(19)
(11) EP 3 819 452 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.05.2021  Patentblatt  2021/19

(21) Anmeldenummer: 20204726.2

(22) Anmeldetag:  29.10.2020
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05D 13/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 08.11.2019 DE 102019130229

(71) Anmelder: Alpha Deuren International BV
6942 GB Didam (NL)

(72) Erfinder:
  • BUNSCHOTEN, Edwin
    6971ZA Brummen (NL)

(74) Vertreter: Puschmann Borchert Kaiser Klettner Patentanwälte Partnerschaft mbB 
Bajuwarenring 21
82041 Oberhaching
82041 Oberhaching (DE)

   


(54) TOR


(57) Die Erfindung betrifft ein Tor mit einem über seitliche Führungen ortsveränderbaren Torblatt (11), das in seinen bodenseitigen, seitlichen Bereichen jeweils mit Tragvorrichtungen (1, 2) zum Anschlag von Tragseilen (12) ausgestattet ist, durch die die Ortsveränderung und jegliche Öffnungsstellung des Torblattes gewährleistet sind, wobei die Tragvorrichtungen (1, 2) für die Tragseile (12) mit einer Sicherheitstragseilführung ausgestattet sind, deren geometrischer Verlauf aus einer Kulissenführung (3) besteht, die aus mindestens zwei oder mehr in ihren absoluten Beträgen unterschiedlichen, mit ihren Mittelpunkten im Wesentlichen auf einer Ebene liegenden, Radien übergangslos im Sinne einer tangentialen Ausführung gebildet wird, wobei der Verlauf der Kulissenführung (3) in einen dynamischen Abschnitt (X) und einen statischen Abschnitt (Y) mit einem ständigen Kontakt für das Tragseil unterteilt ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Tor mit einem Torblatt, das mittels seitlicher Führungen ortsveränderbar ist, wobei das Torblatt an seinen bodenseitigen, seitlichen, äußeren Bereichen jeweils mit Tragvorrichtungen zum Anschlag von Tragseilen ausgestattet ist, durch die die Ortsveränderung und jegliche Öffnungsstellung des Torblattes gewährleistet ist.

[0002] Durch die DE 10 2010 030 951 A1 ist eine Toranordnung mit einem Seilantrieb bekannt geworden. Am unteren Ende der Seilführung ist eine Seilumlenkung angeordnet, durch die es möglich wird, das Antriebsseil auf einem Niveau mit dem Fußboden des Torblattes und gleichzeitig einer Befestigungseinrichtung mit Abstand von der Torblattschwelle vorzusehen. Hierbei wird die Führung im Bereich der Seilumlenkung durch die Form eines Halbkreises erzielt.

[0003] In der EP 2 514 896 B1 wird eine Sicherungsvorrichtung für ein ortsveränderbares Torblatt eines Tores, insbesondere eines Sektionaltores, beschrieben. Dabei wird das Torblatt zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung über Führungsschienen verfahren, wobei diese Ortsveränderung durch seitlich am Torblatt angelenkte Zugseile erzielt wird. Diese Zugseile sind im unteren Bereich des Torblattes befestigt und jeweils über Umlenkungen geführt. Gleichzeitig wird zur Sicherung gegen einen Verlust der Spannkraft der Zugseile eine Sicherungsvorrichtung verwendet.

[0004] In der DE 10 2007 050 053 A1 und der DE 88 16 419 U1 werden die dort zum Einsatz kommenden Tragmittel in Form von Seilen über Rollen geführt und umgelenkt.

