(19)
(11) EP 3 391 483 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
22.06.2022  Patentblatt  2022/25

(21) Anmeldenummer: 17703130.9

(22) Anmeldetag:  03.02.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01T 4/04(2006.01)
H01R 13/629(2006.01)
H01T 4/02(2006.01)
H01R 13/52(2006.01)
H01T 1/12(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
H01R 13/5213; H01R 13/62933; H01T 1/12; H01T 4/02; H01T 4/04
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2017/052319
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2017/140513 (24.08.2017 Gazette  2017/34)

(54)

ANTRIEBSANORDNUNG ZUR AUSBILDUNG EINER TRENNSTRECKE FÜR EINEN ÜBERSPANNUNGSABLEITER

ACTUATING ASSEMBLY FOR FORMING AN ISOLATING DISTANCE FOR A SURGE ARRESTER

SYSTÈME D'ENTRAÎNEMENT POUR FORMER UNE SECTION DE SÉPARATION POUR UN DISPOSITIF DE PROTECTION CONTRE LES SURTENSIONS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 16.02.2016 DE 102016202327

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.10.2018  Patentblatt  2018/43

(73) Patentinhaber: Siemens Energy Global GmbH & Co. KG
81739 München (DE)

(72) Erfinder:
  • SULITZE, Markus
    14612 Falkensee (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2007/113030
DE-A1-102012 008 130
DE-A1-102011 077 394
DE-A1-102012 217 310
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebsanordnung zur Ausbildung einer Trennstrecke für einen Überspannungsableiter, aufweisend Anschlüsse für ein Steuern und/oder Überwachen des Überspannungsableiters.

    [0002] Überspannungsableiter dienen zum Schutz von elektrischen Anlagen, indem sie z.B. bei Blitzeinschlag oder einem Kurzschluss betriebsmittelgefährdende Überspannungen auf Masse ableiten. Ein Überspannungsableiter ist aus der DE 20 2012 217310 A1 bekannt. Auch aus der Produktbroschüre "3ES - the new generation of metalenclosed, SF6-insulated surge arresters" der Siemens AG, veröffentlicht 2014, Order No. E50001-G630-A247-X-4A00, sind Überspannungsableiter bekannt.

    [0003] Überspannungsableiter weisen eine Antriebsanordnung auf, die zur sicheren Ausbildung einer Trennstrecke dient. Die Antriebsanordnung ist dabei in der Regel baulich an dem Überspannungsableiter derart angeordnet, dass eine Seite der Antriebsanordnung direkt mit dem Überspannungsableiter verbunden ist. Die Antriebsanordnung weist zumeist einen Mechanikraum bzw. ein Gehäuse auf, so dass mittels einer in dem Mechanikraum angeordneten mechanischen Koppelung z.B. über ein Gestänge Hochspannungskontakte in dem Überspannungsableiter bewegt werden können, um ein Öffnen und Schließen einer elektrischen Verbindung zum Erdpotential zu ermöglichen. Die vom Überspannungsableiter abgewandte Seite des Mechanikraums ist mit einem Deckel fluiddicht verschlossen. Bei neueren Bauformen weist der Mechanikraum eine zylindrische Bauform auf. Am Deckel ist in der Regel eine Handkurbel zum manuellen Betrieb der mechanischen Koppelung angebracht. Die Handkurbel wird in Ihrem Durchmesser so ausgeführt, dass noch ausreichend Platz auf der Deckeloberfläche für die Anbringung von Schutzschläuchen verbleibt. Diese Schutzschläuche schützen elektrische Leiter vor Wettereinflüssen, wobei die elektrischen Leiter beispielsweise eine Verbindung zu einer Steuereinrichtung bereitstellen, über die z.B. eine Schaltstellung übermittelt werden kann. Hierfür sind die Schutzschläuche (mit den elektrischen Leitern) mit einem externen Anschlusskasten verbunden. In dem Anschlusskasten werden die elektrischen Leiter mit Anschlüssen an der Außenseite des Anschlusskastens verbunden. Hierfür sind im Anschlusskasten Klemmen einer Hutschiene vorgesehen. Die Schutzschläuche mit ihren entsprechenden Verschraubungen an Deckel und Anschlusskasten erfüllen bei derzeit üblichen Ausführungen die Anforderungen der Schutzart gemäß International Protection Codes 55 (IP55), bekannt aus der Norm "DIN EN 60529 (VDE 0470-1):2014-09 Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)". Unter Anderem ist damit eine Temperaturbelastbarkeit von -20°C gegeben.

