[0001] Die Erfindung betrifft ein Tor mit einem Torblatt, das mittels seitlicher Führungen
ortsveränderbar ist, wobei das Torblatt an seinen bodenseitigen, seitlichen, äußeren
Bereichen jeweils mit Tragvorrichtungen zum Anschlag von Tragseilen ausgestattet ist,
durch die die Ortsveränderung und jegliche Öffnungsstellung des Torblattes gewährleistet
ist.
[0002] Durch die
DE 10 2010 030 951 A1 ist eine Toranordnung mit einem Seilantrieb bekannt geworden. Am unteren Ende der
Seilführung ist eine Seilumlenkung angeordnet, durch die es möglich wird, das Antriebsseil
auf einem Niveau mit dem Fußboden des Torblattes und gleichzeitig einer Befestigungseinrichtung
mit Abstand von der Torblattschwelle vorzusehen. Hierbei wird die Führung im Bereich
der Seilumlenkung durch die Form eines Halbkreises erzielt.
[0003] In der
EP 2 514 896 B1 wird eine Sicherungsvorrichtung für ein ortsveränderbares Torblatt eines Tores, insbesondere
eines Sektionaltores, beschrieben. Dabei wird das Torblatt zwischen einer Öffnungsstellung
und einer Schließstellung über Führungsschienen verfahren, wobei diese Ortsveränderung
durch seitlich am Torblatt angelenkte Zugseile erzielt wird. Diese Zugseile sind im
unteren Bereich des Torblattes befestigt und jeweils über Umlenkungen geführt. Gleichzeitig
wird zur Sicherung gegen einen Verlust der Spannkraft der Zugseile eine Sicherungsvorrichtung
verwendet.
[0005] Bei ortsveränderbaren Torblättern, die in seitlichen Führungen wie vertikalen Laufschienen
geführt werden, werden sogenannte Fangvorrichtungen zur Sicherung des Torblattes bei
einem Defekt eines der beiden Tragseile eingesetzt. Derartige Fangvorrichtungen sind
beispielsweise in der
DE 28 33 483 C2 und der
DE 84 19 7 46 U1 offenbart worden. Fangvorrichtungen dieser Art werden bei Toren, die nach oben geöffnet
werden können, eingesetzt, um beim Versagen der verwendeten Tragmittel ein Abstürzen
der Torblätter zu verhindern. Derartige Tragmittel in Form von Tragseilen müssen mit
einer mehrfachen Sicherheit gegenüber den verwendeten Torblattgewichten ausgestattet
sein. Bei einem Riss eines der Tragseile wird es zwangsläufig zum Verkanten des Torblattes
innerhalb der seitlichen Führungen kommen und darüber hinaus werden diese Brüche von
Tragseilen über Fangvorrichtungen detektiert. Beim Wirksamwerden einer Fangvorrichtung
blockiert diese durch Messer oder messerartige Vorsprünge ein weiteres Absacken des
Torflügels innerhalb der Führungsschienen. Wenn es zu einem Bruch eines dieser Tragseile
und damit zum Ansprechen der Fangvorrichtung kommt, bedeutet dieses einen hohen wirtschaftlichen
Schaden, da das gesamte Tor mit den seitlichen Führungsmitteln ausgewechselt werden
muss.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin ein Tor mit einem ortsveränderbaren Torblatt
zu konstruieren, das ohne Einschränkung des Sicherheitsgedankens im Betrieb in seinen
Herstellkosten preisgünstiger gestaltet werden kann. Durch eine solche Konstruktion
soll die Aufliegezeit der verwendeten Tragmittel in Form von Tragseilen nicht nur
verlängert, sondern es soll auch ein Verzicht auf selbsttätig wirkende Fangvorrichtungen
ausgeübt werden, die sonst üblicherweise bei einem Bruch mindestens eines der beiden
Tragseile ansprechen würden, um dadurch die Herstell- und die Betriebskosten des Tores
zu reduzieren. Zur Lösung dieser Aufgabe soll nicht auf die Verwendung von Tragmitteln
zurückgegriffen werden, deren Sicherheitsfaktor über 6 gegen Bruchsicherheit liegt,
denn deren Durchmesser ist wesentlich dicker, ebenso sind die Kosten derartiger Tragmittel
betragsmäßig wesentlich größer.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Die sich
an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüche geben dabei eine weitere Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Gedankens wieder.
[0008] Tragseile können bei Toren nicht so bemessen werden, dass sie unbegrenzt und damit
dauerhaft zum Einsatz kommen können. Dieses liegt insbesondere daran, dass sie einem
Verschleiß unterliegen. Ein solcher Verschleiß kann durch Veränderung des Seildurchmessers,
beispielsweise auch durch Korrosion entstehen. Aus diesem Grunde werden Tragseile
bei Verwendungen an Toren einer regelmäßigen Prüfung unterzogen. Durch eine derartige
Prüfung kann die Ablegereife eines eingesetzten Tragseiles festgestellt werden. Als
Ablegereife wird der Zeitpunkt angesehen, wenn die Aufliegezeit mit den bestehenden
Sicherheitsvorgaben nicht mehr vertretbar ist. Beispielsweise durch Drahtbrüche oder
Korrosion oder dergleichen kann die Ablegereife erreicht werden. So ist auch ein sicheres
Zeichen für das Erreichen einer Ablegereife die Verringerung des Tragseildurchmessers
gegenüber dem ursprünglichen Durchmesser bei der Montage. Diese Veränderungen des
Tragseildurchmessers werden auch durch die dynamische Belastung des Tragseiles an
Biegestellen und falschen Radien dazu führen, dass die Aufliegezeiten wesentlich verringert
werden.
[0009] Die Betriebszeit von Tragseilen, die auch als Aufliegezeit bezeichnet wird, wird
durch unterschiedliche Faktoren bestimmt. Dabei ist ein wesentlicher Faktor die stetige
Biegung des Seiles an den Umlenkstellen der Tragseile. Bei solchen Biegungen wird
das Tragseil beispielsweise an der oberen Seite seines Querschnittes gedehnt und gleichzeitig
an der unteren Seite gestaucht. Dieses sind dynamische Belastungen, die insbesondere
die Aufliegezeit des Tragseiles enorm beeinträchtigen, weil es durch diese unterschiedlichen
Lastspiele im Laufe der Aufliegezeit zu Rissen von einzelnen Litzen oder Seelen des
Seiles kommen kann. Die Bruchkraft eines Tragseiles bestimmt sich aus der Seilfestigkeit,
Ermüdung und dem Seildurchmesser.
[0010] Wie insbesondere der Stand der Technik darlegt sind in der Vergangenheit Führungsbahnen
für Tragseile verwendet worden, die nur aus einem Radius bestehen. Durch den erfindungsgemäßen
Gedanken einer Sicherheitstragseilführung für Tragseile kann neben der Verlängerung
der Aufliegezeiten gleichzeitig auch auf teure Fangvorrichtungen und deren Einsatz
verzichtet werden.
[0011] Nach der vorliegenden Erfindung wird der Einsatz von Tragseilen an ortsveränderbaren
Torblättern mit dem Bereich der Sicherheitstragseilführung in der Form einer optimierten
Kulissenführung, in im Wesentlichen zwei Abschnitte unterteilt, nämlich in einen dynamischen
Abschnitt und einen statischen Abschnitt. In dem statischen Abschnitt weist das Tragseil
einen ständigen Kontakt mit der vorhandenen Kulissenführung auf, wogegen das Tragseil
in dem dynamischen Abschnitt zum Abheben und Aufliegen im Wechsel mit der Kulissenführung
in Berührung kommt. Dieser wechselförmige Kontakt mit der Kulissenführung muss so
schonend wie möglich ausgeführt werden, denn dadurch erhöht sich die Aufliegezeit
des Tragseiles um ein Vielfaches, was auch dazu verhilft, dass Tragseilbrüche bis
zur Erreichung ihrer vorgeschriebenen Lebensdauer sicher vermeidbar sind und damit
Betriebskosten eingespart werden können.
[0012] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform wird eine Sicherheitstragseilführung
mit einem geometrischen Verlauf einer Kulissenführung vorgeschlagen, bei der die Kulissenführung
aus mehreren Radien gebildet wird, wobei diese Radien in ihren absoluten Beträgen
wesentlich unterschiedlich ausgebildet sind. Diese unterschiedlichen Radien führen
zu einer harmonischen Kulissenführungsausbildung. Die Mittelpunkte der einzelnen Radien
der Kulissenführung liegen im Wesentlichen auf einer gleichen Ebene. Die Übergänge
zwischen zwei benachbarten Radien sind durch einen tangentialen Verlauf miteinander
verbunden.
[0013] So kann beispielsweise das Tragseil in eine solche Kulissenführung eintreten, die
als Auskehlung mit einer Vertiefung ausgestattet sein kann. Durch den Eintritt wird
z.B. unter einem stumpfen Winkel das Tragseil in die Kulissenführung eingeführt. Dadurch
werden bereits in dem Eingangsbereich hohe Belastungen des Tragseiles vermieden.
[0014] So kann eine Sicherheitstragseilführung in ihrer Kulissenausbildung aus mehreren
Radien bestehen, die insbesondere auch an den Durchmesser des verwendeten Tragseiles
angepasst werden können. So kann ein erster Radius ausgebildet sein, der dann übergangslos
in einen zweiten Radius übergeht. Der zweite Radius ist jedoch in seinem absoluten
Betrag wesentlich größer als der erste Radius. Durch eine derartige Ausbildung werden
insbesondere durch zu enge Radien Überbelastungen der Tragseile eliminiert. An den
größeren zweiten Radius kann sich auch noch ein dritter Radius anschließen, der dann
beispielsweise am Ende der Kulissenführung vorliegt. Dieser dritte Radius ist dann
wieder in seinem absoluten Betrag wesentlich kleiner als der zweite Radius. Über den
dritten Radius wird in dem bevorzugten Ausführungsbeispiel das Tragseil in die Richtung
gelenkt, die es zur Anschlagung an eine verwendete Tragvorrichtung benötigt. Auch
in einem solchen Falle wird über den dritten Radius als Endradius eine Knickbelastung
des Tragseiles vermieden.
[0015] In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel ist es möglich, die Kulissenführung
auch nur aus zwei Radien zu bilden. Diese beiden Radien sind ebenfalls übergangslos
harmonisch ohne Kanten aneinander gefügt und in ihren absoluten Beträgen wesentlich
unterschiedlich ausgeführt. Durch diese Konstruktion der Kulissenführung wird ein
tangentialer Verlauf der Kulissenführung, mit einem auf das Tragseil bezogenen dynamischen
Abschnitt und einem statischen Abschnitt, ausgebildet.
[0016] Es versteht sich, dass derartige Radienführungen der Sicherheitstragseilführung im
Zusammenhang mit dem absoluten Durchmesser des verwendeten Tragseiles zu sehen sind.
Je größer der Durchmesser eines Tragseiles, umso größer ist die Ausbildung der Radien
in ihren absoluten Beträgen zu wählen. Nur dadurch ist sichergestellt, dass Überbelastungen
der Tragseile in ihren Außen- und Innenbereichen sicher vermieden werden. Überbelastungen
und damit Verformungen des Tragseiles in seinen Außenbereichen führen zu Rissen einzelner
Adern und machen somit ein Tragseil für den täglichen Gebrauch aus Sicherheitsgründen
unbrauchbar. Die Auswechselung und damit das Ende der Aufliegezeit der Tragseile ist
mit großen Betriebskosten verbunden.
[0017] Ein weiterer Sicherheitsaspekt kann dadurch erzielt werden, dass die Kulissenführung
in einer Auskehlung angeordnet ist. Eine solche seitliche Kulissenführung für das
Tragseil, in Verbindung mit der Sicherheitstragseilführung, stellt eine ausgezeichnete
seitliche Unterstützung für das Tragseil dar, insbesondere im Bereich des dynamischen
Abschnittes.
[0018] Zur Führung und Anschlagung des Tragseiles kann eine Tragvorrichtung eingesetzt werden,
die sowohl die Kulissenführung als auch eine zusätzliche Absicherung des Tragseiles
gegen Bruch, in Form eines Schalterelementes, beinhaltet. Eine Tragvorrichtung zur
Montage an dem Torblatt des Tores kann somit zur Anschlagung von Tragseilen an Torblättern
jeglicher Ausführung eingesetzt werden.
[0019] Nach der Erfindung können Sicherheitstragseilführungen in Verbindung mit Tragvorrichtungen
mit einer Kulissenausbildung in einem dynamischen und einen statischen Abschnitt bei
allen unterschiedlich ausgebildeten Torblättern eingesetzt werden. Insbesondere bei
Sektionaltoren, deren Torblätter aus einzelnen, untereinander drehgelenkig verbundenen
Sektionen bestehen. Aber auch in gleicher Art und Weise sind die Tragvorrichtungen
bei einstückigen Torblättern verwendbar.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise durch bevorzugte Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
- Figur 1
- Eine Prinzipdarstellung einer Anwendung eines Tragseiles bei einem Sektionaltorblatt;
- Figur 2
- eine Ausschnittdarstellung eines Torblattes mit Verwendung einer Tragvorrichtung;
- Figur 3
- eine Tragvorrichtung in einer Einzeldarstellung in der Vorderansicht;
- Figur 4
- wie Figur 3, jedoch in der Rückansicht;
- Figur 5
- wie Figur 4, jedoch in einer Seitenansicht;
- Figur 6
- die Tragvorrichtung nach Figur 3 in einer Draufsicht;
- Figur 7
- wie Figur 6, jedoch in einer Unteransicht;
- Figur 8
- eine erste bevorzugte Ausführungsform der Tragvorrichtung mit einer Kulissenführung,
die aus mindestens zwei unterschiedlichen Radien gebildet wird;
- Figur 9
- ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Tragvorrichtung mit einer Kulissenführung,
deren Verlauf aus mehreren übergangslos aneinandergereihten Radien besteht;
- Figur 10
- eine Ausschnittdarstellung eines unteren Bereiches eines Torblattes mit einer Tragvorrichtung
und aufgelegtem Tragseil in der Schließstellung des Torblattes;
- Figur 11
- wie Figur 10, jedoch in einer Öffnungsstellung des Torblattes.
Die schematische Darstellung nach Figur 1 zeigt in einer linksseitigen Ausschnittansicht
einer Toranlage im oberen Bereich eine Antriebsachse 22 auf der eine Ausgleichsfeder
21 für den Gewichtsausgleich eines durch Tragseile 12 anhebbaren Torblattes 11 dargestellt
wurde. Die Verwendung von Ausgleichsfedern 21 ist bei Toren nicht zwingend notwendig.
Gleichzeitig befindet sich auf der Antriebsachse 22 auch eine Seilscheibe 20, auf
deren unterschiedlichen Durchmessern sich bei einem Öffnungsvorgang des Torblattes
11 das Tragseil 12 aufwickelt. Das Tragseil 12 ist an dem Torblatt 11 im unteren Bereich
über eine Tragvorrichtung 1, 2 an einer Seitenkante 25 des Torblattes 11 angeschlagen.
Derartig ausgebildete Tore können manuell oder durch motorische Antriebe ortsveränderbar
sein.
[0021] Diese Befestigung der Tragvorrichtung 1, 2 an der rechten Seitenkante 25 des Torblattes
11 wird in der Figur 2 noch einmal separat dargestellt. Dabei ist die Tragvorrichtung
1, 2 über Befestigungsbohrungen 24 unter Verwendung von nicht dargestellten Schrauben
mit dem Torblatt 11 verbindbar. Gegen die Seitenkante 25 des Torblattes 11 legt sich
dabei eine abgewinkelte Anschlagsseite 13 der Tragvorrichtung 1, 2 an. Im unteren
Bereich der Tragvorrichtung 1, 2 ist eine Lagerausbildung 15 vorhanden, über die eine
Führungsrolle mittels Achse einsetzbar ist, die zur Ortsveränderung in seitlichen
Führungsmitteln notwendig ist.
[0022] Über eine innerhalb der Anschlagsseite 13 enthaltene Kulissenführung 3 wird das Tragseil
12 geführt. Am Ende des Tragseiles 12 ist eine Endverbindung 29 vorhanden, die beispielsweise
aus einer Presshülsenverbindung bestehen kann. Nach der Endverbindung 29 ist zu der
Tragvorrichtung 1, 2 ein Verbindungselement 30 vorhanden. Das Verbindungselement 30
durchdringt einen vorstehenden Montagebereich 26 der Tragvorrichtung 1, 2 über eine
Bohrung 18. An der Oberseite der Tragvorrichtung 1, 2 mit dem Montagebereich 26 ist
ein Auflager 16 neben einem Auflager 17 vorhanden, auf denen ein nicht dargestellter
Sicherheitsschalter mittels einer Gewindebohrung 19 platziert werden kann. Bei einem
Bruch des Tragseiles 12 würde somit über den nicht dargestellten Sicherheitsschalter
eine Stilllegung des ebenfalls nicht dargestellten motorischen Antriebes des Torblattes
11 erfolgen.
[0023] In den Figuren 3 bis 7 wird in jeweils unterschiedlichen Ansichten die Ausbildung
der Tragvorrichtungen 1, 2 wiedergegeben. So sind in der Figur 3 insbesondere an der
Oberseite die Auflager 16 und 17 in schrägen Positionen sichtbar. Diese schrägen Positionen
sind deshalb so gewählt worden, damit das über die Kulissenführung 3 im unteren Bereich
in einem schrägen Verlauf austretende Tragseil 12 keiner Biegebelastung unterliegt.
[0024] Die Tragvorrichtung 1, 2 besteht im Wesentlichen aus einer Grundplatte 14, die auf
ihrer Vorderseite 28 im unteren Bereich das Lager 15 aufweist. Im oberen Bereich ist
der vorstehende Montagebereich 26 sichtbar, der durch im Wesentlichen dreieckige Verstärkungen
23 gegen Abknicken gesichert wird. Ein rückseitiger Bereich 27 der Tragvorrichtung
1, 2 ist im Wesentlichen gerade ausgebildet, um eine Befestigung über die Befestigungsbohrung
24 an dem Torblatt 11 zu ermöglichen.
[0025] Um die Tragvorrichtung 1, 2 einfach und ohne Fehler an dem Torblatt 11 zu montieren
ist die Anschlagsseite 13 vorhanden. Im Bereich der Anschlagsseite 13 befindet sich
auch die Kulissenführung 3. Innerhalb einer Auskehlung 9, die insbesondere den Figuren
6 und 7 zu entnehmen ist, ist die Kulissenführung 3 dargestellt. Durch die Auskehlung
9, die an den Durchmesser des verwendeten Tragseiles 12 angepasst ist wird sichergestellt,
dass das Tragseil 12 auch einen seitlichen Halt aufweist und somit sicher geführt
wird. Das Tragseil 12 hat in der Auskehlung 9 durch seinen angepassten Durchmesser
nur ein geringes seitliches Spiel. Allein durch diese Führung wird eine Verlängerung
der Aufliegezeit erzielt.
[0026] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel nach Figur 8 wird in einer Schnittdarstellung
der Verlauf der Kulissenführung 3 mit einem dynamischen Abschnitt X und einem statischen
Abschnitt Y in der Tragvorrichtung 1, die auch mit der vorbeschriebenen Auskehlung
9 versehen ist, wiedergegeben. Dabei wird nur der untere Teil der Tragvorrichtung
1 dargestellt. Der Eintritt des Tragseiles 12 im Bereich der Kulissenführung 3 ist
unter einem Winkel β dargestellt. Dabei ist der Winkel β im Bezug zu einer Bezugslinie
8 angegeben worden. Das Tragseil 12 kann ohne eine zusätzliche Belastung beim Eintritt
in die Kulissenführung 3 unter einem leicht schrägen Verlauf in die Auskehlung 9 eintreten.
Nach dem Eintritt in die Kulissenführung 3 ist ein erster Radius 5 vorhanden, der
übergangslos in einen zweiten Radius 4 übergeht. Im Anschluss an den zweiten Radius
4 ist noch ein Austritt für das Tragseil 12 aus der Tragvorrichtung 1 über einen Endradius
7 dargestellt worden. Der Endradius 7, der in seinem Betrag sehr klein ist, vermeidet
eine im Wesentlichen punktförmige Belastung des Tragseiles 12 beim Austritt aus der
Tragvorrichtung 1. Das Tragseil 12 tritt beim Verlassen der Tragvorrichtung 1 beispielsweise
unter einem Winkel α aus dieser heraus. Dabei wird der Winkel α auch auf die Bezugslinie
8 bezogen. Die beiden Winkel α und β können je nach Bedarf unterschiedliche Beträge
aufweisen, wobei der Winkel α im Bereich von im Wesentlichen 10° und mehr und der
Winkel β im Bereich von 1° und mehr ausgebildet sein können. Die Winkelgrößen dieser
beiden Winkel richten sich zum einen nach der Konstruktion der Tragvorrichtung 1 aber
auch nach dem Durchmesser des Tragseiles 12.
[0027] Wie die Darstellung der Figur 8 verdeutlicht, ist der zweite Radius 4 in seinem absoluten
Betrag wesentlich größer als der erste Radius 5. In absoluten Werten ausgedrückt kann
damit der erste Radius 5 im Wesentlichen in einem Bereich von 8mm bis 12mm und der
zweite Radius 4 in einem Bereich von 35mm bis 50mm liegen. Diese Angaben der Radien
in ihren absoluten Beträgen beziehen sich dabei auf einen Durchmesser des Tragseiles,
der im Wesentlichen in einem Bereich von 4mm bis 7mm, in einem besonderen Fall bei
sehr schweren Torblättern 11 auch bei 8mm und mehr liegt. Es versteht sich, dass bei
anderen Durchmessern des Tragseiles 12 eine Vergrößerung bzw. eine Verkleinerung der
Radien 4, 5 ausgeführt wird, denn nur dadurch ist sichergestellt, dass die Aufliegezeit
des Tragseiles 11 auf der Tragvorrichtung 1 wesentlich erhöht werden kann und gleichzeitig
auf die üblicherweise eingesetzte Fangvorrichtung verzichtet werden kann.
[0028] In der Figur 9 wird ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Tragvorrichtung
2 mit einer Schnittdarstellung im Bereich der Kulissenführung 3 wiedergegeben. Auch
hier tritt das Tragseil 12 in den Bereich der Kulissenführung 3 über einen ersten
Radius 5 ein. Der erste Radius 5 ist auch übergangslos in einen zweiten Radius 4 dargestellt
worden, anschließend geht es in einen dritten Radius 6 übergangslos, d.h. vorzugsweise
tangential, über. Endseits kann auch hier eine Ausbildung eines Endradius 7 ausgebildet
werden. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist der erste Radius 5 in seinem absoluten
Betrag wesentlich kleiner als der zweite Radius 4 und kann beispielsweise in einem
Bereich von 8mm bis 12mm für Tragseile 12 mit einem Durchmesser von 6mm bis 7mm liegen.
Der zweite Radius 4, der sich an den ersten Radius 5 übergangslos anschließt, kann
auch hier in einem Bereich von 35mm bis 50mm liegen. Der sich an den zweiten Radius
4 anschließende dritte Radius 6 weist einen anderen absoluten Wert auf, wobei dieser
absolute Wert in einem Bereich von 15mm bis 20mm ausgebildet sein kann. Der Endradius
7 kann für das Tragseil mit einem Durchmesser 4mm bis 8mm in einem Bereich von 9mm
bis 18mm in seinem absoluten Betrag ausgebildet sein.
[0029] Zur Absicherung des Tragseiles 12, das sich innerhalb der Auskehlung 9 auf der Kulissenführung
3 befindet, kann eine äußere Sicherung 10 vorhanden sein. Durch diese Sicherung 10
wird auch die Montage des Tragseiles 1, 2 in die Kulissenführung 3 erleichtert.
[0030] Sowohl der Einlass als auch der Auslass der Kulissenführung 3 werden durch die bereits
vorbeschriebenen Winkel α und β für das Tragseil 12 in einer abgesicherten Ausführung
ausgebildet.
[0031] Damit die Kulissenführung 3 eine auf einer Ebene liegende Bahnführung ausführt, sind
die Radien 4, 5, 6 und 7 mit ihren unterschiedlichen Mittelpunkten auf einer Ebene
ausgeführt worden. Es ist jedoch auch möglich, dass insbesondere beim Verlassen des
Tragseiles 12 aus der Tragvorrichtung 1, 2 ein nicht näher bezeichneter, größerer
Bereich vorhanden ist, der auch einen schrägen Austritt des Tragseiles 12 aus der
Tragvorrichtung 1, 2 aufweisen kann.
[0032] Die Ausbildung der Tragvorrichtung 1, 2 besteht vorzugsweise aus einem Leichtmetall
oder einer Leichtmetalllegierung.
[0033] Tragseile 12, die bei Torblättern 11 zum Einsatz kommen, bestehen vorzugsweise aus
torsionsfreien, vorgereckten Stahlseilen.
[0034] Mit den Darstellungen der beiden Figuren 10 und 11 wird die Verwendung des Tragseiles
12 in Verbindung mit einem Torblatt 11, das als Sektionaltor ausgebildet ist, wiedergegeben.
Die Darstellung der Figur 10 zeigt dabei das Torblatt 11 in seiner Schließstellung.
In der Schließstellung befindet sich das Tragseil 12 in Kontakt mit der Kulissenführung
3 und umschließt somit im Wesentlichen den statischen Abschnitt Y und den dynamischen
Abschnitt X der Kulissenführung 3. Wird dieses Torblatt 11 durch das Aufwickeln der
Tragseile 12 über die Seilscheiben 20 angehoben, so entsteht die Öffnungsposition
des Torblattes 11 nach der Figur 11. Das Torblatt 11 befindet sich in einer im Wesentlich
horizontalen Lage. Dadurch wird das Tragseil 12 von dem dynamischen Abschnitt X der
Kulissenführung 3 abgehoben, der Kontakt mit dem statischen Bereich Y bleibt immer
bestehen.
[0035] Bei einem Schließvorgang des Torblattes 11 taucht das Tragseil 12 wieder in die Auskehlung
9 der Kulissenführung 3 ein und bekommt dadurch wieder Kontakt mit dem Kurvenverlauf
der Kulissenführung 3 und belegt somit den dynamischen Abschnitt X der Kulissenführung
3. Während des Öffnungsvorganges und auch in der Offenstellung behalten die Tragseile
12 stets Kontakt mit der Kulissenführung 3 in deren statischem Abschnitt Y. Unterseits
wird das Torblatt 11 durch ein Bodenprofil 31 abgeschlossen.
Bezugszeichen
[0036]
- 1
- Tragvorrichtung
- 2
- Tragvorrichtung
- 3
- Kulissenführung
- 4
- zweiter Radius
- 5
- erster Radius
- 6
- dritter Radius
- 7
- Endradius
- 8
- Bezugslinie
- 9
- Auskehlung
- 10
- Sicherung
- 11
- Torblatt
- 12
- Tragseil
- 13
- Anschlagseite
- 14
- Grundplatte
- 15
- Lager
- 16
- Auflager
- 17
- Auflager
- 18
- Bohrung
- 19
- Gewindebohrung
- 20
- Seilscheibe
- 21
- Ausgleichsfeder
- 22
- Antriebsachse
- 23
- Verstärkung
- 24
- Befestigungsbohrungen
- 25
- Seitenkante
- 26
- Montagebereich
- 27
- rückseitiger Bereich
- 28
- Vorderseite
- 29
- Endverbindung
- 30
- Verbindungselement
- 31
- Bodenprofil
- X
- dynamischer Abschnitt
- Y
- statischer Abschnitt
1. Tor mit einem über seitliche Führungen ortsveränderbaren Torblatt (11), das in seinen
bodenseitigen, seitlichen Bereichen jeweils mit Tragvorrichtungen (1, 2) zum Anschlag
von Tragseilen (12) ausgestattet ist, durch die die Ortsveränderung und jegliche Öffnungsstellung
des Torblattes (11) gewährleistet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragvorrichtungen (1, 2) für die Tragseile (12) mit einer Sicherheitstragseilführung
ausgestattet sind, deren geometrischer Verlauf aus einer Kulissenführung (3) besteht,
die aus mindestens zwei oder mehr in ihren absoluten Beträgen unterschiedlichen, mit
ihren Mittelpunkten im Wesentlichen auf einer Ebene liegenden, Radien (4, 5, 6) übergangslos
im Sinne einer tangentialen Ausführung gebildet wird, wobei der Verlauf der Kulissenführung
(3) in einen dynamischen Abschnitt (X) und einen statischen Abschnitt (Y) mit einem
ständigen Kontakt für das Tragseil (12) unterteilt ist.
2. Sicherheitstragseilführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (3) der Tragvorrichtung (2) mit einer Auskehlung (9) für das
Tragseil (12) in ihrem gebogenen Verlauf versehen ist, wobei der Verlauf aus übergangslos
miteinander verbundenen Radien (4, 5, 6) besteht, so dass beim Eintritt des Tragseiles
(12) in die Kulissenführung (3) ein erster Radius (5) vorliegt, der übergangslos in
einen zweiten Radius (4) übergeht, wobei der zweite Radius (4) in seinem absoluten
Betrag wesentlich größer ist als der erste Radius (5), und dass sich an den zweiten
Radius (4) übergangslos ein dritter Radius (6) anschließt, der in seinem absoluten
Betrag kleiner ist als der zweite Radius (4), und dass sich an den dritten Radius
(6) ein Endradius (7) übergangslos anschließt.
3. Sicherheitstragseilführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (3) der Tragvorrichtung (1) mit einer Auskehlung (9) versehen
ist und in ihrem gebogenen Verlauf aus mindestens zwei Radien (4, 5) besteht, wobei
das Tragseil (12) über einen ersten Radius (5) in den statischen Abschnitt (Y) der
Kulissenführung (3) eintritt, und dass sich an den ersten Radius (5) übergangslos
ein zweiter Radius (4) anschließt, wobei der zweite Radius (4) in seinem absoluten
Betrag wesentlich größer ist als der erste Radius (5).
4. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Radius (5) im Wesentlichen in einem Bereich von 8mm bis 12mm ausgebildet
ist.
5. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Radius (4) im Wesentlichen in einem Bereich von 35mm bis 50mm ausgebildet
ist.
6. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Radius (6) im Wesentlichen in einem Bereich von 15mm bis 20mm ausgebildet
ist.
7. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Endradius (7) im Wesentlichen in einem Bereich von 9mm bis 18mm ausgebildet ist.
8. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auskehlung (9) der Kulissenführung (3) so bemessen ist, dass der Durchmesser
des Tragseiles (12) mindestens mit geringem seitlichen Spiel in die Auskehlung (9)
eintaucht.
9. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tragvorrichtung (1, 2) im Wesentlichen aus einer Grundplatte (14) mit einer abgewinkelten
Anschlagseite (13) besteht, wobei im unteren Bereich der Anschlagseite (13) die Kulissenführung
(3) und ein Lager (15) für ein Führungselement ausgebildet sind.
10. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (13) an einer Vorderseite (28) mit einem auskragenden Montagebereich
(26) ausgestattet ist, der oberseits mit Auflagern (16, 17) für ein Schaltelement
versehen ist und unterseits Verstärkungen (23) aufweist.
11. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die endseitige Anschlagung des Tragseiles (12) in Funktion mit dem Schaltelement
ausgeführt ist.
12. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tragvorrichtung (1, 2) aus Leichtmetall oder einer Leichtmetalllegierung besteht.
13. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tragseile 12 aus torsionsfreien, vorgereckten Stahlseilen bestehen.
14. Sicherheitstragseilführung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb der Kulissenführung (3) für das Tragseil (12) zumindest bereichsweise eine
Sicherung (10) angeordnet ist.