[0005] Bei ortsveränderbaren Torblättern, die in seitlichen Führungen wie vertikalen Laufschienen geführt werden, werden sogenannte Fangvorrichtungen zur Sicherung des Torblattes bei einem Defekt eines der beiden Tragseile eingesetzt. Derartige Fangvorrichtungen sind beispielsweise in der DE 28 33 483 C2 und der DE 84 19 7 46 U1 offenbart worden. Fangvorrichtungen dieser Art werden bei Toren, die nach oben geöffnet werden können, eingesetzt, um beim Versagen der verwendeten Tragmittel ein Abstürzen der Torblätter zu verhindern. Derartige Tragmittel in Form von Tragseilen müssen mit einer mehrfachen Sicherheit gegenüber den verwendeten Torblattgewichten ausgestattet sein. Bei einem Riss eines der Tragseile wird es zwangsläufig zum Verkanten des Torblattes innerhalb der seitlichen Führungen kommen und darüber hinaus werden diese Brüche von Tragseilen über Fangvorrichtungen detektiert. Beim Wirksamwerden einer Fangvorrichtung blockiert diese durch Messer oder messerartige Vorsprünge ein weiteres Absacken des Torflügels innerhalb der Führungsschienen. Wenn es zu einem Bruch eines dieser Tragseile und damit zum Ansprechen der Fangvorrichtung kommt, bedeutet dieses einen hohen wirtschaftlichen Schaden, da das gesamte Tor mit den seitlichen Führungsmitteln ausgewechselt werden muss.

[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin ein Tor mit einem ortsveränderbaren Torblatt zu konstruieren, das ohne Einschränkung des Sicherheitsgedankens im Betrieb in seinen Herstellkosten preisgünstiger gestaltet werden kann. Durch eine solche Konstruktion soll die Aufliegezeit der verwendeten Tragmittel in Form von Tragseilen nicht nur verlängert, sondern es soll auch ein Verzicht auf selbsttätig wirkende Fangvorrichtungen ausgeübt werden, die sonst üblicherweise bei einem Bruch mindestens eines der beiden Tragseile ansprechen würden, um dadurch die Herstell- und die Betriebskosten des Tores zu reduzieren. Zur Lösung dieser Aufgabe soll nicht auf die Verwendung von Tragmitteln zurückgegriffen werden, deren Sicherheitsfaktor über 6 gegen Bruchsicherheit liegt, denn deren Durchmesser ist wesentlich dicker, ebenso sind die Kosten derartiger Tragmittel betragsmäßig wesentlich größer.

[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Die sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüche geben dabei eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gedankens wieder.

[0008] Tragseile können bei Toren nicht so bemessen werden, dass sie unbegrenzt und damit dauerhaft zum Einsatz kommen können. Dieses liegt insbesondere daran, dass sie einem Verschleiß unterliegen. Ein solcher Verschleiß kann durch Veränderung des Seildurchmessers, beispielsweise auch durch Korrosion entstehen. Aus diesem Grunde werden Tragseile bei Verwendungen an Toren einer regelmäßigen Prüfung unterzogen. Durch eine derartige Prüfung kann die Ablegereife eines eingesetzten Tragseiles festgestellt werden. Als Ablegereife wird der Zeitpunkt angesehen, wenn die Aufliegezeit mit den bestehenden Sicherheitsvorgaben nicht mehr vertretbar ist. Beispielsweise durch Drahtbrüche oder Korrosion oder dergleichen kann die Ablegereife erreicht werden. So ist auch ein sicheres Zeichen für das Erreichen einer Ablegereife die Verringerung des Tragseildurchmessers gegenüber dem ursprünglichen Durchmesser bei der Montage. Diese Veränderungen des Tragseildurchmessers werden auch durch die dynamische Belastung des Tragseiles an Biegestellen und falschen Radien dazu führen, dass die Aufliegezeiten wesentlich verringert werden.

[0009] Die Betriebszeit von Tragseilen, die auch als Aufliegezeit bezeichnet wird, wird durch unterschiedliche Faktoren bestimmt. Dabei ist ein wesentlicher Faktor die stetige Biegung des Seiles an den Umlenkstellen der Tragseile. Bei solchen Biegungen wird das Tragseil beispielsweise an der oberen Seite seines Querschnittes gedehnt und gleichzeitig an der unteren Seite gestaucht. Dieses sind dynamische Belastungen, die insbesondere die Aufliegezeit des Tragseiles enorm beeinträchtigen, weil es durch diese unterschiedlichen Lastspiele im Laufe der Aufliegezeit zu Rissen von einzelnen Litzen oder Seelen des Seiles kommen kann. Die Bruchkraft eines Tragseiles bestimmt sich aus der Seilfestigkeit, Ermüdung und dem Seildurchmesser.