    [0004] Zurzeit gibt es für die Anschlüsse an der Außenseite des Anschlusskastens bis zu fünf verschiedene Ausführungen, da die Schnittstellendefinition zur Steuereinrichtung nicht standardisiert ist und daher herstellerseitig je nach Kundenwunsch geändert wird. Beispielsweise werden häufig Schraubanschlüsse mit den Gewindegrößen M40 x 1,5 mm oder M25 x 1,5 mm eingesetzt. Der Anschlusskasten ist aufgrund der zahlreichen verschiedenen Ausführungen kostenintensiv in der Herstellung und die Produktion ist logistisch vergleichsweise komplex, weil die Herstellung jeweils kundenspezifisch erfolgen muss.

    [0005] Aus der Druckschrift DE 10 2012 217310 A1 ist ein Überspannungsableiter mit einer Antriebsanordnung (1,15) zur Ausbildung einer Trennstrecke bekannt, wobei die Antriebsanordnung einen Mechanikraum aufweist, in dem eine Bewegung derart umsetzbar ist, dass im Überspannungsableiter ein Schalter zum Verbinden und/oder zum Trennen eines Hochspannungskontakts mit dem Erdpotential betätigbar ist. Ferner ist aus der Druckschrift WO 2007/113030 A1 ein Anschlussmodul zum Anschluss einer Steuereinheit an eine Antriebseinheit bekannt. Aus der Druckschrift DE 10 2012 008 130 A1 ist eine Antriebseinheit für einen Spindelantrieb eines Schaltgerätes einer Schaltanlage bekannt, die eine elektromechanische Verriegelungsvorrichtung für Hand- oder Motorbedienung aufweist.

    [0006] An die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Antriebsanordnung zur Ausbildung einer Trennstrecke für einen Überspannungsableiter anzugeben, die mit einer Vielzahl unterschiedlicher Steuereinrichtungen zuverlässig betreibbar ist.

    [0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Antriebsanordnung zur Ausbildung einer Trennstrecke für einen Überspannungsableiter, aufweisend die Merkmale des Anspruchs 1.

    [0008] Es ist ein Vorteil der Erfindung, dass unterschiedliche standardisierte Steckverbindungen verwendet werden können, wodurch die Antriebsanordnung ohne bauliche Veränderungen an eine Vielzahl unterschiedlicher Steuereinrichtungen anschließbar ist. Eine Anpassung der Anschlüsse an die jeweils vorgesehene Steuereinrichtung entfällt, die Steckverbindungseinrichtung, in die jeweils kein Gegenstück eingesteckt ist, ist durch die Abdeckung vor Witterungseinflüssen und Feuchtigkeit schützbar.

    [0009] Eine Steckverbindungseinrichtung im Sinne der Verbindung kann sowohl eine Buchse sein, in die ein passender Stecker einschiebbar ist, als auch der Stecker selbst. Wird als Steckverbindungseinrichtung eine Buchse eingesetzt, so ist das Gegenstück der für die Buchse vorgesehene Stecker. Wird als Steckverbindungseinrichtung ein Stecker eingesetzt, so ist das Gegenstück die für den Stecker vorgesehene Buchse.

    [0010] Als Steckverbindungseinrichtung kann beispielsweise eine Buchse vom Typ Harting 24 DD mit 24 Pins sowie Erdungspin, Baugröße 6 B, Stifteinsatz 09160243001 und Buchsenseinsatz 09160243101 eingesetzt werden. Diese Steckverbindung ist für bis zu 250V und 10A zugelassen. Es können jedoch auch andere Typen von Steckverbindungseinrichtungen anderer Hersteller eingesetzt werden.

