[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Rollschuhsystem, einen Schuh für das Rollschuhsystem
und eine Schiene für das Rollschuhsystem.
[0002] In vielen Rollschuhsystemen sind die Schuhe mit einer Schiene nur über zwei relativ
kleine Kontaktflächen verbunden, die hintereinander angeordnet sind. Löst sich eine
der beiden Montageschrauben kann es zu Stürzen kommen. Zudem kann der Austausch von
einzelnen Komponenten, wie beispielsweise des Schuhs oder der Schiene, oftmals nur
von einem Fachhändler mit relativ großem Aufwand vorgenommen werden. Je höher der
Schwerpunkt dieser Rollschuhsysteme liegt, desto mehr Haltearbeit muss von einem Fahrer
verrichtet werden. Bei hintereinander liegenden Montagepunkten kippt das Rollschuhsystem
bei seitlich wirkenden Kräften leicht weg.
[0003] Die Druckschriften
WO9830119 A1 und
EP 1767253 A2 betreffen beispielsweise Inlineskates mit einer Schiene und einem Schuh. Der Schuh
und die Schiene weisen drei hintereinander angeordnete Montagepunkte in einer Linie
auf.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Rollschuhsystem derart zu verbessern,
dass dieses eine höhere Stabilität aufweist und eine bessere Kraftübertragung ermöglicht.
Zudem soll ein schneller und einfacher Austausch einer Schiene oder eines Schuhs ermöglicht
werden.
[0005] Gemäß einem ersten Aspekt wird diese Aufgabe durch einen Schuh für ein Rollschuhsystem
gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0006] In einer vorteilhaften Ausführungsform des Schuhs ist die zweite Befestigungsvorrichtung
in Längsrichtung des Schuhs versetzt gegenüber der dritten Befestigungsvorrichtung
angeordnet. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich
die Kraftübertragung weiter verbessert.
[0007] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Schuhs ist die zweite Befestigungsvorrichtung
in Längsrichtung des Schuhs zur ersten Befestigungsvorrichtung hin versetzt angeordnet.
Dadurch wird beispielsweise ebenfalls der technische Vorteil erreicht, dass sich die
Kraftübertragung weiter verbessert.
[0008] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Schuhs weist die erste Befestigungsvorrichtung,
die zweite Befestigungsvorrichtung oder die dritte Befestigungsvorrichtung eine Öffnung
mit länglichem Querschnitt zum Verschieben einer eingesetzten Befestigungsschraube
auf. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass das Rollschuhsystem
individuell an eine Anatomie oder fahrtechnische Vorlieben angepasst werden kann.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Schuhs umfasst die Hartschale
Kohlefasern und/oder Glasfasern zur Versteifung. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass sich die Festigkeit der Hartschale verbessert.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Schuhs sind die Befestigungsvorrichtungen
durch Öffnungen in einer Metallplatte gebildet. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass der Schuh mittels einer Schraubverbindung befestigt werden
kann.
[0011] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Schuhs sind die Befestigungsvorrichtungen
von einer ebenen Kontaktfläche umgeben. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass sich die Kraftübertragung und die Stabilität verbessern.
[0012] Gemäß einem zweiten Aspekt wird diese Aufgabe durch eine Schiene für ein Rollschuhsystem
mit einem Kanal zum Aufnehmen mehrerer hintereinander angeordneter Rollen und einem
Dreipunkt-Befestigungssystem zum Befestigen der Schiene an einem Schuh gelöst, das
drei Befestigungsvorrichtungen umfasst, wobei die erste Befestigungsvorrichtung oberhalb
der Mitte des Kanals angeordnet ist; die zweite Befestigungsvorrichtung seitlich zur
einen Seite des Kanals versetzt angeordnet ist; und die dritte Befestigungsvorrichtung
seitlich zur anderen Seite des Kanals versetzt angeordnet ist. Dadurch wird beispielsweise
ebenfalls der technische Vorteil erreicht, dass eine stabile Dreiecksverbindung zwischen
Schuh und Schiene realisiert wird.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Schiene sind die zweite Befestigungsvorrichtung
und/oder die dritte Befestigungsvorrichtung auf einem seitlich gegenüber dem Kanal
herausstehenden Flügelabschnitt angeordnet. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass ein großer Abstand zwischen den beiden Befestigungsvorrichtungen
realisiert werden kann.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Schiene sind die Flügelabschnitte
über den Kanal hinweg miteinander verbunden. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass sich die Stabilität der Schiene verbessert.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Schiene sind die Flügelabschnitte
trapezförmig, rechteckig oder halbrund. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass die Flügelabschnitte ohne spitze Ecken hergestellt sind und
sich ein Verletzungsrisiko verringert.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Schiene ist die zweite Befestigungsvorrichtung
in Längsrichtung des Kanals versetzt zur dritten Befestigungsvorrichtung angeordnet.
Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich eine Kraftübertragung
mit einem entsprechend ausgestalteten Schuh verbessert.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Schiene weist die erste Befestigungsvorrichtung,
die zweite Befestigungsvorrichtung und/oder die dritte Befestigungsvorrichtung eine
Öffnung mit einem länglichen Querschnitt zum Verschieben einer eingesetzten Befestigungsschraube
auf. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass das Rollschuhsystem
individuell an eine Anatomie oder fahrtechnische Vorlieben angepasst werden kann.
[0018] Gemäß einem dritten Aspekt wird diese Aufgabe durch ein Rollschuhsystem gelöst, mit
einem Schuh nach dem ersten Aspekt; und einer Schiene nach dem zweiten Aspekt. Dadurch
werden die gleichen technischen Vorteile wie durch den Schuh und die Schiene erreicht.
[0019] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines Rollschuhsystems;
- Fig. 2
- eine Ansicht einer Hartschale mit einer Schiene;
- Fig. 3
- eine Ansicht einer Außenseite der Hartschale;
- Fig. 4
- eine Ansicht einer Unterseite der Hartschale;
- Fig. 5
- eine Ansicht einer Innenseite der Hartschale;
- Fig. 6
- eine Ansicht einer Schiene; und
- Fig. 7
- eine Seitenansicht der Schiene.
[0021] Fig. 1 zeigt eine Ansicht eines Inlineskates als Rollschuhsystem 300. Bei dem Rollschuhsystem
300 sind die Rollen 207 hintereinander in einer Längsreihe (engl. In-Line) angeordnet.
Mit dem Rollschuhsystem 300 ist es für einen Skater möglich, sich rollend fortzubewegen.
Das Rollschuhsystem 300 umfasst eine Schiene 200 und einen Schuh 100 für den Fuß des
Skaters.
[0022] Die Schiene 200 dient zur Aufnahme der Rollen 207, die über Schrauben 209 an der
Schiene 200 befestigt sind. Der Schuh 100 umfasst eine halbhohe Hartschale 105, die
an der Unterseite ein Dreipunkt-Befestigungssystem zum Befestigen des Schuhs 100 auf
der Schiene 200 aufweist. Die Hartschale 105 stützt den Fuß und das Sprunggelenk seitlich
ab. Die Hartschale 105 ist beispielsweise aus einem Kunststoff gebildet, in den zur
Versteifung Glas- oder Karbonfasern eingebettet sind. Daneben kann die Hartschale
105 aus Kohlefasern oder Glasfasern oder einer Mischung beider Fasern gebildet sein.
Im Allgemeinen kann die Hartschale 105 auch lediglich auf Basis eines Kunststoffes
hergestellt sein.
[0023] Die Schiene 200 kann im Allgemeinen für die Aufnahme von zwei, drei, vier oder mehr
Rollen 207 ausgelegt sein, die hintereinander angeordnet sind. Die Aufnahme der Rollen
207 kann in einer Ebene liegen oder gerockert sein, so dass sich entlang der Schiene
200 ein gebogener Verlauf ergibt (Banana Shape). Die Rollen 207 werden über ein Doppelachssystem
oder Einachssystem fest in der Schiene 200 verschraubt. Die Schiene 200 kann beispielsweise
Rollen 207 mit einem Durchmesser von 50 mm bis 150 mm aufnehmen. Die Schiene 200 kann
aus einer Aluminiumlegierung, Magnesiumlegierung oder einem kohlenstofffaser- und/oder
glasfaserverstärktem Kunststoff (Karbon oder Karbon/Fiberglas) gefertigt sein. Die
Schiene 200 kann auch aus Kohlefasern oder Glasfasern gebildet sein. Die Schiene 200
kann extrudiert, gefräst, gegossen oder gestanzt gefertigt sein. Eine Schiene 200
aus Kohlefasern oder Glasfasern kann mittels eines Compression-Moulding-Verfahrens
hergestellt sein.
[0024] Der Schuh 100 kann als fester Hartschalenschuh mit (herausnehmbaren) Innenschuh oder
als Soft-Boot konstruiert sein, bei dem nur die halbhohe Hartschale 105 aus festem
Kunststoff gefertigt ist. Der Schuh 100 kann auf einer Kohlefaser- und/oder Glasfaserkonstruktion,
einer Kunststoffschalen- oder einer Sohlenkonstruktion ohne herausnehmbaren Innenschuh
aufgebaut sein. Der Schuh 100 und die Schiene 200 sind an drei Verbindungspunkten
über Schrauben fest miteinander verbunden.
[0025] Fig. 2 zeigt eine schematische Ansicht der Hartschale 105 mit einer Schiene 200 in
einem getrennten Zustand. Die Hartschale 105 lässt sich nach einem Lösen der Befestigungsschrauben
in Pfeilrichtung abnehmen. Die Hartschale 105 als Teil des Schuhs 100 weist ein Dreipunkt-Befestigungssystem
mit lediglich drei Befestigungsvorrichtungen 101-1, 101-2, 101-3 zum Befestigen des
Schuhs 100 auf der Schiene 200 auf. Die drei Befestigungsvorrichtungen 101-1, 101-2,
101-3 des Schuhs 100 und die drei entsprechenden Befestigungsvorrichtungen 201-1,
201-2 und 201-3 der Schiene ermöglichen eine Dreiecksverbindung zwischen Schuh 100
und Schiene 200.
[0026] Die Befestigungsvorrichtungen 101-1, 101-2, 101-3, 201-1, 201-2 und 201-3 sind durch
Öffnungen gebildet, in die Befestigungsschrauben eingesetzt werden können. Im Allgemeinen
können die Befestigungsvorrichtungen 101-1, 101-2, 101-3 auch auf andere Weise ausgebildet
sein, wie beispielsweise durch einen Schnellverschluss von Innen oder Außen oder ein
Bindungssystem.
[0027] Die erste Befestigungsvorrichtung 101-1 ist in einer Mitte im Fersenbereich 111 des
Schuhs 100 angeordnet. Die zweite Befestigungsvorrichtung 101-2 ist seitlich versetzt
zur ersten Befestigungsvorrichtung 101-1 an einer Fußaußenseite im Ballenbereich 113
des Schuhs 100 angeordnet. Die zweite Befestigungsvorrichtung 101-2 ist insbesondere
in Längsrichtung des Schuhs 100 versetzt zur ersten Befestigungsvorrichtung 101-1
hin gegenüber der dritten Befestigungsvorrichtung 101-3 angeordnet.
[0028] Die dritte Befestigungsvorrichtung 101-3 ist seitlich versetzt zur ersten Befestigungsvorrichtung
101-1 an einer Fußinnenseite im Ballenbereich 113 des Schuhs 100 angeordnet. Diese
Dreiecksverbindung zwischen Schuh 100 und Schiene 200 bietet aufgrund des zusätzlichen
dritten Montagepunktes, durch die geometrische Anordnung und durch die vergrößerte
Gesamtkontaktfläche eine starke und stabile Verbindung zwischen dem Schuh 100 und
der Schiene 200 für eine bessere Kraftübertragung.
[0029] Die beiden vorderen Befestigungsvorrichtungen 101-2 und 101-3 sind asymmetrisch versetzt
zueinander angeordnet. Dabei ist die äußere Befestigungsvorrichtung 101-2 in Längsrichtung
des Schuhs 100 zur ersten Befestigungsvorrichtung 101-1 hin nach hinten versetzt angeordnet.
Dadurch verbessert sich die Kraftübertragung nochmals, da die äußere Befestigungsvorrichtung
101-2 direkt unter dem äußeren Ballen des Fußes liegt. Im Allgemeinen können die Befestigungsvorrichtungen
101-2 und 101-3 symmetrisch angeordnet sein. Die vorderen Befestigungsvorrichtungen
101-2 und 101-3 stehen aus der Sohle der Hartschale 105 hervor, so dass in dem Raum
zwischen den Befestigungsvorrichtungen 101-2 und 101-3 eine Rolle 207 angeordnet sein
kann. Die Hartschale 105 weist insbesondere an den Stellen der Befestigungsvorrichtungen
101-1, 101-2, 101-3 entsprechende Auswölbungen auf. In diesen gegenüber der übrigen
Hartschale 105 hervorstehenden Auswölbungen sind insbesondere die Befestigungsvorrichtungen
101-1, 101-2, 101-3 angeordnet.
[0030] Die Befestigungsvorrichtungen 101-1, 101-2, 101-3, 201-1, 201-2 und 201-3 sind durch
längliche Öffnungen gebildet, so dass sich eingesetzte Befestigungsschrauben innerhalb
der Öffnungen verschieben lassen. Dabei sind die Öffnungen des Schuhs 100 als Querschlitze
ausgebildet, wohingegen die Öffnungen in der Schiene 200 als Längsschlitze ausgebildet
sind. Die länglichen Öffnungen in dem Schuh 100 und die länglichen Öffnungen in der
Schiene 200 bilden zusammen ein Kreuz, so dass der Schuh 100 und die Schiene 200 in
zwei Richtungen gegeneinander verschoben werden kann. Dadurch kann das Rollschuhsystem
300 individuell an eine Anatomie oder fahrtechnische Vorlieben angepasst werden.
[0031] Im Allgemeinen können die Öffnungen in dem Schuh 100 oder die Öffnungen in der Schiene
200 entweder als Rundloch oder als Längs- oder Querschlitz ausgefertigt sein. Die
seitlichen Befestigungsvorrichtungen 201-2 und 201-3 der Schiene 200 sind auf trapezförmigen
Flügelabschnitten 205 gebildet. Die Schiene 200 umfasst einen Kanal 203, der zur Aufnahme
der Rollen 207 dient. Im Allgemeinen können die Flügelabschnitte 205 auch andere Formen
aufweisen, wie beispielsweise rechteckig oder halbrund.
[0032] Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht einer Unterseite der Hartschale 105. Die Metallplatten
107 mit den Öffnungen als Befestigungsvorrichtung 101-1, 101-2 und 101-3 sind in der
Hartschale 105 eingelassen und bilden eine ebene Kontaktfläche 109 um die Öffnungen
herum. An der Kontaktfläche 109 berühren sich der Schuh 100 und die Schiene 200.
[0033] Fig. 4 zeigt eine schematische Ansicht einer Unterseite der Hartschale 105. Die Befestigungsvorrichtung
101-3 auf der Innenseite des Ballenbereichs 113 ist weiter zur Schuhspitze hin versetzt
als die Befestigungsvorrichtung 101-2 auf der Außenseite des Ballenbereichs 113. Im
Fersenbereich 111 befindet sich die Befestigungsvorrichtung 101-1. Im Boden der Hartschale
105 können zusätzlich nicht-gezeigte Aussparungen für die Rollen 207 gebildet sein,
um den Schwerpunkt des Rollschuhsystems 300 weiter abzusenken. Zudem kann die Sohle
des Schuhs 100 mit nicht gezeigten Versteifungselementen versehen sein.
[0034] Durch den Schuh 100 mit dem Dreipunkt-Befestigungssystem wird ermöglicht, dass ein
Benutzer im Sommer eine Schiene 200 mit Rollen 207 oder im Winter eine nicht gezeigte
Eiskufe unter den Schuh 100 montiert. Hierzu ist es nicht erforderlich, ein jeweiliges
Komplettsystem zu verwenden.
[0035] Fig. 5 zeigt eine schematische Ansicht einer Innenseite der Hartschale 105. Von oben
werden in die Öffnungen der Befestigungsvorrichtungen 101-1, 101-2 und 101-3 beispielsweise
Schraubhülsen mit einem Innengewinde eingesetzt, so dass sich die Hartschale 105 des
Schuhs 100 über Schrauben mit einem Außengewinde verbinden lässt, die von unten in
Befestigungsvorrichtungen 201-1, 201-2 und 201-3 der Schiene 200 eingesetzt werden.
Im Allgemeinen ist es auch möglich, den Schuh 100 und die Schiene 200 von oben, d.h.
von einer Schuhseite her, miteinander zu verbinden, beispielsweise beim Eisschnelllauf.
[0036] Fig. 6 zeigt eine Ansicht der Schiene 200. Die Schiene 200 weist ebenfalls drei Montagepunkte
mit den Befestigungsvorrichtungen 201-1, 201-2 und 201-3 auf, die unter der Ferse
und im Vorfuß- oder Ballenbereich des Schuhs 100 angeordnet sind. Die Schiene 200
bietet durch die drei Befestigungsvorrichtungen 201-1, 201-2 und 201-3 als Montagepunkte
und die entsprechenden Kontaktflächen 213 zwischen dem Schuh 100 und der Schiene 200
eine verbesserte Sicherheit in der Verbindung im Vergleich zu einem Zweipunkt-System.
Die Befestigungsvorrichtungen 201-1, 201-2 und 201-3 sind nicht in einer Linie angeordnet,
sondern vorne in einer Y-Form seitlich herausgestellt. Die Befestigungsvorrichtungen
201-2 und 201-3 befinden sich hierzu auf seitlich herausragenden trapezförmigen Flügelabschnitten
205 der Schiene 200. Die Befestigungsvorrichtung 201-1 ist insbesondere gegenüber
den Befestigungsvorrichtungen 201-2 und 201-3 erhöht angeordnet.
[0037] Die Schiene 200 weist einen Kanal 203 mit einem U-Profil auf, in dem die Rollen 207
angeordnet werden. Die Befestigungsvorrichtung 201-1 ist insbesondere oberhalb der
Mitte des Kanals 203 angeordnet. Die Achse der Rollen 207 wird in die Öffnungen 211
eingesetzt. In der Mitte des Kanals 203 können zwischen den einzelnen Rollen 207 und
zwischen den Seitenwänden 215 zusätzliche Streben oder Brücken angeordnet sein, durch
die die Schiene 200 verstärkt wird.
[0038] Der Kanal 203 in der Schiene 200 ermöglicht es, die Schiene 200 niedrig zu bauen,
um den Schwerpunkt herabzusetzen. Es können dadurch Schienen 200 entwickelt werden,
die mit größeren Rollendurchmessern ausgestattet sind und dennoch keinen höheren Schwerpunkt
aufweisen.
[0039] Ein Benutzer kann mit größeren Rollen 207 schneller fahren, ohne Nachteile in der
Standhohe gegenüber Vergleichsmodellen mit kleineren Rollen in Kauf nehmen zu müssen.
Durch den niedrigen Schwerpunkt verrichtet der Benutzer weniger Haltearbeit und ermüdet
nicht so schnell. Zudem kann der Skater statische und dynamische Belastungen länger
auf hohem Niveau halten.
[0040] Beispielsweise kann der Schwerpunkt bei einem Freeskate als Rollschuhsystem 300,
das mit einer asymmetrischen 3-Punkt-Schiene und vier Rollen mit einem Durchmesser
von 80 mm ausgestattet ist, um bis zu 15 mm gegenüber einem Freeskate abgesenkt werden,
der mit einem herkömmlichen Zwei-Punkt-Montagesystem mit einem Montageabstand von
165 mm bei gleicher Rollengröße ausgestattet ist. Dadurch ist ein Fahrer schneller
in seiner Endgeschwindigkeit.
[0041] Fig. 7 zeigt eine Seitenansicht der Schiene 200. Die hintere Befestigungsvorrichtung
201-1 liegt höher als die beiden vorderen Befestigungsvorrichtungen 201-2 und 201-3.
Die beiden Befestigungsvorrichtungen 201-2 und 201-3 sind derart angeordnet, dass
diese unterhalb des obersten Punktes einer Rolle 207 liegen. Der obere Punkt der Rolle
207 im Bereich der Befestigungsvorrichtungen 201-2 und 201-3 liegt somit höher als
die Kontaktflächen 213. Die Rolle 207 ist damit zumindest zum Teil zwischen den Flügelabschnitten
205 in dem Kanal 203 einsetzbar. Durch das Herabsetzen der beiden Befestigungsvorrichtungen
201-2 und 201-3 in den herausstehenden Flügelabschnitten 205 kann der Schwerpunkt
des Rollschuhsystems 300 abgesenkt werden.
[0042] Das Dreipunkt-Befestigungssystem mit den dreiecksförmig angeordneten Befestigungsvorrichtungen
101 und 201 ist gegenüber einem Befestigungssystem mit drei hintereinanderliegenden
Befestigungspunkten technisch vorteilhaft, da die vorderen beiden Befestigungsvorrichtungen
101-2 und 101-3 seitlich unter dem Fußballen angeordnet sind. Ein Skater steht sicherer
in dem Rollschuhsystem 300, so dass sich das Unfallrisiko vermindert.
[0043] Da eine Montage der Schiene 200 im Rollschuhsystem 300 über drei Schraubverbindungen
erfolgt, können schnell und einfach verschiedene Rollensetups getestet oder gefahren
werden, ohne sich an neue Schuhe 100 gewöhnen zu müssen. Zudem können die Komponenten
des Rollschuhsystems 300, wie beispielsweise der Schuh 100 oder die Schiene 200, im
Falle eines Defekts auf schnelle und einfache Weise durch Lösen von lediglich drei
Befestigungsschrauben ausgetauscht werden.
[0044] Im Falle der Ausgestaltung der Schiene 200 als 3-Rollen-Setup verbessert sich die
Agilität des Skaters, da der Skate leichter ist und zudem die mittlere Rolle als Drehpunkt
dient. Das Rollschuhsystem 300 kann für Speedskating, Inline-Hockey, Freeskating oder
Fitness-Skating angepasst sein.
[0045] Alle in Verbindung mit einzelnen Ausführungsformen der Erfindung erläuterten und
gezeigten Merkmale können in unterschiedlicher Kombination in dem erfindungsgemäßen
Gegenstand vorgesehen sein, um gleichzeitig deren vorteilhafte Wirkungen zu realisieren.
[0046] Der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung ist durch die Ansprüche gegeben und
wird durch die in der Beschreibung erläuterten oder den Figuren gezeigten Merkmale
nicht beschränkt.
1. Schuh (100) für ein Rollschuhsystem (300), mit einem Dreipunkt-Befestigungssystem
zum Befestigen des Schuhs (100) auf einer Schiene (200), das drei Befestigungsvorrichtungen
(101-1, 101-2, 101-3) umfasst, die in einer Hartschale (105) gebildet sind, wobei:
die erste Befestigungsvorrichtung (101-1) in einer Mitte im Fersenbereich (111) des
Schuhs (100) angeordnet ist;
die zweite Befestigungsvorrichtung (101-2) an einer Außenseite im Ballenbereich (113)
des Schuhs (100) angeordnet ist; und
die dritte Befestigungsvorrichtung (101-3) an einer Innenseite im Ballenbereich (113)
des Schuhs (100) angeordnet ist, und die zweite Befestigungsvorrichtung (101-2) in
Längsrichtung des Schuhs (100) versetzt gegenüber der dritten Befestigungsvorrichtung
(101-3) angeordnet ist; und
die vorderen Befestigungsvorrichtungen (101-2) und (101-3) aus der Sohle der Hartschale
(105) hervorstehen, so dass in dem Raum zwischen den Befestigungsvorrichtungen (101-2)
und (101-3) eine Rolle (207) angeordnet sein kann.
2. Schuh (100) nach Anspruch 1, wobei die zweite Befestigungsvorrichtung (101-2) in Längsrichtung
des Schuhs (100) zur ersten Befestigungsvorrichtung (101-1) hin versetzt angeordnet
ist.
3. Schuh (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste Befestigungsvorrichtung
(101-1), die zweite Befestigungsvorrichtung (101-2) oder die dritte Befestigungsvorrichtung
(101-3) eine Öffnung mit länglichem Querschnitt zum Verschieben einer eingesetzten
Befestigungsschraube aufweist.
4. Schuh (100) nach Anspruch 1, wobei die Hartschale (105) Kohlefasern und/oder Glasfasern
zur Versteifung umfasst.
5. Schuh (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Befestigungsvorrichtungen
(101-1, 101-2, 101-3) durch Öffnungen in einer Metallplatte (107) gebildet sind.
6. Schuh (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Befestigungsvorrichtungen
(101-1, 101-2, 101-3) von einer ebenen Kontaktfläche (109) umgeben sind.
7. Schiene (200) für ein Rollschuhsystem (300) mit einem Kanal (203) zum Aufnehmen mehrerer
hintereinander angeordneter Rollen (207) und einem Dreipunkt-Befestigungssystem zum
Befestigen der Schiene (200) an einem Schuh (100), das drei Befestigungsvorrichtungen
(201-1, 201-2, 201-3) umfasst, wobei:
die erste Befestigungsvorrichtung (201-1) oberhalb der Mitte des Kanals (203) angeordnet
ist;
die zweite Befestigungsvorrichtung (201-2) seitlich zur einen Seite des Kanals (203)
versetzt angeordnet ist;
die dritte Befestigungsvorrichtung (201-3) seitlich zur anderen Seite des Kanals (203)
versetzt angeordnet ist und die zweite Befestigungsvorrichtung (201-2) in Längsrichtung
des Kanals (203) versetzt zur dritten Befestigungsvorrichtung (201-3) angeordnet ist;
und
die hintere Befestigungsvorrichtung (201-1) höher als die beiden vorderen Befestigungsvorrichtungen
(201-2) und (201-3) liegt.
8. Schiene (200) nach Anspruch 7, wobei die zweite Befestigungsvorrichtung (201-2) und/oder
die dritte Befestigungsvorrichtung (201-3) auf einem seitlich gegenüber dem Kanal
(203) herausstehenden Flügelabschnitt (205) angeordnet sind.
9. Schiene (200) nach Anspruch 8, wobei die Flügelabschnitte (205) über den Kanal (203)
hinweg miteinander verbunden sind.
10. Schiene (200) nach Anspruch 8 oder 9 , wobei Flügelabschnitte (205) trapezförmig,
rechteckig oder halbrund sind.
11. Schiene (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei die erste Befestigungsvorrichtung
(201-1), die zweite Befestigungsvorrichtung (201-2) und/oder die dritte Befestigungsvorrichtung
(201-3) eine Öffnung mit einem länglichen Querschnitt zum Verschieben einer eingesetzten
Befestigungsschraube aufweist.
12. Rollschuhsystem (300), mit:
einem Schuh (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6; und
einer Schiene (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 11.
1. Shoe (100) for a roller-skating system (300), having a three-point fastening system
for fastening the shoe (100) to a rail (200), comprising three fastening devices (101-1,
101-2, 101-3) formed in a hard shell (105), wherein:
the first fastening device (101-1) is located at a center in the heel area (111) of
the shoe (100);
the second fastening device (101-2) is located at an outer side in the ball area (113)
of the shoe (100); and
the third fastening device (101-3) is located at an inner side in the ball area (113)
of the shoe (100), and the second fastening device (101-2) is located offset from
the third fastening device (101-3) in the longitudinal direction of the shoe (100);
and
the front fastening devices (101-2) and (101-3) protrude from the sole of the hard
shell (105), so that a roller (207) can be arranged in the space between the fastening
devices (101-2) and (101-3).
2. Shoe (100) according to claim 1, wherein the second fastening device (101-2) is arranged
offset towards the first fastening device (101-1) in the longitudinal direction of
the shoe (100).
3. Shoe (100) according to any one of the preceding claims, wherein the first fastening
device (101-1), the second fastening device (101-2) or the third fastening device
(101-3) has an opening with an elongated cross-section for displacing an inserted
fastening screw.
4. Shoe (100) according to claim 1, wherein the hard shell (105) comprises carbon fibers
and/or glass fibers for stiffening.
5. Shoe (100) according to any one of the preceding claims, wherein the fastening devices
(101-1, 101-2, 101-3) are formed by openings in a metal plate (107).
6. Shoe (100) according to any one of the preceding claims, wherein the fastening devices
(101-1, 101-2, 101-3) are surrounded by a flat contact surface (109).
7. Rail (200) for a roller skate system (300) having a channel (203) for receiving a
plurality of rollers (207) arranged in series and a three-point fastening system for
fastening the rail (200) to a shoe (100) comprising three fastening devices (201-1,
201-2, 201-3), wherein:
the first fastening device (201-1) is located above the center of the channel (203);
the second fastening device (201-2) is located laterally offset to one side of the
channel (203);
the third fastening device (201-3) is located laterally offset to the other side of
the channel (203) and the second fastening device (201-2) is located longitudinally
offset from the third fastening device (201-3); and
the rear fastening device (201-1) is located higher than the two front fastening devices
(201-2) and (201-3).
8. Rail (200) according to claim 7, wherein the second fastening device (201-2) and/or
the third fastening device (201 3) are arranged on a wing portion (205) protruding
laterally with respect to the channel (203).
9. Rail (200) according to claim 8, wherein the wing sections (205) are connected to
each other across the channel (203).
10. Rail (200) according to claim 8 or 9, wherein the wing sections (205) are trapezoidal,
rectangular, or semicircular.
11. Rail (200) according to any one of claims 7 to 10, wherein the first fastening device
(201-1), the second fastening device (201-2) and/or the third fastening device (201-3)
comprises an opening with an elongated cross-section for sliding an inserted fastening
screw.
12. Roller skate system (300), comprising:
a shoe (100) according to any one of claims 1 to 6; and
a rail (200) according to any one of claims 7 to 11.
1. Chaussure (100) pour un système de patinage à roulettes (300), ayant un système de
fixation à trois points pour fixer la chaussure (100) à un rail (200), comprenant
trois fixations (101-1, 101-2, 101-3) formés dans une coque dure (105), dans lequel:
la premier fixation (101-1) est disposée au centre de la zone du talon (111) de la
chaussure (100);
la deuxième fixation (101-2) est disposée sur un côté extérieur de la zone du coussinet
(113) de la chaussure (100); et
la troisième fixation (101-3) est disposée sur un côté intérieur de la zone du coussinet
(113) de la chaussure (100), et la deuxième fixation (101-2) est disposée de manière
décalée par rapport à la troisième fixation (101-3) dans une direction longitudinale
de la chaussure (100); et
les fixations avant (101-2) et (101-3) font saillie de la semelle de la coque dure
(105), de sorte qu'un rouleau (207) peut être disposé dans l'espace entre les fixations
(101-2) et (101 3).
2. Chaussure (100) selon la revendication 1, dans laquelle la deuxième fixation (101-2)
est disposé de manière décalée par rapport à la premier fixation (101-1) dans la direction
longitudinale de la chaussure (100).
3. Chaussure (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
ledit premier fixation (101-1), ledit deuxième fixation (101-2) ou ledit troisième
fixation (101-3) comprend une ouverture de section transversale allongée pour le coulissement
d'une vis de fixation insérée.
4. Chaussure (100) selon la revendication 1, dans laquelle la coque dure (105) comprend
des fibres de carbone et/ou des fibres de verre pour le raidissement.
5. Chaussure (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
les fixations (101-1, 101-2, 101-3) sont formés par des ouvertures dans une plaque
métallique (107).
6. Chaussure (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
les fixations (101-1, 101-2, 101-3) sont entourés par une surface de contact plane
(109).
7. Rail (200) pour un système de patinage à roulettes (300) comprenant un canal (203)
pour recevoir une pluralité de roulettes (207) disposées en série et un système de
fixation à trois points pour fixer le rail (200) à une chaussure (100) comprenant
trois fixations (201-1, 201-2, 201-3), dans lequel:
la premier fixation (201-1) est disposé au-dessus du centre du canal (203);
la deuxième fixation (201-2) est disposé de manière décalée latéralement par rapport
à un côté du canal (203);
la troisième fixation (201-3) est disposé de manière décalée latéralement par rapport
l'autre côté du canal (203) et la deuxième fixation (201-2) est disposé de manière
décalée longitudinalement par rapport à la troisième fixation (101-3); et
la fixation arrière (201-1) est situé plus haut que les deux fixations avant (201-2)
et (201-3).
8. Rail (200) selon la revendication 7, dans lequel le deuxième fixation (201-2) et/ou
le troisième fixation (201 3) sont disposés sur une section d'aile (205) faisant saillie
latéralement par rapport au canal (203).
9. Rail (200) selon la revendication 8, dans lequel les sections d'aile (205) sont reliées
les unes aux autres à travers le canal (203).
10. Rail (200) selon la revendication 8 ou 9, dans lequel les sections d'aile (205) sont
trapézoïdales, rectangulaires ou semi-circulaires.
11. Rail (200) selon l'une quelconque des revendications 7 à 10, dans lequel le premier
fixation (201-1), le deuxième fixation (201-2) et/ou le troisième fixation (201-3)
comprend une ouverture ayant une section transversale allongée pour le coulissement
d'une vis de fixation insérée.
12. Système de patins à roulettes (300), comprenant:
la chaussure (100) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6; et
le rail (200) selon l'une quelconque des revendications 7 à 11.