Bearbeiten der
Schlittschuhkufen 3 erfolgt mechanisch und oberflächentechnisch reproduzierbar, da
die Kufe 3 stets mit derselben Vorrichtung 1, und somit mit definierter Drehzahl der
(Schleif-/)Polierscheibe (5), und mit nahezu identischen Bearbeitungsschritten bearbeitet
wird. Der Spieler wird nach einer Bearbeitung seiner Kufen 3 stets nahezu identische
Kufen-Eigenschaften wahrnehmen und kann sein Spiel und sein Laufverhalten auf dem
Eis optimal an die konstante Beschaffenheit der Kufen 3 anpassen.
[0037] Eine Variante einer Vorrichtung 1 zum Bearbeiten einer Kufe 3 zeigt die Fig. 1C.
Demnach umfasst die Vorrichtung 1 ein Führungsmittel 23 zum geführten Bewegen des
Schlittschuhs respektive der Kufe 2 während der Oberflächenbearbeitung. Die Drehachse
6 der rotierenden Polierscheibe 5 ist ortsfest und die Kufe 3 respektive der Schuh
wird seitlich, d. h. in Längsrichtung der Kufe 3, bewegt. Das Führungsmittel 23 kann
so beschaffen sein, dass stets der nahezu gleiche Anpressdruck der Kufe 3 auf die
Scheibe 5 gegeben ist, oder dass der Anpressdruck während des Bearbeitens der Oberfläche
2 variierbar ist. Das Führungsmittel 23 kann so beschaffen sein, dass Kufe 3 und Scheibe
5 stets in der gleichen Flucht liegen, sodass die Bearbeitungszone 17 der Scheibe
5 stets optimal an der Oberfläche 2 der Kufe 3 anliegt. Es kann zweckmäßig sein, wenn
das Führungsmittel 23 nur sehr geringe Winkelabweichungen beim Bearbeiten der Oberfläche
2 zulässt. Das Führungsmittel 23 kann eine Führungsschiene umfassen, welche ein kontrolliertes
Bewegen der Kufe 3 respektive des Schuhs ermöglicht.
[0038] Der Fig. 1C kann auch entnommen werden, dass ein Beleuchtungsmittel 24 der Vorrichtung
1 vorgesehen sein kann, welches das Umfeld der (Schleif-/) Polierscheibe (5) ausleuchtet,
damit der Bearbeitungsvorgang vom Anwender optisch gut überwachbar ist. Hierdurch
wird die Reproduzierbarkeit des Bearbeitungsergebnisses erheblich verbessert. Das
Beleuchtungsmittel 24 kann schwenkbar oder beweglich an dem Gehäuse 4 der Vorrichtung
1 angeordnet sein. Für das Ein- und Ausschalten des elektrischen Beleuchtungsmittels
24 kann ein Schalter vorgesehen sein, der beispielsweise der Steuerungseinrichtung
11 zugeordnet ist.
[0039] Die Fig. 1C zeigt ferner ein Führungsmittel, welches als Führungsfläche respektive
Führungsebene 25 gebildet ist. Die Kufe 3 (oder der Schuh mit Kufe 3) kann in einer
Haltevorrichtung (nicht dargestellt in Fig. 1C) eingespannt werden, und die Haltevorrichtung
wird über die Führungsebene 25 geschoben. Die Kufe kann in der Haltevorrichtung eingeklemmt
sein. Die Führungsebene 25 kann aus einem ebenen Granitwerkstoff gebildet sein und
in ihrer Neigung in mehreren Neigungswinkeln oder -achsen verstellbar sein. Die Haltevorrichtung
kann ebenfalls hinsichtlich der Kufen-Neigung in mehreren Richtungen/Winkeln verstellbar
sein. So gelingt das Ausrichten der Kufe 3 und der bei der Kufen-Bewegung zurückgelegten
Kufen-Verschiebung relativ zu der rotierenden Polierscheibe 5.