    [0011] Die Steckverbindungseinrichtung dient zum Verbinden der Antriebsanordnung mit einer Steuereinrichtung, so dass die Steuereinrichtung den Überspannungsableiter Steuern und Überwachen kann, indem z.B. eine Schaltstellung (geerdet/nicht geerdet) übertragen wird. Es kann weiterhin auch ein Motor für einen automatischen Betrieb vorgesehen sein. Der Motor kann beispielsweise innerhalb des Mechanikraums angeordnet sein. In diesem Fall kann mittels der Steckverbindungseinrichtung auch eine Steuerung des Motors erfolgen.

    [0012] Durch Verwendung geeigneter Steckverbindungssysteme können höhere Umweltanforderungen erfüllt werden, weil die vergleichsweise nur gering temperaturbelastbaren Schutzschläuche entfallen. Auf einfache Weise können so für GIS-Ableiter die Anforderungen der Schutzart gemäß International Protection Codes 65 (IP65), bekannt aus der Norm "DIN EN 60529 (VDE 0470-1):2014-09 Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)", und eine Temperaturbeständigkeit von bis zu -40°C erreicht werden. Dies ist ein Vorteil, weil die klimatischen Einsatzgebiete erweitert werden.

    [0013] Bei der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Antriebsanordnung eine Abdeckung für die jeweilige Steckverbindungseinrichtung auf. Dies ist ein Vorteil, weil auf diese Weise die Steckverbindungseinrichtung vor Witterungseinflüssen und Feuchtigkeit geschützt werden kann, wenn kein Gegenstück eingesteckt ist.

    [0014] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Antriebsanordnung eine Arretierungseinrichtung zum Festlegen der Abdeckung auf der Steckverbindungseinrichtung auf. Dies ist ein Vorteil, weil die Abdeckung sicher in ihrer Position gehalten wird und keine Feuchtigkeit in den Bereich der Steckverbindungseinrichtung eindringen kann.

    [0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Antriebsanordnung eine Arretierungseinrichtung zum Festlegen eines Gegenstücks in der Steckverbindungseinrichtung auf. Dies ist ein Vorteil, weil so das Gegenstück sicher in seiner Position gehalten wird und keine Feuchtigkeit in den Bereich der Steckverbindungseinrichtung eindringen kann.

    [0016] Die Antriebsanordnung weist einen Mechanikraum auf, in dem eine Bewegung derart umsetzbar ist, dass im Überspannungsableiter ein Schalter zum Verbinden und/oder zum Trennen eines Hochspannungskontakts mit dem Erdpotential betätigbar ist.

    [0017] Die Steckverbindungseinrichtung ist an einer Haube an dem Mechanikraum angeordnet, wobei innerhalb der Haube zwischen dem Mechanikraum und der Steckverbindungseinrichtung mindestens eine Verbindung zum Steuern und/oder Überwachen angeordnet ist. Eine Haube im Sinne der Erfindung ist jede Art von Hohlkörper, der einerseits auf einem Deckel des Mechanikraums befestigbar ist und andererseits einen ausreichend großen Hohlraum aufweist, um die Steckverbindungseinrichtung innerhalb der Haube mit dem Mechanikraum durch elektrische Leiter bzw. Kabel zu verbinden. Die Haube bzw. Kappe kann beispielsweise als im Wesentlichen rundlich gewölbter Hohlkörper nach Art einer Halbkugel oder eines Halbellipsoids ausgebildet sein.

    [0018] Es ist ein Vorteil, dass bei dieser Bauform die vergleichsweise nur gering temperaturfesten Schutzschläuche entfallen können und so das klimatische Einsatzgebiet vergrößert werden kann. Weiterhin kann auch der kundenspezifische Anschlusskasten entfallen. Durch den internen Anschluss der Steckverbindungseinrichtung können folglich der Anschlusskasten und die Schutzschläuche mit elektrischen Leitern eingespart werden, was Kostenvorteile in Herstellung, Transport und Wartung ermöglicht. Ein weiterer Vorteil ist es, dass die Antriebsanordnung auf diese Weise besonders platzsparend gebaut werden kann.

    [0019] Weiterhin ergibt sich der Vorteil, dass ohne Vergrößerung der Bauhöhe eine größere Handkurbel als bei bisher bekannten Anordnungen zum Einsatz kommen kann, weil der Radius der Handkurbel nicht durch Anschlüsse für Schutzschläuche eingeschränkt wird. Dies erleichtert die Handhabung des Antriebs, weil bei einer größeren Handkurbel ein längerer Hebelarm eingesetzt werden kann.

    [0020] Vorzugsweise wird die Haube aus einer freilufttauglichen Aluminiumlegierung hergestellt. Beispielsweise kann ein Kokillengussverfahren eingesetzt werden. Dies ist ein Vorteil, weil Kokillengussverfahren besonders kostengünstig sind.

    [0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Haube eine erste Abflachung auf, an der die Steckverbindungseinrichtung angebracht ist. Weist die Haube beispielsweise eine dem Mechanikraum zugewandte Seite auf und erstreckt sich bis zu einer dem Mechanikraum abgewandten Seite, an dem z.B. eine Handkurbel angeordnet sein kann, so ist es bevorzugt und mit Vorteil möglich, die erste Abflachung zwischen diesen beiden Seiten anzuordnen. Ist die Antriebsanordnung beispielsweise vertikal ausgerichtet, so befindet sich der Deckel oberhalb des Mechanikraums. Auf dem Deckel ist in dieser Orientierung die Haube befestigt, wobei seitlich an der Haube die erste Abflachung angeordnet ist.

    [0022] Dies ist ein Vorteil, weil gängige Steckverbindungseinrichtungen i.d.R. zur Montage an flachen Oberflächen ausgelegt sind.

    [0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Haube mindestens eine weitere Abflachung auf, an der Zusatzgeräte anbringbar sind. Dies ist ein Vorteil, weil gängige Zusatzgeräte i.d.R. zur Montage an flachen Oberflächen ausgelegt sind. Beispielsweise kann die mindestens eine weitere Abflachung wie eingangs erläutert bei einer vertikal ausgerichteten Antriebsanordnung beispielsweise ebenso wie die erste Abflachung seitlich angeordnet sein.

    [0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung ist als ein Zusatzgerät eine Verriegelungseinrichtung zum Blockieren einer Bewegung im Mechanikraum vorgesehen. Dies ist ein Vorteil, weil auf diese Weise ein unbeabsichtigtes oder unbefugtes Betätigen der Antriebsanordnung verhindert wird. Insbesondere ist es bevorzugt und vorteilhaft, wenn die Verriegelungseinrichtung ein Schloss aufweist.

    [0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung ist als ein Zusatzgerät eine zusätzliche Steckverbindungseinrichtung gemäß einem anderen Standard als dem Standard der Steckverbindungseinrichtung vorgesehen. Dies ist ein Vorteil, weil auf diese Weise eine größere Vielfalt an Steuereinrichtungen anschließbar ist.

    [0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Haube eine Betätigungseinrichtung zum Antrieb der Bewegung auf. Dies ist ein Vorteil, weil mittels der Betätigungseinrichtung eine mechanische Kraft für den Schaltvorgang bereitgestellt wird.

    [0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung ist die Betätigungseinrichtung für einen manuellen Betrieb ausgebildet. Dies ist ein Vorteil, weil ein manueller Betrieb kostengünstig umzusetzen ist. In der Regel ist das Zu- oder Abschalten eines Überspannungsableiters nur alle paar Monate zu erwarten, beispielsweise zu Wartungszwecken.

    [0028] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Betätigungseinrichtung eine Handkurbel auf. Dies ist ein Vorteil, weil eine Handkurbel lange erprobt und kostengünstig in der Herstellung ist. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist die Betätigungseinrichtung für einen automatischen Betrieb einen Motor auf.

