Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto.
Das Modellauto umfasst ein Chassis mit mindestens drei daran drehbar gelagerten Rädern
und einen spannbaren Federmechanismus, der mit mindestens einem der Räder in Drehverbindung
steht, um dieses anzutreiben. Die in dem gespannten Federmechanismus gespeicherte
Energie dient zum Antrieb des mindestens einen antreibbaren Rads und zum Vortrieb
des auf einer Oberfläche stehenden Modellautos.
Hintergrund der vorliegenden Erfindung
[0002] Ein solches Modellauto treibt in der Regel mindestens eines der hinteren Räder über
einen Federmechanismus zur Drehung an, so dass ein Vortrieb des Modellautos aufgrund
der in dem Federmechanismus gespeicherten Energie erzielt wird. Der Federmechanismus
ist bevorzugt an dem Chassis des Modellautos befestigt. Er umfasst mindestens ein
Federelement, das vor dem Betrieb des Modellautos gespannt werden kann. Das Federelement
umfasst bspw. eine Spiralfeder, ein Gummiband oder ähnliches. Der Federmechanismus
kann durch Zurückziehen des auf einer Oberfläche stehenden Modellautos erfolgen. Dabei
werden die angetriebenen Räder des Modellautos entgegen der Vortriebsrichtung gedreht
und spannen das Federelement. Alternativ kann der Federmechanismus durch Aufziehen
mittels eines Hebels oder eines Schlüssels bei gleichzeitiger Drehverhinderung des
mindestens einen angetriebenen Rads erfolgen.
[0003] Die bekannten Rückzieh- und Aufziehmodellautos fahren in der Regel nur auf geraden
Bahnen. Ein Lenken der Räder, insbesondere der Vorderräder, ist nicht vorgesehen.
Es ist allenfalls möglich, lenkbare Vorderräder vorab auf einen bestimmten Lenkwinkel
einzustellen, so dass das Modellauto nicht auf einer geraden Bahn, sondern auf einer
Kreisbahn fährt. Der Lenkwinkel bestimmt dabei den Radius der Kreisbahn. Die Folge
ist ein wenig realitätsnaher Betrieb des Modellautos.
[0004] Ein Rückziehmodellauto der bekannten Art ist bspw. aus der
US 2002/ 072 294 A1 bekannt. Dort ist die Funktion und der Aufbau, insbesondere des Federmechanismus
zum Vortrieb des Modellautos, ausführlich beschrieben. Auf die dortigen Ausführungen
wird ausdrücklich Bezug genommen und der Gegenstand dieser Druckschrift wird zum Inhalt
der vorliegenden Anmeldung gemacht. Das in dieser Druckschrift beschriebene Rückziehmodellauto
ist ausschließlich zur Geradeausfahrt ausgebildet. Ferner ist es bspw. aus der
CN 101 869 767 A bekannt, bei einem Rückziehmodellauto eines oder mehrere Räder auf einer Seite des
Autos mit einem von den anderen Rädern abweichenden Durchmesser auszugestalten, so
dass das Modellauto eine fest vorgegebene Kurve fährt.
Zusammenfassung der vorliegenden Erfindung
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Rückzieh- und
Aufziehmodellauto der eingangs genannten Art dahingehend auszugestalten und weiterzubilden,
dass ein realitätsnäherer Betrieb möglich ist.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Rückzieh- und Aufziehmodellauto mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Insbesondere wird ausgehend von dem Rückzieh- und Aufziehmodellauto
der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass das Modellauto
mindestens ein an dem Chassis um eine Lenkachse angelenktes lenkbares Rad, und
einen Umlenkmechanismus aufweist, der mit dem Federmechanismus derart in Wirkverbindung
steht, dass ein Teil der in dem gespannten Federmechanismus gespeicherten Energie
zum Lenken des mindestens einen lenkbaren Rads während des Vortriebs des Modellautos
genutzt werden kann.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0007] Das erfindungsgemäße Modellauto kann während des Vortriebs eine variable Kurvenfahrt
ausführen. Insbesondere variiert der Radius und/ oder die Richtung der Kurvenbahn
dynamisch während des Vortriebs des Modellautos. Auf diese Weise kann das Modellauto
während des Vortriebs eine S-förmige, eine 8-förmige, eine kreisförmige Bahn mit dynamisch
variierenden Radius oder eine beliebig andere Bahn ausführen. Anfangs- und Endpunkt
der Bahn müssen nicht übereinstimmen. Selbstverständlich müssen die genannten Bahnen
auch nicht hochgenau abgefahren werden. Vielmehr reicht es, wenn die Bahnen näherungsweise
abgefahren werden.
[0008] Der Umlenkmechanismus umfasst ein Umlenkgetriebe, das ausgebildet ist, einen Teil
der in dem gespannten Federmechanismus gespeicherten Energie in eine Drehbewegung
umzusetzen, die zum Lenken des mindestens einen lenkbaren Rads des Modellautos genutzt
wird. Ferner umfasst der Umlenkmechanismus ein Lenkgetriebe, das die Drehbewegung
eines Abtriebsrads des Umlenkgetriebes in eine lineare Lenkbewegung des mindestens
einen lenkbaren Rads umwandelt. Die Richtung der Lenkbewegung verläuft vorzugsweise
senkrecht zur Fahrtrichtung des Modellautos während des Vortriebs bei Geradeausfahrt
und parallel zu der Drehachse der angetriebenen Räder. Vorzugsweise variiert der Lenkwinkel
des mindestens einen angelenkten Rads dynamisch während des Vortriebs des Modellautos
in Größe und/oder Richtung. Die Lenkbewegung muss nicht symmetrisch zur Fahrtrichtung
des Modellautos bei Geradeausfahrt sein, sondern kann auch asymmetrisch zu dieser
sein. In diesem Fall würde das Modellauto stärker oder öfter zu einer Seite hin auslenken
als zu der anderen Seite. Vorzugsweise wiederholt sich die Lenkbewegung des mindestens
einen angelenkten Rads periodisch. In der Summe kann das lenkbare Modellauto also
eine Fahrtstrecke zurücklegen, bei der Startpunkt und Endpunkt - nach einer beliebigen
Kurvenfahrt dazwischen - gleich sind.
[0009] Es versteht sich, dass der Umlenkmechanismus an den Radstand des Modellautos, bzw.
an den Abstand zwischen dem Federmechanismus, der mit den angetriebenen Rädern in
Eingriff steht, und dem Lenkgetriebe, über das die lenkbaren Räder angelenkt werden,
angepasst werden. Der Federmechanismus kann auch zu den angetriebenen Rädern beabstandet
angeordnet sein, sodass dann die Drehbewegung des Federmechanismus aufgrund der in
dem Federelement gespeicherten Energie wird dann über einen geeigneten Übertragungsmechanismus
auf die angetriebenen Räder übertragen. Der Übertragungsmechanismus kann eines oder
mehrere Zahnräder, einen Riemenantrieb, eine Kardanwelle oder ähnliches umfassen.