[0040] Für ein hochwertiges Finish der Kufenoberfläche respektive Kufenlauffläche genügt
es, wenn die Kufe 3 einmal an der Polierscheibe 5 entlanggeführt wird, beispielsweise
von rechts nach links oder von links nach rechts. Es hat sich gezeigt, dass eine Hin-
und Herbewegung der Kufe 3 nicht zu einem besserem Finish führt.
[0041] Eine Schnittansicht einer Polierscheibe 5 kann der Fig. 2A entnommen werden. Die
außen angeordnete Bearbeitungszone 17 der Scheibe 5 hat eine Kontur 18, welche zu
dem Oberflächenprofil (Schliffbild) 19 der Kufe 3 passt, welches in der Schnittansicht
gemäß Fig. 2B dargestellt ist. Die Kontur 18 des Rands der Scheibe 5 ergibt sich durch
eine nach außen gerichtete Verjüngung 20 der Breite der Bearbeitungszone 17 der Scheibe
5 und durch eine umfangsseitige Rundung 21 im Bereich der Mitte der Scheibe 5. Passend
dazu wird in der Oberfläche 2 der Kufe 3 ein Hohlprofil gebildet.
[0042] Eine seitliche Ansicht der an der Kufe 3 anliegenden Polierscheibe 5 kann der Fig.
2C entnommen werden. Während der Bearbeitung der Kufenoberfläche 2 rotiert die Scheibe
5 mit mindestens 3.000 U/M, und die Kufe 3 wird in horizontaler Richtung an der Polierscheibe
5 entlanggeführt, bevorzugt gegenläufig, d. h. so, dass Bearbeitungszone 17 und Kufe
3 entgegengesetzte Bewegungsrichtungen während des Bearbeitens haben. Zwischen Kufe
3 und Scheibe 5 kann eine Polierpaste 22 eingesetzt werden. Ein besonders gutes Ergebnis
bei der Oberflächenbearbeitung der Kufe 3 wird dann erreicht, wenn die Polierscheibe
5 ein wenig schmaler ist als der Abstand der Kufenkanten 26. Das bewirkt, dass die
Kufenkanten 26 bei der Finish-Bearbeitung nicht mitbearbeitet werden, die Kanten 26
bleiben dadurch "scharf", die Kufe 3 wird "scharfkantiger". Diese Maßnahme bewirkt,
dass die Kufe 3 bessere Gleiteigenschaften hat im Hinblick auf Kurvenstabilität und/oder
Richtungs- respektive Lastwechsel.
[0043] Das Bearbeitungsverfahren zum Bearbeiten der Schlittschuhkufe 3 sieht in einem ersten
Schritt vor, dass eine Polierscheibe 5 mit flacher Zylindergeometrie im Bereich der
umfangsseitigen Kanten der Bearbeitungszone 17 bearbeitet respektive geformt wird.
Hierdurch wird die Bearbeitungszone 17 nach Außen schmaler und die effektive Bearbeitungsfläche
wird kleiner. Die Scheibe 5 kann aus einen Filz-Werkstoff gebildet sein. Der Filz-Stoff
kann mit einem Wachs oder wachsartigen Material beschichtet und/oder imprägniert sein.