    [0029] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung ist die Betätigungseinrichtung an der dem Mechanikraum abgewandten Seite der Haube angeordnet.

    [0030] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung ist die Betätigungseinrichtung derart an der Haube angeordnet, dass sich bei einer vertikal ausgerichteten Antriebsanordnung eine seitliche Anbringung ergibt.

    [0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist der Mechanikraum einen Deckel auf, an dem die Haube angebracht ist.

    [0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung weist der Mechanikraum eine durchsichtige Wand auf. Dies ist ein Vorteil, weil mit einer durchsichtigen Wand als Zylindermantel ein Techniker leicht mittels Augenschein die Schaltstellung der in der Antriebsanordnung überprüfen kann, da diese Schaltstellung mit einer Schaltstellung der Kontakte im Überspannungsableiter zusammenhängt. Hierdurch wird die Arbeits- und Betriebssicherheit erhöht.

    [0033] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Antriebsanordnung ist die Wand mittels einer Flachdichtung gegenüber dem Deckel abgedichtet, wobei die Flachdichtung in einer Nut des Deckels angeordnet ist. Bei bisherigen Antriebsanordnungen wird häufig ein Dichtungsring radial an die Innenfläche der Wand angesetzt. Dies ist nachteilig für den Fall, dass die Wand herstellungsbedingt leicht in Form oder Radius vom Konstruktionsplan abweicht. Auch für den Fall, dass die Nut im Deckel z.B. bei spanender Bearbeitung nicht exakt ausgearbeitet wurde, können sich Probleme mit der Dichtheit der Anordnung ergeben. Bei einer Flachdichtung hingegen ist die Nut deutlich weiter als die Wand ausgeführt. In der Nut ist der Boden der Ausnehmung komplett mit Dichtmaterial ausgekleidet, in das die Wand eingepresst wird. Hierdurch wird auch bei Abweichungen in Form und Größe von Wand und Deckelnut stets ein dichter Sitz erreicht.

    [0034] Zur besseren Erläuterung der Erfindung zeigen in schematischer Darstellung die
    Figur 1
    eine bekannte Antriebsanordnung mit externem Anschlusskasten und
    Figur 2
    eine erfindungsgemäße Antriebsanordnung mit einer Steckverbindungseinrichtung.


    [0035] Bei der bekannten Antriebsanordnung 1 in Figur 1 sind die Antriebsanordnung 1 und ein Anschlusskasten 2 auf einer Platte 3 befestigt, die hier zur Befestigung der einzelnen Baugruppen dient. Im Betrieb werden Antriebsanordnung 1 und Anschlusskasten 2 i.d.R. direkt auf der Oberseite eines Überspannungsableiters angebracht. Die Antriebsanordnung weist einen Mechanikraum 31 auf, in dem eine Bewegung einer Handkurbel 4 derart umsetzbar ist, dass im Überspannungsableiter ein Schalter betätigbar ist, um einen Hochspannungskontakt mit einem Erdpotential zu verbinden und/oder zu trennen. Auf diese Weise kann der Überspannungsableiter beispielsweise für Wartungsarbeiten außer Betrieb gesetzt werden. Der Mechanikraum 31 weist eine durchsichtige zylinderförmige Außenwand 8 auf, die am oberen Ende mittels einer Dichtung 7 fluiddicht in einer Nut eines Deckels 5 festgelegt ist.

    [0036] Zur Überwachung und Steuerung des Überspannungsableiters führen zwei elektrische Leiter in Schutzschläuchen 6 zu dem Anschlusskasten 2. In dem Anschlusskasten 2 werden die elektrischen Leiter derart auf an der Außenseite des Anschlusskastens 2 angeordnete Anschlüsse 10 weitergeschaltet, dass an die Anschlüsse eine Steuereinrichtung anschließbar ist. Beispielsweise sind die Anschlüsse 10 als Schraubanschlüsse der Gewindegröße M40 x 1,5 mm ausgeführt.