[0010] Das erfindungsgemäße Modellauto verfügt vorteilhafterweise über eine Karosserie,
die an dem Chassis, vorzugsweise lösbar, befestigt ist. Insbesondere ist an eine Rast-
oder Klemmverbindung zwischen Karosserie und Chassis gedacht, sodass die Karosserie
ohne Werkzeug befestigt und gelöst werden kann. Die Karosserie kann aus Kunststoff,
Metall oder einem anderen Werkstoff bestehen. Die Karosserie ähnelt vorzugsweise im
Aussehen der Karosserie eines realen Kraftfahrzeugs. Somit kann das Modellauto als
Werbeträger eines Automobilherstellers verwendet werden. Ebenso ist es denkbar, dass
die Karosserie außen mit einem Werbeaufdruck versehen ist, sodass das Modellauto für
beliebige Firmen als Werbeträger genutzt werden kann. Die Karosserie kann der eines
Personenkraftwagens, eines Lastkraftwagens, eines Lieferwagens oder eines beliebig
anderen Typs von Kraftfahrzeug entsprechen.
[0011] Der Federmechanismus bildet vorzugsweise eine Einheit mit einer Drehachse der Hinterräder
des Modellautos. In diesem Fall ist die Drehachse der Hinterräder drehbar an einem
Gehäuse des Federmechanismus gelagert. Die Hinterräder sind drehfest an der Drehachse
befestigt. Das Gehäuse des Federmechanismus ist an dem Chassis des Modellautos befestigt.
Die Karosserie ist an dem Gehäuse des Federmechanismus oder an dem Chassis befestigt.
Die Hinterräder ragen in entsprechende Aussparungen bzw. Radkästen der Karosserie.
Das Federelement ist im Inneren des Gehäuses angeordnet. Ein proximales Ende des Federelements
ist an dem Gehäuse befestigt während das andere distale Ende des Federelements an
der Drehachse befestigt ist.
[0012] Alternativ verfügt der Federmechanismus über eine Zwischenachse, an der das distale
Ende des Federelements befestigt ist. Die Zwischenachse ragt aus dem Gehäuse heraus
und ist drehfest mit einem Zahnrad verbunden, das außerhalb des Gehäuses angeordnet
ist. Dieses Zahnrad steht mit einem anderen Zahnrad direkt oder mittelbar über mindestens
ein weiteres Zahnrad in Eingriff, wobei das andere Zahnrad drehfest auf der Drehachse
der Hinterräder befestigt ist. Auf diese Weise kann eine Über- bzw. Untersetzung zwischen
der Zwischenachse bzw. der Abwicklung des Federelements aufgrund der darin gespeicherten
Energie und der Hinterachse bzw. dem Antrieb der Räder des Modellautos erzielt werden.
[0013] Das Umlenkgetriebe kann eines oder mehrere Zahnräder und/oder einen Ketten- oder
Bandantrieb und/oder eine Antriebswelle aufweisen. Das Umlenkgetriebe wird vorzugsweise
durch ein außerhalb des Gehäuses des Federmechanismus angeordnetes Zahnrad angetrieben,
das durch den Federmechanismus in eine Drehbewegung versetzt wird. Die Drehbewegung
wird über Zahnräder, einen Ketten- oder Bandantrieb und/oder eine Antriebswelle nach
vorne zu dem Lenkgetriebe übertragen. Das Lenkgetriebe wandelt die gleichförmige oder
kontinuierliche Drehbewegung in die näherungsweise lineare Lenkbewegung für die angelenkten
Räder um. Das Lenkgetriebe kann eines oder mehrere Zahnräder und/oder ein Kurvengetriebe
(z.B. ein Pendelgetriebe) umfassen.
[0014] Der Antrieb eines Pendelgetriebes bildet eine Kurve mit einem speziell geformten
Profil. Abhängig von der Bauart des Pendelgetriebes gibt es verschiedene Kurvenarten
(z.B. Scheibenkurvengetriebe, Globoidkurvengetriebe). Der Abtrieb des Pendelgetriebes
ist als ein mit Kurvenrollen bestückter Winkelhebel oder Rollenstern ausgebildet.
Die Kurvenrollen liegen am Profil der Kurve an. Wenn die Kurve gedreht wird, folgen
die Rollen dem Profil und erzeugen die lineare Bewegung des Abtriebs. Das Profil der
Kurve ist so geformt, dass die Abtriebsbewegung der Vorgabe des Bewegungsgesetzes
entspricht.
[0015] Das Lenkgetriebe bzw. die lenkbaren Räder verfügen vorzugsweise über einen Rückstellmechanismus,
der die lenkbaren Räder mittels Federkraft in einer gerade aus gerichteten Stellung
hält. Ein Lenken der lenkbaren Räder erfolgt gegen die Federkraft des Rückstellmechanismus.
Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die lenkbaren Räder bei fehlender Auslenkung
oder bei deaktivierter Lenkfunktion geradeaus ausgerichtet sind.
[0016] Mehrere lenkbare Räder sind vorzugsweise mittels eines Lenkgestänges verbunden, um
sicherzustellen, dass alle lenkbaren Räder zu vorgegebenen Zeitpunkten in eine entsprechende
Richtung und um entsprechende Lenkwinkel ausgelenkt werden. Zudem kann eine Auslenkung
der lenkbaren Räder allein durch Anlenken des Lenkgestänges erfolgen, eine gesonderte
Ansteuerung aller lenkbaren Räder ist nicht erforderlich. Das Lenkgestänge kann derart
an den lenkbaren Rädern angelenkt sein, dass ein kurveninneres Rad stärker eingeschlagen
wird als ein kurvenäußeres Rad.
[0017] Die Lenkachsen der lenkbaren Räder verlaufen vorzugsweise in vertikaler Richtung,
müssen aber nicht exakt senkrecht zu der Oberfläche verlaufen, auf der das Modellauto
steht, sondern können auch eine geringe Neigung nach innen oder außen sowie nach vorne
oder hinten (Angaben jeweils in Bezug auf die Fahrtrichtung des Modellautos) aufweisen.
Die Lenkachsen müssen nicht notwendigerweise senkrecht zu der bzw. den Drehachsen
der lenkbaren Räder verlaufen.
[0018] Besonders bevorzugt ist es, wenn das Lenkgetriebe ein Winkelgetriebe aufweist. Das
Winkelgetriebe weist ein Abtriebszahnrad auf, dessen Flächenerstreckung parallel zur
Lenkbewegung der angelenkten Räder und vorzugsweise parallel zu der Oberfläche verläuft,
auf der das Modellauto während des Betriebs steht. Das Abtriebszahnrad ist vorzugsweise
als ein Tellerrad ausgebildet. Ferner weist das Winkelgetriebe ein Antriebszahnrad
auf, dessen Flächenerstreckung senkrecht zu der Flächenerstreckung des Abtriebszahnrads
verläuft. Die Drehachsen der beiden Zahnräder des Lenkgetriebes verlaufen vorzugsweise
senkrecht zueinander. Das Winkelgetriebe kann bspw. als ein Kegelradgetriebe ausgebildet
sein. Das Antriebszahnrad wird über das Umlenkgetriebe von einem Teil der in dem gespannten
Federmechanismus gespeicherten Energie in eine Drehbewegung versetzt. Das Antriebszahnrad
des Lenkgetriebes kann gleichzeitig das Abtriebsrad des Umlenkgetriebes sein. Vorzugsweise
hat das Antriebszahnrad eine geringere Zähnezahl als das Abtriebszahnrad, damit eine
Untersetzung erzielt wird, die resultierende Lenkbewegung langsam und gemächlich erfolgt
und das Modellauto während des Vortriebs nicht hektisch hin- und herfährt. Auf diese
Weise kann ein besonders realitätsnaher Betrieb des Modellautos erzielt werden.
[0019] Das Lenkgetriebe kann einen Exzentermechanismus aufweisen, der mittelbar oder unmittelbar
mit dem Winkelgetriebe bzw. dem Abtriebszahnrad in Kontakt steht. Der Exzentermechanismus
umfasst einen exzentrisch angeordneten Vorsprung und eine entsprechende Aussparung
oder Öffnung, in die der Vorsprung eingreift. Der Vorsprung ist dem Winkelgetriebe
bzw. dem Abtriebszahnrad oder dem Lenkgestänge und die Aussparung oder Öffnung dem
jeweils anderen, Lenkgestänge oder Winkelgetriebe bzw. dem Abtriebszahnrad, zugeordnet.
[0020] Insbesondere ist an dem Abtriebszahnrad des Lenkgetriebes ein exzentrischer Zapfen
angeordnet, der in eine entsprechende Öffnung des Lenkgestänges eingreift. Die Öffnung
des Lenkgestänges hat vorzugsweise eine längliche Form, besonders bevorzugt eine Längserstreckung
senkrecht zur Richtung der Lenkbewegung.
[0021] Ebenso ist es denkbar, dass das Lenkgestänge mindestens einen, vorzugsweise zwei
Zapfen aufweist, die in eine oder mehrere entsprechende exzentrische Aussparungen
des Abtriebszahnrads des Lenkgetriebes eingreifen. Das Lenkgestänge ist an dem Chassis
und/oder der Karosserie in einer Richtung quer zur Fahrtrichtung des Modellautos bei
Geradeausfahrt längsbeweglich geführt. Eine kontinuierliche Drehung des Abtriebszahnrads
mit der oder den exzentrischen Aussparungen führt zu einer periodischen Hin- und Herbewegung
des Lenkgestänges und damit zu einer hin- und hergerichteten Lenkbewegung. Je nach
Anordnung der Zapfen an dem Lenkgestänge kann die Lenkbewegung symmetrisch oder asymmetrisch
zur Fahrtrichtung des Modellautos bei Geradeausfahrt sein.
[0022] Durch Austausch des Exzentermechanismus und durch Variation des Exzenters des Vorsprungs
bzw. der Aussparung oder Öffnung können Art und Grad der Lenkbewegung verändert werden.
Diese kann - je nach Exzentermechanismus - wie gesagt, symmetrisch (gleich zu beiden
Seiten) oder asymmetrisch (ungleich zu beiden Seiten) zur Richtung der Geradeausfahrt
ausgebildet sein. Ebenso kann der Grad der Lenkbewegung (maximaler Lenkeinschlag)
zu der einen und/oder der anderen Seite verändert werden.
[0023] Das Lenkgetriebe kann nahezu beliebig ausgebildet sein, um eine gewünschte Lenkbewegung
des Modellautos während des Vortriebs zur realisieren. So kann bspw. die Kurvenbahn
eines Kurvengetriebes den individuellen Wünschen des Käufers des Modellautos nach
einer bestimmten Lenkbewegung frei angepasst werden.
[0024] Funktional kann zwischen dem Federmechanismus und dem Lenkgetriebe ein von außerhalb
des Modellautos betätigbarer Kopplungs-/Entkopplungsmechanismus vorgesehen sein, durch
dessen Betätigung die Lenkfunktion der lenkbaren Räder während des Vortriebs des Modellautos
aktiviert bzw. deaktiviert werden kann. Bei deaktivierter Lenkfunktion kann das erfindungsgemäße
Modellauto ganz normal gerade aus oder auf einer fest vorgegebenen Kreisbahn fahren.
Bei aktivierter Lenkfunktion fährt das Modellauto wie oben beschrieben während des
Vortriebs auf einer dynamisch variierenden Kurvenbahn. Der Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus
stellt die Wirkverbindung zwischen dem Federmechanismus und dem Lenkgetriebe her bzw.
unterbricht sie. Der Mechanismus ist von außerhalb des Modellautos durch einen Nutzer
vorzugsweise manuell betätigbar.
[0025] Der Kopplungs-/Entkopplungsmechanismus kann bei deaktivierter Lenkfunktion bspw.
in dem Winkelgetriebe des Lenkgetriebes das Antriebsrad von dem Abtriebsrad trennen,
so dass sie nicht mehr in gegenseitigem Eingriff stehen und die kontinuierliche Drehbewegung
des Abtriebsrads des Umlenkgetriebes nicht mehr auf das Lenkgetriebe übertragen wird.
[0026] Ebenso wäre es denkbar, bei deaktivierter Lenkfunktion ein mit dem außen am Gehäuse
des Federmechanismus und von diesem angetriebenen Zahnrad in Eingriff stehendes Zahnrad
des Umlenkgetriebes von dem Zahnrad des Federmechanismus zu trennen, so dass sie nicht
mehr in gegenseitigem Eingriff stehen und die in dem Federmechanismus gespeicherte
Energie und die resultierende kontinuierliche Drehbewegung des Federmechanismus noch
auf die Drehachse der angetriebenen Rädern zu übertragen, um einen Vortrieb des Modellautos
zu realisieren, und nicht mehr auf das Umlenkgetriebe des Umlenkmechanismus und damit
auf die lenkbaren Räder übertragen wird. Die Wirkverbindung zwischen dem Federmechanismus
und dem Lenkgetriebe kann durch den Kopplungs-/Entkopplungsmechanismus auch an einer
beliebig anderen Stelle in dem Umlenkmechanismus unterbrochen bzw. wiederhergestellt
werden.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele
[0027] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren
näher erläutert. Es wird darauf hingewiesen, dass jedes der in den Figuren gezeigten
Merkmale für sich alleine erfindungswesentlich sein kann, selbst wenn dies in der
nachfolgenden Beschreibung nicht ausdrücklich erwähnt ist. Ferner können die in den
Figuren gezeigten einzelnen Merkmale in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden,
auch über unterschiedliche Figuren und Ausführungsbeispiele hinweg, selbst wenn dies
in der nachfolgenden Beschreibung nicht ausdrücklich erwähnt ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht von oben auf ein Chassis eines erfindungsgemäßen Modellautos ohne
Karosserie gemäß einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht von oben auf das Chassis des Modellautos aus Fig. 1;
- Fig. 3A
- einen Ausschnitt des Modellautos aus Fig. 1 mit einem Federmechanismus zum Antrieb
des Modellautos;
- Fig. 3B
- einen Ausschnitt eines anderen erfindungsgemäßen Modellautos mit einem Federmechanismus
zum Antrieb des Modellautos;
- Fig. 4A
- einen Ausschnitt eines Lenkgetriebes mit Kopplungs-/ Enkopplungsmechanismus des Modellautos
aus Fig. 1 in einem entkoppelten Zustand;
- Fig. 4B
- einen Ausschnitt des Lenkgetriebes aus Fig. 4A in einem gekoppelten Zustand;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht auf das Chassis des Modellautos aus Fig. 1;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht von oben auf ein Chassis eines erfindungsgemäßen Modellautos
ohne Karosserie gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform;
- Fig. 7
- einen Ausschnitt auf ein Umlenkgetriebe des Modellautos aus Fig. 6;
- Fig. 8A bis 8C
- einen Ausschnitt auf einen vorderen Teil des Modellautos aus Fig. 6 mit unterschiedlichen
Lenkwinkeln der lenkbaren Räder; und
- Fig. 9A und 9B
- eine Schnittansicht durch das Modellauto aus Fig. 6 auf einen Kopplungs-/Entkopplungsmechanismus
zum Aktivieren bzw. Deaktivieren der Lenkfunktion der lenkbaren Räder.
