[0001] Die Erfindung betrifft einen Schleuderring mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 1, eine Schmelzschleudervorrichtung mit einem solchen Schleuderring und
ein Verfahren zur Herstellung eines Schleuderrings mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 8.
[0002] Ein gattungsgemäßer Schleuderring (engl.
quenching wheel, spun wheel, spun ring, spinning wheel, rotating wheel), eine Schmelzschleudervorrichtung mit einem solchen Schleuderring und ein gattungsgemäßes
Verfahren gehen aus der
US 6,183,572 B1 hervor.
[0003] Problematisch ist die Tatsache, dass die Standzeit solcher Schleuderringe und damit
die durchgehende Einsetzbarkeit der Schmelzschleudervorrichtung durch Rissbildung
limitiert ist.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Werkstoffe für Schleuderringe und Verfahren
zur Herstellung bekannt:
Die DE102007061964 A1 ist auf eine spezielle Molybdän-Siliziumlegierung gerichtet und erwähnt die Anwendung
als Schleuderring.
Die DE60102278 T2 ist auf Nanokomposit-Magnete und deren Herstellung gerichtet. Dazu wird unter anderem
aus Molybdän als Werkstoff für die Kühlwalze vorgeschlagen.
Die DE69619106 T2 beschreibt ein Kühlsubstrat aus einer Metalllegierung mit einheitlicher Größe der
enthaltenen Körner. Zur Herstellung des Kühlsubstrats wird eine Kühlsubstratlegierung
zu einem Gussblock gegossen und der Gussblock geschmiedet oder gewalzt.
Die DE10392662 T5 zeigt ein Kupfer-Nickel-Silizium-Abschrecksubstrat. Durch thermo-mechanische Behandlung
wird eine zweiphasige Mikrostruktur eingestellt.
Aus der DE112004001542 B4 ist ein Kuper-Nickel-Silizium-Abschrecksubstrat und ein Verfahren zur Herstellung
bekannt, bei dem durch Umformung wie etwa Ringwalzen gleichförmig Nukleation und Kornwachstum
im gesamten Bauteil induziert wird.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines gattungsgemäßen Schleuderrings,
einer Schmelzschleudervorrichtung mit einem solchen Schleuderring und eines Verfahrens
zur Herstellung eines Schleuderrings, bei welchen die oben diskutierten Probleme vermieden
werden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Schleuderring mit den Merkmalen des Anspruchs 1, eine
Schmelzschleudervorrichtung mit einem solchen Schleuderring und ein Verfahren zur
Herstellung eines Schleuderrings mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0007] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine Vielzahl von tangential verlaufenden
Korngrenzen die angesprochene Rissbildung begünstigt. Eine axiale Hauptumformrichtung
wie im Stand der Technik führt zu starker Rissbildung vor allem entlang der tangentialen
Richtung, bevorzugt auf der Umfangsfläche. Durch eine Verlagerung der Hauptumformrichtung
in die radiale Richtung wird die Anzahl der Korngrenzen in tangentialer Richtung auf
der Umfangsfläche und damit die Neigung zur Rissbildung reduziert.
[0008] Unter Refraktärmetall sind für den Zweck der vorliegenden Erfindung die Metalle Wolfram
und Molybdän zu verstehen. Unter Refraktärmetall-Basislegierungen sind Legierungen
auf Basis eines oder mehrerer der genannten Refraktärmetalle zu verstehen, wobei der
Anteil an Refraktärmetall oder Refraktärmetallen größer 50 at%, bevorzugt größer 80
at%, weiter bevorzugt größer 95 at% ist. Es versteht sich von selbst, dass ein Refraktärmetall
oder eine Refraktärmetall-Basislegierung auch übliche Verunreinigungen enthalten können,
die aus den Rohstoffen stammen beziehungsweise über den Produktionsprozess eingebracht
werden.
[0009] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Schleuderring aus einer Molybdän-Basislegierung
besteht.
[0010] Weiter bevorzugt ist es, wenn der Schleuderring aus einer Molybdän-Basislegierung
mit größer gleich 99 at% Molybdän, oder aus MHC oder aus TZM besteht. Mit MHC wird
eine Molybdän Basislegierung, die etwa 1,2 wt% Hafnium, sowie 0,05 bis 0,12 wt% Kohlenstoff
enthält, bezeichnet. Mit TZM wird eine Molybdän Basislegierung, die 0,4 bis 0,55 wt%
Titan, 0,06 bis 0,12 wt% Zirkon und 0,01 bis 0,04 wt% Kohlenstoff enthält, bezeichnet.
[0011] Die besondere Eignung von TZM als Legierung für einen erfindungsgemäßen Schleuderring
kann durch mehrere Einflussfaktoren begründet werden. Zum einen besitzt die Legierung
TZM bereits durch die verwendeten Legierungselemente besonders günstige mechanische
Eigenschaften und verbesserte Hochtemperatureigenschaften, zum anderen wird durch
einen Umformgrad, der in radialer Richtung größer als jener in axialer Richtung ist,
eine vorteilhafte Mikrostruktur eingestellt. Besonders vorteilhaft ist weiter die
gegenüber Molybdän erhöhte Korngrenzenfestigkeit von TZM.