    [0037] Es ist ein Bereich 40 mit einer unterbrochenen Linie umrissen, in dem sich die durch die Erfindung veränderten Bauteile Handkurbel 4, Deckel 5 und Schutzschläuche 6 der bekannten Antriebsanordnung befinden.

    [0038] Die Figur 2 zeigt eine erfindungsgemäße Antriebsanordnung 15, wobei der obere Bereich der Antriebsanordnung 15 als Bildausschnitt vergrößert dargestellt ist. Der vergrößerte Bereich entspricht in etwa dem in Figur 1 einer unterbrochenen Linie umrissenen Bereich an der dem Überspannungsableiter abgewandten Seite eines Mechanikraums 32.

    [0039] Auf einem Mechanikraum 32 ist eine Haube 20 bzw. eine Kappe angeordnet, die an vier Seiten Abflachungen 21,35 aufweist. Das obere Ende der Haube ist ebenfalls abgeflacht und weist eine vergleichsweise große Handkurbel 22 auf. Die besonders große Handkurbel 22 wird möglich, weil im Vergleich zur bekannten Anordnung der Figur 1 keine Schutzschläuche zur Verbindung mit einem Anschlusskasten vorgesehen werden müssen, wodurch auf der Haube 20 vergleichsweise viel Platz für eine Handkurbel 22 freibleibt. Die untere Seite der Haube 20 schließt mit einem Deckel 41 ab, der zugleich den Mechanikraum 32 begrenzt.

    [0040] An einer der seitlichen Abflachungen 21 ist eine Steckverbindungseinrichtung 23 mit Pins 26 angebracht. Die Steckverbindungseinrichtung 23 ist auf einem Sockel 27 montiert und weist eine Abdeckung 24 zum Schutz der Steckverbindungseinrichtung 23 vor Witterungseinflüssen auf, wobei die Abdeckung nur benötigt wird, wenn kein Gegenstück eingesteckt ist. Die Abdeckung 24 kann mit einer Arretierungseinrichtung 25 auf der Steckverbindungseinrichtung 23 festgelegt werden. Die Arretierungseinrichtung 25 dient zusätzlich zum Festlegen eines Gegenstücks in der Steckverbindungseinrichtung 23, so dass das Gegenstück nicht aus der Steckverbindungseinrichtung 23 herausrutschen kann.

    [0041] Die Steckverbindungseinrichtung 23 ist innerhalb der Haube 20, geschützt vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen, mit dem Mechanikraum 32 verbunden, so dass Steuersignale und Überwachungssignale z.B. über eine Schalterstellung im Überspannungsableiter mittels der Steckverbindungseinrichtung 23 an eine Steuereinrichtung (nicht dargestellt) übertragen bzw. von dieser empfangen werden können.


    Ansprüche

    1. Antriebsanordnung (15) zur Ausbildung einer Trennstrecke für einen Überspannungsableiter, aufweisend

    - einen Mechanik-raum (31), in dem eine Bewegung derart umsetzbar ist, dass im Überspannungsableiter ein Schalter zum Verbinden und/oder zum Trennen eines Hochspannungskontakts mit dem Erdpotential betätigbar ist,

    - Anschlüsse (26) für ein Steuern und/oder Überwachen des Überspannungsableiters, wobei die Anschlüsse (26) in einer Steckverbindungseinrichtung (23) angeordnet sind, und wobei die Steckverbindungseinrichtung (23) an einer Haube (20) an dem Mechanikraum (32) angeordnet ist, wobei innerhalb der Haube (20) zwischen dem Mechanikraum (32) und der Steckverbindungseinrichtung (23) mindestens eine Verbindung zum Steuern und/oder Überwachen angeordnet ist,

    - die Haube (20) eine erste Abflachung (21) aufweist, an der die Steckverbindungseinrichtung (23) angebracht ist,

    - die Haube (20) mindestens eine weitere Abflachung (35) aufweist, an der Zusatzgeräte anbringbar sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    als Zusatzgerät eine zusätzliche Steckverbindungseinrichtung gemäß einem anderen Standard als dem Standard der Steckverbindungseinrichtung (23) vorgesehen ist und

    eine Abdeckung (24) für die jeweilige Steckverbindungseinrichtung gegeben ist.


     
    2. Antriebsanordnung (15) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Zusatzgerät eine Verriegelungseinrichtung zum Blockieren einer Bewegung im Mechanikraum (32) vorgesehen ist.
     
    3. Antriebsanordnung (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube (20) eine Betätigungseinrichtung zum Antrieb der Bewegung aufweist.
     
    4. Antriebsanordnung (15) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung für einen manuellen Betrieb ausgebildet ist.
     
    5. Antriebsanordnung (15) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung eine Handkurbel (22) aufweist.
     
    6. Antriebsanordnung (15) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung für einen automatischen Betrieb einen Motor aufweist.
     
    7. Antriebsanordnung (15) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung an der dem Mechanikraum abgewandten Seite der Haube (20) angeordnet ist.
     
    8. Antriebsanordnung (15) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung seitlich an der Haube angeordnet ist.
     
    9. Antriebsanordnung (15) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Mechanikraum (32) einen Deckel (41) aufweist, an dem die Haube angebracht ist.
     
    10. Antriebsanordnung (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mechanikraum (32) eine durchsichtige Wand aufweist.
     
    11. Antriebsanordnung (15) nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinrichtung ein Schloss aufweist.
     
    12. Antriebsanordnung (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube (20) aus einer freilufttauglichen Aluminiumlegierung hergestellt ist.
     
    13. Antriebsanordnung (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arretierungseinrichtung (25) zum Festlegen der Abdeckung auf der Steckverbindungseinrichtung gegeben ist.
     
    14. Antriebsanordnung (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arretierungseinrichtung (25) zum Festlegen eines Gegenstücks in der Steckverbindungseinrichtung gegeben ist.
     


    Claims

    1. Drive arrangement (15) for forming an isolation gap for a surge arrester, having

    - a mechanical system space (31) in which a movement can be converted in such a way that a switch for connecting and/or for isolating a high-voltage contact to/from ground potential can be actuated in the surge arrester,

    - connections (26) for controlling and/or monitoring the surge arrester, wherein the connections (26) are arranged in a plug-in connecting device (23), and wherein the plug-in connecting device (23) is arranged on a hood (20) on the mechanical system space (32), wherein at least one connection for control and/or monitoring purposes is arranged inside the hood (20) between the mechanical system space (32) and the plug-in connecting device (23),

    - the hood (20) has a first flattened portion (21) to which the plug-in connecting device (23) is attached,

    - the hood (20) has at least one further flattered portion (35) to which auxiliary equipment can be attached,

    characterized in that

    the auxiliary equipment provided is an additional plug-in connecting device according to a standard other than the standard used by the plug-in connecting device (23), and

    a cover (24) is provided for the respective plug-in connecting device.


     
    2. Drive arrangement (15) according to Claim 1, characterized in that the auxiliary equipment provided is a latching device for blocking a movement in the mechanical system space (32).
     
    3. Drive arrangement (15) according to either of the preceding claims, characterized in that the hood (20) has an actuating device for driving the movement.
     
    4. Drive arrangement circuit (15) according to Claim 3, characterized in that the actuating device is designed for manual operation.
     
    5. Drive arrangement (15) according to Claim 4, characterized in that the actuating device has a hand crank (22) .
     
    6. Drive arrangement (15) according to one of Claims 3 to 5, characterized in that the actuating device has a motor for automatic operation.
     
    7. Drive arrangement (15) according to one of Claims 3 to 6, characterized in that the actuating device is arranged on that side of the hood (20) which is averted from the mechanical system space.
     
    8. Drive arrangement (15) according to one of Claims 3 to 6, characterized in that the operating device is arranged laterally on the hood.
     