[0010] Wie insbesondere der Stand der Technik darlegt sind in der Vergangenheit Führungsbahnen für Tragseile verwendet worden, die nur aus einem Radius bestehen. Durch den erfindungsgemäßen Gedanken einer Sicherheitstragseilführung für Tragseile kann neben der Verlängerung der Aufliegezeiten gleichzeitig auch auf teure Fangvorrichtungen und deren Einsatz verzichtet werden.

[0011] Nach der vorliegenden Erfindung wird der Einsatz von Tragseilen an ortsveränderbaren Torblättern mit dem Bereich der Sicherheitstragseilführung in der Form einer optimierten Kulissenführung, in im Wesentlichen zwei Abschnitte unterteilt, nämlich in einen dynamischen Abschnitt und einen statischen Abschnitt. In dem statischen Abschnitt weist das Tragseil einen ständigen Kontakt mit der vorhandenen Kulissenführung auf, wogegen das Tragseil in dem dynamischen Abschnitt zum Abheben und Aufliegen im Wechsel mit der Kulissenführung in Berührung kommt. Dieser wechselförmige Kontakt mit der Kulissenführung muss so schonend wie möglich ausgeführt werden, denn dadurch erhöht sich die Aufliegezeit des Tragseiles um ein Vielfaches, was auch dazu verhilft, dass Tragseilbrüche bis zur Erreichung ihrer vorgeschriebenen Lebensdauer sicher vermeidbar sind und damit Betriebskosten eingespart werden können.

[0012] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform wird eine Sicherheitstragseilführung mit einem geometrischen Verlauf einer Kulissenführung vorgeschlagen, bei der die Kulissenführung aus mehreren Radien gebildet wird, wobei diese Radien in ihren absoluten Beträgen wesentlich unterschiedlich ausgebildet sind. Diese unterschiedlichen Radien führen zu einer harmonischen Kulissenführungsausbildung. Die Mittelpunkte der einzelnen Radien der Kulissenführung liegen im Wesentlichen auf einer gleichen Ebene. Die Übergänge zwischen zwei benachbarten Radien sind durch einen tangentialen Verlauf miteinander verbunden.

[0013] So kann beispielsweise das Tragseil in eine solche Kulissenführung eintreten, die als Auskehlung mit einer Vertiefung ausgestattet sein kann. Durch den Eintritt wird z.B. unter einem stumpfen Winkel das Tragseil in die Kulissenführung eingeführt. Dadurch werden bereits in dem Eingangsbereich hohe Belastungen des Tragseiles vermieden.

[0014] So kann eine Sicherheitstragseilführung in ihrer Kulissenausbildung aus mehreren Radien bestehen, die insbesondere auch an den Durchmesser des verwendeten Tragseiles angepasst werden können. So kann ein erster Radius ausgebildet sein, der dann übergangslos in einen zweiten Radius übergeht. Der zweite Radius ist jedoch in seinem absoluten Betrag wesentlich größer als der erste Radius. Durch eine derartige Ausbildung werden insbesondere durch zu enge Radien Überbelastungen der Tragseile eliminiert. An den größeren zweiten Radius kann sich auch noch ein dritter Radius anschließen, der dann beispielsweise am Ende der Kulissenführung vorliegt. Dieser dritte Radius ist dann wieder in seinem absoluten Betrag wesentlich kleiner als der zweite Radius. Über den dritten Radius wird in dem bevorzugten Ausführungsbeispiel das Tragseil in die Richtung gelenkt, die es zur Anschlagung an eine verwendete Tragvorrichtung benötigt. Auch in einem solchen Falle wird über den dritten Radius als Endradius eine Knickbelastung des Tragseiles vermieden.

[0015] In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel ist es möglich, die Kulissenführung auch nur aus zwei Radien zu bilden. Diese beiden Radien sind ebenfalls übergangslos harmonisch ohne Kanten aneinander gefügt und in ihren absoluten Beträgen wesentlich unterschiedlich ausgeführt. Durch diese Konstruktion der Kulissenführung wird ein tangentialer Verlauf der Kulissenführung, mit einem auf das Tragseil bezogenen dynamischen Abschnitt und einem statischen Abschnitt, ausgebildet.