[0012] MHC weist ebenfalls verbesserte mechanische Eigenschaften auf, die zum Teil durch
die Mischkristallverfestigung des Molybdäns mit Hafnium zu begründen sind. MHC weist
weiters zusätzlich im Vergleich zum TZM verbesserte Hochtemperatureigenschaften auf.
[0013] Das Maß an Streckung der Körner einer Mikrostruktur kann durch das sogenannte Kornstreckungsverhältnis
(engl. grain aspect ratio) beschrieben werden, welches das Verhältnis von Kornlänge
zu Kornbreite angibt.
[0014] Das durchschnittliche umfangsseitige Kornstreckungsverhältnis (ku) ergibt sich bei
Draufsicht auf die Umfangsfläche, das durchschnittliche stirnseitige Kornstreckungsverhältnis
(ks) ergibt sich bei Draufsicht auf eine der Stirnseiten wie unten beschrieben.
[0015] Für die Erfindung ist vorgesehen (wobei stets ku kleiner ks gilt):
1 < ku < 1,7 und ks ≥ 1,8. Offenbart wird ferner 1 < ku < 1,4
ks ≥ 1,5.
[0016] Durch die stärkere Umformung in radialer Richtung können gegebenenfalls im Bereich
der Stirnseiten des Grundkörpers mehr Korngrenzen vorliegen, was aber für die Standzeit
des Schleuderrings irrelevant ist.
[0017] Die Erfindung hat auch vorteilhafte Auswirkungen auf die mittlere Korngröße (d
mean), die in Anlehnung an die ASTM E 112 nach dem Linienschnittverfahren gemessen wird
und die auf der Umfangsfläche beispielsweise kleiner als 500 µm, vorzugsweise kleiner
als 200 µm, besonders bevorzugt kleiner als 100 µm ist.
[0018] Es hat sich herausgestellt, dass der Grundkörper normal zur Umfangsfläche die Vorzugsorientierung(en)
<111> und/oder <100> aufweisen kann. Günstig ist das Nichtvorhandensein einer <101>
Vorzugsorientierung normal zur Umfangsfläche.
[0019] Weiter bevorzugt ist eine Vorzugsorientierung normal zur Umfangsfläche in <111> Richtung
mit einer Intensität größer 1,5-fach der Untergrundintensität.
[0020] Die Kristallorientierung, auch als Vorzugsorientierung oder Umformtextur bezeichnet,
wird bevorzugt mittels SEM (Scanning electron microscope / Rasterelektronenmikroskop)
und EBSD (Electron backscatter diffraction / Rückstreuelektronenbeugung) ermittelt.
Die Probe (normal zur Umfangsfläche) wird dazu in einem Winkel von 70° gekippt. Der
einfallende Primärelektronenstrahl wird inelastisch an den Atomen der Probe gestreut.
Wenn nun manche Elektronen so auf Gitterflächen treffen, dass die Bragg Bedingung
erfüllt ist, kommt es zu konstruktiver Interferenz. Diese Verstärkung geschieht für
alle Gitterflächen im Kristall, sodass das entstehende Beugungsbild (engl. electron
backscatter pattern, auch Kikuchi Pattern) alle Winkelbeziehungen im Kristall und
somit auch die Kristallsymmetrie beinhaltet. Die Messung wird dabei unter den folgenden
Bedingungen durchgeführt:
- Beschleunigungsspannung: 20 kV,
- Blende 120 µm,
- Arbeitsabstand 15 mm
- Hochstrommodus - aktiviert
- Gescannte Fläche: 1690 × 1690 µm2.
- Indexschrittweite: 2 µm.
[0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Figuren diskutiert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Schleuderrings
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Schmelzschleudervorrichtung
- Fig. 3a, 3b
- eine schematische Veranschaulichung des Erfindungsgedankens, a) Stand der Technik,
b) erfindungsgemäßer Schleuderring, Kantenlänge des Gefügeausschnitts (Würfel) 500
µm
- Fig. 4
- ein lichtmikroskopisches Schnittbild zur Erfindung (Umfangsfläche, geätzt)
- Fig. 5
- ein lichtmikroskopisches Schnittbild zum Stand der Technik (Umfangsfläche, geätzt)
- Fig. 6a - 6f
- Darstellungen zu verschiedenen für die Erfindung in Frage kommenden mechanischen Umformverfahren
- Fig. 7a, 7b
- eine schematische Veranschaulichung zur Entnahme der Proben für die metallographischen
Untersuchungen
- Fig. 8a, 8b
- ein Referenzbeispiel der Erfindung zur Umfangsfläche (a) und zur Stirnfläche (b) inklusive
Linienmuster für quantitative Gefügeauswertung
[0022] Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Schleuderring 1, wobei die axiale Richtung A,
die radiale Richtung R und die tangentiale Richtung T eingezeichnet wurden. Der Schleuderring
1 weist einen zylindrischen Grundkörper auf, dessen Umfangsfläche 2 von zwei Stirnseiten
3 begrenzt wird. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Schleuderring 1 zur Materialersparnis
als Hohlzylinder ausgebildet. In den inneren Hohlraum kann eine Antriebsvorrichtung
zum Antreiben des Schleuderrings 1 eingreifen. Wie angedeutet, verläuft die Kornstreckung
auf den Stirnseiten des Schleuderrings primär in tangentialer Richtung T.
[0023] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Schmelzschleudervorrichtung.
Dabei ist der in der Fig. 1 beschriebene Schleuderring 1 mit einer Antriebseinheit
(welche aus Gründen der Übersicht nicht dargestellt ist) verbunden, welche eine Rotation
des Schleuderringes 1 um seine rotationssymmetrische Achse hervorruft. Der Schleuderring
1 wird dabei durch eine Kühlvorrichtung (welche aus Gründen der Übersicht nicht dargestellt
ist) gekühlt. Eine solche Kühlung des Schleuderringes kann beispielsweise durch eine
Luftkühlung, Wasserkühlung oder durch ein anderes Medium ausgeführt sein, welches
entweder an die Umfangsfläche 2 des Schleuderringes herangeführt wird oder an seiner
Innenseite. Durch eine Einrichtung 5 zur Aufbringung von Schmelze 20 wird Schmelze
20 auf die Umfangsfläche 2 des Schleuderringes 1 aufgebracht. Diese ist in diesem
Beispiel so ausgeführt, dass Schmelze 20 in das Innere der Einrichtung 5 zur Aufbringung
von Schmelze 20 eingebracht wird und anschließend eine Druckkraft P auf die Schmelze
20 ausgeübt wird, sodass sie die Einrichtung 5 zur Aufbringung von Schmelze 20 über
eine Aufbringdüse 21 verlässt. Die Schmelze 20 erstarrt durch Wärmeübertragung, indem
sie Wärme an den kühlen Schleuderring 1 abgibt und wird von ihm mitgenommen, bis die
Schmelze 20 durch die Zentrifugalkraft des rotierenden Schleuderringes 1 abgeworfen
wird.
[0024] Figuren 3a und 3b veranschaulichen den Erfindungsgedanken, wobei Figur 3a die Gefügeausprägung
bei einem Schleuderring nach Stand der Technik und Figur 3b die Gefügeausprägung bei
einem erfindungsgemäßen Schleuderring zeigt. Dargestellt ist jeweils ein würfelförmiger
Gefügeausschnitt mit einer Kantenlänge von 500 µm. Die Lage des Gefügeausschnitts
bezüglich der Richtungen im Schleuderring ist über das Koordinatensystem angegeben.
[0025] Im Stand der Technik erfolgt die Hauptumformung in axialer Richtung A. Das sich einstellende
Gefüge ist von einer Vielzahl an in tangentialer Richtung T verlaufenden Korngrenzen
geprägt, siehe Figur 3a. Diese Gefügecharakteristik begünstigt eine Rissbildung an
der Umfangsfläche des Schleuderrings.
[0026] Durch eine Verlagerung der Hauptumformrichtung in die radiale Richtung R wird die
Anzahl der Korngrenzen in tangentialer Richtung T auf der Umfangsfläche und damit
die Neigung zur Rissbildung reduziert. Diese Gefügeausprägung bei einem erfindungsgemäßen
Schleuderring ist in Figur 3b gezeigt.
[0027] Weil der Grundkörper des Schleuderrings 1 in einem mechanischen Umformungsverfahren
hergestellt wurde, dessen Hauptumformrichtung H so gewählt wurde, dass sie in der
radialen Richtung R des fertigen Schleuderrings 1 verläuft, weist die Umfangsfläche
2 des Schleuderrings 1 eine weit geringere Anzahl an Korngrenzen auf als dies beim
Stand der Technik der Fall ist. Dies ist besonders gut anhand eines Vergleichs der
Fig. 4 und 5 erkennbar.
[0028] Beide Figuren zeigen lichtmikroskopische Aufnahmen von geätzten Schnitten, die von
der Umfangsfläche 2 eines Schleuderrings 1 gemäß der Erfindung (Fig. 4) bzw. gemäß
Stand der Technik (Fig. 5) genommen wurden. Bei der Erfindung liegen auf der Umfangsfläche
erkennbar viel weniger Korngrenzen vor, was die Bildung von Rissen entlang von Korngrenzen
(vor allem aufgrund der thermischen Belastung durch die auftreffende Schmelze) erschwert.
[0029] Die Bestimmung der durchschnittlichen umfangsseitigen und stirnseitigen Kornstreckungsverhältnisse
k
u und k
s, sowie auch der mittleren Korngröße dmean, erfolgt durch lichtmikroskopische Auswertung
an metallographischen Schliffen.
[0030] Figuren 7a und 7b veranschaulichen die Position der Probenentnahme von Proben für
die metallographischen Untersuchungen an einem Schleuderring 1. Figur 7a zeigt einen
Schnitt parallel zur Stirnseite 3 zur Verdeutlichung der Probenstärke zwischen 2 und
5mm, Figur 7b einen Querschnitt des Schleuderrings 1 senkrecht zur tangentialen Richtung
T.