    9. Drive arrangement (15) according to one of Claims 1 to 8, characterized in that the mechanical system space (32) has a cover (41) to which the hood is attached.
     
    10. Drive arrangement (15) according to one of the preceding claims, characterized in that the mechanical system space (32) has a transparent wall.
     
    11. Drive arrangement (15) according to one of Claims 2 to 10, characterized in that the latching device has a bolt.
     
    12. Drive arrangement (15) according to one of the preceding claims, characterized in that the hood (20) is produced from an aluminium alloy which is suitable for outdoor use.
     
    13. Drive arrangement (15) according to one of the preceding claims, characterized in that a locking device (25) is provided for securing the cover on the plug-in connecting device.
     
    14. Drive arrangement (15) according to one of the preceding claims, characterized in that a locking device (25) is provided for securing a mating piece in the plug-in connecting device.
     


    Revendications

    1. Système (15) d'entraînement pour la constitution d'une section de séparation d'une dérivation de surtension, comportant

    - un espace (31) à mécanisme, dans lequel un mouvement peut être transformé de manière à pouvoir, dans la dérivation de la surtension, actionner un interrupteur de liaison d'un contact de haute tension au potentiel de terre et/ou de séparation de ce contact de haute tension du potentiel de terre,

    - des bornes (26) pour une commande et/ou un contrôle de la dérivation de la surtension, dans lequel les bornes (26) sont disposées dans un dispositif (23) de liaison par enfichage et dans lequel le dispositif (23) de liaison par enfichage est monté sur une hotte (20) de l'espace (32) à mécanisme, dans lequel, à l'intérieur de la hotte (20) entre l'espace (32) à mécanisme et le dispositif (23) de liaison par enfichage, est disposée au moins une liaison pour la commande et/ou le contrôle,

    - la hotte (20) a un premier méplat (21) sur lequel est mis le dispositif (23) de liaison par enfichage,

    - la hotte (20) a au moins un autre méplat (35) sur lequel peuvent être mis des appareils supplémentaires,

    caractérisé en ce que

    il est prévu, comme appareil supplémentaire, un dispositif supplémentaire de liaison par enfichage suivant une autre norme que la norme du dispositif (23) de liaison par enfichage et

    il y a une couverture (24) pour les dispositifs respectifs de liaison par enfichage.


     
    2. Système (15) d'entraînement suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est prévu, comme appareil supplémentaire, un dispositif de verrouillage pour le blocage d'un déplacement dans l'espace (32) à mécanisme.
     
    3. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce la hotte (20) a un dispositif d'actionnement pour l'entraînement du déplacement.
     
    4. Système (15) d'entraînement suivant la revendication 3, caractérisé en ce que le dispositif d'actionnement est constitué pour un fonctionnement manuel.
     
    5. Système (15) d'entraînement suivant la revendication 4, caractérisé en ce que le dispositif d'actionnement a une manivelle (22) .
     
    6. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications 3 à 5, caractérisé en ce que le dispositif d'actionnement a un moteur pour un fonctionnement automatique.
     
    7. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications 3 à 6, caractérisé en ce que le dispositif d'actionnement est disposé du côté, loin de l'espace à mécanisme, de la hotte (20).
     
    8. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications 3 à 6, caractérisé en ce que le dispositif d'actionnement est disposé latéralement à la hotte.
     
    9. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que l'espace (32) à mécanisme a un couvercle (41) sur lequel la hotte est mise.
     
    10. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'espace (32) à mécanisme a une paroi transparente.
     
    11. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications 2 à 10, caractérisé en ce que le dispositif de verrouillage a un verrou.
     
    12. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la hotte (20) est en un alliage d'aluminium, qui résiste à l'air libre.
     
    13. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il y a un dispositif (25) de blocage pour fixer la couverture sur le dispositif de liaison par enfichage.
     
    14. Système (15) d'entraînement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il y a un dispositif (25) de blocage pour fixer une pièce antagoniste dans le dispositif de liaison par enfichage.
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente