[0001] Die Erfindung betrifft einen Verbundwerkstoff, insbesondere einen Kern für ein Surfbrett,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen
Verbundwerkstoffs sowie eine Vorrichtung, insbesondere ein Surfbrett, SUP-Board oder
Kiteboard, mit einem derartigen Verbundwerkstoff.
[0002] Aus der
DE 8201400 U1 ist ein Surfbrett mit einem Verstärkungselement in Form eines sogenannten Surfbrett-Stringers
bekannt. Surfbrett-Stringer werden in Surfbrettern integriert und bestehen üblicherweise
aus einer Holz- oder Kunststoffplatte, welche sich in Längsrichtung des Surfbretts
erstreckt. Hierdurch kann der im Übrigen zumeist aus einem geschäumten Kunststoff
bestehende Kern eines Surfbretts insbesondere in Längsrichtung verstärkt werden. Ohne
derartige Verstärkungen besteht die Gefahr, dass das Surfbrett bei der Benutzung bricht.
Nachteilig an der Verwendung von Surfbrett-Stringern ist jedoch das erhöhte Gewicht,
was sich negativ auf den Auftrieb und die Handhabung des Surfbretts auswirkt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Verbundwerkstoff, insbesondere einen Kern
für ein Surfbrett, zu schaffen, welcher bei möglichst geringem Gewicht eine ausreichende
Stabilität aufweist.
[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Verbundwerkstoff gelöst, welcher einen Grundkörper
aufweist, an dessen Außenseite mindestens eine rillenförmige Vertiefung angeordnet
ist, wobei in der Vertiefung ein thermoplastischer Kunststoff vorgesehen ist. Der
thermoplastische Kunststoff kann dabei in der Wand der Vertiefung und/oder in dem
Freiraum der Vertiefung, also der Vertiefung selbst, angeordnet sein. Wird der thermoplastische
Kunststoff erhitzt, kann besonders einfach ein Verstärkungselement in der Vertiefung
befestigt werden. Bei dem Verstärkungselement kann es sich beispielsweise um ein Textil,
Geflecht, Gestrick oder Netz handeln, welche in einer bevorzugten Ausführungsform
eine gewisse Dehnbarkeit aufweisen können. Der thermoplastische Kunststoff kann sich
dabei im (zäh-)flüssigen, angeschmolzenen Zustand mit dem beispielsweise als Fasergebilde
bzw. Textilschicht ausgebildeten Verstärkungselement stoffschlüssig verbinden und/oder
das Verstärkungselement formschlüssig hintergreifen/umschließen/tränken, wodurch eine
sichere Befestigung/Konsolidierung des Verstärkungselements gewährleistet wird.
[0005] Derartig vorbereitete Verbundwerkstoffe können einfach gelagert und je nach Anwendungsfall
mit unterschiedlichen Verstärkungselementen versehen werden. Abhängig von der Anzahl,
Anordnung und Ausgestaltung der Vertiefungen und der Auswahl, Anzahl, Grammatur und
Anordnung der Verstärkungselemente kann dabei individuell die Steifigkeit bzw. Flexibilität
des Grundkörpers eingestellt werden. So kann beispielsweise bei einem Verbundwerkstoff
in Form eines Surfbrettkerns die Steifigkeit bzw. Flexibilität in Längs- und/oder
Querrichtung des Surfbretts und ggf. lokal beschränkt durch die Anzahl, Tiefe, Anordnung
und Länge der Vertiefungen und die Auswahl, Art, Ausrichtung, Menge und Anordnung
des Verstärkungselements in der Vertiefung sehr individuell eingestellt werden.
[0006] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der thermoplastische Kunststoff als oberflächliche
Beschichtung des Grundkörpers oder als Folie, welche vorteilhaft auf den Grundkörper
aufgelegt wird, ausgebildet. Die oberflächliche Beschichtung bzw. die Folie kann dabei
lediglich in der rillenförmigen Vertiefung vorgesehen sein, also Aussparungen aufweisen,
oder sich auch in die angrenzenden Bereiche der Außenseite des Grundkörpers, insbesondere
vollständig über die Bereiche zwischen benachbarten Vertiefungen, erstrecken. Für
eine besonders einfache Fertigung können beispielsweise auch die gesamte Ober-, Unterseite
und/oder Randbereiche des Verbundwerkstoffs mit einer entsprechenden oberflächlichen
Beschichtung oder einer Folie aus dem thermoplastischen Kunststoff versehen sein.
Der Grundkörper kann dabei aus einem insbesondere geschäumten Kunststoff aus thermoplastischem
und/oder duroplastischem Material bestehen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
kann der Grundkörper vollständig oder zumindest an einer Außenseite aus einem thermoplastischen
Kunststoff bestehen oder einen thermoplastischen Kunststoff umfassen.
[0007] Vorteilhaft kann in der Vertiefung ein Verstärkungselement angeordnet sein, welches
über den thermoplastischen Kunststoff fest mit dem Grundkörper verbunden ist. Die
Verbindung erfolgt dabei vorzugsweise durch Erhitzen und Aufschmelzen des thermoplastischen
Kunststoffs bevorzugt unter Druck, so dass sich, wie oben beschrieben, eine stoff-
und/oder formschlüssige Verbindung zwischen dem Verstärkungselement und dem Grundkörper
ergibt. Ein Verbundwerkstoff mit dem entsprechenden Verstärkungselement kann ebenfalls
besonders einfach gelagert und für die weitere Verarbeitung vorgehalten werden. Das
Verstärkungselement ist dabei vorzugsweise in der Vertiefung angrenzend an den Grundkörper
angeordnet. Das Verstärkungselement kann lediglich in den Vertiefungen oder auch in
den angrenzenden Flächenabschnitten des Grundkörpers vorgesehen sein. Insbesondere
kann das Verstärkungselement Flächenabschnitte zwischen benachbarten Vertiefungen
oder auch eine Oberseite des Grundkörpers vollständig bedecken. Das Verstärkungselement
folgt dabei bevorzugt dem Verlauf der Außenseite des Grundkörpers und liegt an diesem
flächig vorteilhaft auch in den Vertiefungen an. In besonders vorteilhaften Ausführungsformen
ist das Verstärkungselement lediglich im tiefsten Abschnitt/dem Boden der Vertiefung,
am Boden und den daran anschließenden Seitenwänden der Vertiefung, nur an den Seitenwänden
der Vertiefung oder den Seitenwänden der Vertiefung und den daran angrenzenden Randabschnitten
der Vertiefungen an der Außenseite des Grundkörpers angeordnet.
[0008] Zusätzlich kann ein Faden/Gestrick/Netz/Roving vorgesehen sein, welcher/-s mit den
Vertiefungen korrespondiert und insbesondere Natur-, Glas-, Carbon- und/oder Polymerfasern
umfasst. Vorteilhat kann der Faden/Roving bzw. das Gestrick/Netz separat ausgebildet
und auf dem thermoplastischen Element, insbesondere der thermoplastischen Folie, dem
Verstärkungselement oder einem weiteren Trägermaterial angeordnet sein. Der Faserverlauf
des Fadens/Gestricks/ Netzes/Rovings entspricht dabei bevorzugt dem Verlauf der Vertiefungen
entlang der Außenseite des Grundkörpers und der Faden/Roving ist vorteilhaft in das
Trägermaterial eingewebt oder an das Trägermaterial bzw. das thermoplastische Element
angeklebt. Durch das Trägermaterial kann der Faden/Roving bzw. das Gestrick/Netz besonders
einfach und genau auf dem Grundkörper positioniert werden. Anschließend kann in einer
vorteilhaften Ausführungsform mit einem erhitzten Stempel der Faden/Roving bzw. das
Gestrick/Netz in den Grundkörper gedrückt und mit diesem fest verbunden werden, wodurch
sich die Vertiefungen mit dem darin angeordneten Faden/Roving bzw. Gestrick/Netz ergibt.
[0009] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist in der Vertiefung ein metallisches
Element, insbesondere ein Metallfaden, Metalldraht, Metallpulver oder Metallgestrick,
angeordnet, welches bevorzugt den Vertiefungen folgt. Das metallische Element kann
durchgehend vorgesehen sein, insbesondere einer Vertiefung folgend einen geschlossenen
Ring bilden, oder abschnittsweise, mit separaten Elementen, welche voneinander beabstandet
sind oder aneinander anliegen, vorgesehen sein. In Form eines Metallpulvers kann das
metallische Element die Vertiefung ganz oder teilweise auskleiden. Durch das metallische
Element kann die Steifigkeit bzw. Flexibilität des Verbundwerkstoffs positiv beeinflusst
werden. Zudem erleichtert das metallische Element bei einer späteren Aufbringung eines
Laminats aus einer Matrix, beispielsweise Polyesterharz, Epoxidharz oder Polyurethanharz,
und einem Faserwerkstoff insbesondere im Injektions- bzw. Infusionsverfahren die Fließfähigkeit
der nicht ausgehärteten Matrix bzw. des Harzes innerhalb der Vertiefung, so dass eine
besonders gute Durchdringung der Vertiefung durch die Matrix erreicht wird. Ein metallisches
Element kann dabei an dem Grundkörper, dem thermoplastischen Kunststoff und/oder dem
Verstärkungselement anliegen. Alternativ oder zusätzlich kann ein metallisches Element
in dem thermoplastischen Kunststoff und/oder in dem Verstärkungselement integriert
sein. Ein entsprechendes metallisches Element kann auch ohne Vertiefungen zur Verstärkung
eines entsprechenden Grundkörpers verwendet werden, wobei das metallische Element
vorzugsweise in Form der beschriebenen Vertiefungen auf dem Grundkörper anzuordnen
ist, also mit geschlossenem Verlauf bevorzugt in Waben-, Rhomben- oder Dreiecksform.
Wie auch der oben beschriebene Faden/Roving bzw. das Gestrick/Netz kann das metallische
Element auf einem Trägermaterial bzw. dem thermoplastischen Element, insbesondere
entsprechend dem Verlauf der Vertiefungen und ggf. zusammen mit dem Faden/Roving/Gestrick/Netz,
angeordnet sein, bevor es auf dem Grundkörper positioniert und durch einen Stempel
mit dem Grundkörper verbunden wird.
[0010] Vorteilhaft kann das Verstärkungselement (wie auch der Faserwerkstoff des oben genannten
Laminats) als Fasergebilde bzw. Textilschicht, insbesondere aus Glas, Glasfilamenten,
Fieberglas, Kohlenstoff, Aramid, Dyneema, Basalt oder aus nachwachsenden Rohstoffen
wie Hanf, Flachs, Viskose, Bambus, Jute, Baumwolle, Seide oder Sisal bestehen oder
eine Mischung hiervon sein. Das Fasergebilde bzw. die Textilschicht kann als Gewebe,
Gelege oder Vliesstoff ausgebildet sein. Der thermoplastische Kunststoff kann dabei
in dem Verstärkungselement integriert sein bzw. daran anliegen und insbesondere als
Faser, Faden, Filament, Pulver oder Beschichtung vorgesehen sein, welcher zumindest
in einer der rillenförmigen Vertiefungen durch Aufschmelzen eine Matrix bildet. Beispielsweise
kann das Verstärkungselement vor der Verbindung mit dem Grundkörper mit dem thermoplastischen
Kunststoff imprägniert sein, was auch als thermoplastisches Prepreg bezeichnet werden
kann. Zur Klarstellung ist jedoch darauf hinzuweisen, dass das in Zusammenhang mit
der Erfindung bezeichnete Prepreg nicht das Vorhandensein eines Reaktionsharzes in
dem Verstärkungselement voraussetzt. Vorimprägniert bedeutet lediglich, dass dem schon
vor der Verbindung mit dem Grundkörper ein thermoplastischer Kunststoff und/oder metallisches
Element zugegeben wurde. Ein entsprechend vorimprägniertes Verstärkungselement kann
in einem separaten Herstellungsprozess vorbereitet und ohne weiteres zwischengelagert
werden.
[0011] Als vorimprägniertes Verstärkungselement oder Prepreg kommen insbesondere die nachfolgenden
Gegenstände in Betracht. Das Fasergebilde bzw. die Textilschicht, jedoch auch der
oben beschriebene optional verwendbare Faden/Gestrick/Netz /Roving, können mit einem
thermoplastischen Kunststoff pulverbeschichtet ("powder coating") und/oder schmelzimprägniert
sein. Zusätzlich oder alternativ kann ein Hybridgarn in dem Verstärkungselement verwendet
werden, bei dem beispielsweise die Fasern des Verstärkungselements insbesondere auf
Filamentebene mit thermoplastischen Fasern vermischt werden. Das Verstärkungselement
kann zu einem Teil oder vollständig aus einem solchen Hybridgarn gebildet sein. Zusätzlich
oder alternativ kann das Verstärkungselement auch als hybrides Textil ausgebildet
sein, bei dem Verstärkungsfasen und Thermoplastfasern zu einem Textil gewebt oder
zu einem Fasergebilde verbunden werden. Um den thermoplastischen Kunststoff ggf. nur
lokal begrenzt in dem Verstärkungselement vorzusehen, also inhomogen zu verteilen,
können die Pulverbeschichtung mit dem thermoplastischen Kunststoff, die Schmelzimprägnierung
und/oder der Hybridgarn bzw. die Thermoplastfasern in dem hybriden Textil lediglich
in bestimmten Bereichen des Verstärkungselements vorgesehen sein. Dies kann dadurch
erreicht werden, dass die Pulverbeschichtung nur in bestimmten Bereichen des Verstärkungselements
aufgetragen und/oder der Hybridgarn bzw. die Thermoplastfaser nur in bestimmten Bereichen
des Verstärkungselements eingewebt/integriert wird. Gleiches gilt für das metallische
Element. Diese mit thermoplastischem Kunststoff und/oder metallischem Element versehenen
Bereiche des vorimprägnierten Verstärkungselements können beispielsweise zu der Form
der Vertiefungen korrespondieren, also eine Bahn darstellen, welche dem beschriebenen
geschlossenen Verlauf folgt, insbesondere in Wabenform mit sechs Ecken und/oder in
Rhombus-Form mit vier Ecken und/oder in Dreiecksform. Das Verstärkungselement kann
insbesondere mit einem metallischen Element in Form eines Metallfadens, Metalldrahts,
Metallpulvers, Metallspäne oder Metallgestricks imprägniert/versehen sein. Das metallische
Element kann homogen in dem Verstärkungselement verteilt oder lokal begrenzt vorgesehen
sein, beispielsweise den Vertiefungen folgend. Das metallische Element kann in dem
Verstärkungselement durchgehend vorgesehen sein, insbesondere einer Vertiefung folgend
einen geschlossenen Ring bilden, oder abschnittsweise, mit separaten Elementen, welche
voneinander beabstandet sind oder aneinander anliegen. Alternativ kann der thermoplastische
Kunststoff und/oder das metallische Element auch homogen verteilt, also vollflächig
in dem Verstärkungselement und/oder auf der Oberfläche des Grundkörpers vorgesehen
sein.
[0012] Eine homogene Verteilung bedeutet am Beispiel des Verstärkungselements, dass in einer
Draufsicht auf das zumeist flächenmäßig ausgebildete Verstärkungselement das metallische
Element und/oder der thermoplastische Kunststoff gleichmäßig verteilt sind. Bei einer
inhomogenen Verteilung existieren in der Draufsicht Bereiche mit einem höheren Anteil
an metallischem Element bzw. thermoplastischen Kunststoff und Bereiche mit einem geringeren,
vorzugsweise nicht vorhandenen Anteil an metallischem Element bzw. thermoplastischem
Kunststoff. Gleiches gilt für die ggf. inhomogene Verteilung des thermoplastischen
Kunststoffs und/oder des metallischen Elements auf der Oberfläche des Grundkörpers.
Die Bereiche sind nicht mikroskopisch, sondern makroskopisch zu verstehen. Bereiche,
welche beispielsweise keinen Anteil an metallischen Element und/oder thermoplastischem
Kunststoff beinhalten, können größer 1mm
2, besonders bevorzugt größer als 25mm
2 sein. Bereiche mit metallischem Element und/oder thermoplastischen Kunststoff können
wie beschrieben in regelmäßigen Mustern angeordnet sein. Vorteilhaft kann metallisches
Element nur in den Bereichen angeordnet sein, in welchen thermoplastischer Kunststoff
vorgesehen ist.
[0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist in der Vertiefung zudem ein, insbesondere
vorimprägnierter, Füllstoff vorzugsweise aus Microballons/(Hohl-) Kügelchen/(Glas-)Perlen
oder Faserschnipseln/Faserschnitt/Flocken mit gleichen oder verschiedenen Längen aus
Glas, Carbon, Basalt, Jute, Kokos, Sisal, Flachs, Viskose, Aramid, Baumwolle, Metall,
Thermoplast-Filament oder- Faden, Hybridgarn etc. und/oder aus einem Granulat bzw.
Pulver gleicher oder unterschiedlicher Korngrößen aus Glas, Holzstaub, Kork, metallischen
Schnipseln, thermoplastisches Material, Talkum, wie beispielsweise Glashohlkugeln,
thermoplastische Kugeln oder Talkumpulver, oder eine Mischung hiervon vorgesehen.
Durch eine definierte Auswahl und/oder Kombination der genannten Füllstoffe können
die Eigenschaften des Verbundwerkstoffs und damit des Surfbretts präzise eingestellt
werden, beispielsweise die mechanischen, akustischen und/oder wärmedämmenden Eigenschaften
und/oder die Schwingungseigenschaften, insbesondere die vibrationsmindernden oder
vibrationsdämpfenden Eigenschaften. Der Füllstoff kann angrenzend an das Verstärkungselement
und/oder zwischen dem Verstärkungselement und dem Grundkörper vorgesehen sein.
[0014] Alternativ oder zusätzlich können in der Vertiefung auch vorimprägnierte (Prepreg)
oder nicht vorimprägnierte Fasern bzw. Rovinge aus Glas, Carbon, Basalt, Jute, Kokos,
Sisal, Flachs, Viskose, Aramid, Metall, Bambus etc. angeordnet sein, welche die Vertiefung
bevorzugt auskleiden.
[0015] In einer weiter vorteilhaften Ausführungsform kann zudem eine Deckschicht vorgesehen
sein, welche die Vertiefung mit dem Füllstoff bedeckt, so dass der Füllstoff nicht
aus der Vertiefung austreten kann. Die Deckschicht kann Fasergewebe/Gelege/Folie/thermoplastischer
Folie/Prepreg umfassen und sowohl thermoplastisch als auch duroplastisch teilweise
oder ganz mit dem Verbundwerkstoff verbunden sein. Des Weiteren kann die Deckschicht
alle bezüglich des Verstärkungselements beschriebenen Merkmale und Eigenschaften aufweisen.
Hierdurch kann auch der Verbundwerkstoff mit den Füllstoffen noch vor dem Hinzufügen
einer Matrix oder dem Aushärten/Abkühlen einer vorhandenen Matrix vor der weiteren
Bearbeitung sicher gelagert und transportiert werden. Die Deckschicht kann zusätzlich
auch die angrenzenden Flächenabschnitte des Grundkörpers, insbesondere die Flächenabschnitte
zwischen den Vertiefungen bedecken. Im Querschnitt kann die Deckschicht dem Verlauf
der Vertiefungen folgen oder diese eben abschließen, so dass sich eine glatte Oberfläche
ergibt. Unabhängig von der Verwendung eines Füllstoffs kann zudem eine Deckschicht
vorgesehen sein, welche über thermoplastische Klebeanhaftung, insbesondere über einen
thermoplastischen Kunststoff, oder duroplastische Klebeanhaftung der Deckschicht an
den korrespondierenden Teilflächen, den Rändern/Seiten der Vertiefungen fest mit dem
Grundkörper und/oder mit dem Verstärkungselement (mit und ohne Füllstoffen) verbunden
ist. Die Deckschicht kann dabei selbst thermoplastischen Kunststoff aufweisen, wie
in Bezug auf das Verstärkungselement beschrieben, und/oder es kann zur Befestigung
der Deckschicht, der Verstärkungselement und/oder der Füllstoffe der thermoplastische
Kunststoff in der Vertiefung und ggf. an den angrenzenden Flächenabschnitten zur Anhaftung/Anbringung/Konsolidierung
verwendet werden. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform bildet der thermoplastische
Kunststoff nach ggf. mehrfachem Aufschmelzen eine den Grundkörper, die Deckschicht,
das Verstärkungselement und/oder die Füllstoffe verbindende Matrix.
[0016] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist die rillenförmige Vertiefung in der
Draufsicht einen ringförmigen, vorteilhaft geschlossenen Verlauf auf, insbesondere
in Wabenform mit sechs Ecken und/oder in Rhombus-Form mit vier Ecken und/oder in Dreiecksform.
Bei der Wabenform können alle sechs Seiten gleich lang oder zwei gegenüberliegende
Seiten eine identische, jedoch gegenüber der identischen Länge der übrigen Seiten
größere Länge aufweisen. Die gegenüberliegenden Seiten können auch eine nicht identische
Länge aufweisen und parallel oder nicht parallel angeordnet sein. Insbesondere können
mehrere derartige Vertiefungen mit ringförmigen Verlauf angrenzend zueinander ausgebildet
sein, sodass sich ein entsprechendes Wabenmuster ergibt, bei welchem Vertiefungen
einer Wabenform auch der angrenzenden Wabenform zuzuordnen sind.
[0017] Zur lokalen Verstärkung der Außenseite des Grundkörpers kann sich bei einer Teilmenge
der Wabenformen oder bei allen Wabenformen von jeder zweiten Ecke der sechs Ecken
eine geradlinige Vertiefung zum Mittelpunkt der Wabenform erstrecken, an welchem die
Vertiefungen sternförmig ineinander übergehen. Hierdurch wird eine Wabenform mit sechs
Ecken unterteilt in drei Rhombus-Formen mit jeweils vier Ecken. Durch die zusätzlichen
Vertiefungen wird die Stabilität in diesem Bereich erhöht, wobei die Fließfähigkeit
eines Harzes beim späteren Injektions- bzw. Infusionsverfahren durch den gegenseitigen
Übergang der Vertiefungen ineinander unterstützt wird. Zusätzlich oder alternativ
können geradlinige oder gekrümmte Vertiefungen vorgesehen sein, welche bei einer Teilmenge
der Rhombus-Formen oder bei allen Rhombus-Formen zwei gegenüberliegende Ecken miteinander
verbinden oder unabhängig von vorhandenen Waben- oder Rhombus-Mustern verlaufen. Die
Rhombus-Form kann folglich in zwei Dreiecksformen unterteilt werden, wobei die Vertiefungen
ineinander übergehen. Alternativ oder zusätzlich kann auch vorgesehen sein, dass mindestens
eine Wabenform in zwei kleinere Wabenformen übergeht, wie dies in Bezug auf die Figuren
noch näher beschrieben wird. Weiter können Vertiefungen vorgesehen sein, welche in
der Draufsicht auf den Grundkörper ähnlich einem Spinnennetz ausgebildet sind, wobei
in Bereichen höherer lokaler Druckbelastung, beispielweise im Standbereich eines Surfboards,
die Dichte an Vertiefungen, also die Anzahl bzw. Größe der Vertiefungen je Flächenabschnitt,
größer ist als in den angrenzenden Flächenabschnitten. Ein entsprechender Verlauf
der Vertiefungen kann das Ergebnis einer reinen Topologieoptimierung bzw. einer Optimierung
hinsichtlich der Fließeigenschaften beim Injektion-bzw. Infusionsverfahren und der
Topologie sein. Der Verlauf und/oder die Geometrie kann dabei partiell variieren zur
Verstärkung von Krafteinbringungselementen wie Aufnahmen von Finnen, Befestigungspunkten
von Sicherungsseilen oder allgemeinen Einsätzen (z.B. Schraubengewinde). Ebenfalls
kann der Verlauf und/oder die Geometrie in Hinblick auf spätere Druck-, Biege- und
Torsionsbelastungen variiert werden. In der Draufsicht kann der Verlauf der Vertiefungen
eckig und/oder mit abgerundeten Ecken ausgebildet sein.
[0018] Um die Fließfähigkeit des Harzes beim späteren Injektion-bzw. Infusionsverfahren
noch weiter zu unterstützen und eine besonders gute Benetzung der gesamten Oberseite
des Grundkörpers und Durchdringung der Vertiefungen mit der Matrix zu erreichen, können
zusätzliche, insbesondere geradlinige oder gekrümmte Vertiefungen vorgesehen sein,
welche sich entlang der Außenseite des Grundkörpers, vorzugsweise über die Abmessungen
mehrerer rillenförmiger Vertiefung mit ringförmigen Verlauf hinweg, erstrecken.
[0019] Des Weiteren wird ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundwerkstoffs, insbesondere
eines Kerns für ein Surfbrett, beansprucht, bei welchem ein Grundkörper des Verbundwerkstoffs
mit einem Verstärkungselement durch Erhitzen und Abkühlen des thermoplastischen Kunststoffs
fest verbunden wird. Durch den thermoplastischen Kunststoff wird eine besonders einfach
herstellbare und feste Verbindung des Verstärkungselements mit den Grundkörper erreicht.
Der thermoplastische Kunststoff kann vor dem Erhitzen und Verbinden mit dem Grundkörper
in Form einer thermoplastischen Folie auf dem Grundkörper angeordnet und/oder in Form
einer Beschichtung des Grundkörpers vorgesehen sein. Zur Verbindung des thermoplastischen
Kunststoffs mit dem Grundkörper kann der thermoplastische Kunststoff ebenfalls erwärmt
werden.
[0020] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann der thermoplastische Kunststoff vor dem
Erhitzen und Verbinden mit dem Verstärkungselement in dem Verstärkungselement vorgesehen
sein, beispielsweise in Form von thermoplastischen Fasern in einem Fasergebilde bzw.
einer Textilschicht. Der thermoplastische Kunststoff kann dabei inhomogen verteilt,
also wie oben beschrieben lediglich in lokal begrenzten Bereichen des Verstärkungselements
vorgesehen sein. Zusätzlich oder alternativ kann auch der Grundkörper vollständig
oder zumindest an einer Außenseite aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehen
oder einen thermoplastischen Kunststoff umfassen, so dass kein zusätzlicher thermoplastischer
Kunststoff notwendig ist. Alternativ kann bei einem Grundkörper aus einem thermoplastischen
Kunststoff der thermoplastische Kunststoff an der Außenseite des Grundkörpers in Form
einer Folie oder einer Beschichtung aus einem anderen Material und/oder einer anderen
Struktur bestehen. Es kann des Weiteren auf dem thermoplastischen Kunststoff noch
ein duroplastischer, aushärtbarer Kunststoff wie beispielsweise ein Reaktionsharz
als Matrix ggf. mit einem Faserwerkstoff vorgesehen werden.
[0021] Für eine besonders stabile Verbindung des Verstärkungselements mit dem Grundkörper
kann vorgesehen sein, dass das Verstärkungselement mittels eines Stempels in den Grundkörper
gedrückt wird, so dass sich mindestens eine Vertiefung mit insbesondere ringförmigem,
geschlossenem oder nicht geschlossenem Verlauf ergibt. Vorteilhaft kann der Stempel
dabei erhitzt werden, um den thermoplastischen Kunststoff und gegebenenfalls auch
den Grundkörper zu erhitzen/thermisch zu verformen. Hierdurch lassen sich der thermoplastische
Kunststoff und der Grundkörper besonders leicht plastisch verformen. Der Stempel weist
hierzu vorzugsweise ein zu dem Verlauf der Vertiefungen korrespondierende Form auf,
beispielsweise in Waben-, Rhomben- und/oder Dreiecksform. Vorteilhaft kann vorgesehen
sein, dass der Stempel den Grundkörper lediglich bei den zu bildenden Vertiefungen
kontaktiert, erhitzt und/oder aufschmilzt, in den dazwischenliegenden Bereichen der
Oberfläche des Grundkörpers jedoch nicht.
[0022] In einem weiter vorteilhaften Verfahrensschritt kann vorgesehen sein, dass nach dem
Ausbilden der Vertiefung bzw. der Vertiefungen und der Befestigung des Verstärkungselements
eine duroplastische Matrix, wie beispielsweise ein Polyesterharz, Epoxidharz, Venylesterharz
oder Polyurethanharz, zusammen mit einem Faserwerkstoff vorzugsweise mittels Injektion-
bzw. Infusionsverfahren als Deckschicht auf eine Oberfläche des Grundkörpers mit den
Vertiefungen appliziert wird. Hierbei kann durch eine definierte Konstruktion der
Vertiefungen und/oder Auswahl der Verstärkungselemente das Injektion- bzw. Infusionsverfahren
der Matrix optimiert werden, so dass eine vollflächige Benetzung der Oberseite und
Durchdringung der Vertiefungen mit der Matrix erreicht wird. Je nach Anwendung besteht
dank der Vertiefungen die Möglichkeit auf zusätzliche Fließhilfen (Flow Media) für
das Harz bzw. die Matrix beim Injektions- oder Infusionsverfahren zu verzichten. Alternativ
oder zusätzlich kann auch eine Deckschicht aus einem Faserwerkstoff an dem Grundkörper
über einen thermoplastischen Kunststoff, vorzugsweise den thermoplastischen Kunststoff
in den Vertiefungen und ggf. an den angrenzenden Flächenabschnitten, befestigt werden.
Dies ist besonders einfach dann umsetzbar, wenn der Grundkörper selbst insgesamt oder
zumindest an einer Außenseite aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht oder
einen thermoplastischen Kunststoff aufweist. So wäre es beispielsweise möglich, lediglich
in den Vertiefungen eine duroplastische Matrix vorzusehen und eine abschließende Deckschicht
über einen thermoplastischen Kunststoff zu befestigen. Weist die Deckschicht selbst
ein thermoplastische Matrix auf, beispielsweise durch Integration eines thermoplastischen
Kunststoffs in den Faserwerkstoff der Deckschicht, ist diese gegenüber einer spröden
duroplastischen Matrix deutlich weniger empfindlich gegenüber lokalen Druckeinwirkungen
und auch besonders einfach zu reparieren. Es ist auch denkbar, das thermoplastisch
verbundene Verstärkungselement und die Füllstoffe über eine thermoplastische Matrix
auszuhärten und darauf eine duroplastische Matrix mit oder ohne weiteren Verstärkungstextilien
anzuordnen.
[0023] Des Weiteren wird eine Vorrichtung, insbesondere ein Surfbrett zum Stand Up Paddling,
Wellenreiten, Kitesurfen oder Windsurfen, beansprucht, welche einen Kern und einen
über eine Matrix fest mit der Außenseite des Kerns verbundenen Faserwerkstoff umfasst,
wobei der Kern erfindungsgemäß als Verbundwerkstoff wie zuvor beschrieben ausgebildet
ist. Zusätzlich kann noch mindestens eine Sandwichalge beispielsweise aus Balsaholz
oder Holzfurnier aufgebacht werden. Bei einem derartigen Surfbrett kann die Steifigkeit
bzw. Flexibilität in Längs-und/oder Querrichtung für jeden Flächenabschnitt individuell
eingestellt werden wodurch ein besonders stabiles und gleichzeitig leichtes Surfbrett
mit langfristig gleichbleibenden Biegeeigenschaften geschaffen wird.
[0024] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen Verbundwerkstoff in Form eines Kerns für ein Surfbrett;
- Fig. 2
- eine Detailansicht auf eine erste alternative Ausführungsform eines Verbundwerkstoffs;
- Fig. 3
- eine Detailansicht auf eine zweite alternative Ausführungsform eines Verbundwerkstoffs
und
- Fig. 4a-d
- schematische Querschnitte durch eine Vertiefung in dem Verbundwerkstoff.
[0025] In Figur 1 ist eine Draufsicht auf einen Verbundwerkstoff 1 in Form eines Kerns für
ein Surfbrett gezeigt. Der Verbundwerkstoff 1 weist einen Grundkörper 2 aus einem
duroplastischen oder thermoplastischen Kunststoff, insbesondere extrudiertem Polystyrol
(XPS), expandiertem Polystyrol (EPS), Polyurethane-Kunststoff oder Polyethylen, oder
aus einem nachwachsenden Rohstoff, wie beispielsweise Holz, Maisstärke, Kautschuk,
Polymere, Biopolymere, Schäume aus recyceltem Kunststoff, insbesondere recyceltes
PU, ein PET-Schaum, oder Pilzkulturen, auf. Für ein besonders geringes Gewicht ist
das Material des Grundkörpers 2 bevorzugt geschäumt mit offenporiger oder geschlossenporiger
Struktur, bei welcher in den Zwischenräumen ein Gas, vorzugsweise Luft, angeordnet
ist. Zudem können auch Hohlräume innerhalb des Grundkörpers 2 vorgesehen sein, wodurch
das Gewicht zusätzlich reduziert wird.
[0026] Der Grundkörper 2 weißt die für ein Surfbrett übliche Form auf, bei welcher sich
in der Draufsicht an eine vergleichsweise spitzen Nase 3 ein vorderer Standbereich
4 anschließt, gefolgt von einem hinteren Standbereich 5 und abschließend einem Heck
6.
[0027] Wie der Darstellung zu nehmen ist, weist der Grundkörper 2 an seiner Oberseite mehrere
Vertiefungen 7, 8 auf. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind im vorderen Standbereich
4 in Wabenform verlaufende Vertiefungen 7 angeordnet, wobei jede einzelne Wabenform
in bekannter Weise sechseckig mit gleich langen Seiten und punktsymmetrisch bezüglich
des Mittelpunkts ausgebildet ist. Die Vertiefungen der benachbarten Wabenformen gehen
ineinander über, so dass sich in der Draufsicht das gezeigte Wabenmuster ergibt.
[0028] Im hinteren Standbereich 5 verlaufen die Vertiefungen 8 im Gegensatz zum vorderen
Standbereich 4 in Rhombus-Form, wobei die einzelnen Rhomben dadurch gebildet werden,
dass sich das wabenförmige Muster aus dem vorderen Standbereich 4 im hinteren Standbereich
5 fortsetzt, jedoch in jeder sechseckigen Wabe im hinteren Standbereich 5 sich von
jeder zweiten Ecke eine geradlinige Vertiefung zum Mittelpunkt der sechseckigen Wabe
erstreckt und dort die drei Vertiefungen sternförmig ineinander übergehen.
[0029] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel erstrecken sich in dem hinteren Standbereich
5 die geradlinigen Vertiefungen innerhalb der sechseckigen Wabenform von den Ecken
links oben, rechts oben und unten Mitte. Es ist jedoch auch möglich, bei einigen oder
allen der Waben im hinteren Standbereich 5 die geradlinigen Vertiefungen innerhalb
der Wabenform alternativ von den anderen Ecken, also den Ecken oben Mitte, links unten
und rechts unten zum Mittelpunkt erstrecken zu lassen.
[0030] Durch die gezeigte Ausgestaltung lassen sich die rhombusförmigen Vertiefungen 8 unmittelbar
in die wabenförmigen Vertiefungen 7 integrieren, so dass ein unterbrechungsfreier
Übergang möglich ist. Hierdurch wird erreicht, dass beispielsweise beim Aufbringen
eines Laminats aus einem Fasergewebe und einer Matrix die noch nicht ausgehärtete
Matrix durch die ineinander übergehenden Vertiefungen 7, 8 von einem Punkt einer Vertiefung
zu jedem anderen Punkt der Vertiefungen auf mindestens einem Weg durch die Vertiefungen
7, 8 gelangen kann. Hierdurch werden der Fließvorgang und damit eine vollständige
Benetzung der Oberseite des Grundkörpers 2 sowie eine vollständige Durchdringung der
Vertiefungen 7, 8 mit der Matrix insbesondere beim Nasslaminieren bzw. im Injektions-
oder Infusionsverfahren erleichtert. Zudem werden Spannungsspitzen vermieden und der
Kraftfluss optimal abgebildet.
[0031] Die Vertiefungen 7, 8 können eine gleichbleibende oder unterschiedliche Tiefe vorzugsweise
zwischen 0,01 cm - 3 cm aufweisen, wodurch die Flußeigenschaften der noch nicht ausgehärteten
Matrix innerhalb der Vertiefungen 7, 8 durch die Ausgestaltung der Vertiefungen 7,
8 gesteuert werden können. Vergleichbar der Verzweigung von Adern in einem Blatt können
dabei Vertiefungen mit größerem Querschnitt vorgesehen sein, welche in Vertiefungen
mit immer kleinerem Querschnitt münden. Auf diese Art kann über die wenigen Vertiefungen
mit größerem Querschnitt die noch nicht ausgehärtete Matrix zugeführt und auf die
gesamten Vertiefungen verteilt werden. Da die Vertiefungen mit größerem Querschnitt
zudem eine größere Stabilität bewirken, können diese vorzugsweise in Bereichen höherer
Belastung, also beispielsweise in dem Standbereichen 4, 5 und/oder in der Draufsicht
nahe einer Mittellinie/Symmetrielinie des Grundkörpers 2 angeordnet sein. Ausgehend
hiervon können sich die Vertiefungen in Richtung der äußeren Kanten und/oder der Nase/des
Hecks verjüngen. Im Querschnitt können die Vertiefungen quadratisch, rechteckig, konisch,
insbesondere nach innen oder zur Außenseite des Grundkörpers hin sich verjüngend,
ausgebildet sein.
[0032] Eine weitere Fließhilfe für die noch nicht ausgehärtete Matrix kann durch die gezielte
Auswahl von Verstärkungselementen erfolgen, welche in den Vertiefungen 7, 8 angeordnet
werden. Hierdurch kann je nach Bedarf lokal oder im ganzen Bauteil die Fließgeschwindigkeit
erhöht oder reduziert werden.
[0033] In alternativen, nicht dargestellten Ausführungsformen können die gesamte Oberseite
und/oder die Unterseite teilweise oder vollständig mit entsprechenden Vertiefungen
versehen sein. Gerade an der Unterseite kann zudem vorgesehen sein, dass die Vertiefungen
bündig in die Befestigungskästen der Finnen übergehen, wodurch die Finnen zusätzlich
stabilisiert werden. Zudem können die sechseckigen wabenförmigen Vertiefungen und
die viereckigen rhombusförmigen Vertiefungen völlig frei an der Oberseite und/oder
Unterseite des Grundkörpers angeordnet werden, je nachdem inwieweit ein bestimmter
Bereich verstärkt werden soll.
[0034] In Figur 2 ist eine Detailansicht auf eine erste alternative Ausführungsform eines
Verbundwerkstoffs gezeigt. Wie der Draufsicht auf den als Surfbrett ausgebildeten
Verbundwerkstoff 1' zu entnehmen ist, gehen dort die wabenförmigen Vertiefungen 7
stufenlos über in wabenförmige Vertiefungen mit kleineren Abmessungen, insbesondere
mit einer gegenüber den wabenförmigen Vertiefungen 7 halbierten Breite. Im Bereich
der wabenförmigen Vertiefungen 7' ist die Dichte an Vertiefungen größer, so dass dort
im Vergleich zu dem Bereich mit den wabenförmigen Vertiefungen 7 eine höhere Steifigkeit
und Druckfestigkeit erreicht wird. Je nach Bedarf, können folglich Bereiche des Grundkörpers
2 mit derartigen Vertiefungen 7' versehen werden. Die vollständige Durchdringung der
Vertiefungen 7, 7' mit einer Matrix insbesondere im Injektions- oder Infusionsverfahren
ist aufgrund des direkten Übergangs zwischen den Vertiefungen 7, 7' uneingeschränkt
umsetzbar.
[0035] In Figur 3 ist eine Detailansicht auf eine zweite alternative Ausführungsform eines
Surfbretts gezeigt. Im Vergleich zu den Ausführungsformen der Figuren 1 und 2 sind
dort unregelmäßige Vertiefungen 9 vorgesehen, welche topologisch optimiert sind und
damit einem Voronoi-Diagramm bzw. Voronoi-Regionen ähneln. Wie bei der bionischen
Optimierung kann durch computergestützte Berechnungsverfahren eine belastungsgerechte
Leichtbaustruktur ermittelte werden, woraus sich der Verlauf und die Größe der Vertiefungen
ergeben. Anders als in Figur 3 dargestellt, ist es vorteilhaft, wenn nahe einer Mittelachse/Symmetrieachse
des Grundkörpers 2 bzw. des Surfbrettkerns mindestens ein Bereich mit einer höheren
Dichte an Vertiefungen vorgesehen ist und zu den seitlichen Rändern hin sich Bereiche
mit geringerer Dichte an Vertiefungen anschließen. Die in den Figuren 1 bis 3 gezeigten
Verläufe der Vertiefungen 7, 7', 8 und 9 können ohne weiteres kombiniert werden.
[0036] In den Figuren 4a-4d sind schematische Querschnitte durch eine Vertiefung 10 in dem
Grundkörper 2 des Verbundwerkstoffs 1 dargestellt. Die Figuren 4a-4c zeigen verschiedenen
Anordnungen eines Verstärkungselements 11 in Form eines Fasergebildes bzw. einer Textilschicht
und eines metallischen Elements 12 in Form eines Metalldrahts gezeigt, welch in der
Vertiefung 10 an der Oberfläche des Grundkörpers 2 angeordnet sind. Wie sich aus den
Darstellungen ergibt, kann das metallische Element 12 in der Vertiefung 10 zwischen
dem Verstärkungselement 11 und dem Grundkörper 2, anliegend an dem Verstärkungselement
11 und/oder dem Grundkörper 2, angeordnet sein (Figur 4a). Alternativ kann das metallische
Element 12 auch an der von dem Grundkörper 2 abgewandten Seite des Verstärkungselements
11 angeordnet sein und ggf. an dem Verstärkungselement 11 anliegen (Figur 4b). Weiter
alternativ kann das metallische Element 12 in dem Verstärkungselement 11 integriert
und ggf. an dem Grundkörper 2 anliegen (Figur 4c). Anstatt des gezeigten Metalldrahts
kann das metallische Element auch als Metallpulver ausgebildet sein, welches vorzugsweise
zwischen dem Verstärkungselement 11 und dem Grundkörper 2, anliegend an dem Verstärkungselement
11 und/oder dem Grundkörper 2, angeordnet ist und in einem breiteren Bereich die Vertiefung/Rundung
auskleidet. Alternativ oder zusätzlich kann auch Metallpulver an der von dem Grundkörper
2 abgewandten Seite des Verstärkungselements 11 angeordnet sein und ggf. an dem Verstärkungselement
11 anliegen. In allen Ausführungsformen ist noch ein nicht gezeigter thermoplastischer
Kunststoff vorhanden, mittels dem das Verstärkungselement 11 zumindest abschnittsweise
an dem Grundkörper 2 stoff- und/oder formschlüssig befestigt ist. Hierzu wurde der
thermoplastische Kunststoff zumindest abschnittsweise aufgeschmolzen.
[0037] In Figur 4d ist ein schematischer Querschnitt lediglich durch den Grundkörper 2 im
Bereich der Vertiefung 10 ohne Verstärkungselement 11 und metallisches Element 12
gezeigt. In der Darstellung sind verschiedene Bereiche der Vertiefung gekennzeichnet,
an welchen eine stoff- und/oder formschlüssige Verbindung mit dem nicht dargestellten
Verstärkungselement über den ebenfalls nicht dargestellten thermoplastischen Kunststoff
erzeugt werden kann. Die Verbindung kann beispielsweise über den Boden 13 alleine
oder zusammen mit den angrenzenden Flanken 14a, 14b erfolgen. Alternativ kann die
Verbindung auch am Boden 13 und an der Oberfläche 15a, 15b angrenzend zu der Vertiefung
10 eingerichtet werden. Weiter alternativ könnte die Verbindung nur an den Flanken
14a, 14b ausgeführt werden.
[0038] Die Vertiefungen können in nicht gezeigten Ausführungsformen im Querschnitt auch
konisch bzw. V-förmig mit einem spitzen zulaufenden oder abgeflachten, insbesondere
horizontalen Boden, U-förmig, kreisabschnittsförmig oder rechteckig jeweils mit abgerundeten
oder mit scharfkantigen Ecken und geraden oder gekrümmten Flanken ausgebildet sein.
Bezugszeichenliste:
[0039]
- 1, 1', 1"
- Verbundwerkstoff
- 2
- Grundkörper
- 3
- Nase
- 4
- Vorderer Standbereich
- 5
- Hinterer Standbereich
- 6
- Heck
- 7, 7'
- Wabenförmige Vertiefungen
- 8
- Rhombusförmige Vertiefungen
- 9
- Topologisch optimierte Vertiefungen
- 10
- Vertiefung
- 11
- Verstärkungselement
- 12
- Metallisches Element
- 13
- Boden der Vertiefung
- 14a, 14b
- Flanken der Vertiefung
- 15a, 15b
- An Vertiefung angrenzende Oberfläche
1. Verbundwerkstoff (1;1';1"), insbesondere Kern für ein Surfbrett, umfassend einen Grundkörper
(2),
gekennzeichnet durch
mindestens eine rillenförmige Vertiefung (7;7';8) an der Außenseite des Grundkörpers
(2), wobei in der Vertiefung (7;7';8) ein thermoplastischer Kunststoff vorgesehen
ist.
2. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der thermoplastische Kunststoff als Folie ausgebildet ist.
3. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Vertiefung (7;7';8) ein Verstärkungselement angeordnet ist, welches über den
thermoplastischen Kunststoff fest mit dem Grundkörper (2) verbunden ist.
4. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verstärkungselement als Fasergebilde bzw. Textilschicht, insbesondere aus Flachs
und/oder Viskose, ausgebildet ist.
5. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der thermoplastische Kunststoff in dem Verstärkungselement integriert ist.
6. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der thermoplastische Kunststoff als Faser, Faden, Filament, Pulver oder Beschichtung
vorgesehen ist, welcher zumindest in der rillenförmigen Vertiefung durch Aufschmelzen
eine Matrix bildet.
7. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der thermoplastische Kunststoff in dem Verstärkungselement inhomogen verteilt ist.
8. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Vertiefung ein metallisches Element, insbesondere ein Metallfaden, Metalldraht,
Metallspäne oder Metallgestrick, angeordnet ist.
9. Verbundwerkstoff (1;1';1") nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein metallisches Element in den thermoplastischen Kunststoff und/oder das Verstärkungselement
integriert ist bzw. anliegt.
10. Verfahren zur Herstellung eines Verbundwerkstoffs (1; 1'; 1"), insbesondere eines
Kerns für ein Surfbrett,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Grundkörper (2) des Verbundwerkstoffs (1; 1'; 1") mit einem Verstärkungselement
durch Erhitzen und Abkühlen eines thermoplastischen Kunststoffs fest verbunden wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass thermoplastischer Kunststoff vor dem Erhitzen in Form einer thermoplastischen Folie
auf dem Grundkörper (2) vorgesehen ist.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass thermoplastischer Kunststoff vor dem Erhitzen in dem Verstärkungselement, insbesondere
inhomogen verteilt, vorgesehen ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verstärkungselement mittels eines Stempels in den Grundkörper (2) gedrückt wird,
so dass sich mindestens eine Vertiefung (7;7';8) mit insbesondere ringförmigem Verlauf,
insbesondere in Wabenform mit sechs Ecken und/oder in Rhombus-Form mit vier Ecken
und/oder in Dreiecksform, ergibt.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stempel erhitzt wird, um den thermoplastischen Kunststoff zu erhitzen.
15. Vorrichtung, insbesondere Surfbrett zum Stand Up Paddling, Wellenreiten oder Windsurfen,
mit einem Kern und einem Faserwerkstoff, welcher über eine Matrix fest mit der Außenseite
des Kerns verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kern als Verbundwerkstoff (1;1';1") nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet
ist.