[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum thermischen Auslösen, Abtrennen und/oder
Signalisieren des Zustandes eines Überspannungsschutzgerätes mit einem Sperrelement,
auf welches eine erste Kraft wirkt und das bei Überschreiten einer Grenztemperatur
seinen Aggregatzustand und/oder seine äußere Gestalt ändert, gemäß Patentanspruch
1.
[0002] Die
DE 10 2006 037 551 B4 zeigt eine arretierte Abtrenneinrichtung, wobei ein bewegliches Lotformteil durch
eine vorgespannte Feder unter Kraft gesetzt wird, dieser aber nicht ausweichen kann,
solange ein Lotbolzen den Bewegungsweg blockiert. Schmilzt der Lotbolzen durch eine
thermische Überlastung, die beispielsweise von einem hohen Strom verursacht wird,
bewegt sich das Lotformteil und damit ein Schieber, so dass ein Stromkreis geschlossen
wird, der beispielsweise ein Warnsignal ausgibt.
[0003] Die
US 3,412,356 basiert auf einem ähnlichen Wirkprinzip und zeigt eine Thermosicherung, bei der eine
Kontaktierung zwischen einer fest angeordneten Metallhülse und einem beweglichen Kontaktierungselement
in der Hülse hergestellt ist, wobei das bewegliche Kontaktierungselement mit einem
durch eine Feder vorgespannten Bewegungsmechanismus verbunden ist, der durch einen
festen Lotbolzen blockiert ist. Schmilzt der Lotbolzen, bewegt sich das bewegliche
Kontaktierungselement aus der Metallhülse und der elektrische Kontakt wird unterbrochen.
[0004] Die
DE 10 2010 061 110 A1 offenbart ebenfalls eine thermische Abtrennvorrichtung, wobei ein erster Leiterabschnitt
mit einem zweiten Leiterabschnitt über einen thermisch lösbaren Kontakt galvanisch
gekoppelt ist. Bei zu hoher Temperatur löst sich die Kontaktstelle und der erste Leiterabschnitt
wird durch eine ständig auf ihn wirkende Kraft in einen Isolierabschnitt befördert,
so dass zwischen den beiden Leiterabschnitten keine elektrische Verbindung mehr möglich
ist.
[0005] Die
DE 10 2005 045 778 A1 betrifft eine Temperatursicherung. Zwei Leiterabschnitte werden über einen dritten
Leiterabschnitt verbunden. Wenn eine zu hohe Temperatur vorliegt, wird dieser Leiterabschnitt
durch einen aktuierten Bolzen so bewegt, dass er nicht mehr als Verbindungselement
zwischen den beiden anderen Leiterabschnitten wirkt und einen über die Leiterabschnitte
geschlossenen Stromkreis unterbricht. Eine Steuerung vergleicht eine sensorisch erfasste
Temperatur mit einer vorgegebenen Grenztemperatur und löst eine Bewegung des Bolzens
aus, wenn die Grenztemperatur überschritten ist. Anstelle einer aktiven Lösung mit
einer Steuerung und einem Sensor kann auch eine passive Lösung durch ein vorgespanntes
Feder- oder Biegeelement realisiert sein, bei dem eine Entspannungsbewegung durch
eine mechanische Sicherung blockiert ist. Die mechanische Sicherung löst sich bei
Überschreiten einer Grenztemperatur, wodurch die Entspannungsbewegung des Feder- oder
Biegeelementes das Verbindungselement aus dem Leiterabschnitt befördert und somit
den Stromkreis unterbricht.
[0006] Die
DE 10 2009 022 069 A1 zeigt eine Vorrichtung zum thermischen Auslösen oder Abtrennen eines Überspannungsschutzgerätes
mit einem diesbezüglichen Sperrelement, welches unter Einwirkung einer Kraft steht
und einen Schieber, der durch das fixierte Sperrelement blockiert ist und auf den
eine zweite Kraft wirkt.
[0007] Bei dem Überspannungsschutzgerät nach
DE 10 2013 006 052 A1 werden die zur Kontaktfahne weisenden Enden der Überspannungsschutzeinheit so ausgebildet,
dass diese eine Bügelform besitzen, wobei mindestens ein Bügel einen Anschlag für
eine, um eine Achse schwenkbare Sichtanzeige darstellt, wobei die Schwenkbewegung
dann freigegeben ist, wenn mit Hilfe eines Schiebers die parallel verlaufenden Enden
der Bügel der Kontaktfahnen sich von der Kontaktfahne seitlich entfernen. Bei der
Defektanzeige für Überspannungsableiter nach
DE 10 2012 011 072 A1 sind mechanische Betätigungseinrichtungen als Bolzen oder Stift ausgebildet. Mindestens
zwei Überstromschutzeinrichtungen sind derart relativ zueinander angeordnet, dass
sich die Richtungsvektoren der Bolzen oder Stifte in einer gedachten Verlängerung
ihres Bewegungsweges schneiden, wobei der jeweilige Bolzen oder Stift auf eine jeweils
vorgesehene Flächenseite eines verschieblichen Ankers einwirkt und der Anker eine
veränderbare Position im Bewegungsweg inne hat, sich jedoch auch im Schnittpunkt der
gedachten Verlängerung der Bewegungswege der Bolzen befindet. Weiterhin besitzt der
Anker eine weitere Flächenseite, die ihrerseits bei einer Ankerbewegung auf das Fehlersignalisierungselement
einwirkt und hierfür diese weitere Fläche mindestens eine Keilschräge umfasst, um
eine Änderung der Kraftrichtung aufgrund der Bewegung eines der Bolzen zu bezwecken.
[0008] Nachteilig im Stand der Technik sind dabei insbesondere hohe Kosten, Wartungsanfälligkeit
sowie mangelnde Robustheit aktiver Lösungen. Passive Lösungen dagegen sind dadurch
beeinträchtigt, dass auf die Sperrelemente unnötig hohe Kräfte wirken, weil gleichzeitig
zur Unterbrechung durch die Kräfte auch eine weitere Wirkung, z.B. eine Bewegung eines
Schiebers, eines Schaltkontaktes oder dergleichen, durchgeführt werden soll. Dadurch
kann es zu einer "schleichenden Auslösung" der Trennvorrichtung kommen bevor überhaupt
eine relevante thermische Überlastung aufgetreten ist.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine weiterentwickelte Vorrichtung zum
thermischen Auslösen, Abtrennen und/oder Signalisieren des Zustandes eines Überspannungsschutzgerätes
anzugeben, welche ausreichende mechanische Kräfte zur Betätigung einer Anzeige, eines
Schaltkontaktes oder dergleichen bereitstellt.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum thermischen Auslösen eines Schiebers
eines Überspannungsschutzgerätes gemäß Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche betreffen
mindestens bevorzugte Weiterbildungen.
[0011] Die Vorrichtung zum thermischen Auslösen, Abtrennen und/oder Signalisieren des Zustandes
des Überspannungsschutzgerätes umfasst ein Sperrelement, auf welches eine erste Kraft
wirkt und das bei Überschreiten einer Grenztemperatur seinen Aggregatzustand und/oder
seine äußere Gestalt ändert. Beispielsweise kann mit zunehmender Erwärmung das Sperrelement
seine Form von z.B. einem kreisrunden Querschnitt in einen elliptischen Querschnitt
ändern.
[0012] Des Weiteren umfasst die Vorrichtung einen Schieber, der in einem ersten Zustand
durch das Sperrelement mittelbar blockiert ist. Auf den Schieber wirkt eine zweite
Kraft. Die zweite Kraft überführt den Schieber in einen zweiten Zustand, wenn das
Sperrelement seinen Aggregatzustand geändert hat.
[0013] Außerdem weist die Vorrichtung eine Rast-Halteeinrichtung auf. Diese ist mit dem
Schieber, insbesondere lösbar oder fest, verbunden. Durch die Rast-Halteeinrichtung
blockiert das Sperrelement mittelbar den Schieber. Die Halteeinrichtung ist so gestaltet,
dass die zweite Kraft, die auf den Schieber wirkt, im Wesentlichen nur reibschlüssig
und nicht in Bewegungsrichtung der ersten Kraft auf das Sperrelement wirkt.
[0014] Durch das Sperrelement kann z. B. ein elektrischer Stromkreis geschlossen sein. Dies
kann insbesondere dadurch erfolgen, dass das Sperrelement elektrisch leitend ausgestaltet
ist. Zusätzlich oder alternativ kann durch den Schieber ein Stromkreis geschlossen
sein, wenn dieser sich im ersten Zustand befindet. Dieser Stromkreis wird vorzugsweise
unterbrochen, wenn der Schieber sich in den zweiten Zustand bewegt. Insbesondere kann
dieser Stromkreis im zweiten Zustand unterbrochen sein.
[0015] Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, das Sperrelement von der zweiten, größeren
Kraft, die erforderlich ist, um den Schieber zu bewegen und eine Aktion auszulösen,
zu entkoppeln. Dies erfolgt dadurch, dass im Wesentlichen keine formschlüssigen Kräfte,
die ihren Ursprung in der zweiten Kraft haben, auf das Sperrelement wirken. Nur die
erste Kraft, wirkt formschlüssig, also direkt auf das Sperrelement. Die zweite Kraft
wirkt im Wesentlichen allein reibschlüssig, also indirekt auf das Sperrelement. Insbesondere
kann als zweite Kraft, die zur Bewegung des Schiebers notwendig ist, eine hohe Kraft
realisiert werden, ohne dass dadurch das Sperrelement langfristig aus seiner Lage
gedrückt wird und dadurch die Vorrichtung einer "schleichenden Auslösung" unterliegt.
[0016] Wie bereits erläutert, ist ein Schieber vorhanden, der in seinem ersten Zustand durch
das Sperrelement blockiert ist und auf den die zweite Kraft wirkt, um den Schieber
in den zweiten Zustand zu überführen, wenn das Sperrelement seinen Aggregatzustand
und/oder seine äußere Gestalt geändert hat. Die mit dem Schieber verbundene Rast-Haltevorrichtung,
durch die das Sperrelement den Schieber mittelbar blockiert, zerlegt die zweite Kraft
in eine Teilkraftkomponente, welche klemmend auf das Sperrelement wirkt.
[0017] Erfindungsgemäß umfasst die Halteeinrichtung wenigstens zwei zangenartige Backen,
von denen mindestens eine Backe nachgiebig ausgeführt ist, die sich im ersten Zustand
gegen das Sperrelement und gegen eine Umgebung des Schiebers abstützen. Eine Umgebung
im Sinn der Erfindung kann dabei insbesondere ein Gehäuse oder eine Gehäusezwischenwand
der Vorrichtung sein, oder einer Einrichtung, die mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
verbunden ist. Insbesondere sind die Backen elastisch nachgiebig ausgebildet, so dass
diese nach einer erzwungen Verformung wieder in ihren ursprünglichen Zustand gelangen.
Dadurch kann das Halteelement insbesondere wiederverwendet werden.
[0018] Vorzugsweise sind die Backen so angeordnet sind, dass sich auf das Sperrelement wirkende
Normalkräfte im Wesentlichen kompensieren. Dies kann insbesondere durch zwei gegenüberliegende
Backen realisiert werden. Denkbar ist auch eine Variante mit drei Backen die jeweils
um 60 Grad versetzt sind, so dass auch hier im Wesentlichen keine resultierende Kraft
auf das Sperrelement wirkt. Nach dem gleichen Prinzip können vorzugsweise auch mehr
Backen angeordnet sein, die noch enger zusammenliegen.
Vorzugsweise können eine oder mehrere Backen eine abgeschrägte Stufung aufweisen,
die sich gegen die Umgebung, insbesondere ein Gehäuse oder eine Gehäusetrennwand,
so abstützen, dass die zweite Kraft ein Nachgeben einer oder mehrerer Backen bewirkt,
wenn diese nicht mehr durch das Sperrelement blockiert sind. Insbesondere ist im ersten
Zustand ein Nachgeben einer oder mehrerer Backen blockiert, dadurch dass diese durch
die Stufung gegen das Sperrelement gedrückt werden und im Wesentlichen kein Raum zum
Nachgeben besteht. Stufung und Sperrelement bewirken, dass die größere, zweite Kraft
zur Umgebung abgeleitet wird und nicht das Sperrelement beeinträchtigt.
[0019] Vorzugsweise kann eine Stufung Teil einer Nut sein, die sich gegen eine entsprechende
Nocke der Umgebung abstützt. Alternativ kann eine Stufung Teil einer Nocke sein, die
sich gegen eine entsprechende Nut der Umgebung abstützt. Insbesondere kann durch eine
Nut-Nocken-Verbindung die Halteeinrichtung und/oder der Schieber beim Einbau einfach
und genau positioniert werden, insbesondere, ohne dass eine nachträgliche Verschiebung
stattfindet.
[0020] In einer Ausführungsform weist die Vorrichtung eine Anzeigefläche auf, die den jeweiligen
Zustand (erster Zustand, zweiter Zustand) des Schiebers signalisiert. Die Anzeigefläche
kann insbesondere fest oder lösbar am Schieber angeordnet sein.
[0021] In einer Ausführungsform weist die Vorrichtung eine Fernmeldeeinrichtung auf, die
den jeweiligen Zustand (erster Zustand, weiter Zustand) der Vorrichtung signalisiert.
Insbesondere ist die Fernmeldeeinrichtung direkt mit dem Schieber verbunden und/oder
wird durch diesen ausgelöst. Vorzugsweise ist die Fernmeldeeinrichtung zum Schließen
oder Unterbrechen eines Stromkreises eingerichtet, so dass nach einer Variante der
Stromkreis im ersten Zustand unterbrochen ist und im zweiten Zustand geschlossen ist.
Dadurch kann aktiv ein Umschalten in einen zweiten Zustand realisiert werden. Zusätzlich
oder alternativ ist es auch möglich, dass durch die Fernmeldeeinrichtung in einem
ersten Zustand ein Stromkreis geschlossen ist und in einem zweiten Zustand unterbrochen.
[0022] In einer Ausführungsform ist das Sperrelement und/oder die Halteeinrichtung reibungsmindernd
beschichtet. Dadurch können insbesondere die durch die Halteeinrichtung, über das
Sperrelement durch die zweite Kraft erzeugten Reibungskräfte gemindert werden. Insbesondere
ist damit eine noch umfassendere Entkopplung der zweiten Kraft vom Sperrelement möglich,
so dass im Wesentlichen nur die erste Kraft auf das Sperrelement wirkt und ein schnelles
Herausbewegen des Sperrelementes aus den Backen gegeben ist.
[0023] Nach einer Ausführungsform ist die Kontaktfläche zwischen Sperrelement und Halteeinrichtung
klein. Insbesondere kann eine oder mehrere Backen der Halteeinrichtung so gestaltet
sein, dass sie im Wesentlichen nur in einem Punkt auf dem Sperrelement aufliegt. Zusätzlich
oder alternativ kann auch das Sperrelement so gestaltet sein, dass die Halteeinrichtung
im Wesentlichen nur an einem Punkt oder einer Linie aufliegen kann. Bevorzugt kann
das Sperrelement keil- oder kegelförmig geformt sein, so dass beim Übergang in den
zweiten Zustand, nach einer ersten Verrückung, das Sperrelement aus seiner Fixierung
herausschnellt. Insbesondere kann auch die Halteeinrichtung, insbesondere eine oder
mehrere Backen, so angefast sein, dass nach einer ersten Verrückung beim Übergang
in den zweiten Zustand, die Kraftentkopplung aufgehoben wird und das Sperrelement
durch die zweite Kraft zusätzlich beschleunigt wird.
[0024] Merkmale verschiedener Ausführungsbeispiele können in weiteren, nicht dargestellten
Ausführungsformen vorteilhaft miteinander kombiniert werden. Weitere Vorteile und
Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen und den Ausführungsbeispielen. Hierzu
zeigt, teilweise schematisiert:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße erste Ausführungsform mit zwei nachgiebigen Backen in einem
ersten Zustand;
- Fig. 2
- eine erfindungsgemäße zweite Ausführungsform mit verformtem Sperrelement;
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße erste Ausführungsform in einem zweiten Zustand und
- Fig. 4
- eine erfindungsgemäße zweite Ausführungsform mit einer nachgiebigen und einer gegenüberliegenden,
starren Backe.
[0025] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zum thermischen Auslösen oder Abtrennen eines Überspannungsschutzgerätes
mit einer Anzeigefläche und Schieber S1 im ersten Zustand Z1. Auf diesen wird durch
eine Spiralfeder eine Kraft F2 aufgebracht. Die Spiralfeder stützt sich dazu einem
Gehäuse G ab, in dem der Schieber S1 gelagert ist. Die Spiralfeder dient dabei als
Kraftspeicher, wobei die Kraft F2 entsprechend hoch ist, um den Schieber S1 zu bewegen.
Der Schieber S1 weist eine Halteeinrichtung auf, welche durch zwei gegenüberliegende
Backen B realisiert ist.
[0026] An dem Gehäuse G ist des Weiteren ein Sperrelement A1 vorgesehen. Das Sperrelement
A1 ist bevorzugt in thermischem Kontakt zu einer Wärmequelle, insbesondere dem Überspannungsschutzgerät
stehend und ist lose eingelegt und nur von den Backen B gehalten.
[0027] Die Backen B der Halteeinrichtung H1 sind nachgiebig ausgestaltet, insbesondere aus
einem flexiblen Kunststoffmaterial bestehend. Weiterhin weisen die Backen B jeweils
eine nach außen orientierte Nut auf. Diese sind dazu da, jeweils einen Nocken aufzunehmen,
die als Teil des Gehäuses G realisiert sind. Durch die zweite Kraft F2 wird der Schieber
S1 in Richtung des Sperrelements A1 gedrückt. Durch die Nocken, welche in die Nut
der Backen B eingreifen, wird diese Kraft in eine Teilkraftkomponente F1 zerlegt,
so dass die Backen nach innen gedrückt werden.
[0028] Ein Ausweichen der Backen B nach innen wird allerdings durch das Sperrelement A1
vermieden, welches zwischen den Enden der Backen B angeordnet ist. Dadurch wird eine
Bewegung der Backen B zueinander verhindert und damit auch eine Bewegung des Schiebers
S1. In diesem ersten Zustand, in dem das Sperrelement A1 formstabil ist, verhindert
das Sperrelement A1 eine Bewegung der Backen B des Schiebers zueinander. Die Zangen
der Backen können also nicht zusammengedrückt werden. Eine Bewegung des Schiebers
ist durch die Rastverbindung H1 ausgeschlossen.
[0029] Durch die gegenüber angeordneten Backen B kompensieren sich die Normalkräfte, die
über die Backen B durch die zweite Kraft F2 auf die Halteeinrichtung H1 aufgebracht
werden. Dadurch ergibt sich, dass die resultierende Normalkraft auf das Sperrelement
A1 verschwindet. Die zweite Kraft F2 ist somit von einer direkten Wirkung auf das
Sperrelement A1 im ersten Zustand entkoppelt.
[0030] Fig. 2 zeigt die Vorrichtung zum thermischen Auslösen eines Überspannungsschutzgerätes
aus Fig. 1. Dabei hat sich die Form des Sperrelements A1 durch Überschreiten einer
Grenztemperatur verändert und die Vorrichtung geht in den zweiten Zustand Z2 (Fig.
3) über.
[0031] Fig. 3 zeigt die Vorrichtung nach Fig.1 und 2, wobei der Zustandsübergang in einer
zweiten Phase ist. Durch die erste Kraft F1 wurde das Sperrelement A1 weitgehend verformt.
Dadurch können sich die Backen B der Halteeinrichtungen nach innen bewegen. Durch
die zweite Kraft F2 werden die Backen B über die Rastmittel, insbesondere durch die
Nocken des Gehäuses nach Innen gedrückt, so dass die rechte Seite der Nut der Backen
B eine Bewegung des Schiebers S1 nicht mehr blockiert. Die Rastverbindung H1 ist somit
überwunden. Die zweite Kraft F2 beschleunigt den Schieber S1 und bewegt somit auch
die Anzeigefläche A nach rechts. Dies signalisiert z.B. ein Auslösen des Überspannungsschutzgerätes.
[0032] Gemäß der Erfindung und den Erläuterungen im vorangegangenen Ausführungsbeispiel
ist das Sperrelement nicht fixiert, sondern nur lose eingelegt und zwischen den Backen
B klemmend gehalten. Weiterhin wirkt nur eine Teilkraftkomponente F1, erzeugt durch
die Federkraft F2 über die Klemmbacken B in einer vektoriell geänderten Richtung auf
das Sperrelement A1.
[0033] Wesentlich ist, dass das Sperrelement beim Überschreiten einer Grenztemperatur seinen
Aggregatzustand ändert, d.h. durch die Teilkraftkomponente F1 verformbar ist, so dass
letztendlich die elastischen, nachgiebigen Klemmbacken B zusammengedrückt werden,
mit der Folge der Freigabe eines Bewegungsweges des Schiebers S1 unter Rückgriff auf
die üblicherweise größere Kraft F2.
[0034] Die Ausführungsform gemäß Fig. 4 zeigt als zweite erfindungsgemäße Variante eine
Lösung, welche lediglich von einer elastischen Backe B ausgeht. Das Sperrelement A1
wird von dieser elastischen Backe B gegen eine feste Backe BF mit einer Kraft beaufschlagt,
wobei die feste Backe BF Bestandteil des Gehäuses G sein kann.
[0035] Auch bei dieser Ausführungsform steht das Sperrelement A1 im thermischen Kontakt
zu einer Wärmequelle, z.B. einem Überspannungsschutzgerät, und ist lose eingelegt
zwischen den Backen B und BF gehalten.
[0036] Auch bei dieser Ausführungsform weist die Backe B eine nach außen orientierte Nut
auf, in die eine Nocke H1, die Bestandteil des Gehäuses G sein kann, eingreift.
[0037] Der Wirkungsmechanismus bei Erwärmung des Sperrelements mit nachfolgender Verformung
entspricht demjenigen, wie anhand der Fig. 1 bis 3 geschildert. Auch hier ist wesentlich,
dass das Sperrelement A1 bei Überschreiten einer Grenztemperatur seinen Aggregatzustand
ändert und insofern durch die Teilkraftkomponente F1 verformt wird mit der Folge,
dass die elastische Klemmbacke B sich in Richtung fester Backe BF bewegt mit der Folge
der Freigabe des Bewegungswegs des Schiebers S1, wobei diesbezüglich die größere Kraft
F2 zur Wirkung kommt.
1. Vorrichtung zum thermischen Auslösen, Abtrennen und/oder Signalisieren des Zustandes
eines Überspannungsschutzgerätes mit:
- einem Sperrelement (A1), auf welches eine erste Kraft (F1) wirkt und das bei Überschreiten
einer Grenztemperatur seinen Aggregatzustand und/oder seine äußere Gestalt ändert;
- einem Schieber (S1), der in einem ersten Zustand (Z1) durch das Sperrelement (A1)
blockiert ist und auf den eine zweite Kraft (F2) wirkt, um den Schieber in einen zweiten
Zustand (Z2) zu überführen, wenn das Sperrelement (A1) seinen Aggregatzustand und/oder
seine äußere Gestalt geändert hat, wobei
eine mit dem Schieber (S1) verbundene Rast-Halteeinrichtung (H1), durch die das Sperrelement
(A1) den Schieber mittelbar blockiert, vorgesehen ist und durch welche die zweite
Kraft (F2), in eine Teilkraftkomponente zerlegt, klemmend auf das Sperrelement (A1)
wirkt, sowie weiterhin die Rast-Halteeinrichtung (H1) wenigstens zwei Backen (B; BF)
aufweist, die sich im ersten Zustand (Z1) gegen das Sperrelement (A1) und gegen eine
Umgebung (G) des Schiebers (S1) abstützen, wobei die erste Kraft (F1) der Teilkraftkomponente
entspricht, wobei mindestens eine der Backen (B) elastisch, nachgiebig ausgebildet
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Kraft (F2) durch eine vorgespannte Feder und/oder durch eine Masse bewirkt
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine Backe eine Stufung aufweist, die sich gegen einen Fixpunkt so abdrücken
kann, dass die Teilkraftkomponente ein Nachgeben der Backe bewirkt, wenn diese nicht
durch das Sperrelement (A1) blockiert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Stufung Teil einer Nut ist, die sich gegen eine entsprechende Nocke der Umgebung
(G) abstützt und/oder dass die Stufung Teil einer Nocke ist, die sich gegen eine entsprechende
Nut der Umgebung abstützt.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Sperrelement (A1) im thermischen Kontakt zu einer Wärmequelle, insbesondere dem
Überspannungsschutzgerät, stehend anordenbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Sperrelement (A1) lose eingelegt von den Backen (B; BF) gehalten ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
dadurch, dass der Schieber (S1) mit einer Anzeigefläche verbindbar ist, die den jeweiligen Zustand
(Z1, Z2) der Vorrichtung signalisiert.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet dadurch, dass der Schieber (S1) dazu eingerichtet ist, eine Fernmeldeeinrichtung auszulösen, die
den jeweiligen Zustand (Z1, Z2) der Vorrichtung signalisiert.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
durch die Fernmeldeeinrichtung ein Stromkreis unterbrochen und/oder geschlossen werden
kann.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kontaktfläche zwischen Sperrelement (A1) und Halteeinrichtung (H1) punktförmig
oder linienförmig ausgestaltet ist.
1. A device for thermally triggering, disconnecting, and/or signaling the state of a
surge protection device, comprising:
- a locking element (A1) on which a first force (F1) acts and which changes its state
of aggregation and/or its outer shape when a limit temperature is exceeded;
- a slider (S1) which, in a first state (Z1), is blocked by the locking element (A1)
and on which a second force (F2) acts in order to transfer the slider to a second
state (Z2) when the locking element (A1) has changed its state of aggregation and/or
its outer shape, wherein
a latching retaining means (H1) is provided, which is connected with the slider (S1)
and by which the locking element (A1) indirectly blocks the slider, and
by which the second force (F2), broken down into a partial force component, acts on
the locking element (A1) in a clamping manner, and furthermore
the latching retaining means (H1) includes at least two jaws (B; BF) which, in the
first state (Z1), are supported against the locking element (A1) and against a surrounding
area (G) of the slider (S1), the first force (F1) corresponding to the partial force
component, at least one of the jaws (B) being designed to be elastic and resilient.
2. The device according to claim 1,
characterized in that
the second force (F2) is brought about by a pretensioned spring and/or by a mass.
3. The device according to claim 1,
characterized in that
at least one jaw has a stepping which can push against a fixed point such that the
partial force component causes the jaw to yield when the latter is not blocked by
the locking element (A1).
4. The device according to claim 3,
characterized in that
the stepping is part of a groove which is supported against a corresponding cam of
the surrounding area (G) and/or in that the stepping is part of a cam which is supported against a corresponding groove of
the surrounding area.
5. The device according to any of the preceding claims,
characterized in that
the locking element (A1) is adapted to be arranged in thermal contact with a heat
source, in particular the surge protection device.
6. The device according to any of the preceding claims,
characterized in that
the locking element (A1) is held in a loosely inserted state by the jaws (B; BF).
7. The device according to any of the preceding claims, characterized in that
the slider (S1) is adapted to be connected to a display surface which signals the
respective state (Z1, Z2) of the device.
8. The device according to any of the preceding claims,
characterized in that the slider (S1) is configured to trigger a remote signaling device which signals
the respective state (Z1, Z2) of the device.
9. The device according to claim 8,
characterized in that
an electric circuit can be interrupted and/or closed by the remote signaling device.
10. The device according to any of the preceding claims,
characterized in that
the contact surface between the locking element (A1) and the retaining means (H1)
is designed to be punctiform or linear.
1. Dispositif de déclenchement, de séparation et/ou de signalisation thermique de l'état
d'un appareil de protection contre les surtensions, comprenant :
- un élément de blocage (A1) sur lequel une première force (F1) agit et qui change
son état de matière et/ou sa forme extérieure lors d'un dépassement d'une température
limite;
- une coulisse (S1) qui est bloquée par l'élément de blocage (A1) dans un premier
état (Z1) et sur lequel une deuxième force (F2) agit pour transférer la coulisse dans
un deuxième état (Z2) lorsque l'élément de blocage (A1) a changé sont état de matière
et/ou sa forme extérieure, dans lequel
il est prévu un moyen de retenue par enclenchement (H1) relié à la coulisse (S1),
par l'intermédiaire duquel l'élément de blocage (A1) bloque indirectement la coulisse
et
par l'intermédiaire duquel la deuxième force (F2), composée en une composante de force
partielle, agit par serrage sur l'élément de blocage (A1), et en outre
le moyen de retenue par enclenchement (H1) présente au moins deux mâchoires (B ; BF)
qui, dans le premier état (Z1), prennent appui contre l'élément de blocage (A1) et
contre une zone d'entourage (G) de la coulisse (S1), la première force (F1) correspondant
à la composante de force partielle, au moins l'une des mâchoires (B) étant réalisée
de manière élastique et flexible.
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la deuxième force (F2) est produite par un ressort précontraint et/ou par une masse.
3. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
au moins une mâchoire présente un étagement qui est apte à pousser contre un point
fixe de telle sorte que la composante de force partielle provoque un fléchissement
de la mâchoire lorsque celle-ci n'est pas bloquée par l'élément de blocage (A1).
4. Dispositif selon la revendication 3,
caractérisé en ce que
l'étagement fait partie d'une rainure qui prend appui contre une came correspondante
de la zone d'entourage (G), et/ou en ce que l'étagement fait partie d'une came qui prend appui contre une rainure correspondante
de la zone d'entourage.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'élément de blocage (A1) est apte à être agencé en contact thermique avec une source
de chaleur, en particulier l'appareil de protection contre les surtensions.
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'élément de blocage (A1) est retenu par les mâchoires (B ; BF) de manière à être
inséré de façon lâche.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la coulisse (S1) est apte à être reliée à une surface d'affichage signalant l'état
respectif (Z1, Z2) du dispositif.
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la coulisse (S1) est aménagée de manière à déclencher un moyen de télésignalisation
signalant l'état respectif (Z1, Z2) du dispositif.
9. Dispositif selon la revendication 8,
caractérisé en ce que
un circuit électrique peut être interrompu et/ou fermé par le moyen de télésignalisation.
10. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la surface de contact entre l'élément de blocage (A1) et le moyen de retenue (H1)
est réalisée en forme de point ou en forme de ligne.