Die Proben für die lichtmikroskopischen Untersuchungen wurden an der Umfangsfläche
2 im einem Abstand von 0,25 bis 0,75 mal der Ringhöhe entnommen (Fig. 7b), um Kanteneffekte
aus der Randzone des Materials so weit als möglich zu vermeiden. Der Entnahmebereich
ist mit "sample" gekennzeichnet. Die Präparation und Betrachtung der Probe erfolgte
an der radial innen liegenden Seite der Probe. Die Betrachtungsrichtung ist mit dem
Buchstaben B in der Figur 7b gekennzeichnet.
[0031] Die Präparation der metallographischen Proben erfolgte wie folgt:
- Einbetten in Bakelitkörper Ø32mm bei einer Temperatur von 180 °C und Kraft von 20
kN
- Nasschleifen auf SiC- Papier mit den Körnungen 120, 320, 600, 800, 1500, 2400 für
jeweils 30 Sekunden
- Polieren:
∘ 3 µm Diamantsuspension auf Poliertuch
∘ 1 µm Diamantspray auf Poliertuch
∘ 0,1 µm OPS Poliertuch
∘ Anpressdruck 10N, Dauer 30 min, Drehzahl 30 U/min
[0032] Die präparierten Schliffproben wurden an LEICA Lichtmikroskopen (beispielsweise LEICA
DMI 5000 M) untersucht. Zur Untersuchung der Korngröße und Kornstreckung wurden an
den polierten Proben Korngrenzenätzungen mittels Murakami Ätzlösung durchgeführt.
Die Murakami Ätzlösung besteht aus Kaliumhydroxid KOH und Kaliumferrizyanid K3[Fe(CN)6].
[0033] Die quantitative Auswertung der mittleren Korngröße wurde in Anlehnung an das Linienschnittverfahren
nach ASTM E112 durchgeführt. Dazu werden Bilder mit 200-facher Vergrößerung aufgenommen
und jeweils die Anzahl der Korngrenzen in axialer und tangentialer Richtung, wenn
es sich um die Umfangsfläche und die Bestimmung von k
u handelt, bzw. in radialer und tangentialer Richtung, wenn es sich um eine der Stirnseiten
und die Bestimmung von k
s handelt, ausgezählt. Dabei werden die Korngrenzen an äquidistanten 1500 µm langen
Linien, die in einem Abstand von mindestens 100 µm in beide die Bildebene aufspannenden
Richtungen (Umfangsfläche: axial und tangential bzw. Stirnseiten: radial und tangential)
in die Bildebene gelegt werden, gezählt. Für eine ausreichende Statistik kann neben
einer reduzierten Bildvergrößerung pro Schliffbildaufnahme auch die Anzahl der Schliffbildaufnahmen
je Probe erhöht werden.
[0034] Die (richtungsunabhängigen) Kornstreckungsverhältnisse k
u für die Umfangsfläche, bzw. k
s für die Stirnfläche ergeben sich aus dem Verhältnis der ermittelten größeren Anzahl
der Korngrenzen dividiert durch die geringere Anzahl der Korngrenzen. In der beschriebenen
Auswertungsmethodik ist darauf zu achten, dass der Wert für die Richtung mit der größeren
Anzahl an Korngrenzen durch den Wert für die Richtung mit der geringeren Anzahl an
Korngrenzen dividiert wird.
[0035] Die mittlere Korngröße dmean ergibt sich aus dem Mittelwert der beiden mittleren
Korngrößen jeder Messrichtung in Anlehnung an die Auswertemethodik nach ASTM E112.
[0036] Die Fig. 8a zeigt ein Referenzbeispiel für eine Auswertung der Umfangsfläche:
∘ Horizontale Linien = Axialrichtung:
27 Korngrenzen
Mittlere Korngröße 55,6µm
∘ Vertikale Linien = Tangentialrichtung:
25 Korngrenzen
Mittlere Korngröße 60,0 µm
∘ Kornstreckung ku =27:25=1,08
∘ Gemittelte Korngröße dmean = (55,6 µm+60,0 µm)/2 = 57,7 µm
[0037] Die Fig. 8b zeigt ein Referenzbeispiel für eine Auswertung der Stirnfläche:
∘ Horizontale Linien = Tangentialrichtung:
21 Korngrenzen
Mittlere Korngröße 71,4 µm (nach ASTM E112 Linienschnitt)
∘ Vertikale Linien = Radialrichtung:
47 Korngrenzen
Mittlere Korngröße 31,9 µm (nach ASTM E112 Linienschnitt)
∘ Kornstreckung ks = 47:21 = 2,24
∘ Gemittelte Korngröße dmean = (71,4 µm+31,9 µm)/2 = 44,1 µm
[0038] Fig. 6a - 6f zeigen Darstellungen zu verschiedenen für die Erfindung in Frage kommenden
mechanischen Umformverfahren.
[0039] Dabei zeigt Fig. 6a ein Radialschmiedeverfahren mit der Option Radialrohrschmieden.
Das Radialschmieden stellt ein Freiformen zur Querschnittsverjüngung an Stäben oder
wie im Beispiel der Fig. 6a gezeigt Rohren aus Metallen dar. Bei diesem Verfahren
wird das Ausgangswerkstück 10 von zwei oder mehreren Werkzeugsegmenten 6, welche den
zu bearbeitenden Querschnitt ganz oder nur zum Teil umschließen, bearbeitet. Die Werkzeugsegmente
6 weisen dabei eine sich verjüngende Form auf. Das Ausgangswerkstück 10 rotiert während
des Schmiedeprozesses um seine eigene Achse und führt eine Vorschubbewegung entlang
seiner Längsrichtung aus, wie durch die Pfeile gezeigt ist. Die Werkzeugsegmente 6
führen dabei eine "hämmernde" Bewegung aus, indem sie in radialer Richtung eine schwingende
Bewegung ausführen, wie ebenfalls durch die Pfeife angedeutet ist. Durch die "hämmernde"
Bewegung wird dabei das Ausgangswerkstück 10 durch die Werkzeugsegmente 6 zu einem
Werkstück 7 mit geringerer Querschnittsfläche umgeformt. Der gewünschte Innendurchmesser
des hierbei bearbeiteten Werkstückes 7 wird durch den gezeigten Dorn 8 sichergestellt.
Durch einen anschließenden Ablängprozess (beispielsweise durch Sägen oder Drehen),
kann das Rohr zu einem Schleuderring 1 weiterverarbeitet werden. Es ist gut erkennbar,
wie die Hauptumformrichtung H der radialen Richtung R entspricht.
[0040] Fig. 6b zeigt ein Strangpressverfahren. Hierbei wird ein Ausgangswerkstück 10 mithilfe
eines Stempels 11 durch eine Matrize 9 gedrückt, welche einen Querschnitt aufweist,
der jenen des herzustellenden Werkstückes 7 entspricht. Bei der Herstellung eines
Rohres (hier im Speziellen als rotationssymmetrisches Rohr ausgebildet) kann ein Dorn
8 eingesetzt werden, welcher mit dem Stempel 11 verbunden ist oder mit dem Stempel
11 einstückig ausgebildet ist. Anschließend an das Strangpressverfahren kann durch
einen Ablängprozess das Rohr zu einem erfindungsgemäßen Schleuderring 1 weiterverarbeitet
werden. Die Hauptumformrichtung H entspricht der radialen Richtung R, wodurch die
Merkmale eines erfindungsgemäßen Schleuderrings erzielt werden.
[0041] Fig. 6c zeigt einen Walzprozess, bei dem ein ebenes, in der am Rohr resultierenden
Radialrichtung vorverformtes Walzblech 19 durch eine Anordnung von Walzen 12 in eine
Rohrform gebracht wird. Anschließend werden die Enden optional durch Fügen stoff-,
form- bzw. kraftschlüssig miteinander verbunden (beispielsweise Schweißen, Löten,
Kleben) und das Rohr kann durch Ablängen zu einem erfindungsgemäßen Schleuderring
1 weiterverarbeitet werden. Auch hier entspricht die Hauptumformrichtung H der radialen
Richtung R des Bleches 19.
[0042] Beim Rohrwalzen, wie in Fig. 6d gezeigt, wird ein Ausgangswerkstück 10 zwischen zwei
Walzen 13 hindurchgeführt, welche eine gleichsinnige Rotationsbewegung ausführen.
Diese Walzen 13 sind mit ihren Rotationsachsen windschief zu einer Rotationsachse
des Werkstückes 7 ausgerichtet. Somit wird einerseits eine gegengleiche Rotation des
Werkstückes 7 in Bezug zu den Walzen 13 sowie eine plastische Verformung des Ausgangswerkstückes
10 zum resultierenden Werkstück 7 erzielt. Es kann, wie hier dargestellt, ein Dorn
8 vorgesehen sein. Anschließend kann das Werkstück 7, bzw. Rohr durch Ablängen zu
einem erfindungsgemäßen Schleuderring 1 weiterverarbeitet werden. Es ist gut zu erkennen,
wie die Hauptumformrichtung H der radialen Richtung R entspricht, um einen erfindungsgemäßen
Schleuderring herzustellen.
[0043] In Fig. 6e ist ein Ringschmiedeprozess gezeigt. Hierbei wird das ringförmig vorliegende
Ausgangswerkstück 10 auf einen Dorn 14 aufgebracht. Auf das Werkstück 7 wird durch
eine Schmiedepresse/Schmiedehammer 15 eine Druckkraft ausgeübt, wodurch eine Verformung
hervorgerufen wird. Nach Entlasten des Werkstückes 7 wird dieses um einen gewählten
Winkel weitergedreht und abermals eine Druckkraft durch eine Schmiedepresse/Schmiedehammer
15 auf das Werkstück ausgeübt. Auch hier entspricht - wie bei einem erfindungsgemäßen
Schleuderring 1 gefordert - die Hauptumformrichtung H der radialen Richtung R.
[0044] In Fig. 6f ist ein Ringwalzprozess gezeigt. Hierbei liegt das Ausgangswerkstück 10
bereits als Ring vor. Dieses Werkstück 7 wird mit Hilfe einer Dornwalze 16 und einer
Hauptwalze 17 in radialer Richtung verformt. Durch die Axialwalzen 18 kann dabei eine
Verformung des Wegstückes 7 in axiale Richtung kontrolliert werden. Dieser Prozess
wird vorwiegend als Warmumformung durchgeführt. Nach dem Ringwalzprozess kann das
Werkstück 7 - ein erfindungsgemäßer Schleuderring 1 - mithilfe spanender Fertigungstechniken
(wie zum Beispiel Drehen) weiterverarbeitet werden. Dabei entspricht die Hauptumformrichtung
H der radialen Richtung R.
[0045] Natürlich sind auch noch andere Fertigungsverfahren denkbar. So könnte durchaus auch
aus einem gewalzten Blech ein erfindungsgemäßer Schleuderring hergestellt werden,
indem das ein gewalztes Blech tiefgezogen wird oder durch Fließdrücken bzw. Drücken
verarbeitet, wird wobei darauf zu achten ist, dass sich die Hauptumformrichtung H
des Ausgangsblechmaterials in die resultierende radiale Richtung R des erfindungsgemäßen
Schleuderringes 1 erstreckt. Nach dem Fließdrücken oder Drücken muss/kann der Boden
des entstehenden Werkstückes abgetrennt werden um einen Ring zu erhalten.
Bezugszeichenliste:
[0046]
- 1
- Schleuderring
- 2
- Umfangsfläche des Schleuderrings
- 3
- Stirnseite des Schleuderrings
- 4
- Schmelzschleudervorrichtung
- 5
- Einrichtung zur Abgabe einer Schmelze
- 6
- Werkzeugsegment
- 7
- Werkstück
- 8
- Dorn
- 9
- Matrize
- 10
- Ausgangswerkstück
- 11
- Stempel
- 12
- Walze
- 13
- Walze
- 14
- Dorn
- 15
- Schmiedepresse/Schmiedehammer
- 16
- Dornwalze
- 17
- Hauptwalze
- 18
- Axialwalze
- 19
- Blech
- 20
- Schmelze
- 21
- Aufbringdüse
- A
- axiale Richtung
- R
- radiale Richtung
- T
- tangentiale Richtung
- H
- Hauptumformrichtung
- B
- Betrachtungsrichtung
- P
- Druckkraft
- ku
- Kornstreckungsverhältnis umfangsseitig
- ks
- Kornstreckungsverhältnis stirnseitig
- dmean
- mittlere Korngröße
1. Schleuderring (1) für eine Schmelzschleudervorrichtung, mit einem zylindrischen, mechanisch
umgeformten Grundkörper aus einem Refraktärmetall oder einer Refraktärmetall-Basislegierung,
welcher eine in einer tangentialen Richtung (T) verlaufende Umfangsfläche (2) aufweist,
die in axialer Richtung (A) durch zwei Stirnseiten (3) begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Umformgrad in radialer Richtung (R) größer als der Umformgrad in axialer Richtung
(A) ist, wobei das durchschnittliche umfangsseitige Kornstreckungsverhältnis, kU, welches sich bei Draufsicht auf die Umfangsfläche (2) ergibt, kleiner ist als das
durchschnittliche stirnseitige Kornstreckungsverhältnis, ks, welches sich bei Draufsicht auf eine der Stirnseiten (3) ergibt, wobei das Kornstreckungsverhältnis
das Verhältnis von Kornlänge zu Kornbreite angibt, bestimmbar nach der Messmethode
gemäß Beschreibung, wobei das Kornstreckungsverhältnis ku in einem Bereich von 1 <
ku < 1,7 liegt, und wobei das Kornstreckungsverhältnis ks in einem Bereich von ks ≥ 1,8 liegt.
2. Schleuderring nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die mittlere
Korngröße, dmean, nach dem Linienschnittverfahren nach ASTM E 112 auf der Umfangsseite kleiner als
500 µm ist.
3. Schleuderring nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Grundkörper
(2) normal zur Umfangsfläche (2) die Vorzugsorientierung(en) <111> und/oder <100>
aufweist.
4. Schleuderring nach Anspruch 3, wobei der Grundkörper (2) normal zur Umfangsfläche
(2) eine Vorzugsorientierung in <111> Richtung mit einer Intensität von größer gleich
1,5-fach der Untergrundintensität aufweist.
5. Schleuderring nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei dieser aus
einer Molybdän Basislegierung besteht.
6. Schleuderring nach Anspruch 5, wobei dieser aus einer Molybdän Basislegierung mit
größer gleich 99 at% Molybdän, MHC oder TZM besteht.
7. Schmelzschleudervorrichtung (4), insbesondere zur Seltenerdmagnetherstellung, mit
zumindest einem Schleuderring (1) nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche,
einer Antriebsvorrichtung zum Antreiben des zumindest einen Schleuderrings (1) und
einer Einrichtung (5) zur Abgabe einer Schmelze auf eine Umfangsfläche (2) des zumindest
einen Schleuderrings (1).
8. Verfahren zur Herstellung eines Schleuderrings (1) nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 6, wobei ein - insbesondere gesinterter - Rohling aus Refraktärmetall oder einer
Refraktärmetall-Basislegierung mechanisch umgeformt wird, welcher eine in einer tangentialen
Richtung (T) verlaufende Umfangsfläche (2) aufweist, die in axialer Richtung (A) durch
zwei Stirnseiten (3) begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Umformgrad in radialer Richtung (R) größer als der Umformgrad in axialer Richtung
ist , wobei das durchschnittliche umfangsseitige Kornstreckungsverhältnis, ku, welches
sich bei Draufsicht auf die Umfangsfläche (2) ergibt, kleiner ist als das durchschnittliche
stirnseitige Kornstreckungsverhältnis, ks, welches sich bei Draufsicht auf eine der Stirnseiten (3) ergibt, wobei das Kornstreckungsverhältnis
das Verhältnis von Kornlänge zu Kornbreite angibt, bestimmbar nach der Messmethode
gemäß Beschreibung, wobei das Kornstreckungsverhältnis ku in einem Bereich von 1 <
ku < 1,7 liegt, und wobei das Kornstreckungsverhältnis ks in einem Bereich von ks ≥ 1,8 liegt.
9. Verfahren nach dem vorangehenden Anspruch, wobei das mechanische Umformen durch eines
der Verfahren:
- Radialschmieden, bevorzugt Radialrohrschmieden
- Ringwalzen
- Strangpressen
- Ringschmieden
- Rohrwalzen
erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das mechanische Umformen durch
- Ringwalzen oder
- Ringschmieden
erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das mechanische Umformen durch
- Walzen eines Bleches, Einrollen des gewalzten Bleches und Verbinden der Enden des
Bleches erfolgt oder durch
- Tiefziehen oder Fließdrücken eines vorzugsweise gewalzten Bleches erfolgt, wobei
vorzugsweise vorgesehen ist, dass ein Boden des tiefgezogenen bzw. fließgedrückten
und ggf. gewalzten Bleches abgetrennt wird.
1. A slinger ring (1) for a melt spinning apparatus, comprising a cylindrical, mechanically
shaped main element which is composed of a refractory metal or a refractory metal-based
alloy and has a circumferential surface (2) running in a tangential direction (T),
which surface is delimited in the axial direction (A) by two end faces (3), characterized in that the degree of deformation in the radial direction (R) is greater than the degree
of deformation in the axial direction (A), wherein the average circumference-side
grain aspect ratio ku, which is obtained in plan view onto the circumferential surface
(2), is smaller than the average end-face-side grain aspect ratio ks, which is obtained in plan view onto one of the end faces (3), with grain aspect
ratio giving the ratio of grain length to grain width, determinable by the method
according to the description, wherein the grain aspect ratio ku is in a range of 1
< ku < 1.7 and wherein the grain aspect ratio ks is in a range of ks ≥ 1.8.
2. The slinger ring as claimed in claim 1, wherein the average grain size dmean determined by the line intercept method on the circumferential side is less than
500 µm.
3. The slinger ring as claimed in at least one of the preceding claims, wherein the main
element (2) has the preferential orientation(s) <111> and/or <100> normal to the circumferential
surface (2).
4. The slinger ring as claimed in claim 3, wherein the main element (2) has a preferential
orientation in the <111> direction having an intensity of greater than or equal to
1.5 times the underlying intensity normal to the circumferential surface (2).
5. The slinger ring as claimed in at least one of the preceding claims, wherein the slinger
ring consists of a molybdenum-based alloy.
6. The slinger ring as claimed in claim 5, wherein the slinger ring consists of a molybdenum-based
alloy comprising ≥ 99 at% of molybdenum, MHC or TZM.
7. A melt spinning apparatus (4), in particular for rare earth magnet production, comprising
at least one slinger ring (1) as claimed in at least one of the preceding claims,
a drive device for driving the at least one slinger ring (1) and a device (5) for
supplying a melt to a circumferential surface (2) of the at least one slinger ring
(1).
8. A process for producing a slinger ring (1) as claimed in at least one of claims 1
to 6, wherein a blank, in particular a sintered blank, composed of refractory metal
or a refractory metal-based alloy is mechanically deformed, having a circumferential
surface (2) running in a tangential direction (T), which surface is delimited in the
axial direction (A) by two end faces (3) characterized in that the degree of deformation in the radial direction (R) is greater than the degree
of deformation in the axial direction, wherein the average circumference-side grain
aspect ratio ku, which is obtained in plan view onto the circumferential surface (2),
is smaller than the average end-face-side grain aspect ratio ks, which is obtained in plan view onto one of the end faces (3), with grain aspect
ratio giving the ratio of grain length to grain width, determinable by the methods
according to the description, wherein the grain aspect ratio ku is in a range of 1
< ku < 1.7 and wherein the grain aspect ratio ks is in a range of ks ≥ 1.8.
9. The process as claimed in the preceding claim, wherein the mechanical shaping is carried
out by means of one of the processes:
- radial forging, preferably radial tube forging
- ring rolling
- extrusion
- ring forging
- tube rolling.
10. The process as claimed in claim 9, wherein the mechanical shaping is carried out by:
- ring rolling or
- ring forging.
11. The process as claimed in claim 8, wherein the mechanical shaping is carried out by
- rolling of a metal sheet, rolling-up of the rolled metal sheet and joining of the
ends of the metal sheet or
- is carried out by deep drawing or extrusion of a preferably rolled metal sheet,
preferably with a bottom of the deep-drawn or extruded and optionally rolled metal
sheet being separated off.
1. Roue de filage (1) pour un dispositif de filage de masse fondue, comprenant un corps
de base cylindrique, déformé mécaniquement, en un métal réfractaire ou un alliage
à base de métal réfractaire, qui présente une surface circonférentielle (2) s'étendant
dans une direction tangentielle (T), qui est délimitée dans la direction axiale (A)
par deux côtés frontaux (3), caractérisée en ce que le degré de déformation dans la direction radiale (R) est supérieur au degré de déformation
dans la direction axiale (A), le rapport de forme de grain circonférentiel moyen,
kU, qui résulte d'une vue de dessus de la surface circonférentielle (2), étant inférieur
au rapport de forme de grain frontal moyen, ks, qui résulte d'une vue de dessus d'un des côtés frontaux (3), le rapport de forme
de grain étant le rapport entre la longueur de grain et la largeur de grain, qui peut
être déterminé par la méthode de mesure selon la description, le rapport de forme
de grain kU se situant dans une plage de 1 < kU < 1,7, et le rapport de forme de grain ks se situant dans une plage de ks ≥ 1,8.
2. Roue de filage selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle la taille de grain moyenne, dmean, sur le côté circonférentiel est inférieure à 500 µm selon le procédé du segment
intercepté linéaire selon l'ASTM E 112.
3. Roue de filage selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes, dans
laquelle le corps de base (2) présente la ou les orientations préférentielles <111>
et/ou <100> normalement à la surface circonférentielle (2).
4. Roue de filage selon la revendication 3, dans laquelle, normalement la surface circonférentielle
(2), le corps de base (2) présente une orientation préférentielle dans la direction
<111> avec une intensité supérieure ou égale à 1,5 fois l'intensité de fond.
5. Roue de filage selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes, celle-ci
étant constituée d'un alliage à base de molybdène.
6. Roue de filage selon la revendication 5, celle-ci étant constituée d'un alliage à
base de molybdène ayant une teneur supérieure ou égale à 99 %at en molybdène, MHC
ou TZM.
7. Dispositif de filage de masse fondue (4), notamment pour la fabrication d'aimants
de terres rares, comprenant au moins une roue de filage (1) selon au moins l'une quelconque
des revendications précédentes, un dispositif d'entraînement pour l'entraînement de
l'au moins une roue de filage (1) et un appareil (5) pour le déchargement d'une masse
fondue sur une surface circonférentielle (2) de l'au moins une roue de filage (1).
8. Procédé de fabrication d'une roue de filage (1) selon au moins l'une quelconque des
revendications 1 à 6, dans lequel une ébauche, notamment frittée, en métal réfractaire
ou en un alliage à base de métal réfractaire est déformée mécaniquement, qui présente
une surface circonférentielle (2) s'étendant dans une direction tangentielle (T),
qui est délimitée dans la direction axiale (A) par deux côtés frontaux (3), caractérisé en ce que le degré de déformation dans la direction radiale (R) est supérieur au degré de déformation
dans la direction axiale, le rapport de forme de grain circonférentiel moyen, kU, qui résulte d'une vue de dessus de la surface circonférentielle (2), étant inférieur
au rapport de forme de grain frontal moyen, ks, qui résulte d'une vue de dessus d'un des côtés frontaux (3), le rapport de forme
de grain étant le rapport entre la longueur de grain et la largeur de grain, qui peut
être déterminé par la méthode de mesure selon la description, le rapport de forme
de grain kU se situant dans une plage de 1 < kU < 1,7, et le rapport de forme de grain ks se situant dans une plage de ks ≥ 1,8.
9. Procédé selon la revendication précédente, dans lequel la déformation mécanique a
lieu par un des procédés suivants :
- forgeage radial, de préférence forgeage radial de tubes,
- laminage d'anneaux,
- extrusion,
- forgeage d'anneaux,
- laminage de tubes.
10. Procédé selon la revendication 9, dans lequel la déformation mécanique a lieu par
- laminage d'anneaux ou
- forgeage d'anneaux.
11. Procédé selon la revendication 8, dans lequel la déformation mécanique a lieu par
- laminage d'une tôle, enroulement de la tôle laminée et raccordement des extrémités
de la tôle, ou par
- emboutissage ou fluotournage d'une tôle de préférence laminée, il étant de préférence
prévu qu'un fond de la tôle emboutie ou fluotournée et éventuellement laminée soit
détaché.