[0028] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto.
Das Modellauto umfasst ein Chassis 1 mit mindestens drei daran drehbar gelagerten
Rädern 102, 105. In den dargestellten Ausführungsbeispielen hat das Modellauto vier
Räder, zwei angetriebene Hinterräder 102 und zwei lenkbare Vorderräder 105. Vorzugsweise
umfasst das Modellauto auch eine Karosserie (nicht dargestellt), die direkt oder mittelbar
an dem Chassis 1 vorzugsweise lösbar befestigt ist. Die Karosserie ähnelt im Aussehen
vorzugsweise der Karosserie eines realen Kraftfahrzeugs. Sowohl das Chassis 1 als
auch die Karosserie können aus Metall und/oder Kunststoff gefertigt sein.
[0029] Ferner umfasst das Modellauto einen spannbaren Federmechanismus 101, der mit mindestens
einem der Räder in Drehverbindung steht. In dem vorliegenden Fall steht der Federmechanismus
101 über eine Drehachse 201 mit beiden Hinterrädern 102 in Verbindung, um sie anzutreiben.
Die in dem gespannten Federmechanismus 101 gespeicherte Energie dient zum Antrieb
der antreibbaren Räder 102 und zum Vortrieb des auf einer Oberfläche stehenden Modellautos.
[0030] Der Federmechanismus 101 umfasst mindestens ein Federelement (nicht dargestellt),
das vor dem Betrieb des Modellautos gespannt wird. Das Federelement umfasst bspw.
eine Spiralfeder, ein Gummiband oder ähnliches. Ferner kann der Federmechanismus ein
Schwungrad aufweisen, um einen gleichförmigeren Vortrieb des Modellautos zu erzielen.
Der Federmechanismus 101 kann - wie in den gezeigten Ausführungsbeispielen - durch
Zurückziehen des auf der Oberfläche stehenden Modellautos entgegen der Vortriebsrichtung
erfolgen. Dabei werden die angetriebenen Räder 102 des Modellautos entgegen der Antriebsrichtung
rückwärts gedreht und spannen das Federelement. Ein entsprechender Aufziehmechanismus
103 als Teil des Federmechanismus 101 ist beispielhaft und schematisch in Fig. 3B
gezeigt. In den Fign. 1 und 2 ist der Aufziehmechanismus integraler Bestandteil des
Federmechanismus 101 und mit diesem in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet. Alternativ
kann der Federmechanismus 101 auch durch Aufziehen mittels eines Hebels oder eines
Schlüssels (nicht dargestellt) bei gleichzeitiger Drehverhinderung der angetriebenen
Räder 102 erfolgen. So können die Räder 102 bspw. beim Aufziehen des Federmechanismus
101 mit der Hand festgehalten und beim Aufsetzen auf der Oberfläche losgelassen werden.
[0031] Die Erfindung schlägt ein Rückzieh- und Aufziehmodellauto vor, das
mindestens ein an dem Chassis 1 um eine Lenkachse 104 angelenktes lenkbares Rad 105,
in dem vorliegenden Beispiel zwei lenkbare Vorderräder 105, und
einen Umlenkmechanismus 2 aufweist, der mit dem Federmechanismus 101 derart in einer
Wirkverbindung steht, dass ein Teil der in dem gespannten Federmechanismus 101 gespeicherten
Energie zum Lenken der lenkbaren Räder 105 während des Vortriebs des Modellautos genutzt
wird.
[0032] Das erfindungsgemäße Modellauto kann somit während des Vortriebs eine variable Kurvenfahrt
ausführen. Insbesondere variiert der Radius und/ oder die Richtung der Kurvenbahn
dynamisch während des Vortriebs des Modellautos. Auf diese Weise kann das Modellauto
während des Vortriebs eine S-förmige, eine 8-förmige, eine kreisförmige Bahn, jeweils
mit konstantem oder mit dynamisch variierendem Radius, und/oder eine beliebig andere
Bahn ausführen. Insbesondere müssen Anfangs- und Endpunkt der Kurvenbahn nicht übereinstimmen.
[0033] Der Umlenkmechanismus 2 umfasst ein Umlenkgetriebe 203-209, das ausgebildet ist,
einen Teil der in dem gespannten Federmechanismus 101 gespeicherten Energie in eine
vorzugsweise kontinuierliche und gleichförmige Drehbewegung, bspw. eines Abtriebsrads
209, umzusetzen, die zum Lenken der lenkbaren Räder 105 des Modellautos genutzt wird.
Ferner umfasst der Umlenkmechanismus 2 ein Lenkgetriebe 210, 211, das die Drehbewegung
des Umlenkgetriebes 203-209 in eine Lenkbewegung der lenkbaren Räder 105 um die Lenkachsen
104 umwandelt. Dabei werden die Räder 105 vorzugsweise quer zur Fahrtrichtung des
Modellautos angelenkt, um sie in einen bestimmten Lenkwinkel zu versetzen.
[0034] Das dargestellte Umlenkgetriebe 203-209 weist eine Vielzahl von Zahnrädern 203-209
auf. Es kann jedoch auch weniger oder mehr oder andere als die in den Figuren gezeigte
Zahnräder aufweisen. Die Richtung der Lenkbewegung verläuft vorzugsweise quer zur
Fahrtrichtung des Modellautos während des Vortriebs bei Geradeausfahrt. Vorzugsweise
variiert der Lenkwinkel der angelenkten Räder 105 über die Zeit während des Vortriebs
des Modellautos in Größe und/oder Richtung dynamisch. Die Lenkbewegung muss nicht
symmetrisch zur Fahrtrichtung des Modellautos bei Geradeausfahrt sein, sondern kann
auch asymmetrisch zu dieser sein. In diesem Fall würde das Modellauto stärker und/oder
öfter zu einer Seite hin auslenken als zu der anderen Seite. Vorzugsweise wiederholt
sich die Lenkbewegung der angelenkten Räder 105 nach einer gewissen Zeit periodisch.
[0035] Der Federmechanismus 101 bildet in dem gezeigten Beispiel eine Einheit mit der Drehachse
201 der Hinterräder 102 des Modellautos. Die Drehachse 201 der Hinterräder 102 ist
an einem Gehäuse des Federmechanismus 101 oder im Inneren des Gehäuses drehbar gelagert.
Die Hinterräder 102 sind drehfest an der Drehachse 201 befestigt. Das Gehäuse des
Federmechanismus 101 ist an dem Chassis 1 des Modellautos befestigt. Die Karosserie
ist an dem Gehäuse des Federmechanismus 101 oder an dem Chassis 1 befestigt. Die Hinterräder
102 ragen in entsprechende Aussparungen bzw. Radkästen der Karosserie. Das Federelement
des Federmechanismus 101 ist im Inneren des Gehäuses angeordnet. Ein proximales Ende
des Federelements ist an dem Gehäuse befestigt während das andere distale Ende des
Federelements an der Drehachse 201 befestigt ist, sodass das Federelement durch Zurückziehen
des auf einer Oberfläche stehenden Modellautos und das Drehen der Räder 102 entgegen
der Fahrtrichtung bei Vortrieb des Modellautos gespannt wird. Das gespannte Federelement
speichert die Energie für den Vortrieb und die Lenkbewegung des Modellautos.