Zusätzlich kann umfangsseitig eine Rundung 21 angeordnet werden, so dass die Bearbeitungszone
17 die in Fig. 2A dargestellte Kontur 18 aufweist. Ein weiterer Verfahrensschritt
besteht darin, dass die Oberfläche 2 der Kufe 3 mit der konturierten Bearbeitungszone
17 poliert wird, ggf. unter Verwendung einer Paste 22.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0044]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Oberfläche
- 3
- Kufe
- 4
- Gehäuse
- 5
- Oberflächenbearbeitungsmittel
- 6
- Antriebsachse
- 7
- Abschirmung
- 8
- Wartungsdeckel
- 9
- Deckelauflage
- 10
- Segment
- 11
- Steuerungseinrichtung
- 12
- Ein/Aus-Schalter
- 13
- Not-Aus-Schalter
- 14
- Tisch/Gestell
- 15
- Gehäuserückseite
- 16
- Lüfter
- 17
- Bearbeitungszone
- 18
- Kontur
- 19
- Schliffbild
- 20
- Verjüngung
- 21
- Rundung
- 22
- Paste
- 23
- Führungsmittel
- 24
- Beleuchtungsmittel
- 25
- Führungsebene
- 26
- Kufenkante
1. Transportable Vorrichtung (1) zum Bearbeiten einer Oberfläche (2), insbesondere der
Lauffläche, einer Kufe (3), insbesondere einer Schlittschuhkufe, umfassend
einen in einem, insbesondere als trag- und/oder rollbaren Koffer gebildeten, Gehäuse
(4) angeordneten elektrischen Antrieb zum rotierenden Antreiben eines in dem Gehäuse
(4) drehbar gelagerten, als Polierscheibe gebildeten Oberflächenbearbeitungsmittels
(5)
sowie eine im Gehäuse (4) angeordnete und Betätigungsmittel aufweisende Steuerungseinrichtung
(11) zum Steuern des Antriebs des Oberflächenbearbeitungsmittels (5),
dadurch gekennzeichnet, dass das Oberflächenbearbeitungsmittel (5) im Bereich des Umfangs eine Bearbeitungszone
(17) aufweist, welche eine Querschnittsfläche mit einer Schräge und/oder einer Verjüngung
(20) und/oder einer Fase und/oder einer Rundung (21) umfasst.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberflächenbearbeitungsmittel (5) ein, insbesondere Wachs und/oder eine Diamant-Beigabe,
etwa Diamantstaub, enthaltendes, textiles Fasermaterial wie Filz umfasst oder aus,
insbesondere Wachs enthaltendem, textilen Fasermaterial wie Filz gebildet ist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungszone (17) des Oberflächenbearbeitungsmittels (5) geringfügig schmaler
ist als die Kufenbreite oder als der Abstand der Kufenkanten (26), so dass bei der
Oberflächenbearbeitung der Kufe (3) die Kanten (26) der Kufe (3) unbearbeitet bleiben.
4. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberflächenbearbeitungsmittel (5) unter einer Abschirmung (7) und/oder in einem
Käfig angeordnet ist, so dass beim Bearbeiten nur ein Segment (10) des Oberflächenbearbeitungsmittels
(5) zugänglich ist.
5. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Abschirmung (7) und/oder der Käfig zu Wartungszwecken, insbesondere zum
Justieren oder Austauschen des Oberflächenbearbeitungsmittels (5), zumindest teilweise
öffnen lässt, insbesondere mittels einem klappbaren und/oder drehbaren und/oder verschiebbaren
Wartungsdeckel (8).
6. Vorrichtung (1) nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Führungsmittel (23) zum Führen der Kufe (3) während der Oberflächenbearbeitung
der Kufe (3) vorgesehen ist, wobei das Führungsmittel (23) bevorzugt zumindest eine
Führungsebene (25) und/oder zumindest eine Führungsschiene umfasst.
7. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsmittel (23) eine Halterung für die Kufe (3) und/oder den Schlittschuh
umfasst.
8. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6 oder 7, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis
7, dadurch gekennzeichnet, dass die räumliche Lage der Führungsebene und/oder der Führungsschiene und/oder der Halterung
in zumindest einer Richtung im Raum, vorzugsweise in drei aufeinander senkrecht stehenden
Richtungen im Raum (x, y, z), mechanisch veränderbar, insbesondere justierbar, ist.
9. Vorrichtung (1) nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Beleuchtungsmittel (24) zum Beleuchten der Kufe (3) und/oder des Oberflächenbearbeitungsmittels
(5) und/oder eines Führungsmittels (23) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung (1) nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch zumindest ein Schleifmittel und/oder Schleifmodul zur Grobbearbeitung der Kufe (3),
so dass vor der Oberflächen-Polier- oder Finish-Bearbeitung eine Schleifbearbeitung
durchführbar ist.
11. Vorrichtung (1) nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch eine, insbesondere optische oder laseroptische, Positionierhilfe zum Positionieren/Ausrichten
der Kufe (3) und/oder des Schlittschuhs und/oder des Oberflächenbearbeitungsmittels
(5).
12. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (11) ein Steuer- und/oder Regelmittel zum Steuern/Regeln
der Drehzahl des Oberflächenbearbeitungsmittels (5) umfasst, wobei das Oberflächenbearbeitungsmittel
(5) bevorzugt mit einer Drehzahl von mindestens etwa 3.000 Umdrehungen/Minute (U/M),
vorzugsweise in einem Drehzahlbereich von ca. 3.200 U/M bis ca. 4.400 U/M, rotiert.
13. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (4) höhenverstellbar aufstellbar ist, insbesondere mittels einem höhenverstellbaren
Tisch (14).
14. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) mit einem oder mehreren aufladbaren elektrischen Akkus, d. h.
ohne dauerhaften Netzanschluss, betreibbar ist.
15. Verfahren zum Bearbeiten einer Oberfläche (2) einer Kufe (3), insbesondere einer Schlittschuhkufe,
insbesondere mit einer Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei in
einem ersten Verfahrensschritt ein als Polierscheibe gebildetes Oberflächenbearbeitungsmittel
(5) bereitgestellt wird, wobei in einem weiteren Verfahrensschritt eine Bearbeitungszone
(17) im Bereich des Umfangs des Oberflächenbearbeitungsmittels (5) so bearbeitet und/oder
geformt wird, dass das Oberflächenbearbeitungsmittel (5) einen Umfangsbereich mit
einem Querschnitt und/oder mit einer Schräge und/oder mit einer Verjüngung (20) und/oder
mit einer Fase und/oder mit einer Rundung (21) aufweist, wobei in einem weiteren Verarbeitungsschritt
das Oberflächenbearbeitungsmittel (5) in Rotation versetzt wird, und wobei in einem
weiteren Verfahrensschritt die Kufe (3) an dem Umfangsbereich des, insbesondere mit
ortsfester Antriebsachse (6), rotierenden Oberflächenbearbeitungsmittels (5) entlanggeführt
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, wobei das Entlangführen der Kufe (3) an dem rotierenden
Oberflächenbearbeitungsmittel (5) einmalig erfolgt, nämlich beginnend am ersten Kufenende
oder an der ersten Kufenspitze und endend am zweiten Kufenende oder an der zweiten
Kufenspitze.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, wobei das Entlangführen der Kufe (3) so erfolgt,
dass die bevorzugte Gleit- oder Bewegungsrichtung der Kufe (3) (vorwärtsgleitend)
und die Drehrichtung des Umfangsbereichs gegenläufig oder gleichläufig erfolgt.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 17, wobei in oder auf der Kufe (3) ein Oberflächenfinish
(19) erzeugt wird, welches, bezogen auf den Querschnitt der Kufe (3), zumindest eine
Schräge aufweist, bevorzugt zwei gegenüberliegende Schrägen, welches eine Hohlform
bildet, und/oder welches ein Kontur aufweist, bevorzugt eine oder mehrere Krümmungen,
welche eine Hohlform bilden, und/oder eine Ausnehmung, welche eine Hohlform bildet.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 18, wobei ein Poliermittel (22), insbesondere
eine Polierpaste, verwendet wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 19, wobei die Kufe (3) nach dem Bearbeiten
der Oberfläche zumindest bereichsweise glänzend, insbesondere hochglänzend ist.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 20, wobei der (arithmetische) Mittenrauwert
Ra der bearbeiteten Kufenoberfläche zumindest bereichsweise weniger als ca. 0,1 µm beträgt,
insbesondere weniger als ca. 0,035 µm, vorzugsweise weniger als 0,025 µm, und/oder
wobei die (gemittelte) Rautiefe Rz der bearbeiteten Kufenoberfläche weniger als ca. 0,5 µm beträgt, insbesondere weniger
als ca. 0,25 µm.
22. Schlittschuhkufe (3) für einen Schlittschuh, dadurch gekennzeichnet, dass die auf der Eisfläche gleitende Oberfläche der Kufe (3) mit einem Verfahren nach
einem der Ansprüche 15 bis 21 bearbeitet ist, insbesondere mittels einer Vorrichtung
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14.