[0016] Es versteht sich, dass derartige Radienführungen der Sicherheitstragseilführung im Zusammenhang mit dem absoluten Durchmesser des verwendeten Tragseiles zu sehen sind. Je größer der Durchmesser eines Tragseiles, umso größer ist die Ausbildung der Radien in ihren absoluten Beträgen zu wählen. Nur dadurch ist sichergestellt, dass Überbelastungen der Tragseile in ihren Außen- und Innenbereichen sicher vermieden werden. Überbelastungen und damit Verformungen des Tragseiles in seinen Außenbereichen führen zu Rissen einzelner Adern und machen somit ein Tragseil für den täglichen Gebrauch aus Sicherheitsgründen unbrauchbar. Die Auswechselung und damit das Ende der Aufliegezeit der Tragseile ist mit großen Betriebskosten verbunden.

[0017] Ein weiterer Sicherheitsaspekt kann dadurch erzielt werden, dass die Kulissenführung in einer Auskehlung angeordnet ist. Eine solche seitliche Kulissenführung für das Tragseil, in Verbindung mit der Sicherheitstragseilführung, stellt eine ausgezeichnete seitliche Unterstützung für das Tragseil dar, insbesondere im Bereich des dynamischen Abschnittes.

[0018] Zur Führung und Anschlagung des Tragseiles kann eine Tragvorrichtung eingesetzt werden, die sowohl die Kulissenführung als auch eine zusätzliche Absicherung des Tragseiles gegen Bruch, in Form eines Schalterelementes, beinhaltet. Eine Tragvorrichtung zur Montage an dem Torblatt des Tores kann somit zur Anschlagung von Tragseilen an Torblättern jeglicher Ausführung eingesetzt werden.

[0019] Nach der Erfindung können Sicherheitstragseilführungen in Verbindung mit Tragvorrichtungen mit einer Kulissenausbildung in einem dynamischen und einen statischen Abschnitt bei allen unterschiedlich ausgebildeten Torblättern eingesetzt werden. Insbesondere bei Sektionaltoren, deren Torblätter aus einzelnen, untereinander drehgelenkig verbundenen Sektionen bestehen. Aber auch in gleicher Art und Weise sind die Tragvorrichtungen bei einstückigen Torblättern verwendbar.

[0020] Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Figur 1
Eine Prinzipdarstellung einer Anwendung eines Tragseiles bei einem Sektionaltorblatt;
Figur 2
eine Ausschnittdarstellung eines Torblattes mit Verwendung einer Tragvorrichtung;
Figur 3
eine Tragvorrichtung in einer Einzeldarstellung in der Vorderansicht;
Figur 4
wie Figur 3, jedoch in der Rückansicht;
Figur 5
wie Figur 4, jedoch in einer Seitenansicht;
Figur 6
die Tragvorrichtung nach Figur 3 in einer Draufsicht;
Figur 7
wie Figur 6, jedoch in einer Unteransicht;
Figur 8
eine erste bevorzugte Ausführungsform der Tragvorrichtung mit einer Kulissenführung, die aus mindestens zwei unterschiedlichen Radien gebildet wird;
Figur 9
ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Tragvorrichtung mit einer Kulissenführung, deren Verlauf aus mehreren übergangslos aneinandergereihten Radien besteht;
Figur 10
eine Ausschnittdarstellung eines unteren Bereiches eines Torblattes mit einer Tragvorrichtung und aufgelegtem Tragseil in der Schließstellung des Torblattes;
Figur 11
wie Figur 10, jedoch in einer Öffnungsstellung des Torblattes.
Die schematische Darstellung nach Figur 1 zeigt in einer linksseitigen Ausschnittansicht einer Toranlage im oberen Bereich eine Antriebsachse 22 auf der eine Ausgleichsfeder 21 für den Gewichtsausgleich eines durch Tragseile 12 anhebbaren Torblattes 11 dargestellt wurde. Die Verwendung von Ausgleichsfedern 21 ist bei Toren nicht zwingend notwendig. Gleichzeitig befindet sich auf der Antriebsachse 22 auch eine Seilscheibe 20, auf deren unterschiedlichen Durchmessern sich bei einem Öffnungsvorgang des Torblattes 11 das Tragseil 12 aufwickelt. Das Tragseil 12 ist an dem Torblatt 11 im unteren Bereich über eine Tragvorrichtung 1, 2 an einer Seitenkante 25 des Torblattes 11 angeschlagen. Derartig ausgebildete Tore können manuell oder durch motorische Antriebe ortsveränderbar sein.

