[0001] Die Erfindung betrifft ein Mahlwerk mit einem um eine erste Drehachse rotierbaren
Mahlteller umfassend mindestens zwei Mahlwalzen, die jeweils um eine jeweils zweite
Drehachse drehbar derart angeordnet sind, dass Mahlgut zwischen dem Mahlteller und
den Mahlwalzen im Betrieb zerkleinerbar ist. Daneben betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Betrieb des Mahlwerks. Zur Erhöhung der Verfügbarkeit wird vorgeschlagen, dass
das Mahlwerk mindestens eine Sensoranordnung umfasst, mittels dessen eine Neigungsänderung
des Mahltellers über einen bestimmten Schwellwert hinaus erkennbar ist.
[0002] Aus der
EP 3 056 278 A1 ist bereits eine Vertikalmühle mit einem auf einem Mahlteller abrollenden Mahlwalzen,
die ein Mahlgut zerkleinern, bekannt.
[0003] Industrielle Mahlwerke eingangs definierter Art, insbesondere Vertikalmühlen, die
z.B. in der Zementvermahlung zum Einsatz kommen, umfassen einen Mahlteller, der über
einen Antrieb in Rotation versetzt wird. Während des Betriebes drücken auf den Mahlteller
mehrere über den Umfang verteilte Mahlwalzen, die das auf den Mahlteller aufgebrachte
Mahlgut zermahlen. Der Mahlteller rotiert hierbei um eine erste Drehachse und die
Mahlwalzen rotieren jeweils um eine jeweils zweite Drehachse. Sollte das Eigengewicht
der Mahlwalzen für das Zerkleinern des Mahlguts nicht ausreichen, erfolgt eine Kraftaufprägung
auf die Mahlwalzen, üblicherweise hydraulisch, sodass der Mahlteller durch alle Mahlwalzen
gleichmäßig belastet wird. Die naturgemäß im Mahlprozess entstehenden Druck- und Querkräfte
werden über die Lagerung des Mahltellers aufgenommen. Eine derartige Lagerung ist
in der Regel als Gleitlagerung ausgebildet, wobei die Lagerung häufig Bestandteil
des Getriebes, das den Mahlteller in Rotation versetzt, ist.
[0004] Bei ungleichen Anpresskräften der einzelnen Mahlwalzen, verursacht beispielsweise
durch eine technische Störung in der Hydraulik der Mahlwalzen oder in der Anlagensteuerung
beispielsweise einer Zementmühle, wird die Lagerung des Mahltellers zusätzlich zu
den Druckkräften mit einem Kippmoment beansprucht. Da die Lagerung des Mahltellers
konstruktiv lediglich Druck- und Querkräfte aufnehmen kann, kann in solchen Fällen
der Mahlteller kippen und die Lagerung des Mahltellers, z.B. ein Axialgleitlager und/oder
das Getriebe einer Vertikalmühle unterhalb des Mahltellers - kann beschädigt werden.
[0005] Ausgehend von den Problemen und Nachteilen des Standes der Technik hatte sich die
Erfindung zur Aufgabe gemacht, eine Mahltellerverkippung frühzeitig zu erkennen und
damit etwaige Beschädigungen des Mahlwerks zu verhindern.
[0006] Zur erfindungsgemäßen Lösung der Aufgabe wird ein Mahlwerk eingangs definierter Art
mit den zusätzlichen Merkmalen des Kennzeichens des unabhängigen Anspruchs 1 vorgeschlagen.
Daneben schlägt die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines Mahlwerks gemäß der
Verfahrensansprüche vor. Die jeweils abhängigen Unteransprüche beinhalten vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung.
[0007] Bei dem Mahlwerk nach der Erfindung handelt es sich bevorzugt um ein Vertikalmahlwerk,
wobei die erste Drehachse hierbei eine bevorzugt im Wesentlichen vertikale Ausrichtung
aufweist. Ein erfindungsgemäßes Mahlwerk weist mindestens zwei Mahlwalzen auf, die
jeweils um eine jeweils zweite Drehachse drehbar derart angeordnet sind, dass das
Mahlgut zwischen dem Mahlteller und Umfangsflächen der Mahlwalzen im Betrieb zerkleinerbar
ist. Hierbei weisen die Mahlwalzen eine im Wesentlichen zylindrische oder konische
Form von Mahlflächen auf, die rollend mit dem Mahlteller bzw. dem Mahlgut in Eingriff
stehen. Die mehreren Mahlwalzen weisen jeweils eine eigene zweite Drehachse auf, wobei
die zweite Drehachse begrifflich nicht für die einzelnen Mahlwalzen unterschieden
wird, da diese, bis auf die jeweilige Ausrichtung und Umfangsposition keine grundlegenden
Unterschiede zueinander aufweisen. Die zweiten Drehachsen weisen hierbei zu der ersten
Drehachse jeweils einen im Wesentlichen stumpfen Winkel auf, wobei insbesondere auch
ein rechter Winkel denkbar ist. Besonders bevorzugt sind die Umfangsflächen der Mahlwalzen,
die mit dem Mahlgut zermahlend in Kontakt treten konisch ausgebildet, wobei der Konuswinkel
bevorzugt derart mit dem Winkel zwischen der ersten und der zweiten Drehachse in Zusammenhang
steht, dass eine im Wesentlichen linienartige Auflage zwischen Mahlteller und Mahlwalze
entsteht. Die Begriffe Mahlwerk und Mühle werden vorliegend im Wesentlichen synonym
verwendet.
[0008] Begriffe, wie radial, tangential oder Umfangsrichtung beziehen sich jeweils auf die
erste Drehachse - oder, wenn dies entsprechend angegeben ist, auf eine jeweils zweite
Drehachse.
[0009] Die erfindungsgemäße Sensoranordnung, die eine Neigungsänderung des Mahltellers über
einen bestimmten Schwellwert hinaus erkennt, ermöglicht es, folgenschwere Schäden
an Gleitlagern oder sonstigen Lagerungen des Mahltellers und angrenzenden Komponenten
bei erfindungsgemäßen Mahlwerken, insbesondere Vertikalmühlen, zu verhindern. Dementsprechend
werden lange Produktionsausfälle und kostspielige Reparaturen vermieden. Die erfindungsgemäß
dezidierte Feststellung einer Neigungsänderung des Mahltellers ermöglicht eine Trennung
der Verkippung des Mahltellers von etwaigen translatorischen Bewegungen, die für den
Betrieb der Lager des Mahltellers in der Regel unproblematisch sind. Die Feststellung
des Überschreitens eines bestimmten Schwellwertes hinsichtlich der Neigungsänderung
des Mahltellers ermöglicht eine frühzeitige Alarmierung bei einer Verkippung, sodass
zum Beispiel Probleme in der Ölversorgung der Lager präzise von der Verkippung des
Mahltellers in Folge ungleicher Belastung unterschieden werden können.
[0010] Eine vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass das Mahlwerk eine Steuerung und mindestens
eine Mensch-Maschine-Schnittstelle umfasst, wobei die Steuerung mit der Mensch-Maschine-Schnittstelle
und der Sensoranordnung in Verbindung steht und wobei die Steuerung derart ausgebildet
ist, dass eine Warnung mittels der Mensch-Maschine-Schnittstelle anzeigbar ist, sobald
eine Neigungsänderung des Mahltellers über den bestimmten Schwellwert hinaus von der
Sensoranordnung erfasst wird. In Abhängigkeit von der sonstigen Betriebssituation
des Mahlwerks kann das Betriebspersonal mittels dieser Warnung sofort entscheiden,
ob das Mahlwerk anzuhalten ist und die Ursache der etwaigen Verkippung festgestellt
werden muss.
[0011] Grundsätzlich ist es möglich, dass der Mahlteller des Mahlwerks mittels Wälzlager
gelagert ist, wobei die Lagerung mittels Gleitlagern bevorzugt ist, besonders bevorzugt
mittels Kippsegment-Gleitlagern.
[0012] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Sensoranordnung Sensoren
umfasst, die als Wirbelstromsensoren, Taster, optische Sensoren oder kapazitative
Sensoren ausgebildet sind. Hierbei ist es zweckmäßig, wenn die Sensoranordnung mindestens
drei Wegsensoren umfasst. Besonders vorteilhafte können diese Wegsensoren gegen eine
Lagerlauffläche des Mahltellers eine Lageänderung bzw. eine Abstandsänderung messen,
wobei die Anordnung dieser Wegsensoren bevorzugt in der Form eines Dreiecks ausgebildet
ist.
[0013] Besonders zweckmäßig ermittelt die Steuerung mit der Sensoranordnung aus den Messungen
der Sensoranordnung einen Verkippungswinkel, der die Winkelabweichung der tatsächlichen
ersten Rotationsachse von der Sollausrichtung der ersten Rotationsachse angibt.
[0014] Besonders zweckmäßig ist eine Ausbildung der Steuerung derart, dass die Steuerung
aus den Messungen der Sensoranordnung die Richtung der Verkippung ermittelt, sodass
die Umfangsposition der aufgrund der Verkippung tiefsten oder höchsten Stelle auf
der Anzeigevorrichtung anzeigbar ist. Hierdurch wird die Reparatur des Mahlwerks oder
die Beseitigung der Ursache der Verkippung beschleunigt und dementsprechend die Verfügbarkeit
des Mahlwerks erhöht.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb eines Mahlwerks, insbesondere der oben
definierten Art, umfasst den Betrieb des Mahlwerks, messen von Größen, die die Ermittlung
einer Verkippung des Mahltellers aus einer Soll-Position heraus ermöglichen, Vergleichen
einer Neigungsänderung des Mahltellers mit einem bestimmten Schwellwert, Ausgabe einer
Warnung mittels einer Mensch-Maschine-Schnittstelle, dass die Neigungsänderung des
Mahltellers den bestimmten Schwellwert erreicht oder überschritten hat. Die Neigungsänderung
des Mahltellers bezieht sich grundsätzlich vorliegend auf eine Veränderung der Ausrichtung
der ersten Drehachse des Mahltellers.
[0016] Eine vorteilhafte Weiterbildung des Verfahrens nach der Erfindung sieht vor, dass
ein Verkippungswinkel mittels der Steuerungseinheit ermittelt wird, der die Winkelabweichungen
der gegenwärtigen ersten Rotationsachse von der Soll-Ausrichtung der ersten Rotationsachse
angibt. Weiterhin ist ein Ausgeben des Verkippungswinkels auf einer Anzeigevorrichtung
des Mahlwerks bzw. mittels der Mensch-Maschine-Schnittstelle besonders vorteilhaft.
Diese Angabe des Verkippungswinkels ermöglicht es dem Bedienpersonal des Mahlwerks
schnell Maßnahmen zu ergreifen, die unzulässige Verkippungen abzustellen und den Betrieb
des Mahlwerks wieder aufzunehmen.
[0017] Eine weitere Beschleunigung der möglicherweise notwendigen Wartungsarbeiten ermöglicht
eine vorteilhafte Ausbildung des Verfahrens, bei der die Richtung der Verkippung ermittelt
wird, sodass die Umfangsposition der aufgrund der Verkippung tiefsten Stelle oder
der höchsten Stelle auf der Anzeigevorrichtung anzeigbar ist. Im Folgenden ist die
Erfindung anhand eines speziellen Ausführungsbeispiels zur Verdeutlichung näher beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- einen schematischen Längsschnitt durch ein Mahlwerk nach der Erfindung,
- Figur 2
- einen Schnitt gemäß II-II ausgewiesen in der Figur 1,
- Figur 3
- eine perspektivische schematische Darstellung des Mahltellers, der Sensoranordnung
und der Lagerung des Mahltellers,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung der geometrischen Zusammenhänge zwischen dem Mahlteller,
der Verkippung und der Sensoranordnung,
- Figur 5
- ein schematisches Ablaufdiagramm des Verfahrens zum Betrieb eines Mahlwerks nach der
Erfindung.
[0018] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Längsschnitts eines Ausschnitts
eines erfindungsgemäßen Mahlwerks GAR. Das Mahlwerk GAR umfasst einen um eine erste
Drehachse RX1 rotierbaren Mahlteller GTL und mindestens zwei Mahlwalzen GRL, die jeweils
um eine jeweils zweite Drehachse RX2 drehbar angeordnet sind. Das Mahlgut GRM wird
zwischen dem Mahlteller GTL und den Mahlwalzen GRL im Betrieb zerkleinert. Die jeweils
individuellen zweiten Drehachsen RX2 der einzelnen Mahlwalzen GRL bilden mit der ersten
Drehachse RX1 des Mahltellers GTL jeweils einen stumpfen Winkel, der auch rechtwinklig
sein kann. Vorliegend sind die Mahlwalzen GRL mit konischen Mahlflächen ausgebildet.
Dementsprechend sind die zweiten Drehachsen RX2 schräg zur ersten Drehachse RX1 orientiert.
[0019] Der Mahlteller GTL ist axial mittels Lagern BEA, die als Gleitlager SBE und hier
als Kippsegmentlager TPB ausgebildet sind, ausgestattet. Der Mahlteller GTL wird mittels
eines nicht dargestellten Antriebs mittels einer Antriebswelle DRS in Drehung um die
vertikale erste Drehachse RX1 versetzt. Die Antriebswelle DRS ist hierbei mittels
Radiallagern RBE zu einem Stator STA derart gelagert, dass die erste Drehachse RX1
vertikal ausgerichtet ist.
[0020] Im Bereich der axialwirkenden Lager BEA befinden sich Sensoren DS1, DS2, DS3 einer
Sensoranordnung SNA, die eine Verkippung des Mahltellers GTL an eine mit der Sensoranordnung
SNA in Verbindung stehende Steuerung CPU ermittelt. Wie auch in den Figuren 2, 3 und
4 schematisch gezeigt, befinden sich Sensoren DS1, DS2, DS3 bevorzugt nahe der axialwirkenden
Lagerung BEA, sodass die Sensoren DS1 - DS3 gegen die Lagerfläche des Mahltellers
GTL messen können. Die Sensoren sind in dem Beispiel als Wegsensoren ausgebildet,
sodass eine Abstandsveränderung zwischen dem Stator STA und dem Mahlteller GTL von
den Sensoren erkannt wird. Sofern die Sensoren DS1 - DS3 unterschiedliche Abstände
messen, kann davon ausgegangen werden, dass die erste Drehachse RX1 von der ursprünglichen
Soll-Position in der Art einer Neigungsveränderung des Mahltellers GTL abweicht.
[0021] Figur 4 zeigt die Methode zur Bestimmung des Verkippungswinkel des Mahltellers Θ
und des Azimutwinkels
φ, der Verkippung mittels der Steuerung CPU. Die Steuerung CPU bestimmt zunächst die
Koordinaten der von der Sensoranordnung SNA erfassten Punkte auf der umlaufenden Gleitlager-Lauffläche
SBS des Mahltellers GTL. Am Beispiel von drei Sensoren DS1, DS2, DS3 ergibt sich aus
Figur 4 folgendes:

[0022] Die Koordinaten
x0,A,B,C, y0,A,B,C, bezeichnen dabei die konstruktiv festgelegte Position des Sensors in einem feststehenden
kartesischen Koordinatensystem beliebigen Ursprungs, dessen z-Achse mit der ersten
Drehachse RX1 des Mahltellers GTL im unverkippten Zustand übereinstimmt. Die Koordinaten
si(
t) entsprechen den Messwerten der Wegsensoren DS1, DS2, DS3. Die Verkippung des Mahltellers
GTL wird über den Normalenvektor der Ebene berechnet, die der rotierenden Lauffläche
des Gleitlagers entspricht. Der Normalenvektor dieser Ebene wird durch Bildung des
Kreuzproduktes zwischen den Verbindungsvektoren
AB und
AC bestimmt:

[0023] Der Verkippungswinkel des Mahltellers über Zeit Θ(t ergibt sich über das Skalarprodukt
des Normalenvektors
n(
t):

wobei
ez den Einheitsvektor in z-Koordinatenrichtung bezeichnet. Die Richtung, in die der
Mahlteller GTL verkippt, lässt sich über den Azimutwinkel φ beschreiben, der den Winkel
zur x-Achse in der XY-Ebene beschreibt. Dieser lässt sich über

bestimmen, wobei der Winkel φ Werte von [0
,2
π] annehmen kann.
[0024] Für die grafische Visualisierung der beiden Kennwerte kann ein sogenannter Orbitplot
zum Einsatz kommen. Hierfür wird der Normalenvektor der Ebene auf die XY-Ebene projiziert.
Die Verkippung des Mahltellers kann so zur Diagnose visualisiert werden.
[0025] Figur 5 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm des Verfahrens zum Betrieb eines erfindungsgemäßen
Mahlwerks nach der Erfindung. Zunächst wird das Mahlwerk GAR in Betrieb genommen Inbetriebnahme
(1)) und anschließend bzw. gleichzeitig beginnt das Messen von Größen (2)), die die
Ermittlung einer Verkippung des Mahltellers GTL aus einer Soll-Position heraus ermöglichen.
Auf Basis dieser Messungen (2)) erfolgt ein Vergleichen (3)) einer Neigungsänderung
des Mahltellers GTL mit einem bestimmten Schwellwert TRS. Besonders bevorzugt ermittelt
hierzu die Steuerung CPU einen Verkippungswinkel
Θ aus den Messungen der Sensoranordnung SNA, deren Sensoren DS1, DS2 und DS3 jeweils
Abstände zwischen dem Stator STA und dem Mahlteller GTL liefern. Sofern die Neigungsänderung
Θ des Mahltellers GTL den bestimmten Schwellwert TRS überschreitet, erfolgt die Ausgabe
einer Warnung ALR (4)) mittels einer Mensch-Maschine-Schnittstelle HMI, dass die Neigungsänderung
Θ des Mahltellers GTL den bestimmten Schwellwert TRS erreicht oder überschritten hat.
Die Warnung kann sowohl auf einer optischen Anzeigevorrichtung DSP oder auf einer
akustischen Anzeigevorrichtung ACA als Warnung ALR ausgegeben werden. Sofern es nicht
zu einer Abschaltung des Mahlwerks kommt, wird der Zyklus des Vergleichens 3 auf Basis
der Messungen der Sensoranordnung SNA und der Auswertung der Steuerung CPU wiederholt
und ggf. wird wiederholt eine Warnung ALR ausgegeben. Besonders bevorzugt wird der
Verkippungswinkel
Θ auf der Anzeigevorrichtung DSP des Mahlwerks GAR ausgegeben. Eine vorteilhafte Weiterbildung
umfasst zudem die Ermittlung der Richtung der Verkippung
Φ, sodass die Umfangsposition der aufgrund der Verkippung tiefsten Stelle oder der
höchsten Stelle auf der Anzeigevorrichtung DSP anzeigbar ist.
1. Mahlwerk (GAR) mit einem um eine erste Drehachse (RX1) rotierbaren Mahlteller (GTL)
umfassend
mindestens zwei Mahlwalzen (GRL), die jeweils um eine jeweils zweite Drehachse (RX2)
drehbar derart angeordnet sind, dass Mahlgut zwischen dem Mahlteller (GTL) und den
Mahlwalzen (GRL) im Betrieb zerkleinerbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mahlwerk (GAR) mindestens eine Sensoranordnung (SNA) umfasst, mittels dessen eine
Neigungsänderung des Mahltellers (GTL) über einen bestimmten Schwellwert (TRS) hinaus
erkennbar ist.
2. Mahlwerk (GAR) nach Anspruch 1, wobei das Mahlwerk (GAR) eine Steuerung (CPU) und
mindestens eine Mensch-Maschine Schnittstelle (HMI) umfasst, wobei die Steuerung (CPU)
mit der Mensch-Maschine Schnittstelle (HMI) und der Sensoranordnung (SNA) in Verbindung
steht und wobei die Steuerung (CPU) derart ausgebildet ist, dass eine Warnung (ALR)
mittels der Mensch-Maschine Schnittstelle (HMI) anzeigbar ist, sobald eine Neigungsänderung
des Mahltellers (GTL) über den bestimmten Schwellwert (TRS) hinaus von der Sensoranordnung
(SNA) erfasst wird.
3. Mahlwerk (GAR) nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Mahlwerk (GAR) Lager (BEA) zur Lagerung
des Mahltellers (GTL) umfasst, die insbesondere als Gleitlager (SBE) ausgebildet sind.
4. Mahlwerk (GAR) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, wobei die
Sensoranordnung (SNA) Sensoren umfasst, die als Wirbelstromsensoren, Taster, optische
Sensoren oder kapazitative Sensoren ausgebildet sind.
5. Mahlwerk (GAR) nach dem der vorhergehenden Anspruche 4, wobei die Sensoranordnung
(SNA) mindestens drei Wegsensoren (DS1, DS2, DS3) umfasst.
6. Mahlwerk (GAR) nach mindestens dem vorhergehenden Anspruch 5, wobei die Wegsensoren
(DS1, DS2, DS3) gegen eine Lagerlauffläche (BTL) des Mahltellers (GTL) messen.
7. Mahlwerk (GAR) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüchen 5, 6, wobei die
mindestens drei Wegsensoren (DS1, DS2, DS3) mit ihrer Anordnung ein Dreieck beschreiben.
8. Mahlwerk (GAR) nach mindestens dem vorhergehenden Anspruch 3, wobei die Lager (BEA)
als Kippsegmentlager (TPB) ausgebildet sind.
9. Mahlwerk (GAR) nach mindestens dem vorhergehenden Anspruch 2, wobei die Steuerung
(CPU) mit der Sensoranordnung (SNA) in Verbindung steht und derart ausgebildet ist,
dass diese aus den Messungen der Sensoranordnung (SNA) einen Verkippungswinkel (Θ)ermittelt, der die Winkelabweichung der tatsächlichen ersten Rotationsachse (RX1)
von der Soll-Ausrichtung der ersten Rotationsachse (RX1) angibt.
10. Mahlwerk (GAR) nach mindestens den vorhergehenden Ansprüchen 2 und 9, wobei die Steuerung
(CPU) derart ausgebildet ist, dass die Steuerung (CPU) aus den Messungen der Sensoranordnung
(SNA) die Richtung der Verkippung ermittelt, sodass die Umfangsposition der aufgrund
der Verkippung tiefsten oder höchsten Stelle auf der Anzeigevorrichtung (DSP) anzeigbar
ist.
11. Verfahren zum Betrieb eines Mahlwerks (GAR), insbesondere nach mindestens einem der
vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, umfassend:
- Betrieb des Mahlwerks (GAR) umfassend einen Mahlteller (GTL),
- Messen von Größen, die die Ermittlung einer Verkippung des Mahltellers (GTL) aus
einer Sollposition heraus ermöglichen,
- Vergleichen einer Neigungsänderung des Mahltellers (GTL) mit einen bestimmten Schwellwert
(TRS),
- Ausgabe einer Warnung (ALR) mittels einer Mensch-Maschine Schnittstelle (HMI), dass
die Neigungsänderung des Mahltellers (GTL) den bestimmten Schwellwert (TRS) erreicht
oder überschritten hat.
12. Verfahren nach Anspruch 11 umfassend
- Ermitteln eines Verkippungswinkels (Θ), der die Winkelabweichung der gegenwärtigen ersten Rotationsachse (RX1) von der
Soll-Ausrichtung der ersten Rotationsachse (RX1) angibt,
- Ausgeben des Verkippungswinkels (Θ) auf einer Anzeigevorrichtung (DSP) des Mahlwerks (GAR).
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12 umfassend
- Ermitteln der Richtung der Verkippung, sodass die Umfangsposition der aufgrund der
Verkippung tiefsten Stelle auf der Anzeigevorrichtung (DSP) anzeigbar ist.