[0036] In dem Beispiel der Fign. 1 und 2 ist die Drehachse 201 - wie gesagt - durch das
Gehäuse des Federmechanismus 101 geführt. Auf der Drehachse 201 ist drehfest ein erstes
Zahnrad 202 außerhalb des Gehäuses befestigt, welches die Drehbewegung der Drehachse
201 auf den Umlenkmechanismus 2 überträgt. Dieses Beispiel verfügt über keine nach
außen geführte Zwischenachse und ist in Fig. 3A gezeigt.
[0037] In dem gezeigten alternativen Beispiel der Fig. 3B verfügt der Federmechanismus 101
über eine nach außen geführte Zwischenachse 107, an der das distale Ende des Federelements
befestigt ist. Die Zwischenachse 107 ragt aus dem Gehäuse des Federmechanismus 101
heraus und ist drehfest mit einem zweiten Zahnrad 203 verbunden, das außerhalb des
Gehäuses angeordnet ist. Das zweite Zahnrad 203 steht mit dem ersten Zahnrad 202 in
Eingriff, das drehfest auf der Drehachse 201 der Hinterräder 102 befestigt ist. Zwischen
dem zweiten Zahnrad 203 und dem ersten Zahnrad 202 kann auch noch mindestens ein weiteres
Zahnrad angeordnet sein, so dass die Drehbewegung des zweiten Zahnrads 203 mittelbar
über das oder die weiteren Zahnräder auf das erste Zahnrad 202 übertragen wird. Statt
weitere Zahnräder kann auch ein Riemenantrieb oder eine Kardanwelle vorgesehen sein.
Die weiteren Zahnräder, der Riemenantrieb oder die Kardanwelle würden dann einen Übertragungsmechanismus
bilden, der die Drehbewegung des Federmechanismus 101 (bzw. des zweiten Zahnrads 203)
auf die Drehachse 201 (bzw. das erste Zahnrad 202) überträgt. Auf diese Weise kann
eine Über- bzw. Untersetzung zwischen der Drehbewegung der Zwischenachse 107 und der
Drehbewegung der angetriebenen Räder 102 des Modellautos erzielt werden. Selbstverständlich
können auch eine oder mehrere Zwischenachsen in dem Gehäuse des Federmechanismus 101
vorgesehen sein.
[0038] Das Umlenkgetriebe umfasst in dem gezeigten Beispiel mehrere Zahnräder 203-209. Diese
können unterschiedlich groß ausgebildet sein, so dass eine Über- bzw. Untersetzung
zwischen der Drehbewegung des Zahnrads 202 bzw. 203 und der Drehbewegung des Abtriebsrads
209 erzielt werden kann. Alternativ oder zusätzlich kann das Umlenkgetriebe auch einen
Ketten- oder Bandantrieb und/oder eine Antriebswelle (z.B. nach Art einer Kardanwelle)
aufweisen. Das Umlenkgetriebe 203-209 ist in einem Getriebegehäuse angeordnet. Es
wird durch das außerhalb des Gehäuses des Federmechanismus 101 angeordnete Zahnrad
202 bzw. 203 angetrieben. Die Drehbewegung wird über die Zahnräder 203-209 und/oder
einen Ketten- oder Bandantrieb und/oder eine Antriebswelle nach vorne zu dem Abtriebsrad
209 bzw. dem Lenkgetriebe 210, 211 übertragen. Das Lenkgetriebe 210, 211 wandelt die
gleichförmige oder kontinuierliche Drehbewegung des Abtriebsrads 209 in die näherungsweise
lineare Lenkbewegung für die angelenkten Räder 105 um. Das Lenkgetriebe 210, 211 kann
eines oder mehrere Zahnräder und/oder ein Kurvengetriebe (z.B. ein Pendelgetriebe)
umfassen.
[0039] In dem gezeigten Beispiel weist das Lenkgetriebe 210, 211 ein Winkelgetriebe auf.
Das Winkelgetriebe weist ein Abtriebszahnrad 211 auf, dessen Flächenerstreckung parallel
zur Lenkbewegung der angelenkten Räder 105 und vorzugsweise parallel zu der Oberfläche
verläuft, auf der das Modellauto während des Betriebs steht. Das Abtriebszahnrad 211
ist vorzugsweise als ein Tellerrad mit einem äußeren, nach oben ragenden Zahnkranz
entlang des Umfangs ausgebildet. Ferner weist das Winkelgetriebe ein Antriebszahnrad
210 auf, dessen Flächenerstreckung senkrecht zu der Flächenerstreckung des Abtriebszahnrads
211 verläuft. Die Drehachsen der beiden Zahnräder 210, 211 verlaufen vorzugsweise
senkrecht zueinander. Das Winkelgetriebe kann bspw. auch als ein Kegelradgetriebe
ausgebildet sein. Das Antriebszahnrad 210 wird über das Umlenkgetriebe 203-209 bzw.
von dessen Abtriebsrad 209 in eine Drehbewegung versetzt und überträgt diese auf das
Abtriebszahnrrad 211 des Winkelgetriebes. Die Energie hierfür stammt - wie gesagt
- aus dem gespannten Federmechanismus 101. Das Antriebszahnrad 210 des Lenkgetriebes
210, 211 kann gleichzeitig das Abtriebsrad 209 des Umlenkgetriebes 203-209 sein oder
mit diesem auf einer gemeinsamen Achse drehfest angeordnet sein. Vorzugsweise hat
das Antriebszahnrad 210 eine geringere Zähnezahl als das Abtriebszahnrad 211, damit
eine Untersetzung erzielt wird, die resultierende Lenkbewegung langsam und gemächlich
erfolgt und das Modellauto während des Vortriebs nicht hektisch hin- und herfährt.
Auf diese Weise kann ein besonders realitätsnaher Betrieb des Modellautos erzielt
werden.
[0040] Das Lenkgetriebe bzw. die lenkbaren Räder verfügen vorzugsweise über einen Rückstellmechanismus
106, der die lenkbaren Räder mittels Federkraft in einer gerade aus gerichteten Stellung
hält. Der Rückstellmechanismus 106 umfasst bspw. eine Blattfeder, eine Federklammer
o.ä. Ein Lenken der lenkbaren Räder 105 erfolgt gegen die Federkraft des Rückstellmechanismus
106. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die lenkbaren Räder 105 bei fehlender
Auslenkung oder bei deaktivierter Lenkfunktion gerade ausgerichtet sind.
[0041] Die lenkbaren Räder 105 sind vorzugsweise mittels eines Lenkgestänges 213 angelenkt,
um sicherzustellen, dass beide lenkbaren Räder 105 zu vorgegebenen Zeitpunkten in
die gleiche Richtung und um entsprechende Lenkwinkel ausgelenkt werden. Zudem kann
eine Auslenkung der lenkbaren Räder 105 allein durch Anlenken des Lenkgestänges 213
erfolgen, eine gesonderte Ansteuerung aller lenkbaren Räder 105 ist nicht erforderlich.
Das Lenkgestänge 213 kann derart an den lenkbaren Rädern 105 angelenkt sein, dass
ein kurveninneres Rad 105 stärker eingeschlagen wird als ein kurvenäußeres Rad 105.
Der Rückstellmechanismus 106 ist vorzugsweise an dem Chassis 1 befestigt und wirkt
auf das Lenkgestänge 213, bspw. über einen an dem Lenkgestänge 213 ausgebildeten Zapfen
223 (vgl. Fig. 6).
[0042] Die Lenkachsen 104 der lenkbaren Räder 105 verlaufen in etwa vertikal. Sie müssen
nicht exakt senkrecht zu der Oberfläche verlaufen, auf der das Modellauto steht, sondern
können eine geringe Neigung nach innen oder außen sowie nach vorne oder hinten (jeweils
in Bezug auf das Modellauto) aufweisen. Die Lenkachsen 104 müssen nicht notwendigerweise
genau senkrecht zu den Drehachsen der lenkbaren Räder 105 verlaufen.
[0043] Das Lenkgestänge 213 ist an dem Chassis 1 und/oder der Karosserie in einer Richtung
quer zur Fahrtrichtung des Modellautos bei Geradeausfahrt längsbeweglich geführt.
Das Lenkgetriebe 210, 211 kann einen Exzentermechanismus aufweisen, der mittelbar
oder unmittelbar mit dem Winkelgetriebe 210, 211 in Kontakt steht. In dem ersten Ausführungsbeispiel
der Fign. 1-5 umfasst der Exzentermechanismus einen an dem Abtriebszahnrad 211 exzentrisch
angeordneten Vorsprung 212 in Form eines Zapfens und eine entsprechende Öffnung 214,
in die der Vorsprung 212 eingreift. Der Vorsprung 212 ist dem Winkelgetriebe bzw.
dem Abtriebszahnrad 211 und die Öffnung 214 ist dem Lenkgestänge 213 zugeordnet. Die
Öffnung 214 des Lenkgestänges 213 hat vorzugsweise eine längliche Form, besonders
bevorzugt eine Längserstreckung senkrecht zur Richtung der Lenkbewegung und parallel
zur Fahrtrichtung bei Geradeausfahrt.
[0044] In dem Ausführungsbeispiel der Fign. 6-8 weist der Exzentermechanismus einen dreizackigen
Stern 215 auf (vgl. Fig. 7), wobei zwischen den Zacken drei exzentrische Aussparungen
216 gebildet sind. Der dreizackige Stern 215 ist drehfest auf der Oberseite des Abtriebszahnrads
211 ausgebildet. Dabei stimmt die Drehachse des Sterns 215 vorzugsweise mit der Drehachse
des Abtriebszahnrads 211 überein. Selbstverständlich könnte der Stern 215 auch extentrisch
zu dem Abtriebszahnrad 211 angeordnet sein, so dass die Drehachsen zueinander beabstandet
wären. Die Seitenkanten der Zacken können konvex nach außen gewölbt sein. Zwei zapfenförmige
Vorsprünge 212 des Exzentermechanismus sind an der Unterseite des Lenkgestänges 213
ausgebildet und ragen in die Aussparungen 216 des Sterns 215. Durch die Drehbewegung
des Abtriebszahnrads 211 werden die Vorsprünge 212 von einer Aussparung 216 zur nächsten
weitergereicht, wodurch das Lenkgestänge 213 und damit die angelenkten Räder 105 in
eine periodische Lenkbewegung versetzt werden (vgl. Fign. 8). In dem Beispiel erstreckt
sich im Bereich einer Drehachse des Abtriebszahnrads 211 bzw. des Sterns 215 ein Führungszapfen
228 nach oben, der in eine in dem Lenkgestänge 213 ausgebildete Führungsöffnung 227
eingreift und das Lenkgestänge 213 so in der im Wesentlichen linearen Lenkbewegung,
insbesondere quer zur Fahrtrichtung des Modellautos bei Geradeausfahrt, führt.
[0045] Fig. 8A zeigt die Stellung des Lenkgestänges 213 bzw. der Zapfen 212 bei Geradeausfahrt,
Fig. 8B zeigt die Stellung der Zapfen 212 bei Kurvenfahrt nach rechts und Fig. 8C
zeigt die Stellung der Zapfen 212 bei Kurvenfahrt nach links. Je nach Anordnung der
Zapfen 212 an dem Lenkgestänge 213 kann die Lenkbewegung symmetrisch oder asymmetrisch
zur Fahrtrichtung des Modellautos bei Geradeausfahrt sein. Der besseren Übersichtlichkeit
halber ist das Lenkgestänge 213 in den Fign. 8 nicht gezeigt.
[0046] Durch Austausch des Exzentermechanismus und durch Variation des Exzenters (Abstand
von der Drehachse des Abtriebszahnrads 211) des Vorsprungs 212 bzw. der Aussparung
216 oder Öffnung 214 können Art und Grad der Lenkbewegung verändert werden. Diese
kann - je nach Exzentermechanismus - wie gesagt, symmetrisch (gleich zu beiden Seiten)
oder asymmetrisch (ungleich zu beiden Seiten) zur Fahrtrichtung bei Geradeausfahrt
ausgebildet sein. Ebenso kann der Grad der Lenkbewegung (maximaler Lenkeinschlag)
zu der einen und/oder der anderen Seite verändert werden.
[0047] Funktional kann zwischen dem Federmechanismus 101 und dem Lenkgetriebe 210, 211 ein
von außerhalb des Modellautos betätigbarer Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus 217
vorgesehen sein (vgl. Fign. 9), durch dessen Betätigung die Lenkfunktion der lenkbaren
Räder 105 während des Vortriebs des Modellautos aktiviert bzw. deaktiviert werden
kann. Bei deaktivierter Lenkfunktion ("I") kann das erfindungsgemäße Modellauto ganz
normal geradeaus oder auf einer fest vorgegebenen, vorab eingestellten Kreisbahn fahren.
Bei aktivierter Lenkfunktion ("S") fährt das Modellauto - wie oben beschrieben - während
des Vortriebs auf einer dynamisch variierenden Kurvenbahn.
[0048] In dem Beispiel der Fign. 9 wird bei deaktivierter Lenkfunktion (vgl. Fig. 9B) ein
mit dem ersten Zahnrad 202 des Federmechanismus 101 direkt oder mittelbar über ein
weiteres Zahnrad in Eingriff stehendes Zahnrad 203 des Umlenkgetriebes 203-209 von
dem ersten Zahnrad 202 getrennt, so dass die Zahnräder 202, 203 nicht mehr in gegenseitigem
Eingriff stehen und die kontinuierliche Drehbewegung des ersten Zahnrads 202 nur noch
auf die Drehachse 201 zum Vortrieb des Modellautos und nicht mehr auf das Umlenkgetriebe
203-209 des Umlenkmechanismus 2 übertragen wird. Zur Betätigung des Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus
217 ist ein Hebel 218, vorzugsweise in der Form eines Winkelhebels, vorgesehen, der
an einer Drehachse 219 drehbar an dem Chassis 1 des Modellautos gelagert ist. Ein
erstes Ende 221 des Hebels 218 liegt von unten an der Drehachse des Zahnrads 203 an.