[0021] Diese Befestigung der Tragvorrichtung 1, 2 an der rechten Seitenkante 25 des Torblattes 11 wird in der Figur 2 noch einmal separat dargestellt. Dabei ist die Tragvorrichtung 1, 2 über Befestigungsbohrungen 24 unter Verwendung von nicht dargestellten Schrauben mit dem Torblatt 11 verbindbar. Gegen die Seitenkante 25 des Torblattes 11 legt sich dabei eine abgewinkelte Anschlagsseite 13 der Tragvorrichtung 1, 2 an. Im unteren Bereich der Tragvorrichtung 1, 2 ist eine Lagerausbildung 15 vorhanden, über die eine Führungsrolle mittels Achse einsetzbar ist, die zur Ortsveränderung in seitlichen Führungsmitteln notwendig ist.

[0022] Über eine innerhalb der Anschlagsseite 13 enthaltene Kulissenführung 3 wird das Tragseil 12 geführt. Am Ende des Tragseiles 12 ist eine Endverbindung 29 vorhanden, die beispielsweise aus einer Presshülsenverbindung bestehen kann. Nach der Endverbindung 29 ist zu der Tragvorrichtung 1, 2 ein Verbindungselement 30 vorhanden. Das Verbindungselement 30 durchdringt einen vorstehenden Montagebereich 26 der Tragvorrichtung 1, 2 über eine Bohrung 18. An der Oberseite der Tragvorrichtung 1, 2 mit dem Montagebereich 26 ist ein Auflager 16 neben einem Auflager 17 vorhanden, auf denen ein nicht dargestellter Sicherheitsschalter mittels einer Gewindebohrung 19 platziert werden kann. Bei einem Bruch des Tragseiles 12 würde somit über den nicht dargestellten Sicherheitsschalter eine Stilllegung des ebenfalls nicht dargestellten motorischen Antriebes des Torblattes 11 erfolgen.

[0023] In den Figuren 3 bis 7 wird in jeweils unterschiedlichen Ansichten die Ausbildung der Tragvorrichtungen 1, 2 wiedergegeben. So sind in der Figur 3 insbesondere an der Oberseite die Auflager 16 und 17 in schrägen Positionen sichtbar. Diese schrägen Positionen sind deshalb so gewählt worden, damit das über die Kulissenführung 3 im unteren Bereich in einem schrägen Verlauf austretende Tragseil 12 keiner Biegebelastung unterliegt.

[0024] Die Tragvorrichtung 1, 2 besteht im Wesentlichen aus einer Grundplatte 14, die auf ihrer Vorderseite 28 im unteren Bereich das Lager 15 aufweist. Im oberen Bereich ist der vorstehende Montagebereich 26 sichtbar, der durch im Wesentlichen dreieckige Verstärkungen 23 gegen Abknicken gesichert wird. Ein rückseitiger Bereich 27 der Tragvorrichtung 1, 2 ist im Wesentlichen gerade ausgebildet, um eine Befestigung über die Befestigungsbohrung 24 an dem Torblatt 11 zu ermöglichen.

[0025] Um die Tragvorrichtung 1, 2 einfach und ohne Fehler an dem Torblatt 11 zu montieren ist die Anschlagsseite 13 vorhanden. Im Bereich der Anschlagsseite 13 befindet sich auch die Kulissenführung 3. Innerhalb einer Auskehlung 9, die insbesondere den Figuren 6 und 7 zu entnehmen ist, ist die Kulissenführung 3 dargestellt. Durch die Auskehlung 9, die an den Durchmesser des verwendeten Tragseiles 12 angepasst ist wird sichergestellt, dass das Tragseil 12 auch einen seitlichen Halt aufweist und somit sicher geführt wird. Das Tragseil 12 hat in der Auskehlung 9 durch seinen angepassten Durchmesser nur ein geringes seitliches Spiel. Allein durch diese Führung wird eine Verlängerung der Aufliegezeit erzielt.

[0026] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel nach Figur 8 wird in einer Schnittdarstellung der Verlauf der Kulissenführung 3 mit einem dynamischen Abschnitt X und einem statischen Abschnitt Y in der Tragvorrichtung 1, die auch mit der vorbeschriebenen Auskehlung 9 versehen ist, wiedergegeben. Dabei wird nur der untere Teil der Tragvorrichtung 1 dargestellt. Der Eintritt des Tragseiles 12 im Bereich der Kulissenführung 3 ist unter einem Winkel β dargestellt. Dabei ist der Winkel β im Bezug zu einer Bezugslinie 8 angegeben worden. Das Tragseil 12 kann ohne eine zusätzliche Belastung beim Eintritt in die Kulissenführung 3 unter einem leicht schrägen Verlauf in die Auskehlung 9 eintreten. Nach dem Eintritt in die Kulissenführung 3 ist ein erster Radius 5 vorhanden, der übergangslos in einen zweiten Radius 4 übergeht. Im Anschluss an den zweiten Radius 4 ist noch ein Austritt für das Tragseil 12 aus der Tragvorrichtung 1 über einen Endradius 7 dargestellt worden. Der Endradius 7, der in seinem Betrag sehr klein ist, vermeidet eine im Wesentlichen punktförmige Belastung des Tragseiles 12 beim Austritt aus der Tragvorrichtung 1. Das Tragseil 12 tritt beim Verlassen der Tragvorrichtung 1 beispielsweise unter einem Winkel α aus dieser heraus. Dabei wird der Winkel α auch auf die Bezugslinie 8 bezogen. Die beiden Winkel α und β können je nach Bedarf unterschiedliche Beträge aufweisen, wobei der Winkel α im Bereich von im Wesentlichen 10° und mehr und der Winkel β im Bereich von 1° und mehr ausgebildet sein können. Die Winkelgrößen dieser beiden Winkel richten sich zum einen nach der Konstruktion der Tragvorrichtung 1 aber auch nach dem Durchmesser des Tragseiles 12.

[0027] Wie die Darstellung der Figur 8 verdeutlicht, ist der zweite Radius 4 in seinem absoluten Betrag wesentlich größer als der erste Radius 5. In absoluten Werten ausgedrückt kann damit der erste Radius 5 im Wesentlichen in einem Bereich von 8mm bis 12mm und der zweite Radius 4 in einem Bereich von 35mm bis 50mm liegen. Diese Angaben der Radien in ihren absoluten Beträgen beziehen sich dabei auf einen Durchmesser des Tragseiles, der im Wesentlichen in einem Bereich von 4mm bis 7mm, in einem besonderen Fall bei sehr schweren Torblättern 11 auch bei 8mm und mehr liegt. Es versteht sich, dass bei anderen Durchmessern des Tragseiles 12 eine Vergrößerung bzw. eine Verkleinerung der Radien 4, 5 ausgeführt wird, denn nur dadurch ist sichergestellt, dass die Aufliegezeit des Tragseiles 11 auf der Tragvorrichtung 1 wesentlich erhöht werden kann und gleichzeitig auf die üblicherweise eingesetzte Fangvorrichtung verzichtet werden kann.

[0028] In der Figur 9 wird ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Tragvorrichtung 2 mit einer Schnittdarstellung im Bereich der Kulissenführung 3 wiedergegeben. Auch hier tritt das Tragseil 12 in den Bereich der Kulissenführung 3 über einen ersten Radius 5 ein. Der erste Radius 5 ist auch übergangslos in einen zweiten Radius 4 dargestellt worden, anschließend geht es in einen dritten Radius 6 übergangslos, d.h. vorzugsweise tangential, über. Endseits kann auch hier eine Ausbildung eines Endradius 7 ausgebildet werden. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist der erste Radius 5 in seinem absoluten Betrag wesentlich kleiner als der zweite Radius 4 und kann beispielsweise in einem Bereich von 8mm bis 12mm für Tragseile 12 mit einem Durchmesser von 6mm bis 7mm liegen. Der zweite Radius 4, der sich an den ersten Radius 5 übergangslos anschließt, kann auch hier in einem Bereich von 35mm bis 50mm liegen. Der sich an den zweiten Radius 4 anschließende dritte Radius 6 weist einen anderen absoluten Wert auf, wobei dieser absolute Wert in einem Bereich von 15mm bis 20mm ausgebildet sein kann. Der Endradius 7 kann für das Tragseil mit einem Durchmesser 4mm bis 8mm in einem Bereich von 9mm bis 18mm in seinem absoluten Betrag ausgebildet sein.

[0029] Zur Absicherung des Tragseiles 12, das sich innerhalb der Auskehlung 9 auf der Kulissenführung 3 befindet, kann eine äußere Sicherung 10 vorhanden sein. Durch diese Sicherung 10 wird auch die Montage des Tragseiles 1, 2 in die Kulissenführung 3 erleichtert.

[0030] Sowohl der Einlass als auch der Auslass der Kulissenführung 3 werden durch die bereits vorbeschriebenen Winkel α und β für das Tragseil 12 in einer abgesicherten Ausführung ausgebildet.

[0031] Damit die Kulissenführung 3 eine auf einer Ebene liegende Bahnführung ausführt, sind die Radien 4, 5, 6 und 7 mit ihren unterschiedlichen Mittelpunkten auf einer Ebene ausgeführt worden. Es ist jedoch auch möglich, dass insbesondere beim Verlassen des Tragseiles 12 aus der Tragvorrichtung 1, 2 ein nicht näher bezeichneter, größerer Bereich vorhanden ist, der auch einen schrägen Austritt des Tragseiles 12 aus der Tragvorrichtung 1, 2 aufweisen kann.

[0032] Die Ausbildung der Tragvorrichtung 1, 2 besteht vorzugsweise aus einem Leichtmetall oder einer Leichtmetalllegierung.

[0033] Tragseile 12, die bei Torblättern 11 zum Einsatz kommen, bestehen vorzugsweise aus torsionsfreien, vorgereckten Stahlseilen.

[0034] Mit den Darstellungen der beiden Figuren 10 und 11 wird die Verwendung des Tragseiles 12 in Verbindung mit einem Torblatt 11, das als Sektionaltor ausgebildet ist, wiedergegeben. Die Darstellung der Figur 10 zeigt dabei das Torblatt 11 in seiner Schließstellung. In der Schließstellung befindet sich das Tragseil 12 in Kontakt mit der Kulissenführung 3 und umschließt somit im Wesentlichen den statischen Abschnitt Y und den dynamischen Abschnitt X der Kulissenführung 3. Wird dieses Torblatt 11 durch das Aufwickeln der Tragseile 12 über die Seilscheiben 20 angehoben, so entsteht die Öffnungsposition des Torblattes 11 nach der Figur 11. Das Torblatt 11 befindet sich in einer im Wesentlich horizontalen Lage. Dadurch wird das Tragseil 12 von dem dynamischen Abschnitt X der Kulissenführung 3 abgehoben, der Kontakt mit dem statischen Bereich Y bleibt immer bestehen.

[0035] Bei einem Schließvorgang des Torblattes 11 taucht das Tragseil 12 wieder in die Auskehlung 9 der Kulissenführung 3 ein und bekommt dadurch wieder Kontakt mit dem Kurvenverlauf der Kulissenführung 3 und belegt somit den dynamischen Abschnitt X der Kulissenführung 3. Während des Öffnungsvorganges und auch in der Offenstellung behalten die Tragseile 12 stets Kontakt mit der Kulissenführung 3 in deren statischem Abschnitt Y. Unterseits wird das Torblatt 11 durch ein Bodenprofil 31 abgeschlossen.

Bezugszeichen



[0036] 
1
Tragvorrichtung
2
Tragvorrichtung
3
Kulissenführung
4
zweiter Radius
5
erster Radius
6
dritter Radius
7
Endradius
8
Bezugslinie
9
Auskehlung
10
Sicherung
11
Torblatt
12
Tragseil
13
Anschlagseite
14
Grundplatte
15
Lager
16
Auflager
17
Auflager
18
Bohrung
19
Gewindebohrung
20
Seilscheibe
21
Ausgleichsfeder
22
Antriebsachse
23
Verstärkung
24
Befestigungsbohrungen
25
Seitenkante
26
Montagebereich
27
rückseitiger Bereich
28
Vorderseite
29
Endverbindung
30
Verbindungselement
31
Bodenprofil
X
dynamischer Abschnitt
Y
statischer Abschnitt



Ansprüche

1. Tor mit einem über seitliche Führungen ortsveränderbaren Torblatt (11), das in seinen bodenseitigen, seitlichen Bereichen jeweils mit Tragvorrichtungen (1, 2) zum Anschlag von Tragseilen (12) ausgestattet ist, durch die die Ortsveränderung und jegliche Öffnungsstellung des Torblattes (11) gewährleistet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragvorrichtungen (1, 2) für die Tragseile (12) mit einer Sicherheitstragseilführung ausgestattet sind, deren geometrischer Verlauf aus einer Kulissenführung (3) besteht, die aus mindestens zwei oder mehr in ihren absoluten Beträgen unterschiedlichen, mit ihren Mittelpunkten im Wesentlichen auf einer Ebene liegenden, Radien (4, 5, 6) übergangslos im Sinne einer tangentialen Ausführung gebildet wird, wobei der Verlauf der Kulissenführung (3) in einen dynamischen Abschnitt (X) und einen statischen Abschnitt (Y) mit einem ständigen Kontakt für das Tragseil (12) unterteilt ist.
 
2. Sicherheitstragseilführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (3) der Tragvorrichtung (2) mit einer Auskehlung (9) für das Tragseil (12) in ihrem gebogenen Verlauf versehen ist, wobei der Verlauf aus übergangslos miteinander verbundenen Radien (4, 5, 6) besteht, so dass beim Eintritt des Tragseiles (12) in die Kulissenführung (3) ein erster Radius (5) vorliegt, der übergangslos in einen zweiten Radius (4) übergeht, wobei der zweite Radius (4) in seinem absoluten Betrag wesentlich größer ist als der erste Radius (5), und dass sich an den zweiten Radius (4) übergangslos ein dritter Radius (6) anschließt, der in seinem absoluten Betrag kleiner ist als der zweite Radius (4), und dass sich an den dritten Radius (6) ein Endradius (7) übergangslos anschließt.
 
3. Sicherheitstragseilführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (3) der Tragvorrichtung (1) mit einer Auskehlung (9) versehen ist und in ihrem gebogenen Verlauf aus mindestens zwei Radien (4, 5) besteht, wobei das Tragseil (12) über einen ersten Radius (5) in den statischen Abschnitt (Y) der Kulissenführung (3) eintritt, und dass sich an den ersten Radius (5) übergangslos ein zweiter Radius (4) anschließt, wobei der zweite Radius (4) in seinem absoluten Betrag wesentlich größer ist als der erste Radius (5).
 
4. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Radius (5) im Wesentlichen in einem Bereich von 8mm bis 12mm ausgebildet ist.
 
5. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Radius (4) im Wesentlichen in einem Bereich von 35mm bis 50mm ausgebildet ist.
 
6. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Radius (6) im Wesentlichen in einem Bereich von 15mm bis 20mm ausgebildet ist.
 
7. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Endradius (7) im Wesentlichen in einem Bereich von 9mm bis 18mm ausgebildet ist.
 
8. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auskehlung (9) der Kulissenführung (3) so bemessen ist, dass der Durchmesser des Tragseiles (12) mindestens mit geringem seitlichen Spiel in die Auskehlung (9) eintaucht.
 
9. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragvorrichtung (1, 2) im Wesentlichen aus einer Grundplatte (14) mit einer abgewinkelten Anschlagseite (13) besteht, wobei im unteren Bereich der Anschlagseite (13) die Kulissenführung (3) und ein Lager (15) für ein Führungselement ausgebildet sind.
 
10. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (13) an einer Vorderseite (28) mit einem auskragenden Montagebereich (26) ausgestattet ist, der oberseits mit Auflagern (16, 17) für ein Schaltelement versehen ist und unterseits Verstärkungen (23) aufweist.
 
11. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die endseitige Anschlagung des Tragseiles (12) in Funktion mit dem Schaltelement ausgeführt ist.
 
12. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragvorrichtung (1, 2) aus Leichtmetall oder einer Leichtmetalllegierung besteht.
 
13. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragseile 12 aus torsionsfreien, vorgereckten Stahlseilen bestehen.
 
14. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb der Kulissenführung (3) für das Tragseil (12) zumindest bereichsweise eine Sicherung (10) angeordnet ist.
 




Zeichnung




























Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente