[0001] Die Erfindung betrifft ein Kupplungssystem für ein Schienenfahrzeug, insbesondere
zur pneumatischen Auslenkung einer Mittelpufferkupplung für Schienenfahrzeuge gemäß
dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0002] Ein System zur Auslenkung einer Kupplungsvorrichtung ist beispielsweise aus der
DE 10 2014 101 986 A1 bekannt. Die Kupplungsvorrichtung weist ein mit dem Wagenkasten verbundenes Stellglied
auf. Dieses Stellglied ist dazu ausgelegt, die Kupplungsstange bedarfsweise aus der
Mittenstellung auszulenken. Indem die Kupplungsvorrichtung zweier sich gegenüberstehender
Schienenfahrzeuge entsprechend vorausgelenkt werden, ist somit ein automatisches Kuppeln
zweier Schienenfahrzeuge auch beispielsweise in engen Kurven möglich.
[0003] Die hierzu notwendigen Stellglieder bzw. Aktoren werden gemäß dem Stand der Technik
vornehmlich als hydraulische Systeme ausgeführt, um eine schnelle und präzise Positionierung
des Kupplungskopfes eines Schienenfahrzeuges mit einer beliebigen Auslenkung zu ermöglichen.
Jedoch weisen Schienenfahrzeuge nur in seltenen Fällen Hydrauliksysteme auf. Die notwendigen
Systemkomponenten, wie z.B. hydraulische Pumpen, Druckspeicher und Überdruckventile,
müssen zusätzlich in die Infrastruktur des Schienenfahrzeuges integriert werden, um
eine seitliche Auslenkung des Kupplungskopfes zu ermöglichen. Weiterhin stellt der
Einsatz von Hydraulikflüssigkeiten wie beispielsweise Öl einen wesentlichen Risikofaktor
im Brandfall dar.
[0004] Hingegen bedingt der Einsatz von pneumatischen Systemlösungen kein zusätzliches Risiko
im Betrieb eines Schienenfahrzeuges. Die Kompressibilität von gasförmigen Arbeitsmedien
bzw. Fluiden bedingt hierbei eine schnelle aber schlagartige und mit undefinierter
Kraft eingeleitete Bewegung. Die Positionierung des Kupplungskopfes beim Vor-Auslenken
der Kupplungsstange ist demzufolge schwierig einzustellen und ungenau.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kupplungssystem zur Verfügung
zu stellen, das eine einfache, kosteneffiziente und risikoarme Integration in ein
Schienenfahrzeug ermöglicht. Ferner soll eine feinstufige (Vor-)Auslenkung des Kupplungskopfes
einer Kupplungsvorrichtung ermöglicht werden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Kupplungssystem gemäß dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
[0007] Gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 1 weist das erfindungsgemäße Kupplungssystem
für ein Schienenfahrzeug einen Lagerbock auf, der an dem Schienenfahrzeug anordbar
ist, eine Kupplungsstange, die an ihrem ersten Ende über eine gelenkige Verbindung
mit dem Fahrzeug verbindbar ist, einen Kupplungskopf, der an dem zweiten Ende der
Kupplungsstange angeordnet ist, welches im montierten Zustand dem Schienenfahrzeug
abgewandt ist, und eine Aktorvorrichtung, die seitlich der Kupplungsstange angeordnet
ist. Die Aktorvorrichtung ist mit dem Schienenfahrzeug verbindbar. Vorzugsweise ist
die Verbindung zwischen Aktorvorrichtung und Schienenfahrzeug als ein Festlager ausgestaltet.
Vorteilhafterweise ist die Aktorvorrichtung somit gegen das Schienenfahrzeug bzw.
dessen Rahmen bzw. dessen Fahrgestell abgestützt, um eine Relativbewegung der Kupplungsstange
mit dem Kupplungskopf gegenüber dem Schienenfahrzeug zu ermöglichen.
[0008] Die erfindungsgemäße Aktorvorrichtung ist in Bezug auf die Kupplungsstange einseitig
angeordnet. In dieser Anordnung liegt der Vorteil begründet, dass der Schwenkbereich
der Kupplungsstange beim Auslenken, insbesondere in seitlicher Richtung, durch die
Aktorvorrichtung nicht eingeschränkt wird.
[0009] Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist unter der Auslenkung der Kupplungsstange
stets die Rotation der Kupplungsstange um eine Drehachse zu verstehen, sodass der
Kupplungskopf eine zweckmäßige (Vor-)Auslenkung erfährt und das Verbinden bzw. das
Koppeln zweier gegenüberstehender Schienenfahrzeuge ermöglicht wird. Zur Auslenkung
der Kupplungsstange mit dem Kupplungskopf, insbesondere einer sogenannten Mittelpufferkupplung,
erfolgt die Rotation der Kupplungsstange stets um eine Drehachse, die durch die gelenkige
Verbindung zwischen Kupplungsstange und Schienenfahrzeug bzw. Lagerbock verläuft.
Sofern der Kupplungskopf über die Kupplungsstange hinreichend auslenkbar ist, können
zwei sich gegenüberstehende Schienenfahrzeuge anhand des Greifbereiches der Mittelpufferkupplung
miteinander gekoppelt werden. Die Auslenkung der Kupplungsvorrichtung ist somit insbesondere
als eine Vor-Auslenkung zu verstehen, sodass das gegenseitige Finden der einander
entgegengerichteten Kupplungsvorrichtungen ermöglicht wird.
[0010] Die Aktorvorrichtung weist einen pneumatischen Hubzylinder auf, sodass die Kupplungsstange
an ihrem zweiten Ende mit dem Kupplungskopf in zwei entgegengesetzte Richtungen auslenkbar
ist. Der Einsatz eines pneumatischen Hubzylinders bedingt den Vorteil, dass das Fluid
bzw. Arbeitsfluid, im Gegensatz zu Hydraulikflüssigkeiten wie Öl, kein zusätzliches
Risiko, beispielsweise im Brandfall, darstellt. Vielmehr können Medien wie Luft oder
andere Gas eingesetzt werden, die weitere vorteilhafte Eigenschaften aufweisen. Unter
anderem kann ein schwer entzündliches Arbeitsfluid gewählt werden, um das Gefahrenpotential
im Brandfall weiter zu senken.
[0011] Ferner weist die Infrastruktur von Schienenfahrzeugen pneumatische Systeme auf, sodass
keine zusätzlichen Komponenten, wie z.B. Druckspeicher, pneumatische Pumpen zur Bereitstellung
eines komprimierten Arbeitsfluids oder Überdruckventile, notwendig werden. Vielmehr
sind die bereits im Schienenfahrzeug integrierten Komponenten auch zur Versorgung
der Aktorvorrichtung mit Arbeitsfluid gemäß der vorliegenden Erfindung einsetzbar.
Somit kann die Infrastruktur bzw. die Anzahl an Systemkomponenten, z.B. gegenüber
einer hydraulischen Vorrichtung zur Auslenkung der Kupplungsstange, reduziert werden.
[0012] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Kupplungsstange anhand der Aktorvorrichtung
in zwei entgegengesetzte Richtungen auslenkbar. Somit ist pro Kupplungsvorrichtung
bzw. pro Kupplungsstange eine einzige Aktorvorrichtung ausreichend, um die zweckmäßige
Verwendung eines Schienenfahrzeuges zu ermöglichen. Die Anzahl an Komponenten zur
Auslenkung der Kupplungsstange mit dem Kupplungskopf wird reduziert. Neben einer reduzierten
Ausfallwahrscheinlichkeit kann somit eine kosteneffiziente Herstellung sowie Instandhaltung
gewährleistet werden.
[0013] Die Auslenkung der Kupplungsstange durch den pneumatischen Hubzylinder erfolgt insbesondere
schrittweise. Vorteilhafterweise ist es somit möglich, eine gewünschte Auslenkung
der Kupplungsstange in mehrere Teilbewegungen zu untergliedern. In der Folge ist ein
pneumatischer Hubzylinder einsetzbar, der einen kleineren maximalen Hubweg aufweist.
Die Positioniergenauigkeit eines pneumatischen Hubzylinders ist auf diese Weise optimierbar,
da der Einfluss der Kompressibilität des gasförmigen Arbeitsfluids reduziert wird.
Der grundlegende Nachteil eines pneumatischen Hubzylinders gegenüber z.B. einem hydraulischen
Hubzylinder ist in der Folge durch den Einsatz kleinerer Hubzylinder verringerbar.
Dabei ist die schrittweise Auslenkung der Kupplungsstange mit dem Kupplungskopf hinreichend
genau und schnell, sodass einander gegenüberstehende Schienenfahrzeuge anhand des
Greifbereiches des Kupplungskopfes miteinander verbindbar sind.
[0014] Die Aktorvorrichtung ist gemäß der vorliegenden Erfindung kraftschlüssig und/oder
formschlüssig mit der Kupplungsstange verbindbar. Eine Verbindung zwischen der Aktorvorrichtung
und der Kupplungsstange kann dauerhaft vorliegen. Jedoch muss die Aktorvorrichtung
gemäß der vorliegenden Erfindung nicht kontinuierlich mit der Kupplungsstange verbunden
sein.
[0015] Insbesondere ist hierunter zu verstehen, dass die Aktorvorrichtung in ihrer Gesamtheit
nicht zu jedem Zeitpunkt fest mit der Kupplungsstange verbunden sein muss. Entlang
der Kraftübertragung innerhalb der Aktorvorrichtung können einzelne Komponenten der
Aktorvorrichtung bedarfsweise von der Verbindung mit der Kupplungsstange entkoppelbar
sein bzw. mit der Kupplungsstange verbindbar sein. Anhand einer kraftschlüssigen und/oder
formschlüssigen Verbindung ist folglich eine Kraftübertragung durch die Aktorvorrichtung
auf die Kupplungsstange herstellbar. So kann eine Auslenkung der Kupplungsstange bedarfsweise
erzielt werden.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist der Hubzylinder ein
Zylindergehäuse auf, das mit einem ersten Fluidanschluss und einem zweiten Fluidanschluss
versehen ist. Der erste und der zweite Fluidanschluss sind als Fluidzulauf und/oder
Fluidablauf einsetzbar. Insbesondere ist der Hubzylinder als ein doppeltwirkender
Hubzylinder ausgestaltet. Vorteilhafterweise ist mit dem Hubzylinder eine Bewegung
in beide Richtungen entlang der Längsachse des Hubzylinders bedarfsweise ausführbar.
Somit kann eine beliebige Position des Hubzylinders in gesteuerter bzw. geregelter
Form mit hoher Genauigkeit angefahren werden.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform weist der Hubzylinder eine Grundposition auf, bei
der sich ein Kolbenboden eines Kolbens des Hubzylinders in einer Mittelposition befindet,
sodass der Kolben in beiden axialen Richtungen des Hubzylinders bewegbar ist. Vorteilhafterweise
stellt die Grundposition des Hubzylinders den Zustand dar, aus dem eine Bewegung des
Kolbens erfolgt, um eine Auslenkung der Kupplungsstange zu erzielen. Die Mittelposition
des Kolbenbodens ist entsprechend vorzugsweise in der längsseitigen Mitte des Zylindergehäuses
vorgesehen. Aus der Grundposition ist der Hubzylinder bzw. der Kolben bedarfsweise
in beide Richtungen entlang der Längsachse des Hubzylinders verfahrbar. Erfindungsgemäß
weist die Aktorvorrichtung ein Gehäuse auf, in dem ein Schlitten angeordnet und mit
dem Hubzylinder derart verbunden ist, dass der Schlitten bei Bewegung des Kolbens
gegenüber dem Gehäuse in axialer Richtung des Hubzylinders verschiebbar ist. Der Hubzylinder
ist an einer ersten Seite mit dem Gehäuse und das Gehäuse wiederum mit dem Schienenfahrzeug
verbunden. Die Aktorvorrichtung ist somit gegen das Schienenfahrzeug bzw. dessen Rahmen
bzw. dessen Fahrgestell abgestützt. Der Schlitten ist mit dem Kolben des Hubzylinders
verbunden. Vorteilhafterweise ist eine Relativbewegung des Schlittens gegenüber dem
Schienenfahrzeug und dem Gehäuse der Aktorvorrichtung durch die Bewegung des Kolbens
erzeugbar. Somit ist der Schlitten in beide Bewegungsrichtungen des Kolbens in Richtung
der Längsachse des Hubzylinders bewegbar. Hierbei gleitet der Schlitten innerhalb
des Gehäuses der Aktorvorrichtung, welches vorzugsweise eine entsprechende Führung
für den Schlitten aufweist. Insbesondere kann das Gehäuse den Schlitten teilweise
oder vollständig umgeben, sodass eine geführte, relative Bewegung des Schlittens in
dem Gehäuse in axialer Richtung des Hubzylinders möglich ist. Weiterhin kann in dem
Gehäuse wenigstens ein Anschlag vorgesehen sein. So ist ein maximaler Verfahrweg des
Schlittens gegenüber dem Gehäuse bzw. dem Schienenfahrzeug unabhängig vom Hubzylinder
in wenigstens einer Richtung begrenzbar. Erfindungsgemäß weist die Aktorvorrichtung
eine Zahnstange auf, die in dem Gehäuse der Aktorvorrichtung verschiebbar angeordnet
ist. Somit ist die Zahnstange entlang der beiden axialen Richtungen des Hubzylinders
anhand des Gehäuses geführt. Ferner wird durch Zähne bzw. der Zahneingriffe ein bedarfsweiser
Formschluss und/oder Kraftschluss ermöglicht, sodass eine Verschiebung in axialer
Richtung ausführbar ist. Nach einer ersten Verschiebung der Zahnstange in dem Gehäuse
ist der Formschluss und/oder Kraftschluss mit den Zähnen bzw. den Zahneingriffen lösbar.
Die Zahnstange verbleibt in ihrer Position. Bei Wiederherstellung eines Formschlusses
und/oder Kraftschlusses sind eine zweite und gegebenenfalls weitere Verschiebungen
der Zahnstange in dem Gehäuse durchführbar.
[0018] Vorzugsweise greift die Zahnstange kraftschlüssig und/oder formschlüssig in die Kupplungsstange
ein. Indem die Zahnstange in dem Gehäuse der Aktorvorrichtung verschiebbar ist, wird
über die Verschiebung der Zahnstange somit eine Auslenkung der Kupplungsstange ermöglicht.
[0019] Gemäß dieser Ausführungsform ist die Aktorvorrichtung mit der Kupplungsstange verbindbar,
indem innerhalb der Aktorvorrichtung ein Formschluss und/oder Kraftschluss mit der
Zahnstange herstellbar ist. Ferner ist eine Verbindung zwischen der Kupplungsstange
und der Aktorvorrichtung im Sinne der vorliegenden Erfindung lösbar, indem innerhalb
der Aktorvorrichtung eine formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindung mit der
Zahnstange gelöst wird. Somit ist die Aktorvorrichtung wenigstens teilweise von der
Kupplungsstange entkoppelbar. Erfindungsgemäß ist die Aktorvorrichtung mit einer drehbar
gelagerten ersten Klinke und einer drehbar gelagerten zweiten Klinke in dem Schlitten
versehen. Ferner ist eine Rampe in dem Gehäuse vorgesehen, auf der die erste Klinke
und die zweite Klinke gleitend verschiebbar sind. Erfolgt eine Relativbewegung des
Schlittens gegenüber dem Gehäuse der Aktorvorrichtung, werden die Klinken mit dem
Schlitten mitgeführt und gegenüber der Rampe, auf der sie aufliegen und gegen die
sie mittels einer Druckfeder gepresst werden, verschoben.
[0020] Bei Bewegung des Schlittens ist eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Schlitten
und der Zahnstange mittels der ersten Klinke oder der zweiten Klinke herstellbar.
Abhängig von der Bewegungsrichtung des Schlittens gleitet die erste Klinke oder die
zweite Klinke von der Rampe ab und greift in die Zähne der Zahnstange ein. Die andere
Klinke verbleibt auf der Rampe, wodurch ein Eingriff auf die Zahnstange verhindert
wird. Mit fortlaufender Bewegung des Kolbens des Hubzylinders bzw. des Schlittens
ist die Zahnstange auf diese Weise mitführbar. Eine Verschiebung der Zahnstange kann
in beliebigem Umfang erfolgen, bis der Kolben bzw. der Schlitten den jeweiligen Anschlag
des Hubzylinders bzw. des Gehäuses erreicht. Ferner ist ein Ende der Bewegung erreicht,
bevor auch die andere Klinke von der Rampe abgleitet.
[0021] Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist die Schrittweite pro Bewegungsablauf der
Aktorvorrichtung anhand der Zähne bzw. Eingriffe der Zahnstange einstellbar. Ebenso
ist der Hubweg, insbesondere der maximale Hubweg, des pneumatischen Hubzylinders variierbar,
um die Schrittweite zu adaptieren. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass eine Schrittweite
pro Bewegungsablauf gemäß der vorliegenden Ausführungsform dem halben Hubweg, aus
der Grundposition bis zum Anschlag des Hubzylinders, entspricht. Ferner ist zu berücksichtigen,
dass mit zunehmendem Hubweg bzw. zunehmender Schrittweite die Positioniergenauigkeit
des pneumatischen Hubzylinders und somit des pneumatisch auslenkbaren Kupplungssystems
reduziert wird.
[0022] Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht die Aktorvorrichtung
mit einer Rückholfeder vor, die mit dem Gehäuse und dem Schlitten derart verbunden
ist, dass die Aktorvorrichtung in die Grundposition rückstellbar ist. In der Grundposition
liegen die erste Klinke und die zweite Klinke auf der Rampe auf. Vorzugsweise ist
die Rückholfeder derart in der Aktorvorrichtung positioniert, dass die Rückholfeder
jeweils teilweise in einer Nut des Schlittens und in einer Nut des Gehäuses angeordnet
ist. Bei einer relativen Bewegung des Schlittens gegenüber dem Gehäuse wird die Feder
auf diese Weise komprimiert und eine Rückstellkraft gespeichert. Zur Positionierung
der Rückholfeder ist an den Endseiten der Rückholfeder vorzugsweise ein Zentriermittel
bzw. Positioniermittel vorgesehen.
[0023] Vorteilhafterweise ist die Aktorvorrichtung bzw. der Schlitten zusammen mit dem Kolben
durch die Rückholfeder in eine Grundposition rückstellbar, wenn der pneumatische Hubzylinder
entspannt wird. Ferner wird durch die Rückholfeder bzw. das Zurückstellen der Aktorvorrichtung
in die Grundposition ein Formschluss und/oder Kraftschluss des Schlittens mit der
Zahnstange, über die beiden Klinken, automatisch gelöst. Die Zahnstange verbleibt
bei der Rückstellung der Aktorvorrichtung vorteilhafterweise in ihrer zuvor eingestellten
Position.
[0024] Sofern die Rückholfeder die Aktorvorrichtung in ihre Grundposition zurückfährt, werden
die erste Klinke und die zweite Klinke auf die Rampe gezogen. Insbesondere wird die
Klinke, die bei der vorhergehenden Bewegung des Schlittens von der Rampe abgeglitten
ist, wieder auf die Rampe geführt. So wird der formschlüssige und/oder kraftschlüssige
Eingriff der abgeglittenen Klinke in die Zahnstange gelöst. Wenn die Aktorvorrichtung
bzw. der Kolben und der Schlitten der Aktorvorrichtung in die Grundposition fahren,
verbleibt die Zahnstange folglich an ihrer relativen Position gegenüber dem Gehäuse
der Aktorvorrichtung. Eine zuvor erzielte Verschiebung der Zahnstange bleibt erhalten.
Folglich bleibt auch eine zuvor eingestellte Auslenkung der Kupplungsstange mit dem
Kupplungskopf erhalten.
[0025] Wird anschließend eine weitere Bewegung des Kolbens mit dem Schlitten initiiert,
gleitet eine der Klinken entsprechend der Bewegungsrichtung von der Rampe ab und greift
in die Zahnstange ein, um diese mitzuführen. Nach dem Erreichen der gewünschten Position
verfährt die Rückholfeder den Schlitten wieder in die Grundposition. Eine weitere
Verschiebung der Zahnstange ist erfolgt. Indem die Verschiebung des Schlittens mit
den Klinken in eine Richtung und die nachfolgende Rückstellung in die Grundposition
mehrfach hintereinander durchgeführt werden, erfolgt eine schrittweise Verschiebung
der Zahnstange um ein gewünschtes Maß. Indem die Zahnstange mit der Kupplungsstange
des Schienenfahrzeuges in Eingriff steht, ist durch die Aktorvorrichtung schrittweise
eine gewünschte Auslenkung der Kupplungsstange mit dem Kupplungskopf erzielbar.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform weist das Gehäuse der Aktorvorrichtung eine Bremseinheit
auf, sodass eine relative Bewegung der Zahnstange gegenüber dem Gehäuse verzögerbar
ist. Vorteilhafterweise kann keine freie Bewegung der Zahnstange in dem Gehäuse erfolgen.
Insbesondere bei einer Neigung der Fahrstrecke und eine dadurch begründete Schräglage
des Schienenfahrzeuges ist auf diese Weise einer unerwünschten Verschiebung der Zahnstange
in dem Gehäuse vorbeugbar. Unter anderem kann die Bremseinheit als eine federbelastete
Rasteinheit vorgesehen sein. Die federbelastete Rasteinheit greift in die Zahnstange
ein. Eine freie Bewegung der Zahnstange in dem Gehäuse wird verzögert.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform erfolgt die Verzögerung der Zahnstange durch
Reibung. Eine derartige Reibbremse kann als eine manuell bedienbare Bremse oder als
eine selbstwirkende Bremse oder als eine kontinuierlich wirkende Bremse ausgestaltet
sein. Die auf die Zahnstange wirkende Reibkraft ist hierbei derart anzusetzen, dass
insbesondere eine unerwünschte freie Bewegung der Zahnstange, z.B. durch die Schwerkraft
bei Neigung des Schienenfahrzeuges, verhindert wird. Es besteht der Vorteil, dass
eine Position der Zahnstange auch unter der Einwirkung von Schwerkraft gehalten werden
kann.
[0028] Gemäß einer nicht beanspruchten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind entlang
des Zylindergehäuses wenigstens ein erster Fluidauslass und ein zweiter Fluidauslass
vorgesehen. Die Fluidanschlüsse sind in diesem Fall bevorzugterweise als Fluidzuläufe
einsetzbar.
[0029] In der Grundposition des Hubzylinders liegen seitlich des Kolbenbodens ein erstes
und ein zweites Volumen vor. Bevorzugterweise sind die Fluidauslässe an dem Zylindergehäuse
derart angeordnet, dass in der Grundposition des Hubzylinders je ein Fluidauslass
pro Volumen vorliegt. Ein Arbeitsfluid ist vorzugsweise beidseitig des Kolbenbodens
aus dem jeweiligen Volumen des Hubzylinders über den ersten und/oder zweiten Fluidauslass
ausleitbar. Dadurch besteht der Vorteil, die Fluidanschlüsse zur Zuführung von Fluid
einsetzen zu können, während die Fluidauslässe zum Ausleiten von Fluid aus dem Zylindergehäuse
einsetzbar sind.
[0030] Im Allgemeinen ist ein Fluidauslass keinem der beiden Volumina des Hubzylinders fest
zugeordnet. Ein Fluidauslass ermöglicht die Herstellung einer strömungsmäßigen Verbindung
zu einem der Volumina in Abhängigkeit von der Position des Kolbens bzw. des Kolbenbodens.
Die Fluidauslässe sind abhängig von der Position des Kolbenbodens innerhalb des Zylindergehäuses
jeweils dem ersten Volumen oder dem zweiten Volumen zugeordnet. Sofern der Kolbenboden
exakt an der Position eines Fluidauslasses steht, wird dieser Fluidauslass durch den
Kolbenboden strömungsmäßig verschlossen, sodass der Fluidauslass keinem der beiden
Volumina zugeordnet ist. Dann kann kein Fluid aus dem Hubzylinder über diesen verschlossenen
Fluidauslass ausströmen.
[0031] Insbesondere sind die Fluidauslässe zum strömungsmäßigen Ausleiten von gasförmigem
Arbeitsfluid aus einem Volumen des Hubzylinders vorgesehen. Gleichfalls ist nicht
ausgeschlossen, dass die Fluidauslässe als strömungsmäßige Verbindungen zum Einleiten
von Fluid in ein Volumen des Hubzylinders einsetzbar sind. Ebenso kann es vorteilhaft
sein, die Fluidanschlüsse zum Ausleiten von Arbeitsfluid aus dem Hubzylinder einzusetzen,
insbesondere um den Hubzylinder in eine Endposition bzw. Anschlagsposition zu fahren.
Vorteilhafterweise sind mit den Fluidanschlüssen und den Fluidauslässen sämtliche
Kombination zum Einleiten und Ausleiten von Fluid in und aus einem Volumen des Hubzylinders
darstellbar.
[0032] Gemäß dieser Ausführungsform ist der Hubzylinder über die Kolbenstange direkt mit
der Kupplungsstange verbunden. Im Sinne der vorliegenden Verbindung ist die Aktorvorrichtung
mit der Kupplungsstange formschlüssig und/oder kraftschlüssig verbindbar. Jedoch ist
gemäß dieser Ausführungsform vorgesehen, dass eine Verbindung zwischen der Kupplungsstange
und der Kolbenstange kontinuierlich vorliegt. Anhand der wenigstens zwei Fluidauslässe
ist die Bewegung des Kolbens derart steuerbar, dass pneumatische Hubzylinder mit großen
Hubwegen einsetzbar sind.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die Fluidauslässe
jeweils mit einem Ventil strömungsmäßig verbunden, sodass ein Ausströmen von Fluid
aus dem Zylindergehäuse über wenigstens einen der Fluidauslässe steuerbar ist. Vorteilhafterweise
sind die hydrostatischen Druckverhältnisse in den zwei Volumina des Hubzylinders anhand
der Fluidanschlüsse, die hierbei als Fluidzulauf verwendet werden, und den Fluidauslässen
einstell- und steuerbar. Eine Bewegung des Kolbens des Hubzylinders ist erzeugbar,
indem in den Volumina des Zylindergehäuses, beidseitig des Kolbenbodens, unterschiedliche
hydrostatisehe Drücke eingestellt werden. Dieses hydrostatische Druckverhältnis ist
durch eine Druckerhöhung über die Fluidanschlüsse adaptierbar, oder über das Öffnen
wenigstens eines der Ventile, um Arbeitsfluid über den entsprechenden Fluidauslass
aus dem Hubzylinder ausströmen zu lassen.
[0034] Es ist möglich, eine Bewegung des Kolbens in dem Zylindergehäuse, und somit eine
Auslenkung der Kupplungsstange, durch eine hohe hydrostatische Druckdifferenz in den
beiden Volumina des Hubzylinders zu erzeugen. Ferner ist es möglich, eine solche Bewegung
der Kupplungsstange zu erzeugen, indem bei gleichem Druck in dem ersten und zweiten
Volumen des Hubzylinders wenigstens ein Fluidauslass geöffnet wird, der ein Ausströmen
von Arbeitsfluid aus einem der Volumina und eine damit verbundene Druckabnahme ermöglicht.
Ferner ist es möglich, die Erhöhung des hydrostatischen Drucks in einem Volumen durch
das Einleiten zusätzlichen Arbeitsfluids und das Auslassen von Arbeitsfluid aus dem
anderen Volumen gleichzeitig auszuführen. Auf diese Weise kann eine optimale Verfahrgeschwindigkeit
bei exakter Positionierung der Kupplungsstange im Zuge der Auslenkung erreicht werden.
[0035] Nach einer weiteren Ausführungsform sind die Fluidauslässe über die Länge des Zylindergehäuses
vorzugsweise in gleichem Abstand zueinander angeordnet. Vorteilhafterweise ist somit
in der Grundposition der Aktorvorrichtung beidseitig des Kolbenbodens jeweils wenigstens
ein Fluidauslass angeordnet. Somit ist eine gezielte Bewegung des Kolbens in beide
axialen Richtungen des Hubzylinders möglich.
[0036] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist eine Bewegung des Kolbens erzeugbar, indem
anhand wenigstens eines der Ventile eine strömungsmäßige Verbindung über den zugehörigen
Fluidauslass herstellbar ist. Sofern das wenigstens eine Ventil geöffnet wird, strömt
aus dem zugeordneten Volumen des Zylindergehäuses das Arbeitsfluid den hydrostatischen
Druckverhältnissen entsprechend über den zugehörigen Fluidauslass aus dem Zylindergehäuse
aus. Gemäß den hydrostatischen Druckverhältnissen zwischen den beiden Volumina in
dem Zylindergehäuse bewegt sich der Kolben in Richtung des kleineren hydrostatischen
Drucks. Sobald der Kolbenboden den Fluidauslass, über den Arbeitsfluid aus dem Zylindergehäuse
ausströmt, erreicht und diesen Fluidauslass verschließt, kann kein weiteres Fluid
aus dem Zylindergehäuse ausströmen. In der Folge kommt es zu einem Druckausgleich
zwischen den beiden Volumina des Zylindergehäuses. Der Kolben ist auf vorteilhafter
Weise in gedämpfter Form abbremsbar. Ferner ist eine gewünschte Position des Kolbens
anhand der Fluidauslässe präzise anfahrbar. Aufgrund der Verbindung zwischen der Kolbenstange
und der Kupplungsstange ist auf diese Weise eine Auslenkung der Kupplungsstange erzielbar.
[0037] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezug auf
die beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Weitere Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Gegenstandes sollen im Sinne der vorliegenden Erfindung hierdurch
nicht ausgeschlossen sein.
[0038] Es zeigen schematisch:
- Fig. 1:
- eine erfindungsgemäße Kupplungsvorrichtung für ein Schienenfahrzeug;
- Fig. 2a:
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung;
- Fig. 2b:
- das erste Ausführungsbeispiel einer Aktorvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
in der Explosionsdarstellung;
- Fig. 2c:
- das erste Ausführungsbeispiel einer Aktorvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
in der Seitenansicht;
- Fig. 3a:
- das erste Ausführungsbeispiel einer Aktorvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
in der Schnittansicht A-A gemäß Fig. 2c;
- Fig. 3b:
- das erste Ausführungsbeispiel einer Aktorvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
in der Schnittansicht B-B gemäß Fig. 2c;
- Fig. 3c:
- das erste Ausführungsbeispiel einer Aktorvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
in der Detailansicht X-X gemäß Fig. 3a;
- Fig. 4a-c:
- ein beispielhafter Ablauf zur Erzielung einer Auslenkung der Kupplungsstange mit dem
ersten Ausführungsbeispiel einer Aktorvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung;
und
- Fig. 5a-c:
- ein beispielhafter Ablauf zur Erzielung einer Auslenkung der Kupplungsstange mit einem
zweiten Ausführungsbeispiel der Aktorvorrichtung, welches nicht Teil der Erfindung
ist.
[0039] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Kupplungssystems für ein
Schienenfahrzeug 1. Das Kupplungssystem weist einen Lagerbock 2 auf. An dem Lagerbock
2 ist eine Kupplungsstange 3 mit ihrem ersten Ende anhand einer gelenkigen Verbindung
2a angebracht. An dem zweiten Ende der Kupplungsstange 3, das dem Schienenfahrzeug
1 abgewandt ist, ist ein Kupplungskopf 4 zur Verbindung mit einem weiteren Schienenfahrzeug
bzw. dessen Kupplungsvorrichtung vorgesehen.
[0040] Seitlich der Kupplungsstange 3 ist eine Aktorvorrichtung 5 angeordnet. Insbesondere
ist die Aktorvorrichtung 5 in Bezug auf die Kupplungsstange 3 einseitig positioniert.
Die Aktorvorrichtung 5 ist mittels eines Festlagers 6 an dem Schienenfahrzeug 1 oder
an dessen Rahmen oder an dessen Fahrgestell angebracht. Ferner greift die Aktorvorrichtung
5 anhand einer Zahnstange 15 bzw. einer Kolbenstange 112b auf die Kupplungsstange
3 ein, sodass eine seitliche Auslenkung der Kupplungsstange 3 mit dem Kupplungskopf
4 möglich ist. Anhand der Aktorvorrichtung 5 ist eine seitliche Auslenkung der Kupplungsstange
3 in zwei Richtungen möglich. Die Kupplungsstange 3 rotiert dabei um eine Drehachse,
die durch die gelenkige Verbindung 2a der Kupplungsstange 3 mit dem Lagerbock 2 verläuft.
[0041] Fig. 2a veranschaulicht ein erstes Ausführungsbeispiel der Aktorvorrichtung 5 für
ein erfindungsgemäßes Kupplungssystem. Die Aktorvorrichtung 5 weist gemäß Fig. 2a
ein Gehäuse 5a auf. In dem Gehäuse 5a ist die Zahnstange 15 verschiebbar gelagert
und geführt. Die Zahnstange 15 weist eine Aufnahme 20 zur Verbindung mit der Kupplungsstange
3 auf (vgl. Fig. 1). Ferner weist die Aktorvorrichtung 5 einen Hubzylinder 10 auf,
der an einer Seite mit dem Gehäuse 5a verbunden ist. Der Hubzylinder 10 ist an seiner
anderen Seite über einen Kolben 12, der eine Kolbenstange 12b aufweist, mit einem
Schlitten 5b (in Fig. 2a nicht dargestellt) verbunden. Der Hubzylinder 10 ist hierzu
an beiden Seiten mit geeigneten Aufnahmevorrichtungen ausgestaltet. Nach Fig. 2a werden
die Verbindungen zwischen Gehäuse 5a und Hubzylinder 10 sowie zwischen Hubzylinder
10 bzw. Kolbenstange 12b und Schlitten 5b mittels einer Bolzenverbindung hergestellt
und gesichert. Somit kann eine translatorische Bewegung des Kolbens 12 in dem Hubzylinder
10 auf den Schlitten 5b übertragen werden, wobei sich der Hubzylinder 10 gegen das
Gehäuse 5a abstützt. Das Gehäuse 5a ist wiederrum mit dem Schienenfahrzeug 1 verbindbar
(in Fig. 2a nicht gezeigt), sodass eine Kraftübertragung auf das Schienenfahrzeug
1 bzw. dessen Rahmen oder Fahrgestell erfolgt.
[0042] Fig. 2b zeigt das erste Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aktorvorrichtung
5 in einer Explosionsdarstellung. Die Aktorvorrichtung 5 weist das zweiteilig ausgeführte
Gehäuse 5a und den Schlitten 5b auf, der in dem Gehäuse 5a verschiebbar gelagert und
geführt ist. In dem Gehäuse 5a ist eine Rampe 17 vorgesehen, die entlang der Führung
für den Schlitten 5b angeordnet ist. Beidseitig der Rampe 17 sind Vertiefungen vorgesehen,
welche die Führungsfläche des Gehäuses 5a für den Schlitten 5b unterbrechen. Die Rampe
17 mündet mit abfallenden Flanken in die Vertiefungen. Am gegenüberliegenden Ende
weisen die Vertiefungen steile, insbesondere senkrechte, Endanschläge auf. Die Vertiefungen
ragen in die darunterliegende Führung für die Zahnstange 15 hinein.
[0043] Weiterhin weist das Gehäuse 5a an seiner Oberseite einen Ausschnitt auf, durch den
der Schlitten 5b hindurchragen kann, sodass der Schlitten 5b mit dem Hubzylinder 10
bzw. dessen Kolbenstange 12b verbindbar ist. Gleichzeitig stellt dieser Ausschnitt
des Gehäuses 5a Anschläge zur Beschränkung der translatorischen Bewegung des Schlittens
5b dar.
[0044] Gemäß Fig. 2b ist in dem Schlitten 5b eine Nut zur teilweisen Aufnahme einer Rückholfeder
18 vorgesehen. Vorzugsweise ist in dem Gehäuse 5a eine korrespondierende Nut vorgesehen
(in Fig. 2b nicht gezeigt), sodass die Rückholfeder 18 teilweise in das Gehäuse 5a
und teilweise in den Schlitten 5b hineinragt. Die Rückholfeder 18 ist ferner beidseitig
mit Endkappen versehen, um sicher sowie zentriert in den Nuten des Gehäuses 5a sowie
des Schlittens 5b positioniert werden zu können. Sofern anhand des Hubzylinders 10
eine Relativbewegung des Schlittens 5b gegenüber dem Gehäuse 5a eingeleitet wird,
insbesondere zur Auslenkung der Kupplungsstange 3, wird die Rückholfeder 18 komprimiert.
Sobald der pneumatische Hubzylinder 10 entspannt wird, wird der Schlitten 5b und der
Kolben 12 des Hubzylinders 10 durch das Entspannen der komprimierten Rückholfeder
18 wieder in die Grundposition zurückgefahren.
[0045] Ferner weist die Aktorvorrichtung gemäß Fig. 2b eine erste Klinke 16a und eine zweite
Klinke 16b auf, die über eine Druckfeder 19 auseinander gepresst werden. Die Klinken
16a; 16b sind drehbar gelagert mit dem Schlitten 5b verbunden. In der Grundposition
der Aktorvorrichtung 5 liegen die beiden Klinken 16a; 16b auf der Rampe 17 des Gehäuses
5a auf und werden durch die Druckfeder 19 gegen diese gepresst. Bei einer translatorischen
Bewegung des Schlittens 5b gegenüber dem Gehäuse 5a in eine der beiden axialen Richtungen
des Hubzylinders 10 gleitet eine der beiden Klinken 16a; 16b von der Rampe 17 in die
danebenliegende Vertiefungen ab. Die abgeglittene Klinke 16a; 16b ragt nach dem Abgleiten
in die Führung des Gehäuses 5a für die Zahnstange 15 hinein. Die Zahnstange 15 weist
Zähne bzw. Eingriffe über wenigstens einen Teil ihrer Gesamtlänge auf. Die Zähne der
Zahnstange 15 sind den Klinken 16a; 16b und der Rampe 17 entgegengerichtet.
[0046] Fig. 2c stellt die erste Ausführungsform der Aktorvorrichtung 5 in einer Seitenansicht
dar. Der Hubzylinder 10 ist auf der Oberseite des Gehäuses 5a positioniert und ist
mit diesem verbunden. Das Gehäuse 5a weist Führungen für den Schlitten 5b sowie darunterliegend
für die Zahnstange 15 auf. Die Rückholfeder 18 ragt mit ihrem Durchmesser teilweise
in den Schlitten 5b mit der dafür vorgesehenen Nut sowie teilweise in das Gehäuse
5a mit der dafür vorgesehenen Nut hinein.
[0047] Fig. 3a zeigt das erste Ausführungsbeispiel der Aktorvorrichtung in der Schnittansicht
A-A gemäß Fig. 2c. Pfeile signalisieren die Bewegungsrichtungen, in welche die Aktorvorrichung
5 verfahrbar bzw. die Zahnstange 15 verschiebbar ist. Der Hubzylinder 10 mit dem Kolben
12 und dem Zylindergehäuse 11 ist über die Kolbenstange 12b mit dem Schlitten 5b verbunden.
Ein Kolbenboden 12a des Kolbens 12 unterteilt das Zylindergehäuse 11 in ein erstes
Volumen V1 und ein zweites Volumen V2. Ferner weist der Hubzylinder 10 vorzugsweise
zwei Fluidzuläufe 13a; 13b für das erste Volumen V1 und das zweite Volumen V2 auf
(in Fig. 3a nicht dargestellt). Der Hubzylinder 10 ist somit als doppeltwirkender
Hubzylinder einsetzbar. Die Aktorvorrichtung 5 befindet sich gemäß Fig. 3a in ihrer
Grundposition, wobei sich der Kolbenboden 12a des Kolbens 12 in der Mitte des Zylindergehäuses
11 befindet. Eine Bewegung des Kolbens 12 entlang der axialen Richtungen des Hubzylinders
10 ist aus dieser Grundposition heraus zu beiden Seiten möglich. Ebenso ist der Schlitten
5b in der Mitte der Aussparung an der Oberseite des Gehäuses 5a positioniert, durch
die der Schlitten 5a mit seinem Verbindungsteil zur Verbindung mit dem Kolben 12 hindurchragt.
[0048] In dem Gehäuse 5a ist die Rampe 17 vorgesehen. Auf der Rampe 17 sind die zwei drehbar
gelagerte Klinken 16a; 16b sich gegenüberstehend angeordnet. Die beiden Klinken 16a;
16b sind an dem Schlitten befestigt. Die Druckfeder 19 presst die Klinken 16a; 16b
auseinander und gegen die Rampe 17 des Gehäuses 5a. Sofern eine der Klinken 16a; 16b
von der Rampe 17 in eine der jeweils danebenliegende Vertiefung abgleitet, greift
die abgeglittene Klinke 16a; 16b in die Vertiefung sowie die daran entlang geführte
Zahnstange 15 bzw. deren Zahneingriffe ein.
[0049] Fig. 3b veranschaulicht das erste Ausführungsbeispiel der Aktorvorrichtung 5 für
ein erfindungsgemäßes Kupplungssystem in der Schnittansicht B-B gemäß Fig. 2c. Gemäß
Fig. 3b ist die Anordnung der Rückholfeder 18 innerhalb der Nuten in dem Gehäuse 5a
sowie in dem Schlitten 5b erkennbar. Der Schlitten 5b ist in der vorgesehenen Führung
innerhalb des Gehäuses 5a verschiebbar. Ferner zeigt Fig. 3b die Rampe 17 mit den
seitlich angeordneten Vertiefungen. Die Zahnstange 15 ragt gemäß Fig. 3b über diese
Vertiefungen hinaus, sodass beim Abgleiten einer Klinke 16a; 16b von der Rampe 17
in eine der Vertiefungen der Eingriff der jeweiligen Klinke 16a; 16b in die Zahnstange
bzw. deren Zahneingriffe erfolgt.
[0050] In Fig. 3c ist eine Detailansicht X-X gemäß Fig. 3a des ersten Ausführungsbeispiels
einer Aktorvorrichtung 5 gezeigt. Insbesondere stellt die Detailansicht X-X die erste
und zweite Klinke 16a; 16b auf der Rampe 17 aufliegend dar. Die Druckfeder 19 presst
die beiden Klinken 16a; 16b auseinander und gegen die Rampe 17. Ferner weist die Rampe
17 beidseitig abfallende Flanken auf, die in Vertiefungen münden. So kann eine Klinke
16a; 16b, die zuvor von der Rampe 17 abgeglitten ist, durch eine Bewegung des Schlittens
5b in die entgegengesetzte Richtung wieder auf die Rampe 17 aufgleiten bzw. hochgezogen
werden.
[0051] Die Fig. 4a bis 4c stellen einen Bewegungsablauf der beispielhaften Aktorvorrichtung
5 gemäß Fig. 2a für ein erfindungsgemäßes Kupplungssystem dar, um die Auslenkung der
Kupplungsstange 3 eines Schienenfahrzeuges 1 zu ermöglichen. Die Bewegungsrichtungen
des Schlittens 5b und der Zahnstange 15 sind anhand von Pfeilen in den Figs. 4a bis
4c angedeutet.
[0052] Gemäß Fig. 4a erfolgt anhand entsprechender hydrostatischer Druckverhältnisse in
dem Hubzylinder 10, also einem höheren hydrostatischen Druck in dem ersten Volumen
V1 und einem geringeren hydrostatischen Druck in dem zweiten Volumen V2, eine Bewegung
des Kolbens 12 nach rechts. Die Kolbenstange 12b überträgt die Bewegung des Hubzylinders
10 auf den Schlitten 5b, sodass dieser relativ zu dem Gehäuse 5a, und somit auch relativ
zu dem Schienenfahrzeug 1, bewegt wird. Die Rampe 17 ist in dem Gehäuse 5a angeordnet
und führt ebenfalls keine Bewegung aus. Die Klinken 16a; 16b werden von dem sich nach
rechts bewegenden Schlitten 5b mitgeführt und gleiten über die Rampe 17 nach rechts.
Am Ende der Rampe 17 gleitet die zweite Klinke 16b von der Rampe 17 in die danebenliegende
Vertiefung ab und greift in die Zähne bzw. die Eingriffe der Zahnstange 15 ein. Die
erste Klinke 16a befindet sich hierbei teilweise noch auf der Rampe 17.
[0053] Der Eingriff der zweiten Klinke 16b in die Zahnstange 15 stellt einen Form- und/oder
Kraftschluss mit den Zähnen der Zahnstange 15 dar. Während der Schlitten 5b über den
Kolben 12 bzw. die Kolbenstange 12b bewegt wird, nimmt der Schlitten 5b die Zahnstange
15 anhand der eingreifenden zweiten Klinke 16b mit.
[0054] Fig. 4b zeigt den Status der beispielhaften Aktorvorrichtung 5 sobald der Schlitten
5b den rechten Anschlag des Gehäuses 5a erreicht hat. Nachdem die rechte Klinke 16b
in die Zahnstange 15 eingegriffen hat, wurde die Zahnstange 15 mit der Bewegung des
Schlittens 5b mitgeführt. Hierdurch wird eine Auslenkung der Kupplungsstange 3 erzielt,
die über die Aufnahme 20 mit der Zahnstange 15 verbunden ist (in Fig. 4a-4c nicht
gezeigt).
[0055] Sobald der Schlitten 5b den Anschlag des Gehäuses 5a erreicht, ist vorzugsweise auch
der Kolben 12 an dem entsprechenden Ende des Hubzylinders 10 angelangt. Indem der
verfügbare Hubweg des Hubzylinders 10 anwendungsspezifisch in hinreichender Größe
ausgestaltet wird, kann gleichzeitig eine optimierte Positioniergenauigkeit gewährleistet
werden. Hingegen führt ein zu groß dimensionierter Hubzylinder zu einer Ungenauigkeit
bei der Positionierung des pneumatischen Hubzylinders und somit zu einer ungenauren
Auslenkung der Kupplungsstange 3.
[0056] Fig. 4c veranschaulicht das Zurückkehren der Aktorvorrichtung 5 bzw. des Schlittens
5b und des Kolbens 12 in die Grundposition mit Hilfe der Rückholfeder 18 (in 4a bis
4c nicht dargestellt). Hierzu wird der Hubzylinder 10 entspannt, d.h. das hydrostatische
Druckverhältnis zwischen erstem Volumen V1 und zweitem Volumen V2 wird aufgelöst,
sodass in beiden Volumina V1; V2 derselbe hydrostatische Druck vorliegt. Anhand der
Relativbewegung des Schlittens 5b gegenüber dem Gehäuse 5a wurde die Rückholfeder
18 zuvor vorgespannt bzw. komprimiert. Sobald ein Ende der Bewegung des Schlittens
5b erreicht ist, kann der Hubzylinder 10 durch eine entsprechende Reduktion des hydrostatischen
Drucks in dem ersten Volumen V1 entlastet werden. Mit Hilfe der vorgespannten Rückholfeder
18 wird die Aktorvorrichtung 5 anschließend in die Grundposition zurückgefahren.
[0057] Die vorgespannte Rückholfeder 18 löst hierzu eine Relativbewegung des Schlittens
5b gegenüber dem Gehäuse 5a aus, sodass der Kolbenboden 12a wieder in die längsseitige
Mitte des Zylindergehäuses 11 zurückfährt. Hierbei werden die in dem Schlitten 5b
aufgenommenen Klinken 16a; 16b wieder auf die Rampe 17 gezogen, sodass der formschlüssige
und/oder kraftschlüssige Eingriff der zweiten Klinke 16b in die Zahnstange 15 aufgelöst
wird. Sobald der Kolbenboden 12a wieder mittig in dem Zylindergehäuse 11 steht, sind
die beiden Klinken 16a; 16b auf der Rampe 17 angeordnet.
[0058] Indem beim Zurückfahren des Hubzylinders 10 in die Grundposition, zusammen mit dem
Schlitten 5b, der Eingriff der beiden Klinken 16a; 16b gelöst und anhand der Rampe
17 verhindert wird, verbleibt die Zahnstange 15 in der zuvor eingestellten Position.
Folglich bleibt eine zuvor eingestellte Auslenkung der Kupplungsstange 3 während des
Zurückfahrens der Aktorvorrichtung 5 in die Grundposition erhalten.
[0059] Sofern die Kupplungsstange 3 weiter ausgelenkt werden soll, kann der Prozess gemäß
Fig. 4a bis 4c beliebig oft wiederholt werden bis eine maximal vorgesehene Auslenkung
der Kupplungsstange 3 bzw. Verschiebung der Zahnstange 15 erreicht ist. Ein Anhalten
an einer beliebigen Position des Hubweges des Huzylinders 10 ist gemäß diesem ersten
Ausführungsbeispiel nicht vorgesehen. Es wird stets eine komplette Bewegung des Hubzylinders
10 bzw. des Kolbens 12 aus der Grundposition bis zum Anschlag des Hubzylinders 10
bzw. des Gehäuses 5a ausgeführt. Anhand des immer wiederkehrenden Zurückfahrens der
Aktorvorrichtung 5 bzw. des Schlittens 5b in die Grundposition erfolgt die (Vor-)Auslenkung
der Kupplungsstange 3 mit dem Kupplungskopf 4 (in Fig. 2; 2a bis 2c nicht gezeigt)
schrittweise.
[0060] Fig. 5a zeigt ein weiteres, zweites Ausführungsbeispiel der Aktorvorrichtung 5, welches
nicht Teil der Erfindung ist. Die dargestellte Aktorvorrichtung 5 weist den Hubzylinder
110 auf, mit dem Zylindergehäuse 111 und dem Kolben 112. Der Kolben 112 weist den
Kolbenboden 112a und die Kolbenstange 112b auf. Der Kolbenboden 112b unterteilt das
Zylindergehäuse 111 in das erste Volumen V1 und das zweite Volumen V2. Die Kolbenstange
112b ist vorzugsweise direkt mit der Kupplungsstange 3 verbunden (in Fig. 5a nicht
dargestellt; siehe Fig. 1). Folglich führt eine Auslenkung des Kolbens 112 zu einer
direkten Auslenkung der Kupplungsstange 3 in axialer Richtung des Hubzylinders 10.
[0061] Das Zylindergehäuse 111 weist zwei Fluidzuläufe 113a; 113b in der Nähe der Endseiten
bzw. an den Endseiten auf. Gemäß Fig. 5a sind weiterhin vier Fluidauslässe 114a; 114b;
114c; 114d vorgesehen, die vorzugsweise in gleichem Abstand zueinander entlang der
Längsrichtung des Zylindergehäuses 111 verteilt sind. Ferner sind in der Grundposition
der Aktorvorrichtung 5 dem ersten Volumen V1 und dem zweiten Volumen V2 vorzugsweise
eine gleiche Anzahl an Fluidauslässen zugeordnet. Weiterhin sind an den Fluidauslässen
114a-114d jeweils Ventile vorgesehen (in Fig. 5a nicht dargestellt), sodass das strömungsmäßige
Öffnen eines Fluidauslasses 114a-114d, um Fluid aus dem ersten Volumen V1 und/oder
dem zweiten Volumen V2 des Zylindergehäuses 111 ausströmen zu lassen, steuerbar ist.
[0062] Die Figs. 5a bis 5c stellen eine Bewegung der zweiten Ausführungsform der Aktorvorrichtung
5 für ein erfindungsgemäßes Kupplungssystem dar, um eine (Vor-)Auslenkung der Kupplungsstange
3 eines Schienenfahrzeuges 1 zu erzielen.
[0063] Fig. 5a zeigt hierbei die Aktorvorrichtung 5 bzw. den Hubzylinder 10 in der Grundposition.
Die ersten drei Fluidauslässe 114a-c sind strömungsmäßig getrennt, während das Ventil
am vierten Fluidauslass 114d geöffnet ist. Im ersten Volumen V1 wird ein größerer
hydrostatischer Druck angelegt, als im zweiten Volumen V2. In der Folge bewegt sich
der Kolben 112 mit dem Kolbenboden 112a gemäß Fig. 5b nach rechts. Hierdurch wird
eine entsprechende Auslenkung der Kupplungsstange 3 über die Bewegung der Kolbenstange
112b erzielt.
[0064] In Fig. 5b ist der Zustand dargestellt, bevor der Kolbenboden 112a den geöffneten
vierten Fluidauslass 114d übertritt und hierbei verschließt. Sobald der Kolbenboden
112a den vierten Fluidauslass erreicht und diesen strömungsmäßig verschließt, sodass
kein weiteres Fluid aus dem zweiten Volumen V2 austreten kann, erhöht sich bei einer
fortlaufen Bewegung des Kolbens 112 nach rechts der hydrostatische Druck in dem zweiten
Volumen V2. Demnach wird eine Bewegung des Kolbens 112 abgebremst sobald der Kolbenboden
112a den strömungsmäßig geöffneten, vierten Fluidauslass erreicht und wenigstens teilweise
verschließt.
[0065] Fig. 5c zeigt den Zustand der Aktorvorrichtung 5 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel,
sobald der Kolbenboden 112a den strömungsmäßig verbundenen Fluidauslass 114d überschritten
hat. In diesem Zustand der Aktorvorrichtung 5 liegt eine strömungsmäßige Verbindung
über den vierten Fluidauslass 114d zu dem ersten Volumen V1 vor. Das zweite Volumen
V2 ist strömungsmäßig verschlossen, sodass kein Fluid aus dem zweiten Volumen V2 ausströmen
kann. Sobald der Kolbenboden 112b den geöffneten vierten Fluidauslass 114d erreicht
hat und diesen überschreitet, wird in dem zweiten Volumen V2 ein hydrostatischer Druck
erzeugt, der dem hydrostatischen Druck in dem ersten Volumen V1 entgegenstrebt. Die
hydrostatischen Drücke des ersten und zweiten Volumens V1; V2 gleichen sich an. In
der Folge wird eine Bewegung des Kolbens 12 abgebremst, bis die hydrostatischen Drücke
im ersten Volumen V1 und im zweiten Volumen V2 gleich sind.
[0066] In der Folge richtet sich der Kolbenboden 112a derart aus, dass ein Gleichgewicht
der hydrostatischen Drücke in dem ersten Volumen V1 und in dem zweiten Volumen V2
erreicht ist. Dabei verschließt der Kolbenboden 112a den geöffneten vierten Fluidanschluss
114d, sodass der Kolben 112 eine definierte Position einnimmt. Die Kupplungsstange
3 wird somit gezielt ausgelenkt. In Abhängigkeit von der Position der Fluidanschlüsse
114a-d sowie dem strömungsmäßigen Öffnen oder Schließen der Fluidanschlüsse 114a-d
ist auf diese Weise eine bestimmte Position mit dem pneuamtischen Hubzylinder gezielt
anfahrbar. Eine schrittweise Auslenkung der Kupplungsstange 3 über den gesamten Hubweg
des Hubzylindes 110 kann gleichfalls schrittweise erfolgen, indem die Fluidanschlüsse
114a-d nacheinander in gesteuerter Form entsprechend geöffnet und geschlossen werden.
[0067] Indem über die Fluidanschlüsse 113a; 113b das jeweilige Volumen V1; V2 mit einem
spezifischen pneumatischen Druck beaufschlagt wird, sodass der Kolbenboden 112a ferner
in einer gewünschten Position gehalten werden kann. Ferner kann ein Fluidauslass 114a-d
oder können mehrere Fluidauslässe 114a-d anhand der zugeordneten Ventile gleichzeitig
oder seriell strömungsmäßig geöffnet bzw. strömungsmäßig geschlossen werden, kann
eine bedarfsweise Bewegung des Kolbens 112 des Hubzylinders 110 gesteuert werden.
Insbesondere sind hierbei auch pneumatische Hubzylinder mit größeren Hubwegen einsetzbar,
da eine gezielte Positionierung des Kolbens 112 anhand der Fluidauslässe 114a-d erfolgt.
Insbesondere ist somit eine schrittweise Auslenkung der Kupplungsstange 3 möglich,
die direkt mit der Kolbenstange 112b in Verbindung steht.
Bezugszeichen
[0068]
- V1
- erstes Volumen
- V2
- zweites Volumen
- 1
- Schienenfahrzeug
- 2
- Lagerbock
- 2a
- Gelenkige Verbindung an dem Lagerbock
- 3
- Kupplungsstange
- 4
- Kupplungskopf
- 5
- Aktorvorrichtung
- 5a
- Gehäuse
- 5b
- Schlitten
- 10
- Hubzylinder
- 11
- Zylindergehäuse
- 12
- Kolben
- 12a
- Kolbenboden
- 12b
- Kolbenstange
- 13a
- erster Fluidzulauf
- 13b
- zweiter Fluidzulauf
- 14a-d
- Fluidauslass
- 15
- Zahnstange
- 16a
- erste Klinke
- 16b
- zweite Klinke
- 17
- Rampe
- 18
- Rückholfeder
- 19
- Druckfeder
- 20
- Aufnahme
1. Kupplungssystem für ein Schienenfahrzeug (1), mit einem Lagerbock (2), der an dem
Schienenfahrzeug (1) anordbar ist, mit einer Kupplungsstange (3), die an ihrem ersten
Ende über eine gelenkige Verbindung (2a) mit dem Fahrzeug (1) verbindbar ist, mit
einem Kupplungskopf (4), der an dem zweiten Ende der Kupplungsstange (3), welches
im montierten Zustand dem Schienenfahrzeug (1) abgewandt ist, vorgesehen ist, und
mit einer Aktorvorrichtung (5), die seitlich der Kupplungsstange (3) angeordnet und
mit dem Schienenfahrzeug (1) verbindbar ist,
wobei
die Aktorvorrichtung (5) in Bezug auf die Kupplungsstange (3) einseitig vorgesehen
ist und einen pneumatischen Hubzylinder (10; 110) aufweist, sodass die Kupplungsstange
(3) an ihrem zweiten Ende mit dem Kupplungskopf (4) in zwei entgegengesetzte Richtungen
insbesondere schrittweise auslenkbar ist und die Aktorvorrichtung (5) kraftschlüssig
und/oder formschlüssig mit der Kupplungsstange (3) verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktorvorrichtung (5) ein Gehäuse (5a) aufweist, in dem ein Schlitten (5b) angeordnet
ist, der mit dem Hubzylinder (10) derart verbunden ist, dass der Schlitten (5b) bei
Bewegung des Kolbens (12) gegenüber dem Gehäuse (5a) in axialer Richtung des Hubzylinders
(10) verschiebbar ist,
wobei die Aktorvorrichtung (5) mit einer Zahnstange (15) vorgesehen ist, die in dem
Gehäuse (5a) der Aktorvorrichtung (5) verschiebbar vorgesehen ist, und
wobei die Aktorvorrichtung (5) mit einer drehbar gelagerten ersten Klinke (16a) und
einer drehbar gelagerten zweiten Klinke (16b) in dem Schlitten (5b) sowie mit einer
Rampe (17) in dem Gehäuse (5a), auf der die erste Klinke (16a) und die zweite Klinke
(16b) verschiebbar sind, derart vorgesehen ist, dass bei Bewegung des Schlittens (5b)
eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Schlitten (5b) und der Zahnstange (15)
mittels der ersten Klinke (16a) oder der zweiten Klinke (16b) herstellbar ist.
2. Kupplungssystem nach Anspruch 1,
wobei der Hubzylinder (10; 110) ein Zylindergehäuse (11; 111) aufweist, das mit einem
ersten Fluidanschluss (13a; 113a) und einem zweiten Fluidanschluss (13b; 113b) versehen
ist.
3. Kupplungssystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
wobei der Hubzylinder (10; 110) eine Grundposition aufweist, bei der sich ein Kolbenboden
(12a; 112a) eines Kolbens (12; 112) des Hubzylinders (10; 110) in einer Mittelposition
befindet, sodass der Kolben (12; 112) in beide axialen Richtungen des Hubzylinders
(10; 110) bewegbar ist.
4. Kupplungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Aktorvorrichtung (5) eine Rückholfeder (18) aufweist, die mit dem Gehäuse
(5a) und dem Schlitten (5b) derart verbunden ist, dass die Aktorvorrichtung (5) in
die Grundposition rückstellbar ist, in der die erste Klinke (16a) und die zweite Klinke
(16b) auf der Rampe (17) aufliegen.
5. Kupplungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Gehäuse (5a) der Aktorvorrichtung (5) eine Bremseinheit aufweist, sodass
eine relative Bewegung der Zahnstange (15) gegenüber dem Gehäuse (5a) verzögerbar
ist.
6. Kupplungssystem nach Anspruch 5,
wobei die Verzögerung durch Reibung erfolgt.
1. Système d'attelage pour un véhicule ferroviaire (1), comprenant un bloc de support
(2) susceptible d'être agencé sur le véhicule ferroviaire (1), une barre d'attelage
(3) reliée par sa première extrémité au véhicule (1) par l'intermédiaire d'une liaison
articulée (2a), une tête d'attelage (4) prévue à la seconde extrémité de la barre
d'attelage (3) détournée du véhicule ferroviaire (1) dans l'état monté, et comprenant
un dispositif d'actionnement (5) disposé latéralement à côté de la barre d'attelage
(3) et susceptible d'être relié au véhicule ferroviaire (1),
dans lequel
le dispositif d'actionnement (5) est prévu sur un côté par rapport à la barre d'attelage
(3) et présente un vérin de levage pneumatique (10 ; 110), de sorte qu'à sa seconde
extrémité, pourvue de la tête d'attelage (4), la barre d'attelage (3) peut être déviée,
en particulier progressivement, dans deux directions opposées, et le dispositif d'actionnement
(5) peut être relié à la barre d'attelage (3) par coopération de force et/ou de forme,
caractérisé en ce que
le dispositif d'actionnement (5) comprend un boîtier (5a) dans lequel est disposé
un chariot (5b) qui est relié au vérin de levage (10) de telle sorte que le chariot
(5b) peut être déplacé dans la direction axiale du vérin de levage (10) lorsque le
piston (12) est déplacé par rapport au boîtier (5a), le dispositif d'actionnement
(5) est pourvu d'une crémaillère (15) qui est prévue de manière déplaçable dans le
boîtier (5a) du dispositif d'actionnement (5), et
le dispositif d'actionnement (5) est pourvu d'un premier cliquet (16a) monté de manière
rotative et d'un second cliquet (16b) monté de manière rotative dans le chariot (5b)
et d'une rampe (17) dans le boîtier (5a) sur laquelle le premier cliquet (16a) et
le second cliquet (16b) sont déplaçables, de telle sorte que, lors d'un mouvement
du chariot (5b), une liaison par coopération de forme peut être établie entre le chariot
(5b) et la crémaillère (15) au moyen du premier cliquet (16a) ou du second cliquet
(16b).
2. Système d'attelage selon la revendication 1,
dans lequel
le vérin de levage (10 ; 110) présente un boîtier de vérin (11 ; 111) qui est pourvu
d'un premier raccord à fluide (13a ; 113a) et d'un second raccord à fluide (13b ;
113b).
3. Système d'attelage selon l'une des revendications 1 ou 2,
dans lequel
le vérin de levage (10 ; 110) présente une position de base dans laquelle une tête
de piston (12a ; 112a) d'un piston (12 ; 112) du vérin de levage (10 ; 110) est dans
une position centrale, de sorte que le piston (12 ; 112) est mobile dans les deux
directions axiales du vérin de levage (10 ; 110).
4. Système d'attelage selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel
le dispositif d'actionnement (5) présente un ressort de rappel (18) qui est relié
au boîtier (5a) et au chariot (5b) de telle sorte que le dispositif d'actionnement
(5) peut être ramené dans la position de base dans laquelle le premier cliquet (16a)
et le second cliquet (16b) reposent sur la rampe (17).
5. Système d'attelage selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel
le boîtier (5a) du dispositif d'actionnement (5) comprend une unité de freinage, de
sorte qu'un mouvement relatif de la crémaillère (15) par rapport au boîtier (5a) peut
être décéléré.
6. Système d'attelage selon la revendication 5,
dans lequel
la décélération se fait par friction.