Ein gegenüberliegendes Ende 220 des Hebels 218 kann ein Gegengewicht zum Gewicht des
Zahnrads 203 bilden. Bei Betätigung des Hebels 218 ("I") hebt das erste Ende 221 des
Hebels 218 das Zahnrad 203 des Umlenkgetriebes 203-209 an und löst den Eingriff mit
dem Zahnrad 202, sodass die Lenkfunktion deaktiviert ist. Bei nicht betätigtem Hebel
218 ("S") fällt das Zahnrad 203 des Umlenkgetriebes 203-209 schwerkraftbedingt oder
durch Federkraft wieder nach unten und tritt mit dem Zahnrad 202 in Eingriff, sodass
die Lenkfunktion aktiviert ist (vgl. Fig. 9A). Das Gegengewicht des zweiten Endes
220 des Hebels 218 kann die Bewegung des Zahnrads 203 aus der entkoppelten Stellung
"I" (vgl. Fig. 9B) in die gekoppelte Stellung "S" (vgl. Fig. 9A) dämpfen.
[0049] Zur Betätigung des Hebels 218 ist ein weiterer Hebel 222, vorzugsweise in der Form
eines Winkelhebels, vorgesehen, der um eine Drehachse 224 schwenkbar am Chassis 1
gelagert ist. Ein Betätigungsabschnitt 225 an einem ersten Ende des weiteren Hebels
222 ist von außerhalb des Fahrzeugs betätigbar. Vorzugsweise ragt der Betätigungsabschnitt
225 auf der Unterseite des Modellautos durch eine entsprechende Öffnung im Chassis
1 aus dem Modellauto nach außen. Ein dem Betätigungsabschnitt 225 gegenüberliegender
Wirkabschnitt 226 liegt an der Unterseite des ersten Endes 221 des Hebels 218 an.
Eine Betätigung (Bewegung von links nach rechts in Fig. 9) des weiteren Hebels 222
mittels des Betätigungsabschnitts 225 hebt den Wirkabschnitt 226 und damit auch das
erste Ende 221 des Hebels 218 und schließlich auch das Zahnrad 203 an und entkoppelt
den Eingriff zwischen den beiden Zahnrädern 202, 203. Durch den weiteren Hebel 222
ist der Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus 217 selbsthemmend, d.h. er bleibt selbsttätig
in der eingestellten Stellung ("S" oder "I").
[0050] Alternativ kann der Kopplungs-/Entkopplungsmechanismus auch bei deaktivierter Lenkfunktion
("I") bspw. in dem Lenkgetriebe 210, 211 das Antriebsrad 210 und das Abtriebsrad 211
des Lenkgetriebes voneinander trennen, so dass sie nicht mehr in gegenseitigem Eingriff
stehen und die kontinuierliche Drehbewegung des Abtriebsrads 209 des Umlenkgetriebes
203-209 nicht mehr auf das Lenkgestänge 213 und weiter auf die lenkbaren Räder 105
übertragen wird. Ein solcher auf das Lenkgetriebe 210, 211 wirkender Kopplungs-/Entkopplungsmechanismus
301 ist schematisch in den Fign. 4 gezeigt. Dabei ist der besseren Übersichtlichkeit
wegen nur das Zahnrad 209 des Umlenkgetriebes 203-209 gezeigt. Fig. 4A zeigt den Mechanismus
301 in dem entkoppelten Zustand "I", wobei das Abtriebsrad 211 nach unten bewegt und
so von dem Antriebsrad 210 getrennt ist. Eine Drehung des Antriebsrads 210 wird somit
nicht auf das Abtriebsrad 211 und damit auf das Lenkgestänge 213 und die lenkbaren
Räder 105 übertragen. Fig. 4B zeigt den Mechanismus 301 in dem gekoppelten Zustand
"S", wobei das Abtriebsrad 211 gegenüber der Stellung aus Fig. 4A angehoben ist und
sich so im Eingriff mit dem Antriebsrad 210 befindet. In diesem Zustand wird eine
Drehung des Antriebsrads 210 auf das Abtriebsrad 211 und damit auf das Lenkgestänge
213 und die lenkbaren Räder 105 übertragen. Zum Entkoppeln des Mechanismus 301 bzw.
zum Deaktivieren der Lenkfunktion wird der Mechanismus 301 um eine Drehachse gedreht,
die im sich Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche erstreckt, auf der das Modellauto
steht. Der Mechanismus 301 weist ansteigende Rampen auf, welche - je nach Drehrichtung
des Mechanismus 301 - das Abtriebsrad 211 in einer Richtung parallel zur Drehachse
des Mechanismus 301 anheben oder absenken.
1. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto, umfassend ein Chassis (1) mit mindestens
drei daran drehbar gelagerten Rädern (102, 105) und einen spannbaren Federmechanismus
(101), der mit mindestens einem der Räder (102) in Drehverbindung steht, um das mindestens
eine Rad (102) anzutreiben, wobei die in dem gespannten Federmechanismus (101) gespeicherte
Energie zum Antrieb des mindestens einen antreibbaren Rads (102) und zum Vortrieb
des auf einer Oberfläche stehenden Modellautos dient,
dadurch gekennzeichnet, dass das Modellauto
mindestens ein an dem Chassis (1) um eine Lenkachse (104) angelenktes lenkbares Rad
(105), und
einen Umlenkmechanismus (2) aufweist, der mit dem Federmechanismus (101) derart in
Wirkverbindung steht, dass ein Teil der in dem gespannten Federmechanismus (101) gespeicherten
Energie zum Lenken des mindestens einen lenkbaren Rads (105) während des Vortriebs
des Modellautos nutzbar ist.
2. Rückziehmodellauto nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannen des Federmechanismus (101) durch Zurückziehen des auf einer Oberfläche
stehenden Modellautos erfolgt.
3. Aufziehmodellauto nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannen des Federmechanismus (101) durch Aufziehen des Federmechanismus (101)
mittels eines Hebels oder eines Schlüssels bei gleichzeitiger Drehverhinderung des
mindestens einen antreibbaren Rads (102) erfolgt.
4. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkmechanismus (2) ein Umlenkgetriebe (203-209) und ein Lenkgetriebe (210,
211) aufweist.
5. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkgetriebe (203-209) ausgebildet ist, eine durch die in dem gespannten Federmechanismus
(101) gespeicherte Energie hervorgerufene gleichförmige Drehbewegung eines mit dem
Federmechanismus (101) in Drehverbindung stehenden Rads (202; 203) an das Lenkgetriebe
(210, 211) zu übertragen.
6. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkgetriebe (210, 211) ausgebildet ist, die durch das Umlenkgetriebe (203-209)
übertragene gleichförmige Drehbewegung in eine Lenkbewegung des mindestens einen lenkbaren
Rads (105) um die Lenkachse (104) umzuwandeln.
7. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der Ansprüche 4-6, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkgetriebe (210, 211) ein Winkelgetriebe umfasst, das ein Antriebszahnrad (210)
und ein Abtriebszahnrad (211) aufweist, wobei Drehachsen der Zahnräder (210, 211)
des Winkelgetriebes in einem Winkel >0° und <180°, vorzugsweise in einem Winkel von
etwa 90°, zueinander verlaufen.
8. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der Ansprüche 4-7, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkgetriebe (210, 211) einen Exzentermechanismus (212; 214, 215, 216) aufweist.
9. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Exzentermechanismus (212; 214, 215, 216) mindestens einen Vorsprung (212) und
mindestens eine Öffnung (214) oder Aussparung (216) aufweist, in die der Vorsprung
(212) eingreift, wobei mindestens ein exzentrischer Vorsprung (212) dem Abtriebszahnrad
(211) und eine Öffnung (214) dem mindestens einen lenkbaren Rad (105) zugeordnet ist
oder mindestens ein Vorsprung (212) dem mindestens einen lenkbaren Rad (105) und mindestens
eine exzentrische Aussparung (216) dem Abtriebszahnrad (211) zugeordnet ist.
10. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine lenkbare Rad (105) mittels eines Lenkgestänges (213) angelenkt
ist, das linearbeweglich relativ zu dem Chassis (1) geführt ist, wobei der Exzentermechanismus
(212; 214, 215, 216) an dem Lenkgestänge (213) angreift und dieses in eine lineare
Lenkbewegung versetzt.
11. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (214) oder der mindestens eine Vorsprung (212) an dem Lenkgestänge (213)
ausgebildet ist.
12. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass dem mindestens einen lenkbaren Rad (105) ein Rückstellmechanismus (106) zugeordnet
ist, welcher das mindestens eine lenkbare Rad (105) bei fehlender Auslenkung oder
bei deaktivierter Lenkfunktion in einer vorgegebenen Stellung, vorzugsweise geradeaus,
ausrichtet.
13. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der Ansprüche 4-12, dadurch gekennzeichnet, dass das Modellauto einen von außerhalb des Modellautos betätigbarer Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus
(217, 301) aufweist, der funktional zwischen dem Federmechanismus (101) und dem Lenkgetriebe
(210, 211) angeordnet ist und dessen Betätigung die Lenkfunktion des mindestens einen
lenkbaren Rads (105) deaktiviert bzw. aktiviert.
14. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus (217) ausgebildet ist, die Wirkverbindung
zwischen dem Federmechanismus (101) und dem Umlenkmechanismus (2) zu unterbrechen.
15. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus (217) ausgebildet ist, einen Eingriff zwischen
Zahnrädern (210, 211) des Lenkgetriebes oder einen Eingriff zwischen Zahnrädern (203-209)
des Umlenkgetriebes oder einen Eingriff zwischen einem Zahnrad (202) des Federmechanismus
(101) und einem Zahnrad (203) des Umlenkgetriebes (203-209) zu lösen oder herzustellen.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto, umfassend ein Chassis (1) mit mindestens
drei daran drehbar gelagerten Rädern (102, 105) und einen spannbaren Federmechanismus
(101), der mit mindestens einem der Räder (102) in Drehverbindung steht, um das mindestens
eine Rad (102) anzutreiben, wobei die in dem gespannten Federmechanismus (101) gespeicherte
Energie zum Antrieb des mindestens einen antreibbaren Rads (102) und zum Vortrieb
des auf einer Oberfläche stehenden Modellautos dient,
wobei das Modellauto mindestens ein an dem Chassis (1) um eine Lenkachse (104) angelenktes
lenkbares Rad (105), und
einen Umlenkmechanismus (2) aufweist, der mit dem Federmechanismus (101) derart in
Wirkverbindung steht, dass ein Teil der in dem gespannten Federmechanismus (101) gespeicherten
Energie zum Lenken des mindestens einen lenkbaren Rads (105) während des Vortriebs
des Modellautos nutzbar ist
dadurch gekennzeichnet, dass das Modellauto einen von außerhalb des Modellautos betätigbaren Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus
(217, 301) aufweist, der funktional zwischen dem Federmechanismus (101) und dem Lenkgetriebe
(210, 211) angeordnet ist und dessen Betätigung die Lenkfunktion des mindestens einen
lenkbaren Rads (105) deaktiviert bzw. aktiviert.
2. Rückziehmodellauto nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannen des Federmechanismus (101) durch Zurückziehen des auf einer Oberfläche
stehenden Modellautos erfolgt.
3. Aufziehmodellauto nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannen des Federmechanismus (101) durch Aufziehen des Federmechanismus (101)
mittels eines Hebels oder eines Schlüssels bei gleichzeitiger Drehverhinderung des
mindestens einen antreibbaren Rads (102) erfolgt.
4. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkmechanismus (2) ein Umlenkgetriebe (203-209) und ein Lenkgetriebe (210,
211) aufweist.
5. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkgetriebe (203-209) ausgebildet ist, eine durch die in dem gespannten Federmechanismus
(101) gespeicherte Energie hervorgerufene gleichförmige Drehbewegung eines mit dem
Federmechanismus (101) in Drehverbindung stehenden Rads (202; 203) an das Lenkgetriebe
(210, 211) zu übertragen.
6. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkgetriebe (210, 211) ausgebildet ist, die durch das Umlenkgetriebe (203-209)
übertragene gleichförmige Drehbewegung in eine Lenkbewegung des mindestens einen lenkbaren
Rads (105) um die Lenkachse (104) umzuwandeln.
7. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der Ansprüche 4-6, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkgetriebe (210, 211) ein Winkelgetriebe umfasst, das ein Antriebszahnrad (210)
und ein Abtriebszahnrad (211) aufweist, wobei Drehachsen der Zahnräder (210, 211)
des Winkelgetriebes in einem Winkel >0° und <180°, vorzugsweise in einem Winkel von
etwa 90°, zueinander verlaufen.
8. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der Ansprüche 4-7, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkgetriebe (210, 211) einen Exzentermechanismus (212; 214, 215, 216) aufweist.
9. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Exzentermechanismus (212; 214, 215, 216) mindestens einen Vorsprung (212) und
mindestens eine Öffnung (214) oder Aussparung (216) aufweist, in die der Vorsprung
(212) eingreift, wobei mindestens ein exzentrischer Vorsprung (212) dem Abtriebszahnrad
(211) und eine Öffnung (214) dem mindestens einen lenkbaren Rad (105) zugeordnet ist
oder mindestens ein Vorsprung (212) dem mindestens einen lenkbaren Rad (105) und mindestens
eine exzentrische Aussparung (216) dem Abtriebszahnrad (211) zugeordnet ist.
10. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine lenkbare Rad (105) mittels eines Lenkgestänges (213) angelenkt
ist, das linearbeweglich relativ zu dem Chassis (1) geführt ist, wobei der Exzentermechanismus
(212; 214, 215, 216) an dem Lenkgestänge (213) angreift und dieses in eine lineare
Lenkbewegung versetzt.
11. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach Anspruch 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (214) oder der mindestens eine Vorsprung (212) an dem Lenkgestänge (213)
ausgebildet ist.
12. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass dem mindestens einen lenkbaren Rad (105) ein Rückstellmechanismus (106) zugeordnet
ist, welcher das mindestens eine lenkbare Rad (105) bei fehlender Auslenkung oder
bei deaktivierter Lenkfunktion in einer vorgegebenen Stellung, vorzugsweise geradeaus,
ausrichtet.
13. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus (217) ausgebildet ist, die Wirkverbindung
zwischen dem Federmechanismus (101) und dem Umlenkmechanismus (2) zu unterbrechen.
14. Rückziehmodellauto oder Aufziehmodellauto nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kopplungs-/ Entkopplungsmechanismus (217) ausgebildet ist, einen Eingriff zwischen
Zahnrädern (210, 211) des Lenkgetriebes oder einen Eingriff zwischen Zahnrädern (203-209)
des Umlenkgetriebes oder einen Eingriff zwischen einem Zahnrad (202) des Federmechanismus
(101) und einem Zahnrad (203) des Umlenkgetriebes (203-209) zu lösen oder herzustellen.